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Thema: Geheimauftrag für John Drake (Danger Man, UK 1961-1966)

  1. #1
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    Geheimauftrag für John Drake (Danger Man, UK 1961-1966)

    Von EPIX gibt es aktuelle Informationen zur geplanten Neuaflage der DVD Boxen von DANGER MAN / GEHEIMAUFTRAG FÜR JOHN DRAKE mit Patrick McGoohan in der Titelrolle als Geheimagent John Drake. Das Label wird die erste Staffel der Serie (39 Episoden, s/w, jede deutsch synchronisierte Folge ca. 20 - 21 Min) in einer identische Neuauflage der Edition 2006 veröffentlichen.

    Auf Anfrage teilte EPIX mit:
    "Die Neuausgabe verschiebt sich zur Zeit und wird vermutlich Anfang Dezember kommen.
    Weiteres Material haben wir leider nicht einbauen können da die komplizierte Rechtelage nicht mit ausreichender Sicherheit geklärt werden konnte."


    Damit konnten leider weder die inzwischen auch deutsch vorliegende Folge 7 DIE VERTRAUENSSTELLUNG, noch die 8 synchronisierten Langfolgen (ca. 50 Minuten), noch die Filmversion DAS SYNDIKAT DER GRAUSAMEN (die beiden einzigen Farbfolgen KOROSHI & SHINDA SHIMA) in die neue Box aufgenommen werden. Das ist sehr bedauerlich.
    Immerhin ist jetzt wieder die erste Staffel komplett lieferbar, d.h. 32 Folgen in deutsch und 7 in OmU, dazu alle Folgen ebenfalls auch im englischen Original (je 25 Minuten).

    Ankündigung der Neuauflage:
    Epix News

    Für die Edition 2011 ist ein neues Cover konzipiert worden und erfreulicherweise wird jetzt der deutsche Titel der Serie klar und deutlich herausgestellt GEHEIMAUFTRAG FÜR JOHN DRAKE
    Geheimauftrag fr John Drake

    Bei PATRICK McGOOHAN gibt es eine "Nummer 6 / The Prisoner"-Referenz auf dem Cover:
    http://www.epix.de/images/john-drake...ront-final.jpg
    "Ich bin keine Nummer! - Ich bin ein freier Mensch!" -
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  2. #2
    Bob
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    AW: Geheimauftrag für John Drake (Danger Man, UK 1961-1966)

    wollte ich längst schon weiter gesehen haben. die ersten folgen haben mir gut gefallen. McGoohan's präsenz ist halt einfach enorm. ohne ihn hätte ich wahrscheinlich keine 5 minuten geguckt. wobei die obligatorischen faustkämpfe recht witzig sind. muss man aber heutzutage schon etwas geduld mitbringen, um sowas back-to-back zu sehen.
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  3. #3
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    AW: Geheimauftrag für John Drake (Danger Man, UK 1961-1966)

    Interesse wegen McGoohan ist bei mir natürlich da, habe aber Angst dass die Serie gegenüber dem unfassbaren Prisoner zurückbleibt und ich sie deshalb zu lahm finde. Hab mich deshalb noch nicht rangetraut.
    "Sometimes, when you bring the thunder, you get lost in the storm."

  4. #4
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    AW: Geheimauftrag für John Drake (Danger Man, UK 1961-1966)

    John Drake ist eine Vorläuferserie von Nummer 6. Gar keine Frage, dass die Agentenstorys nicht an das Prisoner-Niveau herankommen. Die erste Danger Man Season wirkt heute fast schon etwas komödiantisch. Das liegt u. a. auch an Heinz Draches Stimme und mancher ironischer Interpretation. Da alle deutsch synchronisierten Folgen auf 20 bis 21 Minuten (Original 25 Min) gekürzt sind, ist der Erzählfluss recht flüssig. In dieser Erzählkürze sind naturgemäß kaum Tiefgänge oder Charakterzeichnungen möglich.

    Die erste JOHN DRAKE Folge FÜNF MILLIONEN IN GOLD (A VIEW OF THE VILLA) führt den Agenten gleich nach Portmeirion in Norwales, das in dieser Episode ein italienisches Küstenstädtchen ist. Bei den Dreharbeiten (ca. 1960) war Patrick McGoohan sofort vom Flair und der Einzigartigkeit des Ortes fasziniert. In einem späteren Interview sagte er sinngemäß dazu: "Dieser Ort war geheimnisvoll und schien mir sofort die geeignte Basis zu sein für unseren gefangenen Helden in seiner Isolation".

