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Thema: Captain America (1941 - 2007)

  1. #1
    laertes
    Gast

    Captain America (1941 - 2007)

    captain america... ist tot!:



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    Ende eines Superhelden
    Amerika hat einen Superhelden verloren. Ausgerechnet seinen patriotischsten Vertreter aus dem Reich der Comic-Figuren.

    von Barbara Munker


    „Sie haben Captain America getötet. Oh, mein Gott!”, empörte sich der 24-jährige Patrick Mullaney aus der Region Neuengland über das plötzliche Ableben seines Helden mit dem rot-weiß-blauen Sternenbannerkostüm. Die Fans sind erschüttert. In Heft 25 der „Captain America”-Reihe ist der Superheld jetzt aus dem Hinterhalt kaltblütig ermordet worden. Ausgerechnet auf den Stufen eines Gerichtsgebäudes, wo sich der ultrapatriotische Held für die Erhaltung der Bürgerrechte einsetzen wollte.
    Warum lässt Marvel Comics Captain America nach 66 Jahren sterben? Schon 1941 wurde er als Naziverfolger mit einem Faustschlag in Adolf Hitlers Gesicht zum Sinnbild für Gerechtigkeit und Patriotismus. Unverdrossen kämpfte er gegen das Böse in der Welt. Über die Jahrzehnte hat Marvel Entertainment immerhin mehr als 200 Millionen Captain-America-Hefte an Fans in 75 Ländern verkauft. Eine klare Antwort gibt es nicht. „Captain America zu töten ist eine spannendere Geschichte für unsere Leser”, sagte Dan Buckley, Verleger bei Marvel Entertainment, dem Sender ABC. „Das ist interessanter als Cap in einer Zelle beim Nachdenken zuzusehen.”
    Tatsächlich drohte dem aufmüpfigen Helden eine Gefängnisstrafe. Seinen letzten Kampf, in der jüngsten Miniserie mit dem Titel „Civil War”, führte er gegen die eigene Regierung. Er rebelliert gegen ein Gesetz, das jeden Held dazu zwingt, seine besonderen Kräfte bei den Behörden registrieren zu lassen. Für Captain America eine klare Einschränkung seiner Rechte, für viele Fans der Comic-Serie eine deutliche Parallele zum umstrittenen „Patriot Act” und der schärferen Überwachung von Bürgern.
    Lennie Chancey, Besitzer eines Comic-Ladens im kalifornischen Dublin, tröstet sich mit dem steigenden Marktwert von Captain America über dessen Tod hinweg. „Er ist meine Lieblingsfigur, daher bin ich schon persönlich betroffen, aber geschäftlich gesehen ist es großartig”, sagte er. Tatsächlich war Heft Nummer 25 in wenigen Stunden ausverkauft. Tote Helden verkaufen sich gut. Auch als Superman 1993 vorübergehend kaltgestellt wurde, sei der Heftpreis ums Fünffache gestiegen.
    Doch zunächst dominieren die Nachrufe. „Captain America symbolisiert den Tod des amerikanischen Traums”, schreibt Jacob Heilbrunn in einem Leitartikel der „Los Angeles Times”. „Zweifelsohne wird er wieder auferstehen, sobald sich dieses Land von seinem derzeitigen Fiasko erholt hat.” Natürlich gibt es auch Verschwörungstheorien. „Ich bin fest davon überzeugt, dass sie ihn nicht getötet haben”, sagt Comic-Fan Ken Willcutt der Zeitung „The Enterprise”. „Sie haben ihn irgendwo versteckt.”
    Nach Auskunft von Dan Buckley ist derzeit aber keine Wiederbelebung der Figur geplant. Doch der unverwüstliche Cap schaffte es schon einmal zurück aus dem Reich der Toten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs hatten ihn seine Schöpfer einfach mit einem Flugzeug abstürzen lassen. 1964 tauchte er dann in einem Eisblock im Atlantik wieder auf. Sollten die tödlichen Kugeln seine Karriere als Comic-Held wirklich beendet haben, so kann er immer noch auf Hollywood setzen. Captain America soll 2009 ins Kino kommen und dann zumindest als Leinwandheld weiterleben.

