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Thema: Der Charakter der Movie-Fans

  1. #1
    Nebendarsteller Avatar von MesCalinum
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    Der Charakter der Movie-Fans

    Damit ich aus dem Lurkdome entfleuche mal was mehr filmisch-philosophisches:

    Wie gesagt bin ich mehr ein Lurker auf diesem Board, was mehr daran liegt, dass ich bei den meisten Filmtopics mehr den Kopf schüttel, wenn ich sie lese. Will hier aber keinem auf die Füße treten.

    Aber würdet ihr von Filmfans behaupten, dass sie eine sehr bissige Arroganz in ihren Postings an den Tag legen? Oder ist es in der Tat, dass sich die Leute so gut auskennen, dass sie Kritik gerecht und konstruktiv einsetzen?

    Ich würde mich als stinknormalen Filmfan bezeichnen. Ich sitz generell 4x im Monat im Kino, und wenn mich die Uni nicht gerade davon abhält, schau ich auch öfters einen Film auf Video.
    Ich habe in meinem Leben noch keinen Film gedreht, meine schauspielerischen Fähigkeiten lassen sich mit ein paar Schultheaterauftritten zusammenfassen. Ich schreibe allerdings Geschichten, und ich war weiß Gott schon wie oft davor mal ein Drehbuch zu verfassen. Zumindest tut es oft weh, wenn man sieht was bei RTL so alles produziert wird.

    Mein Hintergrundwissen über Regie, Kamera etc. beruht auf dem was ich so gelesen hab, also auf rein theoretischen Kenntnissen.
    Das macht mich zu einem absoluten Laien in meinem Augen. Wenn ich einen Film nicht mag, dann kann ich das eigentlich nur aus individuellen Standpunkten vertreten. Ich mochte das nicht, weil ... .
    Aber wie gewichtig ist meine Meinung dann? Im Prinzip ist der Erfolg eines Filmes oft nur von der Menge der Zuschauer abhängig die in den Film reingehen, also der Menge der Leute die gesagt haben: Ich mochte den Film sehen, weil ... .

    Worauf ich hinaus will. Ab wann darf meine Meinung zu einem Film ausreichend sein, um jemanden anzupampen, dass er keine Ahnung hat?

    Ich erkenne verschiedenen Kamraeinstellungen, weiß vielleicht sogar warum der Regiesseur diese oder jene unbedingt wollte und wie sie nach dessen Meinung wirken sollte. Kann das dann mit der Wirkung auf mich vergleichen und daraus erst sagen, ob die gewollte Wirkung erzielt wurde.
    Wie viele von ich haben so viel wissen, dass sie sagen könne: Das war jetzt aber schlecht gemacht oder vom Regisseur nicht gewollt?

    Meistens fühlt man sich doch eher verarscht, weil eine bestimmte Sache zu offensichtlich ist, oder Dialoge zu flach und bewertet das negativ.
    Meistens bewerte ich Kameraeinstellungen schlecht, weil nicht viel neues dabei war, oder ich hätte Sachen gerne anderes in Szene gesetzt. Wirklich angreifen kann ich aus eigener Erfahrung nur bei Fehlern in der Handlung und den Charakteren.

    Suchen wir nicht immer nach Besonderheiten und Neuem in den Filmen? Is this a game with no aim?
    Warum kann ein Film, der die Massen anzieht nicht auch tiefgründig sein, ich spiele hier auf Matrix/Gladiator an, weil ich das irgendwo gelesen hab. Wisst ihr woher die Filme ihren Hintergund nehmen?

    Mich würden da mal so ein paar Meinungen interessieren.

    Cheers Mes

  2. #2
    Regisseur Moderator
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    Der Charakter der Movie-Fans

    Ich hab' jetzt ein bisschen den Überblick verloren, worauf du genau hinaus willst. Aber mal trotzdem ein Kommentare:

    Ich glaube, in deinen Äusserungen eine gewisse Frage nach der Kompetenz bezüglich des Wissens über das Medium Film der Mitglieder der Community rausgehört zu haben.
    Man muss sich erstmal darüber klar werden, was für einen Sinn ein Forum hat. Hier soll diskutiert werden. Das heißt, jeder vertritt seine Meinung und desto besser er seinen Standpunkt erklärt, bzw. argumentiert, je einsichtiger sind seine Gedankengänge für die anderen. Da kommt es natürlich zugute, wenn man über ein profundes Wissen über Filme verfügt.
    Zugegeben, im "Movie"-Bereich fallen die Duskussionen zum Teil etwas "flach" aus, wenn du dir jedoch mal die Filmkritiken durchliest, wirst du feststellen, dass viele Mitglieder durchaus einiges von Filmen und auch deren Entstehung/Technik, verstehen. Darüber hinaus denke ich, sind alle (verbessert mich bitte) Mitglieder hobbymässige Filmfans. Das schleisst jedoch nicht aus, dass man sehr viel von Filmen versteht.

