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Thema: the texas chainsaw massacre - oder: DAS BLUTBAD VON ERFURT

  1. #1
    laertes
    Gast

    the texas chainsaw massacre - oder: DAS BLUTBAD VON ERFURT

    wir sind sicherlich alle erschüttert über die gewalttat von erfurt. wenn das erste lähmende entsetzen verebbt ist (zumindest so weit, dass der kopf wenigstens etwas freier wird), wird es jedoch zeit, fragen zu stellen. die frage nach dem warum ist wohl die zur zeit am engagiertesten umstrittene. medienwissenschaftler, psychologen, politiker - sie bringen mit ihren überall zu lesenden/hörenden/sehenden worten zum ausdruck, was in den nächsten tagen, wochen, monaten bundesdeutsches streitthema sein könnte: welchen einfluss haben die medien auf jugendliche (und erwachsene) gewalttäter? und welche rolle spielt dabei der film? wirken action- und horrorfilme abschreckend? oder rufen sie erst den wunsch nach gewalt in uns hervor? können wir uns an ihnen abreagieren? oder steigern sie unsere lust? oder ist das überhaupt und sowieso bei jedem anders? sollte die staatliche zensur wieder eingeführt werden (und artikel 5 absatz 2 satz 2 gg gestrichen werden)? oder soll alles so weiterlaufen wie bisher? --- wer antworten möchte oder etwas eigenes beizutragen gedenkt: dieses topic ist für Euch offen...

    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: laertesdd am 2002-04-29 20:53 ]</font>

  2. #2
    Regisseur Moderator
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    the texas chainsaw massacre - oder: DAS BLUTBAD VON ERFURT

    Das gehört aber ins Foyer .

    Meine Meinung dazu:

    Die Schuld liegt einzig und allein bei bösen Actionfilmen, noch böseren Videospielen und der Musik von Slipknot. Bloß nicht auf die total abwägige Idee kommen, und mal bei den Eltern, dem sozialen Umfeld oder den perfekten deutschen Leerern, ähh Lehrern eine Teilschuld suchen...
    If it wasn't this... it'd be something else.

  3. #3
    Regisseur Moderator Avatar von KeyzerSoze
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    the texas chainsaw massacre - oder: DAS BLUTBAD VON ERFURT

    Ganz meine Meinung Nicky!!!

    Hat gestern jemand diesen "typischen" Bericht auf FokusTV gesehn?

  4. #4
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    the texas chainsaw massacre - oder: DAS BLUTBAD VON ERFURT

    In unserer Gesellschaft machen es sich alle einfach, deshalb kommen immer diese "Gründe" (Spiele, Filme, Musik?). Dies sind die einfachsten und man schiebt es auf andere.
    I never lose. Never really.

  5. #5
    laertes
    Gast

    the texas chainsaw massacre - oder: DAS BLUTBAD VON ERFURT

    musik, filme, spiele etc. können auch IMO nur so viel in Dir zerstören, wie Du zulässt. --- allerdings könnt Ihr nicht verneinen, dass schwächere gemüter in diesen fällen zu einer grenzziehung nicht immer fähig sind, sondern sich durchaus von den dortigen darstellungen motivieren lassen und also vor dem einfluss gewaltverherrlichender medien - zu ihrem eigenen schutz und dem anderer menschen - bewahrt werden müssen: vor allem von denjenigen, die für sie einzustehen haben, versteht sich (und insoweit schließt sich der kreis zu eltern und lehrern). kleine (wissenschaftlich fundierte) ergänzung: auch psychologen und kriminologen sind sich in diesem fall nicht eins. es wurden zur beantwortung der oben gestellten frage, welche bedeutung medien für gewalttäter haben könnten, 4 verschiedene kriterien entwickelt, von denen allerdings nur noch drei vertreten werden (nach schwind, kriminologie, 10. auflage, 2000.)
    • die katharsistheorie: nach diesem ansatz wirke das betrachten von gewalt wie ein ventil. der betrachter reagiere sich also an der darstellung von gewalt ab (diese theorie wird nicht mehr vertreten). [/*:m:2epv58c8]
    • die stimulationstheorie: hiernach wirkten gewaltdarstellungen wie sonstige lernmuster (denn auch aggressionen werden erlernt) und regten so zur nachahmung an. [/*:m:2epv58c8]
    • die inhibitionstheorie: die vertreter dieser theorie behaupten, dass der zuschauer beim betrachten von gewalt aggressionsangst entwickele, die eigenes aggressionsverhalten verhindere. [/*:m:2epv58c8]
    • die habitualisierungstheorie: diese ansicht geht davon aus, dass ständiges konfrontiertwerden mit gewalt zur abstumpfung führe, so dass die eigene hemmschwelle sinke. [/*:m:2epv58c8]
    welche theorie zustimmungswürdig erscheint, mag jeder für sich entscheiden. wir sind uns aber bestimmt insoweit einig, als wir die medien als verursacher von gewalttaten nicht völlig ausschließen wollen, oder? die erziehungsberechtigten und lehrer jedenfalls tragen daran einen nicht unbedeutenden mitanteil, so viel steht fest...

