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Thema: mondescreen

  1. #111
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    AW: mondescreen



    5 Card Stud
    (Henry Hathaway, 1968)

    Im Vorfeld habe ich von der Meinung einiger Leute gehört, dies sei der schlechteste Western von Hathaway. Meine Erwartungshaltung war daraufhin etwas gezügelt, doch unterm Strich muss ich sagen, dass er mir gut gefallen hat. Der Plot ist eigentlich der eines Krimis, der seinen Reiz aus dem "10 little indians"-Prinzip bezieht - nur, dass es sich um keine Indianer, sondern Pokerspieler aus einem Nest namens Rincon handelt, die einen Betrüger gelyncht haben. Gelungen finde ich auch, dass der Film sich viel Zeit für die Charakterisierung der Einwohner und der Beziehungen untereinander nimmt. Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass man Roddy McDowells Londoner Herkunft anhört und ein Cowboy mit britischem Akzent etwas merkwürdig wirkt. Aber wirklich ins Gewicht fällt das natürlich nicht. Nur habe ich gerade gelesen, dass sich Inger Stevens, die auch in Hang 'Em High mit von der Partie war (s.o.), kurze Zeit nach diesem Film das Leben genommen hat.* Shit.

    7/10

    Todfeinde (1968) - IMDb

    *EDIT: "Am Morgen des 30. April 1970 fand ein Freund Inger Stevens bewusstlos in ihrer Küche auf. Bei ihrer Ankunft in einem nahegelegenen Hospital wurde sie offiziell für tot erklärt. Der ersten Begutachtung nach, und spätere toxikologische Untersuchungen bestätigten dies, starb sie an einer Überdosis Barbiturate. Es soll auch Hinweise darauf geben, dass Inger Stevens umgebracht worden ist." (Wiki)
    Geändert von mondegreen (12.02.2017 um 12:34 Uhr)

  2. #112
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    Lauf um dein Leben [Corri uomo corri]
    (Sergio Sollima, 1968)

    Der letzte Teil von Sollimas Trilogie, der den Bogen zurückspannt zum Auftakt "Der Gehetzte der Sierra Madre" ("La resa dei conti"). Zitiert doch erstens der Titel die Titelmelodie des "Gehetzten", und schlüpft Tomas Milian zweitens wieder in die Rolle des messerwerfenden Schelms Cochillo. Auch die anderen Vorzüge sind wieder da: eine schöne Optik in beeindruckenden Landschaftskulissen und wunderbare Musik von Morricone, der hier in den Credits aber nicht genannt wird. Trotzdem empfinde ich diesen dritten Teil als den schwächsten der Reihe. Die Handlung wird - vom Regisseur laut Featurette so gewollt - sehr episodenhaft dargeboten. Dadurch aber leidet der Erzählfluss, der meines Erachtens durch eine Überzahl von Figuren zusätzlich zu leiden hat. Auf zwei Nächte verteilt geschaut und beide Male etwas ermüdet worden. Dennoch schade, dass dies Sollimas letzter Western war.

    6/10

    Lauf um dein Leben (1968) - IMDb

  3. #113
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    Shalako
    (Edward Dmytryk, 1968)

    Eine skurrile, fast absurd anmutende Idee: Eine adlige Gesellschaft aus Europa auf Tierjagd mitten in der Prärie wird selbst gejagt, als sie sich in ein Indianerreservat begibt. Sean Connery als Trapper geht eigentlich in Ordnung, aufgrund seines Rollenprofils fällt es jedoch nicht ganz leicht, ihm den Wild-West-Burschen abzukaufen.
    Wäre mehr drin gewesen. Die Läuterung der arroganten Aristokraten zum Ende hin wirkt etwas aufgesetzt. Dennoch ganz unterhaltsam.

