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Thema: Das Ende des Kinos?

  1. #1
    Regisseur Avatar von VJ-Thorsten
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    Das Ende des Kinos?

    Folgender Artikel war gestern auf Spiegelonline zu lesen:

    Gerne auch in einer hübscheren Ansicht zu lesen unter


    Goldrausch mit Silberlingen
    Hollywood ist die Hauptstadt der Superlative: der beste Film aller Zeiten, der teuerste, der erfolgreichste - solche Jubelmeldungen fabrizieren die Filmstudios jeden Tag.

    Doch als der Star-Regisseur Steven Soderbergh ("Traffic", "Ocean's Eleven") vor einigen Wochen sein neues Projekt bekannt gab, löste er damit nicht nur Begeisterung aus. Sechs Filme werde er demnächst drehen, so Soderbergh, die aber - Überraschung! - am selben Tag im Kino und auf DVD herauskommen und im Fernsehen ausgestrahlt werden sollen. Mit dieser Ankündigung könnte der Oscar-Preisträger eine Zeitenwende eingeläutet haben.

    Denn das Kino beansprucht seit seinen Anfängen das Erstaufführungsrecht für Filme wie selbstverständlich für sich. Normalerweise kommen sie erst Monate nach der Leinwandpremiere auf DVD und Video heraus, danach werden sie im Fernsehen ausgestrahlt. Nun droht das Monopol der Filmtheater verloren zu gehen - und damit ihre Existenzgrundlage. Soderberghs Entscheidung könnte, so fürchten Branchenexperten, der Anfang vom Ende des Kinos sein.

    Denn die große Leinwand ist schon seit Jahren dabei, immer mehr zum Nebenschauplatz des Filmgeschäfts zu werden: durch den Konkurrenten DVD (Digital Versatile Disc - digitale vielseitige Scheibe). Hollywood verdient durch Verkäufe der silbrigen Wunderplatten inzwischen zwei- bis dreimal so viel Geld wie an den Kinokassen. Und während die DVD-Erlöse rasant steigen, bleiben den Filmtheatern in jüngster Zeit die Zuschauer weg. In den ersten Monaten dieses Jahres gingen in den USA bisher acht Prozent weniger Zuschauer ins Kino als im selben Zeitraum des vergangenen Jahres, in Deutschland beträgt der Einbruch sogar elf Prozent.

    Der Umsatz mit den Silberlingen dagegen kletterte vergangenes Jahr allein in den USA auf 15,5 Milliarden Dollar - fünfmal so viel wie vor fünf Jahren. Die Verweildauer der Zuschauer vor dem DVD-Player erreichte im Schnitt 78 Stunden - doppelt so viel wie vor fünf Jahren. In zwei Jahren sollen in europäischen Haushalten 92 Millionen DVD-Player stehen - doppelt so viele wie heute. Die Neuveröffentlichungen erreichten im vergangenen Jahr die Traumgrenze von 10.000 Filmen und

    TV-Serien. Die Verkaufszahlen erreichen mit fast jedem Blockbuster neue Rekorde. Rund 35 Millionen Mal verkaufte sich der Animationsfilm "Shrek 2" weltweit, "Findet Nemo" gar fast 50 Millionen Mal, die Samurai-Travestie "Kill Bill Vol. 1" allein in den USA immerhin 5,7 Millionen Mal.

    Auch deutsche Produktionen entwickeln sich zu Bestsellern: Bully Herbigs Science-Fiction-Klamotte "(T)raumschiff Surprise" und Otto Waalkes' Märchenparodie "7 Zwerge" gingen mit mehr als 800.000 Exemplaren in den Handel.

    An diesen Zahlen kommt im Filmgeschäft niemand mehr vorbei - weder in Hollywood noch in Deutschland.

    "Der DVD-Boom hat bereits heute große Auswirkungen auf die Filmbranche", sagt Fred Kogel, Chef von Deutschlands größter Filmfirma Constantin. "Es ist eine in ihrem endgültigen Umfang noch nicht vorhersehbare Verlagerung des gesamten Geschäftsmodells im Gange, weg von den Kinos und hin zum Wohnzimmer." Ein Grund für diese Verschiebung: Kinotickets werden immer teurer, die glänzenden Scheiben dagegen immer billiger. Eine DVD ist mitunter günstiger als zwei Kinokarten.

