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Thema: Zaphs freundliche Filme

  1. #1
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    Zaphs freundliche Filme

    Wenn alle mitmachen, will ich natürlich auch nicht abseits stehen, dazu bin ich viel zu sehr Konformist.
    Alle Filme die ich mir so anschaue hier reinschreiben werde ich trotzdem nicht mangels Zeit und Motivation. Prozente usw sind lächerlich und werden deshalb von mir auch nicht vergeben.
    Außerdem behalte ich mir auch vor, Filme aufzunehmen, die ich vor längerer Zeit gesehen habe, die ich noch nicht gesehen habe oder die ich frei erfunden habe (die letzten beiden Fälle werden aber die Ausnahme sein, versprochen).
    OK, here we go

    Duck Soup, USA, 1933, Leo McCarey
    Wie kann man ein Filmtagebuch besser beginnen als mit den Marx Brothers, den Göttern der Tonfilmkomödie, die auch nach über 70 Jahren noch frischer wirken als ausnahmslos jede Komödie der letzten 10 Jahren? Duck Soup ist zweifellos eines ihrer stärksten Werke, einen lustigeren Film über die Absurdität des Krieges ist kaum denkbar. Alleine schon Grouchos Name als Diktator des bizarren Zwergenstaates Freedonia ist lustiger als alle Jim Carrey Filme zusammen: Rufus T. Firefly. Auch die anderen Brüder sind in Hochform und halten sich sogar mit Musikperformances ziehmlich zurück. Kurz und gut: perfetto. Ganz anders als

    Eine schöne Hochzeit, Frankreich, 1982, Eric Rohmer
    Rohmers Filme werden oft für ihre Leichtigkeit gelobt, in vielen Fällen scheint diese Leichtigkeit jedoch nur ein Deckmantel für Substanzlosigkeit zu sein. So auch hier. Abgesehen davon, dass sogar dieser eigentlich sehr züchtige Film stellenweise an einen Softporno ohne Sex erinnert, geht das Beziehungsgebrabbel der beiden Hauptpersonen schon nach kurzer Zeit auf den Geist. Ich weiß nicht, wer auf die Idee gekommen ist, Eric Rohmer sei ein guter Frauenregisseur, aber zumindest die Frauen in diesem Film haben mit den Frauen, die ich aus dem wirklichen Leben kenne, nichts, aber auch gar nichts zu tun. Beatrice Romand will außerdem so sehr gefallen, dass sie mit ihrem second rate Audrey Hepburn Charme schon im Ansatz scheitert.
    You're no good and neither am I. That's why we deserve each other.
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  2. #2
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    Re: Zaphs freundliche Filme

    They Live by Night, USA, 1949, Nicholas Ray
    In Janis wunderbarem Filmtagebuch findet sich zwar bereits ein sehr gelungener Eintrag zu diesem Film, was dort jedoch vielleicht nicht ganz zur Sprache kam ist, wie märchenhaft, umwerfend und gigantisch dieser Film ist. Wenn Cathy O`Donnell Farley Granger in ihrer unnachahmlichen Art ansieht und ihn "Boy" nennt, genau dann weiß ich, warum ich Filme so sehr liebe. Die absolute Identifikation des Regisseurs mit seinen jugendlichen Protagonisten (hier noch stärker als in dem viel bekannteren Rebel without a cause), der gnadenlose Spannungsaufbau, der nur scheinbar zwischen Melodram und Kriminalfilm pendelt und eigentlich eine der ganz wenigen gelungenen klassischen Tragödien der Filmgeschichte erreicht, all dies trifft mich mit solcher Stärke, dass ich mich diesem Film nur noch willenlos ergeben kann. Manche werfen genau dies dem amerikanischen Kino vor, doch für mich gibt es schlichtweg nichts großartigeres.
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  3. #3
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    Re: Zaphs freundliche Filme

