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Thema: Sanctum Sanctorum

  1. #21
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    AW: Sanctum Sanctorum

    20. How To Train Your Dragon

    Nachdem ich in den ersten gut 20 Minuten des Filmes überhaupt nicht warm wurde mit den Charaktern, Jay Baruchel's nerviger Stimme und von der Hektik der ersten Drachen gegen Wikingerkämpfe erschlagen wurde, hatte ich mich innerlich schon auf ein Desaster eingestellt, doch der Film kriegt auf wundersame Weise die Kurve und entwickelt sich ab dem Moment, indem Toothless in Hiccup's Leben eintritt, zu einem witzigen, charmanten Feel Good Movie.

    Besonders Toothless kann den Zuschauer durch seinen wunderbaren, alles andere als zahmen Eindruck für sich gewinnen und die langsame Annäherung zwischen ihm und seinem "Meister" Hiccup zu gleichwertigen Partnern ist eines der grössten Highlights des Filmes.

    Doch der wahre Augenöffner liegt in dem letzten Drittel des Filmes und der fulminanten Schlacht zwischen den Wikingern und der Drachenmutter. Insbesondere Toothless und Hiccup's Einsatz gegen diese in der Luft ist mit die atemberaubendste Action, die ich je in einem Animationsfilm gesehen habe. Die epochale Wucht dieses Luftkrieges hat mich z.t. zurück in einen 8-jährigen Jungen verwandelt, der mit offenen Augen staunend eine ihn überwältigende, neue Welt entdeckt.

    Wenn man einen Kritikpunkt suchen will, wird der sicherlich in der nicht gerade revolutionären Story zu finden sein, dass spielt aber für einmal keine Rolle, da man sich kaum dem Charme dieses Krachers entziehen kann, sobald man sich in die Welt eingelebt hat.

    8 von 10 und landet damit auf dem vierten Platz in meiner Jahreswertung 2010 bisher.
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  2. #22
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    21. Adam Resurrected

    Adam Resurrected war mir schon länger bekannt, fast alle Kritiken, die ich gelesen hatte, sprachen von einer grossartigen Leistung Jeff Goldblums. Viele sehen Adam Stein als seine beste Performance an und in der Tat, scheint er wie geboren für diesen Part zu sein.

    Der Film beginnt mit einer Aufnahme auf Goldblums Augen, mit denen er gerade in die Kamera hineinblickt und uns direkt ansieht, plötzlich dreht sich eines seiner Augen von rechts nach links während das andere ohne sich zu rühren, in seinem Platz verharrt.

    Das ist eine bemerkenswerte und unvergessliche Szene um den Charakter Adam Steins, der auf eine reale Person fungiert, einzuführen und sagt eigentlich alles über seine Gesinnung aus. Das bewegende Auge beschreibt eine Seite seiner Persönlichkeit, die verspielte: ein brillianter Komiker, Magier, Clown, Gedankenleser in den frühen 30er Jahren in Deutschland, vom Volk gefeiert. Dann ist da die andere verstörende Seite, sein ruhendes Auge, indem all der Kummer und das Elend begraben zu sein scheint, dass er während seiner Gefangenschaft in einem Konzentrationslager in sich gesammelt hat.
    Was besonders an ihm nagt, sind seine Erinnerungen daran, wie viel er in Kauf nahm, um sein Überleben sicherzustellen, denn Adam Stein hat seine Gabe, Menschen zum Lachen zu bringen, dafür eingesetzt, den Kommandanten seines KZ's (ebenfalls sehenswert Willem Dafoe), einen Typen, den er einst bei einer seiner Shows blossgestellt hat, bei Laune zu halten, indem er dessen Aufforderung während seiner gesamten Gefangenschaft zu jeder Zeit einen Hund zu spielen, nachkam.

