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Thema: Lieblingsregisseure

  1. #1
    Statist
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    Lieblingsregisseure

    Mir ist aufgefallen, dass es irgendwie noch keinen richtigen Lieblingsregisseur-Thread hier gibt!
    Dann fang ich mal an: Wer sind eure Lieblingsregisseure und warum?

    Meine Top-5:

    1) Peter Jackson
    Ich liebe jeden einzelnen seiner Filme. Er scheint geboren zu sein, um die Filme zu machen, die ich mag! Er versteht einfach was von seinem Handwerk und seine inszenatorische Bandbreite zieht sich von Splatter zu Comedy zu Drama bis hin zu Fantasy.

    2) Paul Thomas Anderson
    Ein in Deutschland noch relativ unbekannter Jungregisseur, der bereits 4 filmische Meisterwerke abgeliefert hat. Seine Filme sind Erzählkino auf dem Höhepunkt und beinhalten geniale Dialoge und schräge Situationen. Der Auteur der Zukunft!

    3) David Fincher
    Der zurzeit innovativste Regisseur. Seine Filme sind perfekt in Bezug auf Inszenierung, Kamera, Schnitt und Atmosphäre. Eine Fincher-Film erkennt man sofort: Düster, depressiv, bedrückend, regnerisch. Seine Filme versetzen dem Zuschauer regelrecht einen harten Faustschlag in den Magen! Das mag ich.

    4) Joel & Ethan Coen
    Zwei geniale Typen, die ihr Ding abseits von Hollywood drehen und sich partout nicht dem Mainstream anpassen wollen. Ihre Filme sind genial aufgebaut, strotzen nur so vor schrägen Situationen, coolen Charakteren und skurrilen Dialogen. Außerdem zeugen die Streifen der Coens, dass die wirklich eine Ahnung von Inszenierung und Schreiben haben.

    5) Wes Anderson
    Ein Regie-Youngster, der sich mit nur drei Filmen in mein Herz gespielt hat. Er ist einer derjenigen, die Comedys für Intelligente machen. Man wird in keinem seiner Filme jemals laut auflachen, trotzdem strotzen seine Streifen nur von subtilem und hintergründigem Humor, abgefahrenen Charakteren, genialen Dialogen und Situationen und einer liebevollen Inszenierung.

    Dazu noch: George Roy Hill, Tim Burton, Terry Gilliam, Guy Ritchie, Michael Mann, Frank Darabont, Sergio Leone
    Gruß,
    Skellington

  2. #2
    Admin Avatar von Matt
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    Re: Lieblingsregisseure

    Solch' ein Topic hat definitv mal existiert, aber ist wahrscheinlich im "Movies-Bereich". Wenn ich Zeit habe mache ich mich danach mal auf die Suche. Außerdem dient der "Walk of Fame"-Bereich ja dazu Topics zu "seinen" Lieblingsregisseuren zu eröffnen. Soll dieses Topic jetzt nur wieder eine Aneinanderreihung von diversen Lieblingsregisseuren werden?

    Solche Auflistungen sind wirklich überflüssig.
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

  3. #3
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    Re: Lieblingsregisseure

    Okay, in aller Kürze und allein auf aktuelle, lebende und regelmäßig aktive (!) Filmemacher bezogen. Würde ich auch die Toten miteinbeziehen, würd's zu anstrengend werden.


    1. Abbas Kiarostami

    Ganz klar und ohne Einschränkung der größte Filmemacher unserer Tage. Kiarostami ist der humanistischste und pazifistischste Filmemacher seit Ozu, seine Filme sind Wahrheit auf 24 Bildern pro Sekunde. Kein anderer Regisseur hat je das Leben in seinem ganzen Reichtum und seiner ganzen Schönheit so auf die Leinwand gebannt, wie er.

    2. Hou Hsiao-hsien

    In der Form vielleicht derjenige Filmemacher, der Yasujiro Ozu am nächsten gelegen ist - inhaltlich aber meilenweit entfernt, da Hou ein (unter anderem) durch und durch politischer Filmemacher ist. Ein genialer Chronist der Trauergeschichte seines Landes - dabei von epischer Erzählgröße und dennoch immer mit so vielen "Leerstellen", daß es eben *kein* Erzählkino ist. Elliptisch, streng, wahrhaftig und meditativ.

    3. Tsai Ming-liang

    Ein weiterer Meister aus Taiwan und der wichtigste Vertreter der Filmkunst seines Landes neben Hou und Yang. Tsai ist der obsessive von den dreien, der radikale. Es wäre vermessen zu sagen, daß in seinen Filmen nichts "passiert", aber er ist der König der Nüchternheit und der der bis in kleinste Detail durchgearbeiteten Bildkompositionen. Er liebt kleine, unscheinbare Allegorien und ist kein Freund vieler Worte. Mit wachem Auge betrachtet haben seine Filme eine ungeheure Kraft.

