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Thema: Onkel Wolfe sitzt vor seinem Viereck auf dem Hollywood-Karussell und ist glücklich

  1. #21
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    AW: Onkel Wolfe sitzt vor seinem Viereck auf dem Hollywood-Karussell und ist glücklic

    Sonntag, 12.02.2012, meine insgesamt 18. Kinosichtung 2012

    3D
    STAR WARS EPISODE 1 - DIE DUNKLE BEDROHUNG 3D

    Beweggrund der Sichtung: zu erleben wie der Weltraum und Weltraumschlachten in 3D wirken und Neugierde, wie
    Jedi-Meister George es geschafft hat, sein Weltraumepos nachträglich in 3D umzuwandeln.


    Die altbekannte schräggestellte -ohnehin schon plastisch wirkende- Laufschrift, musikalisch untermalt vom anderen Jedi-Meister John Williams, "hach ist das schön, ein Besuch daheim"..kommen mir die Gedanken als der Film beginnt.

    Nun, ganz so schön wie in der Erinnerung war der Film denn doch nicht (mehr). Ich gehöre zwar nicht zu Denjenigen, die Episode 1 verteufeln als den schlechtesten aller Star Wars Teile (das ist für mich ganz klar Episode 3: Sith) aber ganz so gut, wie ich den Film in Erinnerung hatte, war er dann doch nicht (mehr). Ein "sehr gut", verdient er sich aber immer noch, also eine 7/10.

    Die optischen Schauwerte und die Musik und Effekte sind nach wie vor top, etwa die Podracer-Sequenzen (die nicht von ungefähr an die Wagenlenker-Szenen in BEN HUR erinnern) und vor allem die Schlachtszenen mit den schicken Kampfdroiden auf dem anschaulichen Planeten Naboo. Ganz groß ist auch Liam Neeson als nobler Qui-Gon, den ich mir sicher noch in weiteren Star Wars Episoden gewünscht hätte - tolle Rolle, tolle Performance. Auch die swashbuckling Laserschwert-Fechtduelle mit dem rotgesichtigen bösen Teufelsknilch Darth Maul sind grandios, wie auch so manche Massenszenen. Aber der ganz große Funke wollte gestern nicht (mehr) überspringen, im Gegensatz zu manch anderem jüngsten Filmerlebnis wie HUGO CABRET oder THE ARTIST oder DRIVE ließ mich EPISODE 1 seltsam kalt und unberührt.

    Die 3D-Umsetzung war schonend, allerdings hielten sich die 3D-Effekte und besonders die 3D-Raumwirkung doch sehr in Grenzen. Vielleicht war der initiale Grund für mich Weltraum und Weltraumschlachten in 3D erleben zu wollen ein Irrglaube - vielleicht kann man den schwarzen Weltraum mit vielen kleinen Sternen und paar vorgelagerten Planeten bzw. Objekten gar nicht wirklich glaubhaft in 3D darstellen, ungeachtet der Tatsache ob dies initial in 3D gedreht wird oder nachbearbeitet!? .. ich weiß es nicht.

    In jedem Falle hatte der Wiederaufführungstrailer TITANIC 3D, der vor EPISODE 1 gezeigt wurde, deutlich mehr und deutlich bessere räumliche 3D-Wirkung als der gesamte EPISODE 1 zusammengenommen.

    7/10


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    Montag, 13.02.2012, Kino-Erstsichtung Numero 14 in diesem Jahr, bei insgesamt 19 Kinosichtungen 2012.


    BLACK GOLD

    Beweggrund der Sichtung: die Aussicht auf großes episches Kino

    BLACK GOLD basiert auf dem Roman des schweizer Weltenbummlers Hans Ruesch "Der schwarze Durst" und hat den (weltweiten) Durst nach dem schwarzen Gold, nämlich Erdöl, und der Auswirkung auf die Wüstenvölker der arabischen Halbinsel zum Grundthema.

    Produziert wurde der Film vom Doha Film Institute aus Katar und mit internationalem Stab umgesetzt. James Horner schrieb die Musik, Jean-Jaques Annaud adaptierte den Roman, das Drehbuch schrieb Menno Mejes und als Hauptdarsteller fungieren Antonio Banderas, Mark Strong und der überragende Tahar Rahim.

    BLACK GOLD ist schon vom Anbeginn an fesselnd und episch breit, beginnend im frühen 20.Jahrhundert, als zwei verfeindete Stammesfürsten (Banderas und Strong) einen Frieden mit weitreichenden Folgen schließen. Die Region um welche sie kämpften, der gelbe Gürtel, wird zum Niemandsland erklärt, außerdem werden die beiden Söhne des Einen als dauerhaftes Sicherheitspfand vom Anderen mitgenommen und großgezogen. Viele Jahre später bedeutet der Fund von Erdöl ausgerechnet im gelben Gürtel den Beginn von neuen und wieder ausbrechenden Konflikten, bis hin zu Glaubenskriegen, denn der Eine (Bandereas) (Strong sieht den schnellen Reichtum, der Andere (Strong) ist ganz in der Tradition behaftet und will die Ungläubigen, die das Öl fördern aus dem Land haben und den ursprünglichen Friedensplan rund um das Niemandsland gelber Gürtel wieder in Kraft sehen.

    Jean-Jaques Annaud schuf mit BLACK GOLD einen bewegenden und episch breiten Abenteuerfilm mit reichlich Schauwerten und Opulenz, aber auch inhaltlichem Tiefgang, der mich ingesamt ganz schön mitnahm und begeisterte. Sowohl das Epische, die Opulenz, stimmt hier Auch die Schauspieler, allen voran ein ehrenvoller Mark Strong und ein begeisternd gut spielender Tahar Rahim spielen groß auf, Banderas vielleicht ein klein wenig zu viel des Guten mit seiner linkischen Rolle. Aber auch inhaltlich weiß der Film überzeugen, spart er doch nicht mit Kritik zwischen den Zeilen an den alten Glaubenskriegen um Religion als Ideologie für Brüderkämpfe und den Mißbrauch der Worte des Koran, als auch um die geopolitischen und geostrategische Wichtigkeit der arabischen Halbinsel für den weltweiten Durst der Menschheit und Industrie nach Erdöl, dem schwarzen Gold und all dem Leid, was dieser weltweite Durst nach Öl für die in der Tradition verwurzelten und im Einklang mit der Natur lebenden Stämmen und deren Menschen bedeutet. Regi und Film halten dabei gekonnt die Waage zwischen Klischeehaftem Blick des Westens a lá "da die Kameltreiber" und ernsthafter Auseinandersetzung mit dem Thema Tradition versus Moderne, Geopolitik und ideologischem Religionsmißbrauch.

