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Thema: Deutschland einig Müllbergland?

  1. #1
    Regisseur
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    Deutschland einig Müllbergland?

    Kaum zu glauben aber wir sind in der 7.Woche des Müllmännerstreiks. Hätte nie geglaubt, daß es in Deutschland wirklich mal zu so einem langen Streik kommt. Gut die Franzosen, Italiener und Spanier sind solche ins tägliche Leben einschneidenden langdauernden Streiks ja gewohnt aber daß die Gewerkschaften hierzulande den Mumm und die Ausdauer dazu haben, hätt ich nicht beschwören wollen.

    Wie steht Ihr denn zu dem Streik, was macht Ihr mit Eurem Müll? Stapeln, selber zur Halde bringen?

    Auch wenn mir sowas nicht "schmeckt" überall Müllsäcke rumliegen zu sehen und rausgammelnden Müll so hat Verdi doch in dieser Frage meine Sympathie denn wann den Arbeitgebern Einhalt gebieten wenn nicht jetzt?`Die ganzen letzten Jahre gab es Opfer immer nur einseitig auf Arbeitnehmerseite. Auch wenn zugegeben die Bäume nicht (mehr) in den Himmel wachsen kann das mit dem einseitigen Diktat der Arbeitgeber so nicht weitergehen, man kann die Arbeitnehmer nicht ständig weiterschröpfen und mehr Leistung ohne Gegenleistung einfordern. Und das bezieh ich jetzt nicht auf den Öffentlichen Dienst allein sondern allgemein.

    Mit ständig weniger Geld und mehr Arbeitszeit und Mobilität seitens der Arbeitnehmer müssen sich die Arbeitgeber nicht wundern, daß die so dringend geforderte Ankurbelung der "Nachfrage" weiter ausbleibt. Kunststück: der gemeine Mensch soll mit seiner weniger Zeit und seinem weniger Geld gleichzeitig auch noch kräftig einkaufen und dem Konsum frönen. Eine unlösbare Aufgabe würde ich meinen.

    Mich nervt der Müllmännerstreik auch irgendwo aber das Verständnis überwiegt. Trag ich halt so lange meinen Müll auf die nächste Halde.

  2. #2
    ste
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    Re: Deutschland einig Müllbergland?

    bei uns im haus stapelt sich der müll, habe mich schon mit unserer hausratte angefreundet, die sich jedesmal freut, wenn noch ein sack mehr dazukommt.

    wirklich verständnis habe ich nicht dafür, ver.di geht rein auf konfrontation und die angestellten im öffentlichen dienst haben im grunde einen unkündbaren job, da sind einschnitte zumutbar. in unserer heutigen zeit ist so ein arbeitsplatz wie ein sechser im lotto. vielleicht überspitzt formuliert, wobei im grunde ja eigentlich nicht wirklich klar ist, für was gestreikt wird.
    Die meiste Zeit meines Tages verbringe ich damit die Abscheu vor meinen Vorgesetzten zu verbergen...(American Beauty)

  3. #3
    Regisseur Moderator
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    Re: Deutschland einig Müllbergland?

    Gewerkschaften sind generell wichtig, keine Frage. Sie dürfen aber auch nicht zu mächtig werden, da sie dann einer Volkswirtschaft auch mehr schaden als ihr nutzen können. Weil dann so ein Müll passiert, wie jetzt im Moment. Ich sage ja gar nicht, dass sich Arbeitnehmer alles gefallen lassen sollen, im Gegenteil. Aber wegen so einen Scheiß - etwas mehr als eine Stunde Mehrarbeit in der Woche - so ein Faß aufzumachen, dass ist einfach nur eine Frechheit. In der freien Wirtschaft kräht nach sowas kein Hahn, da gehört es einfach dazu, dass man in schwierigeren Zeiten auch mal Unannehmlichkeiten erduldet. Aber die feinen Herren von öffentlichen Dienst stören lieben ungeniert für Wochen das öffentliche Leben. Für so ein Kräftemessen, für so ein Politikum, da fehlt mir echt jedes Verständnis. Und die Akzeptanz in der Bevölkerung schwindet ja auch...
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  4. #4
    Regisseur
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    Re: Deutschland einig Müllbergland?

    Nunja so ein Streik "lohnt" sich ja auch nur wenn er wirklich wehtut, sonst machts keinen Sinn. Natürlich sind die Beschäftigten im öffentlichen Dienst privilegiert, bekommen aber z.T. auch weniger Geld als in der Wirtschaft.

    Mir gehts hier auch nicht so sehr um den Öffentlichen Dienst sondern generell, daß auch mal den Arbeitgebern Jemand ein Ende der Fahnenstange aufzeigt, denn diese seite verlangt ja immer nur einseitig immer weitere Opfer der Arbeitnehmer, indem sie sowohl den Mitarbeiter (mit seinem Job) als auch die Politik "erpresst", indem sie eben einfach sagt der Laden lohne sich nicht mehr, man müsse entweder entlassen oder outsourcen oder ins Ausland gehen.

