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Thema: Was Mes sich so ansieht ...

  1. #1
    Nebendarsteller Avatar von MesCalinum
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    Was Mes sich so ansieht ...

    Um den Filmtagebuchbereich schleiche ich schon länger herum. Dieser hat einen gewissen Reiz auf mich, da ich früher gerne Kinokarten gesammelt und Film- und Seriensichtungen im Kalender festgehalten habe. Als Vorsatz für 2012 versuche ich mich jetzt hier mal an einem Tagebuch.
    Ob ich regelmäßig alles festhalten kann, weiß ich nicht, da ich neben einem ausgefüllten Arbeitsleben auch recht umfangreiche Hobbies pflege. Mittlerweile bin ich auch manchmal eher ein Serien-Junkie, sodass einige Filme oft zu kurz kommen. Letzteres hat aber auch damit zu tun, dass die Heimatstadt kein wirklich brauchbares Kino hat und auch immer mehr Kinos hier dicht machen.

    Da ich ein Fan von bunten Bildchen bin, aber nicht weiß, was hier an Verlinkungen erlaubt ist, halte ich mich mal an YouTube-Links. Man möge mich darauf hinweisen, falls etwas nicht ok ist. Ich nehme an, das Bewertungssystem, das einige hier benutzen, ist an die IMDB angelehnt.

    So here we go ...

  2. #2
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    The Super in the Natural - Season 1

    Dezember 2011: Supernatural – 1. Staffel



    Die 1. Staffel von Supernatural war ein nettes Weihnachtsgeschenk und auch innerhalb weniger Tage komplett konsumiert. Bei Supernatural handelt es sich um leichte Unterhaltskost mit solider Spannung aus dem Mystery-Genre.
    Den Einfluss von Akte X auf die Serie merkt man sofort: Kim Manners, David Nutter und John Shiban tummeln sich im Supernatural-Team der 1. Staffel. Die Serie wird in British Columbia gedreht, was wie bei den ersten fünf Akte X Staffeln für eine sehr schöne, schaurige Atmosphäre sorgt. Es regnet viel. ;O) Viele kleinere Nebencharaktere, u. a. William B. Davis erinnern an gute alte Zeiten.
    Die Standalone-Episoden sind durchgehend unterhaltsam, allerdings nicht herausrragend. Thematisch hat man den Eindruck, als hätte man sich als Grundlage sehr stark an einzelnen Akte X Folgen orientiert, dann aber ein anderes Monster/Wesen bzw. eine andere Erklärung gewählt, um die Handlung abzugrenzen. Das wirkt daher manchmal wie Episoden-Recycling. Man wird allerdings deutlicher mit der Welt der übernatürlichen Wesen konfrontiert, die Handlungen sind abgeschlossen, während man bei Akte X meist mit offenen Enden konfrontiert wurde.
    Die Mythologie-Folgen wirken eher schwach, da kaum Hintergründe verraten werden und das ganze dadurch noch nicht so richtig ins Rollen kommt.
    Auffällig sind auch die durchgehend oberflächlichen Charaktere. Sam und Dean sind sich insgesamt zu ähnlich (Mulder und Scully haben besser kontrastiert) und zeigen innerhalb der 1. Staffel auch keine richtige Entwicklung, die irgendwie prägend wäre. Lediglich Dean hat einen angenehmen Humor, der ihn von Sam ein wenig abgrenzt. Auch Daddy Winchester bleibt leider enorm blass.
    Die Gruseleffekte bewegen sich im milden Bereich, wenn man ohnehin viel aus dem Horror-Bereich konsumiert. Die Splattereffekte sind manchmal schon eindringlicher. Wie so oft bei TV Serien wirken manche Effekte nicht immer überzeugend.
    Die Auswahl der Musik für die Serie ist durch die Bank weg gut, obwohl ich einen guten Score einem Soundtrack vorziehe.
    Trotz deutlicher Schwächen hat man am Ende der 1. Staffel durchaus Lust auf Staffel 2, denn nach dem Cliffhanger muss man schon wissen, wie es weitergeht. ;O)

    Interessante Folgen: 1x15 The Benders - Menschenjäger, 1x17 Hell House – Spukhaus

    Wertung: 6.5/10
    Geändert von MesCalinum (04.01.2012 um 00:17 Uhr)

  3. #3
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    The one with the E.T. discrimination

    3. Januar 2011: Super 8

    Directed and written by J. J. Abrams



    Mit wenigen Spoilern

    Eine Gruppe von Highschool Kids dreht einen Zombiefilm als ein Zug entgleist. Wenig später ist auch schon die US Air Force zur Stelle und die Geschichte nimmt ihren Lauf.
    Der Film gilt als Hommage an die Steven Spielberg Filme der 80iger Jahre. Und tatsächlich fühlt man sich sofort in die Zeit von E.T. und The Goonies zurückversetzt. Ein Nostalgie-Flash pur.
    Die Handlung selbst ist simpel, obwohl viele kleine Substränge nebeneinander herlaufen. Diese gehen aber nie völlig in die Tiefe.
    Höhepunkt des Films war für mich die Inszenierung des verunglückenden Zuges. Das war schon genial gemacht und äußerst spannend. Diese Szenen erinnerten ein wenig an das Chaos am Strand, nach dem Flugzeugabsturz in Lost, sind aber noch wesentlich eindringlicher. Ich kam trotzdem irgendwie nicht drum herum nach Dharma Logos auf den herumfliegenden Zugwaggons Ausschau zu halten. ;o)
    Im weiteren Verlauf lebt der Film von der Interaktion der Kinder. Mir hat vor allem der kleine Ryan Lee (Cary) sehr gut gefallen, der als Zombie immer wieder für gute Lacher gesorgt hat. Die schauspielerische Leistung der Kinder ist super und erinnert an die Dynamik in „The Goonies“ oder „Stand by Me“.
    Schwachpunkt ist die schauspielerische Leistung der Erwachsenen; obwohl wir immer mal wieder die Sicht der Dinge aus der Perspektive von Joes Vater (gespielt von Kyle Chandler) erleben, will dieser nicht so recht überzeugen. Insgesamt hätte ich mir den Fokus von daher noch mehr auf den Kinder gewünscht.
    Die Geschichte selbst entfaltet sich recht langsam und es dauert lange bis man das eigentliche Alien zu Gesicht bekommt. Auch hier hätte ich mir ein wenig mehr Tiefe gewünscht. Fraglich war für mich in dieser Hinsicht auch, wie der Biologielehrer einen Frontalzusammenstoß mit einem Güterzug überleben konnte.
    Neben vielen positiven Erinnerungen und guten Effekten hat Super 8 für mich daher auch einige Schwächen. Letztendlich hat der Film meine Erwartungen aber durchaus erfüllt und viel Spaß gemacht; vor allem der Abspann erhält noch mal einen Bonus, der meinen nerdiges Wesen zum Grinsen gebracht hat.

