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Thema: Madtus' Filmtagebuch

  1. #1
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    Madtus' Filmtagebuch

    Also, ich möchte mein Filmtagebuch etwas lockerer gestalten, meinen Gedanken freien Lauf lassen, Szenen beschreiben, die mich bewegt haben. Es soll einfach eine persönliche Note haben. Wahrscheinlich schreibe ich es für mich selber, um die Filme besser einschätzen zu können. Dass es ein Forum dafür gibt, ist eine nette Sache...

    Ich habe in letzter Zeit gar nicht so viele Filme gesehen. Sonst habe ich immer 1-2 pro Tag gesehen, doch ich war von einem Film in letzter Zeit so begeistert, dass ich ihn mir mehrmals auf DVD angesehen habe: The Royal Tenenbaums von Wes Anderson. Das passiert mir aller 20 Filme, dass mir einer so gut gefällt, dass ich mir alle 24 Bilder einer Sekunde am liebsten einzeln ansähe, weil er meine momentane Stimmung so perfekt widerspiegelt. Dabei ist es einer solcher Filme, die ich erst beim zweiten Sehen mochte. So erging es mir schon bei Fellinis 8 1/2, dem hier zur Zeit diskutierten A Clockwork Orange von Kubrick und Tatis Playtime. Alles mittlerweile unter meinen Top 100, bei denen ich mich beim ersten Ansehen zwingen musste, sie bis zu Ende zu sehen. Ich hoffe ja, dass es mir bei anderen Klassikern auch noch gelingt, deren Schönheit zu erkennen: Tokyo monogatari von Ozu, John Fords The Searchers und The Informer, L'Avventura von Antonioni und Kiarostamis Geschmack von Kirschen (mir fällt der Originaltitel grad nicht ein...) beispielsweise. Aber das erging ja schon Truffaut nicht anders. Erst verriß er John Ford Filme, später gehörte auch er zu seinen Helden.

    Aber zurück zu den Tenenbaums und was mir daran gefallen hat: die Melancholie, die wie ein Schleier über der Komödie liegt, die Details, von denen ich bei jedem Wiedersehen mehr entdecke (gut, dass man die Zoom Taste auf der DVD Fernbedienung hat), die Bildkompositionen, die Montagesequenzen, mit passender Musik unterlegt (z.B. die Akte, die über Margot angelegt wurde; hier werden in kurzer Folge alle wichtigen Stationen im Leben von Margot gezeigt, samt all ihren Liebhabern). Ein Vergnügen sind auch die Darsteller, besonders Gene Hackman. Mir gefiel die Szene mit ihm und Anjelica Huston, als er sie fragt: How's your lovelife? und die Mimik beider Darsteller während der Konversation. 10/10

    Vor ein paar Tagen hatte ich noch zwei hervorragende Filme auf DVD gesehen, von denen ich schon vor dem Kauf ahnte, dass sie mir gefallen werden. Zum einen ist das Woody Allens Crimes and Misdemeanors; hier war es klar, weil mir bisher jeder seiner ca. 20 Filme zugesagt hat, die ich bisher gesehen habe. Zum anderen: Grand Hotel von Edmund Goulding aus dem Jahr 1931; Hollywoodkino aus der Blütezeit des Studiosystems, mit all seinem Glamour und Prunk, für das ich auch eine Schwäche habe (besonders für Lubitsch und Preston Sturges). Bei diesem Film ging man zur damaligen Zeit ein hohes Risiko ein, da man mehrere Stars auf einmal verpflichtete, hätte man doch sonst zur selben Zeit 5 weitere Filme mit je einem Kassengarant produzieren können, anstatt bloß einen. Aber es zahlte sich aus, Greta Garbo, John und Lionel Barrymore, Joan Crawford und Wallace Beery in einem Film zu vereinen. Er wurde der größte Hit des Jahres und Oscar Gewinner des Besten Films. Der Film spielt ausschließlich in einem Hotel und erzählt von den Problemen einer alternden Ballerina, eines aristokratischen Gentleman Diebes, eines todkranken Angestellten, eines großen Firmenbosses und deren Sekretärin. Joan Crawford in der Rolle der Sekretärin versprüht ihren Sex lieterweise, aber stilvoll. 9/10

    Bei Crimes... geht es wieder um Woodys Lieblingsthemen Beziehungsprobleme und der Überlebenskampf des Künstlers. Es werden zwei Geschichten parallel erzählt, die eine düsterer, die andere heiterer, beide erst am Ende zusammengeführt. Es geht um Betrug, Mord und Schuld auf der einen und Integrität auf der anderen Seite. Am Ende möchte der Zuschauer zum Agnostiker werden, da Allen den Schuldigen nicht bestraft und den Mann mit Prinzipien am Ende allein dastehen lässt. 9/10

  2. #2
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    Re: Madtus' Filmtagebuch

