Seite 1 von 4 123 ... Letzte
Ergebnis 1 bis 10 von 33

Thema: Akte 34 - "SUCKER PUNCH"

  1. #1
    Moderator Moderator Avatar von TheCrow
    Registriert seit
    09.07.2001
    Ort
    Sheldonland
    Beiträge
    9.137
    "Stop breathing!" - The Man in Black
    MovieCops - Filme im Kreuzverhör #76 ist online! (17.09.2017)

  2. #2
    Bob
    Bob ist offline
    Regisseur Avatar von Bob
    Registriert seit
    20.04.2006
    Ort
    Zentropa
    Beiträge
    23.941

    AW: Akte 34 - "SUCKER PUNCH"



    lustig, dass Total Recall mehr zufällig ins spiel kommt und sich der vergleich dann später wirklich anbietet. wäre vielleicht sogar ein back-to-back wert. oder gleich im triple-feature mit Inception.
    But from that moment on, Hermione Granger became their friend.

  3. #3
    Regisseur
    Registriert seit
    25.12.2000
    Beiträge
    4.985

    AW: Akte 34 - "SUCKER PUNCH"

    Ich bin echt total (recall) beeindruckt, wie ihr es geschafft habt ganze 12 Minuten über dieses schwachsinnige Machwerk zu sprechen. Ich würde jetzt mal ganz provokativ behaupten, ihr habt Euch in dieser Viertelstunde mehr Gedanken über den Inhalt dieses Films gemacht, als es Zack Snyder während der gesamten Produktionsphase getan hat

    Dass Christopher Nolans Filme von Publikum und Kritik meist sehr positiv aufgenommen werden, wohingegen die Znyder oder Bay Streifen in der Regel verrissen werden, ist meines Erachtens in der (vorhandenen oder eben mangelnden) Qualität der Filme begründet. Das allein auf Vorurteile gegenüber der Regisseure zurückzuführen, halte ich für eine ziemlich gewagte These.

    Was mich zum Schluss noch interessieren würde: Wo ist denn die "Doppelbödigkeit" in der Zeitlupen-Hochglanz-Masturbation namens "300"? Ich scheine da wohl damals nicht richtig aufgepasst zu haben. Bin aber tatsächlich des öfteren gedanklich abgedriftet während des Films.

  4. #4
    Moderator Moderator Avatar von TheCrow
    Registriert seit
    09.07.2001
    Ort
    Sheldonland
    Beiträge
    9.137

    AW: Akte 34 - "SUCKER PUNCH"

    Zitat Zitat von Bob Beitrag anzeigen


    lustig, dass Total Recall mehr zufällig ins spiel kommt und sich der vergleich dann später wirklich anbietet. wäre vielleicht sogar ein back-to-back wert. oder gleich im triple-feature mit Inception.
    ...und weil's so schön ist, schmeissen wir REPO MEN auch noch gleich mit in den Mix!
    Würde ein verdammt langer Abend werden, aber warum nicht? Ich bin dabei!

    Zitat Zitat von Thomas Beitrag anzeigen
    Ich bin echt total (recall) beeindruckt, wie ihr es geschafft habt ganze 12 Minuten über dieses schwachsinnige Machwerk zu sprechen. Ich würde jetzt mal ganz provokativ behaupten, ihr habt Euch in dieser Viertelstunde mehr Gedanken über den Inhalt dieses Films gemacht, als es Zack Snyder während der gesamten Produktionsphase getan hat
    Das fasse ich jetzt mal ganz simpel als Kompliment auf.
    Wie beschrieben hat der Film in unseren Augen auch mit relativ wenig Substanz eine grosse Faszination auf uns ausüben können...und das, obwohl wir alles Andere als pubertierende, kleine Jungs sind. Dass das schlussendlich nicht jedermanns Sache ist und teilweise etwas zu lang gezogen ist, kann man nicht abstreiten, doch wie gesagt: Die kleinen Längen konnten mein Interesse nicht brechen und haben nie Langeweile ausgelöst, weswegen ich das dann auch nicht wirklich vorwerfen kann. Bei uns ist halt alles sehr subjektiv...und genau deswegen macht die MovieCops-Arbeit ja auch so viel Spass...wobei wir momentan dermassen viel um die Ohren haben, dass wir kaum dazu kommen, Aufnahmen zu machen (aber, wenn ein gewisses Alum einer gewissen Band mal auf dem Markt ist, dürfte es wieder ruhiger werden bzw. mehr Zeit vorhanden sein).

