Seite 81 von 81 Erste ... 3171798081
Ergebnis 801 bis 807 von 807

Thema: Why so curious ?

  1. #801
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
    07.07.2005
    Ort
    North Cothlestone Hall
    Beiträge
    16.503

    To make a long story short... well, almost

    Die Chronologie muss ich wieder mal über den Haufen werfen, aber ich möchte die letzten Eindrücke schnell verarbeiten, solange sie noch frisch (und vorhanden) sind.

    Shortcuts

    Heute: Untiefe Ritter der Knallhartigkeit trennen die Verbindung offener Fenster

    1166. The Shallows
    USA 2016; Jaume Collet-Serra (3)
    ø 6,33
    (11.06.2017)
    Blake Lively, Óscar Jaenada, Angelo Lozano, Diego Espejel, Brett Cullen, Sedona Legge, Pablo Calva; + Steven Seagull



    Ein zu großen Teilen guter und spannender Beitrag des Tierhorrogenres, der vornehmlich durch seine starken Bilder sowie großartige Unter-/Über-/Nebenwasseraufnahmen besticht.

    Das Ganze ist recht detailreich und es wird, was eine Stärke darstellt, viel Wert auf Realismus gelegt. Zumindest bis zu einem gewissen Punkt, denn spätestens im letzten Drittel, so in etwa ab der Boje (bzw. dem Weg dorthin), wird dieses Konzept bedauerlicherweise zugunsten von mehr Thrill über Bord geworfen, und das Finale wirkt dann wie aus einem der zahlreichen Billighaifilmchen.

    Das ist schade, denn ansonsten hätte man schön einen richtigen Kontrapunkt zu den zuvor erwähnten Machwerken setzen können. Auch ansonsten ist das Verhalten des großen Fisches sicherlich teilweise überzogen, dass er wirklich so hartnäckig und aggressiv an einem Menschen dranbleibt, ist doch zu bezweifeln. Aber sei’s drum, für diesen Zweck ist so ein Szenario akzeptabel, sonst wäre es bestenfalls ein Kurzfilm.

    Was bleibt sind die positiven Eindrücke: die herrlichen Kameraaufnahmen und eine Hauptfigur mit der man stark mitleidet.

    6+/10


    1167. Knights of Badassdom
    USA 2013; Joe Lynch (2)

    (14.06.2017)
    Ryan Kwanten, Steve Zahn, Peter Dinklage, Summer Glau, Jimmi Simpson, Margarita Levieva, Danny Pudi, Joshua Malina, Tom Hopper, Brett Gipson, W. Earl Brown, Michael Giadis, Brian Posehn, Sean Cook, Douglas Tait



    Das Drehbuch wirkt stellenweise etwas unrund, die Effekte sind nicht unbedingt auf Top-Niveau, aber ansonsten fühlte ich mich ganz okay unterhalten, dazu ist es weitestgehend auch sympathisch. Die Figuren werden zwar recht spleenig gezeichnet, aber das sind sie ja auch. Wichtig dabei ist, dass sie erfreulicherweise nicht vorgeführt werden oder sich über sie negativ lustig gemacht wird. So kam es bei mir als eher Außenstehender jedenfalls an.

    Sicher hat man sich ob des Themas, dass einiges hergibt und bislang noch wenig bemüht wurde, und den Beteiligten vor der Kamera noch etwas mehr erwarten können. Was leider ausbleibt sind große Lacher, andererseits gibt es aber auch den Gruselaspekt, der wird teilweise gut getroffen, und macht
     
    spätestens wenn dann Figuren dahinscheiden von denen man es nicht erwartet hätte
    auch etwas betroffen.
     
    Der Endkampf mit dem mutierten Vieh hätte man dann sicherlich mitreißender und packender inszenieren können. Das wirkte fast schon billig.


    Schlussendlich nicht so gut wie erwartet, aber ich brauche die Sichtung auch nicht zu bereuen.

    Rätselhaft: Auf IMDb werden zwei Darsteller für den Gunther aufgeführt!?

    6-/10


    1168. Open Windows
    SPA/USA 2014; Nacho Vigalondo (2)

    (17.06.2017)
    Elijah Wood, Sasha Grey, Neil Maskell, Iván González, Jaime Olías, Adam Quintero, Daniel Pérez, Jake Klamburg



    Ja, Sasha Grey spielt mit... ja sie ist auch stellenweise nackig...; nachdem wir das gleich abgehakt haben können wir zum Wesentlichen kommen; nach Los cronocrimenes präsentiert Vigalondo dem geneigten Zuseher erneut eine ganz besondere filmische Darbietung.

    Unkonventionell ist das Ganze dabei im allerbesten Sinne. Besonders allein schon die Darreichungsform, es ist quasi keine „Fremdkamera“ im Einsatz, sondern wir sehen nur Dinge die für andere Personen per Internetkamera/-übertragung zu sehen sind.

    Diese Prämisse wird komplett durchgezogen und trotz dieser vermeintlichen Einschränkung wird ein starker Thriller, mit Spannung, einer soliden Geschichte und sogar einer mitreißenden und funktionierenden Verfolgungsjagd sowie Actioneinlagen geboten. Kleinere Abers und Hmmms sowie gewisse Konstruktionen sind auch dabei, vielleicht weil sie nahezu unausweichlich sind, können aber problemlos akzeptiert werden.

    Zweitsichtung ist hier sicherlich sinnvoll. Und grundsätzlich ein Film der die volle Aufmerksamkeit des Zusehers fordert.

    Übrigens nach dem Film ins Internet zu gehen ist ein wenig wie nach Mad Max: Fury Road Auto zu fahren.

    7/10


    1169. Disconnect
    USA 2016; Henry Alex Rubin (1)

    (18.06.2017)
    Jason Bateman, Hope Davis, Jonah Bobo, Haley Ramm, Colin Ford, Aviad Bernstein, Frank Grillo, Alexander Skarsgård, Paula Patton, Michael Nyqvist, Andrea Riseborough, Max Thieriot, Norbert Leo Butz, Marc Jacobs, Kasi Lemmons, Tessa Albertson, Erin Wilhelmi, John Sharian



    Die Risiken und Gefahren der aktuellen digitalen und vernetzten Welt zeigt dieser Episodenfilm, wobei die Einzelteile (recht lose) miteinander verbunden sind.