    Komme gerade aus dem Kino. Ich habe 'Die Geschichte vom weinenden Kamel' gesehen. Eine märchenhafte Doku über eine Familie in der Mongolei und eine Kamelmutter, die ihr Junges nicht annehmen will. Das einfache Leben in zeltartigen Behausungen ohne Strom mitten in der Wüste mit ein paar Schafen und Kamelen, erscheint einem hier wie eine bessere Welt. Man sitzt nach getaner Arbeit gemeinsam im Zelt, drei Generationen, Geschichten werden erzählt und es wird gespielt. Auch am Ende, wenn ein Musiker geholt wird, der mit seiner Musik, die Kameldame 'beschwören' soll, so dass sie ihr Junges endlich saugen lässt und das Wunder schließlich passiert und zudem die Familie das Schauspiel ohne große Verwunderung betrachtet, dann glaubt man an diese bessere Welt.
    Zwischendurch musste ich zwar öfter gähnen, der Film wird sehr langsam erzählt, doch hat das nicht viel zu sagen; ich glaube nicht an langweilige Filme, nur an die falsche Betrachtungsweise, zumindest bei vielen Filmen. Womöglich war ich nicht in der richtigen Stimmung (oder zu müde).
    7/10

  3. #3
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    Re: Madtus' Filmtagebuch

    Die letzten Tage habe ich drei Filme gesehen.
    Als erstes Three Kings von David O. Russell. Hab ihn auf DVD gesehen. Fand ich gar nicht so schlecht, hatte Schlimmeres erwartet. Okay, das aufgesetzte, etwas zu glücklich geratene Ende, missfiel mir, denn ansonsten hielt der Film doch die Balance zwischen Komödie und Drama recht gut, stellte die Amerikaner ebenso differenziert wie die Irakis dar, zumindest nicht als Gut und Böse (es ging um den Golfkrieg Anfang der 90er).
    Auffällig waren einige visuelle Spielerein, die der Regisseur eingebaut hat, wie das Eintreten einer Kugel in den Körper eines Soldaten. Das kann einem gefallen, aber auch nerven. 7/10

    Dann habe ich mir Swimming Pool von Francois Ozon auf DVD gekauft, nachdem ich ihn schon im Kino sehr mochte. Ich muss natürlich an dieser Stelle zugeben, dass Ludivine Sagnier in diesem Film enorm sexy in Szene gesetzt wurde und mein Urteilsvermögen darunter leiden kann, weil zu wenig Blut in meinem Gehirn war. Dennoch denke ich, dass die vordergründige Geschichte um eine schmallippige, ausgetrocknete englische Schriftstellerin (Charlotte Rampling), die in Frankreich Urlaub macht und mit der Männer verschlingenden, überhaupt nicht ausgetrockneten Tochter ihres Verlegers das Ferienhaus teilen muss, intelligent erzählt wird und am Ende Raum für eigene Interpretaionen lässt. Der Film, in dem auch Themen wie Kreativität und Inspiration eine große Rolle spielen, wird mitunter sehr ruhig erzählt und baut immer mehr Spannung auf. 9/10

    Vorhin habe ich Der Golem - wie er in die Welt kam aus dem Jahr 1920 von Paul Wegener und Carl Boese gesehen. Erzählt wir eine Jahrhunderte alte jüdische Legende, nach der ein Rabbi ein Wesen aus Lehm zum Leben erweckt, um die jüdische Bevölkerung zu retten. Der Golem, von Wegener selbst gespielt (und vorher bereits zweimal verfilmt) entwickelt jedoch ein eigenes Bewusstsein und will nicht mehr nach Belieben ein- und ausgeschaltet werden. So richtet sich sein Zorn gegen seinen Erschaffer und die Menschen, die er zuvor gerettet hat. Erst ein kleines Mädchen kann ihn mit seiner Güte rühren und schließlich stoppen. Beeindruckend sind die Bauten, schiefe mittelalterliche Häuser, verschlungene Wege, riesige Tore... und einige Kameraeinstellungen, wie der Rabbi als Silhouette vor der brennenden Stadt bleiben haften. 8/10

  4. #4
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    Re: Madtus' Filmtagebuch

    Les Parapluies de Cherbourg (Die Regenschirme von Cherbourg)
    Hab ihn mir endlich mal angesehen (hatte ihn schon vor einiger Zeit auf Video aufgenommen), diesen wunderschönen Film von Jacques Demy, der äußerlich so ganz anders aussieht wie die anderen Werke der Nouvelle Vague (was ich bisher davon gesehen habe). Er ist bunt, alles erstrahlt in den schillerndsten Farben und: jedes einzelne Wort wird gesungen. Das mag so manchen ziemlich auf den Geist gehen, wie ich mir vorstellen kann, ich habe mich jedoch bald daran gewöhnt und wurde in die herzzerreißende Liebesgeschichte zweier junger Leute (Catherine Deneuve und Nino Castelnuovo) hineingesogen. Nach der Trennung der beiden durch den Militärdienst Guys verfolgt man erst die Geschichte von Geneviève, wie sie erfährt, dass sie schwanger ist und ihre Mutter sie immer wieder drängt, einen erfolgreichen Geschäftsmann zu heiraten. Später bekommt man mehr von Guy zu sehen (ich will nicht zuviel vom Plot verraten). Am Ende begegnen sich die beiden schließlich in einer bewegenden Szene wieder, doch unter anderen Vorzeichen als zu ihrer Trennung... 8/10