    Wertung: 7/10

  4. #4
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    Der Sensenmann, der Pizza liebt

    So, hatte mich ein wenig zurückgezogen, da ich viel Stress hatte. Dies ist jetzt der dritte Winter, in dem ich mich in meiner Freizeit einer Serie widme und diese fast komplett durchzocke. 2010 war es Bones, 2011 True Blood und 2012 ist es Supernatural, jetzt
    Staffeln 2-6. Und ich muss sagen, auch wenn die Serie eher schwach beginnt, so entwickelt sie sich doch zu einer richtig guten Serie, die sehr viel Spaß macht.
    Einige Filmsichtungen gab es natürlich auch, die demnächst folgen werden.

    So here we go:

    Massive Spoilergefahr





    Januar 2012 – Supernatural – Season 2

    Nachdem ich jetzt schon mitten in Staffel 6 bin, fällt es mir richtig schwer etwas über die 2. Staffel zu schreiben. Von der Qualität her ist sie mit der ersten Staffel vergleichbar – solide, aber noch nichts Besonderes. Gleich zu Beginn der Staffel nehmen wir Abschied von John Winchester, den ich schon in der 1. Staffel nicht besonders mochte.
    So langsam entwickelt sich endlich ein Mythologie-Erzählstrang, als weitere junge Leute auftauchen, die wie Sam ungewöhnliche Fähigkeiten besitzen (man fühlt sich ein wenig an Heroes oder X-Men erinnert). Bis zum Ende der Staffel lernen wir, dass Sam und die anderen ihre Fähigkeiten von einem Dämon haben (Yellow Eyes, aka Azazel) bzw. dessen Dämonenblut, das ihnen Yellow Eyes als sie noch Babys waren, verabreichte.
    Es gibt einen Showdown zum Ende der Staffel, mit dem ich nicht ganz zufrieden war, da mich die Effekte nicht ganz überzeugt haben und mein Nervcharakter Nr. 1 natürlich wieder auftauchen musste; dennoch kommt man nicht drum herum zu sagen, dass die Serie interessanter wird. Insbesonder Deans Deal mit der Crossroad-Dämonin, um am Ende der 2. Staffel Sams Leben zu retten, lässt auf eine interessante dritte Staffel hoffen.
    Die Effekte sind immer noch eher durchschnittlich und die Charaktere immer noch etwas oberflächlich, aber die Serie bietet dennoch solide Unterhaltung. Als Ärgernis habe ich die erste Trickster Episode (2x15 Tall Tales) empfunden. Eigentlich von der Idee her sehr lustig, wenn man nicht den Eindruck hätte, dass sich John Shiban vom Stil her sehr bei Vince Gilligans Akte-X-Episode „Bad Blood“ (5x12) bedient hat. Dennoch kann man hier vielleicht noch ein Auge zudrücken, denn there’s more cool stuff to come.

    Sehenswerte Episoden: 2x01 In my time of dying, 2x08 Crossroad Blues, 2x17 Hearts, 2x18 Hollywood Babylon

    Wertung: 6.5/10



    Januar 2012 – Supernatural – Season 3

    Eine Staffel der Kontraste; die Brutalität innerhalb der Episoden steigt deutlich, dem entgegen wird in einigen Episoden ein durchaus berauschend wirkender Humor gesetzt.
    Die Staffel setzt sich aus zwei Hauptsträngen zusammen, zum einen müssen die ganzen Dämonen, die durch das Devils Gate am Ende der 2. Staffeln entwichen sind, verfolgt und getötet werden, zum anderen wird ein Weg gesucht, um Dean von seinem Vertrag mit der Crossroad Dämonin zu befreien; 1 Jahr hat Dean Zeit, ansonsten holen ihn die Höllenhunde und er wandert in die Hölle.
    Als neue Charaktere tauchen die durchaus sympathische Dämonin Rubi und eine Art Diebin namens Bela auf. Bela liegt mir nicht so, aber Rubi scheint mir ganz interessant zu sein.
    Diese Staffel hat ein paar extrem coole und auch sehr lustige Episoden zu bieten. Allen voran gehört „Mystery Spot“ wahrscheinlich zu meinen absoluten Top-Favoriten der ganzen Serie. Ich hab mich wirklich schlapp gelacht, auch wenn das letzte Drittel der Episode einen eher düsteren Touch hat. Ebenfalls sehr humorvolle Episoden sind „A Very Supernatural Christmas“ und „Ghostfacers“.
    Die Staffel endet ziemlich blutig. Gegenüber den ersten beiden Staffel ist diese Staffel ein richtiges Highlight mit einem rasanten Tempo und richtig guten Episoden. Es hat höllisch Spaß gemacht diese Staffel zu zocken.

