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Thema: Sanctum Sanctorum

  1. #11
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    AW: Sanctum Sanctorum

    10. Executive Decision

    Mitte der 90er Jahre war ich so ein grosser Seagal/Dudikoff/Van Demme/Stallone Fan, dass der Film genau in mein Beuteschema gepasst hätte, irgend wie ist er aber trotzdem immer an mir vorbeigangen, wahrscheinlich liegt das daran, dass mir bewusst war, dass Karate-Steven früh aus dem Film ausscheiden wurde und Kurt Russell damals für mich nur Cpt. Ron war und er mir damit gefühlte 5 Stunden meiner Kindheit geraubt hat, dieser Mistkerl.

    Wie gut, dass sich Zeiten ändern können durch meine spätere Liebe zu Carpenter Filmen ist Kurt Russell in meiner Gunst bedeutend angestiegen und wegen Seagal muss man sich heute fast schämen, wenn er mit seiner Wampe weiterhin einen Elitesoldaten nach dem anderen verspeisen will - Karate kann dich nur so weit bringen wie es deine Kondition zulässt.

    Aber zum Film: der Film ist lupenreines Actionkino, hat mit dem Andocken an das Flugzeug und dem finalen nervenaufreibenden Shootout zwei fantastische Sequenzen und kann auch ansonsten über die ganze Laufzeit hinweg die Spannung hochhalten. Halle Berry ist hier übrigens in einer recht frühen Rolle zu sehen und auch ansonsten verfügt der Film über eine namhafte und engagiert agierende Besetzung.

    Zu Empfehlen für alle, die sich gerne Actionfilme mit auswegslos scheinenden Szenarien ansehen und von Spannung gerne zerrissen werden.

    7 von 10
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  2. #12
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    11. Wild Target

    Auf Wild Target wurde ich erst aufmerksam, als ich mir den Trailer auf moviemaze gab und dank Bill Nighy vor Lachen fast gestorben wäre, da auch die bildhübsche und äusserst talentierte Emily Blunt eine tragende Rolle zu spielen scheinte, war mir schnell klar, dass ich an dem Film nicht vorbeikomme. Und es hat sich gelohnt!

    Der Film versprüht jede Menge Charme, Nighy ist überragend in seiner Rolle als eiskalter Profikiller ohne jedes Gespür für soziale Kontakte und ihm zuzuschauen, wie er sich langsam aber sicher an sein eigentliches Opfer (Emily Blunt's Figur, die dank unstillbaren kleptomanischen Veranlagungen ein übers andere mal die gesamte Bande in Schwierigkeiten bringt) annähert, ist mit eine der grossen Stärken des Filmes. Der dritte im Bunde wird gespielt von Rupert Grint, ein etwas einfältiger Bursche mit dem Herz am richtigen Fleck, der während einem aberwitzigen Slapstickfeuerwerk in der Tiefgarage eher zufällig auf die beiden Protagonisten trifft und ungeahntes Potential im Beseitigen von Menschen zur Schau stellt, so dass er kurz entschlossen von Nighy mitgenommen wird, da der schon lange einen Nachfolger ausbilden wollte.

    Der Film lebt von der Chemie des Trios und wird nur dann ein wenig zäh, wenn Martin Freeman's Figur (der Hauptkonkurrent unter den Hitmännern für Nighy) auftritt, da diese sehr einfallslos daher kommt und über keine wirklichen charakteristischen Merkmale verfügt.

    Insgesamt eine wahnwitzige britische Komödie mit toll aufgelegten Schauspieleren, die am ehesten an In Bruges erinnert, aber nicht ganz dessen Qualität erreicht.

    8 von 10
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  3. #13
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    12. Traffic - Macht des Kartells

    Traffic habe ich vor vielen Jahren einmal auf DVD gesehen, dabei liess er mich emotional kalt und ich habe seither kaum einen Gedanken an den Film verschwendet. Als er vor ein paar Wochen auf SF 1/2 lief, gab ich ihm nochmals eine Chance, um Erinnerungen aufzufrischen und weil ich den Film heute emotional sicher anders betrachten würde, als mit 13/14 Jahren.

