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Thema: Sanctum Sanctorum

  1. #1
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    Sanctum Sanctorum

    Hallo zusammen. Bereits seit einiger Zeit verfolge ich einige Filmtagebücher fleissig, dadurch konnte ich Informationen über einige Filme erhalten, die ansonsten niemals auf meinem Radar aufgetaucht wären. Jetzt habe ich mich dazu entschlossen, selber ein Tagebuch anzulegen, um meine unmittelbaren Eindrücke nach dem Filmgenuss (zumindest in Zukunft, heute beginne ich mit einigen Streifen, die ich in letzter Zeit gesehen habe) festzuhalten.

    Ich hoffe, ihr habt euren Spass daran und ich würde mich freuen, ein kleines feedback auf der filmtagebuchdiskussionsseite zu bekommen.

    Zu guter letzt muss ich euch warnen, ich bin noch sehr feucht hinter den ohren, was das benutzen von foren anbelangt, von daher können schon mal für euch peinliche fragen auftauchen, nehmt es mir nicht übel, jeder hat mal klein angefangen.

    Inhaltsverzeichnis: (Seite)

    1. Knight and Day (1)
    2. Machete (1)
    3. Dr. No (1)
    4. 30 Days of Night 2 (1)
    5. Get Him to the Greek (1)
    6. Kumonosu-Jô (1)
    7. Ben X (1)
    8. In the Company of Men (1)
    9. A Nightmare on Elm Street Remake (1)
    10. Executive Decision (2)
    11. Wild Target (2)
    12. Traffic (2)
    13. Nueve Reinas (2)
    14. Tannöd (2)
    15. Jonah Hex (2)
    16. Leaves of Grass (2)
    17. The Mothman Prophecies (2)
    18. Modigliani (2)
    19. Piranha 3D (2)
    20. How to Train your Dragon (3)
    21. Adam Resurrected (3)
    22. True Grit 1969 (3)
    23. A Better Tomorrow (3)
    24. He Got Game (3)
    25. Prey (3)
    26. Hatchet (3)
    27. City of Ember (3)
    28. The Hit (3)
    29. Lions for Lambs (3)
    30. The Good Girl (4)
    31. Double Tap (4)
    32. Richard III - Loncraine (4)
    33. Cronos (4)
    34. Stranger than Paradise (4)
    35. Buffalo Soldiers (4)
    36. Kick-Ass (4)
    37. Crying Fist (4)
    38. JSA (4)
    39. To Live (4)
    40. Black Snake Moan (5)
    41. Do the Right Thing (5)
    42. Letters from Iwo Jima (5)
    43. Hana-bi (5)
    44. John Adams (5)
    45. Wall Street: Money Never Sleeps (5)
    46. The Social Network (5)
    47. The Pursuit of Happyness (5)
    48. Scott Pilgrimm vs the World (5)
    49. Resident Evil: After Life (5)
    50. Animal Kingdom (6)
    51. Mazes and Monsters (6)
    52. Winter's Bone (6)
    53. The American (6)
    54. Anthony Zimmer (6)
    55. Monsters (6)
    56. Il postino (6)
    57. Face (6)
    58. The Kids are all right (6)
    59. True Crime (6)
    60. R.E.D. (7)
    61. Peacock (7)
    62. Howard's End (7)
    63. Sherlock Holmes (7)
    64. The Prince of Tides (7)
    65. Perdita Durango (7)
    66. Unstoppable (7)
    67. The Sorceror's Apprentice (7)
    68. The Loved Ones (7)
    69. The Collector - 2009 (7)
    70. Carriers (8)
    71. Places in the Heart (8)
    72. Dinner for Schmucks (8)
    73. The Last Exorcism (8)
    74. Buried (8)
    75. Somewhere (8)
    76. Mother & Child (8)
    77. Sky Captain and the World of Tomorrow (8)