    Zitat Zitat von Thomas Beitrag anzeigen
    Dass Christopher Nolans Filme von Publikum und Kritik meist sehr positiv aufgenommen werden, wohingegen die Znyder oder Bay Streifen in der Regel verrissen werden, ist meines Erachtens in der (vorhandenen oder eben mangelnden) Qualität der Filme begründet. Das allein auf Vorurteile gegenüber der Regisseure zurückzuführen, halte ich für eine ziemlich gewagte These.
    Es sind sicher nicht nur Vorurteile gegenüber den Regisseuren, doch man hört und liest viele Statements, welche genau in diese Kerbe schlagen. Wie oft hat man schon "typisch Bay" oder "Snyde's style over substance" gelesen? Selbst, wenn in dem jeweiligen Fall etwas dran ist, so zeigt es doch, dass man den Regisseur eh schon in eine Schublade gesteckt hat, und nicht daran denkt, diese auch nur einen Spalt weit zu öffnen. Tut man dies dann nicht, macht man sich auch keine grossen Gedanken mehr zum Film, wodurch einem die interessanten Aspekte oftmals gar nicht mehr auffallen.
    Okay, das garantiert dann auch nicht, dass man daran gefallen finden wird...

    Abgesehen davon, ist es aber eben oft auch der Fall, dass Filme aufgrund ihrer Genre-Zugehörigkeit verurteilt werden. Diese Filme haben dann auch oft keine Chance, weil es ist ja nur "billige Unterhaltung, welche mit niedersten Lockmitteln versucht das Eyecandy-geile Publikum ins Kino zu locken" ist. Das mag auf Filme, wie TRANSFORMERS sogar zutreffen, aber ist der Film denn deswegen per se schlecht? Ich finde nein: Er ist nur schlecht, wenn er die sich selbst gesteckten Ziele nicht erreicht.

    SUCKER PUNCH tut in meinen Augen dabei allerdings auch nur so, als sei er in diesem reinen Unterhaltungs-Genre zu Hause, denn die Geschichte ist eine ganz Andere, als das was wir in Bildern serviert bekommen. Das weckte bei mir zumindest schon mal grosses Interesse...und dann erkante ich, was denn da genau für eine Realität dahinter steckt, was den Film in vielen Momenten sehr ungemütlich gemacht hat. Im Grunde genommen sogar während allen Action-Sequenzen, denn wenn man währenddessen überlegt, wofür diese stehen, schämt man sich dafür, dass einem die Inszenierung gefällt, denn diese ist tatsächlich nur dazu da, dass man selbst gebannt zusieht, anstatt sich angewidert abzuwenden, wie man es bei IRRÉVERSIBLE in einer 8-minütigen Szene automatisch tut. Dieser Gegensatz, diese Taktik den Zuschauer einzufangen...und das Ganze noch so perfekt mit der Musik und den verschiedenen Ebenen zu kombinieren, das sind die Dinge, welche mir an SUCKER PUNCH extrem gut gefallen.

    Zitat Zitat von Thomas Beitrag anzeigen
    Was mich zum Schluss noch interessieren würde: Wo ist denn die "Doppelbödigkeit" in der Zeitlupen-Hochglanz-Masturbation namens "300"? Ich scheine da wohl damals nicht richtig aufgepasst zu haben. Bin aber tatsächlich des öfteren gedanklich abgedriftet während des Films.
    Da muss ich nun zugeben, dass ich mir gestern - als ich die Akte vorbereitet habe - die gleiche Frage gestellt habe...ich denke, dass ich deswegen erst gar nicht darauf eingegangen bin bzw. dass ich gedanklich viel mehr bei der Gesellschaftskritik von DAWN OF THE DEAD war...