    Ganz großes, starkes Kino, das traurig macht trotz auch unendlicher Schönheit.

    10/10
    Geändert von Wolfe (24.02.2014 um 18:20 Uhr)

  2. #22
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    AW: Onkel Wolfe sitzt vor seinem Viereck auf dem Hollywood-Karussell und ist glücklic

    Dienstag, 14.02.2012

    Depri-DVDs-Abend mit

    und
    COMPANY MEN----------MARGIN CALL -DER GROSSE CRASH

    Beweggrund der Sichtung: Wollte beide Filme schon 2011 im Kino sehen aber sie liefen nicht bei uns. Jetzt also auf DVD im Depri-Doppelpack

    Beide Filme spielen in der Wirtschaftskrise, COMPANY bei den Bostoner Werften, MARGIN im Wall Street-Bereich. MARGIN spielt ganz klar an auf die Lehmann-Brothers-und-Konsorten-Pleiten.

    Beide sind schauspielerisch stark besetzt, COMPANY mit Tommy Lee Jones, Craig T. Nelson, Chris Cooper, einem sehr zurückhaltenden Kevin Costner und einem überraschend gut spielenden Ben Afflek. MARGIN punktet mit Zachary Quinto, Paul Bettany, Jeremy Irons, Simon West und vor allem einem überragenden Kevin Spacey, sowie Stanley Tucci.

    Beide Filme sind angesichts ihrer Thematiken ernst im Ton gehalten, wobei COMPANY eher Melodram ist und MARGIN mehr an der Spannungsschraube dreht, was in dieser Nacht noch so "abzugehen" droht. Letzterer zeigt bunt zusammengewürfelte Menschen wie sie unterschiedlich auf eine plötzlich aufgekommene totale Streßsituation reagieren, ersterer Menschen wie sie mit ihrem Rauswurf und dem Aftermath zurechtkommen. MARGIN zeigt ganz anschaulich, wie es zum Finanzcrash a lá "Lehmann" kommen konnte und COMPANY wie ein Unternehmen auf deibelkommraus um den eigenen Aktienkurs zu pushen selbst hochrangigste Mitarbeiter und Chefs entläßt für den schnellen Gewinn an der Börse und möglichst lukrativ geschluckt zu werden.

    Beides interessante, unterhaltsame und (MARGIN) auch spannende Filme, wobei MARGIN interessantere Charaktere und auch interessantere Kameraeinstellungen zu bieten hat.

    COMPANY MEN 7/10
    MARGIN CALL 8/10
    Geändert von Wolfe (24.02.2014 um 18:21 Uhr)

  3. #23
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    AW: Onkel Wolfe sitzt vor seinem Viereck auf dem Hollywood-Karussell und ist glücklic

    Donnerstag, 16.02.2012, tataaa meine 20.Kinosichtung 2012, bei nunmehr Erstsichtung Numero 15


    WAR HORSE - GEFÄHRTEN

    Beweggrund der Sichtung: "It's a Sony!" ..äh "It's a Spielberg"!! Need I say more?

    In einer bewegenden und im wahrsten Wortsinne fesselnden Szene von WAR HORSE sieht und erlebt man in den Irren und Wirren und Gräueln des Ersten Weltkrieges genau im Niemandsland zwischen zwei feindlichen Schützengräben einen anrührenden Akt von Barmherzigkeit und Menschlichkeit, in dem Freund und Feind gemeinsam ein Pferd retten..und dabei auch selbst den Irrsinn und die Grausamkeit des Krieges reflektieren und selbst zueinander freundlich und mitfühlend sind. Diese Szene ist weder kitschig noch mit unnötigem Pathos inszeniert, ist auch nicht durchsetzt mit "Gefühlskino - Spielberg drückt die Emotionsknöpfe", sondern ganz einfach unglaublich gut gemacht und überraschend "nüchtern" geschildert - wie übrigens das Meiste am Film. Spielberg tankt nicht so sehr aus dem Emotionstank in dem Film und dieser Szene - und doch ist das sehr bewegend in seiner "drastischen Nüchternheit" der Inszenierung.

    Mr. Pferd, wie macht Spielberg das nur, uns so derart zu fesseln und mitzunehmen.
    Pferd: "Nun, in der Tat war diese Szene, die Sie schildern auch für mich sehr fesselnd (lacht und schnaubt durch die Nüstern), bin ich doch schließlich der Hauptdarsteller, nicht nur in dieser Szene. Nun, Steven (Spielberg, die Red.) hat einfach ein Händchen für sowas, ist einfach unglaublich begabt, solche Szenen für den Zuschauer zu erschaffen.

    Mr. Pferd, erzählen Sie doch mal, wie war das so, in einem Film den ersten Weltkrieg aus der Sicht eines Pferdes zu erzählen?
    Pferd: "Nun, Joey, meine Rollenfigur, kommt vollkommen ahnunglsos und arglos in die Bredouille und zwischen die feindlichen Linien. Joey wechselt in dieser Zeit während links und rechts die Geschosse einschlagen häufig den Besitzer, mal kümmern sich Engländer, mal Franzosen, mal Deutsche um Joey (nebenbei bemerkt können Sie sich sicher vorstellen, daß das natürlich nicht einfach für mich für mein Schauspiel war, mich auf so viele wechselnden menschlichen Schauspieler einzustellen, ganz zu schweigen von dem ganzen Geknalle rings herum, denn wissen Sie, ich reagiere da naturgemäß etwas schreckhaft auf laute Knallerei, habe das aber in meinem Schauspiel bei WAR HORSE ganz gut unterdrücken können) - aber Steven und ich hatten lange intensive Gespräche vor und während der Dreharbeiten, wie wir die Geschichte erzählen wollen und wie wir meine Rolle anlegen wollen. Das ist uns ganz gut gelungen, glaube ich.

    Indem Steven die Geschichte aus meiner Sicht, also der Sicht meiner Filmrolle Joey erzählt, eröffnen sich ihm natürlich inszenatorisch ganz andere Möglichkeiten die Schrecken des Krieges zu zeigen, indem er eben die sonst gängige Perspektive wechselt. Aber WAR HORSE ist auch kein reiner Film über Krieg, sondern auch ein Film über Freundschaft. In dem Falle die Freundschaft zwischen Joey und seinem menschlichen Begleiter Albert. Aber natürlich hat sich Joey auch gegenüber seinen anderen "Haltern" in diesen 4 Jahren loyal verhalten.

