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Thema: Die Qual der (Bundestags)wahl

  1. #1
    Regisseur
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    Die Qual der (Bundestags)wahl

    Hi Folks,

    heute mal bisserls was politisches. Wobei es mir jetzt nicht in erster Linie um Diskussionen über spezielle Themen oder Wahlprogramme geht, wobei dies natürlich auch ganz interessant sein kann.

    Nein, mir gehts eher um die Frage: Wie informiert ihr Euch über Politik und haltet Ihr Euch für ausreichend informiert, um Eure Stimme guten Gewissens am 18.September abzugeben?

    Ich selbst habe in den letzten Wochen fleißig Spiegel und co. gelesen, Politikmagazine und Diskussionsrunden verfolgt und mir versucht ein Bild über die Lage und die einzelen Parteiprogramme zu machen. Nichtsdestotrotz komme ich mir vor, wie ein kleines Kind, das vor einem 1000-teiligen Puzzle sitzt und erst 36 Teile zusammenfügen konnte. Will sagen, die einzelnen thematischen Bereiche sind oftmals so komplex und miteinander verwoben, dass es äußerst dificile ist, den Gesamtüberblick zu bewahren und die verschiedenen von den Politikern angekündigten Maßnahmen in ihrem vollen Umfang zu begreifen und einzuschätzen.

    Da verfolgt man ein Interview mit Friedrich März und Ursula von der Leyen und denkt sich: Na das klingt doch ganz vernünftig. Nur um dann am Montag drauf irgendwo zu lesen, dass die Konsequenzen dieser Ideen in anderen Lebensbereichen wieder total fatal sein könnten usw. Manchmal hab ich sogar den Eindruck, dass selbst Menschen, die in der Politik beschäftigt sind, nicht alle Zusammenhänge verstehen.

    Und was ich mich in diesem Zusammenhang auch frage: Wie viele Menschen in Deutschland sind überhaupt annähernd gut informiert, um überhaupt sinnvoll ihre Stimme abgeben zu können. Letzte Woche war ein fast schon komischer Artikel im Spiegel, der über die Arbeit von Meinungsforschern und deren frustrierende Gespräche mit der Bevölkerung berichtete. Es scheint als wären 80% der Bürger bezüglich Politik entweder desinteressiert oder total ahnungslos. Und diesen Leuten überlässt man dann die Entscheidung über die Zukunft unseres Landes. Da fragt man sich schon ab und zu, wie weit es mit der Sinnhaftigkeit unserer Demokratie her ist.

    Und noch ne Frage: Wählt ihr das Programm, das Eurer Meinung nach den größten Gesamtnutzen hat? Oder das Programm das in Fragen die Euch persönlich betreffen die für Euch vorteilhaftesten Antworten liefert? Oder ist es für Euch eine rein idiologische Frage?

    Anyway, wie haltet ihr das?

  2. #2
    Regisseur Moderator
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    Re: Die Qual der (Bundestags)wahl

    Ganz einfach:

    http://www2.wahlomat.de/bundestagswahl2005/main_app.php


    Ich fühl mich auch völlig überrumpelt.
    Ich hab erst realisiert, wie nah die Wahl wirklich ist, als der Wahlanmeldezettel (heisst der so?), Freitag in meinem Briefkasten lag.
    Ansonsten weiss ich noch nicht genau, was ich wählen werde aber die FAZ wird mir meinen Weg schon weisen. :wink:

    Wer hat denn heute noch die Zeit, sich mit den Wahlkampfkampagnen der einzelnen Parteien ausgiebig zu beschäftigen?
    Ich hätte gerne, hier in Wiesbaden, einige Auftritte bekannter Politiker der grossen Parteien verfolgt aber das ist doch gar nicht schaffbar.
    Und dann soll ich mir auch noch spät abends ein TV Duell zwischen Lafontaine und Merz angucken?
    Das hab ich mir dann auch gespart, da ich da sowieso voreingenommen bin.
    Das Wenige, was ich aus meiner täglichen Morgenmagazin/Tageszeitung/Online-Routine erfahre, muss reichen, um die Kreuze an den "richtigen" Stellen zu machen.
    -"Shoot him again"
    -"What for?"
    -"His soul is still dancing"

  3. #3
    Hauptdarsteller Avatar von Harvey Dent
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    Re: Die Qual der (Bundestags)wahl

    Na, wohin die FAZ weist, dürfte klar sein.
    :wink:

  4. #4
    Regisseur
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    Re: Die Qual der (Bundestags)wahl

    Ich informiere mich nicht besonders, denn jedesmal wenn ich die Kollegen von SPD, CDU, Grünen und FDP höre kriege ich das kotzen. Die fallen also weg. Den Gregor Gysi mag ich persönlich, der ist einfach cool. Aber seine Partei zu wählen ist eigentlich nicht mein Ding, das sind ja nur Alte und Kranke, die hasse ich eigentlich.

    Bleibt mir also nur die Nichtwählerpartei oder die PARTEI.

    Ich glaube ich werde für die PARTEI stimmen wenn sie hier in BaWü antritt.

    Die Vier großen Unterscheiden sich nicht genug voneinander und keiner spricht mich wirklich an.

    Eine Überlegung: Da "irgendwas" ja mal passieren muss wäre es konsequent, von der Ideologie mal abzusehen und die Partei zu unterstützen, die am meisten Stimmen kriegt. Das wäre in diesem Fall wohl die CDU. Allerdings hält mich davon ab, dass jeder einzelne CDU Politiker den ich bis jetzt erleben durfte nicht nur unsympathisch sondern auch inkompetent wirkte.. man kann halt auch alles vermasseln.