  5. #5
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    Re: Madtus' Filmtagebuch

    Die letzten Tage hatte ich meine Ozu-Phase. Wohl angeregt durch Janis’ Weblog Eintrag ‚Früher Frühling’, erinnerte ich mich daran, dass ich noch vier ungesehene Ozu Filme auf VHS hatte, die voriges Jahr zum 100. Geburtstag (der gleichzeitig auch sein 40. Todestag war) des japanischen Regisseurs liefen.
    Die Filme: Soshun (Früher Frühling), Ohayo (Guten Morgen), Sonma no aji (Ein Herbstnachmittag) und Higanbana (Sommerblüten)
    Drei dieser Filme ähneln sich sehr, in Thema, Ort und Personen. Guten Morgen ist etwas leichter, fast eine Komödie.

    Aber ich fange mal mit dem von mir zuerst gesehen an, Früher Frühling. Worum ging es noch genau? Ist schon ein paar Tage her und da muss man aufpassen, dass man die sich ähnelnden Plots in Ozus Filmen nicht durcheinanderbringt.
    Eigentlich behandelt der Film die typischen Woody Allen Themen, nur nicht in seiner emotionalen Art. Die Protagonisten werden auch im Streit nicht sehr laut. Es geht um einen Mann, der mit einer jungen Frau aus seiner Firma eine Affäre beginnt, wohl auch, weil seine Frau nicht über den Verlust ihres einzigen Kindes hinwegkommt. Sowohl die Ehefrau als auch die Arbeitskollegen bekommen Wind davon. So soll er versetzt werden, in eine andere Stadt. Es gibt viel Tragisches in diesem Film, auch im Umfeld des Mannes, doch scheint er mir nicht übermäßig schwerfällig erzählt, es gibt sogar ein paar sehr sympathische Momente. Auch sind die Figuren nicht in gut und böse unterteilt, es spricht etwas sowohl für als auch gegen jeden einzelnen. Für mich als Nicht Japan Kenner und Ozu Neuling waren die ganzen Umgangsformen und Hierarchien natürlich fremd und ich habe mich auch manchmal ignoranterweise gefragt, wie die Japaner sich im Alter noch so bewegen können, dass sie auf dem Boden sitzend essen können. Aber das ist ja das Schöne am Kino, man kann fremde Lebensgewohnheiten kennenlernen. Das soll nicht heißen, dass man seine eigenen Probleme in Ozus Filmen nicht auch wiederfinden kann. 8/10

    Guten Morgen ist ein etwas komödiantischerer Film. Zwei Jungen wollen einen Fernseher und wollen so lange schweigen, bis sie ihr Ziel erreicht haben. Während sie in der Schule schweigen und auch die Nachbarn nicht grüssen, richten sie mit ihrer Unhöflichkeit mehr Unheil an als ihnen bewußt ist. Hier wird mit dem Gebrauch von Sprache gespielt, die Wichtigkeit von Smalltalk untersucht und der Einfluss des Englischen beschrieben. Es gibt skurille, komische Szenen, der Grundton ist eher leicht. Ich wollte noch mehr von Ozu sehen… 8/10

    Ein Herbstnachmittag handelt von einem alternden Mann, der seine Tochter gern verheiratet sähe, allerdings fürchtet er dann ganz allein zu sein. Auch diese Geschichte eines Generationenkonflikts wird mit subtilem Humor, starrer Kamera und Liebe für seine Figuren erzählt. Ab jetzt hatte ich mich in Ozus Stil verliebt. 9/10

    Ich wusste, da war irgendwo in meinem Haufen aufgenommener Filme auf VHS noch ein Film des Meisters (übrigens: es war sehr beruhigend in Michael Althens Buch Warte bis es dunkel wird zu lesen, dass ich nicht der einzige bin, der in einer Unmenge noch nicht gesehener Fernsehaufzeichnungen klassischer Filme ‚haust’. Ich habe da wirklich noch einige Perlen…). Es hat eine Weile gedauert, bis ich ihn fand, aber es hat sich gelohnt.

