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Thema: in dubio pro reo

  1. #1
    Regisseur
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    in dubio pro reo

    Zitat Zitat von Gerry
    Zitat Zitat von vom Wyatt Earp der Bruder


    Was ist denn bitte an Jemandem der ein Verbrechen begangen hat so schlimm?? Niemand ist nur "Verbrecher", sind doch genauso Menschen wie du und ich..! Krass pauschalisierende Ansicht, die du hier an den Tag legst.
    Ich gehe mal davon aus, dass Du das anders meinst, als Du es geschrieben hast. Vermutlich willst Du auf die Möglichkeit einer Resozialisierung hinaus. Denn selbstverständlich ist ein Verbrecher zwar weiterhin ein Mensch, aber sicher nicht 'wie du und ich'. Und bei Mördern, Vergewaltigern und ähnlichen Gewaltverbrechen ist die Äusserung 'was ist daran so schlimm?' sicher fehl am Platz, das werden Dir Opfer und Hinterbliebene gerne bestätigen.
    Das ein geläuterter Ex-Verbrecher und Ex-Häftling durchaus an Filmen mitarbeiten oder in ihnen mitspielen kann (ich meine jetzt 'richtige' Verbrecher, nicht die üblichen Drogenuser à la Robert Downey Jr. oder Ladendiebe wie Winona Ryder) halte ich allerdings auch für nicht verwerflich.

    Nun, ich denke doch zwischen einer Person, die ausser ein paar Strafzetteln eine weisse Weste hat und einem Menschen, der getötet oder vergewaltigt hat gibt es noch sehr viele Zwischentöne.. wenn man aber von "Verbrechern" redet schert man jeden verurteilten Ladendieb, Einbrecher oder Trickbetrüger mit Massenmördern über einen Kamm. Es ist die schnelle Abstempelung eines Menschen, damit man sich nichtmehr mit ihm auseinandersetzen muss, die mich wirklich zutiefst abstösst. Und wenn jmd als junger Mensch in einem kriminellen Milieu einen Mord begangen hat, so ist das kein Grund für mich ihn 30 Jahre später nach Verbüssung seiner Strafe als untragbar anzusehen.. ich empfinde mich dem gegenüber nicht als so erhaben.

  2. #2
    Regisseur
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    Re: in dubio pro reo

    Bei einem GEWALT-Verbrecher, also einem Mörder oder zumindest einem, der anderen Menschen Gewalt angetan ohne mit der Wimper zu zucken habe ich nicht das allergeringste Verständnis.

    So Jemand bliebe für mich immer "gebrandmarkt". Gebrandmarkt in dem Sinne, daß selbst wenn er seine Strafe abgesesssen (Schuld gesühnt hört sich bei einem Mord schon wieder IMO zu "billig" an, denn davon hat ist der Mord nicht rückgängig gemacht!) die Gewaltat Desjenigen immer mit ihm assoziiert bliebe. Das wäre dann niemals für mich "ein Mensch wie Du und ich" oder "der nette Herr Nachbar", selbst wenn er der nette Nachbar wäre.

    Und -wie im Falle des im Kennenlern-Topic aufgebrachten Beispiels - ein GEWALTVERBRECHER oder Mörder, der in einem FILM einen Mörder oder GEWALTVERBRECHER spielt, damit hab ich erhebliche moralische Probleme.

    Und um Dein Beispiel aufzugreifen, Wyatt: wenn Jemand vor 30 Jahren einen Mord begangen hat, dann ist und bleibt er ein Mörder bis ans Ende seiner Tage, selbst wenn er seine Strafe hinter sich hat. Resoziliasierung ist ein schönes Wort aber in so einem Zusammenhang bzw bei so einer Straftat auch ein wenig unangemessen, denn so ein Mensch hat IMO ein stückweit sein "Menschsein" verwirkt -wobei ich Ich bewußt von GEWALTVERBRECHERN und Mördern in dem Zusammenhang rede!

    Für diese Typen kann keine Strafe angemessen gerecht oder hart genug sein auf diesem Planeten. Die werden erst später, bei einer höheren Instanz ihre gerechte Strafe erhalten, wenn Gott über sie zu richten hat, was sie mit ihrem Geschenk als Mensch auf Erden gewandelt zu sein angefangen bzw dieses sträflich gegen andere Menschen mißbraucht haben.

  3. #3
    Regisseur Moderator Avatar von Daniel
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    Re: in dubio pro reo

    "Gott vergibt... Wolfe nie!" ...

    Also manchmal hast du echt äußerst seltsame Ansichten. "Menschsein verwirkt"... Ts ts ts...

    Zitat Zitat von Wolfe
    Die werden erst später, bei einer höheren Instanz ihre gerechte Strafe erhalten, wenn Gott über sie zu richten hat, was sie mit ihrem Geschenk als Mensch auf Erden gewandelt zu sein angefangen bzw dieses sträflich gegen andere Menschen mißbraucht haben.
    Religiöse Glaubensinhalte in allen Ehren, aber mit der Vorstellung vom "gerechten Gott", der nach unserem Tod Gericht über die schändlichen Sünder hält, kann ich persönlich rein gar nichts anfangen.

