Seite 1 von 5 123 ... Letzte
Ergebnis 1 bis 10 von 41

Thema: Takashi Miike

  1. #1
    laertes
    Gast

    Takashi Miike

    da audition bis auf lester wohl eher den wenigsten bekannt ist, wird es zeit, ein miike-topic zu eröffnen: alle, die ihn oder etwas von ihm kennen, sollen sich mit missionarischem eifer die finger wund schreiben. alle anderen lesen fleißig mit und schauen sich artig alles an, okay? :wink:

    EIN GANZ GROßER REGISSEUR!


  2. #2
    Regisseur
    Registriert seit
    06.01.2001
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    3.830

    Takashi Miike

    Ja, sicherlich einer der talentiersten Regisseure im gegenwärtigen Weltkino.
    Seine Filme sind stilisierte Ausbrüche der Gewalt mit Phasen nahezu lyrischer Ruhe und Besinnlichkeit.
    Mit seinen, bedingungslos der "New Wave" angehörenden, Filmen bildet er eine interessante Einführung in das modernste japanische Kino, das sich - ebenso wie die "Nouvelle Vague" Anfang der 60er - von seinen großen Vorbildern Ozu, Inagaki, Kurosawa und Mizoguchi zu trennen sucht und inzwischen mit Filmen wie "Audition", "Dead Or Alive", "Battle Royale" und "Visitor Q." einen eigenständigen, unverwechselbaren Stil kreiiert hat, wobei Takashi Miike natürlich der wichtigste Vertreter dieser Generation japanischer Filmemacher ist.

    Immer bedacht darauf, die japanische Gesellschaft von heute zu skizzieren und zu kritisieren, schwingt doch immer wieder ein wenig der Geist des genialen Yasujiro Ozu mit, auch wenn Ozus Japan natürlich ein gänzlich anderes war.
    Dennoch halte ich Miike für kaum weniger japanisch als Ozu, scheint Erstgenannter wohl doch beinahe ebenso trefflich wie Zweiterer den Geist seiner Zeit in Japan in seinen Filmen zu treffen. Interessanterweise sind gerade Miikes Filme überwiegend von großem Pessimismus und einer Sehnsucht nach traditionellen Werten, wie etwa dargestellt in der Behandlung der Frauen in "Audition".

    Man kann wohl sagen, daß Kurosawa und Mizoguchi dem traditionellen, Ozu dem aufbrechenden und Miike dem modernen Japan jeweils in ihrer Art brillant einen Spiegel vorhielten und vorhalten.

    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: LesterBurnham am 2002-06-07 16:37 ]</font>

  3. #3
    Zuschauer
    Registriert seit
    04.07.2002
    Ort
    Hessen
    Beiträge
    18

    Takashi Miike

    Was hat denn Miike mit Battle Royale zutun

    Ich finde Miike total überbewertet. Gerade Audition fand ich nur langweilig: Schauspieler, Musik und Story total fürn Arsch Und der ganze Hype um Ichi ist mir auch ein Rätsel.



    schubku
    Go Ahead, Make My Day!


  4. #4
    laertes
    Gast

    Re: Takashi Miike

    Zitat Zitat von schubku
    "Was hat denn Miike mit Battle Royale zutun? [...]"
    Zitat Zitat von janis
    "[...] das modernste japanische Kino, das sich - ebenso wie die "Nouvelle Vague" Anfang der 60er - von seinen großen Vorbildern Ozu, Inagaki, Kurosawa und Mizoguchi zu trennen sucht und inzwischen mit Filmen wie "Audition", "Dead Or Alive", "Battle Royale" und "Visitor Q." einen eigenständigen, unverwechselbaren Stil kreiiert hat. [...]"

    alles klar?

    ...

    und hier ein text von spiegel-online (sic!) zu takashi miike (wäre vielleicht jemand hier im gegenzug so freundlich, mir meine im topic zum fff 2003 zweimal gestellte frage nach miikes neuestem, 'gozu', zu beantworten?):

    ---

    KINO AUS JAPAN
    Panoptikum der Perversionen

    Von Rüdiger Sturm


    Mit seiner bizarren Splatter-Ästhetik findet der japanische Filmemacher Takashi Miike immer mehr Fans. Das Fantasy Filmfest wählte seinen Yakuza-Thriller "Gozu" gar zum Eröffnungsstreifen der "Asia"-Reihe.