    Mr. Pferd, wie war der Umgang mit ihren menschlichen Co-Stars?
    Pferd: Jeremy Irvine beispielsweise war anfangs etwas schüchtern im Umgang mit mir, Peter Mullan hingegen hatte öfter mal eine Alkoholfahne im Atem, aber ich bin sicher, das war drehbuchgemäß.

    Erzählen Sie mal etwas von den Dreharbeiten, die waren doch bestimmt sehr hart, grade für Sie?
    Pferd: Da sagen Sie was (lacht). Wir trainierten Alle sehr hart für unsere Rollen und ich hatte einen sehr guten Horse Wrangler und sehr guten Stunt Coordinator. Natürlich wollten sowohl Steven als auch ich, daß man möglichst oft mein Gesicht in Nahaufnahme sieht und dadurch erkennt, daß ich meine Stunts selbst gemacht habe und nicht gesagt habe "Stuntdouble, übernehmen Sie", wie es etwa wohl ein früherer James Bond-Darsteller (Roger Moore, die Red.) gemacht haben soll. Wobei ich jetzt nicht unbedingt davon sprechen möchte Stunts selber ausgeführt zu haben, ich sage dazu lieber mal "physical acting" (grinst) was ja auch Harrison (Ford, die Red.) immer gerne von seinen sagt. Also viele Sachen wollte ich, wollten wir, selber machen, aber die leidige Geschichte mit den Versicherungen hat uns bei der ein oder anderen Szene dann doch dran gehindert. Aber ich war ja nicht nur durch mein "physical acting" gefordert, sondern auch durch meine Mimik und Gestik und meinem Umgang mit den menschlichen Schauspielern.
    Als Vollblut mit zierlich schlanken Fesseln bin ich natürlich nicht prädestiniert dafür Pflüge oder Gechütze hinter mir herzuziehen, aber ich glaube wir haben das ganz gut getrickst.

    Bei einer Szene ist mit Steven (Spielberg, die Red.) vielleicht ein wenig der Gaul durchgegangen (lacht, schnaubt, wiehert) als er mich um mein Nachbarpferd zu schonen, wie ein Hundchen oder einen Menschen freiwillig vorpreschen läßt um freiwillig ein schweres Geschütz über einen großen Hügel zu ziehen. Über diese Szene haben wir ewig diskutiert, aber letztlich setzte sich da wohl ein wenig das Kind im Manne von Steven durch - und da er als Regisseur das Sagen hat, haben wir die Szene dann eben genauso gespielt, wie er sie wollte.

    Was die Dreharbeiten angeht, da war natürlich oft endloses Warten angesagt, Warten auf das richtige Licht, Warten auf die menschlichen Schauspieler, Warten auf die Technik. Ich hatte zwar einen wunderbar komfortablen Wohnwagen-Trailer und es wurde von meiner Lieblingssorte Hafer, über Möhren, über Äpfel bis hin zu meinem Lieblingsdrink an Alles gedacht. Doch dank des oft schlechten Wetters mußten wir mein Make-Up mehrfach anpassen und dann hatte ich nichts weiter zu tun als zu warten und in der Zwischenzeit mit meiner Agentin Rollenangebote anzuschauen.

    Mr. Pferd, haben Sie schon weitere Rollenangebote bekommen?
    Pferd: In der Tat, schon während der Dreharbeiten bekam meine Agentin reihenweise Angebote, teils noch mit Arbeitstiteln, vorgelegt, doch hatten wir beispielsweise an "Der zweite Weltkrieg aus Sicht eines Pferdes" und "Der Balkankrieg aus Sicht eines Pferdes" und " Der Afghanistankrieg aus Sicht eines Pferdes" kein Interesse, da wir uns nicht wiederholen möchten, sondern vorausschauen. Bei "Das "09/11"-Aftermath aus Sicht eines New Yorker Pferdes" sind wir momentan noch in Gesprächen. Allerdings ist dort meine Filmrolle auf einen Schimmel angelegt, was natürlich die Sache etwas komplizierter macht, weil die Rolle und letztlich das Drehbuch aufwändig auf mich umgeschrieben werden müssten.

    Gänzlich absurd empfanden meine Agentin und ich Angebote etwa eines Michael Bay-Projektes namens TRANSFORMING HORSES AT PEARL HARBOR, das haben wir glatt abgelehnt.
    Auch aus dem Plan von George mich in einer seiner beiden Trilogien nachträglich einzubauen, z.B. auf Naboo oder dem Waldmond Endor wird aus meiner Sicht nichts werden, denn die Fans verfolgen ihn ja gradezu, wenn er Änderungen an seinen Werken machen will. (schmunzelt).

    Am weitesten voran sind wir mit dem Projekt DER MIT DEM PFERD TANZT, einem Western aus Sicht eines Indianerpferdes. Wofür natürlich intensives Make-Up und dergleichen notwendig wären. Derzeit casten meine Agentin und ich meine menschlichen Co-Stars, sowie die Regisseure für dieses Projekt. Für meine Recherche habe ich mir auch schon einige Western von John Ford angeschaut, um mich in das Genre einzufühlen.


    Mr. Pferd, wo sehen Sie sich in der Zukunft?
    Pferd:Natürlich möchte ich mit den Größen des Business zusammenarbeiten, ich denke da an Scorsese, an Zemeckis, an DeNiro, an Pacino. Schaun wir mal, was noch kommt. (lacht)

    Wie sieht es eigentlich in ihrem Privatleben aus, gibt es eine Mrs. Pferd für Sie, wo und wie leben Sie, Mr. Pferd?
    Pferd:Bitte haben Sie Verständnis dafür, daß ich Privates und Berufliches strikt trenne und und daher auch weder Homestories machen werde noch Privates ausplaudern möchte, denn wie es einem damit ergehen kann medial sehen Sie ja grade, erlauben Sie mir diese Bemerkung, mit ihrem Bundespräsidenten. Nein, Privates werden Sie von mir nicht hören.

    Abschließend Mr. Pferd, wie ist Ihr Fazit zu WAR HORSE, für wen ist der Film, was erwartet den Zuschauer?
    Pferd: WAR HORSE ist ein typischer Spielberg und doch wieder nicht. Großes Gefühlskino und doch insgesamt eher sachlich, nüchtern erzählt ohne großes pathetisches Brimborium, ohne groß auf die Tränendrüse zu drücken. Der Schrecken des Krieges und der Irrsinn des Krieges und seine Opfer werden anschaulich gemacht. Großen Anteil hat auch der Score von John Williams, der groß aufspielt und doch auf dem Teppich bleibt. Kamera und Licht sind vom Feinsten, ebenso die Pferdeszenen. Dabei vergehen die zweieinhalb Stunden wie im Fluge. Schönes, großes Kino, ohne jetzt ein Riesenmeisterwerk zu sein.

