Seite 3 von 38 Erste 1234513 ... Letzte
Ergebnis 21 bis 30 von 380

Thema: No hay banda

  1. #21
    Regisseur Moderator Avatar von Daniel
    Registriert seit
    28.12.2000
    Ort
    Six Feet Under
    Beiträge
    4.880

    Re: "I love when she does that shit with her hair."

    Freitag, 16. April 2004:



    Taking Lives - D.J. Caruso, 2004 (Kino)

    10 rules for making an uninspired serial killer movie in the new millennium:

    1.) Bediene dich großzügig bei der Introsequenz von Seven.

    2.) Bediene dich großzügig bei der Ästhetik von Seven.

    3.) Locke den Zuschauer auf eine falsche Fährte, egal wie konstruiert diese hinterher erscheinen mag.

    4.) Baue Szenen ein, die die intellektuelle Überlegenheit der hauptsächlich ermittelnden Person gegenüber den geistig minderbemittelten Kollegen herausstellen (z.B. unerwartete Fremdsprachenkenntnisse).

    5.) Verrate den ersten Twist (siehe Punkt 7) dadurch, dass du nur noch einen Verdächtigen übrig lässt.

    6.) Ist dein Protagonist eine Frau, zeige ihre Brüste.

    7.) Baue einen Twist ein.

    8.) Ziehe das absehbare Finale unnötig in die Länge.

    9.) Baue einen illusionistischen Schockeffekt ein, bevor du deinen Film auf konventionell langweilige Art enden lässt. Verwende hierfür

    10.) noch einen Twist.

    ( 11.) Nenne deinen Film Taking Lives )

    5/10

  2. #22
    Regisseur Moderator Avatar von Daniel
    Registriert seit
    28.12.2000
    Ort
    Six Feet Under
    Beiträge
    4.880

    Re: "I love when she does that shit with her hair."

    Sonntag, 18. April 2004:



    Tesis – Alejandro Amenábar, 1996 (TV)

    Die Studentin Ángela kommt während ihrer Recherchen für eine Arbeit über Gewalt in den Medien auf die Spur eines Snuff-Videos und dessen Produzent gefährlich nahe.
    Ein streckenweiser recht spannender und durchaus sehenswerter Low-Budget-Thriller, bei dem vor allen Dingen auffällt, wieviel Gewalt man nicht sieht. Nur die intellektuellen Ansätze von spontaner Selbstreflexivität wirken überflüssig, da am Ende doch wieder alles auf ein herkömmliches (und in der Auflösung wenig überraschendes) Whodunnit-Ratespiel hinausläuft.

    6,5/10

  3. #23
    Regisseur Moderator Avatar von Daniel
    Registriert seit
    28.12.2000
    Ort
    Six Feet Under
    Beiträge
    4.880

    Re: "I love when she does that shit with her hair."

    Dienstag, 20. April 2004:



    Catch Me If You Can – Steven Spielberg, 2002 (DVD)

    Irgendwie scheint mir das Kino des ausgehenden 20. und beginnenen 21. Jahrhunderts vor allem ein Kino der Identitätsstörung zu sein.

    Vor allem die Geschichten von High-Concept-Filmen drehen sich auffällig oft um Menschen, die sich ihres eigenen Existenzzustandes nicht bewusst sind (Fight Club, The Sixth Sense, Memento, Identity etc.), oder um solche, die ihre Identität wissentlich verschleiern und die Wahrheit manipulieren, wie in The Usual Suspects, Wild Things, Big Fish oder eben Catch Me If You Can. Bei Spielberg ist die Sache erwartungsgemäß etwas transparanter und leichter geraten als bei den meisten anderen, was die Identitätsstörungsdetektornadel dann auch eher in Richtung „Light Entertainment“ denn in die von „Serious Mind-Bending“ ausschlagen lässt.

    Trotzdem gibt es auch bei Catch Me If You Can nachdenkenswerte Momente, die sich als ernsthafte Meditation über das einsame Leben eines Mannes lesen lassen, der nur in den seltensten Momenten er selbst sein kann, so lange er sich auf der Flucht vor seinem hingebungsvollsten Verfolger, der einzigen verbliebenen Konstante in seinem Leben und Notleine zu Realität, befindet. Als am Ende auch noch diese Konstante wegzubrechen droht, hat er die Möglichkeit, entweder völlig zur Fiktion zu werden oder sich der Wirklichkeit zu stellen. Die Entscheidung für die zweite Option nimmt paradoxerweise einen so guten Ausgang für ihn, dass es fast schon wieder fiktional erscheint...

