Neulich, im Kakerlakensarg
Neue TV-Formate wie «Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!» mobilisieren ein Millionenpublikum. Die wirklichkeitsnahe Blamierung abgehalfterter Show-Prominenz im Urwald kommt gut an. Bereits sind noch kompromisslosere Gaga-Programme in Planung.

von Wolfram Knorr


Im Urwald ist der Teufel los. Die Schlangen schleichen ins Unterholz, die Krokodile tauchen ab, die Piranhas knabbern an Mohrrüben, die Spinnen rollen ihre Netze ein, die Strausse stecken ihre Köpfe in den Sand – die gesamte Population sucht fluchtartig das Weite. Nicht, weil böse Jäger unterwegs sind, die Fauna schändlich zu dezimieren – deutsche Halbpromis trampeln durchs Gelände.
Tarzan, der Herr des Dschungels, hat manch schlimme Erfahrung mit Eindringlingen gemacht, aber eine solche wäre ihm nicht einmal in seinen schlimmsten Alpträumen erschienen: Werner Böhm, besser bekannt als Gottlieb Wendehals, die «Polonäse»-Stimmungskanone («Hier fliegen gleich die Löcher aus dem Käse»); Susan Stahnke, die «Reinkarnation von Marlene Dietrich und Marilyn Monroe»; Caroline Beil, die kecke Ex-Trotzkopf-Moderatorin des Boulevard-Magazins «Blitz»; Lisa Fitz, die Kriemhilde-Kabarettistin mit dem Organ eines Buckelwals; Carlo Thränhardt, der Ex-Sportler mit dem Aussehen eines Stalaktiten; Costa Cordalis, der Griechen-Lyriker («Steig in das Boot heut Nacht, Anna Lena») und Daniel Küblböck, der singende E.T. Den Rest der Teilnehmer kennt niemand so richtig. Die bunte Truppe versammelte sich zum Überlebenstraining im tropischen Busch – vor laufender Kamera, versteht sich. Denn im Blätterwald der Klatschpresse wurden sie immer seltener gesichtet. Im harten Kampf des Eitelkeits-Darwinismus unterlagen sie autarken Party-Geschöpfen à la Verona Feldbusch und gerieten in Zugzwang: Härtere Bedingungen mussten her, um sich wieder ins Gerede zu bringen.
Container und Inseln waren durchgenudelt, da lockte der Privatsender RTL – gerade richtig zum 20-Jahr-Jubiläum – mit dem von England übernommenen Härtetest «Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!». Nach über einer Woche Hardcore-Training im buchstäblichen Regenwald wurde die jüngste Kreation aus dem Wunderland der Reality-Shows mit lüsterner Dankbarkeit von den Medien landauf, landab als «Ekel-TV» apostrophiert. Weniger allerdings vom Publikum, das schon aufgrund des Titels seine Heckenschützen-Mentalität ausleben konnte: Eh, du bist ein Star? Dann aber rein mit dir in die Tunke!
Mit besonderem Sadismus quälte man Spinnen und Kakerlaken, indem man sie mit einem Küblböck konfrontierte, der aus dem TV-Schnellkochtopf-Verfahren «Deutschland sucht den Superstar» herausgegart war. Es quiekte zwar der Superstar, doch die Tiere suchten das Weite. Als das Zuschauervoting ihn zum zweiten Mal für eine Mutprobe, im «Kakerlaken-Sarg», auserkor, ging ein Ruck durch ihn. Hellsichtig quäkte er: «Ich seh gar nicht ein, dass ich mich fürs deutsche Volk zum Deppen mache.» Nicht schlecht; nur leider zu spät. «Betrogen! Betrogen! Einmal dem Fehlläuten der Nachtglocke gefolgt – es ist niemals gut zu machen», heisst es in Kafkas «Ein Landarzt». Die Nachtglocke RTL kennt kein Erbarmen, und 30000 Viecher prasselten auf den Survival-Novizen.
Dabei begann der Ausflug mit erstaunlich mangelnder Weitsicht. RTL, der Sender, der «über den Weg nach unten nach oben gekommen» ist (Cordt Schnibben), übernahm ein erfolgreiches Format, das sich von den bekannten dadurch unterscheidet, keine Nobodys als Kandidaten vorzuführen, sondern so genannte Stars. Und die, das hätte man wissen müssen, potenzieren erheblich den voyeuristischen Reiz.
Das Interesse, das sich schnell massiv bemerkbar machte, überraschte den Sender. Bald hatten sich weit über sieben Millionen Zuschauer ins «Lendenschurz-Treiben» (Süddeutsche Zeitung) eingeklinkt, ein Marktanteil über 33 Prozent. Selbst die Schweizer sind mit über 260000 Zuschauern dabei. Und schon wird der schlechte Geschmack, den die Leuchtbakterie Fernsehen im Gekröse des Kulturbauchs verursacht, reflexartig von den Verantwortungsträgern öffentlich eingeklagt.

