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Thema: Gott. (Das Theodizee-Problem.)

  1. #1
    laertes
    Gast

    Gott. (Das Theodizee-Problem.)

    erste frage:
    gibt es (einen) gott oder gar deren mehrere?

    zweite frage:
    ist gott so, wie es christen, muslime (und wohl auch juden) uns weismachen wollen?: allmächtig, allwissend und allgütig?

    dritte frage:
    wenn jemand den ersten teil der ersten frage sowie die zweite frage mit "ja" beantwortet, wie kommt er dann mit folgendem problem zurecht? (antworten erbeten!)

    die (mono-)theisten sagen:

    1. es gibt einen gott

    2. gott ist allmächtig und allwissend (bzw allweise)

    3. gott ist allgütig

    ich sage (was kein christ oder muslim bestreiten wird):

    4. es gibt übel (moralische bzw menschgemachte und natürliche) in der welt

    daraus folgt:

    wenn gott allmächtig (und allwissend) wäre, es aber unbestritten übel gibt, dann wäre er nicht allgütig.

    wenn gott allgütig wäre, es aber unbestritten übel gibt, dann wäre er nicht allmächtig.

    wenn gott allmächtig, allwissend und allgütig wäre, gäbe es keine übel.

    meine konsequenz:

    der gott ist jedenfalls nicht so, wie ihn christen und muslime definieren. das ergibt sich aus denklogischen gesichtspunkten. der schritt zu sagen, es gebe überhaupt keinen gott, ist von diesem standpunkt aus kein großer mehr.

  2. #2
    laertes
    Gast

    Re: Gott. (Das Theodizee.)

    p.s.:
    religion ist heilbar.

  3. #3
    Zuschauer
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    22.03.2005
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    25

    Re: Gott. (Das Theodizee.)

    Ich glaube, du machst es dir in deiner Argumentation zu einfach. Man kann die in Jahrhunderten und Jahrtausenden gewachsenen Vorstellungen von Gott schon bei einer einzigen Religion nicht auf drei Worte reduzieren.
    Noch weniger sinnvoll ist deine undifferenzierte Gleichsetzung der 3 Gottesbilder. Auch wenn es für den Laien schwer einsehbar ist, aber Juden, Christen und Muslime glauben nicht an den selben Gott.

    BTW, ich bin Atheistin.

  4. #4
    Regisseur Moderator Avatar von Daniel
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    Re: Gott. (Das Theodizee.)

    Meiner Ansicht nach kann man noch mindestens einen weiteren Schluss ziehen: Die Tatsache, dass das Übel existiert, schließt nicht aus, dass Gott allmächtig und allgütig ist. Man kann daraus nur schließen, das Gott Dinge geschehen lässt; wenn er so etwas wie eine Motivation hat, lässt die sich aber nicht aus der Tatsache ableiten, dass er Dinge geschehen lässt.

    Wenn man pro-Gott argumentieren möchte, könnte man dies mit einer sorgenden Mutter vergleichen, die gewisse augenscheinlich schlechte und ihrem Kind zunächst schadenden Dinge geschehen lassen muss, um ihm die Entwicklung einer eigenständigen Persönlichkeit zu ermöglichen. Das Kind wird davon langfristig profitieren.

    Ich persönlich bin unentschlossen und werde es wohl mein Leben lang bleiben. Wenn Gott existiert, ist er wohl der Zustand, der nach dem Wegfall der Raum-Zeit-Illusion eintritt. Manchmal spüre ich Gott. Möglicherweise ist es aber auch nur eine Wahnvorstellung. Gott ist nicht so, wie ihn uns irgendeine Religion verkaufen will, das steht für mich fest.

