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Thema: Sept 11 - revisited and remembered

  1. #1
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    Sept 11 - revisited and remembered

    Ich hatte Besuch und wir tratschten und aßen bis nachmittags und wollten dann DVDs gucken. Wir im Wohnzimmer, TV geht an, natürlich zuerst das erste Programm bevor man auf den AV-Kanal schalten kann.

    Da sehen wir dieses einzigartige Bild, es sah sofort aus nach BREAKING NEWS, Ulrich Wickert haspelte vor sich hin, aber von der Kamera-Einstellung sah es nicht aus wie New York sondern eher wie Kuala Lumpur (deren Tower) weil da noch so ein paar seitliche Bäume zu sehen waren und sonst keine allzu hohen Gebäude.

    Also schaut man da ne Weile mit zu, witzelt ein bissel und sagt,"Mensch, schlechte Science Fiction, aber irgendwann mal fällt der Begriff: NEW YORK; WORLD TRADE CENTER; FLUGZEUG REINGERAUSCHT und anschließend vor dem geistigen Auge der Vorhang. "Wie-was is los? Wie kann denn jemand versehentlich das WTC treffen? Was kann so ein kleines Sportflugzeug schon für Schaden anrichten?

    Alles gute Fragen, die wir uns gegenseitig nicht beantworten können, ebenso wenig wie Ulrich Wickert oder die anderen Moderatoren auf den anderen Sendern, die das Gleiche zeigen, als plötzlich VOR UNSEREN EIGENEN AUGEN LIVE EIN PASSAGIERFLUGZEUG ins WTC reinrauscht.

    Wie versteinert, immer noch halb nicht glaubend -auf jeden Fall nicht VERSTEHEND- starren wir auf den Bildschirm. Ja tatsächlich ein Terrorakt, zwei Passagierflugzeuge ins WTC gesteuert. WER ist denn so ein hundsgemeiner Krüppel, daß er Passagiermaschinen kidnappt und die Piloten zwingt ins WTC zu fliegen, als lebende Waffe.

    IN WAS FÜR EINER BESCHISSENEN KRANKEN WELT LEBEN WIR DENN? Was für Schweine sind zu sowas fähig.

    Dann erstmal die Familie angerufen. Die Mutter sagt "Jaja, ich weiß, es ist auch eines ins Pentagon gestürzt und eines ist noch in der Luft mit Kurs aufs Weiße Haus". WIE ?? WAS IS LOS??? Das is ja alles noch viel schlimmer, noch viel perfider als sich das ein Mensch je hätte ausdenken können. Ein wenig kommt es uns in dem Moment vor, wie im Film INDEPENDANCE DAY, als die Aliens IN EINER KONZERTIERTEN AKTION NYC, Washington und Chicago in derselben Sekunde angreifen.

    Als die unzerstörbar geglaubten Zwillingstürme, dann auch noch einstürzten, einer nach dem anderen, war dann noch der Gipfel des Schocks. Ich glaube bei diesen Bildern, von Milliarden Menschen live verfolgt, überkam die sogenannte freie westliche Welt das erste und einzige Mal eine Welle des kollektiven Zusammenhalts, des kollektiven Schocks, der kollektiven Wut.

    Naja, der Tag war dann mal richtig gelaufen, an DVDs nicht mehr zu denken. Nur noch Katastrophenbilder live auf allen Kanälen. Hmm, keine Werbeunterbrechungen in den Privaten, DAS IST GUT SO!

    Bis tief in die Nacht geschaut, morgens darauf wie versteinert erwacht. Hoffentlich alles geträumt!? Nein, leider nicht!!!

    Angst vor einer Kurzschlußreaktion des "Cowboys im Weißen Haus", Mensch wie viel lieber wäre mir jetzt der Al Gore!

    Ich für meinen Teil war diese Zeit völlig paralysiert. Und habe dort schon gespürt, daß etwas kaputt gegangen ist. Der Glaube an das Gute im Menschen. Das letzte Bißchen Beißhemmung der Terroristen bestimmte Dinge nicht zu tun, bestimmte Ziele nicht zu erreichen, ja nicht erreichen ZU KÖNNEN. Das Ende der Unbeschwertheit. Ab diesem Moment schien nichts mehr unmöglich, der absurdeste Gedanke schien realistisch zu sein. Goodbye USA, so schnell trau ich mich nicht mehr zu Dir zu fliegen!

