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Thema: Hexenjagd - eine Anti-BILD-Aktion

  1. #1
    laertes
    Gast

    Hexenjagd - eine Anti-BILD-Aktion

    das war vor kurzem bei heise.de zu lesen:


    Was die Bild-Zeitung kann, das können wir auch!

    von Ernst Corinth

    Wer kennt Geschichten über TINA SCHÜLER, BERND KELM, ILKA ROXIN, B. A. FRIEDRICH oder D. JURKO?

    So geht es schon seit Tagen: "Das sagen junge Türkinnen zu Sibel Kekillis Vergangenheit", "Warum drehte die zarte Diva so harte Pornos?" "Hat die süße Film-Diva ihr Herz schon vergeben?" "Der Star und die Pornoszene * wie alles begann." Und nun ganz frisch: "BILD erfuhr: Sibel Kekilli arbeitete für eine Stripperinnen- und Go-Go-Tänzer-Agentur in Essen. Der Chef: "Sie wollte oben ohne tanzen und strippen. Pro Auftritt bekam sie 200 Euro. Dann hatte sie plötzlich keine Zeit mehr. Aber in der Kartei ist sie noch immer drin.""
    Was die Bild-Zeitung derzeit mit der jungen Schauspielerin Sibel Kekilli und Hauptdarstellerin des Films "Gegen die Wand" on- und offline treibt, kann man nennen, wie man will. Aber schmierig ist die Art auf jeden Fall, wie hier mit Blick auf die Verkaufszahlen eine Hexenjagd, ja ein Kesseltreiben inszeniert wird, bei denen es den Machern völlig egal ist, wie ihre Opfer die Vorgänge verkraften. Dass diese Jagd zudem geleitet wird von einem Chef, der vor einiger Zeit die Gerichte bemüht hat, weil jemand Scherze über seinen angeblich zu kleinen Kai gerissen hat, passt ganz gut ins Bild. Schließlich hat man beim Lesen dieser Texte das ungute Gefühl, dass der Verfasser sie von seinem Unterleib diktiert bekommen hat.
    So weit, so pervers. Aber warum soll man den Spieß nicht einfach mal umdrehen. Schließlich ist das, was mit Sibel Kekilli geschieht, kein Einzelfall, sondern vielmehr seit Jahren eine bewährte Bild-Praxis. Und da die betreffenden Texte namentlich gekennzeichnet sind, könnte man doch eigentlich auch mal in der Vergangenheit dieser Bild-Autoren herumschnüffeln. - Und das soll nun und hiermit geschehen: Wer also Geschichten aus dem Leben von TINA SCHÜLER, BERND KELM, ILKA ROXIN, B. A. FRIEDRICH oder D. JURKO kennt, möge sie bitte an folgende E-Mail-Adresse schicken: bildstinkt@aol.com. Interessant sind Verfehlungen und Peinlichkeiten jeglicher Art. Auch aus den Kindertagen dieser Autoren. Und besonders schön wären ein paar wirklich unangenehme Fotos der betreffenden Personen. Wir veröffentlichen alles - genau wie Bild.


    woraufhin sich die springer-anwälte einschalteten und folgender nachfolgetext bei heise.de erschien:


    Was die Bild-Zeitung kann, das können wir auch!

    von Ernst Corinth

    Aber dürfen tun wir das nicht, meint die Rechtsabteilung des Springer Verlages

    Die Springer-Rechstabteilung schickte mir nämlich jetzt einen Brief, mit der Aufforderung meinen "Internetauftritt" zu ändern. Und gemeint ist damit vermutlich mein Telepolis-Text Was die Bild-Zeitung kann, das können wir auch!, der zwar ausdrücklich in der Rubrik Glosse eingeordnet ist, aber für die Springer-Rechtsabteilung "weit über die Grenzen zulässiger Meinungsäußerungen hinaus(geht) und massiv (verstößt) gegen das Verbot der Veröffentlichung und Verbreitung von Schmähkritik". Falls ich der Aufforderung nicht nachkomme, heißt es in dem Schreiben weiter, "sehen wir uns gezwungen, unseren Unterlassungsanspruch und weitere Ansprüche gerichtlich durchzusetzen".
    So weit, so juristisch. Beklagt wird mein im Text enthaltener Aufruf an die Leser "Materialien, die Verfehlungen und Peinlichkeiten von Bild Redakteuren dokumentieren", an mich weiterzuleiten. Außerdem heißt es in dem Brief:
    Zitat Zitat von BILD
    Weder trifft es zu, dass wir mit 'Blick auf die Verkaufszahlen eine Hexenjagd bzw. ein Kesseltreiben inszenieren, bei denen es uns egal ist, wie die Opfer der Vorgänge diese verkraften', noch handelt es sich bei unseren Publikationen 'um Texte, die vom Unterleib des Verfasser diktiert' werden. Den Vorwurf der 'Perversität' können wir auch nur vehement zurückweisen.
    Schön, zu wissen. Und gern komme ich der Aufforderung nach und ändere hiermit meinen "Internetauftritt":

    [Was die Bild-Zeitung kann, das können wir auch!