    8/10 würde ich sagen.


    Mr. Pferd, wir danken Ihnen für dieses resümierende Gespräch über den Film WAR HORSE.
    Pferd: Keine Ursache, hat Spaß gemacht (lacht, wiehert und hebt beide Vorderhufe).
    Geändert von Wolfe (24.02.2014 um 18:21 Uhr)

  4. #24
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    AW: Onkel Wolfe sitzt vor seinem Viereck auf dem Hollywood-Karussell und ist glücklic

    Freitag, 17.02.2012, meine Kinosichtungen Numero 21 und 22, inklusive Erstsichtung Numero 16


    BLACK GOLD

    Beweggrund der Sichtung: Zweitsichtung, weil er mir beim ersten Mal so unglaublich gut gefiel

    Nach wie vor umwerfend gut inszeniert, fotografiert und geschauspielert - ein klasse Monumentalfilm mit Zwischentönen. Könnte den immer und immer wieder anschauen, so toll ist der IMHO gemacht. Tahar Radim gilt es zu beobachten, ebenso Mark Strong, denn beide spielen absolut umwerfend! Erwähnenswert auch der tolle Score von James Horner.

    Nach wie vor 10/10

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    EXTREM LAUT UND UNGLAUBLICH NAH

    Beweggrund der Sichtung: Der Kinotrailer, sowie Tom Hanks, Sandra Bullock, John Goodman, Max von Sydow

    Extrem nahegehend und unglaublich stark gemacht und gespiel!

    Bis zum Trailer den ich kurz zuvor erstmals im Kino gesehen hatte, wußte ich von der Existenz von Buch und Film überhaupt nichts. Allein Tom Hanks, Sandra Bullock, John Goodman, Max von Sydow waren Grund genug, denn alle Vier sind für mich tolle Schauspieler, die ich sehr mag. Ist sowieso meistens, abgesehen vom Trailer allermeistens der Hauptgrund der Sichtung dieses oder jenes Films, wenn mich die Namen der Besetzung bzw. des Stabs ansprechen.

    Die "09/11"-Anschläge und der Umgang damit wurden bereits hervorragend thematisiert in den Filmen 25 STUNDEN und DIE LIEBE IN MIR, sowie der herausragenden Feuerwehrserie RESCUE ME von und mit Denis Leary.
    EXTREM LAUT UND UNGLAUBLICH NAH fügt diesen Beispielen ein weiteres dickes Ausrufezeichen hinzu, denn der Film schildert auf unglaublich eindringliche und nahegehende Weise die Traumata der hinterbliebenen der "09/11"-Anschläge, ihre Verluste wie auch ihre Art mit ihren Traumata umzugehen bzw. diese zu verdrängen.

    Der junge Debütant Thomas Horn spielt die Figur des verhaltensgestörten Jungen unfassbar gut und greifbar nachvollziehbar. Man nimmt ihm seine Seelenpein zu jeder Zeit ab, wie auch seinen unglaublichen Schwung und Tatendrang, die er an den Tag legt sein "Programm" abzuspulen. Chapeau, verdient IMHO eine Oscarnominierung.

    Max von Sydow ist immer eine Freude, wenn er wo mitspielt, so auch hier. Mit intensivem Spiel weiß er hier erneut brillant zu gefallen. Auch Tom Hanks und Sandra Bullock spielen ihre Rollen stark und eindringlich.

    Musik und Sound fesseln von Beginn an. Der Film geht insgesamt unglaublich unter die Haut und schafft eine Grundbedrückung ob des Themas und Grundempathie für die unfassbar tragisch-traurigen Figuren von dem Jungen und dem alten Untermieter, wie auch der diversen Nebenfiguren, denn hier zeigt der Film auch episodisch die ein oder andere schauspielerische oder einfallsreiche Perle.

    Die Regie versteht es durch interessante Kniffe den mit Rückblenden durchsetzten Film durch Inszenierung und Schnitt und Musik absolut fesselnd zu gestalten, auch weil die Pein und das Innere des Jungen dadurch sehr gut herausgearbeitet wurden, wie auch jene des Untermieters.


    9/10


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    Donnerstag, 23.02.2012, meine Kinosichtungen Numero 23 und 24, inklusive Erstsichtungen Numero 17 und 18


    YOUNG ADULT

    Beweggrund der Sichtung: Jason Reitman, Diablo Cody, Charlize Theron, Patrick Wilson


    Da ich schon von Vater Ivan Reitman großer Fan bin (insbesondere DAVE und ANIMAL HOUSE, aber auch GHOSTBUSTERS 2) war es für mich selbstverständlich die Regiearbeiten des Sohnemanns Jason zu verfolgen und gleich schon THANK YOU FOR SMOKING fand ich richtig gut und JUNO wie auch UP IN THE AIR haben mich richtig umgehauen, denn da hat er wahre Meisterwerke voller Poesie und Wahrhaftigkeit hingeknallt.

    YOUNG ADULT reiht sich da nahtlos ein, wenngleich dieser hier deutlich mehr Richtung Drama geht als die zwei vorgenannten Reitman-Werke. Eigentlich sollte der Film vielleicht eher OLD KID heißen, denn die Hauptfigur Mavis ist im Grunde nie erwachsen geworden, sondern klammert sich immer noch an ihre High School Zeit und (gedanklich) ihre alte High School Flamme und benimmt sich obendrein wenig erwachsen sondern eher kindisch und peinlich albern.

    Da sie im Leben gescheitert scheint, führt sie ein "Weckruf" zurück in ihre Vergangenheit, zurück in das kleine Kaff mit all der Enge und dem Mief, der sie dereinst entlohen war. Ihre Reise in die Vergangenheit stellt sie letztlich an, um ihren alten High-School-Freund zurückzuerobern ungeachtet dessen, daß dieser Ehemann und frischer Vater ist. Dabei läßt sie keine Gelegenheit aus, sich bei Freund und Feind ordentlich zu blamieren und kein Fettnäpfchen auszulassen.

    Charlize Theron spielt diese gestörte Mavis mit Hingabe, wenngleich auch sehr zurückgenommen. Man nimmt ihr zu jeder Zeit die "High-School-Abschlußball-Schlampe", wie sie genannt wird, absolut ab. Patton Oswald und Patrick Wilson sind nicht minder gut in ihren unterschiedlichen Rollen, dabei gibt es eine sehr beeindruckend gespielte Szene zwischen Oswald und Theron, die einem vor Fassungslosigkeit/Überraschung den Mund offenstehen läßt.

    Der Humor kommt leise und nachdenklich daher, es überwiegt aber letztlich die Moll-Note in diesem -erneut- wahrhaftigen Werk von Jason Reitman.

