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Thema: Gouverneur Schwarzenegger

  1. #1
    laertes
    Gast

    Gouverneur Schwarzenegger

    da ich in der walk of fame leider kein schwarzenegger-topic gefunden habe und dort nicht extra eines wegen dieses themas eröffnen wollte, poste ich nun hier in der plauderecke einen sehr interessanten text von thomas kleine-brockhoff. schau, schau, was der arnie politisch so alles bewegen will und wie er sich zu seiner partei verhält (man [moderator] möge dieses topic auch gern dorthin kopieren, wohin es gehört).

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    Arnold ernst nehmen!

    Das Phänomen Schwarzenegger: ein Muskelprotz will Gouverneur von
    Kalifornien werden und verändert die politische Landschaft Amerikas

    Von Thomas Kleine-Brockhoff für ZEIT.de

    Washington

    Es ist leicht, sich über Arnold Schwarzeneggers Kandidatur zum
    Gouverneur lustig zu machen. Zum Beispiel so: Mr. Universe will Mr.
    California werden. Ob hinter dem Muskel auch Hirn steckt? Oder so:
    Typisch Amerika. Bietet keine ernsthaften Politiker auf, nur
    zweitklassige Schauspieler. Der Terminator – hohl, brutal, rechts.
    Popkultur frisst Inhalte auf. Ein Land als Gruselkabinett. Passt ins Bild.
    Ein Bild, das sich blitzschnell und mit grobem Strich zeichnen ließe.

    Wie wär’s stattdessen mit dem Versuch, Schwarzenegger Ernst zu
    nehmen? Ihn nicht als Kandidaten zu sehen, sondern als Phänomen?
    Seine Kandidatur als Erdbeben zu begreifen, dessen Schockwellen
    weit über Kalifornien hinaus tragen werden? Sie dürften die politische
    Landschaft Amerikas erschüttern.

    Arnold Schwarzenegger ist der Wunschkandidat der Republikaner. Er
    kann nämlich gewinnen. Das will was heißen in Kalifornien, das die
    Demokraten im Grundbuch der politischen Territorien als Besitz
    eingetragen haben. Seit 20 Jahren gewinnen Republikaner hier keine
    Wahl mehr. Die Partei liegt am Boden und wird getragen von ein paar
    rechten Ideologen. Die halbwegs liberale Gesellschaft Kaliforniens
    macht ihr Kreuzchen anderswo, und sei es dort, wo „grau“ steht. Grau
    für gray. Gray Davis heißt nämlich der unscheinbare und unfähige
    Gouverneur, der nun abgewählt werden soll. Mit dem Namen
    Schwarzenegger verbindet sich die Sehnsucht der Republikaner nach
    dem Comeback. Der Palast des Gouverneurs soll Feldherrenhügel
    eines Krieges gegen die Linke werden. Denn Kalifornien stellt so viele
    Kongress-Abgeordnete wie kein anderer Staat und bei
    Präsidentschaftswahlen die meisten Wahlmänner. Könnten die
    Republikaner Kalifornien wiedergewinnen, wären sie aus Washington
    kaum mehr zu vertreiben. Schwarzenegger steht für den Wunschtraum
    einer dauerhaften rechten Mehrheit. Als Karl Rove, Chefberater des
    Präsidenten, im vergangenen Jahr zu einer möglichen Kandidatur
    Schwarzeneggers befragt wurde, sagte er: „Das wäre schön. Das wäre
    sehr schön. Das wäre wirklich sehr, sehr schön.“

    Republikaner projezieren in Schwarzenegger das Bild des muskulären
    und anti-intellektuellen Konservatismus hinein. Ein Mann, der aus dem
    Nichts kam und mit eigener Hände Arbeit ein Vermögen ansammelte,
    der vorzeigbar und prinzipientreu ist, der mit einfachen Menschen
    kommunizieren kann. Natürlich steht dahinter der Mythos von Ronald
    Reagan, dem ewig unterschätzten Heros der Rechten. Dieser Vergleich
    ruft auch die liebste Legende der Rechten wach, den Opfermythos,
    demzufolge Konservative von einer linken Mainstream-Kultur, zumal
    in Hollywood, unterdrückt würden und sich in heldenhaftem Kampf
    um die eigenen Werte durchsetzen müssten.