    (Quelle: Hannoversche Allgemeine)

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    Captain America von Sniper erschossen
    Gerade jetzt, wo Amerika Superhelden an allen Ecken dringend braucht, wurde der Patriotischste von ihnen das Opfer eines perfiden Sniper Angriffes – eines Scharfschützen. Noch perfider: der Sniper, der den Superhelden im Sternenbannerkostüm umbringt, ist seine Ex-Geliebte Sharon Carter. Amerika ist erschüttert!

    von Stephan Fuchs


    Der Tod des Ultra-Patrioten Captain America reißt an den Emotionen der Amerikaner. Viele verstehen nicht, dass ausgerechnet in dieser moralischen Krisenzeit dem Sinnbild von “Wahrheit, Gerechtigkeit und dem amerikanischen Weg” das Leben ausgehaucht wird. Starker Symbolgehalt: Ausgerechnet auf den Stufen zum Gerichtsgebäude, umgeben von Polizisten und in Ketten gefangen, wird er kaltblütig erschossen. Makaber dabei, er stritt vor Gericht gegen die Regierung die ihn bändigen wollte. Steht die Regierung hinter dem Mord?

    “It’s a hell of a time for him to go. We really need him now,” sagte der 93 jährige Joe Simon, der Vater (mit Jack Kirby) des Superhelden. Simon entwarf die Figur während des zweiten Weltkrieges, um die Moral und den Patriotismus der Amerikaner zu stärken. Damals focht er gegen Nazis und Japaner und seither kämpft Captain America unverdrossen gegen das Böse, auch gegen die Terrororganisation Hydra.

    Für Ed Brubaker, den “Ziehvater” von Captain America, war es nicht einfach, den Sternenbannerhelden töten zu lassen. “Wir hatten wirklich ein Dilemma: die hard-core linken und liberalen Fans wollten, dass Captain America an den Straßenecken gegen die Bushregierung Reden hält und die Ultrarechten wollten ihn in den Strassen von Bagdad sehen, wie er Saddam Hussein verprügelt.” Offensichtlich fand man eine amerikanische Lösung, sie mussten ihn einfach töten! Nun ist Amerika eines der letzten Helden beraubt worden, es gibt nur noch Superschurken… wie im richtigen Leben.

    (Quelle: Readers Edition)

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    Der Mann, der Hitler schlug

    Amerika hat einen Superhelden verloren. Und nicht irgendeinen, sondern ausgerechnet seinen patriotischsten Vertreter aus dem Reich der Comic-Figuren. "Sie haben Captain America getötet. Oh, mein Gott!", empörte sich Patrick Mullaney aus der Region New England über das plötzliche Ableben seines Helden. "Er war der gute Kerl, ein John-Wayne-Typ", sagt der 24-Jährige und trauert um den Kämpfer mit dem rot-weiß-blauen Sternenbannerkostüm. Erschütterte Fans, Trauer-Blogs im Internet, Nachrufe in den Zeitungen. Mit Heft 25 der "Captain America"-Reihe wurde er vor wenigen Tagen aus dem Hinterhalt kaltblütig ausgemerzt. Und das ausgerechnet auf den Stufen eines Gerichtsgebäudes, wo sich der ultrapatriotische Held für die Erhaltung der Bürgerrechte einsetzen wollte.

    Er schaffte, was keinem sonst gelang: der Faustschlag in das Gesicht Adolf Hitlers.

    Warum schaffte Marvel Comics Captain America nach 66 Jahren ins Jenseits? Schon 1941 wurde er als Nazi-Verfolger mit einem Faustschlag in Adolf Hitlers Gesicht zum Sinnbild für Gerechtigkeit und Patriotismus. Kämpfte er doch unverdrossen gegen das Böse in der Welt, gegen korrupte Mächte, Kalte Krieger und Terrorbanden. Über die vergangenen Jahrzehnte hat Marvel Entertainment immerhin mehr als 200 Millionen Captain-America-Hefte an Fans in 75 Ländern verkauft. Eine klare Antwort gibt es nicht. "Captain America zu töten ist eine spannendere Geschichte für unsere Leser", sagte Dan Buckley, Verleger bei Marvel Entertainment, dem Sender ABC. "Das ist interessanter als Cap in einer Zelle beim Nachdenken zuzusehen."