    Dinner für Spinner, Frankreich, 1998, Francis Veber
    Nach meinem hoffentlich nicht zu Truffautesken Erguss über Nicholas Ray muss ich mich nun wieder den Mühen der Ebene stellen. Nicht dass diese harmlose französische Komödie im Yuppiemillieu ganz schlecht wäre, sie ist im Gegenteil größtenteils recht unterhaltsam und Jacques Villeret (der von seinem offenkundigen Vorbild Luis de Funes allerdings noch Lichtjahre entfernt ist) besitzt durchaus Talent, doch insgesamt plätschert die Handlung doch so vorhersehbar dahin, dass ich meine Gedanken oft abschweifen liess, unter anderem zu einem Film, den ich vor einigen Wochen endlich gesehen habe, nämlich

    La Grande Illusion, Frankreich, 1937, Jean Renoir
    Ein Film, der natürlich viel mehr Aufmerksamkeit verdient, vielleicht jedoch auch einen kenntnissreicheren Kritiker, denn so ganz kann ich mich nicht mit ihm anfreunden. Was die technische Seite angeht, ist natürlich alles allererste Sahne, wie bei jedem Renoir Film. Die Mise en Scene läßt teilweise schon ahnen, was der große Franzose 2 Jahre später mit La regle Du Jue erreichen würde, so kunstvoll und perfekt sind einige der Tableaus vor allem im ersten Teil des Films. Was mich an dem Film aber hauptsächlich störte: da tobt der bis dato grausamste Krieg der Menschheitsgeschichte durch Europa, hinterläßt Millionen Tote und Abermillionen Witwen und Waisen, Renoir jedoch interessiert sich kein bißchen für diese Barbarei sondern bleibt bei seinem alten Thema, der Zivilgesellschaft, nur hier eben unter den Bedingungen des Krieges. Die Darstellung der Klassenspannungen ist natürlich phänomenal, die Schauspieler sind alle erstklassig, doch aus meiner (heutigen) Sicht greift Renoir tatsächlich zu kurz. Der Film zeigt zwar die Absurdität des Krieges (beide Seiten verhalten sich absolut gleich), in keinem Moment jedoch dessen wahres Wesen: den Tod, und zwar nicht den Tod des einzelnen, sondern den wahren, schrecklichen, anonymen Tod.
    Mag sein, dass ich durch die vorwiegend amerikanischen Antikriegsfilme der letzten 30 Jahre zu sehr auf eine bestimmte Betrachtungsweise fixiert bin, aber mir erscheint dieser Film im Gegensatz zu Platoon oder Apocalypse Now oft nur wie eine zwar intellektuell anspruchsvollere aber im Grunde inhumanere Auseinandersetzung mit dem Krieg.
    Allerdings noch zwei Anmerkungen: erstens kenne ich keinen gelungenen ernsten Kriegsfilm aus dieser Zeit (nur Parodien und ein paar ziehmlich mieße amerikanische Stummfilme) und zweitens, wie gesagt: ich bin sicher nicht der fähigste Kritiker und wenn jemand im Tagebuchdiskussionstopic etwas zu diesem Thema zu sagen hätte, würde mich das freuen.
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  4. #4
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    Re: Zaphs freundliche Filme

    OK, Here We Go

    Lost Horizon, USA 1937, Frank Capra
    Hier entdecke ich wieder einmal einen Film der mir Freudentränen in die Augen treibt. Etwas so menschliches, emotionales, visionäres und verträumtes ohne jedes billige Klischee auf Zelluloid zu bannen, diese Fähigkeit besaß wohl keiner im selben Masse wie Capra. Lost Horizon ist, und das gibts keine Diskussion, der ultimative Sehnsuchtsfilm.
    Man kann natürlich wie bei fast allen Capra Filmen (wie überhaupt bei fast allen Meisterwerken der goldenen Hollywoodära) das ganze als naive Träumerei ohne jeden konkreten sozialen oder politischen Bezug abtun, doch damit argumentiert man am Wesen des Kinos vorbei. Das Kino verpackt alles in Bilder und kaum einer beherrschte dies so wie Frank Capra.
    Und weils so schön war gleich noch