    Beste Folgen: 3x02 The Kids are alright, 4x03 Bad Day at Black Rock, 3x08 A Very Supernatural Christmas, 3x11 Mystery Spot, 3x12 Jus in Bello, 3x13 Ghostfacers, 3x16 No Rest for the Whicked

    Wertung: 8.2/10


    Januar/Februar 2012 – Supernatural – Season 4

    Die 4. Staffel bietet einen starken Einstieg. Nach drei Monaten und gefühlten 30 Jahren kehrt Dean wieder aus der Hölle zurück. In dieser Zeit hat sich Sam mit seinen Fähigkeiten weiter entwickelt, wobei ihm Ruby und ihr Dämonenblut geholfen haben. Auf der Suche nach der Ursache für Deans Rückkeher wird ein neuer Charakter eingeführt, Castiel – ein Engel. Womit man bei der Haupthematik der 4. Staffel angelangt – Engel vs. Dämonen.
    Die Serie bleibt auch nach der dritten Staffel sehr düster und die Qualität der Episoden ist extrem hoch. Mittlerweile machen Sam und Dean als Hauptcharaktere richtig Spaß, da sie jetzt nicht nur gegen die eigentlichen Dämonen kämpfen, sondern auch gegen ihre inneren Dämonen; ihre brüderliche Beziehung verliert an Leichtigkeit und ist durch viel Misstrauen geprägt.
    Die coolsten Episoden der Staffel sind „Wishful Thinking“ (den Selbstmord-Teddy muss man einfach lieben), „Yellow Fever“ (Killer Yorkie), „The Monster at the end of this Book“ und „Monster Movie“. Sehr schöne Episoden sind „After School Special“ und der Zweiteiler 4x09/4x10.
    Es macht auch immer wieder Spaß alte Akte-X-Bekannte zu entdecken, wie Mitch Pileggi als Großvater von Sam und Dean.
    Lediglich das Ende der Staffel hat einen etwas lahmen Cliffhanger, was allerdings noch mehr Lust auf Staffel 5 macht.

    Beste Episoden: 4x01 Lazarus Rising, 4x03 In The Beginning, 4x05 Monster Movie, 4x06 Yellow Fever, 4x08 Wishful Thinking, 4x09 I Know What You Did Last Summer, 4x10 Heaven and Hell, 4x13 After School Special, 4x15 Death Takes A Holiday, 4x16 On The Head of a Pin, 4x17 It’s a Terrible life, 4x18 The Monster at the end of this book, 4x20 The Rapture.

    Wertung: 8.5/10


    Februar 2012 – Supernatural – Season 5

    Wahrscheinlich bisher die beste Staffel mit einem sehr genialen Ende. Nach meinem Geschmack sogar wahrscheinlich eines der besten Enden einer Serienstaffel. Ich hätte mir hier sogar ein sehr gutes Serienende vorstellen können.
    Ich weiß nicht, ob es sich noch lohnt gute Folgen aufzulisten. Der grobe Plot dreht sich nach wie vor um die drohende Apokalypse und dem Fight zwischen Engeln und Dämonen; Sam und Dean sind für den Endkampf auserwählte "vessel". Lucifer wandelt auf Erden, interessanter Weise ist sein Temporary-Vessel Mark Pellegrino, den ich hier sehr genial gecasted finde.
    Sam und Dean sind also auf der Suche nach einer Waffe gegen Lucifer und jagen dabei die vier apokalyptischen Reiter.
    Coolste Charaktere der Staffel sind für mich Castiel, Jesse als Antichrist und der Tod. Einer der lustigsten Episoden ist sicher die mit der Supernatural Convention.

    Wertung: 9.2/10


    Februar 2012 – Supernatural – Season 6

    Wie gut, dass ich die 6. Staffel gleich mit der 5. Staffel zusammen auf DVD gekauft hatte. Der Einstieg hat mit sehr gut gefallen. Wir sehen, wie für Dean ein normales Leben aussehen könnte, aber man weiß auch, dass es nicht so bleiben wird. An sich schade. Insgesamt hatte mir dieser Handlungsstrang gut gefallen, allerdings mochte ich nicht, wie er während der Staffel beendet wurde.
    Der Handlungsstrang um Sams Geschichte war ebenfalls spannend. Sam ohne Seele hatte durchaus etwas für sich; habe Sam mit Seele eigentlich überhaupt nicht vermisst.
    Insgesamt fand ich die 6. Staffel nicht so gut, wie zum Beispiel die 5. Staffel. Die Handlungsstränge wirkten etwas lose, wurden dann aber Stück für Stück zu Ende gebracht. Es war schön Mitch Pileggi und Steven Williams mal wieder in einem Raum zu erleben.
    Das Season Finale war wiederum sehr gut. Eine interessante Wendung und ich bin gespannt wie es weitergeht.

    Coolste Folgen: 6x05 Live Free or TwiHard, 6x15 The French Mistake (so schräg, musste ich glatt zweimal ansehen)


    Wertung: 8.0/10

  5. #5
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    A Tale of Missing Apple computers ... or maybe I missed one.