    4. Béla Tarr

    Der Mann mit den längsten Einstellungen, die das Kino kennt. Dunkel und absurd sind seine Filme und dennoch zutiefst spirituell und metaphorisch. Wer die Ruhe mitbringt, die es braucht, um seine zu allermeist in schwarzweiß gehaltenen Werke zu genießen ("Sátantángó" - einer der besten Filme der letzten zehn Jahre - dauert immerhin acht Stunden), wird in den Meisterwerken des Ungarn wahnsinnig viel entdecken können.

    5. Claire Denis

    Die talentierteste Regisseurin der Gegenwart (und da schließe ich auch Akerman mit ein). "Beau Travail" ist der beste Film über Männer, den ich je gesehen habe, und "Vendredi Soir" ist von vielen Kritikern bereits auf einen ähnlichen Qualitätslevel gehoben worden. Denis continues to fascinate...




    Nur eine kleine Auswahl. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit.



    @Matt:
    Nicht nur noch meckern, okay?

  4. #4
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    Re: Lieblingsregisseure

    @Matt, apropos überflüsige, stupide Aufzählungen. Bin heute wieder mal auf folgedens Topic gestoßen. Dein Pumpkins-Posting war echt grandios

    http://www.moviemaze.de/forum/viewtopic ... ight=songs

  5. #5
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    Re: Lieblingsregisseure

    na dann darf ich mal..


    1. Blake Edwards

    Der Komödienregisseur in meinen Augen. Nicht nur da für plumpes sondern auch geistreiches, nicht nur Slapstick und Situationskomik, sondern auch Dialogwitz. Meisterregisseur der "Pink Panther/Clouseau"-Filmreihe mit dem unvergessenen Peter Sellers. "Der Partyschreck", "Unternehmen Petticoat", "Victor, Victoria", "10-Die Traumfau", "Skin Deep", "Switch" und mein persönlicher Liebling von ihm, "S.O.B. - Hollywood's letzter Heuler" eine gnadenlose Abrechnung mit dem Hollywoodstudio-System. Und dabei noch saukomisch dazu. Aber auch sein Spätwestern "Missouri" ist nicht von schlechten Eltern.

    2. Lawrence Kasdan

    Als Drehbuchautor im Dunstkreis Spielberg/Lucas zu erstem Ruhm gekommen, sind seine Regiearbeiten, jede auf seine Art, was wirklich Besonderes, mit dem "Kasdan-Touch".

    "Silverado" der Überwestern, "BodyHeat", der Thriller Noir, "Der Grosse Frust" ein All-Star-Zeitgeistfilm, "Die Reisen des Mr.Leary", wunderbares Schauspielerkino, ebenso wie "Ich liebe Dich zu Tode", diesmal als Komödie. Dazu noch "Grand Canyon", "French Kiss" und "Wyatt Earp".


    3. John Sturges
    4. Andrew Davis
    5. Steven Spielberg
    6. Joe Dante
    7. Richard Donner
    8. Frank Oz
    9. Stanley Donen
    10. George Roy Hill

  6. #6
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    Re: Lieblingsregisseure

    Na, wenn man auch die Toten mitnehmen darf:
    1. Alfred Hitchcock
    Bedarf wohl keiner weiteren Erläuterung, seine Filme stehen in meinen Augen einfach eine Stufe über allen anderen, wie als ob er der einzige wäre, der das Medium Film wirklich beherrschte.
    2. John Ford
    Der Mann der eines meiner Lieblingsgenres zur Blühte geführt hat. Seine großen Filme strahlen eine solche Ruhe und Sicherheit noch im Untergang aus, dass man sie einfach lieben muss.
    3. Howard Hawks
    Vor allem seine Screwball Komödien halte ich für das perfekteste Entertainment, das man sich vorstellen kann. Dennoch sind seine Filme nie reine Unterhaltungsfilme und haben stets einen Subtext ohne den großes Kino nie auskommen kann.
    4. Luchino Visconti
    Der großartigste Melodramatiker der Filmgeschichte. Keiner kann so dick auftragen und dennoch jedes Klischee umschiffen. Seine Filme werden oft mit Opern verglichen aber das tut ihnen unrecht. Keine Oper kann je eine solche Intensität erreichen.
    5. Douglas Sirk
    Der zweitgroßartigste Melodramatiker der Filmgeschichte. In vieler Hinsicht mehr "sophisticated" als Visconti war der in Deutschland geborene Sirk der wohl raffinierteste Kritiker des American Way of Life. Doch seine Filme sind auch unglaublich präzise Studien der menschlichen Psyche.
    6. Jean Renoir
    In vieler Hinsicht der Übervater aller europäischer Autorenfilmer auch wenn er bei vielem was seine Nachfolger zustande gebracht haben wohl eher schreiend davon gelaufen sein wird. Die Filme Renoirs haben den Anspruch Bergmanns, sind aber viel lockerer und sicherer inszeniert.
    7. Yasujiro Ozu
    Kurosawa hat mich zuerst für Japan interessiert doch erst Ozu hat mich dafür begeistert. Eintauchen und geniessen, mehr kann man zu den Filmen eigentlich nicht sagen, da sie den gängigen Filmtheorien sowohl der Amerikaner als auch der Europäer eigentlich genau entgegenstehen.
    8. Luis Bunuel
    Wie Hitchcock hat Bunuel gleich mehrere Epochen der Filmgeschichte mitgestaltet. Seine frühen surrealistischen Meisterwerke mögen heute vor allem von kunstjistorischem Interesse sein, spätere Meisterwerke wie "Belle de Jour" zeigen ihn aber auch als modernen Meister des ironischen Films.
    9. Billy Wilder
    Noch ein deutscher Auswanderer der erst in Amerika zu Hochform aufgelaufen ist. Sicher liegt sein wahres Genie auf dem Gebiet des Drehbuchs, doch Wilders Drehbücher wurden immer noch am besten von Wilder selbst verfilmt.
    10. Ernst Lubitsch
    Siehe Wilder. Seine Regie erreichte nie dieselbe Geschwindigkeit, dafür gab er seinen Filmen stets einen etwas dekadenten Touch, der sie zum perfekten intellektuellen Zeitvertreib der amerikanischen Oberschicht machte.