    8/10

  4. #24
    Regisseur Moderator Avatar von Daniel
    Registriert seit
    28.12.2000
    Ort
    Six Feet Under
    Beiträge
    4.880

    Re: "I love when she does that shit with her hair."

    Montag, 26. April 2004:



    Kill Bill: Vol. 1 (Asian Cut) - Quentin Tarantino, 2003 (DVD)

    Bank bang you shot me down
    Bang bang I hit the ground
    Bang bang that awful sound
    Bang bang my baby shot me down


    Beim nunmaligen dritten Ansehen hat sich meine Meinung weiter gefestigt, die sich wohl mit der der meisten anderen decken dürfte: Ein enorm unterhaltsamer, perfekt durchgestylter, rundum gelungener Film ohne wesentliche Tiefpunkte. Gefällt mir eigentlich mit jedem Mal besser.

    Das nun farbige Massaker im "House of Blue Leaves" fand ich kaum schockierender als in s/w, es erschien mir höchstens noch comichafter und aberwitziger.

  5. #25
    Regisseur Moderator Avatar von Daniel
    Registriert seit
    28.12.2000
    Ort
    Six Feet Under
    Beiträge
    4.880

    It started like any other night

    Sonntag, 12. März 2005:



    Collateral - Michael Mann, 2004 (DVD)

    collateral n. 1. FIN PROPERTY AS SECURITY AGAINST LOAN property of goods used as security against a loan and forfeited if the loan is not repaid. [...]
    adj. 1. PARALLEL running side by side in parallel or corresponding in some way [...]
    Quelle: Encarta World English Dictionary

    Vincent: Max, six billion people on the planet, you're getting bent out of shape cause of one fat guy.
    Max: Well, who was he?
    Vincent: What do you care? Have you ever heard of Rwanda?
    Max: Yes, I know Rwanda.
    Vincent: Well, tens of thousands killed before sundown. Nobody's killed people that fast since Nagasaki and Hiroshima. Did you bat an eye, Max?
    Max: What?
    Vincent: Did you join Amnesty International, Oxfam, Save the Whales, Greenpeace, or something? No. I off one fat Angelino and you throw a hissy fit.
    Max: Man, I don't know any Rwandans.
    Vincent: You don't know the guy in the trunk, either.
    Quelle: IMDb

    Collateral gehört für mich zu den besten Filmen aus 2004, im Thriller-Genre zu den besten Filmen überhaupt, ebenso im Bereich "City"-Film. Selten war L.A. kälter, dunkler, mysteriöser, anziehender. Mann gelingt das Kunststück, den metaphysischen Hinterbau des vordergründigen Actionkrimis durch leichtes Antippen in Schwingung zu versetzen; die Ideen von schicksalshafter Fügung, rätselhaft miteinander verwobenen Lebensabläufen und der Balance zwischen völliger Gleichgültigkeit gegenüber der Welt und Sorge um den Nächsten resonieren durch den ganzen Film. Das Ende vorhersehbar? Unrealistische Sequenzen? Zugegebenermaßen. Aber zu verzeihen, wenn der Rest so unglaublich stimmungsvoll ist. Einer meiner Lieblingsfilme.

    9,5/10

  6. #26
    Regisseur Moderator Avatar von Daniel
    Registriert seit
    28.12.2000
    Ort
    Six Feet Under
    Beiträge
    4.880

    Re: "I love when she does that shit with her hair."

    Dienstag, 15. März 2005:



    Femme Fatale - Brian De Palma, 2002 (TV)

    Videothekenbesucher: "Ich suche einen unterhaltsamen Film für heute Abend. Er soll spannende Noir-Elemente haben. Und mystisch-philosophisch angehaucht soll er sein. Und einen kräftiger Schuss Lesben-Erotik will ich auch. Und Mulholland Dr. kenne ich schon."