    8/10



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    SAFE HOUSE

    Beweggrund der Sichtung: Der Trailer sowie Sam Shephard, Denzel Washington, Patrick Wilson

    "Ich schwöre bei meinem Leben" - noch nie wurde ein Schwur so schnell "eingelöst" wie in diesem Film

    Wenn schon ein Action-Thriller sich konventioneller Handwerksmuster bedient, dann tut es gut, wie in diesem, wenn er dafür mit eher ungewöhnlicher Kulisse zu punkten versteht. Hier spielt sich alles in Südafrika ab und von der Großstadt Kapstadt über ein Township bis hin zu endloser Landschaft wird hier vom Lokalkolorit reichlich Gebrauch gemacht.

    Leider wird auch reichlich Gebrauch gemacht von allzu viel Hektik in Bild und Schnitt, was insbesondere deshalb schade ist, weil man von den dramatischen Actionszenen oft nicht allzu viel mitbekommt, weil sie a) verwackelt und b) zu sehr in Nahaufnahme daherkommen und überdies in derartiger Vielzahl und Sättigung daherkommen, daß man als Zuschauer gradezu davon "erschlagen" wird. Ein bissel weniger wäre hier mehr gewesen.

    Schauspielerisch und mimisch beeindruckt hat mich letztlich am meisten noch Ryan Reynolds, der doch die ein oder andere Nuance einzubauen versteht in sein Spiel

    Grade noch ein "gut"
    6/10
    Geändert von Wolfe (24.02.2014 um 18:22 Uhr)

  5. #25
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    AW: Onkel Wolfe sitzt vor seinem Viereck auf dem Hollywood-Karussell und ist glücklic

    Sodele, neuer Monat, neues Spiel.

    Hier zunächst meine BESTENLISTE KINO-ERSTSICHTUNGEN FEBRUAR 2012

    01. --> <--BLACK GOLD 10/10

    02. --------><-- HUGO CABRET 10/10

    03. --------------><-- IN TIME 9/10

    04. -------------------><-- EXTREM LAUT UND UNGLAUBLICH NAH 9/10

    05. -----------------------><-- WAR HORSE 8/10

    06. ------------------------------><-- YOUNG ADULT 8/10

    07. -----------------------------------><-- ZETTL 8/10

    08. -------------------------------------------><-- DAME KÖNIG AS SPION 6/10

    09. ------------------------------------------------------><-- SAFE HOUSE 6/10


    Wobei ich betonen möchte, daß "auf der nach oben offenen Wolfe-Richterskala" 6/10 immer noch ein "Gut" bedeutet.



    ================================================== =================================================


    Daraus folgert meine BESTENLISTE KINO-ERSTSICHTUNGEN DES JAHRES 2012 (Januar und Februar beinhaltend):

    01. --><--THE HELP 10/10

    02. --------><--BLACK GOLD 10/10

    03. --------------><-- HUGO CABRET 10/10

    04. -------------------><--THE ARTIST 10/10

    05. -----------------------><-- THE DESCENDANTS 10/10

    06. ------------------------------><-- DRIVE 10/10

    07. -----------------------------------><-- EIN RISKANTER PLAN 9/10

    08. -------------------------------------------><-- IN TIME 9/10

    09. ------------------------------------------------------><-- EXTREM LAUT UND UNGLAUBLICH NAH 9/10

    10. ----------------------------------------------------------><-- ZIEMLICH BESTE FREUNDE 9/10


    Mein aktueller Stand an Kinosichtungen sind im Jahre 2012 ganze 18 Kino-Erstsichtungen bei 24 Kinosichtungen insgesamt.
    Also hab ich nach nur zwei Monaten des Jahres 2012 praktisch schon
    ein Viertel der gesamten Jahressichtungen 2011 absolviert


    ================================================== =================================================

    Und hier nun die Kino-Vorausschau März 2012 mit meinen

    SICHEREN KINO-ERSTSICHTUNGEN MÄRZ 2012:

    DIE PIRATEN! EIN HAUFEN MERKWÜRDIGER TYPEN
    weil ich erstens Aardman/Sony Animation-Filme mag, zweitens Seeräuberabenteuerfilme liebe und drittens den Trailer absolut Klasse und lustig finde


    HAYWIRE
    weil die Besetzung allein mit Michael Douglas, Ewan McGregor, Bill Paxton, Michael Faßbender usw. Grund genug für eine Sichtung ist und ich außerdem den Trailer sehr interessant fand und ohnehin Spionage-Thriller liebe


    BEST EXOTIC MARIGOLD HOTEL
    weil ich Tom Wilkinson und Bill Nighy sehr mag, den Trailer absolut umwerfend und liebenswürdig fand und deshalb sogar reingehe obwohl die spröde Judi Dench nicht zu meinen Lieblingen gehört..(to say the least about her )

    Diese drei Filme sind also meine absoluten Pflichtsichtungen im März 2012.

    Es gibt noch eine Reihe weiterer für mich interessanter Filme, die im März 2012 erscheinen, bei denen ich mir aber noch nicht im Einzelnen sicher bin, ob ich sie im Kino anschauen werde, das hängt auch von den jeweiligen Umständen (Uhrzeit/Kino/Kinosaal/Laune) ab....oder auf deren DVD-Release bzw. Sky-PayTV-Release warten werde:

    RUHM
    weil mich allein die Besetzung mit Stefan Kurt, Matthias Brandt, Justus von Dohnanyi, Heino Ferch, Senta Berger lockt, ich aber nicht sicher bin, ob der hier bei uns überhaupt im Kino laufen wird..oder ob nicht sowieso auch ein Fernsehtermin/DVD dieses Films ausreichend wäre

    HEADHUNTERS
    weil ich Skandinavien-Krimis liebe und der Trailer schon interessant aussah, frag mich nur, ob es unbedingt im Kino sein muß oder ich auf DVD/Fernsehen warten sollte mir diesen zu geben..