    Ich werde den BC jedenfalls mal darauf ansprechen!
    "Stop breathing!" - The Man in Black
    MovieCops - Filme im Kreuzverhör #76 ist online! (17.09.2017)

  5. #5
    Regisseur Moderator Avatar von KeyzerSoze
    Registriert seit
    20.07.2001
    Ort
    Würzburg
    Beiträge
    22.457

    AW: Akte 34 - "SUCKER PUNCH"

    Zitat Zitat von TheCrow Beitrag anzeigen
    Er ist nur schlecht, wenn er die sich selbst gesteckten Ziele nicht erreicht.
    D. h. wenn jemand vor hat den schlechtesten Film aller Zeiten zu machen und ihm dies gelingt, dann ist der Film dennoch nicht schlecht?

  6. #6
    Moderator Moderator Avatar von TheCrow
    Registriert seit
    09.07.2001
    Ort
    Sheldonland
    Beiträge
    9.137

    AW: Akte 34 - "SUCKER PUNCH"

    Scherzkeks!
    Also grundsätzlich hat er sein Ziel dann erreicht...bei solch einem Ziel stellt sich aber logischerweise wieder die Frage, inwiefern ein solches Ziel überhaupt Sinn macht. Und natürlich würde solch ein Film schlecht bewertet werden...könnte aber auch in die Kategorie "so bad it's good" rutschen. Persönlich fällt mir dazu Helge Schneiders TEXAS ein, den ich als unterirdisch ansehe, welcher aber auch genau so sein will, wie er ist und einen gewissen Kultstatus geniesst. Ist jetzt vielleicht nicht das ideale Beispiel, aber das fiel mir gerade ein...
    "Stop breathing!" - The Man in Black
    MovieCops - Filme im Kreuzverhör #76 ist online! (17.09.2017)

  7. #7
    Bob
    Bob ist offline
    Regisseur Avatar von Bob
    Registriert seit
    20.04.2006
    Ort
    Zentropa
    Beiträge
    23.941

    AW: Akte 34 - "SUCKER PUNCH"

    Zitat Zitat von TheCrow Beitrag anzeigen
    SUCKER PUNCH tut in meinen Augen dabei allerdings auch nur so, als sei er in diesem reinen Unterhaltungs-Genre zu Hause, denn die Geschichte ist eine ganz Andere, als das was wir in Bildern serviert bekommen. Das weckte bei mir zumindest schon mal grosses Interesse...und dann erkante ich, was denn da genau für eine Realität dahinter steckt, was den Film in vielen Momenten sehr ungemütlich gemacht hat. Im Grunde genommen sogar während allen Action-Sequenzen, denn wenn man währenddessen überlegt, wofür diese stehen, schämt man sich dafür, dass einem die Inszenierung gefällt, denn diese ist tatsächlich nur dazu da, dass man selbst gebannt zusieht, anstatt sich angewidert abzuwenden, wie man es bei IRRÉVERSIBLE in einer 8-minütigen Szene automatisch tut. Dieser Gegensatz, diese Taktik den Zuschauer einzufangen...und das Ganze noch so perfekt mit der Musik und den verschiedenen Ebenen zu kombinieren, das sind die Dinge, welche mir an SUCKER PUNCH extrem gut gefallen.
    sehe ich ähnlich. richtig toll fand ich da dann noch mal den abspann, in dem der antagonist und die puffmutter einen tango aufführen. alles ad absurdum geführt und man war sich vorher schon nicht sicher, wie vielen schichten man Synder da gerade auf den leim gegangen ist. eure besprechung hat richtig lust auf ein zweites mal gemacht. bin mir gar nicht sicher, welche version ich gesehen habe. war wohl die erste us-dvd/bd auswertung (wobei du meintest bd-only, aber vielleicht war das in den staaten anders?).

    btw: ich fand es auch essentiell, dass die tänze (/vergewaltigung?) NICHT gezeigt wurden. wundert mich jedesmal, dass das so viele vermisst haben. sogar meine mitgucker fanden das doof. dabei geht es doch gerade um den eskapismus.
    But from that moment on, Hermione Granger became their friend.