    Das Problem an solchen Listen ist natürlich immer die Kürze. Auf meiner ist jetzt zB kein Welles, kein Tarkovskij, kein Huston, kein Tourneur (obwohl der meinen Lieblingsfilm gedreht hat) und auch kein Polanski. In einem Jahr sähe die Liste deshalb wahrscheinlich wieder ganz anders aus. An den Top 3 ist aber wenig zu rütteln.
    Von neueren Regisseuren gefallen mir am besten:
    Sam Peckinpah
    Clint Eastwood (kein Witz)
    Spike Lee
    Ang Lee
    John Carpenter (auch kein Witz)
    Und natürlich auch wieder 1000 andere
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  7. #7
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    Re: Lieblingsregisseure

    Zitat Zitat von Janis
    2. Hou Hsiao-hsien
    Hatte ich am Samstag auch beim Chinesen. Hat super geschmeckt :wink: .

  8. #8
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    Re: Lieblingsregisseure

    Wenn du wüßtest, wie oft ich den Dreckskommentar schon gehört habe. Viel stumpfer geht's eigentlich nicht...


    @Zaph:
    Du findest Bergman "unsicher inszeniert"? Ist nicht gerade die totale Verunsicherung das ureigenste Bergman-Genre?

  9. #9
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    Re: Lieblingsregisseure

    "unsicher inszeniert" nur im Vergleich mit meinetwegen "Bestie Mensch". Allerdings ist Bergmans Euvre derart groß (und mir auch nur in Teilen bekannt), dass ich kein abschließendes Urteil fällen möchte.
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  10. #10
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    Re: Lieblingsregisseure

    Sehe ich in Teilen sogar ähnlich.
    Bergman hat wahnsinnig viel gemacht, das meiste sehr gut, eine Menge überragend, manches schwächer. Er hat eine enorme (beispiellos lange?) Liste an Meisterwerken geschaffen und wenn er sich "irrte", dann zumeist noch immer auf hohem Niveau.
    Man kann in jedem Fall darüber streiten, ob Filme wie "Fanny Und Alexander" (in der Langfassung), "Das Siebente Siegel", "Wilde Erdbeeren" oder "Schreie & Flüstern" auch nur einen Deut weniger "sicher" inszeniert sind, als etwa "La Bête Humaine", aber ich gebe dir insofern recht, als daß Renoir eine unglaublich souveräne Führung hatte. Gerade im Ensembleschauspiel zeichnete sich das für mich immer ganz stark ab. Atemberaubend auch sein Gespür für die "Tiefe" des Filmbildes, für Eleganz und impressionistische Aufnahmen und seine frühen (und weit vor "Citizen Kane" gelegenen) Experimente mit der Tiefenschärfe.

    Sehr empfehlen kann ich dir die gerade vom BFI herausgebrachte DVD zu "Partie De Campagne". Wenn du den Film noch nicht kennen solltest: Ein "unfinished masterpiece" von Renoir aus dem Jahr 1936. Vierzig Minuten reinstes Können und wundervolle Poesie.
    Aber auch wenn du den Film schon kennst: Die DVD ist hervorragend, versehen mit zahlreichen Extras und der Film liegt in einer ausgezeichnet restaurierten Fassung vor.

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