Gerüchte über «Knebelverträge»

Medienwächter der Landesmedienanstalten forderten die Überprüfung der Show oder erstatteten gleich Strafanzeige gegen das Führungspersonal: Es handle sich um «eine Per-version aller Sitten und Werte». Schon recht. Gleichzeitig sind sich die Sittenwächter einig, dass eine Absetzung nichts brächte. Auch die Details der «Geheimverträge», die Bild bekannt machte, nach denen die Kandidaten zwischen 20000 und 60000 Euro erhalten, können das feixende Vergnügen kaum eintrüben.
Ein Sprecher der Produktionsgesellschaft Granada wies die Vorwürfe von «Knebelverträgen» oder «sittenwidrigen Verträgen» («Wünsche und Vorgaben des Produzenten müssen stets beachtet und den entsprechenden Anweisungen Folge geleistet werden») vehement zurück. Die Kandidaten seien schliesslich Profis. «Auf eine Debatte über Würde», liess RTL verlauten, «lassen wir uns nicht ein.» Die «Stars» kannten die Bedingungen und haben sich nun mal freiwillig zur Verfügung gestellt.
Seit die Privaten um Quoten und Buchungen für Werbezeiten kämpfen, ist es vorbei mit kultureller Zimperlichkeit. Schon vor Jahren zogen die «Tutti Frutti»-Damen ihre Busen blank, und in Nachmittags-Talks wurde über Onanieren, Fettleibigkeit, Promiskuität und andere triebgesteuerte Themen gelabert. Der Live-Charakter für derartige Entblössungen war der besondere Reiz; das Spiel mit dem Ordinären der exhibitionistische Kick.
In den USA und anderen Ländern feierte der «white trash» enthemmte Urständ, lange bevor er sich bei uns durchsetzte. Das Deutsche Sportfernsehen (DSF) strahlte genüsslich «Takeshis Castle» aus, eine Art japanisches Spiel ohne Grenzen, in dem ganze Massen in Dreck und Schlamm fielen, zur Gaudi des Publikums. Längst sind schärfere Varianten im Umlauf (72 Stunden Schlaflosigkeit); auch «Jackass» oder «The Osbournes» gehören zum Alteisen.
«Was Mainstream und unauffällig ist, das geht unter, wird nicht wahrgenommen», hiess es schon vor Jahren in Werbekreisen. Der amerikanische Publizist Neal Gabler zitiert in seinem Buch «Das Leben, ein Film», einen TV-Produzenten: «Für eine Sendung mit dem Thema Vergewaltigung hat es früher gereicht, das Opfer zu befragen. Heute braucht man sowohl Opfer als auch Täter. Man muss die Frau mit ihrem Vergewaltiger zusammenbringen.» Gabler nennt das Phänomen das «Cocktail-Prinzip»: Um sich Gehör zu verschaffen, muss ein Gast laut reden, was einen anderen veranlasst, noch lauter zu reden, bis am Ende eine einzige Kakophonie den Raum erfüllt. Eine «Kettenreaktion des Wetteiferns» an der auch das Fernsehen mit Kulturauftrag beteiligt ist.