    Davon versprach er sich zunächst, seiner genauso eingesperrten Familie das Leben zu retten, früh wurde ihm jedoch bewusst, dass die Versprechungen und Vertröstungen des Kommandanten nichts wert waren und der Tod seiner Liebsten unvermeidbar, obwohl ihm der Kommandant gestand, als die Amerikaner schon beinahe vor den Toren waren, dass er ohne Weiteres seine Familie hätte retten können, das aber nicht wollte.
    Dennoch macht Adam mit seiner Hundeshow weiter als wäre nichts gewesen, da sein Wille zu Überleben stärker war, als sein eigener Stolz.

    Kurz nach dem Eröffnungsshot wird Adam abgeführt, zum wiederholten Male, in eine Anstalt für Holocaustüberlebende, die sich in einer kargen, wüstenähnlichen Landschaft Israels befindet. Überall im gesamten Komplex besitzt Adam Alkoholverstecke, er scheint viele Freiheiten zu geniessen und die meisten Patienten blicken auf zu ihm. Hier bekommen wir einen weiteren Einblick in Adam's dunkle, manipulative Seite, denn eine Schwester ist ihm praktisch hörig und er macht sich eine Freude daraus, sie sexuell und mit Worten immer wieder abzustrafen.

    Hier beginnt allerdings auch Adam's Heilung. Der Leiter des Instituts glaubt, dass sich seine Patienten gegenseitig besser helfen können, da sie sich besser verstehen, so trifft Adam auf ein Kind, dass zu glauben scheint, ein Hund zu sein und so sehr er sich auch sträubt und von dem Kind abwendet, die beiden verbindet ein Band, dass so leicht nicht zerrissen werden kann und unwiderruflich beginnt Adam's Wiedergeburt, indem er versucht, das Kind aus seiner Psychose zu wecken.

    Wenn ich mir das bis jetzt Geschriebene ansehe, wird mir erst klar, wie sehr mich der Film bewegt, nicht unbedingt emotional, es ist keiner dieser Holocaustfilme, die darauf angelegt sind, möglichst viele Tränen aus dem Zuschauer auszuquetschen, sondern mental, Adam's Schicksal ist auf schreckliche Weise faszinierend und seine Befreiung von seiner Schuld scheint unmöglich, leider setzen hier auch die Mängel des Filmes ein.

    Paul Schrader verpasst es, Adams Entwicklung richtig zu timen, die ganzen Rückschläge wirken auf Dauer zäh, die urplötzliche Beschleunigung der Geschichte, zusteuernd zu einem versöhnlichen Ende unglaubwürdig, ausserdem gibt es einige unnötige surreale Passagen, die nicht so richtig ins Gesamtbild des Filmes passen und die Figur der Schwester und ihre devote Haltung Adam gegenüber, so wie der Drang zur eigenen Demütigung bleibt unverständlich, da der Film keine Zeit dafür aufbringt, ihren Charakter zu erläutern, so dass man diesen Aspekt der Geschichte besser gestrichen hätte.

    Nichtsdestotrotz ein sehr sehenswertes Machwerk über den schwierigen Weg hin zur Genesung für die Überlebenden der Greueltaten des Naziregimes gespickt mit einigen Deutschen Stars, die allerdings nur Beiwerk sind.

    8 von 10
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  3. #23
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    22. True Grit (1969)

    Nach betrachten des Trailers zum neuen Coen Brothers Remake dieses Westernklassikers, war ich guten Mutes, einige schöne Stunden, im von mir, desto älter ich werde, immer mehr gemochten wilden Western zu verbringen. Dem Duke bin ich zwar im Gegensatz zum Dude nicht so zugetan, er konnte mich jedoch schon mit Filmen wie Rio Bravo und The Man Who Shot Liberty Valence begeistern. So lange die typische Arroganz und gefühlte Überlegenheit die oftmals seine Figuren umgibt, auf ein Minimum reduziert wird, kann ich mich mit ihm abfinden, bin sogar z.T. eingenommen von seiner unverwechselbaren Leinwandpräsenz.