    Die Agentenserie bereitete in gewisser Weise die Prisonerserie vor, auch wenn eindeutig klar ist, dass Nummer 6 nicht John Drake ist.
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  5. #5
    Bob
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    AW: Geheimauftrag für John Drake (Danger Man, UK 1961-1966)

    Zitat Zitat von TheUsualSuspect Beitrag anzeigen
    Interesse wegen McGoohan ist bei mir natürlich da, habe aber Angst dass die Serie gegenüber dem unfassbaren Prisoner zurückbleibt und ich sie deshalb zu lahm finde. Hab mich deshalb noch nicht rangetraut.
    hm. ich hoffe, dass ich mich damit nicht bei Jedermann unbeliebt mache, aber so richtig empfehlen würde ich die serie niemandem. aber das ist nur auf den ersten handvoll folgen begründet und vielleicht ein falsches bild. sind halt (mutmaßlich) lauter one-shots. genre krimi / spionage. zB frau in not, braucht eine art A-Team, weil sie in diverse sachen verstrickt wurde, McGoohan kommt zur hilfe und löst den fall, und haut den bösen buben im finale auf die schnauze. ich werde die serie auf jeden fall wieder aufgreifen, aber eigentlich nur aus dem grund, weil ich The Prisoner großartig finde und seitdem einen narren an McGoohan gefressen habe. unter den kriterien ist die serie auf jeden fall cool.

    ist aber auch generell schwer, in alte serien reinzukommen. selbst wenn da eine absolute pionier-arbeit geleistet wurde, kann man das heutzutage kaum gespannt verfolgen, weil die plot-elemente danach 10.000 mal durchgenudelt wurden.

    worauf ich hinaus will: Danger Man ist kein virtuoser The Prisoner, sondern solide tv-unterhaltung. ich vermute die interessanteste lesart der serie wird die sein, sie als 'mord-motiv' zu The Prisoner zu betrachten, wenn man letztere serie als anschlag auf die sehgewohnheiten der damaligen (und heutigen) fernseh-zuschauer sehen mag (was ich persönlich tue).

    aber vielleicht verzapfe ich hier auch gerade bullshit. wenn ich das richtig verstehe...

    Zitat Zitat von Jedermann
    Die erste Danger Man Season wirkt heute fast schon etwas komödiantisch.
    ...scheint die serie wohl im laufe ihrer produktion zu reifen. wäre cool von dir, Jedermann, wenn du das herzstück der serie bzw. ihre faszination oder was sie genau ausmacht, nochmals genauer beschreiben könntest (also ohne bezug zu The Prisoner - falls das möglich ist). übrigens kenne ich die dt. synchro gar nicht, gleich ov gesehen...aber unfreiwillig komödiantische einlagen gibt es trotzdem, der zeit geschuldet.
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  6. #6
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    AW: Geheimauftrag für John Drake (Danger Man, UK 1961-1966)

    Keine Sorge, mein Freund Bob, so schnell kannst Du Dich bei mir nicht unbeliebt machen, schon gar nicht wenn Du "das Recht des Individuums in Anspruch nimmst" (Nr.6 - Demaskierung) und eine induviduelle und begründete Meinung vertrittst. Über sachlichen und begründeten Meinungsaustausch freue ich mich immer, auch wenn jemand einen anderen Standpunkt hat.

    Patrick McGoohan hat in der Tat mit den Geheimaufträgen für John Drake Pionierarbeit in den frühen Sechziger Jahren geleistet. Das fängt schon mit seiner Vorstellung an: "O ja, entschuldigen Sie, mein Name ist Drake – John Drake." Damit ist er zum Stichwortgeber für einen anderen Ageten im Geheimdienst Ihrer Majestät geworden: "Meine Name ist Bond, James Bond." Die "Entschuldigung" Drakes ist der deutschen Höflichkeit geschuldet. Im Original klingt Drake genauso direkt wie später Bond.

    Es gibt einige Gemeinsamkeiten aber auch deutliche Unterschiede zwischen John Drake (fast hätte ich Nr. 6 gesagt) und James Bond. Beide sind Geheimagenten und bekämpfen die bösen Feinde im Auftrag ihrer Regierung oder ihres Staates. Beide agieren weltweit - kosmopolitisch - und zeigen sich überall souverän und lösen mit Eleganz ihre Aufgaben.