    Sommerblüten handelt wieder von einem Vater, der seine Tochter verheiraten will, doch diese hat ihre eigenen Pläne, möchte sich ihren Mann selber aussuchen. Doch der Vater ist stur. Der Freund des Vaters hat ebenfalls eine Tochter, die ihren eigenen Kopf hat und ihn deswegen seit langem nicht mehr gesprochen hat. Auch die Schwester des Vaters (ich mach das ganz schön kompliziert, aber ich kann mir die japanischen Namen einfach nicht merken) hat Probleme mit ihrer Tochter, für die sie schon seit längerem auf Bräutigamschau ist.
    Als ein junger Mann eines Tages die Frechheit hat, den Vater um die Hand seiner Tochter anzuhalten, wird er ziemlich sauer und verbietet es ihr. Sie will trotzdem heiraten. Durch einen Trick seiner Nichte wird seine Ungerechtigkeit zu Tage gelegt (für mich eine der besten Szenen des Films) und ihm eigentlich auch bewußt, doch er bleibt stur. Oder läßt er sich doch erweichen? 9/10

    Langsam hatte ich mich an den Stil Ozus gewöhnt, seine Erzählweise, die Schauspieler aus vorigen Filmen tauchten wieder auf, die Menschlichkeit war die gleiche, wie auch die Orte denen früherer Filme ähnelten. Vielleicht leiste ich mir doch ein paar Ozus auf DVD oder schaue ich noch einmal Tokyo monogatari (Die Reise nach Tokio), den ich vor einiger Zeit sah und der mich jetzt sicher mehr ansprechen wird (es kommt auch auf die Stimmung und Erwartungshaltung an, mit der man einen Film sieht, davon bin ich fest überzeugt).

    Zwischendurch, auch während ich am Rechner saß, sah ich noch drei andere Filme (wie frevelhaft). Einen Kurzfilm, der bei artes Kurzschluss lief: Der er en yndig mand (Ein anständiger Mann), hat wohl auch einen Oscar bekommen... Netter Film mit einigen Wendungen. Ein Mann gibt sich als Ausländer aus, um einer kürzlich wiedergetroffenen alten Bekannten zu helfen (er hat sich in sie verliebt), die einen Kurs ‚Dänisch für Ausländer’ leitet (der Film spielt in Dänemark) und die ohne eine bestimmte Anzahl Teilnehmer, die eben nur gewährleistet ist, wenn der Mann sich anmeldet, den Kurs schließen muss. Sie verliebt sich schließlich in das zweite Ich des Protagonisten, doch ist durch unglückliche Verwicklungen vom wahren Ich abgestoßen. 7/10

    Out of Edeka: skurille Dokumentation eines jungen Mannes über sein Leben und seine Familie, seine Eltern, die lange Jahre einen Edeka Laden führten und nun von der Schließung bedroht sind. Mit einem Hauch Surrealismus 8/10

    Aprile lief gestern bei 3 Sat. Muss zugeben, den Anfang verpasst zu haben… Ein Mann (in Italien spielt das Ganze) ist mitten dabei einen Dokumentarfilm über die Politik in seinem Land machen, doch gleichzeitig ist seine Frau hochschwanger und er würde viel lieber ein Musical über einen Konditor drehen. Angefüllt mit komischen Woodyesquen Monologen über das Leben und das Kino hat mich der Film leicht unterhalten. 7/10

    Heute kam dann die DVD von Murnaus Sunrise zu mir ins Haus geflattert (so ein Zufall: als prima Einstimmung auf den Film hat sich das Anhören von Norah Jones’ Sunrise erwiesen). Hatte ihn vor längerer Zeit bei arte gesehen und hätte mir damals selbst in den Hintern beißen können, als ich ihn ausversehen wieder überspielte. Was soll ich nur darüber schreiben? Ein visuelles Vergnügen. Die Liebe siegt. Die Meisterschaft zeigt sich sowohl in langen Trackingshots und exquisiten Bildmontagen als auch im Wandel des Grundtons, von thrillerartig bis heiter, melodramatisch bis verliebt.
    unverrückbare 10/10

    Jetzt warten noch die Freaks (Tod Browning) DVD, die mit Sunrise geliefert wurde, und Jarmuschs Down by Law auf DVD, die ich gestern günstig erwarb, auf mich. Vielleicht schaue ich aber auch ein paar Films noirs, die ich noch auf VHS habe, hm... Will auch mal wieder ins Kino (war ganz erfreut zu sehen, dass ein Programmkino bei uns bald Ararat zeigt, soll ja nur ein paar, oder gar nur eine, Kopie in Deutschland geben)

  6. #6
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    Re: Madtus' Filmtagebuch

    Never say never again (Sag niemals nie) gesehen.
    Diesen inoffiziellen James Bond nur gesehen, weil ich mir die DVD vor langer Zeit von einem Kumpel ausgeliehen habe und ich sie mal wieder zurückgeben wollte, war gar nicht in der Stimmung dazu. Zum Glück lenkt Kim Basingers Körper genügend von der Handlung ab...
    Sean Connery als 007 rettet mal wieder die Welt und legt nebenbei noch ein Dutzend Frauen flach, die guten wie die bösen. Das Übliche halt...
    6/10

    Gebe zu, das war jetzt keine sehr solide Kritik, möchte aber auch nicht über Filme reflektieren, die mir wenig gebracht haben.