    Leider fällt seine Interpretation des Rooster Cogburn (genialer Name) wieder in die Kategorie: Arrogant, Hochnäsig und mit einem fürchterlichen Sinn für Humor bestückt. Zusätzlich gibt Country Star Glen Campbell wahrscheinlich eine der schlechtesten Performances der Kinogeschichte ab und auch die Dritte im Bunde Kim Darby pendelt zwischen Weltklasse und Kreisliga, was auch daran liegt, dass sie viel zu alt für den Part ist.

    So schleppt sich der Film durchs Ziel und kann bis zur Schlangengrube Sequenz kaum für Spannung sorgen und Wayne's Oscargewinn ist eigentlich ein Witz und sicherlich mehr eine Auszeichnung für seine gesamte Karriere, wenn man sich vor Augen hält, was alleine schon Dustin Hoffman und Jon Voight in Midnight Cowboy geleistet haben, fühlt man sich schön bekloppt. Burtons und O'Tooles nominierte Darbietungen habe ich noch nicht gesehen, ich kann mir aber kaum vorstellen, dass sie nicht über Wayne's Cogburn einzusiedeln sind.

    Na ja, immerhin freue ich mich trotzdem noch auf die Coen Brothers Version.

    3 von 10
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  4. #24
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    23. Ying hun boon sik ( A Better Tomorrow)

    Ein bisschen John Woo Geballer kann nie schaden! So hatte ich mir seinen Durchbruchsfilm ausgeliehen und meine Erwartungen wurden erfüllt. Der Film kommt zwar meines Erachtens nicht an andere Woo Hongkong Werke wie Hard Boiled oder The Killer heran, was daran liegt, dass mich die Story nicht vom Hocker reissen konnte, glänzt aber in vielen Actionszenen und hat mit Chow Yun-Fat die coole Sau vom Dienst im Cast, dessen Auftreten und Mode damals für einen Boom unter den Jugendlichen Hongkongs auslöste. Zusätzlich gefiel mir Lung Ti's Performance, der den älteren Triadenbruder des ehrgeizigen Polizisten Leslie Cheung spielt, der zwar schon bedeutend besser aufgetrumpft hat, trotzdem seine sache solide erfüllt.

    7 von 10
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  5. #25
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    24. He Got Game

    Film Numero 8 für mich von Spike Lee nach Jungle Fever, Malcolm X, Clockers, Summer of Sam, 25th Hour, Inside Man und Miracle at St. Anna und kaum ein Regisseur schafft es, von einem Moment der Grossartigkeit in einen der absoluten Lächerlichkeit abzurutschen. Besonders aufgefallen ist mir das in Jungle Fever, der mich wirklich an der Angel hatte mit seiner Geschichte, den Leistungen der Schauspieler und der Inszenierung, bis da eine Szene kommt am Ende des Films, die in ihrer Übertriebenheit und Sentimentalität kaum zu ertragen war und mir beinahe den ganzen Film ruiniert hat.

    He Got Game hat auch einige dieser Momente, in denen der gute Spike die Moralkeule schwingt, hält sich aber ansonsten zurück. Der Film kann von seiner Handlung her mit Jerry Maguire verglichen werden, erreicht aber nie dessen Klasse. Ein junger aufstrebender von allen Scouts gejagter Basketballspieler (gespielt von der 3 Punkte Maschine Ray Allen) wird eine Woche lang, dabei eingefangen, wie er sich entscheiden muss, für welches College er spielen möchte. Dabei wird er von allen Seiten manipuliert, jeder, seine Verwandte, seine Freundin, High School Coach etc. glaubt zu wissen, was für ihn das Beste ist.

    Der Junge, der alleinerziehend für seine jüngere Schwester sorgen muss, nachdem sein Vater seine Mutter getötet hat und dafür eine Haftstrafe absitzt, ist mit der Situation völlig überfordert. Sein gesamtes Dilemma wird nicht besser als plötzlich sein Vater (gewohnt grandios Denzel Washington) vor der Haustüre steht, was das Talent nicht weiss, ist das sein Vater nur für diese eine Woche entlassen wurde, damit er dafür sorgt, dass er auf die Schule geht, in der ihn der Gouverneur, der das Gefängnis seines Vaters zum grössten Teil finanziert hat, sehen will, für Denzels Charakter würde das eine abgeminderte Haftstrafe bedeuten.