    JOHN CARTER
    weil ich normalerweise gerne Sci-Fi/Fantasy/Fremde Welten schaue, mir allerdings auf diesen Film anhand seines Trailers noch keinen rechten Reim machen kann, ob das was Brauchbares ist oder schon tausendmal (besser) gesehen und wiedergekäut

    CONTRABAND
    weil ich Marc Wahlberg und J.K. Simmons sehr mag, auch Beckinsale nicht verachte und auch Actionthriller gerne sehe, aber der Trailer jetzt nicht sooo dolle auf mich gewirkt hat, daß es unbedingt einer Kinosichtung bedarf

    RUSSENDISKO
    weil ich erstens die Vita von Wladimir Kaminer sehr beeindruckend finde, Kaminer spätestens seit seinem entwaffnend ehrlichen und komischen Auftritt bei "Pelzig unterhält sich" sehr mag, obwohl ich keines seiner Bücher kenne....AAAABER..bin mir unschlüssig, weil ich zum Einen Matthias Schweighöfer absolut nicht ausstehen kann und es mich zum Anderen im Trailer extrem gestört hat, daß die drei "Russen" um Schweighöfer, der Kaminer spielt (zumindest im Trailer) absolut flüssiges Hochdeutsch sprachen, wohingegen andere Russen im Trailer (z.B. Behördenmitarbeiter) den absoluten deutschen Russenklischee-Akzent sprachen..wenn das im fertigen Film auch so ist, fände ich das extrem störend, daß die drei Hauptdarsteller-"Russen" um Schweighöfer akzentfrei flüssig deutsch sprechen und die anderen dann die Klischee-Russen mit heftigem schweren Akzent deutsch reden.
    Geändert von Wolfe (24.02.2014 um 18:25 Uhr)

  6. #26
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    AW: Onkel Wolfe sitzt vor seinem Viereck auf dem Hollywood-Karussell und ist glücklic

    06.03.2012, gemütlicher DVD-/Fernsehabend

    Völkerverständigung, Culture Clash, fremde Kulturen, Religionen mal auf die Humoristische betrachtet:
    Beides in der Originalsprache, erst sächsisch/kölsch/persisch/deutsch, dann im zweiten Film englisch/hindi

    Zuerst sah ich meine ZDF-Aufzeichnung von letztem Jahr:


    SALAMI ALEIKUM

    Beweggrund der Sichtung: Was für ein Titel allein, SALAMI Aleikum, schon da mußte ich lachen und den Film unbedingt sehen, als ich ihn in unserer Fernseh-Programmzeitschrift entdeckte

    SALAMI Aleikum, ein denkwürdiger Titel . Genauso denkwürdig ist auch der ganze Film des deutsch-iranischen Regisseurs Ali Samadi Ahadi. Hierin bedient er sich munter der gängigen Klischees, die über Ossies und Wessies und Perser und deren jeweiligen Religionen, Kulturen, Gebräuche, Vorurteile so existieren und verwurstet die zu einem kunterbunten, skurilen Treiben, an dessen Ende Nichts mehr so ist, wie es den Anschein hat. Völkerverständigung/Kulturenverständigung der ganz besonderen Art.
    Toll an diesem Film ist jedoch nicht nur der Inhalt, sondern vor allem auch die Form, bedient sich doch Ahadi einiger unterschiedlicher Stilmittel vom (beinah) Bollywoodähnlichen Gesangs-und-Tanzeinlagen über grafisch-optische Gimmicks (was ich ja immer liebe) bis hin zu anständigen Special Effects. Das Schauspielensemble spielt beachtlich und überaus herzlich und vermittelt ihren skuril-liebenswürdigen Figuren richtig Leben. Ein Heidenspaß, der auch nachdenken macht.


    9/10

    ================================================== ========================================

    Danach dann


    LOOKING FOR COMEDY IN THE MUSLIM WORLD

    Beweggrund der Sichtung: allein das Genie Albert Brooks!

    "Looking for Comedy in the Muslim World"...so eine Idee kann ja nur aus dem Strohschober eines gewissen George W. entstammen. Nun, wie dem auch sei, man möchte die fremden Kulturen des Islams erstmal besser kennenlernen, bevor man seitens Washington auf Konfrontationskurs zu ihnen geht und die Bomben rausholt, also entschließt man sich ein "government program" mit dem Titel "Looking for comedy in the muslim world" aufzulegen, weil man glaubt, wisse man erstmal worüber fremde Kulturen so lachen und worüber nicht, könne man sich besser mit ihnen verständigen. Ein Comedian muß her, der das Ganze ergründet und einen 500-Seiten-Report für Washington schreibt, nachdem er in Indien und Pakistan den Humor der Leute ergründet hat.

    Schauspieler und Regisseur Albert Brooks (Lost in America/ Defending your Life) spielt sich selbst in diesem Film, den er auch inszeniert. Der arbeitslose Schauspieler und Comedian Albert Brooks wird also vor eine Kommission nach Washington berufen, der der ehemalige (real life!) Senator und Präsidentschaftskandidat Fred Dalton Thompson (auch Schauspieler übrigens) vorsitzt, welcher nun dem verdutzten Brooks die ganze verrückte Idee verklickert, für deren Durchsetzung man ihn, Brooks, gewinnen wolle.

    "why me?" entgegnet Brooks.
    "quite fankly, you were not our first choice but the other comedians we wanted, all have work" entgegnet ihm Thompson.

    Rumms, das saß ..aber Brooks wird gebauchpinselt, er könne ordentlich Geld ausgeben, es werde ihm auf seiner Mission an nichts mangeln und außerdem bekäme er nach Zurückbringen seinen 500-Seiten-Reports die "medal of freedom".

    Weit her ist es jedoch nicht mit dem an "nichts mangeln", denn anstatt in der versprochenen First Class findet sich Brooks nebst seinen zwei Aufpassern vom State Department in der Holzklasse wieder. Auch in Indien angekommen, muß er feststellen, daß Niemand sie erwartet, Niemand sie abholt und auch das angemietete Büro eine einzige kleine Klitsche ist, wo im Nachbarzimmer (schöne Spitze gegen Outsourcing Call Center) jede Menge Inder sitzen, die sich z.B. mit "The White House, please hold the line" bei den Anrufern melden, die sicher meinen, tatsächlich mit dem Weißen Haus verbunden zu sein .

    Man erarbeitet also ein Konzept, heuert eine einheimische Sekretärin an (die Bewerbungsgespräche sind Brooks-typisch humorvoll) und begibt sich auf die Straße Leute zu befragen, wprüber sie gerne lachen. Brooks wundert sich über die schwache Resonanz und auch darüber, daß es in Indien nicht, wie etwa in Amerika, einen Comedy Club an jeder Ecke gibt, genauer gesagt, er findet gar keine.

    So entschließt man sich selbst einen Abend vor indischem Publikum zu geben und dort einen Standup hinzulegen, der ..nunja..das muß man gesehen haben. Jedenfalls entwickelt sich die vielleicht mal ernsthaft gemeine "Humor"-Mission mehr und mehr zum Himmelfahrtskommando, das nicht nur die Diplomatischen Beziehungen zwischen Indien und Pakistan auf eine harte Probe stellen, sondern derart Kollateralschaden entstehen lassen..nunja, auch das muß man gesehen haben
    In jedem Falle schonmal ne herrliche Spitze, daß am Ende sein bestes Publikum ein paar konspirativ besuchte Pakistanis sind, die mehr den Eindruck von Terroristen machen (und vermutlich im Film auch welche darstellen sollen).