    Und so wurde ich schnell von dem visuellen Reiz des Filmes in den Bann gezogen, besonders das Mexiko Szenario mit den rauen, naturalistischen Filtern, die die Strassen von Tijuanha in einen goldenen Glanz baden und dem Zuschauer eine unerträgliche Hitze suggestieren, hat es mir angetan. Das Washington Szenario steht da im krassen Kontrast mit seinem blauen Farbton, der die unterkühlten Gefühle und Beziehungen zwischen den Politikern und vor allem zwischen Michael Douglas, der eine Art Elliott Ness der Anti-Drogenbehörde spielt, und seiner drogenabhängigen Tochter wunderbar wiederspiegelt. Dazu kommt ein dritter Handlungsstrang mit Catherine Zeta-Jones, die die Frau eines kürzlich verhafteten Drogenbarons spielt, die zu Beginn unscheinbar und unwissend zu sein scheint, sich im Laufe der Geschichte allerdings zu wandeln beginnt und skrupellos ihre eigenen Ziele verfolgt, um ihre Familie wieder zusammen zu bringen.

    Der Film ähnelt in seiner Struktur den Werken Alejandro G. Innaritu's (Amores Perros, 21 Grams, Babel), kann mich aber auch Jahre später nicht auf die gleiche Weise berühren wie das besonders 21 Grams und Amores Perros schafften, dazu sind die 3 Handlungsstränge leider wie bei einem Episodenfilm üblich zu unterschiedlich schwankend was die Qualität angeht. Vor allem der Zeta-Jones' Teil kann nicht mithalten mit den beiden anderen.

    Ansonsten kann der Film sich auf eine in jeder Hinsicht starke Crew verlassen. Das Skript ist unheimlich akkurat und entwirft ein Bild von einer Welt, in der die Politiker nur hoffnungslos ideenlose Phrasendrescher sind, die durch die eigengeschaffene Hölle der Bürokratie ohnmächtig erscheinen, die mittels Korruption zum Imperium erhobenen mexikanischen Drogenkartelle zu sprengen oder wenigstens einzudämmen. Soderbergh hat wie schon erwähnt durch seine Farbgestaltung ein interessantes Mittel geschaffen, das Interesse des Zuschauers durch die lange Spielfilmzeit Aufrecht zu erhalten , hält sich ansonsten aber dezent zurück und lässt somit seinem hervorragenden Ensemble Raum sich zu entfalten.

    Mein persönliches Highlight ist jedenfalls Erika Christensen, die der drogensüchtigen Tochter ein realistisches, verletzliches Bild verleiht, dass zu Herzen geht. Mit ihrer Leistung stiehlt sie den grossen Schauspieleren regelmässig die Show. Benicio del Toro's Oscargewinn kann ich zwar immer noch nicht nachvollziehen, aber er beweist ohne Frage ein weiteres Mal, dass er zu den aufopferungsvoll agierendsten und wandlungsfähigsten Schauspielern Hollywoods gehört, auch wenn ich ihm den Oscar in einigen anderen Rollen eher gegönnt hätte. Früher dachte ich immer, dass er diesen vor allem für seine wundervolle Aussprache des Namens Manoloooooooooo erhielt, die noch Wochen nach dem Filmgenuss in meinem Verstand wiederhallte. Allerdings hat er eine der besten Szenen des Filmes, nämlich seine sehr zurückhaltend gespielte Reaktion auf seinen notwendigen Verrat an Manolo. Die Selbstzweifel und Schuldgefühle die ihn plagten, hat er hier hervorrangend vorgetragen. Ganz grosses Kino.

    Zu erwähnen ist noch das ungleiche Undercoverpolizistenpaar Cheadle & Guzman, die durch ihre herrliche Chemie für den ein oder anderen Witz, indem ansonsten todernsten Streifen, sorgen konnten.

    8.5 von 10
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  4. #14
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    13. Nueve Reinas / Nine Queens

    Nueve Reinas ist ein argentinischer Film, dessen Handlung sich um zwei Trickbetrüger gestaltet, die versuchen, die Fälschung einer sehr wertvollen Briefmarkensammlung (die Nine Queens / Nueve Reinas) einem reichen spanischen Geschäftsmann anzudrehen. Dabei ist nichts so wie es scheint und die gegenseitigen Verdächtigungen der beiden sich zufällig? zu Beginn des Filmes treffenden Ganoven sind mit ein Highlight des Filmes.

    Schlussendlich muss ich zwar sagen, dass ich relativ frühzeitig erkannt habe, in welche Richtung der Film steuert, mich jedoch durch die fantastische, selbstwusste und stylische Regie des leider viel zu früh verstorbenen Regisseurs Fabian Bielinsky anstecken liess. Das Drehbuch, ebenfalls von Bielinsky erschaffen, ist nicht minder hervorragend, mit seinen unzähligen Wendungen, die minutiös in vorangehenden Szenen vorbereitet wurden. Jedes Mal wenn unsere "Helden" alle Trümpfe in ihren Händen zu halten scheinen, treten neue Komplikationen auf und wir sind aufs neue gespannt wie sie sich aus ihrer Misere retten können.

