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Thema: No hay banda

  1. #11
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    Re: "I love when she does that shit with her hair."

    Montag, 22. März 2004:



    Down with Love - Peyton Reed, 2003

    Aus den IMDb-Memorable-Quotes:



    Barbara Novak:
    I didn't fall in love with Zip Martin. I fell in love with Catcher Block. And that was a year ago, when for three and a half weeks, I worked as your secretary. I don't expect you to remember me. I wasn't a blond then. But you did ask me out. And it broke my heart to say no, but I loved you too much. I couldn't bear to become just another notch in you bedpost. With your dating habits, I knew that even if I was lucky enough... to get a regular spot on your rotating schedule... I would never have your undivided attention long enough for you to fall in love with me. I knew I had to do something to set myself apart. I knew I had to quit my job as your secretary... and write an international best-seller controversial enough... to get the attention of a New York publisher as well as "KNOW" magazine... but insignificant enough that as long as I went unseen, "KNOW" magazine's star journalist... would refuse to do a cover story about it. I knew that every time we were supposed to meet, you would get distracted... by one of your many girlfriends and stand me up... and this would give me a reason to fight with you over the phone... and declare that I wouldn't meet with you for a hundred years. And then all I would have to do was be patient and wait... the two or three weeks it would take for everyone in the world... to buy a copy of my best-seller - and then I would begin to get the publicity I would need for you... to, one, see what I look like, and, two, see me denounce you in public... as the worst kind of man. I knew this would make you wanna get even by writing one of your exposés. And in order to do that, you would have to go undercover... assume a false identity and pretend to be the kind of man... who would make the kind of girl I was pretending to be fall in love. Since I was pretending to be a girl who would have sex on the first date... you would have to be a man who wouldn't have sex for several dates. And in doing so, we would go out on lots of dates... to all the best places and all the hit shows... until finally, one night, you would take me back to your place-- that you were pretending was someone else's-- in order to get the evidence you needed to write your exposé... by seducing me until I said, "I love you." But saying "I love you" was also my plan. I just wanted to tell you the truth so that when you heard me say, "I love you"... you would know that I knew who you were, and you would know who I was. Then you, the great Catcher Block... would know that you'd been beaten at your own game... by me, Nancy Brown, your former secretary. And I would have, once and for all, set myself apart... from all the other girls you've known, all those other girls... that you never really cared about, by making myself someone... like the one person you really loved and admire... above all others: you. Then, when you realized that you had finally met your match... I would have at last gained the respect... that would make you wanna marry me first and seduce me later.
    Alleine wegen Ewan McGregors Gesichtsausdruck nach Zellwegers Monolog lohnt es sich schon, diesen Film zu sehen.

    Ich kenne keine einzige Day/Hudson-Liebeskomödie (laut IMDb gibt es da auch nur drei Stück), von denen Down with Love laut den Kritiken seine Inspirationen bezieht, sämtliche direkten Anspielungen sind mir also entgangen, der grundlegende Hommage-Charakter aber nicht. Insgesamt wirkte der Film allerdings eher wie eine Satire auf mich, insbesondere im Moment des oben zitierten Monologes, der nicht einfach nur offenbart, dass Zellweger jeden einzelnen von McGregors Schachzügen im Voraus geahnt hat, sondern Zellweger so absurd raffiniert erscheinen lässt, dass man ihr übersinnliche Fähigkeiten attestieren möchte.

    Vielleicht sind Liebeskomödien deshalb so beliebt: Egal wie chaotisch die Handlungsweisen der Figuren erscheinen mögen, letztenendes ist doch alles in ihnen nach einer unumstößlichen Ordnung organisiert, jeder Aktion und Reaktion liegt eine exakt berechnete Gleichung zu Grunde, die nur ein Ergebnis zulässt: Das glücklich vereinte Paar am Happy End. Und wenn Barbara Novaks Monolog so lächerlich erscheint, dann deshalb, weil er eine größtmögliche, fast absolute Kontrollierbarkeit der Liebe impliziert, die in Wirklichkeit sowas von nicht gegeben ist, dass es einen schon fast schmerzt.

    Unterm Strich fand ich den Film ganz in Ordnung (mal mehr, mal weniger), auch wenn mich die Zellweger mit ihrer affektierten Art stellenweise ganz schön genervt hat.

