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Thema: Chasing Sofia again

  1. #171
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    AW: Chasing Sofia again




    Dienstag, 28. Juni 2011

    OMFE III - Doc Tieh-Aitsch: FITZCARRALDO


    Für seinen Traum, ein Opernhaus im peruanischen Dschungel zu errichten, ist Brian Sweeney Fitzgerald, genannt Fitzcarraldo (Klaus Kinski) bereit, alles zu tun. Finanziell unterstützt von seiner Partnerin Molly (Claudia Carnevale) begibt er sich nach einigen gescheiterten Vorhaben auf gefährliche Mission in unzivilisiertes und von nicht sonderlich kommunikativen Indios beherrschtes Land. Sein Ziel: neue Transportgebiete für das Kautschuk-Geschäft erschließen. Um das zu schaffen, muss er allerdings mit seinem Schiff einen Berg überqueren - unter Duldigung und sogar Hilfe der Indios.

    Ursprünglich war Klaus Kinski gar nicht vorgesehen für die Rolle des Fantasten, des Träumers, des Getriebenen. Doch könnte es einen Besseren geben? Es ist ungemein faszinierend, dem Mann beim Spielen zuzusehen. In seinem Schatten werden alle anderen zu Randfiguren. Dafür hat der Regisseur Werner Herzog seinen Preis gezahlt. Die Geschichten aber, die mit diesem Projekt verbunden sind - der immer wieder ausbrechende Wahn des Stars, der zerstörerische Perfektionismus des Filmemachers, der Verlust des wesentlichen ursprünglichen Casts (Robarts, Jagger, Adorf) und vor allem die sagenumwobene Überquerung des Bergs - sie alle machen Fitzcarraldo zu einem Symbol für Mut und Konsequenz. Da verzeiht man der Handlung auch so manche Länge.

    Omfe-Wertung: 8/10
    Wir stehen selbst enttäuscht und sehn betroffen / Den Vorhang zu und alle Fragen offen.

  2. #172
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    Freitag, 15. Juli 2011
    OMFE IV - Papa Bear: S.O.B. - HOLLYWOODS LETZTER HEULER

    Weil sein neuer Lila-Laune-Film Nachtwind ein totaler Flop ist, unternimmt Felix Farmer (Robert Mulligan) einen kläglichen Selbstmordversuch - und einen weiteren, und einen weiteren, und einen weiteren. Erst eine zündende Idee weckt seine Lebensgeister wieder. Der Film, so seine Eingebung, müsse einfach neu gedreht werden - als pornografische Odyssee. Nicht nur seine Gattin Sally Miles (Julie Andrews), die Sauberfrau des US-Kinos, ist wenig begeistert. Denn sie soll die Hauptrolle spielen und ist ohne Einwilligung finanziell am drohenden Desaster beteiligt. Auch die Rechteinhaber, sein Produktionsstudio, selbst seine engsten Freunde halten Farmer für durchgedreht. Als der neue Film wider Erwarten ein Riesenerfolg zu werden scheint, wendet sich das Blatt - zu Ungunsten von Felix.

    Die ersten 40 Minuten des Filmes erlebte ich in der selben Lethargie, in der sich Farmer suhlte. Ich hatte keinen Zugang zu dem Film, konnte mit seinem Humor nichts anfangen, baute zu den Figuren keine Bindung auf. Das ändert sich in dem Moment, in dem Felix zum Derwisch mutiert. Die Intrigen, das Scheinheilige, die Mühlen der Arbeit, das dreckige Spiel der so genannten Freunde - das alles hat Blake Edwards voller Wut, Frust oder Energie aufgrund eigener Erfahrungen eingefangen. Als Farmer dann jedoch von der Mattscheibe verschwindet, verlor S.O.B. für mich wieder viel von seinem Charme und wirkt eher albern als satirisch. Blake Edwards - das ist ein Relikt aus einer anderen Filmzeit. Aus heutiger Perspektive würde ich sagen: die Ära wäre nicht meine gewesen. Ehrlicher ist zuzugeben, es nicht beurteilen zu können.

