Umfrageergebnis anzeigen: bist du für oder gegen die todesstrafe?

Teilnehmer
41. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • dagegen

    32 78,05%
  • dafür

    6 14,63%
  • weiß nicht

    3 7,32%
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Ergebnis 1 bis 10 von 76

Thema: Die TODESSTRAFE

  1. #1
    laertes
    Gast

    Die TODESSTRAFE

    wahrlich keine gute nachricht: abgesehen davon, dass man "gehenkt" mit e und k schreibt, nicht mit ä und g (warum macht das eigentlich keiner richtig?) - die spiegel online-Meldung, dass saddam hussein in den frühen morgenstunden des 30sten dezember gehenkt worden sei, stimmt mich nicht froh, und zwar aus zwei gründen:

    erstens ist es die oberste pflicht des todesstrafengegners, auch im fall von solch bestialischen massenmördern wie hussein keine ausnahme zuzulassen.

    zweitens frage ich mich, ob sein weiterleben - zumindest für die nächsten paar jahre - dem strafprozessualen ziel der wahrheitsfindung hätte dienen können!: gerechtigkeit (was immer das ist) und rechtsfrieden (fraglich, ob der durch saddams tod hergestellt werden kann) sind zwar zwei tragende säulen des strafverfahrens; aber gerade in solch historischen prozessen wie dem gegen saddam und seine schergen hätte man im dienste der dritten säule - der wahrheitsfindung - noch viel, viel mehr ermitteln können. da muss die frage erlaubt sein, ob es vielleicht jemanden gibt, der ein interesse daran hat, dass saddam ab heute nichts mehr sagen kann...

    was haltet ihr von der saddam-hinrichtung im besonderen und von der todesstrafe im allgemeinen...?

  2. #2
    Regisseur
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    Re: Die TODESSTRAFE

    Ich bin für die Todesstrafe, da es doch manche Menschen gibt die keine andere Strafe als den Tod verdient haben. Wenn man diese "Mörder" nur wie wir es hier in Deutschland machen einsperren, dann kommen sie wegen guter Führung wahrscheinlich 2-3 Jahre früher aus dem Gefängniss und morden weiter. All die Jahre die dieser Inhaftierte gessen hat, muss der Staat für die enormen Kosten aufkommen. Und bei der heutigen Kriminalrate, ist dies ein teures Unterfangen.

    Andererseits sollte man die Todesstrafe nur verhängen wenn es sich um einen wirklich kaltblütigen Mord handelt. Da viele "Unschuldige" Menschen die vielleicht einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort waren so ihr Leben lassen. Die Todesstrafe ist ein Thema das man einerseits gut heissen kann und andererseits ablehnt. Ich schwanke jedoch zwischen diesen beiden Seiten, da es sich hierbei immer noch um eine grausame Strafe handelt die man keinem Menschen zumuten sollte.
    Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt!

  3. #3
    Regisseur Moderator Avatar von Daniel
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    Re: Die TODESSTRAFE

    Ich bin gegen die Todesstrafe. Und zwar - wie du schon schreibst - ohne Ausnahme.

    Wenn ich mich in die Lages eines Vaters versetze, dessen Kind geschändet und ermordet wurde, kann ich selbstverständlich nachvollziehen, dass man den Täter gerne tot sähe. Zwar fände ich auch eine Tat aus Rache falsch, kann sie aber zumindest nachvollziehen.

    Den Tod als durchkalkulierte Strafmaßnahme lehne ich jedoch zu 100% ab. Es ist barbarisch und unmenschlich.

  4. #4
    Regisseur Moderator Avatar von Daniel
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    Re: Die TODESSTRAFE

    Zitat Zitat von VeRnE
    All die Jahre die dieser Inhaftierte gessen hat, muss der Staat für die enormen Kosten aufkommen. Und bei der heutigen Kriminalrate, ist dies ein teures Unterfangen.
    Die Ungültigkeit dieses abgegriffenen, vermeintlichen Pro-Argumentes ist dir hoffentlich bewusst. Blende mal alle anderen Argumente aus und lass nur dieses eine übrig. Was bedeutet das dann? Es ist billiger einen Menschen zu töten als ihn zu verwahren. Da wird der Denkfehler doch offenkundig. Und im Zusammenhang mit der Todesstrafe ist jedes Argument, das nicht für sich alleine stehen kann, nur ein Scheinargument.

    Davon abgesehen ist es auch sachlich falsch. Die Todesstrafe kostet den Staat mehr als eine lebenslange Haftstrafe.

  5. #5
    Regisseur
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    Re: Die TODESSTRAFE

    ich bin gegen die todesstrafe, schließlich gehört es zu den menschenrechten, dass jeder ein recht auf leben hat, und nur weil der täter gegen dieses verstoßen hat, kann das nicht bedeuten, dass auch der staat dagegen verstoßen darf.

