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Thema: Olivia de Havilland

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    Hauptdarsteller Avatar von WormyLittleFerret
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    Olivia de Havilland



    Olivia de Havilland (*1916) war die Frau, die in "Gone With the Wind" (1939) Ashley's engelhafte Liebe Melanie spielte. Sie war aber auch die erste Schauspielerin, die unter grossem Verzicht einen Streit mit den Warner Brothers bis vor den Obersten Gerichtshof der USA zog und gewann - was ihr die lebenslange Freundschaft von Bette Davis, sonst wahrlich nicht bekannt einen gepflegten Umgang mit Schauspielerinnen, sicherte. Denn dieser Streit, an dem schon Davis gescheitert war, führte zum Anfang vom Ende der unumschränkten Studioherrschaft.

    De Havilland war zusammen mit iherer Schwester Joan Fontaine, die ihr 1942 den ersten Oscar vor der Nase wegschnappte, von der Mutter schon früh für eine Bühnenkarriere gedrillt worden. 1935 ging sie einen der berüchtigten Siebenjahresverträge bei Warners ein und wurde vom Studio in mehreren Filmen zusammen mit Errol Flynn eingesetzt. Flynn, der bekannt dafür war, mit jedem greifbaren Weiblein und Männlein das Bett zu besteigen, soll in ihr seine grosse Liebe gesehen haben, die ihn aber brüsk abwies.

    Um die Rolle der Melanie Wilkes musste sie regelrecht kämpfen, weil Jack Warner sich anfänglich weigerte, sie an Selznick auszuleihen. Bald darauf kam es auch zum Streit mit dem selbstherrlichen Studio, und Olivia de Havilland erhielt jahrelang von keinem Studio Angebote. - Als sie ihre Karriere 1946 endlich mit grossem Erfolg wieder aufnehmen konnte, bemühte sie sich, das Engelsgesicht, das sie berühmt gemacht hatte, abzulegen und vermehrt zwielichtige oder in sich gebrochene Gestalten zu spielen. Dass sie ihren ersten Oscar dennoch ausgerechnet für den unter dem schwulen "window dresser" (Billy Wilder) und Frauenregisseur Mitchell Leisen gedrehten Kitsch "To Each His Own" (1946) erhielt, mag als Ironie des Schicksals gedeutet werden.

    Interessant sind nämlich die Filme, in denen sie schwierige, undurchschaubare Figuren verkörpern durfte. So etwa Robert Siodmak's Psychokrimi "The Dark Mirror" (1946), in dem sie als Zwillingsschwestern glänzte, deren eine als Mörderin entlarvt werden musste. Für ihre Rolle als psychisch Kranke in "The Snake Pit" (1948 ), mit dem Anatole Litvak erstmals auf die Zustände in amerikanischen Kliniken aufmerksam machte, nahm sie aufwändige Recherchen auf sich und wurde mit einer Oscar-Nominierung belohnt. Den zweiten - und verdienten - Oscar holte sie sich jedoch erst dank William Wyler's Henry James-Verfilmung "The Heiress" (1949), in der sie in die Haut eines reichen Mauerblümchens schlüpfen durfte, das von einem Erbschleicher (Montgomery Clift) umgarnt wird. Der hierzulande vergessene "My Cousin Rachel" wiederum bot ihr die Gelegenheit, einen "Engel" zu spielen, in den sich der junge Richard Burton verliebt, obwohl er sich möglicherweise bewusst auf eine Giftmörderin einlässt.

    Freunde abgehackter Hände erinnern sich bestimmt noch mit Freude an ihre Rolle als Cousine einer durchgedrehten Bette Davis in Robert Aldrich's Altweiber-Schocker "Hush..Hush, Sweet Charlotte" (1964). Aldrich wollte mit diesem Film eigentlich einen Nachschlag zum erfolgreichen "What Ever Happened to Baby Jane?" (1962) liefern und besetzte ihn ursprünglich wieder mit Bette Davis und Joan Crawford. Die Crawford, die jedoch trotz ihrer "kleinen Geschenke" von Davis schon damals während der Dreharbeiten gnadenlos gedemütigt worden war, liess sich bald entschuldigen - und widmete sich lieber wieder dem Hochprozentigen in ihrer Pepsi-Dose. Andere Schauspielerinnen wie Katharine Hepburn winkten dankend ab; und so bat Bette ihre alte Freundin Olivia darum, den "Engel" Miriam Deering zu spielen. Das Resultat durfte sich wahrlich sehen lassen.



    Filme mit Olivia de Havilland (Auswahl):

    - Captain Blood (1935)
    - The Charge of the Light Brigade (1936)
    - It's Love I'm After (1937)
    - The Adventures of Robin Hood (1938 )
    - Gone With the Wind (1939)
    - The Private Life of Elizabeth and Essex (1939)
    - Hold Back the Dawn (1941)
    - The Dark Mirror (1946)
    - To Each His Own (1946)
    - The Snake Pit (1948 )
    - The Heiress (1949)
    - My Cousin Rachel (1952)
    - Not As a Stranger (1955)
    - Libel (1959)
    - Hush..Hush, Sweet Charlotte (1964)
    - Airport '77 (1977)
    - The Swarm (1978 )
    Geändert von WormyLittleFerret (22.07.2011 um 01:43 Uhr)
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