    Ausgeliehen habe ich mir den Film, weil ich mir ein gutes Vater/Sohn Drama erhofft habe, dass so selten entsteht, da beide selten aufeinanderstossen und Lee wohl eher an ihrer jeweiligen Umgebung interessiert war. Die heuchlerische Welt, die sich für den Sportler aufmacht und seines Vaters überwachte Welt am sozialen Ende der Gesellschaft. Schlussendlich spitzt sich der Film zu einem Duell der beiden unter dem Korb zu, indem es um die Zukunft des Sohnes geht und auf dem Weg dahin, wird ihre schwierige Beziehung (in der Vergangenheit hat der Vater seinen Sohn mit harter Hand trainiert, was zu Rissen in ihrer Beziehung führte und auch zum Tod der Mutter) thematisiert und der Vater versucht seinem Sohn näher zu kommen, wird aber von diesem regelmässig abgewiesen.

    Der Film bietet gute Baskeballszenen und einen anständingen Soundtrack von Public Enemy kann aber kaum über ein Durchschnittswerk hinauswachsen.

    6 von 10
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  6. #26
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    25. Prey

    Peter Weller, die geile Sau, Held meiner Kindheit, dank ihm habe ich mich zwei Jahre lang im Roboterschritt durch den Kindergarten gearbeitet immer mit dem Spruch - Tod oder Lebendig, du kommst mit mir! - auf den Lippen.

    Er war auch der Grund dafür mir dieses (vorweggenommen) üüüüüüüüüüüüüble Machwerk anzutun.

    Die Situation: Ein reicher Industrieller macht mit seinen beiden Kindern und deren neuer Stiefmutter (Spannung vorprogammiert) Urlaub in Afrika. Eine Safari soll vor allem dafür sorgen, dass sich Wellers junge Frau (gespielt von Bridget Moynahan, deren Karriere scheinbar schon vorbei ist) und seine Teenage-Tochter (gespielt von Carly Schroeder, die überragend in Mean Creek agierte) annähern, die Tochter bricht jedoch jeden Kontaktversuch vorzeitig ab und sorgt für Unmut in der Familie. Am zweiten Tag der Safari muss Weller den Bau einer Bewässerungsanlage beaufsichtigen, so dass sich seine neue Frau und seine beiden Kinder alleine zusammen mit einem Guide auf den Weg machen. Dieser rückt vom Weg ab, damit sie endlich ein paar Tiere zu sehen bekommen und wird dadurch Löwenfutter und für die Krisenfamilie beginnt der Kampf ums nackte Überleben.

    Was dann folgt, sind 1 1/2 Stunden wunderschöne Naturaufnahmen aus Afrika, besonders die Löwen werden von der Kamera in ihrer ganzen Pracht aufgenommen. Wenn ich mir allerdings so einen Film ansehen wollte, hätte ich zu einer Dokumentation gegriffen.

    Die Story selbst, springt von einer Dummheit in die andere, besonders Moynahan's Charakter ist kaum zu ertragen. Ein Beispiel: Als sie es schafft, den Schlüssel für den Jeep zu ergattern (das einzige was vom guide noch übrig blieb), startet sie den Wagen. Allerdings ist sie immer noch in so einer Panik, dass sie wie eine Wilde durch die Afrikanische Steppe rast ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, dass die Löwen wohl kaum einen fahrenden Jeep attackieren würden. Es kommt was kommen muss, sie setzt den Wagen in den Sand und der Spass beginnt wieder von vorne.

    Solche Momente gibt es unzählige und auch das Verhalten der Löwen ist nicht nachvollziehbar, das einzige, was man diesem Schinken zu Gute halten kann, ist das er nicht auch noch in rassistische Gewässer läuft, als die drei auf afrikanische Jäger treffen und diese gottseidank als Menschen dargestellt wurden und nicht Wilde, die ein Hallelujah in den Himmel brüllen, da sie endlich Frischfleisch für ihre Macheten (pun intended) gefunden haben.

