Seite 1 von 15 12311 ... Letzte
Ergebnis 1 bis 10 von 147

Thema: mondescreen

  1. #1
    Hauptdarsteller
    Registriert seit
    28.07.2015
    Beiträge
    723

    mondescreen

    Ich habe mit mir gerungen, ob ich ein FTB eröffnen solle. Eigentlich fühle ich mich nicht berufen, fundierte Urteile abzugeben. In dem aus imdb bekannten Bewertungsschema bin ich noch etwas wackelig. Aber vielleicht kommt das ja noch mit der Übung. Und weil ich in Bälde mein Westernjahr einläuten will, ist so ein FTB vielleicht doch der geeignete Rahmen, um die eigene Meinung des Gesehenen zumindest in Stichworten festzuhalten. Nur weiß ich noch nicht, wie ich hier Bildchen mit ohne copyright infringement verlinken kann, obwohl es in letzter Zeit diesbezügliche Ratschläge gab (nur wo?)...

  2. #2
    Hauptdarsteller
    Registriert seit
    28.07.2015
    Beiträge
    723

    AW: mondescreen

    The Conversation
    (Francis Ford Coppola, 1974)

    Zum ersten Mal gesehen: ja

    Ich nehme es gleich vorweg: Obwohl ich den Film mag, liegt meine eigene Wertung liegt unter der von imdb, rotten tomatoes & Co. Für mich war der Film an einigen Stellen einfach zu langsam, und als ich wissen wollte, wie es weiterging, kam plötzlich der Abspann. Eigentlich sind alle Versatzstücke für einen großartigen Suspense Thriller da, aber Coppola legt den Akzent auf die Hauptfigur und die psychologische Seite des Abhörens/Abgehörtwerdens. Trotz dieser Betonung auf die Psychologie fand ich das Verhalten von Gene Hackmans Figur während/nach der Party nicht stimmig hinsichtlich seiner sonstigen an Paranoia grenzenden Vorsicht.

    7/10

  3. #3
    Hauptdarsteller
    Registriert seit
    28.07.2015
    Beiträge
    723

    AW: mondescreen

    mondescreen-45_years_-_plakat.jpg
    45 Years
    (Andrew Haigh, 2015)


    Porträt einer harmonischen Ehe, der durch Geister der Vergangenheit langsam der Boden unter den Füßen gezogen wird. Ein stiller Film mit Nachwirkung, in dem viel Lebenserfahrung eingeflossen ist. Sehr treffend empfand ich, wie das Paar geschildert wird; sie noch mitten im Leben stehend und modisch enge Jeans tragend, er dagegen am Rande der geistig-körperlichen Zerrüttung fast nur noch in der Vergangenheit lebend.
    Gelungener Film mit einem tollen Hauptdarstellerpaar.

    7/10

  4. #4
    Hauptdarsteller
    Registriert seit
    28.07.2015
    Beiträge
    723

    AW: mondescreen

    Top Gun
    (Tony Scott, 1986)

    Ein Kind der 80er, war dieser Film früher einer meiner Lieblinge. Ich flog auf die F14 Tomcat (boah, watn Wortspiel). Jetzt, viele Jahre später und abzüglich der Nostalgie muss man doch sagen, dass der Streifen ziemlich Banane ist. Der Machismo, die Werbeclipästhetik, na ja, die Vorbehalte sind bekannt. Was ihn nach wie vor heraushebt, sind die packenden Flugszenen. Die Dynamik der Luftkämpfe, der schnellen Schnitte und die kurzen Dialoge à la "feindliche Jäger auf 2 Uhr", "er ist direkt hinter dir", "ich kann ihn nicht abschütteln" usw. sind es, die mich auch an der Star-Wars-Reihe immer noch zu begeistern vermögen.
    Am Ende bleibt sogar ein melancholisches Gefühl zurück, aber ich weiß nicht, ob das eine Wirkung des Films oder des Songs der Righteous Brothers ist.