    Videothekar: "Das sind ja gleich drei Wünsche auf einmal. Das geht nun wirklich nicht."

    Brian De Palma: "Doch."



    Bin mir immer noch nicht ganz sicher, was ich von Femme Fatale halten soll. Den Anfang fand ich etwas schleppend (mal abgesehen von der Toiletten-Szene); später wird der Film dann durchaus interessant und spannend. Das Finale kommt wegen des unvorhersehbaren Genre-Bruchs unerwartet, will aber genau deshalb irgendwie nicht so recht zum Rest passen. Dabei ist es nicht einmal schlecht.

    Moral der Geschichte: Vollbringe eine gute Tat, und die dadurch freigesetzten kosmischen Energien werden sich schlussendlich positiv auf dein Karma auswirken.

    7/10

  7. #27
    Regisseur Moderator Avatar von Daniel
    Registriert seit
    28.12.2000
    Ort
    Six Feet Under
    Beiträge
    4.880

    Re: "I love when she does that shit with her hair."

    Mittwoch, 16. März 2005:



    Talk Radio - Oliver Stone, 1988 (TV)

    Es gibt nur wenige Filme, die mich auf eine unmittelbare Art derart gefesselt haben wie Talk Radio. Der letzte Film, der das geschafft hat, war Die Hard, das ist einige Jährchen her. Und komischerweise musste ich auch damals andauernd aufs Klo rennen um zu pinkeln. Daher führe ich hiermit die neue Qualitätskategorie "harndranganregend" ein. Am nächsten Tag musste ich zwar nicht mehr dauernd Wasser lassen, aber der Film hat mich auch dann noch stark beschäftigt.

    Talk Radio ist zweifellos der beste Film von Oliver Stone, den ich bisher gesehen habe (allerdings fehlen mir auch noch ein paar), und ich kann mir nicht erklären, warum er nicht populärer ist. Eric Bogosian liefert eine glänzende Performance als ultragroßmäuliger Radiotalker Barry Champlain, dessen verbale Vernichtungsschläge vor absolut nichts und niemandem halt machen. Ich bin mir sicher, hätte es im Film eine Szene gegeben, in der Champlain Gott vor dem Himmelstor um Einlass hätte beten müssen, er hätte ihn erstmal gut zusammengeschissen.

    Aber Talk Radio bietet mehr als die Barry-Champlain-Solo-Show und lustige Sprüche zum Mitschreiben und Anwenden im Alltag. Champlain ist vergleichbar mit Tom Cruises Vincent aus Collateral: Beider Beziehung zu ihren Mitmenschen ist tief gestört und wechselt zwischen Gleichgültigkeit, Hass und gelegentlichem Aufblitzen von Mitgefühl. Und beide treten als die richtende moralische Instanz in Kraft, die die sündigen Bewohner dieser Welt für ihre Fehltritte bestraft - der eine mit Kugeln, der andere mit Worten.*

    Interessant ist, auf welche fast masochistische Weise Barrys Zuhörer auf seine Anklagen reagieren - die rufen nämlich munter weiter an; je härter die Sprüche werden, desto mehr und engagierter. Dabei möchte man Champlain in manchen Momenten für das Zurechtstutzen eines Neonazis applaudieren, während man sich in anderen wünscht, er würde besser seine Klappe halten. Vielleicht ist Bogosians Anti-Held mehr Anti als Held, aber unterm Strich konnte ich doch nicht anders, als Barry Champlain ins Herz zu schließen - ein egoistischer Großkotz, der ohne Rücksicht auf Verluste seinen Weg geht. Nicht besonders sozialverträglich, aber für seine unkompromittierte Individualität doch irgendwo bewundernswert.

    Talk Radio, ein Meisterwerk. Wo bleibt die deutsche DVD?

    9,5/10

    *

    Und beide müssen am Ende den gleichen Preis für ihre Anmaßung bezahlen: Sie werden selbst zum Opfer eines ihrer Opfer.

  8. #28
    Regisseur Moderator Avatar von Daniel
    Registriert seit
    28.12.2000
    Ort
    Six Feet Under
    Beiträge
    4.880

    Re: "I love when she does that shit with her hair."

    Update: Kommentare zu Femme Fatale und Talk Radio hinzugefügt.