    Weller bleibt leider auch unterfordert, Carly Schroeder konnte mich auch hier wieder überzeugen und ich hoffe, dass sie in Zukunft ein paar bessere Angebote bekommt, sie ist ja noch sehr jung und hat noch Zeit.

    2 von 10
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  7. #27
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    26. Hatchet

    New Orleans mit seinen umliegenden Bayous ist der Handlungsort von Hatchet. The Big Easy gehört zu den Orten, die ich unbedingt einmal besuchen muss, am besten noch bevor ich mit komplettem Tauchset aufbrechen muss. Die Stadt hat einen Zauber und wirkt durch seine Historie, die Lebensfreude und Offenheit der Menschen wie eine sagenumworbene Märchenstadt. Ein Szenario wie geschaffen für einen Horrorfilm.

    So nutzt Hatchet sein Setting wirklich sehr gut aus, eine Legende wird erzählt von einem Killer, der in den Bayous haust und nach einem Ausflug in diese, bleibt ein Tourboot stecken und einige illustere Charaktere sind gestrandet und merken bald, dass an der Legende was dran sein könnte.

    Eines der grossen Plus von Hatchet sind seine für einen Slasherfilm, ausgereiften Figuren. Da gibt es das alte Ehepaar, dass sein Jubiläum während dieser Tour feiert, den Loser, der seine Ex vergessen machen möchte, dessen schwarzen Kumpel, der lieber weiter Mardi Gras feiern möchte, aber aus Solidarität zu seinem Freund mitgegangen ist, zwei Pornotantchen und deren Kameramann/Regisseur und eine mysteriöse Frau. Dazu als Highlight des Filmes, ein chinesisch stämmiger Amerikaner, der sich als Cajun und Guide ausgibt.

    Ausserdem besticht der Film durch seine makaberen und starken, handgemachten Effekte und ein Filmmonster, dass allein durch seinen Look einen Platz in der Horrorruhmeshalle unter Kultkillern wie Jason, Freddy oder Michael Myers verdient hat.

    Das mich der Film trotzdem nicht überzeugen konnte, liegt daran, dass die fiesen Kills im Film meilenweit vorausgedeutet wurden, der Regisseur hat es verpasst, diese schockierend oder unvorhersehbar einzusetzen und zudem sind sie nicht gerade revolutionär, trotz ansehnlicher Härte. Durch dieses Manko wollte bei mir keine Spannung aufkommen und der Film kam mir so um einiges länger vor.

    Wenigstens gibt's mit der exotischen Schönheit Tamara Feldman, sicherlich nicht verwandt mit Corey, gehörig was fürs Auge.

    5 von 10
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  8. #28
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    27. City of Ember

    Zwiespältiges Filmerlebnis. Zum einen wusste die Welt um Ember sehr zu gefallen, dieser abgehalfterte Look von Ember, die schrulligen Bewohner und die interessante Geschichte, dann wiederum merkt man deutlich, dass die Vorlage (die ich kenne) massiv gekürzt wurde, denn viele Figuren wirken nicht ausgereift (als ob einiges an potential verschleudert wurde), das Drehbuch überspringt immer wieder Szenen, so dass man nie das Gefühl bekommt, einen Fantasyepos zu sehen, dass er durchaus hätte sein können. Und durch dieses Gehetze wirkt der Überlebenskampf der beiden Hauptfiguren nicht so kraftvoll wie er hätte sein müssen, um den Zuschauer emotional einzuschnüren.

    Was bleibt sind tolle Darsteller, wunderschöne Sets (in die wohl das meiste Geld des 55 Mio Budgets geflossen ist, in die z.T. Augenkrebs erregenden Computereffekte sicherlich nicht) und ein eigentliches Grundgerüst einer Geschichte, die durchaus Potential gehabt hätte, die nächste grosse Fantasyreihe zu werden.