  8. #8
    Moderator Moderator Avatar von TheCrow
    Registriert seit
    09.07.2001
    Ort
    Sheldonland
    Beiträge
    9.137

    AW: Akte 34 - "SUCKER PUNCH"

    Ich kann mich - logischerweise - nur jedem Wort von Dir anschliessen!
    Dachte schon, ich sei mit dieser Auffassung des Films alleine hier...
    "Stop breathing!" - The Man in Black
    MovieCops - Filme im Kreuzverhör #76 ist online! (17.09.2017)

  9. #9
    Regisseur
    Registriert seit
    25.12.2000
    Beiträge
    4.985

    AW: Akte 34 - "SUCKER PUNCH"

    Also auch wenn ich es absolut in Ordnung finde, wenn jemand etwas in einen Film hineininterpretiert, dass vielleicht gar nicht da ist oder um es anders zu formulieren, ein Film bei manchen Zuschauer Gedanken triggern kann, die vielleicht gar nicht so gewollt waren, macht das "Sucker Punch" meines Erachtens immer noch nicht zu einem guten Film. Ich finde es geradezu absurd, bei "Sucker Punch" von doppelbödigkeit oder gesellschaftspolitischen Metaebenen zu sprechen. Aber so absurd wie ich es finde, so spannend finde ich es auch, Eure Ausführungen zu lesen.

    Ganz ehrlich. In meinem Weltbild ist Zack Snyder ein pubertierender 13-jähriger im Körper eines Erwachsenen, der einfach das Glück hat hunderte Millionen Doller für seine visuellen Spielereien rauszupulvern. Das führt regelmäßig zu äußerst belanglosen Tischfeuerwerken (habe ich diesen Vergleich hier oder wo anders gelesen? Finde ihn zumindest sehr passend). Dumm und belanglos. Aber ungefährlich.

    Wenn man Snyder aber wirklich unterstellen will, er möchte mit "Sucker Punch" mehr als nur sinnfreies Eye-Candy präsentieren, dann sieht die Sache schon ganz anders aus. Wenn der Mann in seinem Film wirklich eine Botschaft unterbringen wollte, dann ist er meines Erachtens grandios gescheitert und dann würde ich sogar soweit gehen, ihn als Dilettanten zu bezeichnen. Der Vergleich zu "Inception" ist ungefähr so, wie wenn man "Citizen Kane" mit "The Fast and the Furious" vergleichen würde. Mit dem Argument, es würden ja in beiden Filmen Schlitten eine wichtige Rolle spielen. Und das sage ich, obwohl ich "Inception" gar nicht so grandios finde, wie viele andere. Nolan hat bessere Filme gemacht.

    Aber wie gesagt, gerade in so einem Fall finde ich einen Meinungsaustausch sogar erfrischend interessant. Da wäre es spannend gewesen, wenn ihr in Eurer Akte etwas mehr in die Tiefe gegangen wäret.

    Es sind sicher nicht nur Vorurteile gegenüber den Regisseuren, doch man hört und liest viele Statements, welche genau in diese Kerbe schlagen. Wie oft hat man schon "typisch Bay" oder "Snyde's style over substance" gelesen?
    Ja, warum wohl? Einen Michael Bay oder Zack Snyder Film erkennt man nun mal sowohl an der Optik, wie auch am Inhalt schon auf hundert Meter. Die beiden Regisseure bestätigen diese "Vorurteile" ja konsequent mit jedem Film aufs Neue.