    The Bitter Tea of General Yen, USA, 1933, Frank Capra
    Das Budget ist kleiner, die Darsteller nicht immer überzeugend (vor allem wird mal wieder ein Chinese von einem Amerikaner gespielt und das ging schon bei Griffith schief), das Drehbuch weit weniger dicht, dennoch fühlt man sich in jeder Sekunde in guten Händen. Solche Filme werden seit den 50ern leider nicht mehr gedreht.
    Dafür aber andere... ganz andere...

    Desperate Living, USA, 1977, John Waters
    Was John Waters hier abliefert ist dermassen krank, dass ich gar nicht den Versuch wagen möchte, das ganze in Worte zu fassen. Nur soviel: wer Godars Week-End für radikal hält oder Bunuels Filme für bösartige Satiren, der sollte sich mal DAS anschauen. Hier wird all das gezeigt, worüber in anderen Filmen nicht mal geredet wird.
    Dennoch ist der Film als einstieg in das Waters Universum sicher die falsche Wahl. Man greife lieber zu den beiden Meisterwerken aus den 80ern, "Polyester" und "Hairspray".

    Gone, Deutschland, 2003, Zoltan Paul
    Ein kleiner fast unbudgetierter Psychothriller der trotz eines in geradezu krotesker Weise fehlbesetzten Hauptdarstellers und extrem dämlichem Voice-Over starke Momente hat. Außerdem hat er eine angenehme Länge und ist durch seine expressive technische Gestaltung allemahl einen Blick wert.

    Jazzclub, Deutschland, 2003, Helge Schneider
    Das ist natürlich ein ganz anderes Kaliber. Doch obwohl ich in jedem Moment den typischen Schneider Touch spürte, wollte mir das ganze nicht ganz so gefallen wie in den drei Vorgängern. Einige Pointen sind für Schneiders Verhältnisse doch allzu konventionell gestrickt und die Montagesequenzen (an Pudovkin geschult?) können auch nicht darüber hinwegtäuschen, das dem Film manchmal doch die Ideen fehlen.
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    Re: Zaphs freundliche Filme

    Fudoh, Japan, 1996, Miike Takashi
    Krasses Werk eines krassen Regisseurs, ziehmlich straight für seine Verhältnisse.
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    Re: Zaphs freundliche Filme

    Dead or alive 2, Japan, 2000, Miike Takashi
    Ein Regisseur wie Miike hat natürlich mehr als 1,5 Zeilen verdient. DoA 2 ist ein viel strangerer und wohl auch typischerer Film des japanischen Avandgardisten, dessen Werke zum radikalsten gehören, was das Kino der Gegenwart zu bieten hat. Wer Splatterorgien erwartet wird dennoch meist enttäuscht, denn Gewalt ist nur eines der Mittel, das der Regisseur einsetzt um dem Zuschauer den Boden komplett unter den Füßen wegzuziehen.
    Wer den ersten Teil des Films kennt, weiss, dass eine konventionelle Fortsetzung eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit ist (vor allem nach dem Ende). DoA 2 hat deshalb mit dem ersten Teil bis auf die Hauptdarsteller fast nichts gemein. Die Handlung des Films ist nur extrem schwer nachzuvollziehen, doch alleine schon für die bizarre Theateraufführung im 2. Teil lohnt sich das Ansehen.

