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Thema: KONKRET

  1. #1
    laertes
    Gast

    KONKRET

    da einige von Euch die konkret noch nicht kennen, poste ich hiermit (ein eigenes topic hat sie definitiv verdient) die geschichte der zeitschrift konkret (nachzulesen auch auf der konkret-homepage).
    warum Euch das interessieren sollte? ganz einfach: weil die konkret die einzige zeitschrift ist, die eine konsequente absage an

    • krieg, [/*:m:2om2h2mp]
    • militär, [/*:m:2om2h2mp]
    • rüstung, [/*:m:2om2h2mp]
    • an aberglauben (auch den christlichen) und ideologie, [/*:m:2om2h2mp]
    • an ausbeutung, [/*:m:2om2h2mp]
    • kapitalismus, [/*:m:2om2h2mp]
    • nazismus, [/*:m:2om2h2mp]
    • faschismus, [/*:m:2om2h2mp]
    • rassismus und an [/*:m:2om2h2mp]
    • antisemitismus[/*:m:2om2h2mp]


    ent- und durchhält.

    ---

    KONKRET

    ist die einzige linke Publikumszeitschrift Deutschlands

    Gegründet 1957 in Hamburg von einem Kreis kommunistisch-pazifistischer Studenten. Erschien zunächst als Studentenzeitung nur in den Semestermonaten, später allmonatlich, dann vierzehntägig und schließlich (im Wahljahr 1972) wöchentlich. Chefredakteurin und bekannteste Kolumnistin von KONKRET in den Jahren um 1968 war Ulrike Marie Meinhof.

    1973 ging der alte KONKRET-Verlag in Konkurs.

    1974 wurde der Neue Konkret Verlag gegründet.

    Im Oktober 1974, nach genau einjähriger Pause, war KONKRET wieder am Kiosk. Die Zeitschrift erscheint seitdem monatlich, ihr Herausgeber ist Hermann L. Gremliza. KONKRET publiziert außerdem die Sachbuch-Reihe KONKRET-TEXTE sowie jährlich zur Frankfurter Buchmesse das Sonderheft LITERATUR KONKRET.

    Der Rückblick auf fast 45 Jahre KONKRET zeigt die Geschichte der Zeitschrift als die Geschichte ihrer Zeit, beide ebenso chaotisch wie konsequent zugleich.

    Von den fünfziger Jahren bis heute steht KONKRET für die Absage an Krieg, Militär, Rüstung, an Aberglauben (auch den christlichen) und Ideologie, an Ausbeutung, Kapitalismus, Nazismus, Faschismus, Rassismus, Antisemitismus.

    Immer wieder macht sich KONKRET zum Sprachrohr oppositioneller Bewegungen (Anti-Atomtod- und Friedensbewegung, Studentenunruhen und Apo, Jusos, Kommunisten und politische Militanz, Anti-AKW-Bewegung, Volkszählungs-Boykott und Solidarität mit politischen Gefangenen), und immer wieder finden oppositionelle Bewegungen ihre schärfsten Kritiker in KONKRET. Kaum einer rebellischen Regung hat KONKRET sich ganz verschlossen, und keiner hat die Zeitschrift sich angeschlossen - nicht den herumschweifenden Haschrebellen, nicht den K-Gruppen, nicht den Jungsozialisten und nicht den Grünen.

    Seit 1990 beschäftigt sich KONKRET in besonderer Weise mit den Folgen der deutschen Wiedervereinigung: dem Erstarken des Nationalismus, Antisemitismus und Rassismus, der Zunahme neonazistischer Gewalttaten und der Militarisierung der Außenpolitik.

    Das Autorenverzeichnis aus knapp 45 Jahren KONKRET ist ein "Who is who" der politischen und literarischen Intelligenz dieser Zeit:

    von A wie Abendroth, Adorno, Anders, Andersch, und B wie Beauvoir, Boehlich, Böll über E wie Eggebrecht, Engelmann, Enzensberger, M wie Mandel und Marcuse und R wie Reemtsma, Ridder, Roth und Rowohlt bis S wie Sartre, Schily, Seghers und Z wie Zufall, Rainer, Autor in KONKRET 12/86, nach dessen Prinzip diese Namensauswahl getroffen wurde.

    Heute schreiben in KONKRET unter anderen:

    Peter O. Chotjewitz, Christel Dormagen, Thomas Ebermann, Georg Fülberth, Peter Hacks, Gerhard Henschel, Hermann Kant, Otto Köhler, Robert Kurz, Michael Scharang, Georg Seeßlen, Ingrid Strobl, Klaus Theweleit, Oliver Tolmein, Horst Tomayer.

    Verantwortlicher Redakteur ist Wolfgang Schneider, die politische Monatskolumne, die Rubrik "Herrschaftszeiten" und den "KONKRET-express" schreibt Hermann L. Gremliza.