  7. #7
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    Re: Madtus' Filmtagebuch

    Gestern war ja wieder Weihnachten für mich. Päckchen bekommen mit neuen DVD: drei mal Wes Anderson, Bottle Rocket, Rushmore und The Royal Tenenbaums, die letzten beiden von Criterion. La règle du jeu und La Passion de Jeanne d'Arc ebenfalls von Criterion. Nun muss ich erst mal wieder sparen...

    Allerdings habe ich erst einmal etwas anderes gesehen, weil meine kleine Nichte, fünf Jahre alt, bei mir war und sie etwas lustig sehen wollte. Da ich verantwortungsbewußt bin (nicht immer), setzte ich ihr natürlich nicht irgend einen neumodischen epileptische Anfälle verursachenden Mist vor, sondern Klassiker von Buster Keaton und den Looney Tunes.

    Erst den 19 minütigen One Week, in dem Buster versucht ein Haus zu bauen und das auch irgendwie schafft, nur ähnelt es am Ende eher einem Gebäude aus Das Cabinet des Dr. Caligari. Zwischendurch gibt es noch einen Wirbelsturm, der das Haus samt Gäste, die zur Einweihung eingeladen wurden, durch die Gegend weht. Und am Ende muss das Haus auch noch über Gleise transportiert werden, weil es auf dem falschen Grundstück errichtet wurde... Alles in Allem ein sehr gelungenes, kurzweiliges Slapstickvergnügen. 9/10

    Dann gab's ein paar Trickfilme der Looney Tunes, von der DVD Looney Tunes All Stars - Die ersten Cartoons Teil 1. Die Titel der einzelnen 7-Minüter habe ich mir jetzt nicht gemerkt. Die Filme sind aber immer noch zum Brüllen, sowohl für meine Nichte, als auch für mich. Und obwohl wir die Cartoons natürlich auf Deutsch gesehen haben, möchte ich hier doch den grandiosen Mel Blanc erwähnen, der ein Stimmgenie war und den meisten Figuren erst Leben einhauchte. 9/10

    Nachdem ich mir ein paar von den Extras auf den Rushmore, TRT und LRDJ DVD (ich kannte die Filme bereits) angesehen hatte, wollte ich noch ganz kurz, es war gegen ein Uhr nachts und ich war müde, weil ich die Nacht vorher noch das NCAA College Basketball Finale angesehen hatte, schauen, was die DVD von Carl Theodor Dreyers La passion de Jeanne d'Arc zu bieten hat. Ich habe angefangen den Film zu sehen und konnte nicht mehr aufhören. Eine Offenbarung. Der Film. Durch die Filmmusik, eine Oper/Oratorium von Richard Einhorn wurde ich gebannt (Dreyer allerdings zog es vor, sein Werk ganz ohne Musik zu zeigen). Die ständigen Großaufnahmen, die Kameraführung, diese Intensität im Spiel Renée Falconettis, die die Titelrolle verkörpert, sowie der ungewöhnliche Schnitt der Bilder, es gibt einige Achsensprünge (man weiß nicht mehr, wer wen anschaut), haben mich vollends die Fernbedienung aus der Hand legen lassen. Besonders beeindruckt war ich von der Natürlichkeit der Darsteller, die ohne in Stummfilmen üblicherweise zu Hauf aufgetragenes Make-up und ausladende Gesten auskommen mussten. Durch die ständigen Close ups wird so jedes Detail im Gesicht der Protagonisten sichtbar, jede Falte, jede Pore; keine Emotion geht verloren. Ein Moment, neben vielen anderen, der mich berührt hat: Jeanne soll auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden, ein Mann will sie dafür am Pfahl festbinden, er lässt das Seil aus Versehen fallen, sie hebt es auf und gibt es ihm.
    Überaus enthusiastische 10/10 mit Ausrufezeichen !

    Manchmal finde ich es doch sehr schade, dass keine Stummfilme mehr gedreht werden, weil sie mich emotional viel mehr mitreißen können, so ganz ohne störende Begleitgeräusche. Es gibt ja einige Momente in moderneren Filmen, in denen von Malick z.B. oder in Wong Kar-Wais In the Mood for Love, die an diese Art des Filmemachens erinnern, aber eben nur für einen Moment.