    Leider sind uns Geschichten über TINA SCHÜLER, BERND KELM, ILKA ROXIN, B. A. FRIEDRICH oder D. JURKO aber so etwas von egal!
    So geht es schon seit Tagen: "Das sagen junge Türkinnen zu Sibel Kekillis Vergangenheit", "Warum drehte die zarte Diva so harte Pornos?" "Hat die süße Film-Diva ihr Herz schon vergeben?" "Der Star und die Pornoszene - wie alles begann." Und nun ganz frisch: "BILD erfuhr: Sibel Kekilli arbeitete für eine Stripperinnen- und Go-Go-Tänzer-Agentur in Essen. Der Chef: "Sie wollte oben ohne tanzen und strippen. Pro Auftritt bekam sie 200 Euro. Dann hatte sie plötzlich keine Zeit mehr. Aber in der Kartei ist sie noch immer drin."
    Was die Bild-Zeitung derzeit mit der jungen Schauspielerin Sibel Kekilli und Hauptdarstellerin des Films "Gegen die Wand" on- und offline treibt, kann man nennen, wie man will. Aber veröffentlichen sollte man es lieber nicht * wegen der Springer-Anwälte. Und auf keinen Fall sollte man beim Lesen dieser wie immer brillant formulierten Bild-Texte, das ungute Gefühl bekommen, dass der Verfasser sie von seinem Unterleib diktiert bekommen hat.
    So weit, so keusch. Aber warum soll man den Spieß nicht einfach mal umdrehen. Schließlich ist das, was mit Sibel Kekilli geschieht, kein Einzelfall, sondern vielmehr seit Jahren eine bewährte Bild-Praxis. Und da die betreffenden Texte namentlich gekennzeichnet sind, könnte man doch eigentlich auch mal in der Vergangenheit dieser Bild-Autoren herumschnüffeln. * Ja, könnte man, aber leider interessieren uns Geschichten aus dem Leben von TINA SCHÜLER, BERND KELM, ILKA ROXIN, B. A. FRIEDRICH oder D. JURKO überhaupt nicht. Nein, die Damen und Herren sind uns so etwas von egal, dass wir die an die folgende Email-Adresse geschickten Mails: bildstinkt@aol.com erst gar nicht gelesen haben. Und auch die Adresse haben wir längst verändert in: bildistlieb@aol.com.

  2. #2
    Nebendarsteller
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    Re: Hexenjagd - eine Anti-BILD-Aktion

    Irgendwie fühle ich mich gerade an ED TV erinnert

  3. #3
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    Re: Hexenjagd - eine Anti-BILD-Aktion

    das heißt, wenn es nicht so wäre, wie es ist, wäre es zum lachen!

  4. #4
    Regisseur
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    Re: Hexenjagd - eine Anti-BILD-Aktion

    Die Bildredakteure hätten eine solche Aktion wirklich verdient, echt widerlich wie die Quote machen mit billigen Kampagnen.

  5. #5
    Nebendarsteller
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    Re: Hexenjagd - eine Anti-BILD-Aktion

    Andererseits wurde der Film "Gegen die Wand" dadurch bekannter und sie konnten die Anzahl der Kopien erhöhen ...

  6. #6
    Nebendarsteller
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    Re: Hexenjagd - eine Anti-BILD-Aktion

    seh ich ähnlich!
    im Grunde ist jede PR doch willkommen-ob gut oder schlecht ist doch egal, Hauptsache es lockt ein paar mehr ins Kino-das wird zwar keiner von den Filmemachern zugeben, wird aber insgeheim wohl so sein, denke ich.

    Finde zwar die Arbeit der BILD auch nicht besonders gut(obwohl ich sie jahrelang als Zugbegleiterin gekauft habe-ja, ich steh dazu!), aber es gibt nunmal sowas wie Angebot und Nachfrage. Viele Menschen kaufen die BILD, wohl auch wegen solcher Berichte und daher ist nicht zu erwarten, dass die ihren Stil ändern.
    Fände so eine Aktion wie oben angesprochen auch nicht toll, denn damit würde man sich ja genau der selben Mittel bedienen, wie die BILD und wenn man sowas schon verwerflich findet, dann sollte man das auch nicht selbst praktizieren.
    Falsches wird ja auch durch gute Absichten nicht richtiger

    Da find ich den "Boykott" des Kanzlers schon besser um zu zeigen, dass man sich solche Berichterstattung nicht gefallen lässt...

