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Thema: The Affair

  1. #1
    Regisseur
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    The Affair

    Irgendwie witzig; in der HBO-Serie THE WIRE sitzt John Doman als Captain Rawls seinem Untergebenen, Dominic West a.k.a. Detective McNulty gegenüber und läßt ihn seine Verachtung spüren und liest ihm die Leviten.
    In der neuen Amazon-Prime-Serie THE AFFAIR sitzt John Doman als steinreicher Erfolgsschriftsteller seinem ebenfalls schreibenden Schwiegersohn Dominic West gegenüber und läßt ihn seine Verachtung spüren und liest ihm die Leviten !

    THE AFFAIR vereint die Beiden und auch hier könnten sie nicht unterschiedlicher sein. Immer wieder "gibt er ihm einen mit", das ist irgendwie putzig zu beobachten und zurück an THE WIRE erinnernd; könnte mir vorstellen, daß auch die Schauspieler da vielleicht einen Reminiszenz spürten !

    Witzig auch, daß hier zwei waschechte Engländer (Ruth Wilson und Dominic West) mehr als überzeugend zwei waschechte Amerikaner mimen, scheint immer mehr in Mode zu kommen.

    Ansonsten ist THE AFFAIR augenscheinlich zunächst mal eine große titelgebende Affäre zweier Verheirateter, hervorragend geschauspielert von der aparten und sexy Ruth Wilson und von eben Dominic West. Doch nach und nach schält sich viel viel mehr heraus und läßt die Serienhandlung aus immer neuen Blickwinkeln neue Nuancen und faustdicke Überraschungen herausblitzen, denn es geht um weit weit mehr, als "nur" eine Liebesaffäre. Das Zwischenmenschliche und das Menschelnde spielen ebenso eine Rolle wie die Vergangenheitsbewältigung aufgrund tragisch-düsterer dramatischer Ereignisse, sowohl in der Vergangenheit als auch der Gegenwart.

    Das Besondere daran ist auch das Erzählerische, denn jede Episode ist ungefähr hälftig aufgeteilt in seine Version der Geschichte und ihre Version der Geschichte, die teils stimmig sind und teils erheblich differieren.

    Ich muß sagen, daß ich nachdem ich anfänglich sehr angetan war, allein vom Schauspiel der Beiden und inbesondere auch von ihrer natürlich wirkenden Art, so nach zwei drei Episoden etwas abgetörnt war von eben dieser "Zwei-Versionen-Erzählform", die wie gesagt jeweils nacheinander pro Episode gezeigt werden nach ungefähr der Hälfte der jeweiligen Episode. Auch war mir zunächst die Liebelei etwas zu wenig, dieses Hin und Her und ich war davon sogar leicht angenervt. Aber dann schält THE AFFAIR nach und nach immer neue Aspekte heraus und es entwickeln sich aus einigen Taten und Handlungssträngen Eigendynamiken, bis es dann, ja, hochspannend wird.

    Drehbuch und Regie sind toll, die Schauspielerleistungen vom Allerfeinsten, allen voran wie gesagt Ruth Wilson und Dominic West, den ich seit "McNulty"-Zeiten einfach unheimlich gerne sehe, ebenso wie den hervorragenden John Doman, von dem ich schauspielerisch auch nicht genug kriegen kann, sei es THE WIRE, sei es GOTHAM, sei es THE AFFAIR. Dazu gesellen sich noch weitere hervorragende Schauspielleistungen von dem aus FRINGE sehr gemochten Joshua Jackson, sowie Maura Tierney, Victor Williams und Mare Winningham.

    Obendrauf gibts noch wunderwunderschöne erlesene Kameraarbeit und Landschaften zu bewundern. Demnächst startet Staffel 2 (hoffentlich auch gleichzeitig beim deutschen Amazon Prime!) - kanns kaum erwarten!

  2. #2
    Regisseur Moderator Avatar von John McCane
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    AW: The Affair

    steht aufm zettel, nettes konzept. ähnliche vorgehensweise bei bloodline wo der fokus ne ganze familie ist.
    Forget about Freeman

  3. #3
    Bob
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    AW: The Affair

    Dein Text hat mich mit jeder Zeile/Info mehr angefixt, bis dann der Name Joshua Jackson fiel. D'oh. Ick hasse den Kerl. Egal. Alleine wegen Rawls/McNulty dann wohl Pflichtprogramm (die Rollenverteilung als Vater-Sohn-Gespann klingt ja mal extrem witzig).

    Wolfe, hattest du eigentlich The Hour gesehen? Fand ich bis dato die beste post-The Wire Rolle von Dominic West.
    But from that moment on, Hermione Granger became their friend.

  4. #4
    Regisseur Moderator Avatar von John McCane
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    AW: The Affair

    appropriate adult -> best dominic west
    Forget about Freeman

  5. #5
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    AW: The Affair

    "You, McNulty, are a gaping #sshole" (John Rawls)

  6. #6
    Bob
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    AW: The Affair

    Zitat Zitat von John McCane Beitrag anzeigen
    appropriate adult -> best dominic west
    Muss ich auch noch sehen.
    But from that moment on, Hermione Granger became their friend.

  7. #7
    Regisseur
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    AW: The Affair

    Zitat Zitat von Bob Beitrag anzeigen
    Dein Text hat mich mit jeder Zeile/Info mehr angefixt,
    Wenn Du meinen Text damit meinst, dankeschön .
    bis dann der Name Joshua Jackson fiel. D'oh. Ick hasse den Kerl.
    Wieso DAS denn? Der ist doch einfach supersympathisch! Und dazu noch süß und knuddelig - findet Diane Krüger übrigens auch !