    6/10


    Dienstag, 23. März 2004:

    Law & Order

    Episode 1.10 – Prisoner of Love – Michael Fresco, 1990

    Interessant, wenn auch nur deshalb um Six Feet Unders Frances Conroy mal als Dominatrix (allerdings ohne entsprechendes Kostüm...) zu erleben. Die Frau könnte glaube ich auch jede Rolle glaubhaft rüberbringen.

    Episode 1.11 – Out of the Half-Light – E.W. Swackhammer, 1990

    Weiße Cops gegen schwarze Bürger, das alte Lied. Schwer, dieser Thematik noch neue Aspekte abzuringen. Andererseits - die Episode ist von 1990, schlimm genug, dass sie immer noch aktuell wirkt.



    24 - Day 3, Episode 15 - 3:00 A.M. - 4:00 A.M. - Kevin Hooks, 2004

    Na also, geht doch. Warum nicht gleich so? Wenn's jetzt aber wieder nicht das ist, was es sein soll, werde ich sauer.


    Mittwoch, 24. bis Samstag, 27. März 2004:

    Law & Order

    Episode 1.12 – Life Choice – Aaron Lipstadt, 1991
    Episode 1.13 – A Death in the Family – Gwen Arner, 1991
    Episode 1.14 – The Violence of Summer – Don Scardino, 1991
    Episode 1.15 – The Torrents of Greed (1) – E.W. Swackhammer, 1991
    Episode 1.16 – The Torrents of Greed (2) – E.W. Swackhammer, 1991

    Fünf gute Folgen, von denen mir The Violence of Summer wegen der Gaststars wohl am ehesten in Erinnerung bleiben wird: Megan Gallagher (MillenniuM) als Vergewaltigungsopfer, Gil Bellows (Ally McBeal, The Shawshank Redemption) und Philip Seymour Hoffman als (Mit-)Angeklagte sowie Samuel Jackson als Verteidiger.

    Der Torrents of Greed-Zweiteiler hatte mit der Mafia-Thematik schon einen Hauch von Spielfilm-Flair.

  2. #12
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    Re: "I love when she does that shit with her hair."

    Sonntag, 28. März 2004:



    The Circus - Charles Chaplin, 1928 (Theater)

    Eine Vorführung von Chaplins Stummfilm im Saarländischen Staatstheater Saabrücken mit Orchesterbegleitung. Wunderbar mitzuerleben, wie Chaplins Einfallsreichtum auch nach rund 80 Jahren nichts von seinem Charme eingebüßt hat und sein Humor immer noch einen ganzen Saal mitreißen kann, ohne wie billiger Klamauk zu wirken. Großartig.

    9/10

    ----------



    What Ever Happened to Baby Jane - Robert Aldrich, 1962 (TV)

    Irgendwann während des ersten Drittels habe ich eine Pizza aus dem Tiefkühlfach geholt und sie in den Ofen geschoben, das hat etwa fünf Minuten gedauert. Normalerweise mache ich sowas nicht bzw. erledige es vorher, aber ich hatte Hunger. Als ich wieder zurück kam, waren die beiden Hauptpersonen um einige Jahrzehnte gealtert und eine von ihnen querschnittsgelähmt. Was in der Zwischenzeit passiert ist, wird erst am Ende des Films geklärt, dennoch hätte ich gerne gewusst, ob man die genauen Umstände des Unfalls bereits vorher mitbekommt. Ich tippe auf 'Nein', denn so wie ich den Film gesehen habe, wirkte er genau richtig.

    Was ich damit sagen will, weiß ich nicht.

    Whatever Happened to Baby Jane ist in jedem Fall eine nervenzerrende Mischung aus Psychodrama und Thriller mit zwei kongenialen (ich mag dieses Wort nicht, benutze es jetzt aber trotzdem) Hauptdarstellerinnen, die sich gegenseitig an die Wand spielen und erhält von mir

    8/10

    Punkten.

  3. #13
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    Re: "I love when she does that shit with her hair."

    Dienstag, 30. & Mittwoch, 31. März 2004:

    Law & Order

    Episode 1.17 – Mushrooms – Daniel Sackheim, 1991
    Episode 1.18 – The Secret Shares – E.W. Swackhammer, 1991

    Bei der zweiten Folge fühlte ich mich zum ersten Mal richtig gelangweilt, viel zu zusammengestückelt wirkte der Plot um... ich weiß es schon gar nicht mehr. Wurde erst mit Auftauchen des texanischen Strafverteidigers einigermaßen unterhaltsam.