    Februar/März 2012 - Criminal Minds - Season 1



    Kaum Spoilergefahr

    Ein weiteres Weihnachtsgeschenk auf meiner Serienliste. Hab das DVD-Set erst einmal skeptisch beäugt, weil ich bis auf Bones in diesem Genre noch gar keine Serie konsumiert habe. Bones war für mich ein guter Kompromiss, weil es immer um Skelette oder stark entstellte Leichen geht, sodass man den menschlichen Bezug gut ausblenden kann. Von daher liegt mir auch Mystery mehr, es bietet mehr Ansätze für soliden Eskapismus.
    Dennoch wollte ich Criminal Minds eine Chance geben, da mir Bones mit seinem Humor und seiner Coolness immer viel Spaß bereitet hat.
    Criminal Minds enttäuscht in diesem Sinne auch überhaupt nicht. Alle Episoden befinden sich auf einem hohen Niveau. Nach Supernatural war der Umstieg gewöhnungsbedürftig, aber man ist schnell in der neuen Storyline angekommen. Die Thematik der Episoden greift eigentlich nichts Neues auf. Das Grauen vor dem sich jeder fürchten würde, wenn es in den Alltagstrott dränge.
    Das Hauptthema einer Behavioral Analysis Unit hat auf jeden Fall sofort meinen Nerv getroffen. Die Einführung der Charaktere in der Pilotfolge ist mir tatsächlich noch sehr gut in Erinnerung geblieben. Jason Gideon war sofot mein Favorit. Die anderen bleiben in der Pilotfolge tatsächlich noch relativ blass. Spencer Reid sticht vielleicht noch ein wenig heraus, als der typische, hochintelligente Nerd. In Bones wäre hier Zack Addy der vergleichbare Charakter.
    Wie bei Supernatural habe ich mir erst einmal Gedanken darüber gemacht, ob die Hauptcharaktere vom Aussehen her nicht doch zu glatt sind, als das man sich gut mit ihnen identifizieren könnte. Tatsächlich sind einem die Nicht-Modeltypen wie Gideon, Reid und Garcia sehr schnell viel näher. Durch die Staffel hinweg, werden auch die anderen interessanter, erreichen aber nicht so viel Tiefe. Insgesamt ist die erste Staffel von Criminal Minds der Serie Bones in dieser Hinsicht auch sehr ähnlich. Die Charaktere sind erst einmal viel kühler gezeichnet (bis auf Gideon); wir erfahren nicht allzuviel über jeden einzelnen. Bin gespannt, ob sich das in der 2. Staffel ändern wird. Bones wurde gerade durch charakterbezogene Episoden wesentlich stärker in den Staffeln 2-3.
    Im Gegensatz zu Bones, kommt man bei Criminal Minds fast ganz ohne Hightech zurecht. Während Bones mit einem Megalabor (King of the LAB!) und viel Equipment (geile Nikonkameras und MacBook Pros) daherkommt, sehen wir in Criminal Minds ab und an mal einen größeren Computerbildschirm an der Wand hängen. Wobei mir eine CM-Episode in Erinnerung geblieben ist, bei der auf dem Bildschirm Bilder durchgezappt wurden und bei jedem Zap gab es ein elektronisches Geräusch. Furchtbar. Vielleicht hätten sie eine Kurzszene voransetzen sollen, in der die Crew wenigstens versucht, das ganze gernervt lautlos zu stellen. Ach ja, und sie haben nette Privatflugzeuge, mit denen sie durch die Gegend geschippert werden.
    Jedenfalls macht Criminal Minds viel Spaß, auch wenn die einzelnen Fälle nicht ganz so leicht zu verdauen sind, wie manch unterhaltsame Mystery-Serie. Bin gespannt auf mehr. Staffel 2 ist bestellt.
    Eine Folge blieb mir besonders in Erinnerung: 1x14 Riding the Lightning

    8.4/10

  6. #6
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    the person you may become

    Da ich bekanntlich um diese Jahreszeit eher meinen ehrenamtlichen Verpflichtungen und Outdoor-Hobbies unterliege, hier noch die Filmeeinträge von Januar bis März. Tatsächlich hab ich immer noch sechs DVDs mit Filmen, die ich noch nicht kenne, herumfliegen. Ich denke, die werden dann gezockt, wenn ich mit der 2. Staffel von Criminal Minds durch bin. Mich packt schon wieder die Seriensucht.

    Nur wenige Spoiler in den Einträgen enthalten



    28. Januar 2012: Blue Valentine
    Directed by Derek Cianfrance



    Einer der erfrischensten, traurigsten und besten Filme, die ich seit langer Zeit gesehen habe. Ich hatte eigentlich irgendeine Happy-Sappy-Romance-Story erwartet. Man bekommt genau das Gegenteil serviert - eine ziemlich kaputte Beziehung. Im Laufe des Films wird in Rückblicken dargestellt, wie es zu dem Beziehungs-Dilemma gekommen ist.
    Es tut ein bisschen weh zu sehen, wie sehr die beiden Protagonisten ihre Ehe gegen die Wand gefahren haben. Der Empathiefaktor ist erstaunlich hoch.
    Cindy und Dean heiraten kurzfristig und unter sehr ungünstigen Bedingungen – Cindy bekommt das Kind eines anderen. Als Zuschauer wird einem relativ schnell klar, dass die sehr frische Beziehung zwischen den beiden aufgrund dieser Schwangerschaft zum Scheitern verurteilt ist, vor allem weil man den Eindruck hat, dass Cindy gar nicht so viel Interesse an Dean hat, wie dieser an ihr.
    Der Film ist unheimlich gut in Szene gesetzt. Die Naheinstellungen ziehen einen unmittelbar in das Geschehen des Films, was für mich neben den sehr eindringlichen schauspielerischen Leistungen ein enormes Highlight war.
    Ein absolut sehenswerter Film, den man auf keinen Fall verpassen sollte.

    Wertung: 9.6/10



    28. Januar 2012: X-Men: First Class

    Directed by Matthew Vaughn

    Eigentlich hatte ich auf diese X-Men-Verfilmung nicht so viel Lust, obwohl ich die anderen Teile alle sehr mochte. Manchmal denke ich, man sollte aufhören, solange es noch Spaß macht.
    Tendenziell ist „X-Men: First Class“ solide Unterhaltung. Er hat nicht die klasse, der eigentlich Trilogie. Man kann sich an die neuen Schauspieler halbwegs gewöhnen und immerhin wird man mit einem netten Cameo-Auftritt belohnt.
    Ganz lustig fand ich Kevin Bacon, dessen Deutsch ich wohl nicht verstanden hätte, wenn da nicht die automatischen Untertitel gewesen wären. Frage mich, ob es den Russen mit Bacons Russisch wohl ähnlich ergangen ist. Zum Schluss fand ich Sebastian Shaw (=McBacon) als Bösewicht allerdings ziemlich nervig.
    Wenn man nach lockerer Unterhaltung für den Abend sucht, wird man hier sicher fündig, aber so einen richtig würdevolles Prequel für die Trilogie bekommt man meiner Meinung nach nicht. So bleibt die Frage offen, was die Zukunft noch in Sachen Wolverine zu bieten haben wird.