    Selbst, wenn in dem jeweiligen Fall etwas dran ist, so zeigt es doch, dass man den Regisseur eh schon in eine Schublade gesteckt hat, und nicht daran denkt, diese auch nur einen Spalt weit zu öffnen. Tut man dies dann nicht, macht man sich auch keine grossen Gedanken mehr zum Film, wodurch einem die interessanten Aspekte oftmals gar nicht mehr auffallen.
    Ich glaube, Du tust da dem Großteil der Journalisten und Zuschauer unrecht. Wenn Michael Bay statt Transformers 4 als nächstes einen substanziellen Shakespeare-Film drehen würde, dann würden die meisten die Schublade glaube ich in freudiger Erwartung offen halten.

    Und an dieser Stelle breche ich auch gerne mal die Lanze für style over substance. Das muss ja nicht immer schlecht sein. "The Rock" ist sicherlich kein tiefgründiges Meisterwerk, aber ein super Unterhaltungsfilm. Die sechsunddreißig Transformers-Materialschlachten oder so menschenverachtender Scheissdreck wie "Bad Boys 2" eben nicht. Auch ganz ohne Vorurteile. Und Snyder ist zumindest mir persönlich auch noch den Beweis schuldig, dass er mehr kann, als colorierte Zeitlupenaufnahmen von gestählten Männer- oder knackigen Mädchenkörpern auf die Leinwand zu malen.

    By the way: Irreversible als Beispiel für einen guten Film aufzuführen ist sicherlich ein ironisches Stilmittel oder?

    Und um den Bogen nochmal zu "Sucker Punch" zurück zu spannen. Du sagst, ein Film muss immer an dem gemessen werden, was er sein will. Okay, ist ein Statement, welches ich nur eingeschränkt teile (Keyzer hat ein übertriebenes, aber treffendes Extrembeispiel genannt). Aber was heißt das für "Sucker Punch". Was will der Film? Will er ein guter, locker flockiger Unterhaltungsfilm sein? Dann hat er das meiner Meinung nach äußerst unzulänglich erfüllt. Die immer gleichen Zeitlupenbilder sind spätestens nach 5 Minuten totlangweilig. Und wenn er wirklich mehr als nur ein guilty pleasure Actionkracher sein wollte, dann ist der Film meines Erachtens ein absoluter Totalausfall. Also selbst unter dieser Prämisse schneidet der Film bei mir nicht gut ab.
    Geändert von Thomas (21.10.2011 um 00:55 Uhr)

  10. #10
    Moderator Moderator Avatar von TheCrow
    Registriert seit
    09.07.2001
    Ort
    Sheldonland
    Beiträge
    9.137

    AW: Akte 34 - "SUCKER PUNCH"

    Zitat Zitat von Thomas Beitrag anzeigen
    Also auch wenn ich es absolut in Ordnung finde, wenn jemand etwas in einen Film hineininterpretiert, dass vielleicht gar nicht da ist oder um es anders zu formulieren, ein Film bei manchen Zuschauer Gedanken triggern kann, die vielleicht gar nicht so gewollt waren, macht das "Sucker Punch" meines Erachtens immer noch nicht zu einem guten Film. Ich finde es geradezu absurd, bei "Sucker Punch" von doppelbödigkeit oder gesellschaftspolitischen Metaebenen zu sprechen. Aber so absurd wie ich es finde, so spannend finde ich es auch, Eure Ausführungen zu lesen.
    Nun, Du weisst nicht, dass es nicht doch geplant war...und ich kann nicht garantieren, dass es so war, weswegen der Punkt nicht diskutabel ist. Allerdings finde ich es genauso unfair, SUCKER PUNCH einfach als 0815-Eyecandy-Film abzutun, wie Du es absurd findest, dass wir mehr darin erkennen. Vor allem ist es so, dass der BC und ich den Film nicht zusammen gesehen haben, lustigerweise aber trotzdem sehr ähnliche Gedanken dazu haben. Somit muss ja irgendwo etwas drin gewesen sein, dass uns auf diese Fährte brachte. Dies ist aber allerdings nur im Extended Cut zu finden...das sehen wir auch so. Die Kinofassung beraubt den Film fast komplett seiner Doppelbödigkeit, was ich dem Studio nur vehement vorwerfen kann...aber die hören ja nicht auf mich.