    6/10

    Man nennt mich Shalako (1968) - IMDb

  4. #114
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    Vier für ein Ave Maria [I quattro dell'Ave Maria]
    (Giuseppe Colizzi, 1968)

    Eigentlich habe ich diesen Film als zäh empfunden, bin mir aber nachträglich unsicher, ob dies wirklich an ihm oder an meiner Müdigkeit lag. Daher lasse ich die vorgefasste Wertung (6/10) einstweilen entfallen. Das Quartett ist für mich mehr ein Trio, da Spencer/Hill und Eli Wallach hervorstechen. Die Rolle Wallachs gemahnt an Tuco aus "Zwei glorreichen Halunken". Der Film fühlt sich dadurch auch wie ein Mix an aus eben letztgenannten und den Haudrauf-Komödien mit Terence Hill und Bud Spencer, die hier glaube ich zum ersten Mal Seite an Seite in bekannter Manier, mit losem Mundwerk und dicken Fäusten, ihre Gegner aufmischen. Die deutsche (Neu-)Synchro fährt hier zusätlich einige Kalauer auf, das englische Dubbing ist dagegen fast ein wenig zu steif. Die Musik bietet neben bewährten genretypischen Versatzstücken sphärische Orgelklänge, die mich in ihrer Entrücktheit entfernt an "Carnival of Souls" erinnert haben.

    Vier für ein Ave Maria (1968) - IMDb

  5. #115
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    Leichen pflastern seinen Weg [Il grande silenzio]
    (Sergio Corbucci, 1968)

    Dreckig, dreckiger, Corbucci? Ist ja erst mein zweiter Western von ihm, aber nach der Schlamm- und Blutarie "Django" setzt er hiermit noch einen drauf. Wie "Django" besticht auch dieser Streifen durch ein sagenhaftes Setting mit seinen lebensfeindlichen Schneelandschaften. Ein verstörend düsteres Werk, dessen Pessimismus durch den geschichtlichen Rahmen - kurz vor Ende des Wilden Westens und dem Einzug einer fortschrittlicheren Rechtsprechung - gleichzeitig eingedämmt erscheint. Dies tut dem eindringlichen Seherlebnis jedoch wenig Eintrag. Schade nur, dass mir vorher das Ende durch ein Plappermaul schon so gut wie verraten wurde.

    8,5/10

    Leichen pflastern seinen Weg (1968) - IMDb

  6. #116
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    Mercenario - der Gefürchtete [Il mercenario]
    (Sergio Corbucci, 1968)

    Zitat Zitat von mondegreen Beitrag anzeigen
    Dreckig, dreckiger, Corbucci?
    Wenn ich die Frage meines letzten Beitrags aufgreife und sie auf Mercenario beziehe, bin ich geneigt, mit "nicht unbedingt" zu antworten. Im Gegensatz zu den garstigen Low-Budget-Produktionen "Django" und "Silenzio" handelt es sich hier um eine größere amerikanische Ko-Produktion mit entsprechenden Schauwerten. Denn "Mercenario" macht optisch wirklich einen fantastischen Eindruck. Die Regie finde ich auch sehr ansprechend - und die Musik natürlich ebenso. Das ist ja schon fast überflüssig zu betonen. Nur die Handlung konnte mich nicht so mitreißen. Dafür habe ich in letzter Zeit wohl zu viele der sogenannten Zapata Western gesehen mit zwei Hauptfiguren, die sich mal bekämpfen, mal gemeinsame Sache machen. Aber man soll auch nicht zu ungerecht sein. Auf das Revolutions-Gleichnis z. B., dargestellt am Körper einer schlafenden Schönen, muss man auch erst einmal kommen.

    7,5/10

    Il mercenario (1968) - IMDb

  7. #117
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    Once Upon a Time in the West [C'era una volta il West]
    (Sergio Leone, 1968)

    Zitat Zitat von mondegreen
    Meine Mutter war neulich zu Besuch und entdeckte die DVD zu "Spiel mir das Lied vom Tod":
    "Ach, ein schöner Film. Da passt einfach alles!"
    Was soll ich sagen? Mutti hat recht!
    10/10
    Obigen Text hatte ich mir vorher zurechtgelegt, denn dieser Klassiker, den ich jetzt überhaupt erst zum ersten Mal gesehen habe, war für mich ein sicherer Kandidat für die Höchstwertung. Und jetzt, nach der Sichtung, könnte ich mich wieder ärgern, dass man an manche Dinge nicht völlig unbefangen herangehen kann, weil man durch Riesenerwartungen und partielle Vorkenntnisse einfach vorbelastet ist. Was wäre das für eine Erfahrung, wenn man die Filmmusik und manche ikonischen Bilder nicht kennte? Dessen ungeachtet empfand ich die ersten 20, 30 Minuten schlicht überwältigend. Dessen ungeachtet empfand ich allerdings einiges, was danach kommt etwas langatmig, anderes wiederum zu kurz kommend. Man muss Leone nachrühmen, dass er neue Wege beschreitet, anstatt die Erfolgsformeln seiner bisherigen Western einfach zu wiederholen. Dennoch muss ich nach den ersten Eindrücken sagen, dass mir die "Dollar"-Trilogie mehr gefallen hat. Das Trio Eastwood-Van Cleef-Wallach gibt mir mehr als Bronson-Cardinale-Robards. Henry Fonda ist als Fiesling absolut überzeugend, so ungern ich ihn auch in dieser Rolle sehe. Die Bettszene mit Cardinale fand ich eigenartig; die Absichten ihre Figur konnte ich nicht recht nachvollziehen.
    Jetzt habe ich mich weniger mit den Glanzpunkten als mit den Negativaspekten aufgehalten. Hoffentlich kann ich diese bei der nächsten Sichtung als ungerechtfertigte Mäkeleien abtun.