    Über die Auswahlkriterien des Cannes Filmfestivals lässt sich viel und gerne streiten. Aber dass in diesem Jahr eine billige japanische Videoproduktion in der "Quinzaine des Réalisateurs" lief, scheint sich jeglicher Logik zu entziehen. Nur Eingeweihte sehen das anders. Denn der Regisseur von "Gozu" trägt einen Namen, der in bestimmten Publikumskreisen einen kultischen Nimbus besitzt: Takashi Miike. Wenn sein Werk jetzt als Eröffnungsfilm der "Focus Asia"-Reihe beim Fantasy Filmfestival in Hamburg gezeigt wird, dann sind ausverkaufte Vorstellungen fast sicher. Denn wenn der Schlaf der Vernunft Monster gebiert, dann ist der Regisseur einer der unvernünftigsten Menschen des Planeten. Seine Hölle wird regiert vom Geist des Absurden - wie in einem Joint Venture von Hieronymus Bosch, David Cronenberg und den Marx Brothers.
    Filme wie "Ichi the Killer" werden regiert von derbster Splatter-Ästhetik: Fontänen aus Blut, Ekel erregende Folterungen in Großaufnahme. Doch hinter diesem Panoptikum der Perversionen steckt eine anarchische Fantasie. In "City of Lost Souls" wird eine Gewaltszene aus einer mit Exkrementen gefüllten Toilette gefilmt, das Schlussduell in "Dead or Alive" eskaliert zu einem Showdown von kosmischen Ausmaßen. In "Gozu" begegnet man zermalmten Chihuahua-Hündchen und kuhköpfigen Dämonen.

    Das "Time Magazine" ließ sich trotzdem nicht abschrecken, Miike 1998 unter die Top Ten der wichtigsten Nicht-Hollywood-Regisseure zu berufen. Und es gibt Argumente, die diesen Status rechtfertigen. Selbst in weniger gelungenen Filmen - und davon gibt es etliche - verblüfft Miikes Wundertüte an Bizarrerien. Aber wenn der 43-Jährige seine Talente konzentriert, anstatt damit wild zu wuchern, dann können Meisterwerke daraus entstehen. Einer der Höhepunkte seines Werks ist "Audition" nach dem Roman von Ryu Murakami, eine exquisit durchkomponierte Geschichte über eine fatale Beziehung, die Liebesfilm, Horrorthriller und Parabel über den japanischen Machismo zugleich ist. Der raffinierte Handlungsaufbau, der präzise Rhythmus und die betörende Fotografie von Takeshi Kitano-Kameramann Hideo Yamamoto sorgen für eine sogartige Wirkung, die den Zuschauer in einen beinah unerträglichen Alptraum verstrickt. 1999, im gleichen Jahr wie "Audition", entstand die furiose Action-Ode "Dead or Alive", gegen die die Kapriolen des Hongkong-Kinos nur noch brav und tapsig wirkten.

    Doch so absurd wie die Miikes Fantasien sind auch die Entstehungsbedingungen seiner Filme. In Zeiten, wo Filmemacher nur noch alle drei Jahre ein Werk abliefern, schafft Miike mindestens fünf - pro Jahr. Denn sein Selbstverständnis ist anders. Während seine Kollegen ihre individuellen Präferenzen kultivieren, kurbelt er ein Auftragswerk nach dem anderen herunter: Videoproduktionen, Fernsehfilme, Comic-Adaptionen, sogar Softpornos. "Ich lehne kein Angebot ab", gibt er selbst zu. "Denn jedes Projekt gibt mir die Chance, mich zu verändern. Jedes Mal entdecke ich mich neu." Und der atemlose Arbeitstakt trägt ganz offenbar dazu bei, seinen kreativen Motor am Laufen zu halten: "Dieser Druck ist motivierend."



    Ein großes Künstler-Ego hat Takashi Miike nie entwickelt. Als Teenager ohne große Zukunftsperspektiven schrieb er sich an der Akademie für visuelle Künste in Yokohama ein, weil es dort keine Aufnahmeprüfung gab. Bis dahin waren Bruce Lee-Filme sein einziges prägendes Kinoerlebnis gewesen. Regisseur Shohei Imamura, Gründer der Akademie, beschäftigte ihn als Regieassistenten und brachte ihm die Grundbegriffe des Handwerks bei. Im nahtlosen Übergang begann Miike als Regisseur für Low-Budget-Videoproduktionen. Und im Endeffekt blieb er das auch. Anders wäre seine erstaunliche Produktivität nicht denkbar. Einen Film wie "Visitor Q" drehte er innerhalb einer Woche für ein Budget von umgerechnet 70.000 Dollar. Leider ist das vielen seiner Werke auch anzumerken. Die Drehbücher sind dramaturgisch schlampig und konfus, die Inszenierung wirkt phasenweise heruntergenudelt, Spezialeffekte sind auf billigstem Niveau. Auf eine Verdichtung im Schnitt wird häufig verzichtet - weshalb die meisten Filme über zwei Stunden lang sind. So oszilliert Miikes Oeuvre weitgehend zwischen Pfusch und Genialität.
    Trotzdem möchte er seine finanziellen Einschränkungen nicht missen: "In Japan klagen alle, dass das Publikum nicht ins Kino geht und wir deshalb kein Geld fürs Filmemachen haben. Wir sollten positiv denken: Wenn die Zuschauer sowieso nicht kommen, dann können wir doch jeden Film drehen, den wir wollen. So können wirklich gewagte Dinge entstehen." Dass das westliche Publikum ihn entdeckte, war eher ein Zufall. 1996 drehte er die Videoproduktion "Fudoh: The New Generation", die vom Verleih spontan in die Kinos geschoben wurde und dann auf dem Film Festival von Toronto landete.