    Zitat Zitat von Thomas Beitrag anzeigen
    Ganz ehrlich. In meinem Weltbild ist Zack Snyder ein pubertierender 13-jähriger im Körper eines Erwachsenen, der einfach das Glück hat hunderte Millionen Doller für seine visuellen Spielereien rauszupulvern. Das führt regelmäßig zu äußerst belanglosen Tischfeuerwerken (habe ich diesen Vergleich hier oder wo anders gelesen? Finde ihn zumindest sehr passend). Dumm und belanglos. Aber ungefährlich.
    Also, gerade bei DAWN OF THE DEAD oder WATCHMEN kann man nicht behaupten, es würde sich um reine, belanglose Tischfeuerwerke handeln. Vor Allem WATCHMEN bietet dafür viel zu wenig Action und viel zu viele Dialoge (wenn man es jetzt einfach mal plump daran festmachen will). Für mich ist Zack Snyder ein Geschichtenerzähler der grossen Wert auf die Optik legt, was mir - als Videophiler - entgegen kommt, da ich mit seinen Filmen die Möglichkeiten meines Equipments ausreizen kann. Dennoch steht die Geschichte aber im Vordergrund, denn ohne sie müsste/könnte ich Dir nur Recht geben.

    Zitat Zitat von Thomas Beitrag anzeigen
    Wenn man Snyder aber wirklich unterstellen will, er möchte mit "Sucker Punch" mehr als nur sinnfreies Eye-Candy präsentieren, dann sieht die Sache schon ganz anders aus. Wenn der Mann in seinem Film wirklich eine Botschaft unterbringen wollte, dann ist er meines Erachtens grandios gescheitert und dann würde ich sogar soweit gehen, ihn als Dilettanten zu bezeichnen. Der Vergleich zu "Inception" ist ungefähr so, wie wenn man "Citizen Kane" mit "The Fast and the Furious" vergleichen würde. Mit dem Argument, es würden ja in beiden Filmen Schlitten eine wichtige Rolle spielen. Und das sage ich, obwohl ich "Inception" gar nicht so grandios finde, wie viele andere. Nolan hat bessere Filme gemacht.
    Warum denn? Weil er nicht alles auf dem Silbertablett serviert? Weil man selbst nach Hinweisen suchen muss? Weil man selbst interpretieren muss? Weil er den Zuschauer mit Eyecandy anlockt?...nur um dann hinter 2-3 Ecken mit Bratpfanne und Nudelholz zu lauern, und dem Zuschauer damit Eins über zu ziehen?
    SUCKER PUNCH ist für mich eine brutale und düstere Geschichte über Freundschaft. Eine Freundschaft, welche an einem erbarmungs- und hoffnungslosen Ort entsteht und schlussendlich dazu führt, dass sich die Figuren füreinander aufopfern. Das ist sicher nichts Neues, aber in meinen Augen auch meilenweit davon entfernt, etwas Verwerfliches zu sein...im Gegenteil! Und, wenn diese Geschichte noch dermassen geschickt erzählt wird, dass der gemeine Kinogänger - der sich nur berieseln lassen will, und mehr nicht - im Grunde genommen ziemlich gekonnt hinters Licht geführt wird, dann kann ich mich - sofern ich all dies so sehe - nicht Deiner Meinung anschliessen.