    So sorgen die DVDs für immer neue Umsatzrekorde: Das Studio 20th Century Fox etwa setzte im vergangenen Jahr mit der DVD-Box der ersten drei "Star Wars"-Filme an einem einzigen Tag 115 Millionen Dollar um. Diese gewaltigen Erlöse aus dem DVD-Geschäft ermuntern Hollywood, immer mehr Geld in seine Blockbuster zu stecken.

    So wurde dem Regisseur Christopher Nolan für das Action-Spektakel "Batman Begins", das die Frühgeschichte des Comichelden erzählt und in dieser Woche weltweit in die Kinos kommt, ein Rekordbudget von etwa 180 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt - weil das Studio dem Film auf DVD noch ein weitaus höheres kommerzielles Potential zutraut als im Kino.

    Die Entscheidung, welche Stoffe verfilmt werden, treffen die Filmproduzenten schon lange nicht mehr allein. "Bevor ein Film grünes Licht erhält, schätzt unsere Abteilung das Projekt und seine Erfolgsaussichten ein", sagt Peter Smith, als Präsident des Home-Entertainment-Bereichs bei NBC Universal für das internationale DVD-Geschäft verantwortlich. Und Osnat Shurer, Produzentin beim Animationsstudio Pixar ("Findet Nemo"), sagt, dass "unsere Regisseure die spätere Veröffentlichung auf DVD immer im Blick" hätten.

    Kein Wunder: Bei durchschnittlichen Kosten von 98 Millionen Dollar pro Film spielen selbst die Blockbuster ihr Geld nur selten an den Kinokassen ein. Wie sehr sich die Studios auf die DVD-Verkäufe verlassen, hat jüngst die "Los Angeles Times" am Beispiel der Komödie "Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich" vorgerechnet: 500 Millionen Dollar hat der Hit weltweit eingespielt, 250 Millionen Dollar blieben bei den Kinobesitzern, und ein weiteres Viertel der Einnahmen landete als Erfolgsbeteiligung bei den Hauptdarstellern. Am Ende blieben dem Studio knapp 180 Millionen - genauso viel hatte der Film inklusive Marketing gekostet. Profit macht das Studio nun erst durch die DVD-Verwertung.

    Da die Filme immer teurer werden, mischen sich die DVD-Abteilungen immer ungenierter in die Produktion ein. Mike Dunn, Chef der 20th Century Fox Home Entertainment, nimmt bei TV-Produktionen des Studios bereits auf die Drehbücher Einfluss - nicht jedoch bei den Kinofilmen: "Dann würden wir nie ein Drama produzieren. Nie würde der Held am Ende eines Films sterben." Im Heimkino ist eher das Versöhnliche gefragt.

    Was kommerziell ist und was nicht, glaubten Hollywoods Buchhalter immer schon besser zu wissen als die Drehbuchautoren, Regisseure oder Produzenten - nun gewinnen sie in den kreativen Entscheidungsprozessen der Traumfabrik immer mehr an Einfluss. Und ihre Devise lautet: keine Experimente. Doch der DVD-Boom muss nicht zwangsläufig zu einer größeren Konformität der Filme führen - er könnte auch mehr Vielfalt ermöglichen.

    So glaubt Regisseur Soderbergh, dass nicht nur Blockbuster, sondern gerade kleinere, sperrige Filme, die sich schwer tun, in den Kinos ein Massenpublikum zu finden, vom DVD-Boom profitieren könnten: "In den nächsten fünf Jahren werden wir in der Unterhaltungsindustrie einige bedeutende Paradigmenwechsel erleben."

    Weil DVD-Käufer im Schnitt älter sind als Kinogänger, greifen sie eher als diese zu anspruchsvollen Werken - und zu Filmen, die nicht dem grassierenden Jugendwahn folgen. So erleben in die Jahre gekommene Stars wie Gene Hackman, die Hollywood meist nur noch in Nebenrollen besetzt, auf DVD einen zweiten Frühling. Der Kevin-Costner-Western "Open Range" setzte am DVD-Markt sogar mehr als doppelt so viel um wie an den Kinokassen.