«In der Medienwelt», so der Zürcher Psychoanalytiker Mario Gmür, «regiert der Emotionsrealismus», der «Themen in die öffentliche Arena eingeführt hat, die zuvor als privat galten: Wie geht man um mit Liebe und Eifersucht, mit Schmerz und Trauer? Wie stehe ich zu meiner Eitelkeit? Wie behandle ich meine Rachegefühle?» (In: «Der öffentliche Mensch. Medienstars und Medienopfer».)
Das elektronische Medium ist die ideale Einfallschneise für öffentliche Darbietungen. Bei gleichzeitigem Bedeutungsverlust von Familie, Schule, Universität und Kirche nahm der Hang zur Selbstdarstellung massiv zu, während die Kulturansprüche abnahmen. Mit dem Fernsehen hat das Massenpublikum endlich sein eigenes Medium erhalten. Was einst gedacht war, Unwissende zu erziehen und zu belehren, hat sich ins Gegenteil verkehrt. Zappt die Masse weg, wenn’s nicht grell und kurios genug zugeht, wird die Sendung eingestellt.
Die Container-Show «Big Brother» verdankte ihren Erfolg natürlich nicht nur den selbstdarstellungsgeilen Kandidaten bei ihrer braven Kür um Retorten-«Prominenz», sondern auch den Millionen Voyeuren, die das banale Treiben von Zlatko und Co. verfolgen. Dass gleichzeitig die deutsch-philippinische «Dschungel-Show» um die gekidnappte Familie Wallert lief, war makaber – aber irgendwie auch nur eine Steigerung.
Das «Cocktail-Prinzip» ging, nach «Insel-duell» und anderen Spielen, in die nächste Runde, als der Irak-Krieg mit seinen embedded journalists ein perfekt inszeniertes TV-Event schuf. Das reizte so manche Produzenten, im Schulterschluss mit dem Militär an abwechslungsreichen Formaten zu bosseln («Profiles From the Front Line»). Shows wie «The Chair» und «The Chamber» (die Teilnehmer werden physischen Qualen ausgesetzt) hatten allerdings nicht den gewünschten Erfolg. MTV, mit «Jackass» (wörtlich Vollidiot) erfolgreich, versuchte das Prinzip mit «Harassment» (Belästigung) zu toppen – und fiel erst mal auf die Nase. Nach der Pilotsendung verklagte ein Ehepaar den Sender auf zehn Millionen Dollar Schadenersatz, weil eine täuschend echt aussehende Leiche in ihrem Hotelzimmer zu viel der «Belästigung» gewesen sei. Trotz solcher Rückschläge lässt das Reality-Fieber nicht nach. Der russische Sender TNT meldet Erfolg mit «Golod» (Hunger): Russische Teilnehmer werden nach Berlin geflogen und müssen betteln, und in Polen führten «Big Brother»-Varianten wie «Lysi i Blondynki» (Glatzen und Blondinen) zu gigantischen Einschaltquoten. Die Völker aller Länder endlich vereint bei miefgesättigten Kuriositäten-Live-Shows. Den Kommunisten gelang das jedenfalls nicht.