    Omfe-Wertung: 5/10
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    Geändert von David_Aames80 (16.07.2011 um 12:07 Uhr)
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  3. #173
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    Dienstag, 10. August 2011
    OMFE V - Keule F'Hain: WALTZ WITH BASHIR


    Unser Gedächtnis ist nicht starr, es ist manipulierbar. Und es manipuliert selbst. Verhindert, dass wir uns an Dinge erinnern, an die wir uns nicht erinnern wollen. Dissonante Gedanken etwa, die eigentlich nicht dem entsprechen, was unser Welt- oder unser Selbstbild ist. Das muss auch Ari Folman entdecken, als der Regisseur im Gespräch mit einem alten traumatisierten Freund versucht, seine eigene Rolle im ersten Libanonkrieg 1982 zu rekonstruieren. Etwas im Zusammenhang mit dem verhängnisvollen Massaker von Sabra und Schatila scheint ihn daran zu erinnern. Mit der Unterstützung von Freunden sowie des Kriegsreporters Ron Ben-Yishai, damals ebenfalls Augenzeuge, gelingt es, das Puzzle zusammenzusetzen.

    Das Besondere an diesem Dokudrama ist seine Machart. Die Figuren wurden animiert, es sind (fast) keine echten Kriegsszenen zu sehen, die es vermutlich auch nicht gibt - zumindest nicht jene, die zu den Geschichten der Beteiligten passen. Diese Machart ist gleichermaßen Fluch und Segen für [iWaltz with Bashir.[/i] Fluch deswegen, weil sie dem Film Authentizität nehmen - und sei es nur gefühlt. Man hat nicht den Eindruck, man schaue Dinge, die so oder so ähnlich tatsächlich passiert sind. Segen wiederum, weil das Animierte es möglich macht, das Geschehene im Nachhinein näher an sich heran zu lassen. Die letzten Szenen verursachen unweigerlich einen Krampf im Magen, verursachen Wut, Hilflosigkeit, vielleicht auch Verzweiflung. Sie runden den Film ab, verhelfen ihn sowohl aus historischer, als auch aus psychologischer Sicht zu einem Wert. Folman verdient dafür Respekt.

    Omfe-Wertung: 8/10
    Geändert von David_Aames80 (10.08.2011 um 21:03 Uhr)
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  4. #174
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    Samsstag, 21. August 2011
    MIDNIGHT IN PARIS


    Dieses Gefühl lässt einen nicht los. Sitzt einem im Nacken, vorgelehnt in der Kinoreihe direkt dahinter. Schnieft, niest und hustet. Flüstert auch: "Das hast Du alles schon einmal gesehen. Vom selben Filmemacher." Dann schüttelt man sich kurz, zermalmt den spottenden Begleiter wie eine lästige Stubenfliege - no animals were harmed in the making of this article - und konzentriert sich aufs Wesentliche. Ja, in gewisser Weise ist Woody Allen ein Meister der Replikation. Ja, auch sein jüngstes Werk Midnight in Paris weist unzählige Anleihen an frühere Filme auf. Die Sinnkrisen des Protagonisten, seine geisterhaften Begegnungen, die Konflikte zu seinem Umfeld - alles schon gesehen. Dazu diese Musik. Unverwechselbar. Doch Midnight in Paris ist trotzdem eine Schatzkiste. Ein Film wie der flüchtige Kuss der schönen Kaumbekannten, mit der man - beim ersten Date von einem Sommerregen überrascht - kichernd in einen Hauseingang geflüchtet ist. Oder, kürzer formuliert: ein Genuss.

    Nun ist das mit der Objektivität in künstlerischen Dingen so eine Sache. Wie könnte mir, den es nach Palermo zieht, ein Film nicht gefallen, der von einem verträumten und gelangweilten Drehbuchautoren auf der Suche nach Inspiration in Paris handelt? Gil Pender heißt der Mann, gespielt von Owen Wilson, den Woody Allen in einer Art von dieser Stadt schwärmen lässt, wie er es bislang nur für New York zugelassen hat. Pender findet sich, bevormundet von seiner schnippischen Verlobten Inez (Rachel McAdams), des Nachts in den Goldenen 20er Jahren wieder - jener Epoche, in die er sich zurücksehnt, weil ihn die Gegenwart anödet, weil er die Hektik der Moderne missachtet, die Oberflächlichkeit, der fehlende Stil - all die Dinge, die verloren gegangen zu sein scheinen. Ganz plötzlich aber ist all das da - und Pender mittendrin. Er lernt F. Scott und Zelda Fitzgerald kennen, hört Cole Porter auf dem Klavier spielen, sieht sich einem herrlich dahinschwadronierenden Ernest Hemmingway gegenüber, der ihn mit der Verlegerin Getrude Stein (Kathy Bates) zusammenbringt. Dalí, Picasso, Buñuel oder T.S. Eliot huschen in einem Meer von Andeutungen auch mal durchs Bild - bis schließlich vor allem eine wuselt: Adriana (Marion Cotillard), die Muse und Geliebte von so manchem Meister - und für den Film das Symbol schlechthin.