    Obwohl ich den Film als phantastisch empfand, kann und darf ich nicht zu viel erzählen, da er bei mir sicherlich so eingeschlagen halt, weil ich im Vorfeld nicht wusste, was auf mich zukommen würde. Ich kann ihn nur jedem empfehlen, der sich gerne cineastische Leckerbissen ansieht und kann denen, die wie ich bei südamerikanischen oder europäischen Produktionen immer befürchten, auf eine karge, uninspirierte Bildsprache zu treffen, versichern, dass das hier nicht der Fall ist. Bielinsky hat mich bisweilen an frühe, mit wenig Budget finanzierte Werke von Martin Scorsese (z.b. Mean Streets, After Hours) erinnert und ich bin jetzt schon sehr gespannt auf sein anderes Machwerk EL AURA.

    9 von 10
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  5. #15
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    14. Tannöd

    Ich hatte mal wieder Lust auf einen deutschen Film und da ich sowohl mit dem Szenario (Killerthriller) und der Hauptdarstellerin Julia Jentsch (Sophie Scholl, Die Fetten Jahre Sind Vorbei) viel anfangen kann, habe ich mich für Tannöd entschieden.

    Leider ist der Schuss ganz schön nach hinten gegangen. Es ist kaum zwei Wochen her, dass ich den Film gesehen habe und schon bleiben nur noch wenige Erinnerungen an ihn übrig, was bei mir eher selten der Fall ist.

    Insbesondere die vielen Stereotypen um die Dorfbewohner konnten bei mir nur ein Gähnen erzeugen, viel zu sehr wird uns hier mit der Brechstange aufgetragen, dass selbst die besten, gutmütigsten Dorfbewohner alles fremdenfeindliche, schadenfrohe, egoistische Einfalltspinsel sind, ganz im Gegensatz zu dem subtil agierenden und somit viel verstörenderen, vom Thema ähnlich gelagerten Film DAS WEISSE BAND.

    Was ich dem Film zu Gute halten will, ist die brilliante Optik, die besonders den Wald als kleine Vorhölle darzustellen vermag und ein Begehren auf Flucht, dass vor allem den jüngeren Dorfbewohnern anzumerken ist, unmöglich erscheinen lässt.

    3 von 10
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  6. #16
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    15. Jonah Hex

    Noch schlechter kommt Jonah Hex daher und trotzdem kann ich mich an den, viel besser erinnern. Das liegt daran, dass die Vorlage, vor allem das von Michael Fleisher geschriebene, erste Volume des Comics, mich so hervorragend unterhalten konnte. Die Sprache und Orte des Comics sind authentisch, die Atmosphäre und Stimmung düster, mit schwarzem Humor gespickt und einem nihilistisch anmutenden Jonah Hex, der stark an Clint Eastwoods Figur aus THE OUTLAW JOSEY WALES erinnert.

    All diese Pluspunkte bieten doch ein riesiges Potential um einen kaltherzigen, dreckigen Western zu realisieren, ein Typus Film der so heute kaum noch existiert. Es gab zwar vereinzelt starke Machwerke in den letzten zehn Jahren (Jesse James, Proposition, Yuma, Open Range) trotzdem ist in dem Genre wieder reichlich Platz vorhanden, Platz der von einer so starken Vorlage wie Jonah Hex mühelos ausgefüllt werden sollte.

    Leider ging es den Machern wohl eher um den schnellen finanziellen Gewinn, was auch die Besetzung Megan Fox's verdeutlicht und das Einbringen von surrealen Ideen wie den Gesprächen mit den Toten, um ja allen zu verdeutlichen, dass es sich hier um eine Comicverfilmung handelt. Das alles wäre aber nicht so schlimm, wenn das Drehbuch nicht so grauenhafte Dialoge liefern würde und Handlungen erschafft, die so abgehackt sind, dass sie nie ein ganzes verständliches Bild erzeugen können. Dazu kommt die lächerliche Laufzeit von gerade einmal 80 Minuten und das Verschleissen von vielen namhaften Schauspielern in Minirollen (Wes Bentley, Aidan Quinn, Michael Shannon, Der Comedian).

    Schade, da wäre wirklich mehr drin gewesen, denn mit Josh Brolin hätten sie den perfekten Schauspieler gehabt, um die Stiefel von Jonah Hex zu füllen. Gottseidank ist der Film so gefloppt an den Kinokassen, so bleiben uns wenigstens Fortsetzungen vom gleichen unfähigen Team erspart.