    Verlagsadresse:

    KVV KONKRET GmbH & Co KG - Ruhrstraße 111 - 22761 Hamburg

  2. #2
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    KONKRET

    Man mag ja zu Konkret als Zeitschrift stehen wie man will, die Behauptung, dass das Magazin "eine konsequente Absage an...Ideologie...ent- und durchhält", ist ja wohl ein Märchen, schliesslich ist man selber konsequent ideologisch orrientiert.
    Offenbar übersieht man gerne, dass Ideologie nicht nur rechts sondern auch links im politischen Spektrum angesiedelt sein kann.

  3. #3
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    Chefredakteurin und bekannteste Kolumnistin von KONKRET in den Jahren um 1968 war Ulrike Marie Meinhof.
    WENN es die Terroristin Meinhof ist/war dann ist das ja kein Ruhmesblatt sondern er ein Armutszeugnis


    mir ist übrigens der Spuk von rechts ALS AUCH von links nicht geheuer. Es lebe die Mitte!

  4. #4
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    Verzeih mir, aber ist es nicht ein ziemlich widerliches Paradoxon, sich zwar absolut löblicherweise gegen den Antisemitismus zu stellen, und im gleichen Atemzug eine andere Weltreligion als "Aberglauben" zu definieren?

  5. #5
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    Zitat Zitat von Janis
    Verzeih mir, aber ist es nicht ein ziemlich widerliches Paradoxon, sich zwar absolut löblicherweise gegen den Antisemitismus zu stellen, und im gleichen Atemzug eine andere Weltreligion als "Aberglauben" zu definieren?
    Also da sehe ich jetzt keinen Widerspruch. Antisemitismus ist doch keine Religion sondern der aus Vorurteilen geborene Hass gegen die Volksgruppe der Semiten, womit aber (obwohl völkerkundlich eigentlich nicht richtig) heutzutage die Juden (als Religionsgemeinschaft) gemeint sind.
    Das man (Welt-)Religionen als Aberglauben verstehen kann(ohne jetzt jemand zu nahe treten zu wollen), ist schon argumentativ unterstützbar, das die christliche hierbei hervorgehoben wird, soll IMO bekräftigen, dass man es nicht auf "Andersgläubige" abgesehen hat.

  6. #6
    Regisseur Avatar von PennyLane
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    Zitat Zitat von Wolfe
    mir ist übrigens der Spuk von rechts ALS AUCH von links nicht geheuer. Es lebe die Mitte!
    wie recht er hat!
    "I'm dark and mysterious and I'm PISSED OFF!"

  7. #7
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    Ich bin ja auch der Meinung, man sollte die PDS verbieten.
    If it wasn't this... it'd be something else.

  8. #8
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    Zitat Zitat von Martin
    Ich bin ja auch der Meinung, man sollte die PDS verbieten.
    Genau! Nach dem sensationellen Erfolg beim Verbot der NPD sollte Herr Schilly jetzt langsam wissen, wie sowas geht :wink: .

  9. #9
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    Ja, das war nur zum üben, jetzt wird's ernst
    If it wasn't this... it'd be something else.

  10. #10
    Regisseur
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    Zitat Zitat von Gerry
    Zitat Zitat von Janis
    Verzeih mir, aber ist es nicht ein ziemlich widerliches Paradoxon, sich zwar absolut löblicherweise gegen den Antisemitismus zu stellen, und im gleichen Atemzug eine andere Weltreligion als "Aberglauben" zu definieren?
    Also da sehe ich jetzt keinen Widerspruch. Antisemitismus ist doch keine Religion sondern der aus Vorurteilen geborene Hass gegen die Volksgruppe der Semiten, womit aber (obwohl völkerkundlich eigentlich nicht richtig) heutzutage die Juden (als Religionsgemeinschaft) gemeint sind.
    Das man (Welt-)Religionen als Aberglauben verstehen kann(ohne jetzt jemand zu nahe treten zu wollen), ist schon argumentativ unterstützbar, das die christliche hierbei hervorgehoben wird, soll IMO bekräftigen, dass man es nicht auf "Andersgläubige" abgesehen hat.

    Mir ist schon klar, daß Antisemitismus keine Religion ist, sondern - und wie du auch richtig sagst: heute - den Hass auf alles Jüdische und die jüdische Religion ausdrückt.
    Aber wenn man es sich auf die Fahnen geschrieben hat, den jüdischen Glauben und das jüdische Leben richtigerweise gegen Angriffe aller Art zu verteidigen, wie kann man es dann ebenso zum Prinzip erheben, das Christentum massiv zu attackieren, was ja schließlich schon mit der Begrifflichkeit "Aberglauben" - quasi der vollständigen Entwertung einer jeden Religion - geschieht?
    Bei so etwas drängt sich mir manchmal das Gefühl auf, man könne derartiges sowieso nur mit Christen machen. Oder denkt ihr, daß eine Zeitschrift, die etwa den Islam oder gar das Judentum als "Aberglauben" bezeichnet, in Deutschland lange überleben würde?

    Ich kann das nur aus laertes Äußerungen schließen, weil ich die KONKRET nicht lese, da ich extreme Zeitschriften, Magazine etc. - seien sie von "rechts" oder von "links" - prinzipiell ablehne. Mir vertreten solche Publikationen zumeist zu monokausale Ansichten.

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