    Donnerstag, 01. April 2004:



    Ocean’s Eleven – Steven Soderbergh, 2001 (DVD)

    Ich habe eine Schwäche für elegante Heist-Movies wie Ocean’s Eleven oder The Sting. Die luftig-lockere Ausführung in Verbindung mit der völligen Ausblendung der moralischen Komponenten eines solchen Coups hat etwas erfrischend-freiheitliches; diese Filme sind für mich das Äquivalent eines lauen Frühlingstages, an dem man irgendeinen Schwachsinn unternimmt, nur um für ein paar Stunden keinen fremdauferlegten Schranken unterworfen zu sein.

    Essentiell für die Sympathiesteuerung scheinen mir die Motive der Hauptpersonen zu sein, die sind nämlich weder hier noch bei The Sting durch reine Habgier definiert, eher durch eine persönliche Vendetta: Der Raub dient nicht in erster Linie der eigenen Bereicherung, sondern dem Verlust des Gegenspielers. Du hast mir etwas geraubt, also nehme ich dir auch etwas weg. Die Kategorisierungen von Gut und Böse ergeben sich hier aber nicht durch die Taten, sondern durch die Art, wie die Figuren ihre Besitztümer bewerten. Die „Rache“ von Clooney in Ocean’s Eleven bzw. Redford in The Sting begründet sich im Verlust eines Menschen, dieser wird vergolten auf einer Ebene, die für den Gegenspieler die höher bewertete ist: Materieller Besitz. Klar, wer hier die Sympathien auf seiner Seite hat.

    The Sting hat mir zwar noch ein gutes Stück besser gefallen, aber Ocean’s Eleven ist auch ein netter Frühlingstag, den man sich immer mal wieder gerne gönnt.

    7,5/10

  4. #14
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    Re: "I love when she does that shit with her hair."

    Samstag, 3. April 2004:

    Law & Order

    Episode 1.19 – The Serpent’s Tooth – Don Scardino, 1991
    Episode 1.21 – Sonata For a Solo Organ – Fred Gerber, 1991
    Episode 1.22 – The Blue Wall – Vern Gillum, 1991

    Die letzten drei Episoden der ersten Staffel. Eigentlich ist The Serpent’s Tooth die viertletzte, aber aus irgendeinem Grund wird die 20. Folge ausgelassen.
    Kleine Zwischenbilanz an dieser Stelle: Law & Order ist größtenteils nett anzuschauen, bleibt aber hinter meinen Erwartungen zurück. Die Serie ist pures Genrefernsehen, das zwar bisweilen recht unterhaltsam sein kann und mit einem Ausstrahlungsrhythmus von einer Folge pro Woche wohl richtig dosiert wäre, für zwei Folgen pro Werktag aber deutlich zu wenig Tiefgang besitzt, als dass man nie das Gefühl hätte, seine Zeit auch sinnvoller investieren zu können. Die einzelnen Episoden sind indes oft so vollgepackt mit Plot, dass man den Gedankensprüngen nur noch mit größerer Anstrengung folgen kann und die rund 45 Minuten ziemlich überladen wirken.
    Andererseits war das nur die erste Staffel, während der Serien erstmal Tritt fassen müssen. Und da sich bereits ein gewisser Suchtfaktor eingestellt hat, werde ich mir mal noch die zweite Season anschauen und danach entscheiden, ob sich ein weiteres Verfolgen von Law & Order lohnt.

  5. #15
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    Re: "I love when she does that shit with her hair."

    Ab hier werde ich für Serieneinträge einen neuen Aufbau verwenden. Jede Serienstaffel werde ich in einem einzelnen Beitrag erfassen, der dann jeweils editiert und auf aktuellem Stand gehalten wird. Dies sollte zu etwas mehr Kontingenz und Übersichtlichkeit führen.



    Law & Order - Created by Dick Wolf, 1990 – Season 2 (TV)

    Samstag, 03. April 2004:
    Episode 2.01 – Confession – Fred Gerber, 1991
    Die erste Folge ohne George Dzundza, dessen Max Greevey hier ermordet wird. Schade, fand ihn sehr sympathisch.