    Albert Brooks liefert mit seiner Regiearbeit LOOKING FOR COMEDY IN THE MUSLIM WORLD (wie auch seinem Schauspiel und dem übrigen Cast) jedenfalls eine herrliche, bitterböse Farce ab, bei der einem mehr als einmal das Lachen im Halse stecken bleibt und so manche Vorurteils-Klischees vorgeführt werden. Dabei bedient er sich des für ihn so typischen, unnachahmlichen Humors, der ihn und seine Regiearbeiten auszeichnet.

    9/10
    Geändert von Wolfe (24.02.2014 um 18:26 Uhr)

  7. #27
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    AW: Onkel Wolfe sitzt vor seinem Viereck auf dem Hollywood-Karussell und ist glücklic

    Freitag, 10.03.2012, Kinosichtung 25, Erstsichtung 19


    HAYWIRE

    Beweggrund der Sichtung: Michael Douglas, Ewan McGregor, Bill Paxton, Michael Faßbender, Antonio Banderas und daß es ein Geheimdienst-Milieu-Thriller ist

    Spannung will eigentlich keine so wirklich aufkommen, was vermutlich an der vollkommenen Absenz von Tempo liegt. Soderbergh isnzeniert das Ganze eher locker-flockig-cool im OCEAN'S11-Stil. Als gediegen erzählter Schauspielerfilm wirklich tollund sehenswert, und hier schließe ich die Hauptdarstellerin ausdrücklich ein. Vieles hätte dafür gesprochen, daß die Martial-Arts-Sportlerin bei den Kämpfen ne gute Figur macht, aber beim schauspielern wie Falschgeld rumsteht angesichts der starken Schauspielerpräsenz dieses Films. Aber auch in ihrem Schauspiel, ihrer Mimik weiß sie eine gute Figur zu machen und überzeugend die toughe aber auch verletztliche hintergangene Person darzustellen, die sie verkörpert. In diesem Film spielt beinah jeder ein falsches Spiel, nur bei der Michael Douglas-Figur bin ich mir nicht ganz im Klaren, ob auch er zum Komplott gegen die Dame gehört oder nicht. Schön übrigens Michael Douglas wieder so fit zu sehen, hoffentlich bleibt er das auch und erleidet keinen Krebs-Rückfall!

    Was dem sehr guten Film aber von absoluten Top-Wertungen wie 8/10 oder 9/10 oder 10/10 in meiner Wertung fernhält, ist daß die Action und Kämpfe und Verfolgungen zwar nüchtern-glaubwürdig dargestellt wurden, aber angesichts fehlenden Pacings, fehlender passender entsprechender Musikuntermalung und fehlender Schnitt-Dramatik eben trotz ihrer perfekter Inszenierung den Zuschauer eher kalt lassen, ja, man schert sich im Grunde um Niemanden in der Geschichte, fiebert auch um das Wohl und Wehe der weiblichen Hauptfigur nicht wirklch mit.

    7/10


    ==================================================

    Freitag, 16.03.2012, Kinosichtung 26, Erstsichtung 20


    JOHN CARTER

    Beweggrund der Sichtung: Die gestern unverhofft vom Kinopersonal "an den lieben
    Stammkunden" mir geschenkte Freikarte für die 3D-Vorstellung von JOHN CARTER
    plus der Tatsache, daß mir unser Matt und Keyzer den Film empfohlen haben


    "Ich entwische uns!!" Der Satz des Tages, was ein denkwürdiger, witziger Satz.

    Danke Keyzer und Matt für die Empfehlung, wirklich ein toller Film, der mich richtiggehend geflasht hat und den ich angesichts der horrenden 3D-Preise ohne Eure Empfehlung und ohne die mir gestern vom Personal geschenkte Freikarte sicher nicht im Kino gesehen hätte

    Ist ne schöne Mischung aus STAR WARS, STAR TREK, AVATAR und DER PLAN geworden, auch mit "Indianer"-Anspielungen zwischen den Zeilen.

    Was mir gleich sehr gut gefallen hat, waren die Regie/Schnitt-Kniffe etwa als der sich gegen Vorgesetzte rüpelhaft auflehende John Carter im abrupten Umschnitt seine Situation verschlechtert hat, ein Gimmick, was anfangs auf dem Mars auch noch einmal angewandt wurde. Schöner skuriler Viecherzeuch-"Zoo", der da den Mars bevölkert. "McNulty" in einer, nuja, ungewohnten Rolle. Schöne Effekte, schöne Raumschiff und Städtedesigns. Witz in der Geschichte und den Dialogen. Dazu die herrliche Figur von Mark Strong. So ganz bin ich allerdings nicht hinter diese Art "Adjustment Bureau"-ähnlichen bzw. "Fringe-Beobachter"-ähnlichen Gesellen und deren Motivation gestiegen. Wollen die Einen partout sich nicht einmischen sondern nur das große Ganze im Einklang halten (FRINGE), die Anderen sich doch einmischen um das Große Ganze im Einklang zu halten (DER PLAN), so sind mir die Motive bei den Gesellen in JOHN CARTER nicht ganz klar geworden. Einerseits wollen sie nach eigener Aussage nur korrigierend eingreifen und allein der Mensch bzw. die Planetenbevölkerten richten allein allen Schaden und Unrecht und Krieg usw. an, in Wirklichkeit sind es doch aber grade diese Beobachter, die hier entscheidend eingreifen und der Bevölkerung bzw.den Handelnden erst die Waffen und Mittel in die Hände geben, um erst richtig loszulegen. Was also hätte der Masterplan von Strong Sinn gemacht erst die Geschicke bis zur Hochzeit derart zu lenken und dann das Ganze wieder zu kippen?

    Naja, sei es drum, sind halt unlogische "Beobachter", die allein um des Spaßes willen Völker aufeinanderhetzen und sich einen Spaß machen dann an der gegenseitigen Vernichtung zuzuschauen. Auch ein "Hobby".

    Aber wie gesagt, in jedem Falle faszinierende Figur und auch faszinierendes Konzept.