    Donnerstag, 17. März 2005: (St. Patrick's Day)



    The Usual Suspects - Bryan Singer, 1995 (DVD)

    Ein Mensch kann nicht ändern, was er ist. Er kann andere überzeugen, dass er jemand anderes ist, aber niemals sich selbst.
    Vielleicht liegt es daran, dass der Film mittlerweile auch schon seine zehn Jahre auf dem Buckel hat und Filme mit Twist-Endings so in Mode gekommen sind, dass sich die Erwartungshaltungen entsprechend angepasst haben: Bisher hat jede Person, die den Film noch nicht kannte und mit der zusammen ich diesen Film geschaut habe, das Ende schon im Voraus erraten. Wobei es schwer gewesen sein dürfte, das Finale dieses modernen Klassikers mittlerweile nicht irgendwo mitbekommen zu haben.

    Doch egal wie vorhersehbar der Film mittlerweile auch geworden ist, The Usual Suspects bleibt einer besten, spannendsten, cleversten, zitierbarsten und coolsten Crime-Thriller aller Zeiten. Period.

    8,5/10

    Und einfach so... ist er weg.

  9. #29
    Regisseur Moderator Avatar von Daniel
    Registriert seit
    28.12.2000
    Ort
    Six Feet Under
    Beiträge
    4.880

    Re: "I love when she does that shit with her hair."

    Dienstag, 12. Juli 2005:



    Marcus Nispel's The Texas Chainsaw Massacre - Marcus Nispel, 2003 (DVD)

    Ein Pfund Gehacktes bitte!

    Genau das Richtige für einen völlig unromantischen Abend zu eint. Widerliche Freakgestalten in einem widerlichen Film. Und Jessica Biel.

    7,5/10 für gelungene emotionale Zerstreuung.

  10. #30
    Regisseur Moderator Avatar von Daniel
    Registriert seit
    28.12.2000
    Ort
    Six Feet Under
    Beiträge
    4.880

    Re: "I love when she does that shit with her hair."

    Freitag, 19. August 2005:



    Dark City – Alex Proyas, 1998 (DVD)

    Ein schwindelerregender Film. Und das ist wörtlich zu verstehen, nach ein paar Minuten Dark City packte mich ein undefinierbares Schwindelgefühl, dessen Ursache ich nicht ausmachen konnte. Vielleicht liegt es daran, dass der Film laut IMDb
    one of the shortest Average Shot Lengths (ASL) of any modern narrative production at 1.8 seconds
    hat.
    This means there is a cut almost every 2 seconds.
    Und als ich das vorhin las, dachte ich mir: Wirst du alt? Kommt dein alterndes Gehirn mit der modernen Schnittästhetik nicht mehr klar? Ich verdrängte diesen Gedanken und fand eine beruhigendere Ursache des Vertigo-Zustandes in meiner derzeit angeschlagenen Gesundheitsverfassung.

    Zum Film: Zwei Dinge störten mich daran. Erstens Rufus Sewell, dessen Spiel ich stellenweise, ich möchte nicht sagen schlecht, aber doch optimierbar fand. Und zweitens das Erscheinungsbild der bleich-schlaksigen, zähneklappernden „Strangers“, die mich permanent an Hellraisers Pinhead erinnerten – nur eben ohne Pins.

    Visuell ist Dark City zweifellos beeindruckend, zwei Bilder der expressionistischen Optik irgendwo zwischen Caligari und Blade Runner blieben besonders hängen: Die korkenzieherartig sich aus dem Boden schraubenden Gebäude und natürlich



    die erste Außenansicht der durch’s All treibenden Stadt. Ein düsterer Moloch völlig isoliert von der vertrauten terrestrischen Umgebung, ein beunruhigender Anblick. Was würde wohl passieren, wenn all die Menschen herausfänden, dass außer ihrer Stadt nichts mehr um sie herum existierte? Vermutlich würde die Schockwelle der existentiellen Klaustrophobie alles ins Chaos stürzen. Aber zum Glück gibt’s ja noch den tunenden Neo, äh, John, der per Gedankenkraft den ein oder anderen Landstrich rekonstruieren kann. Hach, tunen müsste man können…



    7/10

Seite 3 von 38 Erste 1234513 ... Letzte

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28