nichts neues in diesem spiegel-artikel, aber gut, dass man es auf einen übersichts-text komprimiert hat:

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Der günstigste Weg zum Film zu Hause
90 Minuten Filmspaß können drei Euro oder 23 Euro kosten - je nachdem, wo der Streifen läuft und wie man ihn anschauen möchte. Ein Überblick.

Von Frank-Oliver Grün


Welchen Wert hat ein Film? Das hängt - mal abgesehen vom künstlerischen Gehalt - ganz klar von den Vorlieben des Betrachters ab. Denn ob dieser ein Leinwand-Epos nach dem Anschauen gleich wieder vergisst oder es sich als DVD zum ewigen Gedenken in den Schrank stellt, ist eine höchst persönliche Geschichte. Für die einen von uns ist Film eben echte (Sammel-)Leidenschaft, für die anderen ein Zeitvertreib. Der Preis für das Vergnügen lässt sich indes objektiv ermitteln: Ein Spielfilm wie "Firewall" mit Harrison Ford dauert 102 Minuten, kostet im Kino zwischen sechs und zehn Euro Eintritt und ist inzwischen auf verschiedenen Medien erschienen.
Das Magazin video hat die Kosten miteinander verglichen und ist zu einem interessanten Ergebnis gekommen: Wer im Januar 2007 erleben wollte, wie Harrison Ford die Entführer seiner Familie zur Strecke bringt, konnte dafür fast 19 Euro ausgeben oder auch nur drei - je nachdem, auf welche Weise er in den Filmgenuss kam. Solche Preisunterschiede sind keine Seltenheit, wie die Tabelle zeigt.
Die Ware Film unterliegt wie ein Wertpapier den Gesetzen von Angebot und Nachfrage. Mit einem Unterschied: Langfristig geht es fast immer abwärts. Denn je länger ein Streifen am Markt ist, desto weniger Zuschauer wollen ihn sehen. Von Produktionen mit Kultstatus einmal abgesehen, sind alte Filme in der Regel billig zu haben.
Nach dem Kinostart steigen zunächst die Kurse: DVDs mit aktuellen Werken kosten vergleichsweise viel, weil die Nachfrage hoch ist. Nicht ohne Grund erwirtschaftet die Filmindustrie in Deutschland mittlerweile 69 Prozent ihres Umsatzes mit den Silberscheiben (Quelle: Bundesverband Audiovisuelle Medien).
Nach der DVD-Auswertung folgen im Abstand einiger Monate die Abruf-Angebote im Internet und das Bezahlfernsehen. Hier kostet die Filmvorstellung dann nur noch wenige Euro, ehe der Streifen zu guter Letzt im Free-TV verramscht wird (siehe Diagramm).Wer abwarten kann, ist also prinzipiell im Vorteil. Er holt sich die Filme dann, wenn der Ansturm vorbei ist - entweder als günstigen Einzelabruf im Internet, als Pay-per-View von Premiere oder als preisreduzierte Disc. Gebrauchte DVDs sind schließlich meistens die billigste Möglichkeit, an den Film der Wahl heranzukommen.

Eine Frage der Qualität

Nun sollte man nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Internet-Videos auf Maxdome oder T-Online haben mit der Original-DVD so wenig gemein wie Strickjacken von H&M mit einem Cardigan von Giorgio Armani. Sie liefern in der Regel schlechtere Bildqualität, keinen Originalton und kein Bonusmaterial, ja oft nicht mal digitalen Surround-Sound.
Die klassische Verwertungskette der Filmwirtschaft: Zuerst kommt der Streifen ins Kino und danach auf DVD heraus. Die anderen Verwertungswege schließen sich an, bis das Werk im kostenlosen Free-TV angelangt ist. Der komplette Durchlauf wird dabei immer schneller. Dauerte es früher ein ganzes Jahr, ehe ein Blockbuster auf DVD erschien, vergehen bis zur Veröffentlichung inzwischen nur noch vier Monate.
Die klassische Verwertungskette der Filmwirtschaft: Zuerst kommt der Streifen ins Kino und danach auf DVD heraus. Die anderen Verwertungswege schließen sich an, bis das Werk im kostenlosen Free-TV angelangt ist. Der komplette Durchlauf wird dabei immer schneller. Dauerte es früher ein ganzes Jahr, ehe ein Blockbuster auf DVD erschien, vergehen bis zur Veröffentlichung inzwischen nur noch vier Monate.
Gerade video-Lesern dürfte das Plus an Qualität auf DVD, HD-DVD oder Bluray- Disc einen Aufpreis wert sein. Viele Alternativ-Angebote lassen sich zudem gar nicht ohne weiteres im Wohnzimmer betrachten. So muss etwa ein Kunde von In2Movies umständlich den PC an seinen Fernseher oder Beamer anschließen, wenn die gekauften Downloads Kino-Feeling verbreiten sollen. Von den Dateien kann man zwar Sicherungskopien auf DVD ziehen, aber keine Video-DVDs brennen, die auf einem normalen Player laufen.
Viele der Probleme sind lösbar. So bietet T-Online schon heute erste Produktionen wie "Fantastic Four" in High-Definition mit mindestens 1280 x 720 Pixeln an. Und Apple dürfte dem Verkaufsstart seiner neuen Set-Top-Box im Februar bald einen eigenen Videoshop in Deutschland folgen lassen. Dann gelangen Filme oder TV-Serien aus dem Web so einfach auf einen Fernseher wie Musik auf den iPod. Mit dem Apple-Shop wird das Angebot im Internet größer. Bislang erkaufen sich Filmfans die rasche Verfügbarkeit von Video On Demand mit Qualitätseinbußen und einer begrenzten Titelauswahl. Denn die Online-Dienste stellen derzeit nur einen kleinen Teil des riesigen Angebots bereit, das es auf DVD gibt.

Kaufen oder leihen?

Wer einen Film besitzen will, bezahlt natürlich mehr als für das Recht, ihn zeitlich begrenzt ansehen zu dürfen. So kosten Kauf-DVDs zwischen 15 und 25 Euro; in Automaten-Videotheken um die Ecke gibt es denselben Film schon für zwei Euro am Tag. Ähnliches gilt in der virtuellen Welt: Ein gekaufter Download zum beliebigen Ansehen schlägt mit sieben bis 13 Euro zu Buche, eine Lizenz für 24 Stunden Video On Demand kostet dagegen höchstens vier Euro. Wem die einmalige Vorführung auf Premiere genügt, der kommt mit drei Euro noch günstiger weg. Ob ein Film den Kauf wert ist, muss jeder für sich entscheiden. Schließlich schaut man sich ja auch nicht jeden Blockbuster im Kino an. Vielen reicht die Ausstrahlung im Free-TV.

Indirekte Kosten

Die Preise für ein Internet-Video oder den Abruf von Premiere Direkt sind freilich nur die halbe Miete. Fast immer braucht der Filmfan eine spezielle Infrastruktur, um das Angebot zu nutzen. Das kann der DSL-Zugang eines bestimmten Anbieters sein oder eine Set-Top-Box, die das verschlüsselte Signal erst sichtbar macht. In der Vergleichstabelle unten sind diese indirekten Kosten gesondert ausgewiesen. Sie fallen umso weniger ins Gewicht, je öfter man das jeweilige Angebot nutzt.
Streng genommen gehört sogar die Heimkino-Anlage samt DVD-Player und Surround-Lautsprechern in diese Kategorie. Aber die haben Sie als video-Leser ja ohnehin zu Hause.

(Quelle: spiegel-online)