    Außerdem finde ich persönlich es schlimmer, jahrelang in einer kleinen zelle eingesperrt zu sein, als getötet zu werden.

    Wenn man getötet wird ist es vorbei, aber in einer kleinen zelle, in der man nur mit sich selbst und seinen gedanken konfrontiert wird, wird man auf die dauer sicherlich verrückt.


    ein ernstgemeinter kommentar von britney spears zu diesem thema:
    "ich bin für die todesstrafe, so können die täter aus ihren fehlern lernen und werden sich beim nächsten mal besser verhalten."
    mal bist der hund, mal bist der baum - so ist es im lebe

  6. #6
    laertes
    Gast

    Re: Die TODESSTRAFE

    Zitat Zitat von Daniel
    [...] Wenn ich mich in die Lages eines Vaters versetze, dessen Kind geschändet und ermordet wurde, kann ich selbstverständlich nachvollziehen, dass man den Täter gerne tot sähe. [...]"
    wobei wir in diesem fall natürlich in bereiche kommen, in denen der gerechtigkeitsbegriff und die schwierigkeit seiner definition ganz klar wird: nehmen wir an, der vater eines fünfjährigen kindes schändet und tötet das fünfjährige kind eines anderen vaters. was ist nun gerecht? den täter zu töten? oder ihn erstmal zu schänden und dann zu töten? oder wäre es nicht im eigentlichen sinn gerecht, den fünfjährigen sohn des täters durch den vater des opfers schänden und dann töten zu lassen, denn genau das hat ja - spiegelbildlich - der täter getan, so dass nur so dem talionsprinzip ("auge um auge / zahn um zahn") genüge getan wäre...

  7. #7
    Regisseur Moderator Avatar von Daniel
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    Re: Die TODESSTRAFE

    Grundsätzlich hat es für mich nichts mit Gerechtigkeit zu tun, wenn man das Ausmaß des Leids, das ein Täter verursacht hat, gegen ihn wendet um ihn so zu betrafen. Jedenfalls nicht aus gesellschaftlichem Blickwinkel. "Auge um Auge" ist für mich überholt.

    Diese Überlegungen im Kontext von Strafe und Rache sind schwierig und für mich persönlich verwirrend. Man kann ja ganz naiv die Frage stellen, warum es überhaupt gerecht sein soll, einen Täter zu bestrafen? Wer hat etwas davon? Dadurch wird ja im Grunde nur der Rachedurst der Menschen befriedigt. Wer Schmerzen verursacht, muss Schmerz erleiden. Aber warum? Was bringt es? Es mag in Einzelfällen als Erziehungsmaßnahme von Nutzen sein; der Täter spürt bei einer Bestrafung, dass sein Tun Konsequenzen hat und kann seinen Willen zukünftig möglicherweise besser kontrollieren, wenn er wieder in eine Situation gelangt, in der er ein Verbrechen verüben könnte. Bei extremen Triebtätern ist das natürlich sinnlos, da ihr Wille nur eine untergeordnete Rolle spielt.

    Das wäre dann aber eher ein konstruktives Motiv der Strafe, nämlich dem Täter langfristig zu helfen. Aber wenn man 100 Personen die einfache Frage stellt, was die angemessene Behandlung eines Verbrechers darstellt, werden die allermeisten sicher sagen: Bestrafen. Und nicht: Ihm helfen.

    Man sollte sich vielleicht noch grundlegender die Frage stellen, was das allgemein akzeptierte Konzept von "Gerechtigkeit" überhaupt ist. Welches Gedankenmodell wird bei dem Wort "Gerechtigkeit" abgerufen? Meine Antwort lautet darauf: Unter "gerecht" verstehen die meisten Menschen, dass das, was man tut, positive oder negative Konsequenzen hat, und zwar in einer Ausprägung, die in vergleichbarer Relation zum erbrachten Aufwand steht und ihm im Wert nicht entgegengesetzt sind. D.h. positives Tun muss positive Konsequenzen haben und umgekehrt. Und zwar so, dass geringes Wirken entsprechend geringe Auswirkungen hat und engagiertes/gewissenloses Tun entsprechend ausgeprägte. Wer wenig oder anspruchslos (körperlich o. geistig) arbeitet, soll auch wenig Geld verdienen. Wer einen Großteil seiner Zeit für das Gemeinwohl opfert, der soll geachtet werden. Wer einen anderen Menschen aufrichtig liebt, der soll von ihm zurückgeliebt werden. Wer einem anderen Menschen Schmerzen zufügt, der soll selbst leiden müssen. Das ist der grundlegende Wunsch nach der Sinnhaftigkeit des Tuns. Jede Handlung muss einen angemessenen Effekt haben. Bleibt der aus, setzt Frustration ein.