    Doch ob die politische Figur Schwarzenegger die Träume ausleben
    wird, ist äußerst zweifelhaft. Und zumindest die strategischen Köpfe
    der Republikaner in Washington wissen das auch. Sie ahnen, dass
    ihnen Schwarzenegger noch viele schmerzhafte Kompromisse
    abverlangen wird. Seine Biographie ist die erste Herausforderung. Wie
    wollen eigentlich die Republikaner ihre Kampagne gegen Werteverlust
    und Gewaltfernsehen fortführen, wenn ihr Kandidat für 383
    Leinwandmorde verantwortlich zeichnet (und außerdem schwanger
    war und ein Kind gebar)? Und wie ihre Kampagne gegen die
    Kennedys als machtbesoffene, risikoversessene, todessüchtige
    Familie weitertreiben, wenn Maria Shriver, die Ehefrau ihres
    kalifornischen Kandidaten, die Nichte von John F. Kennedy ist? Und
    wie ihren Feldzug für Ehe und Familie, wenn sich die Gerüchte
    bewahrheiten sollten, nach denen ihr Kandidat ein notorischer
    Ehebrecher ist?

    Und dann erst Schwarzeneggers Ansichten! Im Losungsbuch für
    Parteisoldaten stehen die nicht. 1999 hat er seine Parteifreunde
    verprellt, indem er sagte, er schäme sich, Republikaner zu sein. Das
    Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Clinton (wegen dessen
    sexuellen Eskapaden) werde er seiner Partei niemals verzeihen. Nun
    muss dieselbe Partei ihm verzeihen, dass er gegen ein kategorisches
    Abtreibungsverbot ist, gegen unumschränkte Waffenfreiheit, für
    Adoptionsrechte von Schwulen, für Umweltstandards und für die
    Förderung öffentlicher Schulen. Kurzum: der Mann ist ein Moderater,
    kein Anhänger der reinen republikanischen Lehre. Genau deshalb hat
    er, sofern er sich nicht als leicht attackierbarer Anfänger und unfähiger
    Wahlkämpfer erweisen sollte, Chancen zu gewinnen. Er spricht die
    breite Mitte derjenigen an, die sich von der kalifornischen Parteipolitik
    abgestoßen fühlen. Für die Republikaner ist Schwarzenegger also der
    Preis, den sie für die Aussicht auf dauernden Machterhalt in
    Washington zu zahlen bereit sind.

  2. #2
    laertes
    Gast

    Re: Gouverneur Schwarzenegger

    und hier noch eine aktuelle meldung zum thema:

    [08.08.2003]
    Schwarzenegger will Governator werden
    Arnold Schwarzenegger hat vor, für das Amt des Gouverneurs von
    Kalifornien zu kandidieren. Das sagte er in der „Tonight Show“ bei Jay Leno.
    Falls er gewählt werden sollte, will er ein sofortiges Rauchverbot für
    Kampfroboter, Geschwindigkeitsbeschränkungen für den T-1000 sowie die
    Erfindung eines total irren Computersystems mit eigenem Bewußtsein, das
    „Sky-Net oder so ähnlich“ heißen und spätestens 2012 „für klare Verhältnisse
    sorgen“ soll.