    "Die jugendlichen Filmfans strömen meist am ersten Wochenende nach dem Filmstart ins Kino", sagt Ben Feingold, bei Sony Pictures verantwortlich für das Home-Entertainment. "Je jünger die Zuschauer, desto früher wollen sie den Film sehen. Die Älteren haben mehr Geduld und können warten, bis er auf DVD herauskommt. Weil wir unser Geschäft nicht innerhalb weniger Tage machen müssen, können wir auch weniger spektakuläre Filme oder Klassiker herausbringen, die sich auf lange Sicht gut verkaufen."

    Die Constantin Film hat trotzdem auch die jüngeren Zuschauer im Blick - und prompt zwei internationale Horrorfilme auf den Weg gebracht. An den deutschen Kinokassen kann man mit diesem vor allem unter Teenagern beliebten Genre kein Geld verdienen, betont Constantin-Chef Kogel. Die Filme sind deshalb hauptsächlich als internationale DVD-Veröffentlichung angelegt. "Das spielt gutes Geld ein, solche Produktionen mit Budgets zwischen fünf und zehn Millionen wird man künftig öfter sehen", so Kogel.

    Auch Soderbergh glaubt, dass "letztlich die Entscheidungen der Konsumenten die Entwicklung der Filmindustrie" vorantrieben. Seine Schlussfolgerung: "Ihnen die Wahl zu geben, die Filme zur selben Zeit im Kino oder zu Hause sehen zu können, ist ein gigantischer Schritt in diese Richtung." Im Herbst, wenn das erste der von Soderbergh angekündigten sechs neuen Werke unter dem Titel "Bubble" multimediale Premiere feiern soll, wird sich zeigen, ob sich die Zuschauer noch aufraffen können, für einen Film ins Kino zu gehen, der ihnen gleichzeitig per DVD oder Fernsehen frei Haus geliefert wird.

    Für die Filmstudios besteht der große Vorteil eines Simultanstarts darin, dass er nur noch eine einzige Werbekampagne erforderlich macht. Da Neuveröffentlichungen auf DVD inzwischen ähnlich wie Filmstarts von teuren PR-Spektakeln begleitet werden, könnten die Studios ganz erhebliche Kosten sparen. Um die Marketingkampagne zum Kinostart gleich auch als Rückenwind für den DVD-Verkauf zu nutzen, verringern die Studios die Zeitspanne zwischen Leinwand- und DVD-Premiere ihrer Filme ohnehin immer mehr: "Vor einigen Jahren betrug sie sechs Monate, nun sind es meist nur noch vier, manchmal gar nur noch drei", sagt NBC-Universal-Mann Smith. "Ich glaube zwar nicht, dass das Zeitalter des Simultanstarts unmittelbar bevorsteht, aber angesichts der Videopiraterie, die uns jährlich Milliarden kostet, müssen wir flexibel sein."

    Das glauben auch die deutschen Produzenten und Verleiher, die sich deswegen nun gegen eine Sonderregel wehren: Geförderte deutsche Filme dürfen erst sechs Monate nach Kinostart auf DVD erscheinen. "Ein massives Problem", findet Constantin Chef Kogel. "Wir setzen uns dafür ein, dass die Sperrfrist drastisch verkürzt wird." Schließlich habe sich der Markt längst entscheidend verändert: "Selbst gutlaufende Filme sind nach drei Monaten aus den Kinos, und die Leute wollen einfach nicht mehr ein halbes Jahr darauf warten, sie auch zu kaufen."

    Die ob der fallenden Zuschauerzahlen ohnehin schon nervösen Kinobesitzer sind von solchen Forderungern allerdings wenig begeistert. Wo das hinführen kann, zeigte sich bereits vergangenen Winter in den USA. Als dort die Weihnachtsschnulze "Noël" mit Penélope Cruz zeitgleich auf der Leinwand und auf DVD herauskommen sollte, weigerten sich einige Kinos, den Film ins Programm zu nehmen - sie fürchteten, das Werk vor leeren Reihen zu spielen.