  7. #7
    Nebendarsteller
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    Re: Hexenjagd - eine Anti-BILD-Aktion

    Der "Boykott" des Kanzlers ist heuchlerisch ... einmal findet er die Zeitung super toll, weil die Bild ihn gerade super rüberbringt und dann, sobald sie negatives bringen, will er nicht mehr mit ihnen reden.

    Man mag vielleicht die Methoden der Bildzeitung verteufeln, aber machen es denn die anderen Blätter besser? Oder sind die andere Zeitungen moralischer?
    Es regt sich sowieso keiner auf, bloß weil Sibel Kekili Harcore Darstellerin war ... denn es gibt schlimmeres.

    Der Film "Gegen die Wand" wurde durch diese Kampagne berühmt, der Start 3 Monate vorverschoben und die Anzahl der Kopien erhöht.

    Und bzgl. dieser Anti-Bild-Kampagne:
    Die Personen, über die Bild berichtet, sind doch meistens froh, wenn sie überhaupt mal wieder im Rampenlicht stehen. Die sind doch auf solche Sachen angewiesen um ihren Marktwert zu erhöhen (z.B. Sybille Rauch)
    Und als Schauspieler, Prominenter oder Politiker muss man damit leben, dass unangenehme Details auftauchen können.

    Die Leute bei der Bild machen nur ihren Job, ich glaube nicht, dass die Autoren ihr Leben öffentlich machen wollen.

  8. #8
    Regisseur
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    1.699

    Re: Hexenjagd - eine Anti-BILD-Aktion

    BOOORING


    Also ich lese die Bildzeitung nicht und habe so auch kaum was davon mitbekommen, wenn diese Herren der Gegenmaßnahme so die Bild verabscheuen warum lesen sie sie dann??? Einfach ignorieren und sich nicht selber auf solch absolut lächerliche Spuren begeben.

  9. #9
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    375

    Re: Hexenjagd - eine Anti-BILD-Aktion

    Gegen die Wand profitiert vielleicht von der Kampange aber es geht doch nicht um Gegen die Wand sondern um Sibel Kekilli. Und ob die es so toll findet, dass ihr Name durch nur schlecht verschleiert rassistische Kampangen etwas bekannter wird ist eine ganz andere Frage. Was die BILD seit Jahr und Tag macht ist schlicht und einfach widerlich und nicht zu entschuldigen.
    Ignorieren nützt leider nichts, die BILD ist nun einmal real und sie steht ja auch nicht alleine sondern hat eine ganze RTL. Sat 1, BZ und was weiß ich noch alles Armee hinter sich.
    You're no good and neither am I. That's why we deserve each other.
    Out Of The Past

  10. #10
    laertes
    Gast

    Re: Hexenjagd - eine Anti-BILD-Aktion

    Zitat Zitat von Gerd.Pansen
    "[...] obwohl ich sie jahrelang als Zugbegleiterin gekauft habe - ja, ich steh dazu! [...]"
    wie, Du bist zugbegleiterin? na, das nenne ich mal ein outing. schön, dass Du dazu stehst.


    Zitat Zitat von Blu2
    "[...] Die Personen, über die Bild berichtet, sind doch meistens froh, wenn sie überhaupt mal wieder im Rampenlicht stehen. Die sind doch auf solche Sachen angewiesen um ihren Marktwert zu erhöhen (z.B. Sybille Rauch) [...]"
    aber mit dem geringfügig ähnlichen vornamen erschöpfen sich dann auch schon die gemeinsamkeiten zwischen sibel und sybill. ich behaupte einfach mal, dass über 99 % der menschen, über die BILD berichtet, nicht damit einverstanden sind, und zwar wenn schon nicht mit dem ob (was sicherlich auch nicht gerade wenige sind), dann jedenfalls aber nicht mit dem wie.
    die BILD zeitung missachtet jedenfalls grundlegende menschenrechte. aktuelles beispiel: gestern soll ein taucher aus weinböhla nahe dresden seine frau erstochen haben. BILD berichtete heute auf der titelseite davon, mit photo von ihm (ohne augenbalken), namen & der bezeichnung als mörder. da hat wohl noch niemand etwas von der unschuldsvermutung gehört. dies ist nur ein beispiel von sehr vielen.
    ich bin schon lange für ein striktes verbot der BILD. weil sie desinformiert, die menschen dumm hält & noch dazu regelmäßg existenzen beschädigt oder sogar vernichtet. damit hält kein anderes blatt am hiesigen markt mit. indes weiss ich, dass es dummheit (wie zB rechts-parteien) immer geben wird und staatliche sanktionen nichts nützen. insofern ist auch der boykott durch die bundesregierung nur ein symbolischer akt ohne wirkung für die leser des auflagenstärksten blattes europas.

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