    Wertung: 6.5/10


    19. Februar 2012: The Joneses
    Directed by Derrick Borte

    Zu Besuch bei Mutter und einem Sonntagnachmittag mit Sky. Eigentlich hatte ich „The Joneses“ nachdem ich vor einige Zeit den Trailer in Frontrow gesehen hatte, keine große Beachtung geschenkt. Hab ihn mir dann aber doch angesehen, nachdem er mir als durchaus gut empfohlen wurde.
    Ich hatte eine plumpe Komödie erwartet, letztendlich war der Film unerwartet ernst.
    The Joneses sind eine komplette Fake-Family mit dem Ziel Werbeprodukte zu verkaufen. Die einzelnen Familienmitglieder werden dafür von der Auftragsfirma mit einem Ranking bewertet. Das ganze gewinnt eine interessante Eigendynamik, denn trotz des Jobs lässt sich der sozial-menschliche Aspekt nicht unterdrücken. Die Charaktere sind vielleicht nicht originell, aber dennoch greift die Empathie bei diesem Film ganz gut und das Ende stimmt durchaus nachdenklich.
    Vielleicht nicht einer der besten Filme und nicht unbedingt ein Geheimtipp, aber trotzdem nicht schlecht.

    Wertung: 7.0/10



    3. März 2012: My Big Fat Greek Wedding
    Directed by Joel Zwick

    Der Film für einen lockeren Bestie-Abend: Zu Besuch bei einer Freundin nach längerer Zeit mal wieder gesehen. Fand ihn auch immer noch ganz witzig, auch wenn sich mir bei dem Gedanken in einer solchen Großfamilie mit klassischer Geschlechtertrennung zu leben und den damit verbundenen Familienpflichten, die Zehennägel aufrollen. Grausam, grausam. Toula tat mir in dieser Hinsicht auch leid. Nicht mit gutem Aussehen gesegnet und immerhin den Ehrgeiz habend, was aus sich zu machen.
    An sich finde ich, tangiert der Film interessante Themen; die Charaktere, wie Bruder und Eltern nehmen sich allerdings selbst so gar nicht ernst, so dass nie wirklich Tiefe gewonnen wird. Die Story ist sicher auch nicht tiefgründig angelegt, denn es geht um den hässlichen Schwan, der trotzdem noch seinen Prinzen abbekommt und damit vielen hoffnungslosen Frauen immer noch vorgaukelt, dass er schon kommen wird, der Prinz. Kein Wunder, dass wir so eine verdrehte Gesellschaft sind.
    Für einen Frauenabend mit Eiscreme aber sicher eine Ok-Wahl. Wahrscheinlich sollte man dann „Bridget Jones“ und „Love Actually“ gleich noch hinterher schieben.

    Wertung: 6.6/10


    3. März 2012: My Name is Khan
    Directed by Karan Johar

    Ein sehr bewegender Film, der es mir durchaus angetan hat. Ich denke, Shah Rukh Khan hat die Rolle des an Asperger-Syndrom leidenden Rizwan Khan sehr gut gespielt. Einige Bewegungen mit der Hand erinnerten sehr an John Nash in „A Beautiful Mind“, aber ich denke, dass ist eher eine nebensächliche Beobachtung gewesen, genauso fühlt man sich auch etwas an Forrest Gump erinnert.
    Ich habe nur die ungekürzte DVD-Fassung gesehen und fand den Film sehr gut, bis zu dem Abschnitt, der sich mit dem Hurrikan in Wilhemina beschäftigte. Das war vielleicht etwas zu viel Heldentat und die Effekte waren auch nicht die besten.
    Das Ende hinterlässt einen etwas bitteren Nachgeschmack. Rizwan erreicht zwar sein Ziel, aber man frag sich, was es letztendlich bringt. So ein bisschen wirkt das ganze dann wie ein Propaganda-Film für den Präsidenten; was ist schon mit Händeschütteln und ein paar warmen Worten gesagt oder getan? Was ersetzt das schon?
    Sicherlich ein guter, sehr emotionaler und ergreifender Film, den man aber nicht ganz unkritisch hinter sich lassen sollte.

    Wertung: 8.0/10



    3. März 2012: Le Nom Des Gens
    Directed by Michel Leclerc



    Einer der erfrischensten Filme, die ich seit längerem gesehen habe, neben Blue Valentine. Interessantes Thema, humorvolle, schräge, liebenswerte Charaktere und originelle Erzählstrukturen. Ja, der Film war klasse, obwohl ich mich meistens mit französischen Filmen sehr schwer tue. Man versucht's eben doch immer mal wieder.
    Bahia, Tochter eines illegal eingewanderten Algeriers (der tolle Bilder malt) hat ihre eigene Methode, um die männlichen konservativen Franzosen von ihrer politischen Besinnung zu befreien. Sie trifft auf den etwas langweiligen Arthur Martin, der im Bereich des Seuchenschutzes arbeitet. Am Ende steckt ein bisschen Bahia in Arthur und umgekehrt. Wahrscheinlich kam es, wie es kommen musste.
    Der Film macht durch die Bank weg eine Menge Spaß und ist äußerst empfehlenswert, wenn man etwas anspruchsvollere Unterhaltung am Abend sucht.
    Für mich war einziger Schwachpunkt (ist aber persönlicher Geschmack) das Ende des Films. Ich glaube, man muss als Frau nicht immer den evolutionären Pflichten nachkommen, Charakterentwicklung hin oder her.