    Nicht zu Unrecht, denn neue Technologien wie die Beamer, mit denen sich DVDs mittlerweile in erstklassiger Qualität auf die Wohnzimmerwand projizieren lassen, während der dazugehörige Surroundton kristallklar aus den Boxen der hauseigenen Hi-Fi-Anlage tönt, lassen die Kluft zwischen Heimkino und Leinwanderlebnis zunehmend schwinden. Das digitale Pantoffelkino hat inzwischen sogar einen höheren technischen Standard als viele alte Filmtheater. So könnte das Anschauen von Filmen, statt ein Gemeinschaftserlebnis zu sein, mehr und mehr zum Privatvergnügen werden.

    Hinzu kommt, was "Batman Begins"-Regisseur Nolan so beschreibt: "Im Kino ist das Publikum gezwungen, Filme von Anfang bis Ende zu sehen. Der DVD-Player jedoch macht es möglich, in der Chronologie eines Films beliebig vor- und zurückzuspringen, das Bild zu beschleunigen, zu verlangsamen oder anzuhalten: Der Zuschauer kann über den Film verfügen, ihn unter die Lupe nehmen oder komplett umbauen. Deshalb müssen Filme heute viel dichter und raffinierter sein: Sonst halten sie dem mehrmaligen Sehen und den akribischen Analysen der Fans nicht stand."

    Selbst Szenen, die Regisseure herausschneiden mussten, um ihre Werke vor Überlänge zu bewahren, werden heute auf DVD einer lukrativen Resteverwertung zugeführt. Während die Aufmerksamkeitsspanne des Kinopublikums begrenzt ist, weil es nicht über eine Pausen- oder Vorspultaste verfügt, kann der Zuschauer mit dem DVD-Player im Zeitraffer durch den Film springen - hin zu jenen Stellen, die im Kino nicht zu sehen waren. Das auf den DVDs enthaltene "Bonusmaterial" - zusätzliche Szenen, Audiokommentare der Künstler oder Dokumentationen über die Entstehung des Films - ist oft ein wichtiges Kaufargument.

    So sparte "Herr der Ringe"-Regisseur Peter Jackson die Todesszene von Zauberer Saruman im letzten Teil der Trilogie für die DVD-Version auf; in der Kinofassung fehlte die Sequenz, sehr zum Ärger von Saruman-Darsteller Christopher Lee.

    "Wir sind auf dem Weg zum polymorphen Film", glaubt der Filmjournalist Georg Seeßlen. Er spricht vom "Verschwinden des Originals", der "fertigen Fassung" eines Werks. Die DVD, die oft verschiedene Versionen ein und desselben Films und manchmal sogar alternative Finalszenen anbietet, gibt dem Zuschauer die Möglichkeit, sich nach Gutdünken sein eigenes Werk zusammenzustellen, in die Rolle eines "Schatten-Regisseurs" zu schlüpfen.

    Einige Forscher behaupten sogar, der Filmkonsum via DVD verändere gängige Schönheitsideale. Big is beautiful, groß sei schön - etwa die schlauchbootartigen Lippen von Angelina Jolie oder der breite Mund von Julia Roberts. Beide Stars landeten im Mai bei einer Umfrage des US-Magazins "People" nach den "50 schönsten" Menschen des Jahres ganz vorn.

    Dieses Ergebnis - 500.000 Leser hatten sich an der Abstimmung beteiligt - sei auch darauf zurückzuführen, dass viele Zuschauer ihre Hollywood-Lieblinge nicht mehr auf der großen Leinwand erlebten, sondern vor allem auf dem kleinen Fernsehschirm. Deshalb, argumentiert der amerikanische Kunsthistoriker Michael J. Lewis, würden heute eher Stars mit übergroßen Kennzeichen als schön empfunden als noch vor Jahrzehnten.

    Tatsächlich beeindruckten die Filmgöttinnen der dreißiger Jahre wie Greta Garbo, Katharine Hepburn oder Marlene Dietrich auch durch ihre stark konturierten Gesichter, auf denen Licht und Schatten dramatische Effekte erzeugten; das Gesicht der Garbo gleiche gar einer rätselhaften "antiken Maske", schwärmte der französische Kulturkritiker Roland Barthes. Pixelige TV-Schirme, so ausgereift sie auch sein mögen, können solchen Zauber naturgemäß nicht wiedergeben, sie favorisieren gröbere Reize.