  5. #5
    laertes
    Gast

    Re: Gott. (Das Theodizee.)

    das argument ist gut, daniel, und auch der vergleich mit der mutter (stichwort: bittere medizin) gefällt mir.
    dazu nur eine gegenfrage:

    wieso auschwitz?

    zu deinem zweiten (bzw ersten) argument, gott "lasse geschehen" erlaub mir, den muttervergleich heranzuzuiehen: eine mutter, die geschehen läst (zb dass ihr kind kein essen und trinken bekommt), macht sich mindestens wegen totschlags durch unterlassen strafbar.
    im übrigen ist es für mich kein zeichen von güte, wenn ich die menschen den hausgemachten und natürlichen leiden unterwerfe. ein langfristiges profitieren davon erkenne ich nicht. im übrigen bringt es dem vergasten juden, versklavten afrikaner, gefolterten chinesen, vertriebenen tibeter, verhungerten bangladeshi etc sehr wenig, wenn er weiss, dass sein leiden oder gar sein tod einem höheren ziel dienen könnte. in bezug auf ihn ist gott einfach nicht gütig.

  6. #6
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    Re: Gott. (Das Theodizee.)

    Ich dagegen frage mich, warum Menschen nur in schlechten Zeiten nach Gott fragen. Am 12. 9. 2001 titelte die Bild: "Warum" auf der ganzen Titelseite. Quasi als Frage an Gott. Da fiel es den Menschen plötzlich ein, ach, da ist ja irgendwo ein Gott, fragen wir den mal.
    Aber haben wir uns schon mal in guten Zeiten einfach aus Dankbarkeit für das reiche Land, in dem wir leben, für Nahrung im Überfluss, für ein Dach über dem Kopf gedankt? Haben wir das? Die Frage kann sich wohl jeder selbst beantworten.
    Solange es uns gut geht, brauche ich keinen Gott, so werden wohl die meisten denken. Haben wir dagegen einen Tiefpunkt erreicht, in dem uns scheinbar niemand mehr helfen kann, fangen viele an, nach Gott zu fragen. Doch warum sollte er gerade jetzt für uns da sein, sozusagen als Problemlöser? Und haben wir die Krise dann überwunden, meinen alle, es selbst geschafft zu haben.

    Schon mal überlegt, wie wir reagieren, wenn wir so behandelt werden?
    "This is just the beginning!"

  7. #7
    laertes
    Gast

    Re: Gott. (Das Theodizee.)

    also hat gott 11/09 mindestens zugelassen, weil wir nicht dankbar genug waren? was ist daran gütig?

  8. #8
    Zuschauer
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    Re: Gott. (Das Theodizee.)

    Wäre ich religiös, so würde ich wohl einen Gott vorziehen, der den Mensch als ein für sich und seine Umgebung selbst verantwortliches Wesen erschaffen hat, welches grundsätzlich weder gut noch schlecht ist. Insofern wäre der Mensch sowohl für die Schaffung, als auch für den Bruch moralischer Kategorien verantwortlich.
    Ich fürchte meine Vorstellung von Gott wäre zwangsläufig deistisch und nicht theistisch. Demnach könnte man Gott nicht vorwerfen, dass es ein Auschwitz gegeben hat, sondern nur dem Mensch. Ebenso wie der Mensch auch für Handlungen der Nächstenliebe oder der Selbstlosigkeit verantwortlich ist.

  9. #9
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    Re: Gott. (Das Theodizee.)

    Zitat Zitat von laertesdd
    also hat gott 11/09 mindestens zugelassen, weil wir nicht dankbar genug waren? was ist daran gütig?
    Warum sollte er sich um Leute kümmern, die sich nicht um ihn scheren. Außerdem ist Gott kein Wunschautomat. Gütig heißt nicht, jedem seine Wünsche zu erfüllen.
    "This is just the beginning!"

  10. #10
    laertes
    Gast

    Re: Gott. (Das Theodizee.)

    Zitat Zitat von Sohn von Volkers Mutter
    "Warum sollte er sich um Leute kümmern, die sich nicht um ihn scheren?"
    das ist eine merkwürdige frage: denn güte ist dadurch definiert, dass der gütige gerade demjenigen verzeiht, der gegen ihn steht. gegenüber seinen eigenen anhängern nett zu sein, ist kein zeichen von güte.

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