    Um auf deine Frage zurückzukommen, ab wann man seinen Senf dazutun kann: Immer! Dazu ist das Forum ja da. Und wie gesgt, je logischer du argumentiert, desto besser!
    If it wasn't this... it'd be something else.

  3. #3
    Nebendarsteller Avatar von MesCalinum
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    Der Charakter der Movie-Fans

    Im Grunde interessiert es mich am meisten, wieso sich ein Movie-Fan angegriffen fühlt, wenn zum Beispiel jemand David Lynch total schlecht findet. Wo sind die hinreichenden Kriterien dafür, dass ein Lynch so gut ist und worauf kann ich mich bei der Begründung stützen? Ich sehe mehr hitzköpfige Diskussionen, als wirklich etwas mit Fundament. Ich habe oft das Gefühl, die Leute reden aneinander vorbei oder bringen einfach nicht genug Beispiele für ihre Meinungen. Das führt dazu, dass in meinen Augen eine Meinung hinfällig ist und sofort den Wert verliert, wenn Leute abgewertet werden, sobald sie einen Hero schlechthin nicht mögen.

    Das unter den Movie-Kritiken sich gute Kenntnisse zeigen, ist mir auch aufgefallen. Aber wo sind diese Kenntnisse in den Diskussionen?

    In meinen Augen ist bei den Movie-Fans der Trend zur Selbstverliebtheit so groß, dass es deren Kritiken mit unter auf wackelige Beine stellt.

    Cheers Mes

    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: MesCalinum am 2001-07-04 14:20 ]</font>

  4. #4
    Regisseur
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    Der Charakter der Movie-Fans

    Das sehe ich genauso das ist doch geschmack sache.Ich habe z.B. einen Freund und der Findet nur Filme fut die eine gute Story haben z.B. From Dusk till Dawn findet er nicht toll kann ich auch nicht verstehen aber deswegen fühl ich mich nicht gleich angegriffen.
    God Creates Dinosaurs.God destroys Dinosaurs.God creates man.Man destroys god.Man creates dinosaurs.
    Dinosaurs eat man.Woman inherits the earth.

  5. #5
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    Der Charakter der Movie-Fans

    Im Grunde interessiert es mich am meisten, wieso sich ein Movie-Fan angegriffen fühlt, wenn zum Beispiel jemand David Lynch total schlecht findet.

    Er hat kein Recht dazu diese Person, die die Kritik übte, anzugreifen! Wenn jemand etwas schlecht oder langweilig findet, dann ist das nun mal so. Ich kann nichts daran ändern und ich will dies auch nicht.
    Manche sind hier anscheinend auf einem Ego-Trip: Ich bin ja ein solch anspruchsvoller Cineast.
    Ich kann natürlich nachfragen und die genauen Gründe verlangen, aber das Zauberwort heißt "nachfragen" und nicht arrogant daherkommen.
    z.B:
    Fandest Du etwa das Finale langweilig?
    Ich würde dann eine entsprechende Antwort geben und erklären was mir an dem Finale mißfallen hat, aber ich würde mich niemals angegriffen füllen.

    Fazit:
    jeder hat das Recht seine Filme oder Darsteller zu verteitigen.
    jeder hat das Recht Filme zu kritisieren.
    jeder hat das Recht, daß er/sie ernst genommen wird.
    niemand muß sich für seinen Filmgeschmack rechtfertigen


    ein nicht-kritischen Dialog nennt man Monolog

    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: George am 2001-07-04 18:17 ]</font>
    Ich wünsche Euch ewiges Leben

  6. #6
    Regisseur Moderator
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    Der Charakter der Movie-Fans

    Ja, es stimmt schon, dass die Duskussionen oftmals etwas Fundament vermissen lassen und auch, das oftmals an ein ander vorbei geredet wird. Aber mit den Beleidigungen geht es doch eigentlich noch. Natürlich verteteidige ich meinen Lieblingsregisseur/Film in Diskussionen und rege mich auch auf, wenn die Vorwürfe/Gegenargumentation aus der Luft gegriffen ist. Aber die Athmosphäre ist doch im Ganzen recht gut. Klar, es wird auch mal 'ne Bemerkung oder ein Scherz gemacht, aber das ist doch auch gut, oder? Es muss doch nicht alles so Bierernst sein!
    If it wasn't this... it'd be something else.