  8. #8
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    Re: Madtus' Filmtagebuch

    In den letzten Tagen habe ich nur einen neuen Film gesehen. Ansonsten habe ich mir La passion de Jeanne d'Arc immer und immer wieder angesehen und bin jetzt der festen Überzeugung, dass es das Beste ist, was ich je gesehen habe, Filme betreffend. Das bringt mein ganzes Bewertungssystem durcheinander, so ist The Royal Tenenbaums z.B. auch keine 10/10 mehr, vielleicht noch 9, gemessen an Dreyers Passion.
    zwei unbedeutende Beobachtungen:
    - Jeanne (Falconetti) hat Ohrlöcher
    - in der Darstellung einer von Schwäche gezeichneten Person, die dem Tod geweiht ist, besonders in der Szene nach dem Aderlass, erinnert mich Falconetti an Johnny Depp in Dead Man

    Der eine neue Film war Wes Andersons Bottle Rocket. Netter Film, gute Dialoge. Ungewöhnliche Variante eines Raubüberfalls. Hätte lieber noch mehr von der Liebesgeschichte gesehen. Insgesamt eine gute Aufwärmübung für Andersons spätere Filme.
    7/10

  9. #9
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    Re: Madtus' Filmtagebuch

    So, nun schreibe ich mal wieder. Hab in letzter Zeit mehr gelesen als Filme gesehen, aber trotzdem hier und da welche geschaut und mir ein paar Notizen dazu gemacht, zu einigen, zu anderen nicht (da sind dann meine Erinnerungen schon verschwommen und ich werde nicht viel dazu sagen können, außer dass mir der Film gefällt oder nicht). Ich werde nicht gleich zu allen etwas schreiben, sind mittlerweile doch über 50 Filme, aber nach und nach.

    Also, vor einiger Zeit hab ich Fritz Langs Klassiker Dr. Mabuse – der Spieler gesehen, ziemlich lang der Film, weshalb er damals, 1922, auch in zwei Teilen herausgebracht wurde. Es geht um eine Art Übermenschen, Mabuse, der perfekte Verkleidungen ebenso seine Fähigkeit, Menschen zu hypnotisieren, dazu nutzt, die Börse zu manipulieren, beim Glücksspiel zu betrügen und Chaos anzurichten. Gejagt wird er von einem Polizisten namens von Wenk, der mir irgendwie nicht recht sympathisch erscheinen wollte, fad und uninteressant. Der Film vereint mehrere Genres: Kriminalfilm, Fantasy und den Gangsterfilm. Obwohl Lang selber meinte, der Film sei gar nicht so sehr expressionistisch wie andere Filme aus dieser Zeit, hat er (der Film, nicht Lang, obwohl… diese Augenklappe und der Monokel…) doch unverkennbare expressionistische Züge. Da wären z.B. das Haus des Grafen, einige Traumsequenzen, Geister, Schriftzüge über den Filmbildern und das Spiel des Rudolf Klein-Rogge, der den Titelhelden verkörpert.
    Ich habe mir zwei Fragen beim Ansehen des Films gestellt, die mir schon öfter bei Stummfilmen in den Sinn gekommen sind: Wieso werden Renoir und Welles so oft als Vorreiter im Einsatz der Tiefenschärfe gepriesen? In Mabuse, aber auch in City Lights von Chaplin z.B. war mir aufgefallen, dass die Tiefen genauso scharf waren wie der Vordergrund. Oder bezieht sich dieses Lob eher auf die Platzierung und das Agieren der Figuren in diesem Raum? Die andere Frage: Warum muss sich alles schneller bewegen im Stummfilm, als der Ton hinzukam fingen die Leute plötzlich an normal zu laufen?
    Die Eingangssequenz war übrigens sehr spannend, für mich die beste Szene des Films.
    Ich finde den Film aus filmhistorischer Sicht interessant, doch hat er mich kaum g/berührt.
    8/10

    Das Testament des Dr. Mabuse war mein nächster Film, wieder Fritz Lang, zehn Jahre später und diesmal mit Ton.
    Hier fiel mir der viel sympathischere Kommissar auf, der lebendiger und nicht ohne Humor ist. Auch die Nutzung des berlinerischen Dialekts und des Tons geben dem Film einen größeren Realismus gegenüber seinem Vorgänger, wenngleich auch er nicht auf fantastische Elemente verzichtet; der Verbrecher scheint hier allerdings menschenähnlicher als im ersten Teil.
    8/10

