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Thema: Das Zahlenspiel

  1. #1
    Bob
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    Das Zahlenspiel

    Daniel hat es vorgemacht:

    Zitat Zitat von Daniel
    7/10 finde ich eigentlich eine gute Bewertung. 10/10 vergebe ich extrem selten, dafür muss einfach (so gut wie) alles passen. Ich habe insgesamt vielleicht ein Dutzend Filme gesehen (evtl. ein paar mehr), denen ich diese Bewertung geben würde. Was neuere Filme angeht, sehe ich vielleicht alle zwei bis vier Jahre einen 10/10-Film.

    9/10 ist auch selten, dafür muss der Film auch schon ziemlich genau auf meiner Wellenlänge sein. Eine 8/10 ist für mich immer noch ein sehr guter Film (nüchtern betrachtet kann der Film dann vielleicht sogar perfekt sein, vtl. packt er mich dann einfach nur nicht richtig bei den Eiern), 7/10 ist auch noch überdurchschnittlich bis sehr gut. Normalerweise hätte ich hier 7,5 vergeben, stand wie gesagt auf der Kippe zur 8.

    Mit 6 bewerte ich Filme, die mich wenig ansprechen und wo ich auch auch keine große Erzählkunst, Innovation oder sonstwas bemerkenswertes entdecken kann.

    5/10 ist eigentlich das Schlimmste - diese Filme sind so "meh", dass ich mich nichtmal richtig über sie aufregen kann, die klassische Einheitssoße. 5/10 ist für mich auch kein "mittelguter" Film, das geht definitiv in Richtung "schlecht".

    Ab 4 wirds dann langsam beleidigend, meist ist der Film dann so schlecht, dass ich ebensogut eine 1 geben könnte, aber es gibt noch sowas wie routiniert durchgeführte Genrekonventionen, meist sind das zumindest technisch gut gemachte Filme mit Jennifer Lopez als Hochzeitsplanerin oder Michael J. Fox als Juppie (sofern sie ideologisch/inhaltlich harmlos und kein Totalkrampf sind).

    Eine 3 bekommen Filme, die zu 97% schlecht sind, deren restliche 3% mich aber irgendwie faszinieren oder belustigen. So gesehen ist die 3 eigentlich besser als die 4, weil ich mich hier noch für irgendwas begeistern kann.

    2er-Filme sind zu 99,99% schlecht, hier spricht mich vielleicht noch die Hauptdarstellerin auf einer völlig instinktiven Ebene an, ich habe den Film in netter Gesellschaft gesehen, habe Kinoeintritt bezahlt und will mir nicht eingestehen, dass es totale Geldverschwendung war, oder es gibt einen lustigen Spruch in Minute 46, den man im Alltag verwenden kann.

    Eine 1 bekommen bestimmte Filme mit Roberto Benigni und solche, bei denen ich den Eindruck habe, dass mich der Regisseur verarschen will. Evtl. sind sie aber auf einer bizarrer Ebene noch lustig. Aber nicht so lustig, dass es was retten könnte.

    Eine 0 habe ich, wenn ich mich richtig erinnere, noch nie vergeben. Dafür muss der Film glaube ich echt eine Katastrophe sein und nichtmal das unbedeutendste positive Merkmal erfüllen. Dass ist relativ schwierig.
    bei mir:

    ankerpunkt ist immer die 7/10. das ist für mich ein solider film, der am besten die funktion der prokrastination erfüllt. kann man auch mal während einem kinobesuch auf's klo eilen, ohne sich die augen ausheulen zu müssen, 4 minuten verpasst zu haben. eigenen sich auch gut für's fernsehen, da man jederzeit reinzappen und auf den fahrenden zug aufspringen kann.

    8/10 ist bei mir schon was besonderes, mehr als der standard-us-film. manchmal nur die ambition, am öftesten aber handwerkliche raffinesse, der zB einen normalo 7/10 actionfilm aus der masse hervorhebt.

    6/10 ist bei mir der film, bei dem man als zuschauer in die rolle des regisseurs/produzenten schlüpft und mehr mit ausbesserungsvorschlägen zugange ist, als sich auf den film richtig einlassen zu können. sind leicht bis mittel gefailte 7/10er. richtig gefailte sind dann 5/10er.

    alles unter 5/10, als 1/10 bis 4/10, sind für mich kackfilme auf trostpunktjagd. gute schauspieler oder vereinzelt geglückte szenen oder nette ideen addieren vom rock bottom weg.