    Und die von Dir Martin zitierten "schwierigen Zeiten", nunja wenn man der Arbeitgeberseite Glauben schenken darf, dann sind ja immer "schwierige Zeiten", die jammern ja immer! Und das kanns ja wohl auch nicht sein, oder?

    Und ste, was Deine Hausratte angeht, ein Glück, daß der Streik jetzt in der kalten Jahreszeit abgeht und nicht wenns brutheiß ist und Ungeziefer im großen Stil von Müllgestank angelockt würde.

  5. #5
    Regisseur
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    Re: Deutschland einig Müllbergland?

    Hier in Hamburg hat die Stadtreinigung ja den Streik beendet, anscheinend hat aber die Straßenmeisterei angefangen und den Elbtunnel lahmgelegt... da war ich aber glücklicherweise nicht vor Ort.
    Hab aber gestern oder vorgestern im TV gesehen, dass ver.di langsam das Geld ausgeht und dadurch vereinzelte wieder zu arbeiten anfangen. Zitat ver.di Bezirksvorsteher in Wasweißich: "Einige fangen wieder an zu arbeiten. Nach sechs Wochen Streik ist das aber ganz normal, das haben wir erwartet."
    Hmm... naja mal schauen, wie das weitergeht.
    Eine Frage: Wenn die einen praktisch unkündbaren Job haben, wieso bringt die Gewerkschaft dann immer (jedenfalls zu Anfang des Streiks habe ich das gehört) das Argument, durch die 18 Minuten würden Tausende Arbeitsplätze gefährdet? Oder waren das andere?
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  6. #6
    Regisseur Moderator
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    Re: Deutschland einig Müllbergland?

    Zitat Zitat von Wolfe
    Und die von Dir Martin zitierten "schwierigen Zeiten", nunja wenn man der Arbeitgeberseite Glauben schenken darf, dann sind ja immer "schwierige Zeiten", die jammern ja immer!
    Also, erstmal stimmt das so pauschal nicht und zweitens finde ich, dass du das generell zu einseitig siehst. Es gibt schwarze Schafe unter den Unternehmen, keine Frage. Aber es gibt auch sehr viele Betriebe, die sich ihrer sozialen Verantwortung sehr bewusst sind und die gute Geschäftsergebnisse auch auf finanzieller Ebene an ihre Angestellten weitergeben. Aber dadruch, dass man in den Medien immer nur von den ganzen Heuschrecken und anderen Negativbespielen liest, vergisst man sowas natürlich immer schnell. Und deshalb finde ich es zu übertrieben und zu einseitig, wie du das hier darstellst.
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  7. #7
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    Re: Deutschland einig Müllbergland?

    Ich finde, dass es hier um´s Prinzip geht. Eine Stunde Mehrarbeit in der Woche hört sich wirklich nicht viel an, aber wenn die Gewerkschaft einmal nachgibt, dann werden es die Arbeitgeber beim nächsten Mal wieder versuchen.
    Außerdem geht es doch in den meisten Firmen gar nicht mehr um Entlassungen aus Gründen des Umsatzrückganges. Was war denn mit der Deutschen Bank? Gewinne ohne Ende - und als Antwort wurden tausende Entlassungen angekündigt. Hätt ich mehr Zeit, würden mir sicher noch mehr solcher Beispiele einfallen.
    Auch gibt es in den neuen Bundesländern nur einen äußerst geringen Anteil an verbeamteten Müllmännern. Die meisten Städte werden durch private Abfuhrunternehmen bedient. Und die würden sich über eine 40 Std. Woche freuen, denn die arbeiten im Schnitt 10 bis 15 Std in der Woche mehr.
    Ich arbeite momentan im Jugendamt und hier ist meines Wissens nach nicht mal der Sachgebietsleiter verbeamtet.
    Aber diese Ost - West - Unterschiede sind ja wieder ein anderes Thema.......
    Ich finde es auch sehr gut, dass die Ärzte jetzt endlich streiken. Für 1600 Euro im Monat bei 70 Wochenstunden würde ich das auch tun. Zumal die Entscheidung über Leben und Tod ja oft genug in deren Händen liegt - und diese Verantwortung ist in meinen Augen verdammt groß.
    In Frankreich gibt es massenweise Ausschreitungen, weil den Berufseinsteigern die Probezeit auf 2 Jahre verlängert werden soll. In Deutschland ist das ja auch schon fast beschlossene Sache. Ich wette, dass das hier niemanden jucken wird. Was geht mich fremdes Elend an? - Diese Devise ist hier in Deutschland leider Gang und Gebe.
    Es geht immer weiter abwärts - der Sozialabbau, Lohnsenkungen, Steuererhöhungen, Wegfall von Steuervergünstigungen - aber Diätenerhöhungen!
    Viele Menschen halten ihre Phantasie für ihr Gedächtnis. (Josh Billings)

  8. #8
    Regisseur
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    Re: Deutschland einig Müllbergland?