    Manche fürchten um die Existenz der Filmtheater und um das Gemeinschaftserlebnis Kino. Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssten viele Multiplex-Kinos schon bald aufwendig umgerüstet werden, schreibt das US-Branchenblatt "Entertainment Weekly", denn die meisten von ihnen seien mit einer bereits "veralteten Technologie" ausgestattet. Wenn der Zuschauerschwund anhält, könnte bald ein neues, diesmal vielleicht endgültiges Kinosterben beginnen.

    "Das Kino wird überleben", sagt NBC-Universal-Mann Smith und gibt sich alle Mühe, die Kulturkritiker zu beruhigen: "Denn es verschafft dem Zuschauer ein einzigartiges Erlebnis." Einen Film zu Hause zu genießen, räumt Smith ein, sei allerdings "inzwischen eine sehr attraktive Alternative".

    LARS-OLAV BEIER, THOMAS SCHULZ, MARTIN WOLF
    Irgendwie ist es ja tatsächlich so, dass das Kino in den letzten Jahren leider nur noch mehr und mehr eine Imagefunktion übernimmt um Filme im angemessenen Rahmen zu präsentieren. Die Kohle und das ist ja nich neu, wird zunehmen über den DVD-Markt gemacht.

    Aber mich stimmt diese Entwicklung traurig. Ich versteh nur einfach nicht die Leute, die sich die Filme wirklich nur noch zu Hause auf ihrer 50 oder 70 cm Bildröhre anschauen. Du konsumierst so natürlich den Film und magst dich auch dran erfreuen aber die Magie der riesigen Kinoleinwand, des satten Sounds und des ganzen drumherums geht doch verloren.

    Klar, ich hab hier nen Beamer mit feiner Leinwand, die mir eine 2,30 Diagonale an die Wand zaubert. Das kommt dem Begriff Kino schon nahe aber auch das erreicht bei weitem nicht das Original. Sofern ich die Möglichkeit habe, schaue ich mir die Filme eben gerne in den dunklen Tiefen eines Kinosaals an.

    Der Punkt mit den Eintrittspreisen ist aber wirklich heikel. In meinem Nebenjob im Kino komm ich mir manchmal schon wie ein Gauner vor, wenn ich da Freitag abend nen paar Karten an eine Familie verkaufe, die sich Star Wars ansehen wollen. Die wollen dann natürlich hinten (Loge) sitzen. Zwei Erwachsene und zwei Schüler. Macht zusammen 31, 40 Euro.
    Das ist einfach krass (zweimal 8,70 und zweimal "ermäßigt" für 7 Euro).
    Ich kann die Leute durchaus verstehen, wenn sie nicht mehr sooft ins Kino gehen und sich den Film ihrer Wahl dann einige Monate später aus der Videothek ihrers Vertrauens für nen Euro leihen.

    Schlimm: Keine Experimente mehr, nur noch 08/15 Produkte die nur noch ein Massenpublikum ansprechen können. Hierzu inteteressnt: "Batman Begins": Aus die (Fleder-)Maus


    Gute Nacht Kino? Oder besteht noch Hoffnung?
    Oder nur der übliche Pessimismus, wenn sich neue Medien etablieren?
    Haben die Menschen damals, nachdem die Gebrüder Lumiere den Film auf die Beine brachten, nicht auch das Ende des Theaters prophezeit?
    Burt, are we fuck-ups?

  2. #2
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    Re: Das Ende des Kinos?

    Doch als der Star-Regisseur Steven Soderbergh ("Traffic", "Ocean's Eleven") vor einigen Wochen sein neues Projekt bekannt gab, löste er damit nicht nur Begeisterung aus. Sechs Filme werde er demnächst drehen, so Soderbergh, die aber - Überraschung! - am selben Tag im Kino und auf DVD herauskommen und im Fernsehen ausgestrahlt werden sollen.
    Die Meldung ist ja schon älter, aber IMHO eine gute Entwicklung. Als nächstes sollten sie gleichzeitig auch noch für eine gute Internet Distribution sorgen (ohne DRM), und wenn sie dabei sind gleich die lächerlichen RegionCodes auf den DVDs entfernen.

    und ein weiteres Viertel der Einnahmen landete als Erfolgsbeteiligung bei den Hauptdarstellern
    Vieleicht, vieleicht, eines Tages, geht es den Studios irgendwann so schlecht dass sie den Stars z.B. keine Gewinnbeteiligung mehr zustehen (ich nehme mal an die werden nicht verhungern). Ein Viertel, auf die Preise runterrechnen, das wäre sicher ganz nett.