    Aber abgesehen davon ist Joshua Jackson in THE AFFAIR weitaus vielschichtiger "unterwegs" was seine Rolle angeht, als in FRINGE und hat auch eine weniger "süße" Seite. Die dann -angesichts seiner Sympathieausstrahlung, die er normalerweise hat, umso überraschender und heftiger ausbricht/auftritt, ohne zu viel verraten zu wollen.

    Egal. Alleine wegen Rawls/McNulty dann wohl Pflichtprogramm (die Rollenverteilung als Vater-Sohn-Gespann klingt ja mal extrem witzig).
    Pardon, Vater-SCHWIEGERsohn-Gespann! Doman ist aber NICHT in jeder Episode zu sehen, ist aber der Erstgenannte beim weiteren Cast. Aber wie schon als Rawls ist er hier wieder ein echter ..... [passendes Wort einsetzen]

    Wolfe, hattest du eigentlich The Hour gesehen? Fand ich bis dato die beste post-The Wire Rolle von Dominic West.
    Nee, als der auf ARTE anlief, hab ich den zwar aufgenommen, war dann aber erstens entsetzt über die Synchronstimme, die sie ihm dort verpasst hatten und zweitens hats mich dann damals auch nicht soo dolle angesprochen. Aber hauptsächlich hat mich damals seine Synchronstimme abgestoßen.

    Vielleicht mach ich mal nen zweiten Anlauf, en anglais (wobei ich gesprochenes BRITISH english hasse und auch schwerer verstehe, als gesprochenes AMERICAN english!) , wenns den vielleicht irgendwo bei Sky/ Netflix/ Amazon Prime/ Videoload zu streamen gibt?

    Um nochmal kurz auf THE AFFAIR zurückzukommen. Ich will nicht verheimlichen bzw. will nochmals hervorhaben, daß Einem so irgendwo rund um Episode 2,3,4 das ganze Liebelei-Hin-und-Her auch mal auf den Sack gehen kann bzw. auch diese spezielle strikt getrennte halbe-Episode-ER/halbe-Episode-SIE Erzählweise!

    GRADE weil in den ersten paar Episoden noch nicht allzu viel passiert, das Tempo eher schleppend ist und man eigentlich Dasselbe zweimal nacheinander erzählt bekommt mit nur kleinen Veränderungen und Nuancen weiblicher/männlicher Sicht der Handlung. Es gab so ein zwei Momente, wo ich knapp davor war, hinzuschmeißen.

    Normalerweise, ich gucke ja immer spätabends bis tief in die Nacht Serien und Filme, schau ich gerne mal ein paar Episoden einer Serie in einem Rutsch durch und bin manchmal so angefixt davon, daß ich mich dann um 4 Uhr/5 Uhr/ 6 Uhr regelrecht dazu ZWINGEN muß, abzubrechen und ins Bett zu gehen, um ne Mütze Schlaf zu finden, um dann anderen tags (bzw. nachts ) weiterzugucken (das war bei 24 so, das war bei BLOODLINE so und bei einigen anderen Serien auch) .

    Bei THE AFFAIR wars so, daß ich stellenweise schon früh in den ersten Episoden sehr interessiert war und den Drehbuchschreibern/Schauspielern quasi "an den Lippen" gehangen habe angesichts des Fortgangs der Erzählung, aber DANN, push, mitten im größten Moment, wo der Nächste hätte spannend werden bzw. eine Auflösung bieten können ---> Schwarzbild, IHRE Version der Gesichte und das Ganze nochmal auf Anfang dieser Episode!

    DAS hat mich anfänglich echt genervt, die gleiche Sch.. nochmal zu sehen (also handlungstechnisch), die ich grad eben schon gesehen hatte, auch wenns wie gesagt teilweise auch Variationen und Nuancenveränderungen gab. Dazu dann noch das vor allem anfangs eher schleppende Tempo und das Liebelei-Hin-und-Her (wo ich je nachdem auch nicht sooo dolle drauf steh) <-- DAS machte es mir anfangs schon schwer "dabeizubleiben" und das Interesse aufrecht zu erhalten und der Serie NICHT den Todesstoß zu geben.

    Deshalb hab ich dann anfangs auch immer nur EINE Episode geschafft, höchstens zwei, dann war ich erstmal "bedient". Aber im weiteren Verlauf wirds dann echt auch spannend und auch die verschiedenen Erzählweisen differieren immer mehr bzw. bieten immer mehr Nuancen und Variationen.

    Hauptsächlich bin ich aber wegen dem fantastischen Schauspiel der vier Hauptdarsteller (insbesondere von West und Wilson) drangeblieben und Ja, so knapp im zweiten Drittel drin, da wars wieder so, daß man nicht genug kriegen konnte und eine Episode nach der anderen VERSCHLUNGEN hat! Und traurig war, daß die zehn Episoden schon rum waren!

    Das wie gesagt nur als "Warnung" bzw. "Gebrauchshinweis" der Serie, insbesondere wenn man nicht sooo dolle auf Liebesgeplänkel steht! Wobei THE AFFAIR weit weit mehr ist als "nur" Liebesgeschichte, da wird schon einiges tief vergrabenes noch herausgeschält!
    Geändert von Wolfe (30.08.2015 um 11:43 Uhr)

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