    6.5 von 10
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  9. #29
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    28. The Hit

    Ich bin gerade dabei meine DVD's ein wenig zu ordnen, so kann ich mir endlich die Filme ansehen, die hier schon länger herum liegen, die ich bisher aber immer von mir weggeschoben habe, warum auch immer.

    Zu diesen gehört The Hit, der dritte Kinofilm von Stephen Frears, der heute zu den bedeutendsten britischen Regisseuren gehört und ein wahrer Alleskönner ist, was Filmgenres anbelangt. Ganz einfacher Grund den Film zu kaufen, waren allerdings diese drei Namen: ROTH, HURT, STAMP. Da sollte jedem Filmfan das Wasser im Mund laufen.

    Die Handlung dreht sich in erster Linie um Terence Stamps Figur.

    Willie Parker hat vor 10 Jahren seine Gangsterkollegen an die Justiz verkauft, diese sangen ihm schon damals im Gerichtssaal inbrünstig ein Ständchen mit den Zeilen: We'll meet again, don't know where, don't know when, cause I'll know we'll meet again, some SUUUUNNY DAAAAY. Parker konnte sich also sicher sein, dass er nochmals von seinen Kumpanen hören wird. So dauert es 10 Jahre bis Parker, inzwischen in einem Zeugenschutzprogramm in Spanien untergebracht, Besuch bekommt von spanischen Jugendlichen, die ihn kidnappen und weiterverkaufen an zwei Hitmänner (ROTH in seiner ersten Kinorolle und John Hurt, als erfahrener Killer), die von seinen ehemaligen Freunden engagiert worden sind. Die drei brechen auf zu einem Roadtrip quer durch Spanien mit dem Ziel Paris, Frankreich. Unterwegs halten sie an um den Wagen zu tauschen.
    In einem der Verstecke von John Hurt's Charakter treffen sie zufällig auf eine Figur aus Hurts Vergangenheit sowie dessen spanische Geliebte. Die Geliebte wird mitgenommen und Hurt verabschiedet sich von seinem alten Freund wie die Situation es erfordert. Hätten sie gewusst, welche Schwierigkeiten, die temperamentvolle Spanierin den beiden Killern noch einbringen würde, hätten sie es sich zweimal überlegt sie mitzunehmen.

    Der Film glänzt und lebt in erster Linie von seinen Darstellern, die allesamt starke Vorstellungen abgeben, dabei stiehlt der damals beinahe unbekannte Tim Roth, den beiden grossen britischen Charaktermimen Stamp und Hurt, regelmässig die Show, in einer für ihn später charakterisierenden Rolle, als leicht naiver, schnell gereizter Psychopath. Besonders sein Wutanfall und Barfight in einer kleinen spanischen Spelunke ist eine der einprägsamsten Momente des Filmes.
    Auch die spanische Schönheit Laura del Sol ist ein absolutes Highlight. Sie treibt einen entscheidenen Keil zwischen die beiden Entführer und lässt den schweigsamen, eiskalten Killer Hurt zunehmend die Kontrolle verlieren. Er weiss nicht recht, ob er sie töten oder bumsen soll.

    Dazu kommt Stamps völlig fatalistisch erscheinende Figur, der Hurt und Roth immer wieder mit seiner Gelassenheit aus der Fassung bringt. Im späteren Verlauf des Filmes hält er einige Monologe über den Tod, bringt seine Sicht der Dinge zum Vorschein, konnte mich dabei nie so richtig überzeugen, da er einfach viel zu unmenschlich daherkommt. Wer sich zehn Jahre versteckt und trotzdem keine Angst vor seinem Schicksal zeigt, bei dem kann etwas nicht stimmen.