    8,5/10

    Spiel mir das Lied vom Tod (1968) - IMDb

    EDIT: Wie erwartet hat der Film beim zweiten Zugang zugelegt und Vorbehalte beseitigt. Nur die Bettszene mit Fonda und Cardinale irritiert mich nach wie vor ein wenig.

    10/10
    Geändert von mondegreen (17.03.2017 um 14:48 Uhr)

  8. #118
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    Der große Schweiger [The Stalking Moon]
    (Robert Mulligan, 1968)

    Nachdem ich neulich einen neueren TV-Western geschaut habe, in dem die Akteure bei aller bemühten Authentizität eher wie Darsteller bei den Bad-Segeberg-Festspielen als richtige Cowboys und die Kulissen eben wie Kulissen wirkten, weiß man solche Filme wie diesen mit edler Optik und coolen Schauspielern wieder richtig zu schätzen. "The Stalking Moon" ist sehr behutsam erzählt und stimmungsvoll inszeniert. Er wirkt etwas spröde, was auch an den Dialogen liegt. Den deutschen Titel finde ich nicht sonderlich glücklich gewählt. Denn keine der Figuren ist eine ausgewiesene Plaudertausche; am ehesten noch Robert Forster, den ich bislang nur als älteren Schauspieler kannte (und schätze). Der Film wandelt sich ungefähr in der Mitte zu einem Thriller. Den "Stalker" (ich nehme mal an, der englische Titel bezieht sich auf ihn) sieht man lange Zeit nicht, nur sein blutiges Werk. Spannung kommt durchaus auf, woran die Musik großen Anteil hat.

    7/10

    Der große Schweiger (1968) - IMDb

  9. #119
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    Friedhof ohne Kreuze [Une corde... un Colt]
    (Robert Hossein, 1969)

    Da bin ich doch froh, dem Film noch eine zweite Chance gegeben zu haben. Denn nach den ersten Seheindrücken empfand ich ihn als öden, mitunter gar abstoßenden Rachewestern und als Schlusslicht in dieser Reihe. Nachdem ich mir einige Passagen aber nochmal angesehen habe, kann ich doch einiges auf Missverständnisse zurückführen und das negative Gesamturteil revidieren. Er ist sicherlich kein allzu großer Wurf, aber doch ein sehr solider Genrevertreter mit unterschiedlichen Valeurs und Stimmungen, die durch musikalische Leitmotive gut unterstrichen werden. Michèle Mercier verströmt als schwarzgekleideter Racheengel Melancholie und Todessehnsucht. Doch, hat mich im zweiten Anlauf überzeugt.

    6/10

    Friedhof ohne Kreuze (1969) - IMDb

  10. #120
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    Support Your Local Sheriff
    (Burt Kennedy, 1969)

    Von ein paar Ausnahmen abgesehen haben es Westernkomödien etwas schwer bei mir. Ähnlich wie bei "Cat Ballou" zünden bei mir einige Gags nicht. Mehr Gefallen finde ich an dem lustvollen Spiel mit Genrekonventionen und Zuschauererwartungen. Zum Teil kommt der Film wie ein Meta-Western daher, mit parodistischen Anspielungen auf Klassiker wie "Zwölf Uhr mittags" oder "Rio Bravo", was durch die Besetzung von Genreveteranen wie Harry Morgan und Walter Brennan zusätzlich unterstrichen wird.

    7/10

    Auch ein Sheriff braucht mal Hilfe (1969) - IMDb

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