    Wertung: 8.9/10
    Geändert von MesCalinum (18.03.2012 um 13:45 Uhr)

  7. #7
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    Carpe diem, Kilgore Trout

    März 2012: Criminal Minds - Season 2
    Einige Spoiler enthalten



    Die 2. Staffel von Criminal Minds legt gegenüber der 1. Staffel noch mal gewaltig zu. Und es wurde auch das gemacht, worauf ich nach der 1. Staffel gehofft hatte; es liegt mehr Betonung auf dem Innenleben und der Vergangenheit der einzelnen Charaktere. Das macht die Staffel zu einem fast unheimlichen Empathie-Strudel und ich komme so langsam auf den Trichter, dass die Serie für dieses immense Zocken zu schade ist. Insgeheim ärgere ich mich, dass ich der Serie nie Beachtung geschenkt habe, weil ich zu sehr auf LOST fixiert war. Andererseits habe ich jetzt das ganze Vergnügen noch vor mir.
    Also schauen wir uns das Team mal im Vergleich zu 1. Staffel an: Gideon bleibt der interessanteste Charakter. Wir erfahren zwar über seine Vergangenheit so gut wie nichts, aber wir lernen ein wenig über seine Interessen. Er bleibt für mich der zentralste und wichtigste Charakter im Team aufgrund seiner Fähigkeiten, weil er dieses „Alles-wird-Gut-Feeling“ vermittelt.
    Wir lernen mehr über Spencer Reids Vergangenheit. Er wird in dieser Staffel ins Zentrum eines Zweiteilers gerückt, in dem er selbst in die Rolle des Opfers gerät und sich in späteren Episoden mit den Folgen auseinandersetzen muss. Der Zweiteiler ist mächtig stark und es kommt in einer späteren Episode zu einem sehr netten Gespräch zwischen Gideon und Reid, dass für mich viel impakt hatte.
    Garcia – bleibt im Wesentlichen ein Nerd. Wir erfahren nicht so viel über sie, aber sie ist immer noch einer der coolsten im Team.
    Hotch wird ähnlich wie Gideon in eher kleinen, intseniven Szenen aufgearbeitet. Ähnlich wie Gideon finde ich ihn sehr bewundernswert, vor allem in seinen Fürhungsfähigkeiten. Er war in der 1. Staffel wenig greifbar und wirkte ein wenig steif und sehr distanziert, aber es steck viel mehr Emotion in ihm, als man an der Oberfläche sieht.
    Derek Morgan wird eine ganze Episode gewidmet, die einen guten Einblick in seine Vergangenheit liefert. Dieser Charakter wird extrem sympathisch aufgebaut und gehört mit den oben gelisteten zum Hauptteam, von dem ich keinen einzigen in der Serie missen möchte.
    Elle scheidet recht früh in der Staffel aus. Ihre Entwicklung war zwar nachvollziehbar, aber sie erschien mir trotzdem fast als ein bisschen zu schnell verbannt. Sie wird durch Emily ersetzt, bei der nicht so ganz klar ist, wer sie eigentlin in diese Unit gesteckt hat. Man kann es sich zwar denken, aber es kristallisiert sich erst zum Ende der Staffel heraus. Ich denke dieser Schachzug wird in der 3. Staffel noch für ordentlich Spannung sorgen. An sich verstehe ich aber nicht, wie jemand in so ein Team gelangen kann, ohne das klar ist, wer die Entscheidung getroffen hat. Da muss es ja eigentlich auch Vorsichtsmaßnahmen geben.
    Bleibt noch JJ übrig, die zwar sehr sympathisch ist, aber ähnlich wie Elle am ehesten austauschbar. Sie wurde am schwächsten beleuchtet. Wir erfahren ein bisschen was über ihre Highschool-Vergangenheit, was zumindest erklärt, warum sie für den Job gut geeignet ist – viel Disziplin.
    Schauen wir mal auf die Themen: Neben einigen echt abgedrehten Einzel-Episoden, wird Serienkiller Frank als Hauptthema zum Ende der Staffel weiter herausgearbeitet. Frank finde ich durchaus gut gespielt; diese verdrehte Liebesgeschichte überzeugt mich jedoch nicht so ganz, weil sie albern auf mich wirkt. Das ist eigentlich der einzige wirklich negative Punkt, der mir in dieser Staffel aufgefallen ist. Der Abschluss von Franks Handlungsstrang kam mir dann auch zu abrupt und ist irgendwie den Opfern und der aufgebauten Spannung so überhaupt nicht würdig. Hat mich tatsächlich sehr geärgert.
    Insgesamt war die 2. Staffel allerdings ein ziemlich intensives Seherlebnis. Am meisten zieht mich wohl die Gruppendynamik in ihren Bann, diese ist sehr interessant zu beobachten. Die Fälle sind origineller im Vergleich zur 1. Staffel. Die vielen kleinen Momente, in denen die Hauptcharaktere ausgearbeitet werden, sind äußerst gelungen umgesetzt.
    In Anbetracht der Folgenqualitäten werde ich versuchen das Sehtempo wieder herausnehmen, um länger etwas von der Serie zu haben. Ich hoffe, dass das hohe Niveau in den folgenden Staffeln gehalten wird.