    _________________
    'not enough room to swing a cat...!'





    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: laertesdd am 2002-04-29 20:52 ]</font>

  6. #6
    Regisseur Moderator Avatar von Daniel
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    the texas chainsaw massacre - oder: DAS BLUTBAD VON ERFURT

    wir sind uns aber bestimmt insoweit einig, als wir die medien als verursacher von gewalttaten nicht völlig ausschließen wollen, oder?
    Doch, ich schließe das dahingehend aus, dass die Medien sehr wahrscheinlich Auslöser, aber nicht die Usache für Gewaltausbrüche wie den jüngsten in Erfurt sein können. Spiele wie "Counterstrike" oder auf die Gewaltdarstellung bezogen fragwürdige Filme können bei den von dir so bezeichneten "schwächeren Gemütern" sicher vereinzelte Verhaltensmuster für ihre Taten liefern, aber die eigentliche Motivation steht damit meiner Ansicht nach kaum in Verbindung und ist wesentlich komplexerer Natur.

    Das Problem wird immer von der falschen Seite angegangen, anstatt Jugendliche als unmündige Vollidioten abzustempeln und ihnen den Zugang zu den sog. gewaltverherrlichenden Medien zu verbieten (was aufgrund des Reizes des Verbotenen sowieso nicht viel bringt), sollte man sich besser darauf verlegen den kritischen Umgang damit stärker zu fördern. Und in einer derart medienbeherrschten Zeit und Gesellschaft wie der unsrigen würde ich die Auseinandersetzung damit sogar als eigenes Pflichtschulfach einführen, das würde auf vielen Ebenen der Bildung mehr bringen als Zensur. Diese kann niemals eine Lösung sein, vielmehr ist es eine Verdrängung des Problems.

  7. #7
    Regisseur Moderator Avatar von Daniel
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    the texas chainsaw massacre - oder: DAS BLUTBAD VON ERFURT

    P.S.: Sauber gewählter Topictitel. Könnte von der BILD-Zeitung stammen. :wink:

  8. #8
    Regisseur
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    the texas chainsaw massacre - oder: DAS BLUTBAD VON ERFURT

    Ich könnte ja nur kotzen wenn ich sehe, wie das Thema momentan wieder angegangen wird. Kein Wort über die Persönlichkeit, über seine Eltern, seine Freunde, seine Lehrer, interessiert alles nicht, nein Schuld waren Marilyn Manson, Slipknot, Jason Vorheeves und die Erfinder von Counterstrike.

    Und ja, der Titel zu diesem Topic ist genauso niveaulos, wie die Berichte die man momentan im TV und in den großen Tageszeitungen über sich ergehen lassen muß.

  9. #9
    Admin Avatar von Matt
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    the texas chainsaw massacre - oder: DAS BLUTBAD VON ERFURT

    Es ist doch immer das gleiche...
    ja die gewaltdarbietenden Filme und Spiele sind Schuld, der Junge konnte das nicht verarbeiten, konnte nicht zwischen Realität und Fantasiewelt unterscheiden, und musste es nachahmen...................


    Wenn ihr mich fragt, ist dieser Junge in Erfurt ein ganz armes Schwein gewesen, er tut mir Leid, niemand konnte ihm helfen. Denn von ganz alleine kommt der in so eine Situation nicht, da ist etwas ganz schief gelaufen. Er war ja in so einer aussichtslosen Lage das er scheinbar sich nicht mehr anders zu wehren wusste, und wie das endete wissen wir...

    Die Probleme können überall liegen, und vor allem weit verzweigt in der Psyche des Jungen, das kann schon in der Kindheit begonnen haben. Aber wenn ich dann schon die Eltern von dem Jungen höre: "Ja also die Waffen hat er ganz legal besessen, der war ja hier im Schützenverein" "Da haben wir uns keine Sorgen gemacht, wer hat denn heutzutage keine Waffen im Haushalt?"...

    ohne Worte...
    If it can be written, or thought, it can be filmed. (Stanley Kubrick)

  10. #10
    Regisseur
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    5.914

    the texas chainsaw massacre - oder: DAS BLUTBAD VON ERFURT

    Die Reaktion war zu erwarten. Mich stört dabei weniger, worauf sie die Schuld abwälzen, sondern mehr der blinde Aktionismus und das anschliessende Vergessen. In wenigen Wochen interessiert das keinen mehr (von den Angehörigen abgesehen). Nichtsdestotrotz habe ich der FAZ für einen Artikel, den sie geschrieben haben ("Software fürs Massaker". Inhalt kann man sich nach dem Titel denken) einen ernsthaften Leserbrief geschickt. Ich war wohl auch nicht der Einzige, weshalb die FAZ eine Diskussion mit den CSlern und den Redakteuren der Schriftwerks anberaumt haben. (Genaugenommen ging ein Aufschrei durch die CS-Community) Zu hoffen, dass sich was ändert wäre allerdings vermessen. Diese Welt wird sich nicht ändern. Damit muss man leben. Ich habs schon längst aufgegeben mich über Missstände grossartig aufzuregen.

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