    Es bleibt dem größten Unsympathen der Gegenwart überlassen, Gil Penders Sehnsucht zu entlarven - in einer Szene, in der zuvor Carla Bruni aufblitzt. Seine Sehnsucht nach der Vergangenheit sei psychologisch zu erklären, sagt der Wichtigtuer Paul, ein Freund von Inez. Als eine irrationale Flucht vor der Realität, bedingt durch die fehlende Fähigkeit, mit selbiger umzugehen. Angestachelt durch den Irrglauben, Inspiration sei zu einem Gut geworden, das sich nicht mehr so leicht finden ließe wie etwa zur Zeit der großen Pariser Bohème. Dass Wahrnehmung nicht von Wahrheit kommt, ist selten so zauberhaft auf die Leinwand projiziert worden wie in diesem Film.

    9,1/10

    via Marc Bensch
    Geändert von David_Aames80 (21.08.2011 um 02:19 Uhr)
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  5. #175
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    Sonntag, 11. September 2011
    Omfe VII - Ein Cinefolieker: VERDAMMT SIND SIE ALLE

    Eher unfreiwillig, während er einen Rausch ausschläft, kehrt der Schriftsteller und Soldat Dave Hirsh (Frank Sinatra) per Überlandbus in seine Heimatstadt Parkman zurück - mit der etwas einfältigen Barbekanntschaft Ginnie (Shirley MacLaine) im Gepäck. Die schickt er zwar postwendend zurück, doch Ginnie bleibt und wird noch eine wichtige Rolle spielen. Derweil gerät durch die Rückkehr des verlorenen Sohnes die nach außen heile Welt so manches Kleinstadtbewohners durcheinander, allen voran die von Daves Bruder Frank, der um seinen Ruf fürchten muss, weil Dave nicht das ist, was man sich in Franks gesellschaftlichen Kreisen unter einem Vorzeigebruder vorstellt. Der Rückkehrer zieht mit dem Berufsspieler Bama Dillert (Dean Martin) um die Häuser, gerät in Barschlägereien und versucht die zugeknöpfte Lehrerin Gwen zu verführen.

    Die Passion, mit der sich Dave an die junge Frau heranwirft, hat mich im ersten Moment verstört. Zu schnell wird da von Liebe gesprochen, zu tief in den Kitschtopf gegriffen. Doch mit voranschreitender Laufzeit wird deutlich, dass dieses forsche Auftreten und die unentschlossene Reaktion der Angebeteten den eigentlichen Kern des Filmes ausmachen. Verdammt sind sie alle (Same came running) ist ein Verliererdrama par excellence, das keinen Platz für Gewinnertypen lässt. Spieler Bama übt sich in der Zerstörung des eigenen Selbst, Schriftsteller Dave sucht verzweifelt nach dem Ausweg aus der Einsamkeit, Bruder Frank ist in seiner gefühlskalten Ehe gefangen, Lehrerin Gwen hat ein ernstes Problem mit ihrer Doppelmoral. Brillanten Schriftstellern, sagt sie ihren Schülern, müsse man Eitelkeiten und Sünden verzeihen. Sie bräuchten ein Ventil für das Übermaß an Gefühl, das sie zu dem mache, was sie sind. Und eben für brillant hält sie Dave, deren Werke sie verschlungen hat. Nur mit dem Verzeihen hapert es. Und dieser Umstand bringt das Unheil erst so richtig in Gang.

    Omfe-Wertung: 8/10
    Geändert von David_Aames80 (17.09.2011 um 16:17 Uhr)
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  6. #176
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    Donnerstag, 22. September 2011
    Omfe VIII - Danish Dynamite: INDIEN


    In einer klapprigen Schrottkiste, so verlottert wie ihr Besitzer, fährt der Restauranttester Heinz Bösel (Josef Hader) mit seinem spießigen neuen Kollegen Kurt Fellner (Alfred Dorfer) durch die österreichische Provinz - von einem Gasthof zum nächsten. Und während Fellner munter daherquasselt, schweigt sich Bösel aus und trinkt beim Fahren Bier. Ungeachtet dieser Unterschiede und trotz einiger feuriger Konflikte kommen sich der grimmige Eigenbrödler und der sensible Ordnungsfanatiker näher. Dann muss Fellner wegen plötzlicher Unterleibsschmerzen ins Krankenhaus - und Bösel erfährt, was er an dem Arbeitskollegen wirklich hat.