    2 von 10 Punkte, da zumindest die Actionszenen handwerklich gut inszeniert wurden.
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  7. #17
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    16. Leaves of Grass

    Edward Norton gehört ohne nachdenken zu müssen, zu meinen absoluten Lieblingsdarstellern. Wie jeder andere Schauspieler weit hinter Gary Oldman , aber trotzdem findet man ihn sicherlich in meiner top 5 wieder. Ausserdem halte ich Tim Blake Nelson's früheres Werk the Greyzone für das beste Werk, dass mir zum Thema Holocaust vorgesetzt wurde. Kein anderer Film auch nicht Spielberg's Liste hat mich so emotional zerstört wie dieser Film. Also beste Voraussetzungen für einen gepflegten Filmgenuss.

    Vielleicht sollte ich noch etwas zur Handlung sagen, da der Film nicht gerade grosse Wellen schlug. Norton spielt einen Hochschulprofessor, der von seinem eineiigen Hippie-Bruder (ebenfalls Norton), welcher wohl über einen PhD in Hanfwissenschaften verfügt, überlistet wird (der Kiffer hat seinen Tod vorgetäuscht), damit dieser zurück in die verhasste Provinz nach Oklahoma reist, denn sein Zwillingsbruder hat Schwierigkeiten mit einem jüdischen Drogenbaron, der versucht ihn dazuzubringen, stärkere Drogen zu verteilen. Der Hippie möchte allerdings ganz aussteigen, da seine Verlobte ein Kind erwartet, deswegen braucht er seinen Bruder, um einen perfiden Plan zu erfüllen, mit dem er all seine Probleme lösen kann, so denkt er zumindest.

    Der Film brilliert in der ersten Stunde, durch seine perfekt recherchierte Sprache, die unterschiedlichen Philosophien der Brüder und Norton's Hochschulprofessors gestörtem Verhältnis zu seiner Heimat und seiner Mutter. Dabei liefern alle Schauspieler starke Vorstellungen ab und Norton verliert sich völlig in der Rolle der beiden Brüder.

    Leider begeht der Film dann einen Fehler und driftet in unsinnige Gewalt ab, erinnert dabei an eine schlechte Coen-Brüder Hommage, die so einfach nicht zu dem Grundstück der Geschichte, die eher an die verschrobene Welt des Wes Andersons erinnert, passt.

    Hier wird deutlich das Tim Blake Nelson eine Vergangenheit mit den Coen-Brüdern teilt (z.b. Oh Brothers Where Art Thou). Schade das er sich dazu gedrängt fühlte, deren Welt in seine mit einzubeziehen, da er somit einen immer noch guten Film davon abhielt, sich zu einem Geheimtipp zu entwickeln.

    Edward Norton Fans werden allerdings kaum von diesem Film abweichen können, da er zwei weitere grossartige Figuren in seine Oeuvre aufnimmt und alleine das Geld wert ist.

    6.5 von 10
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  8. #18
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    17. The Mothman Prophecies

    Den wollte ich mir schon immer einmal ansehen, genau nach meinem Geschmack, was das Genre anbelangt und hat mich im Vorfeld an andere zeitnah entstandene Filme wie Frailty, Echoes, What Lies Beneath oder White Noise erinnert, die allesamt uberzeugen konnten.

    Leider sind die Prophezeihungen in diesem Machwerk arg seelenlos und selten konnte man den Spruch: Style over Substance, besser gebrauchen als hier, denn es gibt zwar einige wunderschöne Kamerashots zu bewundern und einige sehenswerte Überblendungen, aber diese technischen Spielereien distanzieren den Zuschauer emotional weg von den Einwohnern der Kleinstadt und bauen gleichzeitig kein Drama oder keine Spannung auf, was die unerklärlichen Vorkommnisse anbelangt.

    Unglücklicherweise liegt eine weitere Schwäche im Skript, dass es verpasst, lebensechte, komplizierte Persönlichkeiten zu kreieren, so wirken alle Dorfbewohner wie austauschbare Glühbirnen oder es wird verpasst, den interessanten Charakteren wie dem von Will Patton hervorragend verkörperten, mit Seherfertigkeiten versehenem Dorftrottel genügend Raum zu erlassen.

    Zu guter Letzt scheitert der Film an seinem Protagonisten. Für Richard Gere muss es einfach ein Paycheck Film gewesen sein, selten habe ich ihn lustloser erlebt, einzig in den letzten 20-30 Minuten taut er ein wenig auf und setzt zum ersten Mal ein gewisses Mimenspiel ein.