    Im Fall des negativen Schaffens ist es jetzt so, dass der Täter eine negative Tat ausübt um dafür positive Früchte zu ernten. Und hier versagt das Gerechtigkeitskonzept, da die Gleichmachung von Tat und Konsequenz in zivilisierten Gesellschaften nicht auf derselben Ebene erfolgen kann, sondern auf einer abstrakten und verschobenen Ebene erfolgen muss. Auf welche Ebene man zu wechseln bereit ist (Todesstrafe, Freiheitsentzug, Geldstrafe), hängt aber von individuellen Faktoren ab, hier kann es keinen allgemeingültigen Maßstab geben. Was als "gerecht" empfunden wird, hängt viel mehr mit dem Gesamtweltbild einer Person zusammen als mit der isolierten Tat.

    Im Fall des Vaters, dessen Kind getötet wurde, ist der Blickwinkel ja ein grundsätzlich anderer. Er wird den Schmerz, den der Täter verursacht hat, am eigenen Leib spüren und er wird ihm vielleicht unerträglich sein. Da kann es zu einem unerträglichen Gedanken werden, dass der Täter überhaupt noch in der Lage ist, seine Existenz zu spüren, wo es das eigene Kind (das ja auch irgendwie zu einem gehört und quasi "man selbst" ist) nicht mehr kann. Und der Wunsch nach Tötung des Täters ist dann eben die 1:1-Ebene der adäquaten Konsequenz. Aus diesem Blickwinkel ist die Todesstrafe gerecht, aber das ist ein hochgradig subjektiver Blickwinkel. Gesellschaften können aber nicht funktionieren, wenn nur subjektive Blickwinkel durchgesetzt werden, deshalb sollte man um Objektivität bemüht sein. Und wie schwer die zu erzielen ist, wissen wir ja alleine schon auf Grund der Diskussionen in diesem Forum.

  8. #8
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    556

    Re: Die TODESSTRAFE

    Zitat Zitat von VeRnE
    All die Jahre die dieser Inhaftierte gessen hat, muss der Staat für die enormen Kosten aufkommen. Und bei der heutigen Kriminalrate, ist dies ein teures Unterfangen. .
    Soll man also alle ausgerotten? Nur damit man ein paar Euros sparen kann? Sehr komische denkweise, erinnert mich an etwas anderem...
    Das Leben eines Menschen kann man nicht mit Geld aufwiegen...

  9. #9
    Regisseur Avatar von ric-dee
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    Re: Die TODESSTRAFE

    Nun mal langsam! Man muss in Wolfes Aussage ja nun nicht gleich mehr hineininterpretieren, als drin steckt.

    Es ist halt einfach ein weitgehend verbreiteter Irrtum, dass die Todesstrafe den Staat weniger kostet, als eine Lebenslange Haftstrafe. Und nur weil jemand diesem Irrtum aufgesessen ist (grammatikalisch korrekt? ), sollte man nicht gleich mit irgendwelchen Unterstellungen daher kommen....

    Aber natürlich ist es völlig abstrus das Leben eines Menschen mit Geld aufzuwiegen.

    Ich bin ein Gegner der Todesstrafe, aus vielerlei Gründen, und halte es ebenfalls für sehr wichtig auch bei solch prominenten Massenmördern keine Ausnahme zu machen!
    Denn sobald man das tut, entzieht mein seiner eigenen Überzeugung das gesamte Fundament. Entweder ganz oder gar nicht!

    "Todesstrafengegner", die "Ausnahmen" billigen sind automatisch Befürworter der Todesstafe. Da macht es keinen Unterschied mehr ob man nur bei "besonders schlimmen" Fällen dafür ist oder ob es sich um eine Grundlegende Einstellung handelt.


    Jedoch spricht Daniel ein wichtiges Thema an: An dem Tag, an dem man selbst betroffen ist - sei es Schändung eines eigenen Kindes, sei es Ermordung von Familienmitgliedern... - können sich Auffassungen ganz schnell verändern. Allerdings darf man nicht vergessen, dass die dann vorhandene Ansicht kein Produkt (halbwegs) objektiver Meinungsbildung mehr ist sondern hauptsächlich von Emotionen geleitet wird....

  10. #10
    Regisseur
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    Re: Die TODESSTRAFE

    Find es unverschämt, dass Daniel immer schon genau das geschrieben hat, was ich auch sagen wollen würde. Und das auch noch dreimal ausgereifter und eloquenter formuliert. Schäm dich!

    Lehne die Todesstrafe auch kategorisch ab, und hoffe, ich kann das auch noch sagen, wenn ich direkt betroffen wäre..

    btw, Muss Wolfe in Schutz nehmen, der hat hier nämlich noch gar nichts reingeschrieben.

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