    Es soll aber keine grundsätzliche Verteufelung sein, denn Initiatoren von Betrug, Ausbeutung, Mobbing etc. ist nicht die Technik selbst sondern die Menschen die sie benutzen. Der menschliche Geist war schon immer dazu fähig aus verschiedensten Gründen seine Mitlebewesen zum eigenen Vorteil zu ge- und missbrauchen, lediglich die Möglichkeiten sind mannigfaltiger und teilweise simpler im Gebrauch geworden.

    Das Ganze wird fast durchgehend in ernster Tonlage und (stimmungstechnisch) in dunkleren Farben gehalten. Für die Opfer gestaltet sich das Erkennen und Abwehren eines Angriffs teils als besonders schwierig.

    Höhepunkt die Montage als sich in allen drei Geschichten die Lage zuspitzt; kann man als überinszeniert kritisieren, erwischt einen als Zuschauer aber dann doch und jagt einem einen gehörigen Unwohlseinsschauer ein. Daneben gibt es noch mehrere einzelne Szenen die einen berühren, insbesondere die Schlusseinstellung macht zumindest wässrige Augen, gerade weil es ein (erster) großer Moment des Mitgefühls und der menschlichen Verbundenheit darstellt, und zumindest so etwas wie Hoffnung aufkeimen lässt.

    Erinnert a bisserl an Crash; wenn auch nicht ganz so wuchtig und berührend.

    7/10
    Geändert von Kalervo (07.07.2017 um 19:38 Uhr)
    The bad news is, we did an X-ray, and your body is full of a spooky skeleton man.

    Last watched movies [letzte Änderung: 04. November 2017]

  2. #802
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
    07.07.2005
    Ort
    North Cothlestone Hall
    Beiträge
    16.503

    To make a long story short... well, almost

    Shortcuts

    1091. Shorties Spezial
    (12.8. - 25.8.2016)

    6 der 10 Finalisten des Shocking Short Awards 2016, der von dem Sender 13th Street initiiert ist:

    Pistenzauber
    DEU 2016; Korbinian Dufter

    Michael Thomas, David Miesmer, Julia Jelinek, Teresa Rizos



    An den Sieger des Wettbewerbs waren gewisse Erwartungen geknüpft, und die konnte er komplett nicht erfüllen. Das Setting ist recht gut getroffen und die ein oder andere Kameraeinstellung ist gelungen. Aber die Story fand‘ ich jetzt nicht so prall, war insgesamt eher uninteressant und trotz der Kürze erschien es teils langatmig.

    5/10


    Can’t take my eyes off you
    DEU 2016; Johannes Kizler, Nik Sentenza

    Julia Bremermann, Maja-Celiné Probst, Nik Sentenza



    Das wäre mein Sieger bei der gesehenen Auswahl gewesen; war den Juroren in letzter Konsequenz vielleicht zu brutal!? Die Sache mit der Flasche vielleicht auch etwas übertrieben, aber ansonsten großartig gefilmt, eine packende Nervenanspannung erzeugend und haltend, und wenig zimperlich.

    8/10


    Die Randgruppe
    DEU 2015; Julius Grimm

    Max Felder, Anna Ewelina, Matthias Kupfer, Ella-Maria Gollmer, Ferdinand Schmidt-Modrow, Kathrin Anna Stahl, Butz Buse, Marc-Philipp Kochendörfer



    Amüsante Grundidee, wobei der Rest damit nicht ganz mithalten kann, da es sich mit der Zeit etwas verläuft, trotz interessantem Twist. Wirkt in der Konsequenz erfrischend undeutsch.

    6+/10


    First Drop of Blood
    DEU 2016; Kevin Hartfiel, Matthias Wissmann

    Alexander Milo, Marie Scherzer, Martin Moeller, Adrian Dittus, Nadja Dautel



    Relativ uninnovative Rache- bzw. Gewaltspiralstory. Schnell vergessen.

    3/10


    Die Behandlung
    DEU 2015; Marvin Meiendresch

    Daniel Hartwig, Saralisa Volm



    Gefiel mir lange Zeit nicht sonderlich, aber der Clou am Ende war stark und überraschend.

    6+/10


    The Hostage
    DEU 2015; Lynda Bartnik

    Mieke Biendara, Christian Walther, Meike Schmidt



    Nicht uninteressante Wendung am Schluss, aber bis dahin hatte ich schon fast ganz abgeschaltet, weil der Rest relativ gewöhnlich schien. Müsste man sich vielleicht noch ein zweites Mal anschauen.

    5+/10
    The bad news is, we did an X-ray, and your body is full of a spooky skeleton man.

    Last watched movies [letzte Änderung: 04. November 2017]

  3. #803
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
    07.07.2005
    Ort
    North Cothlestone Hall
    Beiträge
    16.503

    To make a long story short... well, almost

    Etwas altes...

    Shortcuts

    Heute: Böse amerikanische Ultra-Mütter sind in Eberswalde Traumfrauen

    1112. American Ultra
    USA/SUI 2015; Nima Nourizadeh (1)

    (25.09.2016)
    Jesse Eisenberg, Kristen Stewart, Connie Britton, Topher Grace, Walton Goggins, John Leguizamo, Bill Pullman, Tony Hale, Stuart Greer, Michael Papajohn, Monique Ganderton, Nash Edgerton



    Wurde mit dem Film überhaupt nicht einig; schwer zu sagen woran es genau lag. Sicher feststellen kann ich, dass mir jegliche emotionale Bindung zu den Hauptfiguren abging, dann fand‘ ich die Story zwar grundsätzlich nicht uninteressant, der grobe Verlauf war aber klar vorherzusehen und das war in dem Fall recht nervig.

    Apropos nervig, ich werde mit Topher Grace in Filmrollen absolut nicht warm; egal ob in gesehenen Filmen oder in kurzen Szenen beim Zappen. Bei seiner Serie hatte ich nie größere Probleme. Eigentlich sollte das ja kein Grund zur Veranlassung sein, zumal er so gesehen als Antagonist hier bestens passt, aber so einfach ist es dann auch nicht.

    Vieles ist allerdings auch der Vergessenheit anheimgefallen. Vermutlich besser so.

    6-/10


    1114. Bad Moms
    USA 2016; Jon Lucas (1) + Scott Moore (1)

    (01.10.2016)
    Mila Kunis, Kathryn Hahn, Kristen Bell, Christina Applegate, Jada Pinkett-Smith, Annie Mumolo, Oona Laurence, Emjay Anthony, David Walton, Clark Duke, Jay Hernandez, Wendell Pierce, Leah McKendrick, Lyle Brocato, Megan Ferguson



    Im Grunde eine recht typische Komödie der aktuellen Dekade, wobei einige gute Gags leider schon durch den Trailer bekannt waren. Dennoch durchgehend amüsant, spaßig und sympathisch.