    Das ist einfach krass (zweimal 8,70 und zweimal "ermäßigt" für 7 Euro).
    Anderseits kostet eine DVD Neuveröffentlichtung über 20 Euro - das ist einfach nur Wahnsinn. Anderseits - Im Vergleich zu den Kinopreisen..

    "aber angesichts der Videopiraterie, die uns jährlich Milliarden kostet, müssen wir flexibel sein."
    Lächerlich.

  3. #3
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    Re: Das Ende des Kinos?

    Anderseits kostet eine DVD Neuveröffentlichtung über 20 Euro - das ist einfach nur Wahnsinn. Anderseits - Im Vergleich zu den Kinopreisen..
    Ja.. aber mit geduld von 2 monaten oder so kann man schnell mit 10€ oder weniger rechnen. Bin immer wieder überrascht, was man da dezeit für schnäppchen machen kann. Außerdem gab es in näherer vergangenheit einige filme die direkt für so 7-10€ im verkauf gelandet sind, wie z.b. Fluch der Karibik, Last Samurai, True Lies (SE, remastert) ...
    ~Man muss das Absurde akzeptieren, um es bekämpfen zu können!~

    http://myspace.com/killtank

  4. #4
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    Re: Das Ende des Kinos?

    Man muss wissen was man will. Wenn man bedenkt, dass Dvds mittlerweile zu (sehr!) kleinen Preisen verkauft werden, sind sie dem Kino schon alleine deswegen (finanziell) voraus. Wenn man dann auch noch die Wartezeit abschafft, hat das Kino leider kaum eine Chance. Die Leute wissen das Kino IMO nicht zu schätzen. Die Atmosphäre (große Leinwand..) und der gesellschaftliche Aspekt sind mit einem Beamer und ner Surround-Anlage nicht zu ersetzen.
    Es gibt übrigens auch billigere Eintrittspreise. Ich zahle idR nie mehr als 5 Euronen. Da gibt´s nichts dran auszusetzen. Man sollte auch mal sehen was man dafür bekommt.

    Ich bin gegen die Abschaffung der obligatorischen "Wartezeit"!! (Wenigstens das.) :abgelehnt:

  5. #5
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    19

    Re: Das Ende des Kinos?

    Hi Thorsten!
    Ich hatte ja schon einmal bekannt gegeben, dass ich etwa 10 Jahre im Kinogeschäft gearbeitet habe.
    Ich teile deine Meinung, dass die Karten meist unverhältnissmäßig teuer sind nicht zu vergessen die Getränke!

    Was aber meiner Meinung nach den Kinos den Kopf gekostet hat oder besser gesagt kosten wird sind die Multi-Plex-Kinos in den Großstädten.
    2 Freunde von mir sind Theaterleiter in Multis und glaube mir das Geschwür in ihren Mägen wächst jeden Tag an. Es sind so viele Faktoren, die zu dem vermeindlichen TOT der Kinos führt.

    Ich zähle gerne mal welche auf z.B.
    1. Der Filmverleiher bzw. die Filmverleiher.
    2. Die Betriebskosten (Strom, Angestellte usw.)
    3. Die Überschwemmung von B-Movies in den Kinos.
    Denn nimmst du einen Blockbuster, dann mußt du meist
    vom Verleih ausgehend 2-3 Schrottfilme nehmen und diese auch
    zeigen! Wenn du glück hast, dann können öfters auch super Filme
    dabei sein.
    4. Die Kopien aus dem Netz.Ich denke nicht, dass diese wirklich so
    großen Schaden anrichten, denn wenn der Film gut ist, dann schauen
    sich die Menschen den Film auch im Kino an. (Herr der Ringe usw.)
    5. Nach der Kopie der SCHLIMMSTE - FAKTOR für die Kinos sind die Kauf
    DVD´s im Handel

    Nun was könnte man unternehmen um das Kino zu "retten"?

