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Thema: Fairplay

  1. #1
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    Fairplay

    Crank Regie: Mark Neveldine und Brian Taylor





    Im Prinzip ist CRANK ein einziges verfilmtes Computerspiel, bei dem alles möglich und nichts nötig scheint. Ich habe mich hier sehr an das Spiel "Grand Theft Auto" (werden wahrscheinlich hier viele kennen) erinnert gefühlt: Wir haben hier zwei konkurrierende (drei wenn man die Schwarzen noch dazu zählt), die Latinos und die Chinesen, dazu einen dieser abgehalfterten Helden, deren Schicksal es ist, zwischen den Bandenfronten zu stehen und für eine Art von Verbindung zu stehen, einer dieser Helden, die noch eben eine Giftspritze verpasst bekommen, sollten sie mal den vagen Gedanken an Frauen im Sinne von Liebe und Familie pflegen. Wie es sich für ein ordentliches Computerspiel gehört, ist eine solche Spritze nicht tödlich, sondern lässt nur eine Uhr herunter laufen bis zum endgültigen Game Over. Zeit-Boni können erwirtschaftet werden, die Lebensanzeige am oberen linken Rand des Bildschirms wird zu einer Adrenalinleiste umfunktioniert, die es hochzuhalten gilt. Hierbei sind der Fantasie des Spielers keine Grenzen gesetzt: Gnadenlose Verfolgungsjagden mit der Polizei durch Einkaufszentren, Koks und andere Bewusstseinserweiterungen, Schlägereien, Energy-Drinks, hemmungslosen Sex, oder aber auch weniger offensichtliche Mittel wie Waffeleisen oder Nasensprays sind erlaubt um die Uhr weiter ticken zu lassen. Natürlich gilt es, dem Spieler dieses Gefühl eines Adrenalinrausches mittels schneller, teilweise verschwommener, Kameraführung und rasender Schnitttechnik glaubhaft zu machen. Standard-Statistenrollen, wie etwa die des schwulen Latino-Informanten, eine ordentliche Portion pechschwarzen Humors, sowie einige Splattereffekte runden das Spiel ab. Um einer gewissen Linearität des Spielgeschehens entgegen zu wirken, sind einige kleinere Wendungen der Story mit einbegriffen. Schlussendlich kommt es zum Kampf gegen den Endgegner in luftiger Höhe. Dann wird die Zeit knapp. Die Adrenalinleiste sinkt gegen Null. Man wird langsamer. Langsamer.
    GAME OVER


    8/10

  2. #2
    Statist
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    Re: Fairplay

    „21 Gramm“, ein Filmpuzzle des Mexikaners Alejandro Gonzalez Inarritu









    Nichts ist mehr wie vorher, Welt und Zeitempfinden sind aus den Fugen geraten, ein Hauch Irrealität weht durchs Leben. Und auch Regisseur Alejandro Gonzalez Inarritu verunklart die drei Handlungsstränge durch einen Wust an schwer deutbaren Bildern und Beobachtungen, die sich im Verlauf des Films als Rückblenden, vielleicht Wunschphantasien, aber auch als Blicke in die Zukunft herausstellen.Alle drei Hauptdarsteller legen sich bis zur Selbstaufgabe ins Zeug. Auch der Look des Films ist extrem „dreckig“, selbst gepflegte Wohnungen und Schwimmhallen sehen aus, wie vom Hausschwamm durchdrungen. Eine brillante Handkamera und echtes Klinikpersonal zementieren den Eindruck des Dokumentarischen und absolut Lebensechten.

    Aber wofür? Letztlich bewegt Inarritu die Frage nach schuldloser Schuld und sinnleerer Sühne bis zum bitteren Ende. Ist das nun eine Predigt gegen Gottes Willkür? Eine Parabel über Zufall und Fügung? Oder hat Inarritu zu viel Dostojewski gelesen? Um die ominösen 21 Gramm des Titels ist ein Mensch leichter, sobald der Tod eintritt. Da staunt der Laie und der Facharzt wundert sich. Inarritu fummelt nur an der Seelenwaage herum.



    7/10

  3. #3
    Statist
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    Re: Fairplay