    Die österreichischen Kabarettisten Hader und Dorfer konzipierten ihr tragikomisches Stück Indien zunächst für die Bühne und machten dann einen eigenwilligen Film daraus. Zu dem speziellen Humor, mit dem sie im ersten Teil ihrer Geschichte hantieren, muss man Zugang finden - mir ist das nicht gelungen. Dem Zusammenspiel der Protagonisten, beide nicht wirkliche Sympathieträger, hängt permanent ein Stück Belanglosigkeit an. Für eine wirkliche Wende zum Guten im Schlechten ist es dann schon zu spät, als einer der beiden im Krankenhaus liegt und der Galgenhumor in den Vordergrund tritt. Auch das titelgebende Thema wird nicht richtig ausgearbeitet, erscheint nur en passant. Leider ein wenig berauschendes, eher ermattendes Stück österreichisches Kino.

    Omfe-Wertung
    : 4,5/10
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  7. #177
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    Donnerstag, 27. Oktober 2011
    Omfe IX - Bombastic B.: DAS VATERSPIEL


    Wenn Mimi ruft, steht Rupert stramm. Und so folgt der notorische Versager seiner alten Studiumsliebe nach New York, um einen brisanten Auftrag zu erledigen. Mimis Großvater, ein gesuchter NS-Verbrecher, versteckt sich seit 32 Jahren im Keller eines Vorstadthauses. Rupert, dessen eigener Großvater das KZ Dachau überlebte, sträubt sich zunächst dagegen, den Keller auszubauen, geht dann aber doch an der Arbeit - und verfolgt parallel sein eigenes Ziel. Das Computerspiel, das er entwickelt hat, soll ihn reich machen. "Kill Daddy Good Night" wird auf einer Bezahlplattform im Internet tatsächlich ein Renner, ist das Ziel doch, ein Foto des eigenen Vaters hochzuladen und ihn und seine unzähligen Klone anschließend zu töten - ein klares Signal an Ruperts alten Herrn (Christian Tramitz).

    Die Verfilmung von Josef Haslingers Roman erzählt, wie mutmaßlich die Vorlage auch, im Prinzip zwei Geschichten ohne wirklichen (oder besser: mit einem etwas willkürlichen) Zusammenhang. Protagonist Rupert projiziert den Hass auf seinen Vater in ein Computerspiel, das einen Nerv trifft - und bemerkt, wie das nun mal so ist, zu spät, welche Konsequenzen das für sein eigenes Seelenleben hat. In einer anderen Zeitebene begibt sich der litauische Jude Josef Strohm (Ulrich Tukur) auf die Jagd nach Gerechtigkeit, indem er den Naziverbrecher Algis Munkaitis (Mimis Großvater) der Justiz überführen möchte. Dieser zeigt auch Jahrzehnte später keinerlei Reue, ist noch immer ein Opfer seiner Ideologie - und zeigt Rupert, das es noch viel triftigere Gründe geben kann, ein Familienmitglied zu verachten. Das ist eine nette Pointe. Dennoch: meinen großen Erwartungen, die der Film in den ersten Minuten aufbaut, konnte er nicht gerecht werden. Dazu empfand ich ihn zuweilen als zu abgedreht.


    Omfe-Wertung
    : 7/10
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  8. #178
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    Donnerstag, 24. November 2011
    Omfe X - Dean Keaton: THE THING


    Eine Forschungsgruppe in der Antarktis bekommt ungebetenen Besuch von einigen norwegischen Kollegen, die per Helikopter einen Husky verfolgen, beim Versuch, ihn zu töten, aber scheitern. Halbwegs in Notwehr erschießen die Amerikaner den Skandinavier, der wie vom Teufel besessen scheint. Um den Hintergründen auf die Spur zu gehen, fliegen der Pilot MacReady und der Wissenschaftler Dr. Cooper zur norwegischen Basis, finden dort aber nur verbrannten Schnee und die rätselhaften Überreste einer Leiche, die sich - zurück im eigenen Lager - als nicht-menschlich herausstellt, obwohl sie menschliche Organe enthält. Schnell stellt sich heraus, dass auch der von den Norwegern verfolgte Husky nicht das ist, was er scheint. Die Gruppe findet sich in einem Kampf wieder mit einem Alien, das menschliche und tierische Körperformen perfekt imitieren kann - und es hat sich schon neue Opfer gesucht.