    78. Rabbit Hole (8)
    79. Pickpocket (8)
    80. Shock Corridor (9)
    81. Red Hill (9)
    82. Bad Day at Black Rock (9)
    83. Lucky Numbers (9)
    84. To Kill a Priest (9)
    85. Rammbock (9)
    86. Tangled (9)
    87. Harry Potter and the Deathly Hallows Pt. 1 (9)
    88. Megamind (9)
    89. The Forbidden Door (9)
    90. The Iron Giant (10)
    91. 127 Hours (10)
    92. Stone (10)
    93. Cul-de-sac (10)
    94. Four Lions (10)
    95. The Green Hornet (10)
    96. Me and You and Everyone we Know (10)
    97. Love and other Drugs (10)
    98. Grace is Gone (10)
    99. Bloody Mama (10)
    100. Cap Fear 1991 (11)
    101. True Grit -Coens (11)
    102. Black Swan (11)
    103. The Mechanic -Bronson (11)
    104. Thor (11)
    105. Dead Set (11)
    106. No Strings Attached (11)
    107. How Do You Know (11)
    108. Uncle Bonmee (11)
    109. The King's Speech (11)
    110. Let Me In (12)
    111. Welcome to the Rileys (12)
    112. Secretariat (12)
    113. All or Nothing (12)
    114. Greetings (12)
    115. Ils se marirent et eurent beaucoup d'enfants (12)
    116. The Score (12)
    117. The Duellists (12)
    118. Rasputin (12)
    119. Captain America (12)
    120. Midnight in Paris (13)
    121. The Eagle (13)
    122. Kray (13)
    123. Killer Elite (13)
    124. Birdman of Alcatraz - Lancaster (13)
    125. Shopgirl (13)
    126. A Seperation (13)
    127. The Girl with the Dragon Tattoo - Fincher (13)
    128. Le gamin au vélo (13)
    129. I Hired a Contract Killer (13)
    130. Trapped in Paradise (14)
    131. Amos & Andrew (14)
    132. Guarding Tess (14)
    133. OMFE-Speedround: Le nom des gens (14)
    134. Sullivan's Travels (14)
    135. Sunrise - A Song of Two Humans (14)
    136. Hidden Fortress (14)
    137. Journey 2 (14)
    138. Tempo di uccidere (14)
    139. Sonny (14)
    140. The Weather Man (14)
    141. World Trade Center (14)
    142. Postcards from the Edge (14)
    143. Miss Pettigrew Lives for a Day (14)
    144. Babylon A.D. (14)
    145. Flashbacks of a Fool (15)
    146. Salmon Fishing in the Yemen (15)
    147. OMFE-Speedround: Eskiya (15)
    148. Rock of Ages (15)
    149. Southern Comfort (15)
    150. Europa (15)
    151. To Be or not to Be (15)
    152. The Amazing Spider-Man (15)
    153. Goldfinger (15)
    154. Superman (15)
    155. Mystery Team (16)
    156. Looper (16)
    157. The Flowers of War (16)
    158. A Shock to the System (16)
    159. Shoot to Kill /Deadly Pursuit (16)
    Geändert von Jackie Flannery (23.11.2012 um 13:48 Uhr)
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  2. #2
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    AW: Sanctum Sanctorum

    1. Knight and Day

    Der Anfang sieht sehr vielversprechend aus. Cruise & Diaz treffen sich auf dem Airport und die Anziehungskraft ist nicht zu übersehen, beide geraten durch äussere Umstände auf den gleichen Flug und dort geht dann richtig die Post ab. Die ganze Sequenz im Flugzeug ist auch schon das klare Highlight des Films, die Situation urkomisch und ich habe mich schon auf sehr unterhaltsames Popcornkino eingestellt.