    Zitat Zitat von Thomas Beitrag anzeigen
    Aber wie gesagt, gerade in so einem Fall finde ich einen Meinungsaustausch sogar erfrischend interessant. Da wäre es spannend gewesen, wenn ihr in Eurer Akte etwas mehr in die Tiefe gegangen wäret.
    Das finde ich auch! Und ja, man könnte immer mehr sagen...das ist beim Reviews schreiben nicht anders, denn irgendwie habe ich da auch immer das Gefühl, dass ich noch dies und jenes hätte erwähnen können/müssen/sollen. Aber da muss man halt immer einen Kompromiss eingehen, denn die wenigsten Leute haben die Bereitschaft, lange Texte zu lesen oder lange Videos aufmerksam anzusehen. Traurig aber wahr!
    Auf der anderen Seite muss ich aber zugeben, dass wir noch immer vieles besser machen können, und wir sind auch bestrebt uns stets weiter zu entwickeln. Ich hoffe, wir können diese Ziele in Zukunft auch immer wieder umsetzen!

    Zitat Zitat von Thomas Beitrag anzeigen
    Ja, warum wohl? Einen Michael Bay oder Zack Snyder Film erkennt man nun mal sowohl an der Optik, wie auch am Inhalt schon auf hundert Meter. Die beiden Regisseure bestätigen diese "Vorurteile" ja konsequent mit jedem Film aufs Neue.
    Ja, das tut man...aber nicht jeder sieht dies gleich als etwas Negatives an. Ich zum Beispiel.
    Ich mag es halt immer wieder auch mal, wenn ich einen Film nur für den Unterhaltungs-Effekt anschauen kann. Für mich kann einfach ein banaler, simpler Film ebenso eine perfekte Wertung erreichen, wie ein tiefgründiges Werk...schliesslich kann man die meisten Genres eh nur schwer (wenn überhaupt) quer vergleichen. Und abgesehen davon sehe ich halt schon einen nicht unerheblichen Unterschied zwischen Snyder und Bay.

    Zitat Zitat von Thomas Beitrag anzeigen
    Ich glaube, Du tust da dem Großteil der Journalisten und Zuschauer unrecht. Wenn Michael Bay statt Transformers 4 als nächstes einen substanziellen Shakespeare-Film drehen würde, dann würden die meisten die Schublade glaube ich in freudiger Erwartung offen halten.
    Das ist Ansichtssache...denn wenn dieser Fall eintreten würde, könnte man auch vorwerfen, dass er sich damit nur bei den elitär beurteilenden Journalisten einschleimen will, damit die ihm danach auch wohl gesonnen sind.
    Ich finde es beispielsweise auch traurig, wie in letzter Zeit viele ältere Filme hier auf MM zerrissen werden. Gut, jedem seine Meinung, und ich bin mir sicher, dass viele Autoren bei diversen Reviews von mir nur noch mit dem Kopf schütteln, aber trotzdem:
    Ich frage mich immer wieder einfach "Ist der Mensch denn mit gar nichts zufrieden zu stellen? Kann man denn nicht einfach mal etwas geniessen, ohne es bis ins letzte Detail hinterfragen zu müssen?"
    Wenn beide Fragen mit "Nein" beantwortet werden, kann ich um diese Welt nur noch weinen...und mich davon distanzieren (bzw. dies mindestens versuchen).