    5/10

  5. #5
    Hauptdarsteller
    Registriert seit
    28.07.2015
    Beiträge
    723

    AW: mondescreen


    Stagecoach
    (John Ford, 1939)

    Den Auftakt meines Westernprogramms bildete gestern dieser Ford-Klassiker mit dem noch jungen John Wayne (obgleich er auf mich so jung gar nicht wirkt). Das erste Mal sah ich den Film 2006 oder '07. Damals (wie eigentlich auch gestern) gefiel mir Thomas Mitchell als pichelnder Doc Boone über die Maßen gut. Bei seiner Leistung darf die der anderen Mitspieler (z. B. Claire Trevor, Donald Meek, John Carradine) aber keineswegs vergessen werden.
    Stagecoach bietet vieles, was ich gerne mag, in einem einzigen Film: es ist ein Ensemblestück, es spielt zumeist auf engem Raum und ist gleichzeitig eine Art Roadmovie. Die unterschiedlichen Charaktere sind fein gezeichnet und nuanciert. Die finale Verfolgungsjagd ist auch nach über 70 Jahren absolut sehenswert wie überhaupt der gesamte Film.

    9/10

    (Merkzettel für mich, enthält möglicherweise *Spoiler* für andere: Taucht so eine Szene wie hier - Duellant wird nach Schusswechsel lebend gezeigt, geht ein paar Schritte, fällt dann tot um, der Totgeglaubte indes hat überlebt - in späteren Western ähnlich noch mal auf?)
    Geändert von mondegreen (07.04.2016 um 20:41 Uhr)

  6. #6
    Hauptdarsteller
    Registriert seit
    28.07.2015
    Beiträge
    723

    AW: mondescreen


    Stagecoach
    (Ted Post, 1986)

    Weil es sich durch Zufall bzw. durch das Fernsehprogramm so ergab, habe ich dieses TV-Remake einfach hinterhergeschoben. Es wird zwar der Versuch unternommen, andere Akzente zu setzen, aber die Neuauflage bleibt trotzdem oder auch deswegen in allen Belangen meilenweit hinter dem Original zurück. Besonders schwer wiegt, dass durch die Verflachung der Figuren die reizvollen Gegensätze eingeebnet werden und die Reibungen und Reibereien untereinander fast komplett wegfallen. So wird aus der "Höllenfahrt nach Lordsburg" nur eine gemütliche Kaffeefahrt. Und übrigens, sind die Dialoge wirklich so albern, oder liegt das an der Synchro? Anyways...

    4/10
    Geändert von mondegreen (10.04.2016 um 01:37 Uhr)

  7. #7
    Hauptdarsteller
    Registriert seit
    28.07.2015
    Beiträge
    723

    AW: mondescreen


    Destry Rides Again
    (George Marshall, 1939)
    Zum ersten Mal gesehen: ja

    Eine der Sachen, die ich nach Sichtung meiner Westernauswahl herauszufinden hoffe, ist: was versteht man eigentlich unter einem 'typischen Western'. (Ich habe/hatte davon eine gewisse Vorstellung, aber ich glaube, sie basiert auf einem Irrtum.)
    DRA gilt laut der deutschsprachigen Wiki als eine der ersten Westernkomödien, die die wesentlichen Elemente eines 'richtigen Westernfilms' enthält. Interessant fand ich, dass der Film bereits bestimmte Dinge auf den Kopf stellt, die ich als Westernstereotypen bezeichnen würde, wenn ich mehr Hintergrundwissen hätte. Der von James Stewart sympathisch verkörperte Tom Destry ist kein draufgängerischer Pistolero, sondern ein besonnener Mann, der Damen aus der Kutsche hilft und lieber Milch als Whiskey trinkt. Es macht Spaß mitanzusehen, wie gleichmütig er den Spott seiner Mitmenschen erträgt und wie sich aus seiner scheinbaren Unbedarftheit allmählich seine Cleverness herausschält. Marlene Dietrich ist großartig in ihrer Paraderolle* als Varietégirl und Femme fatale.
    Ach, ich weiß nicht, was ich großartig schreiben soll, ich habe mich sehr gut amüsiert.

    8,5/10

    * Nachtrag: Das ist wohl so nicht ganz korrekt: "Für Marlene Dietrich war es überhaupt die Rettung. Als Pieta-Figur in den Sternberg-Filmen war sie so völlig heruntergekommen, daß sie sich schließlich auf Platz 126 der Box-Office-Liste fand und zwei Jahre völlig von der Leinwand verschwand; in einer radikalen Änderung ihres Images lag ihre letzte Chance. Sie spielte die Frenchy für eine Gage, die angeblich unter 50.000 Dollar lag - zuvor hatte sie 450.000 Dollar für einen Film bekommen. Nach Destry Rides Again fing das Publikum wieder an, sie zu lieben. [...] Destry Rides Again war der Start einer neuen Dietrich: rauh, laut und komisch" (Zit. nach: Joe Hembus, Das Western-Lexikon)
    Geändert von mondegreen (21.07.2016 um 17:46 Uhr)