    10 Dinge die ich an Dir hasse, USA, keine Ahnung wann, der Regisseur soll sich schämen
    Es ist zwar schon ein paar Jährchen her, dass ich diesen Film gesehen habe, aber anlässlich der gestrigen Fernsehausstrahlung könnte man sich ja Gedanken über die Frage machen, was Shakespear der heutigen Zeit noch zu sagen hat (eine sehr beliebte Frage unter Lehrern und anderen Halbgebildeten). Angesichts dieses unsympatischen Nichts von einem Film mit zwei der stupidesten Nullgesichtern des neuen Hollywood in den Hauptrollen könnte man leicht zu zwei Schlussfolgerungen kommen:
    1. Entweder hat Shakespear der heutigen Zeit überhaupt nichts mehr zu sagen, oder
    2. Shakespears "Message" war schon immer knapp unter "Verbotene Liebe" Niveau.
    Glücklicherweise haben Regisseure wie Orson Welles und Akira Kurosawa längst bewiesen, dass mit dem alten Briten durchaus noch Staat zu machen ist, woraus wir folgern können, dass das Problem doch eher bei den Machern dieses Streifens zu suchen ist.
    Ich könnte den Film ja unter "10 Dinge die ich am aktuellen Hollywoodkino hasse" abtun doch alleine schon beim Cast komme ich auf das Doppelte.
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  7. #7
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    Re: Zaphs freundliche Filme

    Gut, nachdem ich in letzter Zeit hier sowohl BalZac als auch ShakespearE falsch geschrieben habe, sollte ich vielleicht etwas Gras über die Sache wachsen lassen...
    Andererseits: was solls...

    Close Up, Abbas Kiarostami, Iran, 1990
    Ein Wunder von einem Film! Viel mehr kann man dazu nicht sagen, eine perfektere Mischung aus dokumentarischem und fiktivem ist einfach nicht möglich. Filme über Filme drohen oft zu uninspirierten Selbstbespiegelungen zu verkommen, doch Kiarostami gelingt es, dieses Genre zu transzendieren (yeah) und sein Meisterwerk zeigt wirklich wie kein zweites die praktische Bedeutung des Mediums "Film". Außerdem enthält es unendlich viel Wahrheit über den Menschen und die Gesellschaft. Der beste Kiarostami den ich bisher gesehen habe und jetzt muss ich einfach alle sehen.
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  8. #8
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    Re: Zaphs freundliche Filme

    Memento, USA, 99 (?)
    Wiedergesehen: den wunderbaren Neo-Noir Thriller, der dem Zuschauer den Boden aber mal komplett und immer wieder unter den Füßen wegzieht. Im Gegensatz zu manch anderem drehbuchlastigem Film (Fight Club zB) verliert dieser Streifen auch beim zweiten Sehen nichts. Im Gegenteil: seine Radikalität kommt noch stärker zum tragen.
    Genau so muss ein Genrefilm des neuen Jahrtausends aussehen: keinerlei Selbstreflexion, keine Kompromisse. Dieser Film ist einer der bisher leider wenigen Beweise, dass Hollywood Tarantino überlebt hat. Wenn er zitiert, zitiert er nicht um des Zitats Willen sondern weil es nicht anders geht, ganz beiläufig. Dabei bleibt das ganze so genrerein, dass man am Ende zugeben muss: der Film ist mehr Noir als viele Noir-Klassiker.

    The Mummy, USA, 31, Karl Freund
    Zu den Klassikern des Universal-Horrors zählt neben den beiden genialen Frankenstein-Filmen und dem objektiv doch deutlich weniger genialen "Dracula" vor allem dieser Film, der glücklicherweise qualitätsmässig eher nach denersteren schlägt, freilich ohne sie ganz zu erreichen, dazu ist möglicherweise auch der Regisseur (der ja eher als Kameramann bekannt geworden ist) nicht visionär genug. Stimmungstechnisch gibt es aber nichts auszusetzen und Boris Karloff rult mal wieder.
    Die beiden Remakes aus den 90ern vergessen wir mal ganz schnell.