    Auffällig, dass der Fokus hier komplett auf den Frauen hängt. Nicht nur, dass die männlichen Figuren nur eine untergeordnete Rolle spielen, auch die männl. Darsteller selbst sind (zumindest für mich) nahezu Nobodies; Zufall oder Absicht!?

    Der Verlauf ist recht klassisch und typisch für solch eine Komödie, aber das ist akzeptabel. Die Applegate-Figur eher eindimensional, bekommt am Ende dann aber doch eine Aufwertung.

    Auffällig auch die klare Darstellung, die „gute“ Figur hat ein strahlend weißes Auto; die „böse“ einen schwarzen Jet. Aber auch das vielleicht nur Zufall. Sehr gelungen die Musikauswahl, und auch die Filmanspielungen werden gerne genommen.

    Eines der Highlights ist der Supermarkteinkauf. Interessanterweise gab es das in den letzten Jahren häufiger (oft dann auch im Baumarkt). Neben Aufzugszenen und gemeinsames Singen im Auto mtlw. fast ein (Comedy) Standard.

    7-/10

    “Winter is coming!”


    1115. Mord in Eberswalde
    DEU 2013; Stephan Wagner (1)

    (03.10.2016)
    Ronald Zehrfeld, Florian Panzner, Ulrike C. Tscharre, Godehard Giese, Martin Brambach, Arved Birnbaum, Sergius Buckmeier, Gerdy Zint, Anna Katrin Klöpfer, Thomas Gimbel, Sybille J. Schedwill, Mark Zak, Rolf Dennemann



    Die Entführung und Ermordung zweier Jungen hält Ende der 60er Jahre das brandenburgische Eberswalde in Atem. Bei den Ermittlungen prallen die Welten des recht frei denkenden Kommissars und seines linientreuen Quasi-Vorgesetzten aufeinander, was auch ins Private reicht.

    Der Film basiert auf wahren Ereignissen, wobei der Kriminalfall selbst nur einen Teil des Gesamten ausmacht, nebenbei wird auch ein System, eine Zeit, ein Land beschrieben, welches kriminalistischen Ermittlungen oftmals im Wege steht.

    Meiner Meinung nach ein wichtiger Film, allein als in den Details authentisch gezeichnetes Zeitdokument des alltäglichen Lebens und Wirkens sowie dem Umgang mit einer Realität, die es eigentlich nicht geben darf.

    7/10


    1117. Traumfrauen
    DEU 2015; Anika Decker (1)

    (09.10.2016)
    Hannah Herzsprung, Karoline Herfurth, Palina Rojinski, Elyas M’Barek, Iris Berben, Frederick Lau, Doron Amit, Friedrich von Thun, Margarita Broich, Max von Thun, Dejan Bućin, Nina Proll, Alexander Schubert, Christian Berkel, Nic Romm, Christian Tramitz, Markus Reymann, Michael Herbig



    Keine Ahnung warum ich mir den Film gegeben habe, war im Grunde schon vorher klar, dass eine deutsche Romantic Comedy nicht den Zenit der Filmkunst darstellen wird. Vermutlich war es eine Mischung aus Gelegenheit und Zeit und fehlenden Alternativen.

    Inhaltliche Details wollen sich mir nicht mehr erschließen, aber es war weder großartig lustig noch bemerkenswert mitreißend. Es war auch nicht wirklich schlecht, man kommt zumindest nicht auf den Gedanken abzubrechen, aber am Ende bleibt die Sinnhaftigkeit doch fraglich.

    Das Casting hat gute Arbeit geleistet und die beteiligten Damen sind, aus verschiedenen Gründen, gerne gesehen.

    Vielleicht im Vergleich zu manch anderen deutschen „Romantic Comedies“ der letzten Jahre die bessere Wahl, weil grundsätzlich nicht unsympathisch, aber eben nichts was unbedingt gesehen werden sollte.

    6/10
    The bad news is, we did an X-ray, and your body is full of a spooky skeleton man.

    Last watched movies [letzte Änderung: 04. November 2017]

  4. #804
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
    07.07.2005
    Ort
    North Cothlestone Hall
    Beiträge
    16.503

    AW: To make a long story short... well, almost

    Etwas neues...

    Shortcuts

    Heute: Die Ankunft eines gespaltenen Feindes führt im Verkehrsschnittpunkt zu einer Würstchenfeier

    1170. Sausage Party
    USA 2016; Greg Tiernan (1) + Conrad Vernon (1)

    (25.06.2017)
    Stimmen Orig.: Seth Rogen, Kristen Wiig, Jonah Hill, Michael Cera, James Franco, Paul Rudd, Nick Kroll, Bill Hader, Danny McBride, Craig Robinson, David Krumholtz, Edward Norton, Salma Hayek, Anders Holm, Harland Williams, Scott Underwood; Stimmen dt.: Tobias Kluckert, Katrin Fröhlich, Tobias Müller, Alexander Doering, Kim Hasper, Norman Matt, Olaf Reichmann, Matti Klemm, Nico Mamone, Michael Iwannek, Torsten Michaelis, Samir Fuchs, Jaron Löwenberg, Maja Maneiro, Gerrit Hamann, Tommy Morgenstern, Timmo Niesner



    Mit das Beste hat man im Trailer wohl schon gesehen. Natürlich gefallen die Transformationen echter Menschen/Figuren/Gruppen in die der Warenwelt, ähnlich wie Cars oder anderen Animationsfilmen in denen eigentlich leb- und seelenlose Dinge mit ebendem gefüllt werden; nur hier eben für Erwachsene.

    Allerdings, richtig große Lacher blieben bei mir aus, und die Story wirkt größtenteils zäh. Sicher sind viele gute Ideen drin (Beste wohl der Hawking-Gum), aber ausreichend für grenzenlose Begeisterung war das alles nicht. Offensichtlich sind Tiere, Spielzeuge und sogar Fahrzeuge einfacher zu vermenschlichen als Lebensmittel, denn eine emotionale Bindung oder zumindest Empathie wollte sich hier überhaupt nicht einstellen.