    _________________
    Han:Glaubst Du, daß so ein Typ wie ich und sone Prinzessin wie Sie..?.. Luke:Vergiß es!!!

    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Wolfe am 2002-09-11 19:56 ]</font>

  2. #2
    Admin Avatar von Matt
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    Sept 11 - revisited and remembered

    das kann ich nicht nachvollziehen so etwas kann überall passieren.

    und es wurde mehrmals bestätigt das es NICHT die Piloten waren die die Flugzeuge zu dem Zeitpunkt noch gesteuert haben... die hätten sich lieber erschießen lassen.

    jmd. hatte das ganze mal als feiges Attentat betitelt, da kann ich leider nicht zustimmen. man muss schon sehr mutig sein um ein volles Passagierflugzeug zu kidnappen und alle Passagiere und sich selber mit ihn den Tod zu stürzen. es ist mehr als traurig das menschen zu so etwas fähig sind, und den mut doch aufbringen konnten...




    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Matt. am 2002-09-11 18:54 ]</font>
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

  3. #3
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    Sept 11 - revisited and remembered

    Ich finde es feige, absolute feige.

    Genauso wie ich es feige finde, wenn sich ein Selbstmordattentäter in einem Café in die Luft sprengt etc. ...
    Wer nur genug Fanatismus mitbringt, für den sind Begriffe wie "Mut" oder "Feigheit" sowieso schon völlig irrelevant, weil er bereit ist, sich bis zum letzten seiner Verblendung und seinem Hass hinzugeben.

    Nein, Mut ist irgendwie das letzte, was ich mich den Attentätern vom 11. September assoziieren würde.


    Und ich kann es sehr wohl nachvollziehen, daß man Angst davor hat, in die USA zu fliegen. Denn obwohl es überall passieren könnte, so ist die Wahrscheinlichkeit in Amerika einfach am größten, denn Amerika ist das Symbol der freien Welt, der Globalisierung und des Kapitalismus.

    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: LesterBurnham am 2002-09-11 19:31 ]</font>

  4. #4
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    Sept 11 - revisited and remembered

    Was ist Mut und was Verzweiflung? Ist es mutig sein Leben aufzugeben?

    An jenem 11. September letzten Jahres lag ich den ganzen Tag im Bett und habe gelesen. Den Herrn der Ringe, weil ich ihn nochmal gelesen haben wollte, bevor mir der Film die Phantasie kaputt machen kann. Dementsprechend hab ich auch gar nichts mitbekommen, bis mich irgendwann ein Kumpel anrief und fragte ob ich es mitbekommen habe, dass das WTC in Flammen steht wegen einem Terroranschlag. Irgendwie war ich wohl etwas müde, jedenfalls drang das nicht so sehr zu mir durch. Sagte nein, vielleicht sowas wie "Echt? Is ja krass." und hab dann weitergelesen. Später bin ich kurz ins andere Zimmer und hab den Fernseher angemacht. Die Bilder gesehen und mich über die Riesenrauchsäule gewundert. Dachte, das ist schon extrem. Danach hab ich aber trotzdem weitergelesen. Aber im Ggs zu manch Anderen war ich nicht wie betäubt. Ich war nicht schockiert (jedenfalls nicht so sehr) und auch nicht total fertig. Einfach, weil ich nicht aus allen Wolken gefallen bin, wozu Menschen fähig sind. Das einzige, was mich an dem Anschlag überraschte war, dass er so lang hat auf sich warten lassen. Für mich war es eigentlich eher verwunderlich, dass nicht viel früher so etwas passiert ist. Und ich für meinen Teil habe das Gefühl, dass mich kaum ein menschlicher Abgrund noch schocken kann. Menschen sind schlichtweg zu Allem fähig...traurig aber wahr. Dass diese Welt ein Haufen Sch***** ist, war mir lang vor dem 11. September klar.