    Heat
    DeNiro gegen Pacino
    Michael Mann




    Al Pacino und Robert De Niro in einem Film. Das gab es zum ersten und einzigen Mal in „Der Pate, Teil 2“, doch dort hatten die beiden Schauspieler keine gemeinsame Szene. In „Heat“ gibt es eine kleine Steigerung – in gerade zwei Szenen treffen die Figuren von Pacino und De Niro aufeinander. Genau diese Szenen sind mit die genialsten des Films, besonders die erste hat einen gewissen Kultstatus: Pacino hält De Niro auf der Autobahn an und lädt ihn zum Kaffee ein. Und dann nehmen die beiden eine Auszeit, plaudern über ihre stressigen Berufe, bedeutungsschwangere Träume und ihre Beziehungsprobleme. So etwas hat es wohl noch nicht gegeben. Es hält die beiden aber nicht davon ab, in der zweiten gemeinsamen Szene wild aufeinander zu schießen…
    Michael Mann lässt sich Zeit mit der Einführung seiner Figuren und das ist gut so, denn diese Charaktere tragen den Film und am Ende gibt es kaum noch Verschnaufpausen.Er zeigt die ganzen Menschen mit all ihren Vorzügen und ihren Schwächen. Darüber hinaus ist es ein Action-Thriller der Extraklasse. Die filmische Umsetzung ist exzellent, die Kameraführung an einigen Stellen spektakulär. Manche der Szenen hätte es so vor der Erfindung der Steadicam mit Sicherheit nicht gegeben.

    Einmalig diese: Das -Herz -schlägt -im -Hals -und -gleich -haben -wir -12 Millionen -wenn -wir -es -schaffen -jetzt -nur -noch -raus -Musik ! Daran anschließend folgt die extremste realistisch wirkende Schiesserei die es in der Filmgeschichte bis dato gegeben hat. Um es präziser zu formulieren: So könnte es aussehen wenn solche Menschen in die Enge getrieben werden ! Da stellt sich hinterher die Frage warum so viel Blut fließen muß, um Papier mit Nummern drauf zu schützen? Eine Frage die der Regisseur vielleicht auch hervorrufen wollte. Aber das bleibt reine Spekulation.



    10/10

  4. #4
    Statist
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    Re: Fairplay

    L.A Crash Regie: Paul Haggis
    Von wegen Stadt der Engel



    Los Angeles sei eine Stadt, in der keiner den anderen berührt, sagt eine junge Frau nachts im Auto zu ihrem Partner. Niemand geht zu Fuß, jeder fährt am anderen vorbei. Aber überall finden sich unsichtbare Trennlinien, die zu überschreiten höchste Gefahr bedeutet. Es klingt harmlos, wenn zwei schwarze Jungs sich witzelnd erzählen, sie wüssten schon, wer bei Starbucks koffeinfreien Kaffee mit Milch bestellt.Es gibt keine Schuldigen und keine Unschuldigen, weder Gute noch Böse. Die Kamera gleitet über das nächtliche Los Angeles hinweg, es ist kalt und fängt an zu schneien. In wenigen versöhnlichen Anklängen scheint ein Ausweg aus dem Chaos möglich.

    7/10

  5. #5
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    Re: Fairplay

    UNBREAKABLE
    Regie & Drehbuch: M. Night Shyamalan





    In vielerlei Beziehung wirkt »Sixth Sense« rückblickend wie ein Testlauf, und »Unbreakable« wie das fertige Produkt. Wo »Sixth Sense« noch vage und zum Teil verschlossen wirkte, da kommt »Unbreakable« konkreter und zugänglicher daher. Basierte die Schockwirkung von »Sixth Sense« nur auf einer, beziehungsweise zwei Überraschungen, so trumpft »Unbreakable« ständig mit Wendungen und konsequent durchdachten Haken auf. Es gehört Mut und Vision dazu, einen Film zu drehen, der trotz einer konventionellen Geschichte, die auch in einem Jerry Bruckheimer-Film nicht fehl am Platz gewesen wäre, so elegisch und in sich zerrissen ist. »Unbreakable« ist keine leichte Kost, die man nach dem Kinobesuch sofort wieder vergißt. Im Gegenteil: Der Film setzt sich fest, fordert heraus. Immer wieder stößt man in der Reflektion auf neue Details und Ansätze.



    9/10

  6. #6
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    Re: Fairplay

    Fear and Loathing in Las Vegas
    Regie: Terry Gilliam






    Zwei Typen fahren im offenen Chevrolet durch die Wüste. Duke ist Journalist und Gonzo sein Anwalt (nach dieser Figur der Ausdruck «Gonzo-Journalismus»). Sie sollen in Las Vegas über eine Sportveranstaltung berichten. Doch ihre eigentliche Absicht ist, während der paar Tage einen Kofferraum voller Drogen leerzumachen, und zwar mittels meist oraler Einnahme. «Irgendwo in der Wüste von Arizona begannen die Drogen zu wirken». Mit diesem aus dem Off gesprochenen Satz beginnt der Film, der also gleich von Anfang an ein einziger Trip ist und bleiben wird. Wenn die Wirkung einer Substanz nachlässt oder zu stark wird, werfen Duke und Gonzo eine andere Sorte nach. Der Film tut es ihnen gleich und halluziniert mit ihnen um die Wette. Die Bar rotiert, der Teppich wird lebendig, Anwälte verwandeln sich in Reptilien. Auf Äther wird selbst der Kauf einer Eintrittskarte eine schier unlösbare Aufgabe.
    Der beste Drogentripfilm den ich je gesehen habe, mit einem unglaublichen Johnny Depp!!!

    9/10

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