    Nicht nur in der filmischen Vorstellung, sondern auch in der Rollenbesetzung war Patrick McGoohan die erste Wahl für für 007. Aber er lehnte die Rolle entschieden ab, ähnlich der etwas späteren zornigen Kündignung von Nr. 6 vor seinem Boß. Den Grund für die Ablehnung des Bond-Charakters hat er allerdings klar genannt. Die Rolle war ihm in doppelter Hinsicht zu unmoralisch: Zum einen wegen der Lizenz zum Töten anderer Menschen und zum anderen wegen der ständigen Affären mit diversen Vertretern des weiblichen Geschlechts.

    Aus den gleichen Gründen ließ Patrick McGoohan zahlreiche Stellen in den Danger Man Skripten umschreiben. Er wollte nicht jede Woche mit einer neuen Affäre auf dem Bildschirm erscheinen und das Bild eines Casanovas oder Erzschwerenöters abgeben. Und er wollte kein brutaler Killer oder Rächer sein, dem es nur darauf ankommt, möglichst viele Gegner endgültig mit der Waffe auszuschalten. McGoohan schlug Sean Connery als 007 vor und den weiteren Verlauf der 007-Geschichte kennt jeder.

    In einigen Danger Man Episoden erhält John Drake die Geheimaufträge von seinem Chef Mr. Hardy. Dabei sagt er zu, dass er versuchen will, den Auftrag zu erfüllen und z. B. etwas wiederzubeschaffen. Aber er macht auch unmißverständlich klar, dass er nicht als angeheuerter Killer agieren und einen schmutzigen Job erledigen will. "Dafür müssen Sie sich jemand anders suchen." Naturgemäß bleibt es nicht aus, dass er im Kampf auch manchmal seine Gegener tötet. Aber das ist nie seine erste Absicht, sondern wenn überhaupt, dann nur Notwehr.

    So gesehen fällt John Drake aus der Reihe der Agentenklischees, da er als "Spion ohne Girls und ohne Waffen" in die Fernsehgeschichte einging. McGoohan fand es intelligenter und interessanter, als Agent mit Kopf und Verstand zu agieren, statt auf Waffen und Frauenaffären zu setzen. In einem Interview zur Prisoner-Serie sagte er einmal sinngemäß: "Nach über 80 Spionagestorys, die im Lauf der Zeit immer dünner und einfallsloser wurden, fand ich, dass es Zeit wurde, eine anspruchsvolles Programm zu produzieren. Das sollte für die Zuschauer nicht nur unterhaltsam sein, sondern auch einem Nachdenkeffekt haben." Das war dann das 17-teilige Puzzle The Prisoner - Nummer 6.
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  7. #7
    Bob
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    AW: Geheimauftrag für John Drake (Danger Man, UK 1961-1966)

    hey, vielen dank für deinen sehr aufschlussreichen text!

    Zitat Zitat von Jedermann Beitrag anzeigen
    So gesehen fällt John Drake aus der Reihe der Agentenklischees, da er als "Spion ohne Girls und ohne Waffen" in die Fernsehgeschichte einging. McGoohan fand es intelligenter und interessanter, als Agent mit Kopf und Verstand zu agieren, statt auf Waffen und Frauenaffären zu setzen.
    dann war ich echt zu vorschnell, gleich nach den ersten episoden über die gesamte serie zu urteilen. jetzt habe ich schon gleich viel mehr lust, endlich mal weiterzugucken.
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  8. #8
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    AW: Geheimauftrag für John Drake (Danger Man, UK 1961-1966)

    Früher als angekündigt ist die Neuauflage der John Drake Box relativ geräuschlos am 18. November erschienen. Durch Zufall bin ich jetzt bei amazon darauf gestoßen:
    Geheimauftrag für John Drake [8 DVDs]: Amazon.de: Zia Mohyeddin, John Cazabon, Edwin Astley, P.F. Sloan, Steve Barri, Ralph Smart, Stuart Burge, Charles Crichton, Robert Day, Pat Jackson, Quentin Lawrence, Philip Leacock, Peter Maxwell, Patrick McGoo

    Leider fehlt in der Beschreibung, ob alle 39 Episoden in der Box sind. Allerdings lässt die Angabe "8 DVDs" darauf schließen, dass die erste Season komplett vorhanden ist.

    "Nur noch 1 Stück auf Lager": Ist das jetzt ein gutes Zeichen, dass gleich während der ersten beiden Wochen nach Erscheinen eine große Menge Boxen verkauft wurden? Oder ist Epix mit einer bescheidenen Auflage an den Verkaufsstart gegangen, um erst einmal die Nachfrage zu testen?
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