    Auch ist es nicht konsequent, viele Lebensmittel sind einzeln „lebendig“, manchmal ist es dann aber die Verpackung, oder gar beides. Finde ich irgendwie unlogisch. Anyway, der Original Stimmen-Cast ist natürlich ganz groß, die Grundidee ist toll, aber das war es dann auch fast schon an verteilbaren Komplimenten.

    6/10


    1171. Intersections
    FRA 2013; David Marconi (1)

    (30.06.2017)
    Frank Grillo, Jaimie Alexander, Roschdy Zem, Moussa Maaskri, Marie-Josée Croze, Charlie Bewley, Affif Ben Badra, Carlos Leal, Gabriella Wright, Hamza Kadri



    Sehr interessante Ausgangslage. Eine Frischvermählte schmiedet zusammen mit ihrem Liebhaber den Plan, ihren gutsituierten Angetrauten während den Flitterwochen in Marokko per Unfall umzubringen, was sie zu einer sehr sehr reichen Witwe machen würde. Beim Versuch das verfrühte Ableben mittels eines Autounfalls herbeizuführen kommt es mitten in der Sahara durch eine Verkettung dummer Zufälle zu einem folgenschweren Massenunfall, bei dem die Überlebenden ohne funktionierende Fahrzeuge und mit knapper werdenden Vorräten dastehen.

    Clou dabei ist, dass man zwar gezwungenermaßen mehr oder weniger zusammenarbeitet, um sich aus der ernsten Lage zu befreien, jedoch jeder Einzelne seine eigene Agenda verfolgt und dabei das eingangs erwähnte Mordkomplott nur eine Facette darstellt.

    Der Film besticht nun darin, dass es neben dem Überleben aufgrund der widrigen Umstände für die Beteiligten auch um das Verfolgen seiner eigenen Ziele ohne dabei den anderen zum Opfer zu fallen oder sich zu verraten, geht. Somit ist die Geschichte auch nach der vermeintlichen Rettung noch lange nicht vorbei.

    Ich fand das Szenario und den Verlauf überaus spannend und einfallsreich. Teilweise wird sich Zeit gelassen etwas aufzubauen, dann geht es stellenweise Schlag auf Schlag. Dazu kommen zwei richtig gut platzierte Songs.

    Absolute Zufallssichtung die mir ziemlich gut gefallen hat; darstellerisch hervorstechend dabei Roschdy Zem.

    7/10


    1172. Enemy
    CAN/FRA/SPA 2013; Denis Villeneuve (3)
    ø 7,67
    (02.07.2017)
    Jake Gyllenhaal, Mélanie Laurent, Sarah Gadon, Isabella Rossellini, Joshua Peace, Kedar Brown, Tim Post



    Mir gefällt Bobs Interpretation sehr, vieles spricht dafür, weniges auch dagegen, daher bin ich nicht ganz davon überzeugt, allerdings habe ich bei weitem keine „bessere“ Lösung für das Gesehene. Aber allein dass so eine Deutung möglich ist, spricht für den Film (und für Bob). Bob verweist auch auf Parallelen zu anderen Regisseuren, da hatte ich auch zwei im Kopf, einerseits Lynch, dessen Geist ist allgegenwärtig, aber auch Cronenberg. Letzteren kann ich allerdings nicht an einem bestimmten Beispiel festmachen, war zunächst einfach so ein Gedanke, mglw. auch nur dem Handlungsort geschuldet. Ansonsten hatte ich es einfach so aufgefasst wie es mir gezeigt wurde und an eine naheliegendere, straighte Auflösung gedacht (Zwillinge bei der Geburt getrennt); aber das mag eine zu profane Erklärung sein.

    Auffällig ist, dass dieses Thema gar nicht zwingend in der Art präsentiert sein müsste wie es getan wird. Will sagen, natürlich ist die Grundsituation etwas mysteriös, aber es ist dennoch sehr gut eingefangen, dass für beide eine latente Gefahr im Raum wabt. Aber man könnte die Ausgangssituation auch in ein anderes Genre pressen, z.B. als seichte Komödie (Sandler ick hör' dir Trapsen); so wie es der Herr Hallervorden vor gefühlt einer Ewigkeit ja bereits getan hat, und das gar nicht so schlecht. War eh vor einiger Zeit mal ein Gedanke für ein Filmprojekt, ein im Grunde identischer Plot wird von drei oder vier Regisseuren und Teams in verschiedenen Genres ausgearbeitet und verfilmt; als Thriller, als Splatter, als leichte Komödie und als Drama (oder Liebesfilm oder oder oder). Also wenn ich Studioboss in Hollywood wäre und genügend Mittel hätte… nja vielleicht auch besser nicht

    Aber ich schweife ab, der Film wirkt oft recht bedrohlich, teilweise unangenehm (Gespräch mit Concierge). Und diese oft kleinen aber feinen Beobachtungen und Szenerien und die gesamte Unklarheit die letztlich für den Zuschauer bleibt sind wohl auch der Grund dafür, dass ausgerechnet dieser nach einem Tag mit drei Filmen, die alle auf ihre Weise besonders und nachdenkenswert sind, derjenige ist der am Meisten nachhallt und den Kopf beschäftigt. Unterstützt auch durch die forum‘schen Denkanstöße.

    7/10


    1174. Split
    USA/JAP 2016; M. Night Shyamalan (7)
    ø 6,86
    (02.07.2017)
    James McAvoy, Anya Taylor-Joy, Haley Lu Richardson, Jessica Sula, Betty Buckley, Izzie Coffey, Sebastian Arcelus, Brad William Henke, Neal Huff, M. Night Shyamalan, Bruce Willis



    Shyamalan is back! Wobei, er war nie weg, er hat zwischendrin nur großen Murks fabriziert. An die ganz großen früheren Werke (für mich Unbreakable, Signs, The Village und mit etwas Abstand The Sixth Sense) kommt es nicht heran. Schreit auch nicht direkt nach der sonst so auffallenden Handschrift, abgesehen vom unausweichlichen Cameo und den finalen Ereignissen vielleicht. Vermutlich aber letztlich eine positive Sache, da einfach neue Pfade beschritten werden müssen, insbesondere wenn die alten zu ausgelatscht sind.

    Die Geschichte ist zweifellos interessant und spannend, auch rund. Highlight aber mehr die Darsteller, insbesondere McAvoy, wenn auch teilweise dem Abgrund des Overacting gefährlich nahe, sowie auch Taylor-Joy. Nicht ganz klar bin ich mit ihren eingestreuten Kindheitserlebnissen geworden; als Begründung für ihre vermeintlich starke Persönlichkeit die sich wehrt!? Musste eigentlich nicht sein, vielleicht einfach nur shyamalansche Ausschmückung.