    Zu etwas Lustigerem: The Cameraman von Edward Sedgwick und Buster Keaton aus dem Jahr 1928. Schon bei MGM gedreht ist der Genius des Buster Keaton immer noch spürbar und dominiert den manchmal störenden Plot. Buster ist ein erfolgloser Photograph und versucht sich daher als Sensationen aufspürender Kameramann. Den Tip dazu bekommt er natürlich von einem reizenden Mädchen, in das er sich verliebt (sie hat auch ein Auge auf ihn geworfen). Es gibt da eine schöne Szene, in der Buster auf den Anruf seiner Angebeteten wartet. Er wohnt in der obersten Etage eines Mietshauses, in dem es nur ein Telephon im Erdgeschoß gibt. Er hört es also klingeln, rennt Etage für Etage die Treppe hinunter immer von der Kamera begleitet, die durch die Decken fährt. Er kommt unten an. Es war nicht für ihn. Enttäuscht schleicht er wieder Etage für Etage nach oben, ganz in Gedanken, so dass er bis auf das Dach hinaufgeht, ohne es zu merken. Plötzlich wird er wieder ans Telephon gerufen, er rennt erneut Etage für Etage nach unten, in freudiger Erwartung und ungebremsten Enthusiasmus, diesmal bis in den Keller. Als er es endlich bis zum Telephon geschafft hat und er merkt, dass seine Geliebte am Apparat ist, rennt er sofort los zu ihr. Doch sie merkt nichts davon und redet und redet weiter, während Buster durch die Straßen New Yorks rennt und rennt. Als sie schließlich doch bemerkt, dass sie die ganze Zeit ein Selbstgespräch führt und ein wenig verwirrt den Hörer aufhängen will, steht er auch schon hinter ihr.
    Ein wirklich guter Film mit Buster Keaton, reicht in einigen Szenen an seine Meisterwerke heran (ich kenne nicht alle, z.B. College und The Navigator), ist aber meiner Meinung nach nicht ganz in einer Liga mit Sherlock Jr. und The General.
    8/10


    Freaks aus dem Jahr 1932 von Tod Browning, dem Horrorspezialisten bei Universal in den 30ern, der auch Dracula gedreht hatte. Ihm ist hier etwas gelungen, das ich so vorher noch nicht gesehen hatte. Er hat einen Film gemacht mit echten, im Zirkus als Attraktionen dienenden Menschen, darunter eine Frau, die zur Hälfte ein Mann ist, Siamesische Zwillinge, eine Frau ohne Arme, die alles mit ihren Füßen erledigt, Zwerge, Leute mit deformierten Köpfen und ein Mann, der sich gänzlich ohne Gliedmaßen eine Zigarette drehen und anzünden kann (!).
    Ich habe bisher leider nur eine schlechte Kopie des Films auf DVD, schlechter Ton, mieses Bild, ohne Untertitel und unfreiwilligen Jump-Cuts (einiger Bilder scheinen zu fehlen). So habe ich nicht alles verstanden, aber ich habe mitbekommen, dass es um einen dieser Freaks gehr, ein kleinwüchsiger Mann, der aussieht wie ein 8-jähriger Junge. Dieser hat sich in eine hübsche Artistin aus seinem Zirkus verliebt. Die Schöne (Namen vergessen) täuscht vor, an dem Kleinen interessiert zu sein, doch nutzt ihn nur aus und lacht über ihn hinter seinem Rücken (später auch davor) mit ihrem eigentlichen Lover, einem Muskelprotz.
    Eine Szene, die ich schon aus Bertoluccis Dreamers kannte: Alle Freaks und die Schöne sitzen an einem Tisch, sie hat den Kleinen gerade geheiratet, und alle Freaks singen: „One of us, one of us. She is one of us.“ (oder so ähnlich) Das gefällt ihr gar nicht…
    9/10

    The Woman in the Window ist ein Klassiker des Film-noir von Fritz Lang aus dem Jahr 1944. Ich hatte ihn in einer kolorierten Fassung gesehen, in der ein intensives Grün und schimmerndes Gold vorherrschten. Irgendwie gemütlich. Ich musste wieder einmal daran denken, wie bei allen Films-noirs, für wie viele Nikotinabhängige das alte Hollywood wohl verantwortlich gemacht werden kann, da das Rauchen so unheimlich attraktiv macht (man riecht ja den Atem der Femme Fatale nicht), wie lasziv die Frauen in diesen Filmen dieses dünne glimmende Stäbchen an ihre Münder führen, wie elegant der Rauch ausgeleuchtet wird und wie cool der Held der Geschichte beim Rauchen wirkt. (kurze Zeit, nachdem ich so fasziniert von diesem blauen Dunst war, erschien im film-dienst, oder war es die epd-film, ein Artikel übers Rauchen im Film).
    TWitW ist ein Film, der mich sofort fesseln konnte. Hier ist die Sogwirkung des Plots so unerbitterlich und der Schnitt so effizient, dass eine enorme Spannung erzeugt wird.
    Es geht um einen Mann (Edward G. Robinson, der hier exzellente Arbeit abliefert), der, wie sollte es anders sein, durch eine Femme Fatale in einen Mord verwickelt wird. Er versucht den Mord zu vertuschen; doch hinterlässt er einige Spuren und er muss durch einen alten Freund, der an der Aufklärung des Falls beteiligt ist, mit ansehen, wie diese Spuren nach und nach aufgedeckt werden.
    Das Ende teilt das Publikum, nehme ich an. Einige mögen es clever finden, für mich schien es deplaziert und aufgesetzt (ist das eigentlich das Gleiche?...) Ansonsten ein makelloser Film.
    9/10

  10. #10
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    Re: Madtus' Filmtagebuch