    (Quelle: titanic-magazin.de)

    ein exclusiver vorab-blick auf die nächste uno-sitzung:


  3. #3
    Statist
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    21.07.2003
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    86

    Re: Gouverneur Schwarzenegger

    der artikel hört sich fast so an, als wollten die republikaner eine figur vorschieben, um ihre interessen durchzusetzen.

    wenn schwarzenegger tatsächlich gewählt würde und die republikaner sich durchsetzten, wäre das wenig vorteilhaft. ich finde es eh schon erschreckend, was sich für religiös verblendete rechtsausleger in der politik tummeln.

    ich respektiere den mann dafür, dass er mit zweitklassigen schauspielleistungen gegen das genörgel alle basher einen haufen geld verdient hat und berühmt geworden ist. es ist auch lobenswert dass er sich sozial engagiert. die frage ist nur, ob er damit auch für die politik geeignet ist

    es schaffen ist NICHT = geeignet sein. es würde mich keinen meter wundern, wenn er gewählt würde -- schließlich sind schon ex-wrestler governeur und dorftrottel präsident geworden.
    "Everyone's always in favor of saving Hitler's brain, but when you put it in the body
    of a great white shark -- ooh, suddenly you've gone too far"

  4. #4
    Nebendarsteller
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    22.02.2003
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    416

    Re: Gouverneur Schwarzenegger

    ich hab gehört, dass die Republikaner gar nicht so richtig für ihn sind, denn er ist ihnen viel zu "links2 eingestellt-so ist er ja z.B. nicht gegen Homosexuelle...
    Also wenn dann wäre denen sicher ein "echter" Konservativer lieber, als Arnie-mal sehen, ob er es überhaupt schafft, als Kandidat nominiert zu werden.

  5. #5
    laertes
    Gast

    Re: Gouverneur Schwarzenegger

    der nächste präsident der vereinigten staaten (das fängt doch schonmal gut an):



    und hier der text dazu (eine kleine biographie):

    http://www.rotten.com/library/bio/en...chwarzenegger/

  6. #6
    Regisseur Moderator Avatar von Anne
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    Re: Gouverneur Schwarzenegger

    Die Bilder sind überflüssig, Laertes.
    Du argumentierst doch sonst so gern, wieso plötzlich derartige "Propaganda"? Ganz abgesehen davon, daß diese Fotos uralt, allgemein bekannt, und völlig unspektakulär sind - es sei denn, man findet die fotographische Darstellung primärer Geschlechtsorgane in dieser Form heute noch spektakulär...

    Zu Arnies Kandidatur: Is mir egal. Meinen Segen hat er.

  7. #7
    Regisseur Avatar von Markus
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    Re: Gouverneur Schwarzenegger

    Zitat Zitat von laertesdd
    der nächste präsident der vereinigten staaten
    Da hast Du wohl was missverstanden...

    Kann er überhaupt Präsident werden? Denn letztendlich ist er ja gebohrener Österreicher und wie sehen denn die Gesetze in USA aus?

    Gruß Markus

  8. #8
    Admin Avatar von Matt
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    Re: Gouverneur Schwarzenegger

    Das kann er auf jeden Fall nicht, denn um für das Präsidentenamt zu kandidieren musst du in den Staaten geboren sein, und das ist bei Arnie ja nicht wirklich der Fall.

    Hier in Deutschland sieht das anders aus.
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

  9. #9
    Nebendarsteller
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    Re: Gouverneur Schwarzenegger

    er kann es nicht, da er wie gesagt kein gebürtiger Amerikaner ist!

    wobei ich jetzt dieses Gerede gar nicht verstehen kann, so als ob er der erste Schauspieler wäre, der in die Politik gegangen ist...vielleicht projeziert man auch nur die Charaktere aus seinen Filmen auf ihn und denkt, dass er es nicht kann. Wer weiß denn, was er wirklich kann? Vielleicht ist er ja ein guter Politiker...

  10. #10
    Regisseur
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    Re: Gouverneur Schwarzenegger

    Zitat Zitat von Matt
    Das kann er auf jeden Fall nicht, denn um für das Präsidentenamt zu kandidieren musst du in den Staaten geboren sein, und das ist bei Arnie ja nicht wirklich der Fall.

    Hier in Deutschland sieht das anders aus.
    Wie?? Hier in Deutschland kann er US-Präsident werden???

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