    Die Schlusssequenz gefällt mir, ein Verweis auf das anstehende Crossover. Auch wenn die Gefahr besteht dass es misslingt, aber ich freu‘ mich schon sehr darauf.

    7/10


    1175. Arrival
    USA 2016; Denis Villeneuve (4)
    ø 7,75
    (02.07.2017)
    Amy Adams, Forest Whitaker, Jeremy Renner, Michael Stuhlbarg, Jadyn Malone, Abigail Pniowsky, Julia Scarlett Dan, Mark O’Brien, Lucas Chartier-Dessert, Christian Jadah, Tzi Ma



    Contact in gut!? Fand Contact seinerzeit sehr unterhaltsam, gelungen und mit genau der richtigen Menge an Übernatürlichem. Daher will ich über den gar keinen Stab brechen, dennoch muss man konstatieren, dass er in Inszenierung, Drehbuch und sogar Zuschauerfesselung diesem neuen Werk unterlegen ist.

    Sicher könnte man böserweise die Frage stellen, weshalb schaffen es diese offenbar so weitentwickelten Wesen, die sogar teilweise über den physikalischen Gesetzen stehen, nicht im Vorfeld unsere Sprache zu entschlüsseln, und uns erst dann zu beehren; anstatt eine für beide Seiten so langwierige und gefährliche weil fragile Lernphase zu initiieren. Aber mit derlei Gedanken muss man sich nicht zwingend beschäftigen; zumal es ja auch so gewollt sein könnte, als Intelligenz- und Belastungsprobe.

    Natürlich ist es eine recht konstruierte Gemengelage die dem Zuschauer hier offeriert wird, aber das ist akzeptabel, geht es doch darum aufzuzeigen, wie Menschen und Systeme in solch einer Situation agieren würden oder können. Klar ist die Erkenntnis, dass die Menschen beim Versuch mit extraterrestrischen Lebensformen in Kontakt zu kommen bereits bei der Kommunikation untereinander scheitern recht trivial. Aber leider eben auch sehr realistisch. Netter Kniff auch am Schluss der nicht unbedingt zu erwarten war, die vorkommende Übernatürlichkeit fast Spiritualität wirkt homogen und ist selbst von mir als Skeptiker auf dem Gebiet anstandslos zu akzeptieren und wird nicht weiter hinterfragt.

    Ein handwerklich jedenfalls sehr gut gemachter, mitnehmender Film, mit guten Hauptdarstellern, schöner Optik, ordentlichen Effekten; ergo Unterhaltung auf hohem Niveau, sprich mit Tiefgang und Nachwirkung.

    8/10
    Geändert von Kalervo (20.07.2017 um 00:23 Uhr)
    The bad news is, we did an X-ray, and your body is full of a spooky skeleton man.

    Last watched movies [letzte Änderung: 04. November 2017]

  5. #805
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
    07.07.2005
    Ort
    North Cothlestone Hall
    Beiträge
    16.503

    To make a long story short... well, almost

    Shortcuts

    Heute: Wenn tausend Landminen klicken bekommen böstote Leichen Gänsehaut

    1118. Gänsehaut
    (Goosebumps) USA/AUS 2015; Rob Letterman (1)

    (23.10.2016)
    Jack Black, Dylan Minnette, Odeya Rush, Amy Ryan, Ryan Lee, Jillian Bell, Halston Sage, Steven Krueger, Keith Arthur Bolden, Amanda Lund, Timothy Simons, Ken Marino, Karan Soni, Caleb Emery, R.L. Stine



    Grundsätzlich eine schöne Idee, literarische Figuren aller Art lebendig werden und ihr Unwesen in unserer Welt treiben zu lassen; wenn auch nicht exklusiv.

    Im Vergleich zu Inkheart ist dies hier rein komödiantisch aufgearbeitet, mit einem Schuss Coming of Age-Story. Effekte und die Wesen selbst stehen dabei im Mittelpunkt.

    Kein Lachfestival, aber durchaus amüsant und durchweg sympathisch.

    7-/10


    1119. Landmine Goes Click
    (Nagmi) GEO 2015; Levan Bakhia (1)

    (30.10.2016)
    Sterling Knight, Spencer Locke, Dean Geyer, Kote Tolordava, Giorgi Tsaava, Helen Nelson, Nana Kiknadze



    Aufgrund der interessanten und ungewöhnlichen Geschichte als indirekte Empfehlung aus Keyzers Filmtagebuch entnommen.

    Ein durchaus fesselnder Film, dem man einzig vorwerfen könnte, dass die Eskalation mit dem Fremden und sein letztendliches Handeln mglw. etwas überspitzt ist. Andererseits ist es aber definitiv möglich und Gelegenheit und eine gewisse Übermacht haben Menschen schon zu ähnlichen und schlimmeren Handlungen gebracht. Insofern keine direkte Kritik. Lob dafür an Tolordava, der kurz nach den Dreharbeiten verstorben ist; auch wenn er in der Rolle optisch mehr an Groucho Marx erinnerte, so verkörperte er das "Normalo-Böse" hier außerordentlich eindrucksvoll.

    Die Wendung am Schluss, bzw. im Grunde der zweite Teil der Geschichte setzt dann nochmal eins drauf und lässt den Zuschauer nicht kalt, vielmehr beschert er einem diverse Unwohlseinsschauer, die für mich vergleichbar waren mit denen bei der Sichtung von Eden Lake, der für mich ähnlich unangenehm zu schauen war und entsprechend nachhallte. Traf mich also emotional total und ist ob seiner Dramatik und den kleinen feinen Wendungen eine Empfehlung wert.

    7+/10


    1120. Haus der 1000 Leichen
    (House of 1000 Corpses) USA 2003; Rob Zombie (2)

    (31.10.2016)
    Sid Haig, Karen Black, Bill Moseley, Sheri Moon Zombie, Matthew McGrory, Robert Allen Mukes, Dennis Fimple, Erinn Daniels, Rainn Wilson, Chris Hardwick, Jennifer Jostyn, Harrison Young, Tom Towles, Walton Goggins, Irwin Keyes, Michael J. Pollard, Chad Bannon



    Halloween-Programm, Teil 1

    Ein Klassiker, der eigentlich schon immer unbedingt mal gesehen sein wollte. Finde ihn auch als Grusler durchaus passend, weil recht vielschichtige und undurchsichtige Figuren geschaffen werden, die ausreichend Unwohlsein versprühen.