    Schlussendlich ist der Film wie viele Frears Filme, zumindest für mich, weder Fisch noch Fleisch. Zu schwerwiegend liegen einige Schwächen im Drehbuch, wie gesagt, besonders die Haltung von Stamps Charakter ist über weie Strecken nicht nachvollziehbar, eine Wendung zum Schluss hin wirft erst spät etwas Licht ins Dunkel, kann aber nicht darüber hinweg täuschen, dass man bis zu dem Zeitpunkt wenig Sympathie oder Verständnis für die Figur aufbringen konnte, die die Opferrolle, die sie eigentlich einnimmt, nicht annehmen will.

    Dafür kommt der Betrachter in den Genuss einiger fabelhafter Einstellungen, trotz limitiertem Budgets und darf sich auf eine bis in die kleinsten Rollen starke Besetzung freuen.

    7 von 10
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    29. Lions for Lambs

    Im Gegensatz zu vielen anderen Filmffreaks heutzutage, sehe ich Tom Cruise's dauergrinsende Hackfresse immer noch gerne. Und sein unverkennbarer Wahnsinn sollte ihm am Ende förderlich sein für seinen Charakter in diesem Film.

    Der Film ist eine dieser Hollywoodproduktionen, die massenweise einige Jahre nach Kriegsbeginn im Irak von den Studios herausgebracht wurden, allerdings beim Zuschauer kaum Anklang fanden. Auch dieses Werk trotz grossen Stars und Robert Redford im Regiesessel fällt unter diese Kategorie, dabei ist ihm zuzuschreiben, dass der Film für sein Genre sehr kurzweilig daherkommt, was sicher auch an der Erzählung in "Echtzeit" liegt und einige interessante Fragen aufwirft auf die es keine Antworten zu geben scheint.

    Die Handlung ist unterteilt in drei Kriegsschauplätze, zwei junge Soldaten, die während einer neuen Offensive in Afghanistan hinter die feindlichen Linien geraten, ein junger aufstrebender Senator (Cruise), der diese initiert hat und sich vor einer erfahrenen Journalistin (Streep) für den bisherigen Kriegsverlauf rechtfertigen will und sie zur selben Zeit auf seine Seite ziehen will, damit sie in der Presse positiv über die neue Offensive berichtet. Ausserdem versucht im dritten Erzählungsstrang, dessen Zugehörigkeit zu den beiden anderen zunächst nicht klar ist, ein Professor (Redford) einen seiner begabtesten Schüler (der neue Peter Parker Andrew Garfield), dazuzubringen sich vermehrt in den Unterricht einzubringen, nachdem dieser zuletzt ein an Apathie grenzendes Desinteresse zur Schau stellte.
    Diese drei Handlungsstränge werden dabei während einer Stunde miteinander vermischt, so dass sich allmählich ein klareres Bild abzeichnet.

    Das mir der Film gar nicht einmal so schlecht gefallen, liegt wohl auch an diesem technischen Kniff, so dass man stetig am Geschehen interessiert ist, obwohl der Film am Schluss eigentlich kaum Antworten bietet. Cruise übertrifft die restlichen Darsteller deutlich, sein Politiker ist der Realität stark entnommen, seine Leitsätze wirken einstudiert, nie lässt er sich wirklich in seine Karten blicken und ständig versucht er die Journalistin zu manipulieren durch seinen Charme oder seine Rhetorik, in dem er geschickt, den wirklich schmerzhaften Fragen der Journalistin ausweicht. Diese Episode ist mit Abstand am Besten.

    Die Episode der Soldaten leidet ein wenig am übermässigen Pathos der Brüderschaft der Soldaten und die Nachtszenen in der eisigen Kälte Afghanistans sind so dunkel inszeniert, dass man kaum etwas erkennt und die beiden eigentlich starken "Nachwuchs"darsteller (Michael Pena und Derek Luke) von Glück reden können, dass sie noch eine Debattierszene in einer von Redford geleiteten Klasse haben, um sich auszeichnen zu können.

    Auch die Parallelen die Redford in seiner Episode im Gespräch mit Garfield zu seinen beiden früheren Schüleren ziehen will, scheinen mir ein wenig bei den Haaren herbeigezogen.

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