    In Deutschland ist Miike bislang ein Insiderphänomen. Von einigen seiner Filme gibt es einzelne Kopien, die mitunter in Raritäten-Kinos auftauchen. Ansonsten ist die Gemeinde auf DVD-Veröffentlichungen angewiesen. Sein nächstes Projekt könnte indes für mehr Aufsehen sorgen: In seinem Samurai-Film "Izo" spielt Takeshi Kitano die Hauptrolle. Und vier Wochen Drehzeit lassen auf eine für seine Verhältnisse aufwendige Produktion schließen. Andererseits: Vielleicht ist der Randguppen-Status für Miike sogar ganz gut. So sehr er die internationale Anerkennung zu schätzen weiß, auf deren finanzielle Konsequenzen kann er gut verzichten: "Wenn ich mehr Freiheit oder Geld bekäme, wäre das nur frustrierend."

  5. #5
    Regisseur Avatar von CallMeDude
    Registriert seit
    29.12.2006
    Ort
    Was ihr Hölle nennt.
    Beiträge
    7.325

    Re: Takashi Miike

    Das kommt dabei heraus, wenn Takashi Miike (für ein Haufen Geld?) Fernsehen macht:

    Promo Cell Phone Detectives - Flash
    Out of order for a long time ago.

  6. #6
    Hauptdarsteller
    Registriert seit
    12.11.2006
    Ort
    Konstanz
    Beiträge
    857

    Re: Takashi Miike

    Ich verfolge die Filme von Miike schon seit längerer Zeit und für mich gehört er mit Kitano zu den ganz großen des jap. Kinos. Vor allem sein Film The Bird People from China hat mir ausgesprochen gut gefallen( Habe dazu auch ein Topic eröffnet). Aber auch seine Darstellung von Gewalt und sein schwarzer Humor haben es mir angetan.
    Es gibt keinen Teufel, nur Gott wenn er getrunken hat.

  7. #7
    Bob
    Bob ist offline
    Regisseur Avatar von Bob
    Registriert seit
    20.04.2006
    Ort
    Zentropa
    Beiträge
    23.945

    Re: Takashi Miike

    Zitat Zitat von Tetsuo82
    Ich verfolge die Filme von Miike schon seit längerer Zeit und für mich gehört er mit Kitano zu den ganz großen des jap. Kinos. Vor allem sein Film The Bird People from China hat mir ausgesprochen gut gefallen( Habe dazu auch ein Topic eröffnet). Aber auch seine Darstellung von Gewalt und sein schwarzer Humor haben es mir angetan.
    kaufste dir eigentlich noch regelmäßig filme von dem?

    city of lost souls ist mein letzter stand von deinen miike-dvds, izo hatten wir ja nur ausgeliehen. ha! deine dvd-sammlung ist mir bestens in erinnerung, könnte aus dem stand bestimmt 50 filme aus deinem regal aufzählen.

    good old days...
    But from that moment on, Hermione Granger became their friend.

  8. #8
    Hauptdarsteller
    Registriert seit
    12.11.2006
    Ort
    Konstanz
    Beiträge
    857

    Re: Takashi Miike

    Ich glaube The Bird People from China war der letzte den ich mir geholt habe. Ich vermisse die guten alten Zeiten.
    Es gibt keinen Teufel, nur Gott wenn er getrunken hat.

  9. #9
    Ali
    Ali ist offline
    Regisseur Avatar von Ali
    Registriert seit
    26.05.2003
    Beiträge
    3.358

    Re: Takashi Miike

    @ tetsuo: ich halte auch den vogelfilm für den besten miike. ein ungewöhnlicher und fast unblutiger poetischer film, der an sachen von kim ki-duk erinnert und weniger mit einem regisseur in verbindung gebracht wird, der hardcore-blut-filme wie koroshiya 1 oder audition gemacht hat, die ich auch hervorragend finde. dennoch muss ich zugeben, dass miike einige sachen gemacht, die mir nicht radikal genug waren, wie z.B. diese manga-verfilmung über den büroangestellten kintaro, der mit seiner motorrad-gang, die ganze stadt auf den kopf stellt (habe den bei ebay für einen euro verscherbelt). visitor q und gozu fand ich beim ersten gucken sogar für einen takashi miike ziemlich abgefahren. werde die beiden mir mal bei gelegenheit erneut ansehen. absolut genial fand ich dagegen blues harp, dead or alive: hanzaisha sowie fudoh. letzeren findet übrigens auch der gute jodorowsky sehr gut, vor allem wegen den vaginal-geschossen

  10. #10
    Regisseur Moderator Avatar von KeyzerSoze
    Registriert seit
    20.07.2001
    Ort
    Würzburg
    Beiträge
    22.457

    Re: Takashi Miike

    Ich werfe dann einmal mehr seine TV Produktion "Negotiator" in den Raum ... unbekannt aber wirklich empfehlenswert ... fast so gut wie sein bislang Bester "Zebraman"

Seite 1 von 5 123 ... Letzte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36