    Leider fällt der Film von da an steil bergab und erzeugt bei mir nur noch ein geringes Interesse. Währenddem die Actionszenen und der wiederkehrende, ans A-Team erinnerte, Gag mit den KO-Tropfen noch Punkten konnten, hatte ich besonders mit dem Superheldencharakter Tom Cruise's meine Liebe mühe. Selbst Ethan Hunt war da ein glaubwürdigerer, realitätsnäherer Charakter als der gute Herr Knight. Wie er jeden Schurken mit einer Selbstverständlichkeit in ein frühes Grab beförderte und dabei selbst aus bester Position nicht von diesen getroffen wurde, löste bei mir Frustration aus und war der hauptgrund, warum ich mit dem Machwerk nicht warm wurde.

    Die Schauspieler, allen voran Cameron Diaz, machen ihre Sache jedoch ausserordentlich gut. Trotzdem hätte ich von einem James Mangold Film mehr erwartet, der erste seiner Filme, der meine Erwartungen nicht übertrifft.

    5 von 10
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  3. #3
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    2. Machete

    Wow, was war das für ein Beginn. Grindhousekino wie es besser nicht umgesetzt werden kann, dabei schafft es Robert Rodriguez immer wieder Spitzen in Richtung US-Amerikanische Politik zu setzen und ironisiert den gegenseitigen Umgang zwischen der hispanischen Bevölkerungsgruppe und den Rednecks aufs deftigeste. Der Film ist ein von Testosteron, Sex und Humor triefendes Trashfeuerwerk und verliert nie seinen Charme. Dabei weiss jeder der Darsteller zu gefallen, Robert de Niro hat hierbei gegen Ende des Filmes fast alle Lacher auf seine Seite. Ebenfalls zu erwähnen ist, wie Robert Rodriguez es versteht, seinem Film durch den absichtlichen B-Movie Look mit den vielen Schnittfehlern und der manchmal schlechten Bildqualität, zusätzlichen Reiz zu verleihen.

    8 von 10
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  4. #4
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    3. Dr. No

    Lief vor ein paar Wochen auf Kabel 1 und da ich's mir zur Lebensaufgabe gemacht habe, all meine Erinnerungen aus Bondfilmen, die ich jeweils nur sehr schwer mit den passenden Filmen in Verbindung bringen kann, richtig zuordnen zu können, wurde der alle erste Bond gleich geguckt. Zu meiner Überraschung musste ich feststellen, dass ich ihn noch nie zuvor gesehen hatte und so war es schön mitanzusehen, wie viele spätere Merkmale der Bondreihe, der Martini, die Walther und einige Sprüche, bereits hier zum Einsatz kamen.

    Die Handlung des Filmes kann man schnell vergessen, spätestens als Ursula Andress vom Zelluloid zum ersten Mal in voller Pracht für die Ewigkeit festgehalten wird, kommt man auf ganz andere Gedanken, die später, bei der Szene nach der radioaktiven Verseuchung, als Bond und die Andress von den Insellakaien des Dr. No's heftigst abgeschrubbt werden, zunächst einmal umgesetzt werden müssen. Ich bedanke mich hierbei herzlichst bei Kabel 1 für die vielen und mit der notwendigen Länge versehenen Werbeunterbrechungen.

    Insgesamt gesehen ein guter Bond, der mich im Gegensatz zu anderen Bondfilmen stets gut unterhalten konnte und Lust auf mehr Einblicke aus dem Leben des Spions mit der Lizenz zu töten macht.

    7 von 10
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  5. #5
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    4. 30 Days of Night 2: Dark Days

    Der erste Teil ist für mich einer der besseren Filme mit Vampirthematik des nicht mehr ganz so neuen Jahrtausends. Nein, ich halte ihn sogar für einen hervorragenden Horrorfilm, mit einer äusserst bedrückenden Atmosphäre und einer Aussichtslosigkeit, die ich so ähnlich nur in ganz grossen Klassikern des Genres empfunden habe, z.b. Shining, The Thing.