    Wertung: 9.6/10



    20. März 2012: The Art of Getting By
    Directed by Gavin Wiesen
    Wenige Spoiler enthalten



    Ein bisschen Kontrastprogramm. Für diese Art von Film bin ich meistens besonders offen. Sie erinnern an die eigene Zeit als Teenager und kitzeln einen auf der inspirativen Seite, vorrausgesetzt man hat diese.
    Wenn man selbst zur stillen und nachdenklichen Sorte Teenager gehört hat, wird man sich sofort mit dem Protagonisten George identifizieren können. Er hat ein unglaubliches Talent zu zeichnen. Ich hab einen Nerv für Sketchbooks. Wer sich darunter nichts vorstellen kann, sollte sich Matt Archambaults Channel auf Youtube ansehen. Sehr inspirativ.
    Zu Beginn des Films ist sich George seiner Talents nicht bewusst, eigentlich ist er sich nur bewusst, dass alles irgendwie sinnlos ist. Er hat nichts zu erzählen und die Schule liegt ihm auch nicht. So passt auch der Deutsche Titel „Die Kunst sich durchzumogeln“ sehr gut. Es kommt eigentlich alles im Film vor, was man aus dem Genre gewohnt ist, Probleme mit sich selbst, der Schule, den Eltern und dem Objekt der Begierde.
    Auch wenn wir nichts Neues sehen, enttäuscht dieser Film nicht. Er hat mir einfach Spaß gemacht und mich an das eine oder andere erinnert, was noch im Verborgenen schlummert.

    Wertung: 8.5/10

  8. #8
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    lots and lots of tomato soup

    21. März: Home Video
    Regie: Kilian Riedhof
    Spoiler enthalten



    Mal zur Abwechslung ein deutscher Film. Hatte die DVD bei Saturn entdeckt und fand die Thematik ganz interessant. Es geht um einen Teenager (Jakob), der von seinen Mitschülern gemobbt wird, nachdem diese ein Video von ihm ins Internet stellen, das ihn bei der Selbstbefriedigung zeigt. Dummerweise hatte seine Mutter Jakobs Kamera an einen Mitschüler verliehen ohne die aktuelle Speicherkarte zu entfernen.
    Jakob kann einem eigentlich nur leid tun: Kaputte Familie, kann nicht mehr auf seine alte Schule gehen und die beginnende Liebelei mit dem Mädel der Begierde geht auch futsch.
    Die schauspielerischen Leistungen sind soweit in Ordnung, vor allem Jakob spielt seine Rolle sehr überzeugend. Den Vater fand ich von seiner Perfomance her eher schwach. Bei deutschen Schauspielern habe ich häufig das Gefühl, dass es Nuancen in der Stimme gibt, die einfach nicht überzeugend klingen und hier wäre das so ein Fall. Ich weiß nicht, woran das liegt.
    Home Video ist ein sehr anständiger, sehenswerter und sehr trauriger Film.
    Wertung: 7.5/10



    22. März: We Need To Talk About Kevin
    Directed by Lynne Ramsay
    Wenige Spoiler enthalten



    Auf die DVD-Veröffentlichung dieses Filmes habe ich schon länger gewartet. "We Need To Talk About Kevin" war so ziemlich das krasseste Buch, was ich bisher gelesen habe (mittlerweile auch schon einige Jahre her). Der Film ist ein wenig anders. Tendenziell finde ich ihn nicht so bedrückend, wie zum Beispiel "Home Video", was vielleicht daran liegen mag, dass ich wusste, was auf mich zukommt, aber der Film enttäuscht trotzdem absolut nicht.
    Im Buch erfährt der Leser die ganze Story durch die Briefe der Mutter an den Vater. Was wie ein Geschenk in das Leben der Mutter tritt, entpuppt sich, wenn Hülle für Hülle die Verpackung fällt, zu einem großen Grauen. Ich hatte damals keine Ahnung, um was es in dem Buch geht und hab das ganze ziemlich fassungslos gelesen. Es ist ein sehr sprachgewaltiges und intensives Werk, was Lionel Shriver da verfasst hat.
    Den Film erleben wir ebenfalls mehr aus der Perspektive der Mutter heraus, hier sehr gut durch Tilda Swinton verkörpert. Das eigentliche Geschehen vor dem Höhepunkt wird immer nur in kleinen Fetzen dazwischen eingeblendet. Ich weiß nicht, wie es dem Zuschauer geht, der das Buch noch nicht gelesen hat, ob man diese Einblendungen versteht, aber ich denke schon, dass man sich fragt, wie die arme Frau so abstürzen konnte. Die Erzählweise hatte es mir zumindest durchaus angetan und kreiert im Wesentlichen die verstörende Stimmung des Filmes.
    Die beiden Jungs, die Kevin verkörpern, fand ich anständig gecasted, vor allem der Ältere hat gut gespielt. Der Jüngere wirkte manchmal mit seinem trotzigen Blick unfreiwillig komisch. Ich weiß nicht, ob das so gewollt war. Im Buch hatte ich beim Lesen zumindest nie diesen Eindruck. Ich denke aber, dass durch Tilda Swintons Leistung immer eine gute Linie gehalten wurde.
    Wer die Themaitk des Films nicht kennt, dem würde ich unbedingt das Buch ans Herzen legen ohne sich vorher zu viel zu spoilern.
    Wertung: 8.5/10

  9. #9
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    The deadliest weapon we have is a thorough and accurate profile. - Gideon