    PARTEI here I come!
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  5. #5
    Regisseur
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    Re: Die Qual der (Bundestags)wahl

    Wahlomat says: PDS

    Allerdings: Tempolimit auf Autobahnen? So ein Quatsch! Wozu werden denn dann grade alle Autobahnen dreispurig ausgebaut? Damit wir zu dritt nebeneinander 120 fahren?

    Die gefährlichste Straße ist nach wie vor die Landstraße, und zwar mit Abstand.

    Naja: PDS, PARTEI, Nichtwähler, je nachdem was mir am 18. eher in den Kram passt.
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  6. #6
    Regisseur Moderator
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    Re: Die Qual der (Bundestags)wahl

    Ich sehe es ähnlich wie pHew: Der Wahlkampf bis jetzt ist mehr als peinlich; alle, aber auch echt alle unserer Politiker-Pappnasen gehen mir derbe auf den Sack und wirklich die Stimme verdienen tut keiner.

    Natürlich werde ich trotzdem wählen gehen, schliesslich geht's um die Zukunft unseres Landes, blah blah. Nur wen?
    Die SPD hat einige gute Reformansätze, auch die kritische Haltung gegen Bush gefällt mir. Mir gefällt allerdings nicht, wie sie damit Wahlkampf macht und eigentlich haben sie ja bewiesen, dass sie politisch nicht mehr weiterwissen.
    Die Grünen? Eine wichtige Partei finde ich, allerdings sind mir die zu machtgeil und auch solche Aktionen wie die Visa-Sache waren nicht so prall. Die gehören mal wieder ein paar Jährchen auf die Bank um sich an ihre Wurzeln zu erinnern.
    PDS/Linkspartei kommt gar nicht in Frage, nur Schwachsinn im Wahlprogramm und zwei Polit-Zombies an vorderster Front, die ich eigentlich nicht im Bundestag sehen möchte.
    Die FDP hat einige nette Ansätze, alles in allem ist mir die Partei aber irgendwie zu nichtssagend.
    Bleibt ja nur noch die CDU. Besser machen als die SPD können die es zwar auch nicht, aber es würde halt mal was passieren, einfach schon weil nicht mehr alles im Bundesrat blockiert wird. Allerdings haben die mit Abstand den peinlichsten Wahlkampf hingelegt und wie pHew sagte, sympathisch wirkt da eigentlich niemand.

    Aber ich bin jetzt sowieso erstmal eine Woche in Urlaub, vielleicht ist das auch nicht schlecht, mal 'ne Zeit Abstand von dem ganzen Zirkus und danach überlege ich mir dann mal ernsthaft, wen ich denn nun wähle...
    If it wasn't this... it'd be something else.

  7. #7
    Regisseur
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    Re: Die Qual der (Bundestags)wahl

    Der Wahlkampf amüsiert mich höchstens, interessieren tut er mich nicht. Die vielen Versprechen, die großen Worte der Politiker - ich schenke ihnen keinen Glauben. Trotzdem weiß ich schon, wen ich wählen werde, oder zumindest, was ich mit meiner Stimme erreichen will: nämlich eine große Koalition herbeizuführen. Entgegen anderer Befürchtungen glaube ich nämlich, dass das endlich Bewegung in die deutsche Politik bringen würde. Die Kanzlerin Merkel wäre dabei eine Kröte, die ich schlucken würde.
    Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen.

  8. #8
    Regisseur
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    Re: Die Qual der (Bundestags)wahl

    Ich geb Euch recht bezüglich der Tatsache, dass sich die Programme der großen Parteien momentan nicht sonderlich unterscheiden. Macht die Sache schwieriger. Aber deswegen irgendwelche substanzlosen Quatschköpfe wie Lafontaine etc. aus Frust zu wählen wäre ja das absolut dümmste was man machen könnte.

    Ich glaube entgegen der landläufigen Meinung übrigens nicht dass alle Politiker verlogene Dampfplauderer sind, sondern dass es eben ne ziemlich schwierige Sache ist so ein Land zu regieren und dass das ganze eben nicht so laufen kann, dass eine Partei einfachmal so ihre Ideen umsetzt und alle Probleme innerhalb weniger Wochen löst. Das ist realitätsfremd.

  9. #9
    Regisseur
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    Re: Die Qual der (Bundestags)wahl

    Keine Frage Thomas, aber ich habe schon 1998 - trotz großer Freude über den Regierungswechsel - sehr über Schröders Aussage, er werde die Arbeitslosigkeit halbieren ("Und daran könnt ihr mich messen"), die Nase gerümpft. So ein Spruch kannst du nicht bringen. Denn dass du das Versprechen nicht halten kannst, hätte ihm schon damals klar sein müssen. Und das ist nur eines von vielen Beispielen, bei denen Politiker sich ins Abseits dampfplaudern. Mit ein bisschen Recherche könnte man noch weitaus mehr finden.
    Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen.

  10. #10
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    Re: Die Qual der (Bundestags)wahl

    Wie viele Menschen in Deutschland sind überhaupt annähernd gut informiert, um überhaupt sinnvoll ihre Stimme abgeben zu können?

    Ich glaube die wenigsten. Viele der "uninformierten" wählen rein idiologisch. Doch die meisten wählen einfach das was Sie immer Wählen. Zum Beispiel habe ich mal jemanden kennengelernt der aus einem Ort kommt wo man CDU wählt. Das war einfach so. Er teilte wie viele seiner Freunde nicht mal deren Ideologie, doch die Stimme bekamm deren Partei.
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