    10/10, klar, perfekter film. 9/10 ist so stets meine unsicherste wertung, abgesehen von der grauzone mit trostpunkten 1/10 bis 4/10. scheue mich als trotz größter begeisterung bei einer erstsichtung gleich die perfekte bewertung zu geben. daher sind bei mir die meisten 9/10er einfach nur wackelkandidaten, die auf eine zweitsichtung warten, und dann in aller regel entweder auf der 8 oder 10 landen.
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  2. #2
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    AW: Das Zahlenspiel

    Hier nochmal weils ja eigentlich jeden betrifft (Bob nennt es hier oben nochmal explizit, dass bei ihm jede 10er Wertung erst nochmal gesichtet werden muss), außer vielleicht Wolfe der seiner Euphorie freien Lauf lässt idR. Bezüglich der angeblichen Inflation der 10 Punkte-Vergabe:
    Sehe da bei vielen eher das Gegenteil, dass man die Höchstwertung nie anfasst aus Erfurcht vor den anderen Filmen die diese bekommen haben. Jedoch hat die Skala ja nur 10 Optionen und da ist es dann nunmal so, ähnlich wie bei der Schulnotenbewertung, dass es auch ab und an mal vorkommt, dass jemand die volle Punktzahl erreicht. Auch wenn er nicht so perfekt ist wie der Lieblingsfilm den man als ständiges Barometer dafür im Kopf hat.
    Forget about Freeman

  3. #3
    laertes
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    AW: Das Zahlenspiel

    meine bewertungsskala:

    10/10 = alles überragender ausnahmefilm
    9/10 = meisterwerk
    8/10 = großartiger film ohne mängel
    7/10 = großartiger film mit leichten mängeln
    6/10 = vorbehaltlos sehenswerter film
    5/10 = unter vorbehalt sehenswerter film
    4/10 = grenzwertig
    3/10 = nur mit sehr viel wohlwollen ertragbar
    2/10 = schwer zu ertragen
    1/10 = unerträgliches machwerk
    0/10 = alles unterbietender ausnahmefilm (auch bekannt als sogenannter 'schweiger-boll')

  4. #4
    Bob
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    AW: Das Zahlenspiel

    okay, da fehlen auch noch ein paar wichtige ergänzungen. vielleicht ergeben die sich noch im laufe der diskussion. was mir bei John's kommentar jetzt noch eingefallen ist, dass ich zB vielen von meinen lieblingsfilmen oder all-time-favorites oder wie man sie nennen mag, keine 10/10 vergebe. weil sie mir nichts wichtiges erzählen, sondern zB nur innerhalb ihres genres so toll funktionieren.
    würde da als beispiel Event Horizon nennen. liebe den film, aber würde ihn mit nicht mehr als 8/10 bewerten. vielleicht auf imdb oder so auch mit ner 9, aber nur unter dem gedanke zu schlechte votes ausgleichen zu müssen. habe den film schon öfters gesehen als 10/10er wie The Fountain, 2001 oder TDK zusammen genommen. und werde den auch bis ich ins gras beiße immer wieder mit begeisterung auffrischen. trotzdem für mich kein 10/10er. ist das zu verklemmt?
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  5. #5
    laertes
    Gast

    AW: Das Zahlenspiel

    nee, das ist genau richtig so. man muss sich eben meines erachtens bei der bewertung nicht nur am subjektiven empfinden, sondern auch an objektiven kriterien orientieren, um eine zutreffende bewertung abgeben zu können.

  6. #6
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    AW: Das Zahlenspiel

    @Bob: Da herrscht imo ne zu große Diskrepanz zwischen den Zahlen 10, 9 und 8 im Vergleich zu den anderen. Gleiches bei laertes' Rating.
    @laertes: Also null Mängel und großartiger Film und trotzdem 8/10? 8 wäre wenn man alle Punkte in betracht zieht gut. Nicht sehr gut, nicht makellos, sondern gut.
    Forget about Freeman

  7. #7
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    AW: Das Zahlenspiel

    Klar, es geht aber hier nicht um Frauen sondern um ein Zahlenspiel mit Filmen. Und da ist nicht richtig die 10 die auch nur eine der anderen 9 Zahlen ist auf den Piedestal zu stellen.
    Sonst macht die Rechnung, zB mit dem OMFE nämlich keinen Sinn mehr. Und subjektiver ist es nur "Meisterwerken" die 10 zu geben allemal. Eine volle Punktzhal hat der verdient der alles richtig gemacht hat. Und nicht der, der die Erwartungen gesprengt hat. Der passt nämlich eh nicht eine Richterskala
    Forget about Freeman