Tutti Frusti

Nicht alles funktioniert. So versuchte es RTL auch mal mit der Kriminaldoku «Anwälte der Toten», in der ein Kriminalbiologe bei seiner makabren Arbeit gezeigt wurde. «Anhand der Insektenarten», dozierte er, «die sich auf einem toten Körper aufhalten, finde ich heraus, wann der Mensch starb und was die Todesursache war.» Fabelhaft.
Nach Nachmittagstalks («Vera am Mittag») hagelte es «Strafgerichte», «Familiengerichte», «Jugendgerichte» und andere, Psychologen- und Detektiv-Shows, die allesamt mit dem Live-Touch kokettieren, auch wenn der längst flöten gegangen ist. Hauptsache, es werden trashige Fälle geboten, von scheiternden Ehen bis zu zänkischem Gekeife. So lässt sich auch aus Tutti Frusti Tutti Frutti machen.
Höhepunkt tranceartigen Andacht-Geglotzes war allerdings «The Bachelor» mit einem Schnösel, der sich aus einer Gruppe schmachtender Ladys die «Traumfrau» aussuchen und sie natürlich «ausprobieren» durfte. Nach jeder gemeinsam verbrachten Nacht, gab der männliche Brummkreisel sein Urteil im Stil eines Weltschmerz-Hohepriesters ab, während die Dame gottergeben mit den Wimpern klimperte. Eine derart patriarchale Rückwärtsrolle war in dieser Unverfrorenheit auf der Mattscheibe noch nicht zu sehen.
In der Satire «Tödlicher Ruhm» des britischen Autors Ben Elton («Popcorn») schreckt eine durchgeknallte Produzentin vor Mord nicht zurück, um die Einschaltquoten ihrer «Hausarrest»-Sendung auf Trab zu halten. Es geht zu wie bei Agatha Christies «Zehn kleine Negerlein»: Ist erst mal ein Mord geschehen, will das Publikum mehr. «Reality-TV», schwafelt beschwichtigend der Moderator, «ist eine Rückkehr zu den Arenen der Gladiatoren im alten Rom», intern hält er die Kandidaten für «einen Haufen arroganter, selbstverliebter Arschgeigen». Wahrscheinlich auch wie in Rom.
Ähnlich verhält sich das Moderatorenpaar Dirk Bach und Sonja Zietlow, das mit schadenfreudiger Munterkeit durch den Dschungel führt. Bach, die Kloster-Knallerbse («Der kleine Mönch»), und Zietlow, die abgehalfterte Nachmittags-Talkerin, lustwandeln über sichere Brücken in schnuckelige Baumhäuser und vergackeiern fröhlich ihre Freiland-Promis unten im Tümpel- und Matschgehege. Gemein? Aber nicht doch. Was da in den Busch gelockt wurde, ist ein Bouquet publicitysüchtiger Narzissten mit dem Neigungswinkel zur Verwelkung. Jeder Kandidat wusste, worauf er sich einliess. Und genau das erhöht die Schadenfreude, bei ständiger Erwartung auf Blossstellungen.