    Andererseits wirkt das Ganze aber auch recht unrund und hat Anleihen an ein B-Movie. Was ja grundsätzlich nichts schlimmes sein muss, aber sich hier auch in den negativen Aspekten zeigt.

    Dazu kommt dann in der zweiten Hälfte fast eine gewisse Langeweile auf, weil die kommenden Ereignisse erahnbar sind und letztlich keine großen Highlights darstellen. Lediglich wenn die Polizisten mit ins Spiel kommen erhält das Ganze eine gewisse anprechende und berührende Ernsthaftigkeit. Seltsamerweise ist eine der eher harmloseren Szenen offenbar geschnitten, wohl eher wegen der Direktheit und Aussage als der bloßen optischen Wirkung.

    Die Quasi-Fortsetzung hatte ich auch noch auf dem Schirm, diese wird allerdings nun erstmal zurückgestellt.

    6/10


    1121. Evil Dead
    USA 2013; Fede Alvarez (1)

    (31.10.2016)
    Jane Levy, Shiloh Fernandez, Lou Taylor Pucci, Jessica Lucas, Elizabeth Blackmore, Phoenix Connolly, Jim McLarty, Sian Davis



    Halloween-Programm, Teil 2

    Muss vorausschicken, dass ich das Original nicht gesehen habe. Dieser Klassiker von Sam Raimi, der mir hauptsächlich aufgrund von Erzählungen meines Kumpels, der Teile davon in viel zu jungen Jahren gesehen hat was entsprechende Nachwirkungen hatte, präsent war. So umwabte auch das Remake eine gewisse Art von übermäßiger Anspannung, die in gewisser Menge bei nahezu jedem Horrorfilm vor, und bei guten auch währenddessen und danach, vorhanden ist.

    Und wenn man den v. g. Parameter als Kriterium heranzieht muss man hier konstatieren, dass es ein guter Horrorfilm ist. Trotz recht kurzer Figureneinführung kann man ausreichend empathieren und die Drastik und die dafür herangezogenen Effekte tun ihr Übriges, eine nervenanspannende und -zerrende Atmosphäre zu schaffen. Somit für den ausgewählten, wenn auch als solches inszenierten, Herbstabend passend geeignet.

    Als Bonus sind nun auch einige Punkte aus The Cabin in the Woods besser ein- und zuordenbar.

    Das Original wird bei Gelegenheit natürlich noch nachgeholt.

    7/10
    The bad news is, we did an X-ray, and your body is full of a spooky skeleton man.

    Last watched movies [letzte Änderung: 04. November 2017]

  6. #806
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
    07.07.2005
    Ort
    North Cothlestone Hall
    Beiträge
    16.503

    To make a long story short... well, almost

    Shortcuts

    Heute: Die Initialen irrationaler Sommerkönige

    1176. JCVD
    BEL/FRA/LUX 2008; Mabrouk El Mechri (1)

    (03.07.2017)
    Jean-Claude Van Damme, François Damiens, Zinedine Soualem, Karim Belkhadra, Jean-François Wolff, Vincent Lecuyer, Mourade Zeguendi, Jenny De Chez



    Hätte ich mir möglicherweise ohne die im Hinterkopf liegenden Lobeshymnen diverser MMler nie angeschaut. Hat eh verhältnismäßig lange gedauert und letztlich auch nur weil man die Ausstrahlung im TV, zu einer übrigens recht unchristlichen Zeit, zufällig mitbekommen hat.

    Da wären wir aber auch schon im Thema, dass die Person Van Damme für mich persönlich keine allzu große Rolle spielt und ich bei weitem keine Antipathie oder ähnliches habe, mir aber eben auch nie die ganz großen Gedanken um seine Person und sein Wirken und Handeln gemacht habe. War eben kein Fan der ersten Stunde bzw. den bekannten Kampfkünsten, und habe somit auch keine übermäßige Wahrnehmung außerhalb der wenigen gesehenen Filme.

    Insofern erreicht der Film dann aber letztlich bei mir nicht in vollem Maße das was er mglw. beabsichtigt hatte. Natürlich sind es eher die kleinen Momenten, die Nebenschauplätze, wie der im Grunde übertriebene Hype seiner Anhänger einerseits, und aber die eher skeptischen und argwöhnischen Ansichten andererseits, oder gar die falsche und verdrehte Wahrnehmung der Taxifahrerin, die scheinbar ihre Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben auf den Star projeziert und somit moralische Maßstäbe ansetzt die nicht leistbar sind und eben letztlich die Realität beugt.

    Dass es Van Damme ein Anliegen war solch einen Film zu machen, der quasi eine Art Verarbeitung und mglw. Richtigstellung seines bisherigen Weges ist, ist nachvollziehbar. Für mich liegt der Fokus aber auch in der (mgwl. oberflächlichen) augenscheinlicheren Handlung, und als solches ist er nicht unspannend, auch aufgrund der Machart, letztlich aber auch kein großer Wurf.

    7-/10


    1177. Irrational Man
    USA 2015; Woody Allen (27)
    ø 7,04
    (03.07.2017)
    Joaquin Phoenix, Emma Stone, Parker Posey, Ethan Phillips, Betsy Aidem, Jamie Blackley, Sophie von Haselberg, Robert Petkoff, Tom Kemp



    Die Planung und Ausführung eines scheinbar perfekten Mordes als seelischer Jungbrunnen für einen desillusionierten Literaturprofessor, den selbst die Avancen diverser Damen jeglichen Alters nur kaum aus seiner lethargischen Grundhaltung bringen können, ist Gegenstand dieses Werkes.

    Ähnlich wie der Hauptfigur selbst geht es auch dem Zuschauer, denn bis das Ganze mal so richtig in Gang kommt und interessant wird, ist gut die Hälfte der Laufzeit schon vorbei, somit ist der Prolog etwas zu lang geraten.

    Die zweite Hälfte hat dann durchaus etwas spannendes, und man ertappt sich dabei, dem Protagonisten zu wünschen dass er davon kommt; obschon man in einem Dilemma steckt, denn man versteht auch den moralisch und juristisch fundierten Gegenpart. Dabei ist es teilweise ein kleines Vergnügen, den intelektuellen Diskussionen und Denkprozessen beizuwohnen, auch wenn die verspielten Gedankengänge und -austausche fast wie zynische Verharmlosungen der oberen Schicht wirken. Erinnerte fast ein wenig an ein shakespear’sches Stück, eines der leichten und harmlosen Art.