    Tatsächlich drohte dem aufmüpfigen Helden eine Gefängnisstrafe. Seinen letzten Kampf, in der jüngsten Mini-Serie mit dem Titel "Civil War", führte er gegen die eigene Regierung. Er rebelliert gegen ein Gesetz, das jeden Held dazu zwingt, seine besonderen Kräfte bei den Behörden registrieren zu lassen. Für Captain America eine klare Einschränkung seiner Rechte, für viele Fans der Comic-Serie eine deutliche Parallele zum umstrittenen "Patriot Act" und die schärfere Überwachung von Bürgern.

    Steigender Marktwert

    Lennie Chancey, Besitzer eines Comic-Buch-Ladens im kalifornischen Dublin, tröstet sich mit dem steigenden Marktwert von Captain America über dessen Tod hinweg. "Er ist meine Lieblingsfigur, daher bin ich schon persönlich betroffen, aber geschäftlich gesehen ist es großartig", sagte Chancey in der "San Mateo County Times". Todes-Heft Nr. 25 war in wenigen Stunden ausverkauft, die Nachfrage nach anderen Heften sei schon deutlich gestiegen. Ein toter Held bringt mehr Geld, weiß der Geschäftsmann aus Erfahrung. Als Superman 1993 vorübergehend kalt gestellt wurde, sei der Preis für die Hefte ums Fünffache gestiegen.

    Der Tod kommt von hinten. Ein Scharfschütze trifft den Captain in den Rücken.

    Doch zunächst dominieren die Nachrufe. "Captain America symbolisiert den Tod des amerikanischen Traums", philosophiert Jacob Heilbrunn in einem Leitartikel der "Los Angeles Times". "Zweifelsohne wird er wiederauferstehen, sobald sich dieses Land von seinem derzeitigen Fiasko erholt hat." Natürlich gibt es auch Verschwörungstheorien. "Ich bin fest davon überzeugt, dass sie ihn nicht getötet haben", erzählt Ken Willcutt der Zeitung "The Enterprise". "Ich glaube nicht, dass er tot ist", meint der Comic-Fan. "Sie haben ihn irgendwo versteckt."
    Dan Buckley zufolge ist derzeit aber keine Wiederbelebung der Figur geplant. Doch der unverwüstliche Cap schaffte es schon einmal aus dem Reich der Toten zurück. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs hatten ihn seine Schöpfer einfach mit einem Flugzeug abstürzen lassen. 1964 tauchte er dann in einem Eisblock im Atlantik wieder auf. Sollten die tödlichen Kugeln seine Karriere als Comic-Heft-Figur jetzt wirklich beendet haben, so kann er immer noch auf Hollywood setzen. Nach früheren Plänen soll Captain America 2009 ins Kino kommen und dann zumindest als Leinwandheld weiterleben.

    (Quelle: n-tv.de)

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    Attentat! Captain America ist tot
    Der Comic-Figur stirbt in der aktuellen Ausgabe von "Captain America". Der Marvel-Verlag sagt, der Held sei "wirklich tot". So richtig glauben mag das aber niemand. Trotzdem ist Amerika erschüttert - er war der patriotischste Superheld von allen.

    Captain „Cap“ America ist tot. Der einzige amerikanische Superheld im Sternenbannerkostüm, 1941 als Nazijäger noch vor Pearl Harbor geboren, erlag am 7. März im Heft Nummer 25 den drei Kugeln einer feigen Attentäterin, seiner Ex-Geliebten Sharon Carter. Er starb in Ketten, von Polizisten umgeben, auf den Stufen eines Gerichtsgebäudes, wo er für seine superheroischen Rechte und gegen seine Zähmung durch die Regierung stritt.
    Autopsie und die tiefe Erschütterung der Marvel-Gemeinde folgen im nächsten Heft. Erzürnte, ungläubige, zynische Fans wurden von Marvel offiziell beschieden, dass Cap „wirklich tot“ sei, die Serie, die im Laufe der Jahre 210 Millionen Comicbücher in 75 Ländern absetzte, in seinem Namen aber fortgesetzt werde.

    1946 stürzte er schon einmal zu Tode

    Skepsis gegenüber Todesnachrichten ist in der Comicwelt besonders angebracht. Captain America selbst nahm 1946 eine Auszeit von 20 Jahren, gestorben und tiefgefroren im Nordatlantikeis, nachdem er mit einem experimentellen Flugzeug abgestürzt war. Er wurde 1966 im Kalten Krieg vom Marvel-Verlag, der das sogenannte Silver Age of Comics eingeläutet hatte, wieder aufgetaut. Cap wurde zunächst Mitglied der Avengers und tat, zum gerechten Kämpfer gegen teuflische Sowjets erhitzt, seinen patriotischen Dienst an vielen Fronten.