    John Carpenters Old-School-Horrorfilm lebt von seinen Andeutungen. Lange bevor die Crew realisiert, was mit ihr geschehen wird, ahnt es der hilflose Zuseher. Dass diesem aufgrund einiger Schwarzblenden zentrale Informationen genauso vorbehalten werden wie den Protagonisten, macht den Reiz des Filmes aus. The Thing bräuchte genau gekommen kein Monster um zu schocken, mitreißender sind die Szenen des Misstrauens, die Momente in denen man sich fragt, ob man einen Menschen vor sich hat oder nur noch dessen Hülle. Kurt Russells zweite Zusammenarbeit mit Carpenter innerhalb eines Jahres (Kurz nach Die Klapperschlange) beweist zudem, was für eine coole Sau der Kerl war - quasi der Ryan Gosling der 80er Jahre.


    Omfe-Wertung
    : 7/10
    Geändert von David_Aames80 (28.11.2011 um 20:46 Uhr)
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  9. #179
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    Sonntag, 25. Dezember 2011

    OMFE VI - Master of C'Maxx: BLACK

    Michelle ist zwei Jahre alt, als sie durch eine Krankheit ihr Gehör und ihr Augenlicht verliert. Ihre Welt ist schwarz - und so verfinstert sich auch ihre Seele. Als Michelle acht Jahre alt ist, ist der unkonventionelle und alkoholkranke Lehrer Sahai ihre letzte Hoffnung. Entweder er dringt zu dem kleinen wilden Biest, das Michelle geworden ist, durch - oder ihr droht das Irrenhaus. Der brutal-autoritäre Stil des Lehrers stößt zunächst auf heftige Skepsis bei den verzweifelten Eltern, doch ein unerwarteter Erfolg gibt Sahai Recht. Fast zwei Jahrzehnte später ist Michelle an einer staatlichen Uni - und bei Sahai zeigen sich erste Anzeichen einer Alzheimer-Erkrankung.

    Die Geschichte, die Regisseur Sanjay Leela Bhansali in diesem untypischen Bollywood-Film erzählt, basiert auf wahren, für die menschliche Vorstellungskraft schier unfassbaren Begebenheiten. Ähnlich wie Michelle musste die US-amerikanische Schriftstellerin Helen Keller lernen, sich ohne Augenlicht und ohne Gehör zu verständigen. Ultimativ anrührend ist das vor allem deswegen, weil er an den Grundfesten der eigenen Furcht rüttelt. Was für ein Leben wäre das, in dem Licht und Töne fehlten? Melodramatik und Melancholie bewegen sich dabei häufig an einer Grenze, manchmal überschreiten sie diese auch. Dennoch: ein Film der zu Herzen geht.

    Omfe-Wertung: 9/10


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  10. #180
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    Montag, 16. Januar 2012
    Omfe XI - M.A.T.T.: WAKING LIFE

    Er weiß es zuerst nicht, aber er träumt. Und das sehr konsequent. Jedes Aufwachen ist nur ein Bruch, aber kein Aufwachen, kein Ende, keine Erlösung. Und so schwankt er durch Straßen, Cafés, Kinos, häufig als stiller Zuhörer von Monologen seiner Traumprotagonisten, die über Erkenntnisse philosophieren, über Dasein, Zeit, freien Willen - oder den Sinn im Allgemeinen und im Besonderen.

    Ein subjektiver Eindruck: Schwierig, ich bin hin- und hergerissen. Ich war sehr skeptisch, weil ich der Optik des Films misstraute. Ich konnte schon mit Linklaters A scanner darkly wenig anfangen, sah damals keinen Mehrwert in der Art der Animation. Auch in Waking Life ist sie stets gewöhnungsbedürftig, aber wenigstens durch den Inhalt des Films gerechtfertigt. Zu dem sei gesagt: ich bin prinzipiell empfänglich für Gedankengänge dieser Art, hier aber kommt es zu einem Overkill der verhindert, sich mit dem eben Gesagten auseinanderzusetzen, weil die nächste Auseinandersetzung schon begonnen hat. Das lässt sich zwar durchaus als dramaturgischer Wink mit dem Zaunpfahl verstehen, dass das Leben und die Fragen des menschlichen Daseins so überwältigend und zahlreich sind, dass man nur vor ihnen kapitulieren kann. Ein wenig mehr Zeit zum Luftholen hätte ich mir trotzdem gewünscht. Und dennoch: gerade als jemand, der Vanilla Sky so verehrt, hat mich der Film durchaus angesprochen. Wie geschrieben: schwierig.

    Omfe-Wertung: 7/10
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