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Thema: all things are good when taken to excess - laertes' filmtagebuch

  1. #11
    laertes
    Gast

    AW: all things are good when taken to excess - laertes' filmtagebuch

    Aus der Reihe 'OMFE und Robin':

    Charade
    1963, Regie: Stanley Donen



    Eins steht fest: Mit Audrey Hepburn und Cary Grant in den Hauptrollen kann man im Grunde nicht viel falsch machen! Da zudem auch die Nebenrollen treffend besetzt sind und Stanley Donen auch sonst vieles richtig macht, ist seine Charade ein echter Spaß.

    Zum Inhalt darf man nicht viel sagen, will man nicht spoilern, daher nur dies: Es geht um eine attraktive Witwe, deren Mann so mysteriös stirbt, wie er gelebt hat, und der ihr 250.000 Dollar hinterlässt. Soweit, so gut, gäbe es da nicht zwei Probleme: Erstens weiß unsere Witwe (Hepburn) trotz ihrer Urlaubsbekanntschaft (Grant), die ihr seit Neuestem so freundlich unter die zarten Arme greift, nicht, wo das Geld ist, und zweitens ist sie bei weitem nicht die einzige, die das wissen will. Und so beginnt ein Irr-, Verwirr- und Verfolgungsspiel mit derart vielen Twists und Turns und Täuschungen, dass davon sogar Jack Bauer schwindlig würde.

    Hepburn und Grant spielen erwartungsgemäß famos und liefern sich und den anderen neben handgreiflichen eine Unzahl verbaler Schlagabtäusche, die gespickt sind mit ironischen Onelinern und sarkastischen Wortspielen. Überdies ist der Film äußerst liebevoll ausgestattet und mit einer stilsicheren Filmmusik unterlegt.

    Diese positiven Punkte lassen das insgesamt doch recht konstruierte Drehbuch und die oft unglaubhaften Wendungen in den Hintergrund treten. Auch die manchmal nur bedingt nachvollziehbaren Verhaltensweisen der handelnden Figuren wiegen da nicht allzu schwer, zumal wenn man bedenkt, dass es sich um eine – wenngleich an einigen Stellen überraschend brutale – Screwball-Komödie handelt.

    Insgesamt ein durchaus charmanter Film und ein spaßiges Vergnügen.

    6,5/10
    (vorbehaltlos sehenswerter Film,
    wobei der Orangentanz und die Duschszene kleine Meisterwerke für sich sind)

  2. #12
    laertes
    Gast

    AW: all things are good when taken to excess - laertes' filmtagebuch

    Aus der Reihe 'OMFE und Robin':

    ¿Quién puede matar a un niño?
    1976, Regie: Narciso Ibáñez Serrador



    Die Bilder dieser Piñata werde ich wohl nicht so schnell vergessen! Aber auch sonst hatte ich meinen gepflegten Grusel. ¿Quién puede matar a un niño? (deutscher Titel: Ein Kind zu töten...) ist eine Mischung aus Katastrophen-(bzw Seuchen-)Film und psychologischem Horrorthriller. Unmöglich, über ihn zu schreiben, ohne auch ein bisschen zu spoilern. Weiterlesen daher auf eigene Gefahr:

    Narciso Ibáñez Serradors Film spielt auf einer einsamen Insel vor der spanischen Küste, auf die sich ein britisches Pärchen zurückzieht, um einen ruhigen Urlaub zu verbringen. Als sie ankommen, müssen sie feststellen, dass das Inseldorf geradezu auffallend ruhig ist: Die Straßen sind leer, die Geschäfte verwaist, die Fensterläden geschlossen. Doch dann begegnen sie stumm grinsenden Kindern - und nach und nach fällt ihnen auf, dass etwas nicht stimmen kann. Als sie feststellen, dass die Kinder von einer mysteriösen ansteckenden Krankheit befallen sind und alle Erwachsenen getötet haben, beginnt der Kampf ums Überleben.

    Wer regelmäßig Horrorfilme sieht, wird die Parallelen zu The Children sehen, ich musste jedenfalls sofort nachdem der Konflikt des Films erkennbar geworden war, an den im Grunde baugleichen Film denken. Hier wie dort geht es um die Frage, ob man in der Lage ist, sich gegen ein Kind auch mit tödlicher Gewalt zu wehren, wenn man von ihm angegriffen wird. Im Gegensatz zu letzterem lässt sich der aus dem Jahr 1976 stammende Ein Kind zu töten... etwas mehr Zeit für die Figurenentwicklung und überhaupt lässt er es am Anfang äußerst ruhig angehen, damit wir unser - übrigens höchst sympathisch geschauspielertes - Pärchen kennenlernen können.

    Die weitere Entwicklung des Films ist dann zumindest ab dem Moment, in dem der Grundkonflikt offenbar wird, relativ vorhersehbar, wartet aber - und das ist die große Stärke des Films - trotz manch hölzernen Dialogs, aus heutiger Sicht stellenweise etwas antiquiert wirkender Inszenierung und in den Nebenrollen nicht immer erstklassigen Darstellerleistungen von Anfang an mit einer sich stetig intensivierenden Suspense-Spirale auf. Insbesondere das Verhalten der Kinder, namentlich ihr permanentes Grinsen und die in krassem Kontrast dazu stehenden Taten haben mir Gänsehaut verursacht.

    Was mir neben den zuvor genannten Kritikpunkten äußerst negativ aufstieß, war das Intro: da werden Bilder sterbender und elender Kinder aus Auschwitz, Indien/Pakistan, Vietnam und Afrika gezeigt, und die Stimme aus dem Off bemerkt zu Recht, dass die ersten Opfer von Krieg und Hunger immer die Kinder seien. Wo hier aber der Bezug zum Film liegt, ist mir völlig schleierhaft! Billige Effekthascherei durch extremes Runterdrücken der Stimmung? Oder soll die das mörderische Verhalten der Kinder verursachende Epidemie eine Art moralische Verbrämung bekommen à la "jetzt schlagen die Kinder zurück"? Das war wirklich unnötig.

    Alles in allem aber ein als Gruselfilm im Wesentlichen wirkungsvolles Werk.

    5,5/10
    (unter Vorbehalt sehenswerter Film)

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