    Patriotismus in engen Hosen

    Erst in den letzten Jahren wurde seine Figur komplexer, er wehrte sich gegen die Registrierung und Domestizierung durch die Regierung. Nach einem Schaukampf von Superhelden gegen Superschurken in einer Realityshow, bei aus versehen auch einige Hundert Zuschauer ums Leben kamen, verhängte die Regierung Restriktionen, die an Anti-Terror-Gesetze und zudem stark an den Plot des Pixar-Kinofilms „Die Unglaublichen“ erinnern. Wie tot Captain America auf Dauer bleibt, ist offen. Superman starb 1992 und kehrte erfrischt im Jahr darauf zurück. Eine Figur der X-Men namens Phoenix soll schon 15 Mal gestorben sein und stets fidel weitergelebt haben.
    Auf einschlägigen Fanwebseiten wie "Newsarama" haben sich Experten mit ihren Interpretationen des Mordes gemeldet. Cap zum Ende der siebenteiligen „Civil War“-Saga zu ermorden, sei für Marvel die einzige Möglichkeit gewesen zu vermeiden, dass „die Hälfte der Amerikaner ihn hasst“. Er werde als wahrer Konsensheld auferstehen. Ed Brubaker, der derzeitige erzählerische Schöpfer von Cap, erläutert in einem langen Interview auf Newsrama, wie der Tod seiner Figur um die Weihnachtszeit bei einem Brainstorming beschlossen wurde. Die Verschwörung sei ihm, der seit Kindestagen Captain America verehrt habe, nicht leicht gefallen. Er hätte niemals zugelassen, „das Herz des Marvel-Universums herauszureißen“, wenn daraus nicht wunderbare Geschichten entsprängen.
    Die Fortsetzung heißt erst einmal "Fallen Son"
    „Warte, bis Du die Autopsie siehst“, entgegnet er auf eine Frage, ob nicht doch ein blutgefüllter Roboter an Caps statt gestorben sein könnte. Im übrigen rät Ed Brubaker allen Zweiflern, sich entspannt lesend zurückzulehnen und die Geschichte für das zu nehmen, was sie ist. „Fallen Son“ heißt die nächste Serie, in welcher Jeph Loeb die Nachbeben nach Caps Tod aufzeichnet und einzelne Heldenfiguren fünf Zustände der Trauer durchleben lässt: Verleugnen, Zorn, Hadern, Depression, Akzeptanz.
    Bei der Konferenz, die Caps Tod beschloss, seien alle einig gewesen, dass man den Lesern einen Closure-Effekt wie „Halbmast im Marvel Universum“ erreichen müsse. Loeb verrät, dass er Spider Man die Depression angedichtet hat und Captain America selbst das Hadern und Handeln mit seinem Schicksal. Der Autor verlor selbst vor zwei Jahren seinen siebzehnjährigen Sohn an Krebs. Er wisse, sagt er, viel zuviel über die Aggregatzustände von Verlust, die in „Fallen Son“ eine Rolle spielen.
    Im zerfetzten Kostüm auf Ground Zero
    Einer hat Brubakers Rat, den Tod von Cap ernst zu nehmen, Rat befolgt und leidet wie ein Vater. Joe Simon (93) hatte einst zusammen mit dem Zeichnen Jack Kirby den Superhelden als Hitlerbezwinger geschaffen. Es begann mit dem schmächtigen, wehruntauglichen Studenten Steve Rogers, dessen fiebernder Patriotismus ihn bewog, sich „Super-Soldaten-Serum“ injezieren zu lassen. Das Resultat ist 2,20 groß, wiegt 130 Kilo, hat Muskeln aus Stahl, rennt knapp 100 Kilometer in der Stunde und kommt mit einem Schild zu seiner Verteidigung aus.
    Comics Captain America Marvel Patriotismus Ed Brubaker
    Nach „9/11“ erschien er in zerfetztem Kostüm zu Ehren der wahren Helden auf Ground Zero. Dass er je sterben würde, und dann durch die Hand einer Frau, die unter die Kontrolle des ultimativen Bösewichts Dr. Faustus geriet, hielt gerade nach „9/11“ niemand für möglich. Und wie die Dinge für Amerika stehen, im Irak und anderswo, kann man den Joe Simon verstehen, der sich mit dem Tod seines Sohns nicht abfindet: „Wir bräuchten ihn gerade jetzt.“

    (Quelle: WELT ONLINE)

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    Patriot bis in den Tod
    Abgang eines Anachronisten: Der patriotischste Superheld der Comic-Welt wurde in der jüngsten Ausgabe der Marvel-Serie heimtückisch ins Jenseits befördert. Nach Nazis, Kalten Kriegern und Terroristen bekämpfte Captain America zuletzt Dämonen im eigenen Land. Ein (vorläufiger) Nachruf.