  4. #4
    Regisseur
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    Re: in dubio pro reo



    Würde mich ja doch interessieren ob du damit auch ein Befürworter der Todesstrafe bist, wenn wiedergutmachung ohnehin nicht erreicht werden kann und keine Strafe hart genug ist, kann man die Leute doch gleich töten.. am besten vorher noch bisschen Foltern, so als Abschreckung für die Anderen, vielleicht durch Angehörige, damit die auch ihre Genugtuung haben, toller Plan, oder?

    Noch viel krasser finde ich aber die derbe Verallgemeinerung, die du hier an den Tag legst, weswegen ich auch auf das "Verbrecher" ursprünglich eingegangen war. Hat eine Frau, die nach jahrzehnten der Misshandlung durch ihren Ehemann diesen letztlich tötet ihr Menschsein auch verwirkt? Du scheinst bei "Mördern" gleich an jmd zu denken, der einen aufschlitzt weil man nicht schnell genug die Uhrzeit sagen konnte. Aber die allermeisten Taten haben wohl doch noch einen Hintergrund! So überrascht es dich vielleicht wenn ich sage: Der Steinhäuser(?), Amokläufer aus Erfurt, ist für mich kein Monster, keine verabscheuungswürdige Bestie. Ja, ich empfinde da sogar so etwas wie Mitleid für den Täter. Denn es braucht viel viel seelische Qualen um einen Menschen so weit zu bringen. Das ist selbstverständlich keine Legitimation. Und wäre ich Angehöriger würde ich ihn vermutlich auch hassen. Aber ich hoffe, dass ich selbst dann noch differenzieren könnte um ihm nicht das Mensch-sein abzusprechen.

    Ich erinnere mal an das was Marilyn Manson über die Amokläufer an der Columbine gesagt hat.. man hätte diesen Menschen zuhören müssen, mit Ignoranz züchtet man sich seine verzweifelten menschlichen Zeitbomben quasi selbst heran..

  5. #5
    Nebendarsteller
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    Re: in dubio pro reo

    Mal ganz krass formuliert: Für manche Verbrecher ist die Todesstrafe, in meinen Augen, das einzig Wahre, z.B. finde ich diese Kinderschänder einfach nur noch widerlich. Und am Ende laufen Sie nach ein paar Jahren wieder frei rum und die damaligen Opfer kämpfen ihr Leben lang mit diesem Schmerz.
    Foltern als Abschreckung oder zur Genugtuung widerum ist schwachsinnig weil es sicherlich niemandem hilft.

    Eine Frau die ihren Mann nach jahrzehntelanger Folter tötet ist und bleibt eine Mörderin, weil Sie jemanden umgebracht hat.
    Ihr deswegen den Status Mensch abzusprechen halte ich für falsch.

  6. #6
    Statist
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    Re: in dubio pro reo

    Zitat Zitat von Blu2
    Mal ganz krass formuliert: Für manche Verbrecher ist die Todesstrafe, in meinen Augen, das einzig Wahre, z.B. finde ich diese Kinderschänder einfach nur noch widerlich. Und am Ende laufen Sie nach ein paar Jahren wieder frei rum und die damaligen Opfer kämpfen ihr Leben lang mit diesem Schmerz.
    Du tust gerade so, also ob es nur die zwei Möglichkeiten in Freiheit weiter schänden oder Tod gibt. Un kämpfen die Opfer nicht mehr mit dem Schmerz, wenn der Peiniger nicht mehr lebt? Glaub ich nicht!
    Keaton hat sehr oft gesagt: Ich glaube zwar nicht an Gott, aber ich fürchte mich vor ihm. Ich persönlich glaube an Gott und das einzige, wovor ich mich fürchte, ist Keyser Soze.

  7. #7
    Regisseur
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    Re: in dubio pro reo

    Mal ne Frage: Was findet ihr an einem Mörder und GEWALTVERBRECHER schlimmer als an einem General/Politischen Führer? Die reiten oft tausende in den Tod und da sagt keiner was.

    War es Stalin?

    Töte einen Mensch und du bist ein Mörder, töte viele und du bist ein Held.
    Don't let me falter, don't let me hide,
    Don't let someone else decide
    Who or what I will become

  8. #8
    Regisseur
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    Re: in dubio pro reo

    Von Stalin kenn ich nur (angeblich) : Ein Toter ist eine Tragödie, eine Million Tote ist eine Statistik.

  9. #9
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    Re: in dubio pro reo

    Kann sein dass ich das verwechselt habe. Aber wenn du Lust hast kannst du dich trotzdem zu meinem Beitrag äußern
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  10. #10
    Regisseur
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    Re: in dubio pro reo

    Ich denke mal, die schlimmsten Mörder, die die Welt bislang gesehen hat, waren politische Führer, allein deswegen, weil es einer solchen Machtstellung bedarf, damit die Opferzahlen in die Tausende und Millionen gehen. Ohne ihren politischen Werdegang wären Hitler, Stalin, Pol Pot, Idi Amin, Saddam Hussein usw. wohl kleine Lichter geblieben, auch in Hinsicht auf ihre kriminellen 'Karrieren'.

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