    Human Desire (1954). Ein weiterer Lang. Ein Remake des Jean Renoir-Klassikers La Bete (wie kriege ich denn das Dach über das erste ‚e’?) Humaine (übrigens das zweite Remake feines Renoirs für Lang nachdem er La Chienne in Scarlet Street neu interpretierte). Renoirs Film, der ca.16 Jahre zuvor entstand, habe ich mir gleich im Anschluss angesehen. HD ist mehr plotgetrieben, es gibt keine Szene, die die Geschichte nicht voranbringt. Es geht um einen Zugführer, der aus dem Krieg heimkehrt und durch eine verheiratete Frau in einen Mord verwickelt wird. Ein guter Film-noir.
    8/10

    Aber besser gefiel mir Renoirs La Bete Humaine von 1938, nach Emile Zolas gleichnamigem Roman. Man spürt, dass Renoir, wie er es einmal selbst ausdrückte, „immer eine Hintertür für die Realität“ offenhielt (so oder ähnlich) beim Drehen. So gibt es z.B. diesen kleinen Moment, wo Simone Simon einen Mann küssen will und sie, kurz bevor ihre Lippen auf ihr Gegenüber treffen, einen neckischen Biss in die Luft andeutet. Allgemein wirken die Figuren lebendiger, was nicht bedeutet, dass der Film besser ist als der von Lang, nur eben anders. Eine Sache noch: In LBH hat die Hauptfigur noch einen dunklen Fleck auf der Seele, der Charakter ist ambivalenter gestaltet.
    9/10

    2001:A Space Odyssey von Kubrick, 1968, mal wieder gesehen. Immer noch nicht alles verstanden, egal, trotzdem wieder im Bilderrausch gewesen.
    10/10


    Schultze gets the blues, Michael Schorr (2003). Kunst macht Alltägliches interessant, meine Heimat im Kino. So ähnlich wie bei Proust und dem jungen Mann, der glaubt, seine Umgebung sei fade, dann aber im Louvre die Gemälde Chardins entdeckt, die die Schönheit des Schlichten auszudrücken vermögen. So erging es mir, das ist schön.
    Truffaut: „Das nämlich ist die erste Aufgabe des Künstlers: die Schönheit dessen zu beweisen, das als hässlich gilt und umgekehrt.“
    Der Film ist sehr ruhig erzählt, die Kamera meist stillstehend wie bei Ozu (auch die establishing shots), Blick aus der Totalen wie bei Tati. Es gibt unerwartete Gags. Sehr menschlich.
    Ich saß damals im Kino und hab mich gefragt, warum die vorderen Reihen so selten genutzt werden, vor mir sitzt fast nie jemand und es ist doch viel schöner, den Kopf zurücklehnen zu können und das ganze Blickfeld durch die Leinwand ausgefüllt zu haben.
    8/10

    Kill Bill 2. Tarantino 2004.Ganz anderer Grundton als im ersten Teil, viele tolle Momente. Ich mag den Film genauso, wie den ersten Teil. Und fand mich mal wieder privilegiert, brav bis zum Ende des Abspanns gewartet zu haben und somit eine kleine Belohnung bekommen zu haben, während 95% der Zuschauer den Saal schon verlassen hatten, außerdem war die Musik noch recht interessant am Ende.
    9/10

    The Lady from Shanghai von Orson Welles aus dem Jahr 1946. Nachdem ich den Film das erste Mal gesehen hatte, wurde mein Eindruck davon getrübt, dass ich den Audiokommentar von Peter Bogdanovich gehört habe, der nicht schlecht ist, aber verriet, welche Visionen Welles für diesen Film eigentlich hatte und dass nur noch ein Bruchteil dessen im fertigen Film zu sehen ist. Beim zweiten Mal hatte ich die Hälfte davon wieder vergessen und hatte an dem Film nicht mehr viel auszusetzen. Und nebenbei bemerkt, Rita Hayworth ist in diesem Film atemberaubend schön mit diesen kurzen blonden Haaren. Es handelt sich übrigens um einen Film-noir, in dem Welles von Hayworth in Ärger gebracht wird. Die Gerichtsszene ist sehr überzeugend gemacht, sehr natürlich.
    9/10


    Und noch ein Fritz Lang: You Only Live Once von 1936. Eine Variation des Bonnie und Clyde-Themas. Hat mich nicht allzu sehr überzeugt, vielleicht lag’s auch an der schlechten Synchronisation, wogegen ich allergisch bin. Auch kam mir alles zu künstlich vor. Vielleicht ist das auch ein sinnloses Argument, wenn es absichtlich so stilisiert wurde…
    7/10

    Charade von Stanley Donen, mit den großartigen Audrey Hepburn, Cary Grant und Walther Matthau; Martin Landau ist auch dabei, wenn ich mich recht entsinne. Sehr witzig, clever, unterhaltsam. Aus welchem Jahr? 1963. Wird Donen nicht dieses Jahr für sein Lebenswerk ausgezeichnet in Venedig? Ja.
    Jedenfalls ist dieser Film wirklich schön.
    9/10

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