  5. #5
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    Sept 11 - revisited and remembered

    Matt. schrieb am 2002-09-11 18:48 :
    das kann ich nicht nachvollziehen so etwas kann überall passieren.

    und es wurde mehrmals bestätigt das es NICHT die Piloten waren die die Flugzeuge zu dem Zeitpunkt noch gesteuert haben... die hätten sich lieber erschießen lassen.

    jmd. hatte das ganze mal als feiges Attentat betitelt, da kann ich leider nicht zustimmen. man muss schon sehr mutig sein um ein volles Passagierflugzeug zu kidnappen und alle Passagiere und sich selber mit ihn den Tod zu stürzen. es ist mehr als traurig das menschen zu so etwas fähig sind, und den mut doch aufbringen konnten...

    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Matt. am 2002-09-11 18:54 ]</font>
    Ich sage ja gar nicht, daß es die Piloten waren, das ist ja mittlerweile Sachlage, daß es die Terroristen waren (obwohl niemand dabei war der noch lebt?). Letztlich glaube ich jedoch auch, daß jeder Verkehrspilot sich, den sowieso sicheren Tod vor Augen, weigern würde da rein zu fliegen.

    Was ich im Topic beschrieben habe, waren meine ersten subjektiven Eindrücke der Geschehnisse und ich hatte gehofft, daß andere es mir gleichtun, wie sie den 11.Sept erlebt haben, daher "remembered and revisited"

    Alles klaro, Matt? :wink:

  6. #6
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    Sept 11 - revisited and remembered

    Wyatt, deine Ansicht gibt zwar ein trauriges Bild von der Menschheit ab, aber du liegst damit wohl auch sehr nah an der Wahrheit.
    Deshalb kann ich dir eigentlich nur zustimmen, mit dem einzigen Unterschied, dass mich die Tat doch total schockiert hat.
    Das liegt aber wohl weniger daran, dass ich die Tat "an sich" für so unvorstellbar halte, sondern wohl ehr daran, dass es New York getroffen hat. Sorry das ich das jetzt so kalt sagen muss, aber wenn ich irgendwie höre "Völkermord in Bosnien mit 5.000 Toten" dann bin ich entsetzt und zwei Minuten später habe ich das vergessen.
    Aber New York ist nunmal meine absolute Lieblingstadt, und die USA sind mein Lieblingsland, neben Deutschland. Deshalb fiel es mir ganz offen und ehrlich gesagt schwer, am 11/9 neutral zu bleiben.
    Sicherlich ist diese Meinung nicht sehr differenziert, aber so sehe ich das nunmal.

    Ich hab' damals "Richterin Barabara Salesch" geguckt. Dann lief die Meldung durch "Kleines Flugzeug streift WTC" Da hab' ich mir nichts bei gedacht. Als die Richterin dann ihr Urteil gesprochen hatte, hab' ich mal auf CNN umgeschaltet, der Rest dürft wohl klar sein.

    Übrigens, @ Matt:

    Nach deine Defintion war Hitler ja auch ein sehr mutiger Mann, dann man bringt ja auch nicht einfach so Millionen Juden um.
    If it wasn't this... it'd be something else.

  7. #7
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    Sept 11 - revisited and remembered

    Ja, ein Tag der so einiges wieder hervorbringt.

    Ich war bei Wolfe an dem Tag und es ging mir wie ihm, dass ich das Gebäude nicht sofort erkannt habe. Dank Hollywood hab ich mir dann aber gleich gedacht, dass es ein Anschlag war, weil ich einige Monate zuvor eine Pilotepisode gesehen hatte, wo sie auch ein Flugzeug ins WTC stürzen lassen wollten.
    Aber der Tag war in der Tat ruiniert und endete recht fassungslos vor dem Fernseher.
    Wenn ich mir das recht überlege ist es auch schockierend wie man zu gaffen beginnt. Fast wie so ein Gafferstau auf der Autobahn, nur hat man jetzt wirklich einen psychologischen Grund dafür.
    Ich fand die Heimfahrt mit dem Taxi danach schlimm, als mich der ausländische Taxifahrer angepammt hat, warum das bei uns für so einen Wirbel sorgt, wenn in seinem Land täglich viele Menschen sterben. Mir viel nichts besseres ein, als zu sagen, dass kein Mensch es verdient hat so zu sterben.