    Normalerweise sehe ich mir Direct to video Filme nie an, bei diesem machte ich eine Ausnahme, da mir der Trailer sehr gut gefiel, weil er verdeutlichte, dass die Filmschaffenden hier wissen was sie tun, die Pluspunkte des Originals übernehmen und diese auf eine neue Lokalität übertragen.

    So wurde ich auch nicht enttäuscht, der Film erweckte zu seinen besten Momente bei mir Erinnerungen an ähnlich nihilistische Carpenterwerke, einige Charaktere könnten geradewegs daraus entsprungen sein und LA wird ein herrlich, schäbiges Gesicht gezeichnet. Ausserdem ist ihm zuzuschreiben, dass er selten mit typischen Dämmlichkeiten aus B/C-Filmen zu kämpfen hat. Allerdings bietet er auch kaum Überraschungen, dennoch ein B-Movie dass man sich zu jeder Zeit geben kann.

    6 von 10
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    5. Get Him to the Greek

    Forgetting Sarah Marshall rangiert in meiner persönlichen Bestenliste des Jahres 2008 immernoch auf Rang 5. Ich musste selten bei einer modernen amerikanischen Komödie mehr lachen, konnte mich überausgut mit den Charakteren allen voran Jason Segels Figur identifizieren und wurde sofort angesteckt von dem warmherzigen Charme der Geschichte.

    Aldous Snow war dabei einer der Eckpfeiler, besonders seine musikalischen Einlagen wussten durch den nicht allzu subtilen Wortwitz zu gefallen und so war ich frohen Mutes, als ich von diesem Spin Off zum ersten Mal gehört habe.

    Und der Film kann die Erwartungen grösstenteils erfüllen. Bis auf die ganze Las Vegas Sequenz fehlen ihm zwar die Szenen zum Losbrüllen, jedoch konnte er bei mir stets ein lächeln auf die lippen zaubern, was auch an den tollen Schauspielern liegt, besonders Jonah Hill wusste als Anker für den übergeschnappten Rockmusiker zu überzeugen. Ausserdem gefiel mir die Analyse seiner Beziehung zur Mad Men Schönheit sehr und Puff Daddy konnte sein nicht zu erwartendes Comedytalent zur Schau stellen.

    7 von 10
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    6. Throne of Blood (Kumonosu-Jô)

    Der 7te Kurosawa für mich nach 7 Samurai, Dersu Uzala, Ran, Rashomon, Yojimbo und Kagemusha. Von denen gefiel mir nur Ran nicht, was sicherlich auch daran liegt, dass ich kurz zuvor King Lear gelesen hatte und diesen noch viel zu sehr im Gedächtnis hatte, um mich von dem Film völlig einnehmen lassen zu können. Die anderen Titel hingegen konnte mich immer durch ihren Einfallsreichtum und die schlicht umwerfende visuelle Kraft berauschen. Dabei ist Kurosawa besonders mit Shichinin no samurai ein Meisterwerk gelungen.

    Throne of Blood steht diesem nur sehr wenig nach. Von Anfang an hielt mich, die aus der Macbeth Tragödie bekannte Geschichte in ihrem Bann. Wie Kurosawa es schafft, seine Bilder zu kompositionieren und vor allem in den Actionszenen, eine seiner Zeit weit vorausgehende Dynamik zu entwickeln, ist einfach nicht zu übertreffen.

    Dabei nimmt vor allem die Natur eine tragende Rolle ein. Der alles umschlingende Nebel und der undurchdringbare Wald erschaffen ein Gefühl von Leere und Hoffnunglosigkeit, als ob man einen Blick auf eine von Geistern bewohnte Welt erhascht, Geistern, die immer noch den alten Lastern nachgehen und alles ihrem Geltungszwang unterstellen müssen.
    Als Washizu (gespielt vom unglaublich charismatischen Toshirô Mifune) und Miki sich im unübersichtlichen Dickicht des Waldes verirren und auf das Orakel (den bösen Geist) treffen, scheint alles seinen Lauf zu nehmen.