    Sonntag, 04. April 2004:
    Episode 2.02 – The Wages of Love – Ed Sherin, 1991
    Merke: Auch Ex-Frauen sind eifersüchtig.
    Episode 2.03 – Aria – Don Scardino, 1991
    Merke: Der Beruf der Pornodarstellerin ist kein Zuckerschlecken.
    Episode 2.04 - Asylum - Kristoffer Tabori, 1991
    Merke: Einen Busch sollte man nicht ohne Durchsuchungsbefehl durchforsten, wenn jemand darin wohnt.

    Freitag, 09. April 2004:
    Episode 2.06 - Misconception - Daniel Sackheim, 1991
    Äußerst verwirrende Folge, bei der gleich mehrmals nichts so ist, wie es scheint. Ein bisschen zuviel des Guten.
    Episode 2.07 - In Memory Of - Ed Sherin, 1991
    Den Twist am Ende hatte ich kommen sehen. Leider gab's ihn dann doch nicht...
    Episode 2.08 - Out of Control - John P. Whitesell II, 1991
    Merke: Promiskuitiv lebende Frauen dürfen vergewaltigt werden, wenn sie im alkoholisierten Zustand diesen Wunsch äußern.
    Episode 2.09 - Renunciation - Gwen Arner, 1991
    $cheiße gelaufen, Mrs. Robinson.

  6. #16
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    Re: "I love when she does that shit with her hair."

    Montag, 05. April 2004:



    Eternal Sunshine of the Spotless Mind - Michel Gondry, 2004

    Es sollte die Möglichkeit geben, ein Filmerlebnis aus dem Gedächtnis zu radieren, so dass man einen Film immer wieder neu zum ersten Mal erleben kann.

    Besonders dann, wenn die Erstsichtung die übliche Distributionskette abkürzte.

    Ja, ich war ein böser Junge.

    Man spürt, wenn ein Film wegen ungünstiger (Seh-)Umstände hinter seinem Wirkungspotential hinterher hinkt, genau das war hier der Fall. Leider hat die Neugier diesmal über die Vernunft gesiegt, was eine lediglich mangelhafte Erforschung des von Gondry entfalteten visuellen Spielraums/Raumspiels zur Folge hatte. Daher werde ich mir vorerst keine Wertung anmaßen und die Zweitrezeption von Eternal Sunshine... abwarten.

  7. #17
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    Re: "I love when she does that shit with her hair."

    Dienstag, 6. April 2004:

    Barbarians – Hardi Volmer (Short)

    Puppenspiel-Variante von Schneewittchen im Mattel-Spielzeug-Land. Wirkte stellenweise wie eine penetrant gesellschaftskritische Version von Toy Story auf Koks mit Scoreuntermalung von Scooter und fiel mir nach einer gewissen Zeit dann doch auf die Nerven.

    The Toll Collector – Rachel Johnson, 2002 (Short)

    Im phantastisch angehauchten Stil an Tim Burton erinnernde Außenseitergeschichte über eine Frau mit gigantisch langen Beinen, die ihr einsames Dasein als Mautkassiererin fristet und im Geheimen von einer Karriere als Ballett-Tänzerin träumt. Schwermütige Stories über soziale Grenzgänger gefallen mir in der Regel recht gut, so auch dieser sehr atmosphärische Kurzfilm.

    2D or not 2D – Paul Driessen (Short)

    Im Begleitheft steht: “Eine Studie über die menschliche Eigenschaft aus Tatsachen Fiktion zu spinnen”. Hat sich mir nicht ganz erschließen wollen und war davon abgesehen auch zu lang und repetitiv.

    Postcard – Anna Matysik (Short)

    Mit Hilfe von Collagen aus alten Postkarten erstellt Matysik Impressionen von menschlichen Lebensläufen und zeigt wie diese schließlich durch den Krieg im wahrsten Sinne auseinandergerissen werden. Die Idee ist gut, allerdings hat die Ausführung dann den letzten Funken Originalität vermissen lassen um aus Postcard etwas wirklich besonderes zu machen.