    A nout la liberte, Frankreich, 31, Rene Clair
    Clairs Meisterwerk ist vielleicht nicht allzugut gealtert, doch wenn man sich erst einmal an den etwas verstaubten (und doch liebenswerten) Stil des Films gewöhnt hat, lässt er einen nicht mehr los. Das Attribut "poetischer Realismus" passt wohl auf kaum einen Film so sehr wie auf diesen. Denn poetisch ist der Film in jeder Sekunde (manchmal freilich etwas angestrengt poetisch) und realistisch in gewissem Sinne auch.
    Dass die Macher allerdings seinerzeit eine Plagiatsklage gegen Chaplins Modern Times angestrengt haben, verleitet heute eher zu einem Vergleich der beiden Filme. Und da schneidet Clair dann doch nicht mehr so gut ab. Klar hat Chaplin ein paar Gags ziehmlich dreist geklaut, doch sein Film ist um einiges komischer, runder und menschlicher als der französische, vielleicht auch weil Chaplin nicht immer die ganz grosse Aussage sucht und sie eher nebenbei findet, während Clair gleichzeitig eine Musik-Komödie drehen und Renoirs Realismus nacheifern will, was nicht voll gelingen kann.
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  9. #9
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    Re: Zaphs freundliche Filme

    Goodbye 20th Century, Mazedonien, 1998, Mitrevski/Popovski
    Wäre dieser Film in Nordamerika oder Westeuropa gedreht worden, wäre er längst ein Kultfilm vom Status von sagen wir mal Pulp Fiction. Und das ist wahrlich keine Übertreibung. Nur: So ein Film wäre natürlich nie in Nordamerika oder Westeuropa gedreht worden - zumindest nicht in den 90ern. So bleibt mi nur, die wärmstmöglichste Empfehlung auszusprechen: wer auch nur ein kleines bisschen auf den Fantastischen Film abfährt und vor einer ordentlichen Portion Gore nicht zurückschreckt, MUSS diesen Low-Budget Geniestreich einfach auftreiben und anschauen.
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  10. #10
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    Re: Zaphs freundliche Filme

    Frühling, Sommer, Herbst, Winter .... und Frühling, Südkorea, 2003, Kim Ki-Duk
    Buddhismus im Kino war hierzulande bisher nur durch Ethno-Kitsch ala Little Buddha bekannt und so war es eigentlich höchste Zeit für einen Film, der das Bild etwas zurechtrückt. Kim Ki-Duk zeigt den Buddhismus als eine höchst irdische Religion, als etwas, das man sich erarbeiten muss und das einem nicht einfach in den Schoss fällt, weil man ein Dalai Lama-Buch gelesen hat. Schon allein deswegen ist der Film wunderbar. Davon abgesehen bietet er natürlich wunderschöne Bilder, eine perfekte zyklische Handlung und zeigt, wieso der Regisseur zu den größten Talenten des Filmbetriebs gezählt wird.

    Zigeunerweisen, Seijun Suzuki, 1981, Japan
    Seijun Suzuki drehte in den 60ern einige der stylischsten Gangsterfilme aller Zeiten, bis er von seinem Studio wegen seiner Experimentierfreudigkeit an die Luft gesetzt wurde. Doch gut 15 Jahre später erhielt er die Möglichkeit, sein Meisterwerk zu drehen, das stilistisch und inhaltlich ganz anders als seine früheren Erfolge daherkommt. In oft surrealistisch angehauchten Bildern erzählt er eine Art Geistergeschichte, die sich nie richtig aufklärt und gerade deshalb fasziniert. Japanische Kritiker wählten diesen Film zum besten der 80er Jahre. Vielleicht hatten sie recht...

    The Pornographers, Japan, 1962, Shohei Imamura
    Ein anderer großer japanischer Regisseur, eine vollkommen andere Bildsprache. Doch ebenso wie bei Suzuki findet man auch hier wenig Interesse an einem konsequent aufgebauten Plot. Vielmehr richtet sich die Handlung ganz nach den Characteren. Seltsamerweise ist der Film zu keiner Sekunde obszön, obwohl es eigentlich immer nur um Inzenst und andere Perversitäten geht. Demnächst mehr zu Imamura...
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