    Auffällig Phoenixs Plauze (ist die echt?) und was für eine Handlampe doch der Freund von Jill ist; wobei man in dem Fall, auf die Darstellerin bezogen, ja quasi als vermeintlicher Nebenbuhler auftritt und aus dieser Warte eh überkritisch ist. Hier hatte ich auch ausnahmsweise mal bisschen Schwierigkeiten mit den Off-Kommentaren; einerseits weil sich Abe häufig wiederholt, und auch weil es insgesamt einfach zu sehr ein Walkthrough für den Zuschauer ist.

    Kein Überfilm, aber von den bisher gesehenen neueren Allen-Filmen fast der Beste; zumal die Wahl der Hauptdarstellerin eh ein Sonderlob wert ist.

    7-/10


    1178. The Kings of Summer
    USA 2013; Jordan Vogt-Roberts (1)

    (04.07.2017)
    Nick Robinson, Gabriel Basso, Moises Arias, Nick Offerman, Erin Moriarty, Megan Mullaly, Marc Evan Jackson, Alison Brie, Eugene Cordero, Mary Lynn Rajskub, Thomas Middleditch, Gillian Vigman, Lili Reinhart, Nathan Keyes, Hannibal Buress, Kumail Nanjiani



    Zum Sichtungszeitpunkt hatte ich aus Gründen keine optimal gute Laune, und da kam dann dieser Film genau richtig und bot seelische Erfrischung.

    Der Film und seine Figuren sind mir einfach sehr sympathisch, die wenigen dramatischeren Einschübe, insbesondere am Ende, sind okay. Schön ist wenn die positive Grundstimmung immer mal wieder durch herzhafte Lacher durchbrochen werden kann, oftmals durch trockene Kommentare des Vaters. Die Freiheit, die Freundschaft, das Gemeinschaftsgefühl der drei Jungs ist allgegenwärtig und der Genuss dessen durch die Figuren überträgt sich für mich komplett.

    Gut fand‘ ich dass kein einziges Wort darüber verloren wird, was am Ende der Ferien passiert wäre, ohne die einschneidenden Erlebnisse. Dazu gab es schlichtweg keine (ausgesprochenen) Überlegungen der Figuren, das passt wunderbar.

     
    Dass es aus Sicht von Joe kein Happyend hinsichtlich des Love Interests gibt ist im ersten Moment traurig, vor allem weil es drei Personen sehr belastet, aber letztlich ehrlicher als wenn es der vorgezeichnete klassische Hollywood-Verlauf gewesen wäre.


    Was mir nicht gefallen hat war die Sache mit dem Hasen (zumal unrealistisch dass er ihn in der Situation erwischt), aber das ist eine sehr persönliche Sache. Und man könnte darüber streiten ob es diese Dramatisierung am Ende gebraucht hätte. Schlichtweg nicht kapiert habe ich die Episode mit dem Paraden-Pärchen, abgesehen davon dass es amüsant war, aber für Handlung und Fortgang hatte es keine Bewandnis.

    Der Film transportiert ein wunderbares Gefühl für mich, Figuren, Darsteller, namhafte Nebenrollen, das alles taugt mir sehr. Insbesondere Arias und seine Figur, die im Grunde eine verschärfte Version seiner The Middle-Gastrolle ist, gefällt als skurriler aber liebenswerter Sidekick. Schade dagegen, dass Abrams keine größere Rolle hatte (Stichwort Paper Towns, an welchen ich auch stellenweise gedacht habe).

    7+/10
    The bad news is, we did an X-ray, and your body is full of a spooky skeleton man.

    Last watched movies [letzte Änderung: 04. November 2017]

  7. #807
    Regisseur Avatar von Kalervo
    Registriert seit
    07.07.2005
    Ort
    North Cothlestone Hall
    Beiträge
    16.503

    AW: To make a long story short... well, almost

    Shortcuts

    Heute: Das tragische Ende eines italienischen Sportwagens; Wer schön ist wird leiden; California bad dreamin‘; Mars macht mobil; und Back in black

    1122. The Wolf of Wall Street
    USA 2013; Martin Scorsese (10)
    ø 6,40
    (22.10. + 05.11.2016)
    Leonardo DiCaprio, Jonah Hill, Margot Robbie, Kyle Chandler, Jon Bernthal, Jon Favreau, Rob Reiner, Matthew McConaughey, Joanna Lumley, Jean Dujardin, Cristin Milioti, Christine Ebersole, Shea Whigham, Katarina Čas, P.J. Byrne, Brian Sacca, Kenneth Choi, Henry Zebrowski, Ethan Suplee, Jake Hoffman, Barry Rothbart, Rizwan Manji, MacKenzie Meehan, Jon Spinogatti, Aya Cash, Stephanie Kurtzuba, Ashlie Atkinson, J.C. MacKenzie, Thomas Middleditch, Stephen Kunken, Aaron Lazar



    The Rise and Fall of XY, Teil 168. Fraglos interessant, unterhaltend, amüsant und mit teils sehr guten Schauspielerleistungen dargeboten.

    Man merkt dass der Regisseur und viele andere handelnde Personen vor und hinter der Kamera ihr jeweiliges Handwerk beherrschen. Insofern kann man sich dem als Beobachter problemlos hingeben. Aber so die ganz große Begeisterung wollte er bei mir dann doch nicht entfachen, womöglich auch mal wieder seinem formidablen Ruf geschuldet, und dass man etliche Szenen schon durch den Trailer kannte.

    Gibt schon gewisse tolle Szenen, die im Drogenrausch ist wohl das Highlight. Aber die Story selbst hat mich nicht sonderlich gecatcht oder gar mitgerissen.

    Stand eigentlich nicht ganz oben auf der Liste, aber der Mitgucker überredete einen dazu und das war auch der Grund für die gesplittete Sichtung.