    Ligne de vie – Serge Avedikian, 2003 (Short)

    Der wohl ernsthafteste und bedrückendste der sieben Kurzfilme. Der Erzähler berichtet über das Auftauchen eines bärtigen Mannes in einem Gefangenenarbeitslager. Der Bärtige wird durch seine Zeichnungen schnell zur Bezugsperson der anderen Gefangenen, indem er ihrer unmenschlichen Situation Ausdruck verleiht. Trotz (oder vielleicht gerade wegen) hohem Abstraktionsgrad auf der zeichnerischen Ebene eine erschreckend realistische Auseinandersetzung mit Kunst als letztem Zufluchtsort angesichts des Unfassbaren.

    The House – Vivienne Jones (Short)

    Jones entwickelt in einer Mischung aus Real- und Trickfilm von geistig behinderten Frauen gezeichnete Bilder zu einer detaillierteren Phantasiewelt weiter und erweckt diese zum Leben. Hier hatte ich das gleiche Problem wie bei Postcard – eine originelle Ausgangsidee in Verbindung mit einer zu schwachen Umsetzung, aus der man sicher noch mehr hätte machen können. Könnte mir vorstellen, dass sich Jones aus Respekt vor den Frauen nicht zu weit von deren Zeichnungen entfernen wollte. Hätte sie aber vielleicht tun sollen.

    Flux – Christopher Hinton, 2002 (Short)

    Zeichnerisch wie erzählerisch enorm sprunghaft und mit großem Gespür für Witz und Timing wirft Hinton eine Kleinfamilie in eine Zeitraffermaschine und lässt sie innerhalb kürzester Zeit einen vollständigen Lebenszyklus durchleben, mit allen Höhen und Tiefen und dem unausweichlichem Ende. Obwohl er zeichnerisch weit davon entfernt ist, lässt sich dieser Kurzfilm wegen des atemlosen Tempos und dem Einsatz von Slapstickelementen noch am ehesten mit herkömmlichen Tricks wie denen von Tex Avery vergleichen. Hat Spaß gemacht, würde ich mir gerne mal wieder ansehen.

  8. #18
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    Re: "I love when she does that shit with her hair."

    Donnerstag, 8. April 2004:



    Big Fish - Tim Burton, 2003 (Kino)

    Im Grunde lebt ja jeder Einzelne in zwei verschiedenen Welten. In der einen davon ist man gebunden an die Gesetze der Logik und Physik, in ihr versucht die Menschheit den kleinsten gemeinsamen Nenner sozialen Miteinanders zu finden, diese Welt wird daher hauptsächlich durch Vernunft reguliert. Das ist die reale Welt und davon exisitiert eine einzige. Diese lässt sich unmittelbar und ohne weiteres Zutun durch simple Existenz erfahren.

    Und dann gibt es da noch die andere Welt, die Phantasiewelt, die weder der Vernunft, noch Gesetzen, noch Normen, noch Wahrscheinlichkeiten unterworfen ist und die milliardenfach existiert, im Kopf jedes Menschen. Um die außerhalb des eigenen Selbst liegenden Phantasiewelten zu erfahren, gibt es eine ziemlich einfach und schöne Methode, das ist das Geschichtenerzählen.

    Tim Burton ist so ein Geschichtenerzähler, der in Big Fish die Geschichte eines Geschichtenerzählers erzählt. Ein Selbstportrait quasi. Bei der Geschichte, die der reale Erzähler Burton den erzählten Erzähler erzählen lässt, handelt es sich um eine Ode an die Phantasie, eine bunte Wundertüte voller grandioser Abenteuer und phantastischer Begebenheiten, die sich in der filmischen Realität so nie abgespielt haben. Jedenfalls nicht so spektakulär wie es beschrieben wird.

    Der Film hat einige Schwächen, die vor allem in der Rahmenhandlung spürbar werden. Die läuft nämlich ziemlich deutlich und unoriginell auf ein abzusehendes Ende hinaus, was ich im Endeffekt aber auch nur noch als Schönheitsfehler in einem ansonsten ganz wunderbaren Film wahrgenommen habe. Big Fish ist eine Liebeserklärung an die Welten in unseren Köpfen, die der oft so unspektakulären Realität durch schamlose Übertreibungen trotzen und deren Helden durch das Weitererzählen unsterblich werden. Mit der Unsterblichkeit wird es für Burton mit Big Fish wohl nicht ganz klappen, aber er dürfte zumindest ein überdurchschnittlich hohes Alter erreichen.