    Zitat Zitat von Thomas Beitrag anzeigen
    Und an dieser Stelle breche ich auch gerne mal die Lanze für style over substance. Das muss ja nicht immer schlecht sein. "The Rock" ist sicherlich kein tiefgründiges Meisterwerk, aber ein super Unterhaltungsfilm. Die sechsunddreißig Transformers-Materialschlachten oder so menschenverachtender Scheissdreck wie "Bad Boys 2" eben nicht. Auch ganz ohne Vorurteile. Und Snyder ist zumindest mir persönlich auch noch den Beweis schuldig, dass er mehr kann, als colorierte Zeitlupenaufnahmen von gestählten Männer- oder knackigen Mädchenkörpern auf die Leinwand zu malen.
    THE ROCK ist sicher ein guter Film, aber den würde ich dennoch nicht in diese Kategorie stecken. Filme, wie WANTED, LEGENDE DER WÄCHTER, 300, SHOOT 'EM UP, CRANK usw. gehören für mich da rein. Pure Unterhaltung mit massig Eyecandy halt. Und die meisten dieser Filme liebe ich. Die kann ich mir immer wieder ansehen! Wenn ich mies drauf bin, um Sorgen und Probleme zu vergessen, wenn ich gut drauf bin, um die spassige Stimmung zu unterstreichen. Alles Tiefgründige verlangt mehr Ruhe und Aufmerksamkeit, und je nach Thema muss man dazu noch in einer bestimmten Stimmung sein...also ich zumindest. So ticke ich halt...und vielleicht erklärt das ein wenig besser meine Einstellung zu Filmen. Wenn nicht, habe ich bestimmt noch öfters Gelegenheit, hier einen neuen Versuch zu starten.

    Zitat Zitat von Thomas Beitrag anzeigen
    By the way: Irreversible als Beispiel für einen guten Film aufzuführen ist sicherlich ein ironisches Stilmittel oder?
    Den hatte ich mehr als Beispiel für einen Film mit Szenen, bei welchen man automatisch weg guckt, aufgeführt...

    Zitat Zitat von Thomas Beitrag anzeigen
    Und um den Bogen nochmal zu "Sucker Punch" zurück zu spannen. Du sagst, ein Film muss immer an dem gemessen werden, was er sein will. Okay, ist ein Statement, welches ich nur eingeschränkt teile (Keyzer hat ein übertriebenes, aber treffendes Extrembeispiel genannt). Aber was heißt das für "Sucker Punch". Was will der Film? Will er ein guter, locker flockiger Unterhaltungsfilm sein? Dann hat er das meiner Meinung nach äußerst unzulänglich erfüllt. Die immer gleichen Zeitlupenbilder sind spätestens nach 5 Minuten totlangweilig. Und wenn er wirklich mehr als nur ein guilty pleasure Actionkracher sein wollte, dann ist der Film meines Erachtens ein absoluter Totalausfall. Also selbst unter dieser Prämisse schneidet der Film bei mir nicht gut ab.
    Hm...aber meine Antwort auf Keyzers Statement wird hierbei nicht mit einbezogen, wobei ich meiner Meinung nach doch ein gültiges Gegenargument geliefert habe...
    Wie oben schon beschrieben, ist der Film eben keines von Beidem. Das ist ja der Clou an der Sache: Er ist verdammt gut und intelligent getarnt worden! Zwischen Schwarz und Weiss gibt es halt viele unterschiedliche Graustufen, und SUCKER PUNCH stellt eine bisher unbekannte Graustufe dar...eine, die so tut als sei es ein Weiss, dabei ist es aber tief Schwarz. Und nochmals der Hinweis: All dies trifft nur auf den Extended Cut zu!
    Gut, dieverse Elemente wiederholen sich...das hat der BC ja auch zugegeben. Und wie ich dann gesagt habe:
    Mich hat das weder gelangweilt, noch gestört! Ich war gefesselt und fasziniert...und das ist nicht etwas, dass ich bewusst steuern kann, das hat der Film in mir ausgelöst.
    "Stop breathing!" - The Man in Black
    MovieCops - Filme im Kreuzverhör #76 ist online! (17.09.2017)

Seite 1 von 4 123 ... Letzte

Ähnliche Themen

  1. Antworten: 6
    Letzter Beitrag: 15.11.2013, 10:18
  2. Antworten: 7
    Letzter Beitrag: 27.07.2011, 22:20
  3. Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 16.07.2011, 17:43
  4. Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 16.07.2011, 17:19
  5. Akte 4 - "DAS GEHEIMNIS DER ZAUBERPILZE"
    Von TheCrow im Forum MovieCops
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 11.07.2011, 20:44

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28