Erhellende Einsichten von Küblböck

«Wir kehren zurück in den glitschigsten Dschungel der Welt», quiekte Dirk Bach wie ein Teletubby mit Tropenhelm und strahlte vor Glück über das versiffte Urwaldlager, in dem Carlo Thränhardt als erratischer Schnarrkopf alles zu wenig «herausfordernd» fand, weshalb er schnell abgewählt wurde; der Grieche Costa Cordalis einem Käfer den Kopf abbiss und sich als stoischer Einsiedler erwies; Lisa Fitz, die Kabarettistensäge, die beinharte Urmutter gab, Caroline Beil als lästernde Kratzbürste auftrat, während das Nesthäkchen Küblböck mal grinste wie ein Pavian, der sich eine Banane quer ins Maul geschoben hat, und mal flennte wie ET, der nach Hause will. Dabei war ausgerechnet er zu erhellenden Einsichten fähig: «Die Leute wollen einfach, dass ich mich blamiere.»
Besser lässt sich das Prinzip von «Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!» nicht charakterisieren. Die Variante von «Big Brother» hat simple Regeln: Zehn mehr oder weniger bekannte Gesichter müssen zwei Wochen lang in einem Zeltlager miteinander auskommen. Täglich wartet eine eklige Mutprobe auf sie, die sie möglichst vollständig bewältigen müssen. Die tägliche Essensration fürs gesamte Team hängt davon ab. Die Zuschauer sind interaktiv dabei, vergeben die unangenehmen Jobs und dürfen täglich einen rausschmeissen, bis am Ende der «Dschungel-König» übrig bleibt. Tarzan dürfte sich verzweifelt fragen, was aus seinem guten alten Urwald geworden ist: eine Art Playmobil-Spielerei – trotz allem Moder-Quatsch.
Ein solches Plastik-Modell steht tatsächlich auf dem Tisch vor den Moderatoren Bach und Zietlow. Die TV-Dschungelei als eine Art «Blabber blabber blubber bla!», wie der Unterwasserhit von Stefan Raab («TV Total») einst hiess. Damit lässt sich leicht ins Unterholz locken, frei nach Hermann Löns: Das Schwache fällt, das Aas wird vertilgt, die Natur hält sauber in ihrer Stube. Doch die Idylle lief aus dem Ruder; es regnete in Strömen, die Mutproben wurden nervig, das Lagerleben rammdösig. Die Natur hielt doch nicht sauber. Nur Bach und Co und die Zuschauer hatten vom Hochsitz des Trivialen ihr Vergnügen. Endlich mal herabblicken zu dürfen auf Promis. In den Busch-Niederungen erscheint das Personal auf einmal auch nicht anders als die Zlatkos. Ungeschminkt und reichlich albern.
Als Susan Stahnke rausgewählt wurde, konfrontierten Bach und Zietlow sie mit den Äusserungen von Kollegin Caroline Beil («diese weisse, schlabberige Haut»), was Stahnke sichtlich mitnahm. Damit war das Image der Ex-Sat-1-«Blitz»-Moderatorin empfindlich angekratzt; im Sinne der Mitspieler kann das nicht sein. «So gut Sie auch beobachtet haben:», schrieb der Stern in einem offenen Brief an Beil, «Man könnte Sie auch für eine intrigante Kuh halten. [...] Haben Sie sich nie gefragt, warum auch Sie im Dschungel sitzen?»
Doch, bestimmt. Der Dschungel als verschärfte Variante der Klatschspalte, und der Zuschauer erfährt als Erster das Gegifte. Darin liegt der phänomenale Reiz, Abend für Abend reinzuschauen, immer in der Hoffnung auf Störfälle, die den Markt der Eitelkeiten nicht mehr als geölte Maschinerie erscheinen lassen.
Titanic, Deutschlands Satiremagazin, lästerte auf seiner Internetseite über das Ekelfernsehen und fragte sich, wie weit es gehen darf. Wirklicher Horror entstünde, wenn Daniel Küblböck «sein Bett mit Lisa Fitz teilen» oder «drei Stunden am Bild-Telefon die Gesundheitsreform verteidigen» oder sich «Susan Stahnkes Darmspiegelung auf DVD ansehen» müsste. Aber nur arme Tiere zu belästigen, die sich nicht einmal wehren dürfen, mag Tierschützer mit Recht auf die Barrikaden treiben, aber doch bitte keine Medienwächter.
Die werbetreibende Industrie hat sich zunächst zurückgehalten und wusste nicht so recht, ob sie mit Bodylotions, Seife und Schokoriegel zwischen Kakerlaken und Milben im idealen Umfeld wirbt, Promis hin oder her. Mit Zunahme des öffentlichen Interesses stiegen die Buchungen. Dass es eine zweite Staffel von «Ich bin ein Star» geben wird, dürfte eine ausgemachte Sache sein. Sogar über neue Extrem-Shows wie «Fear Factor» (Angst-Faktor) wird nachgedacht, das, von Endemol («Big Brother») entwickelt, bereits in siebzig Ländern über die Mattscheibe flimmert.
Mediale Surrogate wie Zlatko werden dem «Cocktail-Prinzip» nicht mehr gerecht. Die Angst, für eine weitere Staffel keine Halbpromis mehr zu finden, dürfte gering sein. Denn die Rückkehr aufs Medien-Karussell folgt nach dem Urwaldtanz – mit Büchern, Platten, Talkshows und Klatschpresse-Reportagen. Da wird aus Peinlichkeiten, Intrigantentum und Zickigkeit erst richtig Kapital geschlagen. Dafür werden manch andere auch in Zukunft in den sauren Apfel beissen und mal zwischen harmlosen Aalen herumschwimmen. Denn wirklich ist alles, was wirkt.

(Quelle: weltwoche)