    3 von 10
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  9. #19
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    18. Modigliani

    Obwohl ich eigentlich kaum ein Interesse an Kunst habe, geschweige denn eine Ahnung, erlebe ich's immer aufs neue wie mich diverse Künstlerportraits packen konnten. Das liegt zum einen an der zerstörischen, unbändigen Obsession der Künstler zu ihrem Handwerk, eine Bessessenheit, die ich sehr bewundere und zum anderen daran, dass solche grossen, exzentrischen und verletzlichen Persönlichkeiten gefundenes Fressen für hervorragende Darsteller sind und man sich so immer auf grosse Leistungen einstellen kann.

    Das ist auch hier nicht anders. Andy Garcia gibt als im Schatten Picassos stehender Maler Modigliani, der seine Annerkung aber viel eher durch seinen zügellosen Alkoholgenuss und sein immenses Ego immer wieder gefährdet, eine Glanzleistung ab, gepaart mit Vincenzo Corleone wohl seine beste Rolle.

    Der Film fällt zwar ab und an in genretypische Klischees ab, kann aber durch Mick Davis fulminante Regie, das starke Ensemble so wie den unentrinnbaren Lausbubcharmes Modiglianis den Zuschauer bei der Stange halten.

    Ebenfalls positiv zu erwähnen, das der Film in einer kleinen Abschrift zu Beginn zugibt rein erfunden zu sein, sich höchstens an einigen Stationen in Modiglianis Leben orientiert zu haben, ansonsten aber völlig aus der Feder und Vorstellung des Autoren/Regisseurs Mick Davis zu stammen. In der Vergangenheit entstanden bestimmt unzählige Filmbiographien, die bedeutend weniger mit den dargestellten, wirklichen Personen zu tun hatten und sich als True Story aufplusterten.

    Jedem zu empfehlen, den schon ähnliche Werke wie GIRL WITH A PEARL EARRING oder HENRY & JUNE in seinen Bann zogen.

    Übrigens der mir zuvor völlig unbekannte Picasso Darsteller Omid Djalili wäre die Idealbesetzung für den Penguin, falls der in Nolans neuem Batman Film zum Zug kommen sollte.

    8 von 10
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  10. #20
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    19. Piranha 3D

    Vor gut einer Stunde zu Ende gesehen und nachdem ich jetzt meine Statistiken angepasst habe, muss ich hier auch noch meinen Senf dazu geben.

    Dieser Film ist typisch für einen Streifen an den ich viel zu hohe Erwartungen stellte. Diese wurden geschürt durch recht positive (was nicht gerade Usus ist für diese Art Horrorfilme) Kritiken und die Tatsache, dass mir bisher jeder Aja Film gut gefallen hat, was unter anderem auch an seiner kompromisslosen Härte lag, die erst in der zweiten Hälfte des Filmes zu bewundern war, bis dahin dachte ich, er hätte sich an Hollywood verkauft.

    Was bis zur Pause auf der Leinwand lief, hatte mit Horror oder Splatterkomödie relativ wenig zu tun und kam mir eher wie eine Spring Break Dokumentation vor. Dafür gab es reichlich Silikon, was zwar schön anzusehen war, mich aber nie und nimmer über eine gesamte Spielfilmlaufzeit bei Stange (Pun unintended) halten kann.

    Der 3D-Effekt kommt auch kaum zum Tragen, am ehesten noch bei den Unterwasserszenen bei Nahaufnahmen der kleinen Biester.

    In der Pause habe ich mich fast entschuldigen müssen bei meinem Kumpel, der nur sehr selten ein Kino besucht und mir zur Halbzeit erzählte, dass das ein typischer Film wär, den er früh abgeschaltet hätte.

    Die zweite Hälfte brachte endlich den ersehnten Gore und etliche gute, zum teil sehr komische Todesszenen. Hier fiel mir besonders auf wie sehr sich die Publikumsreaktionen unterschieden. Zu Beginn des Filmes als fast nur Party und dicke Möpse angesagt waren, konnte man ein stetiges Tuscheln und Gelächter beim übergehend jungen 14-16-jährigen Publikum erkennen, sobald der film praktisch von einer Minute zur anderen umstellte und feinste Goreeffekte zur Schau stellte, war der Saal mucksmäuschenstill. Natürlich war das der Moment, indem ich lachen musste und wahrscheinlich den Kiddies wie der weltgrösste Psycho vorkam, aber ich hab's genossen.
    Weiterer Pluspunkt: Schön, dass man wieder einmal Christopher Lloyd, in einer an Doc Brown angelehnten Rolle, zu sehen bekam. Das letze Mal hab ich ihn in Interstate 60 gesehen.

    3.5 von 10
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