    Tolle Musik von Giacchino, ein wirklich mitreißender, großer epischer Score, tolle Kamera, Effekte, Designs, Schauspieler. Einzig 3D unnötig wie ein Kropf (leider läuft er bei uns nur in 3D) und besonders ärgerlich wo doch der Regisseur sich explizit gegen 3D ausgesprochen hat, 3D auch nicht mag und erst das Studio Disney, vermutlich um mehr Kohle zu machen, den Film hinterher in 3D umgewandelt hat. Wenn das so weitergeht treiben die Studios die 3D-isierung noch auf die Spitze, bis die Kinogänger von 3D und den horrenden 3D-Preisen die Nase voll haben und wiedermal Etwas künstlich und mutwillig von den Studios zu Tode geritten worden ist.

    Ansonsten aber famose gemachtes Science-Fiction-Märchen!

    9/10
    Geändert von Wolfe (24.02.2014 um 18:26 Uhr)

  8. #28
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    AW: Onkel Wolfe sitzt vor seinem Viereck auf dem Hollywood-Karussell und ist glücklic

    Dienstag, 20.03.2012, Kinosichtung 27, Erstsichtung 21


    BEST EXOTIC MARIGOLD HOTEL

    Beweggrund der Sichtung: Tom Wilkinson und Bill Nighy, dazu der sympathische Kinotrailer zu dem Film und allein dieser Spruch in Trailer und Film:"wie an der Costa Brava?" Bill Nighy: "Jaaa, nur mit mehr Elefanten!"



    Wie sagte schon der große Philosoph Forrest Gump?
    "Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen - man weiß nie was man kriegt".

    So ergeht es auch den mehr und minder rüstigen englischen Rentnern, die sich auf die Annonce des "Best Exotic Marigold Hotel - home for the elderly and beautiful" etwas Anderes vorgestellt haben für ihren Altersruhesitz als sie dann tatsächlich bekommen. Das Luxuspalast-artig beschriebene Hotel erweist sich als heruntergekommenes Hotel, wo es an vielem mangelt. Doch man arrangiert sich nach und nach mit Hotel, Land und Leuten - Manche mehr, Manche weniger.

    BEST EXOTIC MARIGOLD HOTEL jedenfalls ist als Film einfach wunderbar, ein wunderschöner Film voller Charme und Esprit und einem wunderbaren Schauspielensemble.
    Freude, Trauer, Liebe, Ablehnung, Vorurteile und deren Überwindung - in dieser Pralinenschachtel von einem Film ist wirklich alles drin, wird dem Zuschauer alles geboten und mit viel Liebe und Herz serviert.

    9/10
    Geändert von Wolfe (24.02.2014 um 18:26 Uhr)

  9. #29
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    Donnerstag, 29.03.2012, Kinosichtung 28, Erstsichtung 22



    DIE PIRATEN ! EIN HAUFEN MERKWÜRDIGER TYPEN

    Beweggrund der Sichtung: Der tolle Trailer, wie auch die Vorliebe für das Genre an sich. Außerdem mag ich Sony Animation/Aardman sehr

    Beim Klabautermann, was ein Spaß. Toller Look, wunderbare Animationen, witzige Einfälle und Seitenhiebe (etwa bekommt Charles Darwin ordentlich was ab mit seiner Lehre), wunderbare Filmmusik von Thedore Shapiro und einige wirklich gute Gags. Schön auch, daß man für den Piratenkapitän die "Originalsynchronstimme" von Hugh Grant in der deutschen Fassung genommen hat, auch sonst gute Synchro. Das Beste kommt dann noch zum Schluß - der durchgehend illustrierte Abspann - ein wahres Füllhorn an schrägen Ideen und Gags und Gimmicks, ein Geek-Paradies, Fundstücke links und rechts des Credits-Textes, sodaß man auf ein Mal gar nicht alles erfassen kann. Das müßte in Slow-Motion abgespielt werden - oder gut, spätestens dann halt auf DVD/BLueRay in Slowmotion um Alles an Einfällen mitzubekommen. Auch in den Credits - ich sag nur "No Dodos were made extinct during the making of the movie"

    9/10
    Geändert von Wolfe (24.02.2014 um 18:27 Uhr)

  10. #30
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    AW: Onkel Wolfe sitzt vor seinem Viereck auf dem Hollywood-Karussell und ist glücklic

    Sonntag, 01. APRIL Kinosichtung 29 in diesem Jahr, bei 22 Erstsichtungen

    Zweitsichtung von

    DIE PIRATEN - EIN HAUFEN MERKWÜRDIGER TYPEN

    Erneut ein Dauergrinsen den Film hindurch, sehr sehr liebevoll und en detail gemacht. Schön die animinierten Seekarten-Reisen. Erneut eine witzige Herausforderung der Abspann. Erneut nicht alles davon erfassen können!

    =======================================

    Rückblick auf meinen Kinomonat März 2012:

    Beste Filme Erst-Kinosichtungen März 2012

    01. --> <--JOHN CARTER 9/10

    02. --------><-- THE PIRATES! 9/10

    03. --------------><-- BEST EXOTIC MARIGOLD HOTEL 9/10

    04. -------------------><-- HAYWIRE 7/10


    ==========================================


    Beste Filme Erst-Kinosichtungen des Jahres 2012

    01. --> <--THE HELP 10/10

    02. --------><--BLACK GOLD 10/10

    03. --------------><-- HUGO CABRET 10/10

    04. -------------------><--THE ARTIST 10/10

    05. -----------------------><-- THE DESCENDANTS 10/10

    06. ------------------------------><-- DRIVE 10/10

    07. -----------------------------------><--JOHN CARTER 9/10

    08. -------------------------------------------><-- THE PIRATES! 9/10

    09. ------------------------------------------------------><-- EIN RISKANTER PLAN 9/10

    10. ----------------------------------------------------------><-- BEST EXOTIC MARIGOLD HOTEL 9/10



    ==========================================

    Vorausschau meiner sicheren Pflichtsichtungen April 2012


    SPIEGLEIN SPIEGLEIN - DIE WIRKLICH WAHRE GESCHICHTE VON SCHNEEWITTCHEN
    Grund: allein der witzige deutsche Titel und der witzige Trailer. Interessante Heransgehensweise an das Märchen, dazu noch Top-Besetzung mit Julia Roberts, Sean Bean, Nathan Lane etc.


    CHRONICLE
    Grund: allein der interessante "what the fuck's going on" Trailer


    THE AVENGERS
    Grund: Bin zwar weder Comic-Kenner noch -Freund, fand auch IRON MAN 1 Film nicht gut und den Zweier deshalb gar nicht erst gesehen, fand aber die Filme CAPTAIN AMERICA ganz okay und THOR richtig gut und werd ihn mir allein wegen Filmkomponist Alan Silvestri und der Aussicht auf zwei Stunden unbeschwertes Popcorn-Kino mit Schauwerten satt anschauen.
    Geändert von Wolfe (24.02.2014 um 18:28 Uhr)

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