    Knapp 7/10


    1123. The Neon Demon
    USA/DAN/FRA 2016; Nicolas Winding Refn (6)
    ø 7,50
    (06.11.2016)
    Elle Fanning, Karl Glusman, Jena Malone, Bella Heathcote, Abbey Lee, Desmond Harrington, Christina Hendricks, Keanu Reeves, Charles Baker, Jamie Clayton, Alessandro Nivola



    Der Film besticht durch stylishe, hochglanzige und sehr kühl und steril wirkende Bilder, dazu einen tollen Soundtrack, an welchem auch der Neffe des Regisseurs (und Sohn von Brigitte Nielsen!) maßgeblich mitgewirkt hat). Die Fanning ist großartig, überhaupt das in Szenesetzen bestimmter Situationen, das ist hier schon optisch sehr ansprechend umgesetzt. Das Business wird recht negativ dargestellt, das mag zwar der Realität sehr nahe kommen, ist aber vielleicht auch ein wenig zu einseitig. Gleichwohl das grundsätzlich natürlich legitim ist, da es ja nicht die komplette Modewelt abbildet sondern bewusst nur einen kleineren Teil.

    Womöglich ist vieles auch mit tieferer Symbolik und Anspielungen versehen, welche ich so in der Form nicht komplett sehen bzw. entschlüsseln konnte.

    Die dann am Ende gezeigten Ereignisse wirken bei mir nicht so drastisch wie es mglw. intendiert war, da es mir zu Over the top erscheint und somit nicht wirklich ernstgenommen werden kann (ob das mit dem Auge biologisch so möglich ist bezweifle ich stark). Und auch wenn ich micht nicht gänzlich magengrubengetreten fühlte, so ist es zumindest ein leichter Hieb.

    Dem Gefühl einer gewissen Enttäuschung konnte ich mich dann am Ende nicht verwehren.

    6/10


    1125. San Andreas
    USA 2015; Brad Peyton (1)

    (25.12.2016)
    Dwayne Johnson, Carla Gugino, Alexandra Daddario, Paul Giamatti, Hugo Johnstone-Burt, Art Parkinson, Archie Panjabi, Ioan Gruffudd, Will Yun Lee, Colton Haynes, Kylie Minogue, Todd Williams, Matt Gerald, Alec Utgoff, Marissa Neitling



    War so gar nicht auf dem Plan, aber wenn man viel Zeit und die Gelegenheit hat… joa, typischer Emmerich-/Petersen-Bombastkatastrophenfilm. Immerhin besser als 2012 in meinen Augen, aber das darf nicht der Maßstab sein.

    Es passiert im Grunde nichts was man nicht schon gesehen hätte oder zu erwarten war. Das macht es halt irgendwie langatmig und eigentlich uninteressant. Und wenn man zumindest auf hochklassige Effekte gehofft hat, so wird man nicht vollständig befriedigt (die Bootsfahrt gegen Ende sieht richtig schlecht gemacht aus).

    Immerhin darf hier mal ein weiblicher Sprössling mehr sein als nur die zu Rettende, und der kleine Bruder deren Loveinterests hat zumindest für wenige kleine Schmunzler gesorgt. Der Rest ist Zerstörungsbusiness as usual.

    5/10


    1126. Der Marsianer - Rettet Mark Watney
    (The Martian) USA/ENG 2015; Ridley Scott (13)
    ø 5,69
    (25.12.2016)
    Matt Damon, Jessica Chastain, Jeff Daniels, Kate Mara, Michael Peña, Kristen Wiig, Aksel Hennie, Sebastian Stan, Chiwetel Ejiofor, Sean Bean, Benedict Wong, Mackenzie Davis, Donald Glover, Nick Mohammed, Shu Chen, Eddy Ko, Enzo Cilenti



    Hatte lange Zeit kein wirkliches Interesse an dem Film, ohne richtigen Grund eigentlich. Aber dann auf Empfehlung meiner Mutter doch angeschaut.

    Ja und was soll ich sagen, der Film ist hochgradig unterhaltsam. Das liegt wohl an seinem recht lockeren Ton, mit teils schönem Humor, und einer insgesamt gutklassigen Inszenierung.

    Ein weiterer wichtiger Bestandteil zum Gelingen (und dem Erfolg) des Films ist wohl, dass man mit der Figur Watney und seinem Tun und Handeln mitfiebert; dass doch alles gelingen möge und er trotz der fast aussichtslosen Ausgangslage einen Weg zum Überleben und zur Rückkehr auf den blauen Planeten findet.

    Wenn man jetzt empathielos wäre könnte man darüber sinnieren, was denn für ein unglaublicher Aufwand betrieben wird nur um eine einzelne Person zu retten, fast ein wenig die SciFi-Variante von Saving Private Ryan, nur mit weniger Toten aber dafür mehr eingesetzten finanziellen Mitteln.

    Amüsant finde ich, dass die deutsche Figur von einem Norweger gespielt wird (den ich anfangs mit einem Dänen verwechselte…), Zufall oder spricht das gegen die heimische Schauspielgilde!? Ist schon auffällig, wie vergleichsweise wenig dt. Akteure/innen in internationalen Produktionen mitmischen, allein im Vergleich zu Dänemark/Schweden/Norwegen.

    Doch, ein insgesamt schöner und hochwertig gemachter Film, der einen emotional anspricht.

    8/10


    1127. John Wick
    USA 2014; Chad Stahelski (1), David Leitch (1)

    (25.12.2016)
    Keanu Reeves, Michael Nyqvist, Alfie Allen, Dean Winters, Willem Dafoe, Adrianne Palicki, Ian McShane, Bridget Moynahan, John Leguizamo, Omer Barnea, Toby Leonard Moore, Daniel Bernhardt, Bridget Regan, Lance Reddick, Keith Jardine, Tait Fletcher, Kazy Tauginas, David Patrick Kelly, Randall Duk Kim



    Das kommt dabei heraus wenn Stuntmen einen Film machen…

    Toll choreografierte und inszenierte Kampf- und Actioneinlagen, mit eher dürftigem aber letztlich ausreichendem Storygrundgerüst. Keanu spielt den collen Killer gekonnt. Nicer Wagen auch, da wäre ich im Falle des Diebstahls auch sauer.

    So insgesamt also gar nicht schlecht und hochwertig in Szene gesetzt, aber ein Durchgang reicht und so will nicht direkt Lust auf die Fortsetzung aufkommen.

    7/10
    The bad news is, we did an X-ray, and your body is full of a spooky skeleton man.

    Last watched movies [letzte Änderung: 04. November 2017]

Seite 81 von 81 Erste ... 3171798081

Ähnliche Themen

  1. The Curious Case of Benjamin Button
    Von Bob im Forum Filme
    Antworten: 67
    Letzter Beitrag: 27.02.2009, 18:26

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17