    März 2012: Criminal Minds - Season 3
    Spoiler enthalten



    Ok, es gelingt mir nicht die Folgen aufzusparen. Auch die 3. Staffel lässt sich sehr lässig und zügig durchzocken und macht viel Spaß.
    Wobei es gleich zu Beginn einen Dämpfer gibt: Gideon verlässt das Team. Ich fand das sehr schade und hab den Grund nicht so ganz verstanden. Es scheint aber laut imdb so zu sein, dass Mandy Patinkin mit den grausamen Fällen nicht zurecht kam und dann selbst irgendwann nicht mehr am Set aufgetaucht ist. Also ein derber Verlust und im Laufe der Staffel hab ich ihn schon sehr vermisst, weil er eigentlich immer als erster erkennt, wenn mit einem der Teammember was nicht stimmt.
    Ersetzt wird Gideon durch Old-School-Agent David Rossi, der wohl schon im Ruhestand war, den aber ein alter ungelöster Fall wieder in die BAU zieht. Mit Rossi komme ich mäßig zurecht. Ihm fehlt diese „Es wird alles wieder gut“-Ausstrahlung. Er wirkt komplett anders und ich habe bis zum Ende der 3. Staffel keinen richtigen Zugang zu ihm gefunden. Ich weiß nicht, ob das nur mir so geht, aber als er das erste Mal auftaucht, musste ich irgendwie an Cesar Millan denken. An sich kann ich mit Rossi leben, weil die Team-Dynamik trotzdem funtktioniert, frische Luft ins Team kommt und er sich anständig integriert, aber ohne Gideon ist es nicht dasselbe.
    Hotch ist diese Staffel ganz gut am Leiden. Hatte mir schon gedacht, dass die Ehe irgendwann in die Brüche geht. Wenn man den Rest des Teams betrachtet, dann scheint das so ein bisschen der Lauf der Dinge zu sein. Immerhin scheint’s für ein breiteres Lächeln der Erleichterung zu reichen, als Rossi dann zum ersten Mal auftaucht. Ansonsten sind glückliche Hotch-Momente rar in Staffel 3.
    Es ist schön zu sehen, dass wir in dieser Staffel eine Garcia-Centric-Episode haben und die macht auch sehr viel Spaß, vor allem die Dynamik zwischen Garcia und Morgan. Und mit dieser Episode bekommen wir gleich noch einen neuen Nebencharakter, verkörpert durch Nicholas Brendon, über den ich mich sehr freue.
    Wir bekommen ein bisschen was über JJs Beziehungsleben vermittelt und man fragt sich, ob das ganze halten wird. Reid rückt mir in dieser Staffel schon fast zu sehr in den Hintergrund, hier würde ich mir für die nächste Staffel wieder mehr wünschen. Auch Prentiss könnte mehr hervorgehoben werden.
    Thematisch waren die Folgen soweit alle interessant. Die Frankie Munitz Folge war besonders durchgeknallt. Zu den Lieblingsepisoden gehören der Garcia-Zweiteiler, das Ende und der Einstieg in die 3. Staffel. Die letzte Episode hat in der Tat richtig viel Tempo und der Cliffhanger ist fies, ich glaub aber, dass keinem aus dem Team was passiert ist. Schön ist auch zu sehen, dass Amazon die nächsten beiden Staffen schon auf den Weg geschickt hat.
    Insgesamt wieder eine sehr gute Staffel, die viel Spaß gemacht hat, auch wenn ich mit Rossi noch nicht Freundschaft geschlossen habe und Gideon sehr vermissen werde.

    Wertung: 8.9/10
    Geändert von MesCalinum (26.03.2012 um 17:24 Uhr)

  10. #10
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    AW: Was Mes sich so ansieht ...

    27. März 2012 - I’m still here



    „I’m still here“ versteht sich als Mockumentary, in der Joaquin Phoenix seinen eigenen Abgang als Schauspieler, seelischen Verfall und den Versuch Rapper zu werden, verkörpert. Zielsetzung war wohl ein Seitenhieb auf die sensationsgeile Medienindustrie.
    2009 trat Joaquin Phoenix in seinem absurden Look bei Letterman auf, nachdem er seinen Rücktritt als Schauspieler bereits verkündet hatte. Ich hab mir das Interview damals auf youtube angesehen und war mit nicht wirklicher sicher, ob das Verhalten ein Fake war oder nicht. Letterman hat sich zumindest alle Mühe gegeben einen Seitenhieb nach dem anderen rauszuhauen, um Phoenix aus der Reserve zu locken. Ein Jahr später konnte man Phoenix dann erneut bei Letterman sehen, diesmal wieder normal und mit einigen aufklärenden Worten zu seinem Dokumentarfilm „I’m still here“, der von seinem besten Freund Casey Affleck gedreht wurde. Letterman schildert in dem Interview glaube ich auch, woran er beim ersten Interview erkannte, dass alles nur ein Schwindel gewesen sein musste.
    Soweit so gut. Ich hatte durchaus Interesse mir die Doku anzusehen. Interessanter Weise habe ich sie nach 25 Minuten abgebrochen und mir gedacht: Was für ein Schwachsinn. Gestern hab ich dem ganzen dann noch mal eine Chance gegeben.
    Es gab sicherlich einige interessante Momente, die vor allem durch die Personen so interessant gemacht wurden, die nicht so recht wissen, wie sie mit Phoenix neuem „ich“ eigentlich umgehen sollen. Für mich das Highlight dieser Doku ist sicherlich Puff Daddy im Aufnahmestudio, der sich die Samples von Phoenixs Rap-Künsten anhören muss. Die Mimik ist in der Tat göttlich.
    So als reine Verarsche erreicht „I’m still here“ aber irgendwie keine richtige Tiefe. Seinen eigenen Verfall spielt Phoenix sicherlich sehr gut, aber ich kann einfach nicht aufhören mich zu fragen, was das alles soll? Welchen Impakt soll das haben? Dass die Medien sensationsgeil sind und sich auf so etwas stürzen, dass ist wohl jedem klar, dafür brauche ich „I’m still here“ nicht. Das haben wir jeden Tag in den Zeitungen und im Fernsehen. Ich brauche es auch nicht, um eine interessante schauspielerische Leistung zu sehen, dafür gibt es bessere Filme. Ich bin mir nicht mal sicher, ob diese Doku überhaupt förderlich für irgendeine Karriere ist, denn das ganze wandelt häufig sehr nah an der Peinlichkeitsgrenze. Ich hab einige Kritiken gelesen, die das ganze lustig bzw. genial fanden. Ich hab nur wirklich selten gegrinst oder gelacht und kann dem ganzen wirklich keine Bewunderung abringen.
    104 Minuten lang, fragt man sich immer wieder, was will er uns damit sagen, der gute Joaquin. Ich weiß es wirklich nicht. Das ganze ging wohl etwas an mir vorbei.
    Ich bleibe mal ohne Wertung, falls jemand Interesse an der DVD hat, drop me a message.

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