    8/10

  9. #19
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    Re: "I love when she does that shit with her hair."

    Samstag, 10. April 2004:



    Das Millionenspiel - Tom Toelle, 1970 (TV)

    Die einzig logische Konsequenz des Reality-TV- und Doku-Soap-Booms: Der Kampf eines Mannes um sein Leben, gehetzt von Killern, präsentiert als Live-Unterhaltungsshow. Der Legende nach haben sich nach der Erstausstrahlung vom Millionenspiel tatsächlich zahlreiche Bewerber gemeldet, die bei der nächsten Ausgabe dabei sein wollten. Immerhin ist das Spektakel nicht völlig unrealistisch inszeniert (jedoch an vielen Stellen deutlich als Fiktion markiert) und mit Dieter Thomas Heck gibt es sogar einen echten falschen Showmaster, der seiner Rolle extreme Glaubwürdigkeit verleiht. Aber wie verzweifelt muss ein Mensch sein, um für eine Millionen sein Leben auf's Spiel zu setzen? Oder vielleicht gar nicht mal verzweifelt, sondern nur gelangweilt?

    Heute dürfte der Irrglaube an eine tatsächlich existierende TV-Show dieses Konzeptes wohl nicht mehr so leicht auszulösen sein, immerhin würden sich viele fragen, warum sie nicht längst den Aufschrei der Entrüstung vernommen haben, der durch die Medien hätte gehen müssen. Ganz abgesehen davon, dass durch ein solches Format sicher das ein oder andere Grundrecht verletzt wird. Andererseits - wenn die jemand freiwillig abtreten will? Was soll's. Brot und Spiele...

    Der Film ist nicht immer frei von Logiklöchern ("Wie kann dort jetzt 'ne Kamera sein?"), schlägt sich aber die meiste Zeit wacker als durchaus ernst zu nehmende Mediensatire. Für einen deutschen TV-Film aus den Siebzigern keine schlechte Leistung.

    7/10

    Siehe auch:
    Le prix du danger
    The Running Man

  10. #20
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    Re: "I love when she does that shit with her hair."

    Mittwoch, 14. April 2004:



    This Is Spinal Tap - Rob Reiner, 1984 (DVD)

    Um es kurz zu machen: Der Film ist genial, wenn auch nur an manchen Stellen. Anfangs war ich noch skeptisch, ob der Humor von This Is Spinal Tap gut bei mir ankommen würde, aber spätestens bei der "These go to eleven"-Szene waren diese Zweifel ausgeräumt und die lachprovozierende Nachwirkung des Films ist auch ein paar Tage nach dem Ansehen noch recht hoch.

    Der Dokumentarfilmer Marty DiBergi (Rob Reiner) begleitet die (fiktive) Rockgruppe Spinal Tap auf ihrer großen Tournee und hält dieses alles überschattende Megaevent für die Ewigkeit fest. Leider entpuppt sich der Bandmanager als grandioser Versager und die Bandmitglieder sind auch nicht die hellsten, so dass die Auftritte von Spinal Tap entweder komplett in die Hose gehen oder wegen Orientierungsschwierigkeiten und sonstiger Hindernisse gar nicht erst stattfinden.

    Der Witz des Films beruht hauptsächlich auf Spinal Taps angestrengter Geste der abgebrühten Rockband im Kontrast zur tatsächlichen Ausübung ihrer "Kunst", deren Niveau an guten Tagen vielleicht das einer Schülerband erreicht. Und das funktioniert. Ich würde die besten Stellen allerdings nicht beschreiben wollen, da die Gags aus purer Situationskomik bestehen und sich mit Worten kaum transportieren lassen. "Die Band verläuft sich auf dem Weg zur Bühne" klingt reichlich unlustig, ist es aber ganz und gar nicht, wenn es so umgesetzt ist wie hier. Eine Sehempfehlung würde ich hier trotzdem nicht ohne weiteres aussprechen, da der Humor doch recht speziell angelegt und wohl nicht jedermanns Geschmack ist. Gegen Ende kippt der Film nochmal leicht ins Drama-Genre, was nicht ganz so gut funktioniert wie der Rest, aber was soll's. Ich habe gut gelacht.

    8,5/10

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