An zwei Tagen das hochgelobte Dinge einmal durchgeschaut. Meine Eindruecke nochmal zusammengefasst:

Petzold: Nachdem der Einstieg am Anfang etwas schwer faellt, ist es schnell die Beziehung von Johannes und Ana, die den Film sehr interessant macht. Einerseits sind sie ein charmantes Paar, andererseits ist Ana offensichtlich verrueckt. Bei Johannes muss man sich aber auch Fragen, ob er nicht einfach nur gelangweilt ist und deswegen auch ein bisschen mit Ana spielt. Johannes Move hin zu Sarah ist fuer mich wenig verstaendlich erzaehlt, vielleicht macht das mehr Sinn, wenn man die anderen beiden Filme gesehen hat. Das Setting finde ich sehr gelungen, da es suggeriert, wie die Figuren mehr oder weniger festsitzen in diesem Kaff. Hoehepunkt am Ende, als Mollusch sich Ana greift. Ueberhaupt ist es sehr kunstfertig, wie am Ende die Faeden zusammenlaufen.

Graf: Faengt auf jeden Fall schonmal die Stimmung des Petzold-Films ein, oder kopiert diese oder was auch immer, es ist ja nicht klar, in welcher Reihenfolge man diesen Film schauen sollte. Sehr interessant war die Spannung zwischen den beiden Frauen und dem Autor. Auch hier laufen alle Faeden am Ende wieder zusammen. Bemerkenswert finde ich auch die Schauspieler, die nicht so unecht wirken wie die Darsteller im Tatort, sondern suggerieren hier Authenzitaet. Wie auch der erste Film zeigt dieser, wie fragil Beziehungen sein koennen. Bin sehr gespannt, wie es im dritten Film weitergeht, bei dem sollen ja die Akzente mehr auf dem Manhunt liegen.

Hochhauesler: Der deutlich schwaechste Teil der Reihe. Was dem Film etwas abgeht, ist, dass es in den anderen beiden um Dynamiken zwischen zwei oder mehr starken Figuren ging. Hier handelt zumindest eine der Hauptfiguren autonom von der anderen, naemlich Mollesch. Hinzu kommt, dass ich Mollesch im Endeffekt daemlich finde. Er ist das Klischee des verrueckten Frauenmoerders, der mit sich selbst redet und dann auch noch einen kindlichen Ausreisser anfreundet. Fuer mich der Gipfel der Unglaubwuerdigkeit. Schade, denn das generelle Setting, dass Petzold und Graf so schoen zeichnen, wird auch hier durchaus aufgegriffen. Aber der mehr oder weniger abgedroschene und langweilige Plot machen vieles kaputt. Als Fazit der Serie bleibt: Sehr gut gemacht in grossen Teilen. Die Idee finde ich aber im Endeffekt nicht so spektakulaer, wie sie in einigen Medien angerissen worden. Trotzdem 4 1/2 Stunden sehr gute Unterhaltung. Manchmal sogar ein Hauch von Twin Peaks.

9 + 8 + 5 = 22 : 3 = 7,3 = 7 von 10 Punkte.

Fuehlt sich aber mehr wie 8 von 10 Punkten an.