    Von Andreas Borcholte


    Der "Cap", wie Captain America gerne kurz und knapp genannt wurde, mag tot sein, aber ob er es auch bleibt, ist eine andere Frage. Zunächst sitzt der Schock tief bei Amerikas Comic-Fans, denn in dem gestern veröffentlichten Heft 25 der "Captain America"-Reihe wird der älteste, härteste und konservativste aller Comic-Helden erschossen. Aus dem Hinterhalt. Auf den Stufen eines Gerichtsgebäudes, wo er für die Rechte der Veteranen in Latexhosen streiten wollte.
    Captain America, 1941 von Jack Kirby und Joe Simon erfunden, hatte schon viele Leben. Zu Beginn seiner Karriere kämpfte der blauweißrot gewandete Held mit dem Stern auf dem Schild im Zweiten Weltkrieg gegen Nazis und Saboteure. Damals erschienen die Geschichten in der Reihe "Captain America Comics" und waren mehr patriotische Durchhalte-Propaganda als Entertainment. Aber als der Krieg vorbei war, wurde auch der "Cap" nicht mehr gebraucht. Man ließ ihn mit einem Flugzeug über dem Ozean abstürzen und erklärte ihn KIA - killed in action, wie es sich für einen Kriegshelden gehörte.
    In den frühen Sechzigern wechselte Zeichner-Legende Jack Kirby, der auch lange den Kraftmeier Popeye mitgestaltete, zu Marvel Comics, wo gerade das Helden-Team "Die Rächer" mit wachsendem Popularitätsgrad gegen allerlei Superschurken kämpfte. In einem gewagten Plot-Twist wurde Captain America, der auf dem Grund des Ozeans schockgefroren überdauert hatte, wieder aufgetaut - und übernahm nach nur vier Heften die Führung des aus Thor, Iron Man, Wasp und Ant-Man bestehenden Teams. Nicht mehr Nazis und Japaner gehörten jetzt zu seinen Gegnern, sondern Monstren und Mutanten mit überzogenen Superkräften, in denen sich die Ängste vor den atomaren Bedrohungen des Kalten Krieges spiegelten.

    Comic-Metapher für Bushs Anti-Terrorkrieg

    Er ist also ein altgedienter Kämpe, der Captain, oder Steve Rogers, wie sein bürgerlicher Name lautet. Und da wer den Schaden und die Plackerei hat, für den Spott nicht zu sorgen braucht, musste der Veteran in den neunziger Jahren viel Prügel von liberaler Seite einstecken. Captain America als Symbol der nach dem Zusammenbruch des Kommunismus einzig verbliebenen Supermacht wurde zunehmend kritisch beäugt und - in einer berühmten Karikatur - sogar als siecher Anachronismus an den Tropf gelegt.
    So hätte der Kalte Krieger sanft entschlummern können, doch der 11. September rief die Recken erneut auf den Plan. In einer Marvel-Sonderausgabe, die die Anschläge auf das World Trade Center reflektierte, stapft der Captain wutentbrannt durch die rauchenden Trümmer und schwört Vergeltung - kräftiger und markiger denn je. So wurde Captain America, wiewohl ganz postmodern von Zweifeln und Identitätskrisen geplagt, in den vergangenen fünf Jahren zur Comic-Metapher für den Anti-Terrorfeldzug der Regierung George W. Bushs. Mit neuer Brutalität zog er noch einmal los, diesmal gegen arabische Terroristen, und zum Schluss sogar gegen unamerikanische Umtriebe im eigenen Land.