    Mehrmals hat Washizu zwar die Chance, die richtigen, Frieden bringenden Entscheidungen zu treffen. Er wird aber von seiner in ihm schlummernden Machtgier verschlungen, die erst von seiner manipulativen und herrlich unheimlichen Frau geweckt wurde. Er verliert immer mehr den Bezug zur Realität und hält sich nach einer weiteren, kryptischen Vision des bösen Geistes für unbesiegbar. Als das Unmögliche doch eintrifft, ist es schon zu spät.

    Der Film ist auf so vielen Ebenen ein brilliantes Werk, dass es mir schwer fällt, alle aufzulisten ohne abzuschweifen. Für Einsteiger in Kurosawas Welt sehr zu empfehlen, der Film ist nicht so kopflastig und hart zu entschlüsseln wie Rashômon und weist nie irgend welche altersbedingten Längen auf.

    9 von 10
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    7. Ben X

    Ben X ist ein flämischer Film, der sich um einen Aussenseiter dreht, der sich einzig und allein in MMORPGS im Stile von World of Warcraft verwirklichen kann. Dort ist er ein geschätzter und respektierter Held, der schon seit über einem Jahr mit einer Heilerin zusammenspielt, an die er sein Herz verliert und die ihn als einzige Mitmenschin wie einen normalen Menschen behandelt.
    Doch normal ist Ben nicht - er leidet an einer Form des Autismus, an die ihn seine liebevolle, aber überfürsorgliche Mutter immer erinnert. In der Schule wird er aufs übelste von seinen Mitschülern gehänselt, das geht sogar so weit, dass sie ihn mit heruntergelassenen Hosen filmen und verhöhnen. Später taucht das Video natürlich auch im Internet auf.
    Besonders zwei grenzdebile Idioten, die eine riesige Wut bei mir während des Sehens erzeugten, nehmen sich Ben immer wieder als ihr Lieblingsopfer vor, bis es Ben nicht mehr aushält.

    Der Film klingt nach einer verhaltenen Charakterstudie, die von den Schauspieleren lebt und visuell kaum etwas zu bieten hat, das ist allerdings nicht der Fall. Man merkt dem Regisseur an, dass er in jeder Szene etwas noch nie gesehenes erschaffen wollte. Durch die Verknüpfungen zu Ben's Spielewelt und Ben's tiefsinnige Introspektiven kann sich der Zuschauer gut in ihn hineinversetzen und muss schon einige male hart schlucken, wenn wir hören wie unverstanden er sich fühlt und wie dumm sich seine Zeitgenossen eigentlich anstellen.

    Leider verliert der Film nach Bens schwer verdaulichen letzten Begegnung mit seinen beiden Peinigern seine kompromisslose, realistische Linie und driftet in eine Fantasiewelt ab, die zwar äusserst originell auftretet, allerdings meiner Meinung nach nicht so ganz zum Rest des Filmes passen will. Hier hatte ich auch das Gefühl, dass der Regisseur Nic Balthazar auf Teufel komm raus den Zuschauer mit seiner Originalität beeindrucken wollte und zugleich den suizidgefährdeten Menschen eine Alternative bieten wollte. Jedoch wäre mir die tiefschwarze Haltung seines Filmes bis zum Schluss lieber gewesen, da sie nun mal viel öfter eintritt als das Wunschdenkenfinale, dass zwar visuell und in seiner Ausführung ganz grosses Kino ist.

    Ein grosses Lob auch an den unerfahrenen Hauptdarsteller, der den Film mühelos auf seinen Schultern trägt.