    Ich denke, dass der Filverleih mit seinen Gebühren runter müßte. Man bedenke, dass der Verleih mehr als die Hälfte der Einspielerg. der Kinos bekommt. Die Betriebskosten der Kinos müßten kleiner ausfallen. (Lieber mehr kleinere Kinos als diese riesen Kisten).
    Nun die Auswahl der Filme die in den Kinos gezeigt wird müßte "kleiner" sein, damit so Filme House of Wax gleich in den Videotheken landen.
    Natürlich sollte man nicht vergessen, dass nun auch die Preise fallen müßten. Man sollte bedenken,dass 30Euro eine Menge Geld für eine 4- Köpfige Familie ist. (30Euro= meist 3 DVD´s im Handel).
    Ich denke, dass viele Kinos schließen werden (die Großen) und wieder mehrere kleine Kinos entstehen und der Kinomarkt sich mit dem DVD-Markt die Waage halten wird. (Die Hoffnung stirbt nie ).
    Die Glotze macht schlau, oder?-)

  6. #6
    Regisseur Avatar von Lars
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    Re: Das Ende des Kinos?

    Also ich hoffe zwar nicht, das die Kinos irgendwann aussterben, muss aber zugeben, dass ich viel, viel mehr DVDs kaufe, und selten ins Kino gehe, denn 10€ (mit Essen...) für Kino, oder 18€ für ne DVD...
    "Death is a disease, it's like any other. And there's a cure. A cure - and I will find it."

  7. #7
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    Re: Das Ende des Kinos?

    Ich galube auch, dass es an den Preisen liegt. Die eigentliche Zielgruppe bilden zum Großteil die Jugendlichen. Denken die, ein Jugendlicher hat Bock 10 Euro von seinem relativ wenigen Geld für's Kino auszugeben?
    Mein Kino ist das sehr viel humaner, klein, schick, modern mit hammerharten 4,50 Euro am Kinotag... Ich war danach mal wieder in Frankfurt im Metropolis und habe nicht schlecht gestaunt, 8,90 Euro bezahlen zu müssen. Das sind fast 20 Mark!

  8. #8
    Regisseur Avatar von ric-dee
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    1.299

    Re: Das Ende des Kinos?

    Komisch! Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass die Kinos in den letzten Jahren sogar einen Anstieg der Besuche im Vergleich zu den Jahren davor verzeichnen konnten....

    Die oft genannten 10€ für einen Kinobesuch halte ich übrigens auch für kein gutes Beispiel. Als Cineast, zu denen so mancher sich hier bestimmt zählt, sollte man sich schonmal überlegen, ob es wirklich zu jedem Kinobesuch eine Popcorntüte mit Cola braucht!? Wenn man öfter ins Kino will, verzichtet man eben öfter auf den Knabberkram und schon sieht das Ganze preislich viel entspannter aus. Außerdem sollte man sich auch mal erkundigen, wann ein Kinogang wieviel kostet und welche Rabatte dort angeboten werden. Denn auch hier gilt bei oftmaligem Kinogenuss, lieber etwas öfter in der Woche statt am WE.

  9. #9
    Regisseur
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    Re: Das Ende des Kinos?

    Bei mir ähnlich. War früher jede Woche sneaken und hab mir nie was gekauft, da wird man ja arm. Heute geh ich auch oft am Kinotag, da kostets teilweise nur 4 Euro. Und im Cinemaxx zahlt man als Student ja sogar am WE nur 5 Euro. Da ist dann auch ab und sogar ne Cola drin.

  10. #10
    Zuschauer
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    Re: Das Ende des Kinos?

    Ich denke, dass der Filverleih mit seinen Gebühren runter müßte. Man bedenke, dass der Verleih mehr als die Hälfte der Einspielerg. der Kinos bekommt. Die Betriebskosten der Kinos müßten kleiner ausfallen. (Lieber mehr kleinere Kinos als diese riesen Kisten).
    Man müsste das Machtverhältnis umkehren. Die Kinos tun sich alle zusammen, und spielen nur noch Filme, bei denen sie die Kopien ohne Bedingungen vom Verleiher kaufen können. Wenn das alle einheitlich so machen, hätten die Distributoren keine andere Wahl.

    Vieleicht sollten wir uns zusammen tun und sämtliche Kinos in irgendeinem Bundesland aufkaufen. Und dann günstigere Konditionen durchsetzen [/b]

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