    Zitat Zitat von Martin
    Zitat Zitat von Wolfe
    Und die von Dir Martin zitierten "schwierigen Zeiten", nunja wenn man der Arbeitgeberseite Glauben schenken darf, dann sind ja immer "schwierige Zeiten", die jammern ja immer!
    Also, erstmal stimmt das so pauschal nicht und zweitens finde ich, dass du das generell zu einseitig siehst. Es gibt schwarze Schafe unter den Unternehmen, keine Frage. Aber es gibt auch sehr viele Betriebe, die sich ihrer sozialen Verantwortung sehr bewusst sind und die gute Geschäftsergebnisse auch auf finanzieller Ebene an ihre Angestellten weitergeben. Aber dadruch, dass man in den Medien immer nur von den ganzen Heuschrecken und anderen Negativbespielen liest, vergisst man sowas natürlich immer schnell. Und deshalb finde ich es zu übertrieben und zu einseitig, wie du das hier darstellst.
    Okay einseitig und pauschaliert übertrieben dargestellt, bis zu einem gewissen Punkt okay. Aber nicht viel anders als die von Dir zitierten " feinen Herren von öffentlichen Dienst", das ist nicht minder pauschaliert und einseitig, ebenso wenn es in den Medien und Volksmund gerade so hingestellt wird "wegen bloß 18 Minuten länger machen die so ein Faß auf". Das ist sehr verkürzt, einseitig, pauschal. Aber der Öffentliche Dienst, die Beamten und die Renten haben halt keine Lobby und werden daher öfter mal als Sparschwein der Nation geopfert, zum Applaus des Volkes. Und deswegen gehts jetzt hier auch wirklich ums Prinzip, daß dies nicht immer so weitergehen kann.

    Natürlich gibt es nicht nur "böse" Arbeitgeber, ich nenne hier nur mal den vorbildlichen Herrn Gropp der Firma Trigema als positives Gegenbeispiel. Aber gerade viele größere Unternehmen, gerade auch DAX-Unternehmen, treiben Schindluder mit ihren Arbeitnehmern. Da wird trotz Rekordgewinnes locker mal eben verkündet, daß man zig tausend Arbeitsplätze verlagert oder wegfallen läßt, damit man im nächsten Jahr einen noch größeren Gewinn machen kann. Und das kanns ja wohl auch nicht sein, oder Martin?

  9. #9
    Regisseur Moderator
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    Re: Deutschland einig Müllbergland?

    Ja klar, das Deutsche Bank Beispiel, dass musste ja kommen. So was sind, wie erwähnt, natürlich Negativbeispiele, wobei ich betonen möchte, dass auch dieser Fall anders gelagert ist/war, als das oftmals dargestellt wurde. So ein Unternehmen muss auch zusehen, dass es international konkurrenzfähig beleibt, um eben nicht von den sog. Heuschrecken aufgekauft zu werden – was für die heimischen Arbeitnehmer noch ungünstiger wäre. Trotzdem, solche Gewinne verbunden mit solchen Stellenstreichungen, dass ist nicht ganz koscher und widerspricht dem gesunden Menschenverstand, da gebe ich euch natürlich Recht. Aber die Medaille hat halt zwei Seiten, und es reicht nicht, sich nur eine davon herauszupicken. Gleiches gilt für den Kündigungsschutz. Klar, so was ist erstmal ungünstig für die Arbeitnehmer. Dass sich dadurch aber auch Chancen auftun können, wird oftmals nicht erwähnt. Solche Maßnahmen sind ja dazu gedacht, um die Job-Eintrittsbarrieren zu verringern und so die Arbeitslosigkeit zu senken und nicht, um den Menschen das Leben schwerer zu machen. Zu hohe Arbeitnehmerrechte führen nämlich unter Umständen auch zu hoher natürlicher Arbeitslosigkeit, wodurch sie der Volkswirtschaft auch mehr schaden können als das sie ihr nutzen. Wohlgemerkt, die Betonung liegt auf zu hohen Arbeitnehmerrechten. Dass solche Rechte grundsätzlich wichtig sind, ist natürlich unumstritten. Noch mal, ich verlange nicht, dass sich die Arbeitnehmer alles gefallen lassen sollen. Es ist wichtig, dass Arbeitnehmer in Gewerkschaften und Betriebsräten ein Sprachrohr haben. Aber es muss im Rahmen bleiben (genauso wie auf der anderen Seite die Ansprüche der Arbeitgeber auch im Rahmen bleiben müssen). Aber eben dieser Rahmen ist im aktuellen Müllstreik (bei den Ärzten sieht das anders aus) meiner Meinung nach nicht gegeben. Hier geht es um eine Extrawurst, die in keinerlei Verhältnis steht. So sehe ich das halt...
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  10. #10
    Regisseur Avatar von Julia
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    Re: Deutschland einig Müllbergland?

    Bei mir in NRW streiken die "noch" nicht. Es ist glaube ich nur eine Frage der Zeit wann das bei uns auch los geht, ich habe auf jeden Fall schon gehört, dass die auch anfangen wollen.

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