    Den Tag danach fand ich eigentlich noch seltsamer. Dieser Griff zur Fernbedienung und dieser Hintergedanke, dass es vielleicht doch nur geträumt war...

    Ich denke man ist sich bewusst, dass es in vielen Teilen auf der Welt täglich viele Menschen gibt, die aus welchen Gründen auch immer sterben. Aber wenn es unsere, für unsterblich gehaltene westliche Welt trifft, ist das Erwachen doch größer. Reine Psychologie.

    Heute finde ich, berühren die Bilder immer noch so stark wie vor einem Jahr.
    Vor vier Wochen war ich in New York. Ich bin mit Lufthansa rübergefolgen, bei denen ich mich allerdings sehr sicher fühlte. In Heidelberg hab ich mich heute wesentlich unwohler gefühlt.
    Ich hab mir auch den Ground Zero angeschaut (Die New Yorker bevorzugen eigentlich Ground of Heros), aber konnte nicht viel damit assozieren, außer das es eine große Baustelle ist und die Twin Towers sehr groß gewesen sein müssen. Das aber Flugzeuge dort direkt immer wieder drübergeflogen sind fand ich schon bedenklicher. Der Luftraum über der Stadt ist total überfüllt.

    Ob man deswegen bedenken haben muss in die USA zu fliegen weiß ich nicht. Aber ich hab letzte Woche selbst erlebt als ich meinen Bruder und seine Freundin zum Flughafen gefahren hab, dass sie auch große bedenken hatten bei United Airlines einzusteigen und in die USA zu fliegen. Ist aber auch nichts passiert.

    In gewisser Weise hoffe ich das diese Bilder immer präsent bleiben, damit wir wissen, dass das Thema Terror nicht zu unterschätzen ist und wir noch einen weiten Weg vor uns haben.

  8. #8
    Admin Avatar von Matt
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    Sept 11 - revisited and remembered

    habt ihr auch gerade die Doku 11. September von den Franzosen Jules und Gedeon Naudet gesehen? eine wirklich "gute" Dokumentation über ein abscheulich schlimmes Ereignis...

    und danke das man immer sofort von allen Seiten angegriffen wird, ich meinte das oben nicht so deutlich...

    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Matt. am 2002-09-11 22:18 ]</font>
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

  9. #9
    Regisseur
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    Sept 11 - revisited and remembered

    Matt. schrieb am 2002-09-11 22:13 :
    habt ihr auch gerade die Doku 11. September von den Franzosen Jules und Gedeon Naudet gesehen? eine wirklich "gute" Dokumentation über ein abscheulich schlimmes Ereignis...

    und danke das man immer sofort von allen Seiten angegriffen wird, ich meinte das oben nicht so deutlich...

    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: Matt. am 2002-09-11 22:18 ]</font>
    Ja, besonders die (bisher unbekannten) Bilder aus der Lobby waren erschütternd IMO. Besonders diese Ratlosigkeit der ganzen Feuerwehrmänner und deren Chiefs war in ihren Augen abzulesen, dann der tote Feuerwehr-Pastor, dann diese lauten Einschläge von Menschen, die sich herunterstürzten in ihrer Not, dann dieses grauenvolle markerschütternde Grollen, als der Südturm einstürzt und schon Sekunden später nichts mehr in der Lobby des Nordturms zu sehen ist vor lauter Qualm und Dreck - diese Doku ging (mir) unter die Haut!

    Als ich das Innere dieser Lobby sah, hab ich mich gleich erinnert, wie ich 1992 das WTC besuchte und Hunderte Menschen vor mir in der Schlange standen, hochzufahren. Zweieinhalb Stunden Wartezeit - ich hab dankbar verzichtet damals.

  10. #10
    Gast

    Sept 11 - revisited and remembered

    Hab die Doku auch gesehen und fand sie sehr bedrückend.
    Besonders die Stellen im WTC, die den Eindruck der Ich-Perspektive erwecken, sind bedrückend.
    Die Ausdrücke in den Gesichtern usw.
    Aber ich habe jetzt großen Respekt für die Aufopferungsvolle Arbeit die die Feuerwehrmänner dort gemacht haben.

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