  7. #7
    Regisseur Moderator Avatar von Daniel
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    Der Charakter der Movie-Fans

    Jeder hat das Recht, daß er/sie ernst genommen wird.
    Ja, das Recht schon, aber diese Forderung ist nur theoretisch durchsetzbar.
    Meiner Ansicht nach muss man, wenn man ernstgenommen werden will, seine Meinung in einer gewissen Form präsentieren. Dazu gehört, dass man sich vor und während des Schreibens Gedanken darüber macht, was man den anderen jetzt eigentlich mitteilen will. Beiträge ohne Substanz interessieren mich nur begrenzt, und wenn jemand schlampig schreibt, merke ich und wahrscheinlich auch die meisten anderen das sehr schnell. Dann hat der Autor zwar immer noch das Recht ernstgenommen zu werden, egal wie seine Meinung aussieht, aber er muss dann verstärkt damit rechnen kritisiert zu werden.
    Ich lese von meinem Standpunkt abweichende Meinungen eigentlich sehr gerne, nur müssen die auch begründet werden, damit ich auch nachvollziehen kann, wie der andere zu seinen Ansichten gelangt ist. Alles andere hat ja keinen Sinn, so kann keine vernünftige Diskussion über die objektive Qualität oder die subjektive Meinung über einen Film entstehen.

    Die Werke von (z.B.) Lynch polarisieren ja auch häufig, entweder findet man sie absolut genial oder total beschissen. Da sind hitzige Diskussionen natürlich vorprogrammiert, aber das will der Mann ja auch erreichen. Ich glaube dem ist lieber man findet einen seiner Filme zum Kotzen, als dass man gar keine Meinung dazu hat. Ist der deshalb ein Genie? Keine Ahnung, vielleicht ist er einfach nur ein besonders Wahnsinniger, den andere Wahnsinnige für ein Genie halten. :wink:

    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: DBMulder am 2001-07-05 00:24 ]</font>

  8. #8
    Nebendarsteller
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    Der Charakter der Movie-Fans

    Ich sehe das genau andres herum. Hier geht es mehr um Praxis statt Theorie.

    Theorie:
    Auf jede Aktion folgt eine Reaktion. Ist die Aktion nicht gut geplant, dann folgt eine entsprechende Reaktion, die einen nicht verwundern sollte.

    Praxis:
    Nicht jeder Satz wird vorher durdacht. Beiläufige Bemerkungen sind an der Tagesordnung und somit legitim.

    Wir sind uns einer Meinung, das Beiträge wie:
    Der Film X ist langweilig, ohne Substanz sind und dadurch überflüssig. Aber darum geht es nicht.

    Dann hat der Autor zwar immer noch das Recht ernstgenommen zu werden, egal wie seine Meinung aussieht, aber er muss dann verstärkt damit rechnen kritisiert zu werden.
    Bei dem Beispiel von David Lynch hatte die "Reaktion" nichts mit Kritik zu tun.

    PS. jede Reaktion ist auch zugleich eine Aktion!

    <font size=-1>[ Diese Nachricht wurde geändert von: George am 2001-07-05 05:40 ]</font>
    Ich wünsche Euch ewiges Leben

  9. #9
    Regisseur
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    Der Charakter der Movie-Fans

    Und damit begrüße ich Euch alle recht herzlich zu unserer heutigen Philosophie Vorlesung :wink:

  10. #10
    Regisseur
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    Der Charakter der Movie-Fans

    ... in die ich mich auch gleich einmal einschalten möchte... :wink:

    Auch ich sehe mich eher als hobbymäßiger Filmfan, auch wenn ich über ein wenig Erfahrung im Praxisumgang mit dem Schreiben von Drehbüchern und der Kamera habe, aber auch mein Wissen über Filme und deren Macher ist zu 95 Prozent rein theoretisch und leitet sich her von Filmen (welch Zufall :wink: ), Fachzeitschriften, Sachbüchern, Biographien und so weiter...
    Dennoch würde ich mir im Verhältnis (dieses Board mal ausgenommen, da sich hier wirklich viele Leute tummeln, die ebenfalls sehr viel Ahnung haben) ein relativ umfassendes Wissen über das Medium zusprechen, was mir in meinen Augen auch das Recht gibt, über einen Film zu urteilen. Wenn man dieses Recht aber nur den Leuten zuspricht, die wirklich extrem viel Sachverstand - Filmstudenten oder eben berufsmäßig Beteiligte an der Filmindustrie - haben (so wie du das ja scheinbar indirekt gefordert hast), dann müsste man ja fast mit der Registrierung zum Board eine Art Aufnahmeprüfung integrieren, was ich für totalen Schwachsinn halte. Im Grundgesetz ist festgehalten, daß jeder das Recht auf freie Meinungsäußerung hat. Dass diese nicht immer akzeptiert wird, ist Sinn eines DISKUSSIONSforums. Man versucht seinen eigenen Standpunkt möglichst glaubwürdig zu untermauern und dem anderen näherzubringen, warum gerade dieser Standpunkt der aus der eigenen Sicht bessere ist. Daß es dabei teils hitzig hergeht, ist doch nur normal und menschlich und ich halte das auch so lange für in Ordnung, wie keine Kraftausdrücke Verwendung finden.

    Ich stimme dir allerdings dahingehend zu, daß das Niveau der Diskussionen im Movie-Forum in letzter Zeit etwas abgeflacht ist. Aber das kann sich ja wieder ändern...

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