  8. #8
    Hauptdarsteller
    Registriert seit
    28.07.2015
    Beiträge
    723

    AW: mondescreen


    The Ox-Bow Incident
    (William A. Wellman, 1943)
    Zum ersten Mal gesehen: ja

    Nunmehr bin ich in meiner Reihe in den Vierzigerjahren angekommen. "The Ox-Bow Incident" ist ein recht düsterer Western ohne einen richtigen Helden. Die Figuren bewegen sich größtenteils in einer Grauzone zwischen Gut und Böse, weshalb TOI auch als Film Noir angesehen wird. Der Film ist mit einer Lauflänge von 75 Minuten sehr komprimiert gehalten, was meinen Sehgewohnheiten grundsätzlich sehr entgegen kommt. Es gibt eine Episode mit dem love interest von Henry Fonda, die auf den ersten Blick etwas angeklebt wirkt, aber doch von Belang ist, da sie das weitere Verhalten der Hauptfigur motiviert.
    TOI hat aufgrund seiner Handlung etwas von einem Western-Vorläufer des Fonda-Klassikers "12 Angry Men" und ist allein deshalb schon absolut sehenswert.

    8,5/10

    Ritt zum Ox-Bow (1943) - IMDb

  9. #9
    Hauptdarsteller
    Registriert seit
    28.07.2015
    Beiträge
    723

    AW: mondescreen


    My Darling Clementine
    (John Ford, 1946)
    Zum ersten Mal gesehen: ja

    Das ist sie also, die oft erzählte Geschichte von Wyatt Earp und Doc Holliday. Oder eine Variante davon und der Rezeption zufolge nicht gerade die historisch akkurateste. Aber darum schere ich mich nicht, ich bin kein Historiker. Ich möchte einen guten Film sehen und filmisch gesehen ist MDC eine Wucht. Schauspielerisch, inszenatorisch wie auch optisch. Grandios, wie hier Landschaften und das ikonische Monument Valley ins Bild gesetzt werden. Auf der Handlungsebene hat mich allerdings irritiert, wie die (für mich zentrale) Mördersuche im Mittelteil einer romantischen Vierecksgeschichte weicht. Dieser romantische Einschlag spiegelt sich auch im Originaltitel, den ich unpassend finde. Vielleicht würde ein zweiter Durchgang bei mir Klarheit schaffen. Vorerst aber drückt diese Irritation die Wertung noch ein bisschen nach unten:

    8,5/10

    Faustrecht der Prärie (1946) - IMDb

  10. #10
    Hauptdarsteller
    Registriert seit
    28.07.2015
    Beiträge
    723

    AW: mondescreen


    Pursued
    (Raoul Walsh, 1947)
    Zum ersten Mal gesehen: ja

    Wieder ein Noir-Western, wieder das Monument Valley (obgleich ich es nicht wiedererkannt habe...). Es geht um Rache, Identität, Verdammung und die zerstörerische Kraft der Vergangenheit. Dass die Hauptfigur fast von der Wiege bis zum Mannesalter mit einem göttlichen Zorn verfolgt wird, ist zwar ein starkes Motiv, aber ich habe mich des Öfteren gefragt, was es sein kann, das diesen geradezu mythischen Groll verursacht. Mit der Auflösung lässt sich der Film bis zum Ende Zeit und hält so die Spannung aufrecht. Nach dem ersten Mal bin ich noch uneins, ob die Rückblende, in der die Handlung größtenteils geschildert wird, ein plausibles erzählerisches Mittel ist oder nicht. Bei einem zweiten Mal sollte ich auf Folgendes achten: Wer erzählt die Handlung? Wenn Jeb Rand der (einzige) Erzähler ist, wieso kommen in der Rückblende Dinge vor, die er nicht wissen kann?
    Vorläufig würde ich sagen, dass mir Robert Mitchum als Bösewicht besser gefällt denn als Held. Aber das war nach "Nacht des Jägers" auch erst der zweite Film, in dem ich ihn bewusst wahrgenommen habe.

    8/10

    Späte Rache (1947) - IMDb
    Geändert von mondegreen (21.07.2016 um 17:38 Uhr) Grund: Benotung geändert

Seite 1 von 15 12311 ... Letzte

Stichworte

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36