    "Die Welt dreht sich weiter"

    Denn in einer der jüngsten Mini-Serien Marvels, "Civil War", waren die maskierten Superhelden selbst verantwortlich für eine Katastrophe, die annähernd die Ausmaße des 11. Septembers annahm. Als Konsequenz erlässt die Regierung ein Gesetz, demzufolge jeder Held seine übernatürlichen Fähigkeiten offiziell registrieren lassen muss, damit er in einer Polizeitruppe namens S.H.I.E.L.D. kämpfen darf. Die maskierten Rächer werden in zwei Lager gespalten: Eine Fraktion akzeptiert das Gesetz, die andere betrachtet es als eine neue Form der Sklaverei. Captain America, ganz der Verteidiger uramerikanischer Werte, schlägt sich auf die Seite der Vigilanten und will seinen starken Händen keine Fesseln anlegen lassen. Als die Auseinandersetzungen zwischen den Helden blutig zu werden drohen, setzt er seinen Kampf gegen die Einschränkung der individuellen Freiheit vor Gericht fort.
    Und ausgerechnet dort, auf den Stufen zur juristischen Instanz, wurde er nun hinterrücks erschossen, zwei Kugeln trafen ihn in Schulter und Bauch. Wie es heißt, war Sharon Carter die Todesschützin, eine Agentin und frühere Geliebte des Captains, die vom Schurken Dr. Faustus hypnotisiert und so zu dem Verbrechen verführt wurde.
    Klingt krude, und doch sorgte die Story bereits vor diesem Knalleffekt für reichlich Kontroversen im Comic-Universum. Denn während sich der Autor der Serie, Mark Millar, gegen jegliche politische Intention verwehrte, sahen viele Leser eindeutige Parallelen zu den gesellschaftlichen Veränderungen nach dem 11. September, der hemdsärmligen Politik der Bush-Regierung und der Einführung des umstrittenen "Patriot Act" in den USA.
    Was sagt nun der plötzliche Tod des amerikanischsten aller Superhelden über die Lage im Land aus? Marvel-Chef Joe Quesada gibt sich pragmatisch: Captain America "lebte nicht in der modernen Welt, und die Welt dreht sich nun einmal weiter", sagte er CNN. Der Leser solle sich seinen eigenen Reim darauf machen. Der einfachste ist dieser: Die Bush-Ära neigt sich dem Ende zu, also legt sich auch der Captain zur Ruh.
    Aber das Schöne an Comic-Helden ist, dass sie immer wieder auftauchen, wenn sie gebraucht werden. Auch Superman, noch so ein patriotisch gefärbter Held, wurde 1992 schon einmal beerdigt. Nur ein Jahr später war er wieder lebendig. Und Captain America? Soll voraussichtlich 2009 im Kino auftreten. Bis dahin wird es neuen Bedarf an aufrechten Helden geben. Garantiert.

    (Quelle: spiegel-online)

  2. #2
    Bob
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    Re: Captain America (1941 - 2007)

    Ohne die Artikel jetzt komplett gelesen zu haben (I-Net-Kaffee: Die Zeit tickt!):

    Schon fast jeder Superheld ist irgendwann einmal gestorben. Das macht denen garnischt. Der wird schon wieder reinkanieren, keine Panik Laerty! :wink:
    But from that moment on, Hermione Granger became their friend.

  3. #3
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    Re: Captain America (1941 - 2007)

    Und hier sein berühmtester Punch.

    "Sometimes, when you bring the thunder, you get lost in the storm."

  4. #4
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    Re: Captain America (1941 - 2007)

    Ich kenne mich mit den Captain America Comics nicht gut aus, weil mich dessen Geschichte auch nie interessiert hat, und ich frage mich auch, was dich dazu gebracht hat hier diese (vorläufigen) Nachrufe beizutragen? Die sind ja von den Aussagen nicht verkehrt, aber wiederholen sich nur noch. Marvel geht also doch mit der Zeit, und der Ort für das Attentat, und die Inszenierung des Abgangs sind daher nur mehr als passend.


    The Death of Captain America
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

  5. #5
    Bob
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    AW: Captain America (1941 - 2007)

    But from that moment on, Hermione Granger became their friend.

  6. #6
    Regisseur Avatar von Fenrisulfr
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    AW: Captain America (1941 - 2007)

    Typisch Marvelteaser..verheißen Ungutes udn dann ist es meist nur viel Lärm um nichts
    Blackadder: Baldrick, your brain is like the four-headed, man-eating haddock fish-beast of Aberdeen - It doesn't exist.

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