  8. #8
    laertes
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    AW: Das Zahlenspiel

    ein großartiger film ohne mängel ist nicht zwangsläufig ein meisterwerk und schon gar kein alles überragender ausnahmefilm. dafür bedarf es mehr. wieviel frauen siehst du jeden tag, die du als makellos gutaussehend beschreiben würdest? trotzdem verliebst du dich nicht in jede von ihnen. sondern nur in die 9/10 oder - wenn sie dir jemals begegnet - in die 10/10. die haben dann aber mehr als bloß die äußere schönheit, vielleicht sind sie sogar äußerlich gar nicht makellos! sie haben das gewisse etwas. das besondere. das ist, was ich meine. (was, zugegeben, dann im bereich der 9 und 10 ein starkes, wenn nicht gar ausschließlich subjektives element ist, das aber gespeist wird unter anderem auch durch erfahrung und vergleich.)

  9. #9
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    AW: Das Zahlenspiel

    Erfurcht vor sogenannten Kritikerlieblingen spielt für mich keine Rolle, jeder zu sehende Film wird gleich begutachtet.
    Für mich wird jeder Film gleichberechtigt allein meinem Eindruck nach bewertet, egal wer ihn gemacht hat.

    Sprich wenn er phänomenal ist und noch dazu in meine Lieblingsfilme aufsteigt, dann isser ne absolute 10/10 ungeachtet dessen welchen "Stellenwert" der Film sonst vielleicht genießt, ganz egal ob der Film von einem Orson Welles oder einem Michael Bay gemacht ist (nicht, daß ich jetzt den Eindruck erwecke, ich würde Michael Bay-Filme mögen, nein, ich finde die die ich gesehen schlecht mit Ausnahme von DIE INSEL, dies sollte nur als anschauliches Beispiel gelten)
    Film ist Film. Wenn mir ein CITIZEN KANE soo gut gefiele (der ja oft als bester Film ever betitelt wird) bekäme er von mir genauso eine 10/10 wie ein RUSHMORE oder HEAT oder INDIANA JONES oder STAR WARS oder REINE NERVENSACHE - da mache ich keine Unterschiede. Überspitzt formuliert, wenn ich (nie einen gesehen) EIS AM STIEL überragend gut fände, bekäme der von mir genauso eine 10/10 wie CITIZEN KANE (wenn mir dieser soo gut gefiele) .


    Natürlich gibt es innerhalb jeder einzelnen Kategorie, also zwischen allen 10/10 oder zwischen allen 7/10 usw. für mich "intern" auch noch Abstufungen.

    10/10 ist für mich einerseits mit einer meiner Lieblingsfilme und noch dazu ..IMHO... absolut überragendes Meisterwerk
    9/10 und 8/10 unterscheiden sich nur in stimmungsmäßigen Nuancen für "absolut super"
    7/10 bedeutet für mich "sehr guter Film"
    6/10 = "guter Film"

    5/10 = Okay-Film, nicht gut, nicht schlecht

    4/10 = das Negative überwiegt

    3/10 bis 0/10 sind dann Abstufungen von schlecht bis katastrophal, Totalausfall, Frechheit von Film.

    Aber wie immer und bei Jedem, Alles immer rein subjektiv, weil wir alle subjektive Menschen sind, die subjektiv sehen, hören, empfinden, denken.
    So etwas wie eine objektive Wertung gibt es IMHO nicht.

    P.S. ich weiß, daß dies Thema meinen Freund laertes umtreibt und seine Lieblingsbaustelle ist
    Ich habe hier meine Kriterien niedergeschrieben und dies ist meine ehrliche Sichtweise. Punkt. Die müssen Niemandem gefallen, aber soo werte ich und sehe ich nunmal Filme.
    Geändert von Wolfe (25.09.2012 um 21:22 Uhr)

  10. #10
    laertes
    Gast

    AW: Das Zahlenspiel

    bah! schon wieder dieser "wir sind alle subjektiv"-sermon! ich kann es nicht mehr hören. natürlich gibt es objektive kriterien, anhand derer kunst bewertet werden kann. wer was anderes behauptet, ist entweder ahnungslos oder lügt.

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