    8.5 von 10
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  9. #9
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    8. In the Company of Men

    Was man alles mit einem kaum vorhandenen Budget erreichen kann, zeigt Neil LaBlute in seinem bitterbösen Erstlingswerk. Zu Beginn des Filmes dachte ich mir, dass LaBlute wohl gerade selber verlassen wurde und seinen ganzen Frust auf die Frauenwelt niederschrieb und während dem Schreiben gemerkt hatte, dass seine beiden misogynistischen Helden wunderbare Charaktere für eine Komödie abgeben, besonders Aaron Eckharts Charakter Chad lässt einen Spruch nach dem anderen raus, die alle weit unter die weibliche Gürtellinie zielen.

    Als die beiden Antihelden schon weit mit ihrem perfiden Plan, ein Mauerblümchen (in diesem Fall sogar eine taube Frau) dazuzubringen sich in sie beide zu verlieben, nur um sie dann knallhart abzuschiessen, fortgeschritten waren, ging bei mir ein Warnlicht an. Die enge Freundschaft der beiden ungleichen Herren, Chad ein hübscher, schlagfertiger Mann, der immer weiss, wie er sich einen Vorteil holen kann und Harold, ein nervöser Mann mit hoher Stirn, der sicherlich nicht gerade der geborene Womanizer zu sein scheint, erschien mir von anfang an nicht ganz koscher.

    Deswegen hat mich die monumentale Auflösung jetzt auch nicht von den Socken gehauen, trotzdem bietet der Film so viele Interpretationsmöglichkeiten, was die Absichten der Figuren angeht, dass mich das nicht weiter stört, eine der letzten Szenen zwischen Eckhart und Stacy Edwards (die, die taubstumme spielt) ist so sensationell gespielt, dass Sie das Geld alleine wert ist.
    Allgemein war ich sehr beeindruckt von Aaron Eckhart's zurückhaltenem Spiel, dass aber immer den richtigen Ton trifft und somit einer ungemein interessanten Figur, Leben einhaucht. Für mich nur knapp hinter Nicholson die beste männliche schauspielerische Leistung 1997.

    Als einziger Kritikpunkt muss ich festhalten, dass sich einige Längen einschleichen, der Dialog einige Male gekürzt hätte werden können und das der Look verständlicherweise etwas billig daherkommt.

    8 von 10
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  10. #10
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    9. A Nightmare on Elm Street (2010)

    Ich bin kein riesengrosser Fan der Reihe, die Teile des Franchises, die ich gesehen habe, konnten mich jedoch immer gut unterhalten. Hier hat mir besonders Wes Cravens New Nightmare gefallen.
    Eigentlich halte ich sehr wenig von Remakes von Horrorklassikern, konnte aber oft überrascht werden von deren Qualität (z.b. Last House on the Left, Crazies, Dawn of the Dead) und musste nur einmal in den sauren Apfel beissen (Friday the 13th). Dem neuen Film merkt man von Beginn weg an, dass er sich stark am Original orientiert hat, was ich allerdings hier eher für eine Schwäche halte, da so die unzähligen Schockeffekte verpuffen, weil die meisten Szenen in dieser Art schon in einem der Vorgänger zu sehen waren.

    Ein grosses Plus des Filmes ist das gute Cast, das zum grössten Teil nicht aus Horrorfilm üblichen Luschen besteht, die den Zuschauer höchstens durch ihre saudummen Aktionen amüsieren können. Nein, die Charaktere wirken echt und einige der Jungschauspieler können ihr Potential in einigen Szenen erkennen lassen, ich bin schon sehr gespannt wie sich Rooney Mara als Lisbeth Salander schlagen wird in David Fincher's The Girl with the Dragon Tattoo Remake. Jackie Earle Haley kann zwar als Freddy überzeugen, kommt aber nicht an Robert Englund heran.

    So bleibt festzustellen, dass der Film zwar ein ansehnliches Horrofilmchen ist, sich in Freddy Kruger's Universum allerdings keinen hohen Stellenwert erarbeiten kann und die Notwendigkeit einen Klassiker neuzuverfilmen nicht gerechtfertigen kann.

    5 von 10
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