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Thema: Sanctum Sanctorum

  1. #151
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    AW: Sanctum Sanctorum

    155. OMFE-Speedround: Mystery Team
    Aufzwinger der Rune: John McCane

    Mystery Team handelt von einer Gruppe High School Schüler, die in ihrer Freizeit Verbrechen lösen. Damit haben sie schon mit 7 angefangen, damals war das noch süss, heute werden sie von der Öffentlichkeit bemitleidet und belächelt.
    Da kommt ihnen ein neuer Fall gerade recht und zum ersten Mal können sie ein echtes Verbrechen lösen. Die Eltern eines Kindes wurden ermordet und sie sollen herausfinden, wer die Verantwortlichen waren und diese schnappen.

    Mystery Team ist ein sehr amüsanter Film bei dem vor allem die Darsteller des Teams mit ihren unterschiedlichen Stärken und Schwächen herausstechen. Besonders Donald Glover als Team-Leader überzeugt mit seiner völligen Hingabe dem Rätsel lösen gegenüber. Hervorragend ebenfalls immer wieder die untypischen Szenerien in einem Film, der ansonsten auch für Kinder durchgehen könnte, z.B. der Stripladen. Grösseres Manko ist der relativ uninteressante Kriminalfall, der den Film länger wirken lässt, als er es eigentlich ist.

    Gute Unterhaltung für Junggebliebene.

    7 von 10
    Geändert von Jackie Flannery (11.08.2012 um 16:29 Uhr)
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    - Shoot us, probably. He's always glad to have an excuse to use his deer rifle

  2. #152
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    156. Looper

    2071, Zeitreisen sind möglich, allerdings verboten. Der Mob findet aber einen Weg illegal ungewünschte Personen 30 Jahre zurück in die Vergangenheit zu schicken, wo ein Killer (ein sogenannter Looper) auf diese bereits wartet und sie sofort liquidiert. Joe (Joseph Gordon-Levitt) ist einer der Besten seiner Zunft. Sein Leben besteht aus Partys, Drogen und Schäferstündchen mit der gleichen Prostituierten. Ein Teil von ihm ist mit dieser Existenz unzufrieden, weswegen er fleissig französisch büffelt, um eine Reise nach Frankreich antreten zu können. Sein Leben verläuft im selben Trott weiter bis er sein zukünftiges Ich (Bruce Willis) ausschalten soll, der ihn aber überrumpelt und davonkommen kann. Fortan ist der Mob hinter ihm her, da sie denken, dass er gegen das oberste Gebot der Looper verstossen hat. Er seinen Loop nicht geschlossen, d.h., er konnte sich selbst nicht umbringen.

    Rian Johnson ist für mich so ziemlich der aufregendste Regisseur, der in dem letzten Jahrzehnt aus der Masse von Durchschnittsfilmmachern herausgebrochen ist. Seine Filme (Brick, Brothers Bloom, Looper) inszeniert er dynamisch, ungewöhnlich (sowohl was Kamerapositionierung sowie Musikuntermalung anbelangt) und stets darauf bedacht die Sehgewohnheiten des Zuschauers aufzuwirbeln. Dazu ist er auch Autor, der immer wieder wundervolle, stilsichere Dialoge seinen Schauspielern in den Mund legt. Dabei ist seine Liebe zum Film Noir auch in Looper nicht zu übersehen. Levitt's Charakter könnte ein Ahne von Bogart's Sam Spade oder Philip Marlowe sein, die Kommentare aus dem Off sind herrlich altmodisch.



    So konnten mich die ersten 70 Minuten von Looper vollends überzeugen, die Story war schlüssig, unterhaltsam, eine frische Idee im Zeitreise-Subgenre, doch dann kam eine Komponente ins Spiel, die vorher nur leicht angedeutet wurde. Telekinese. Meiner Meinung nach war die Zeitreisethematik mehr als Reiz genug für den Zuschauer. Dabei war der Anfang in der Farm fantastisch. Blunt spielt gross auf und ihr Kind ist eine äusserst interessante Figur.

    Würde ich Akira nicht kennen, wäre mir das Ende vielleicht nicht so sauer aufgestossen. So empfand ich eine gewisse Leere. Ebenso in der Terminator 1 Hommage mit Bruce Willis gegen Ende des Filmes.

    Ich bin sehr gespannt, ob mir beim zweiten Mal sehen, am Freitag mit einem Freund, diese Verwandtheit zu Akira und Terminator nicht so viele Probleme bereiten will. Denn vor allem die Charakterentwicklung von Gordon-Levitt's Figur ist aussergewöhnlich.




    8 von 10

    P.S. Willis hat mich noch nie so sehr an John Wayne erinnert mit seiner Präsenz. Seine beste Leistung seit langer Zeit.
    Geändert von Jackie Flannery (02.10.2012 um 11:49 Uhr)
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  3. #153
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    157. The Flowers of War (Jin líng shí san chai)

    Nanking, 1937. Japan verwandelt die Stadt in ein Schlachtfeld. Mittendrin Schüler einer katholischen Schule, die berühmt berüchtigen Prostituierten Nankings und ein amerikanischer Leichenbestatter (Christian Bale), der engagiert wurde, den Priester der Schule für seine Beerdigung herauszuputzen. Als die Japaner die Gewalt über die Stadt erlangen, schliessen die drei ungleichen Parteien ein Zweckbündniss, dass ihr gegenseitiges Überleben sichern soll.

    Zheng Yimou's neuer Film fängt ähnlich wie Der Soldat James Ryan mitten im Geschehen an. Sofort wird man Zeuge von der unvorstellbaren Zerstörungswut der Japaner. Überall stapeln sich die Leichen und nur wenige Soldaten der chinesischen Armee verbleiben, um den Japanern, die mit viel moderneren Waffen ausgestattet sind, Paroli zu bieten. Yimou liefert wie gewohnt bombastische Bilder, vor allem in dieser Eröffnungssequenz, leider ist die Charakterzeichnung äusserst dünn und es wird kaum ein Stereotype nicht verwendet. Obwohl Christian Bale's Charakter von Anfang an mit dem Krieg und der Brutalität der Japaner konfrontiert wurde, ist er zunächst einmal nur darauf bedacht, seinen Wunsch auf Bezahlung für die Herrichtung des Pfarrers erfüllt zu bekommen. So verschafft er sich auch einmal ungebeten Einlass in die Schule, die als letzte Zuflucht für die ansässigen Kinder herhält, und plündert als erstes den Weinkeller aus. Völlig gleichgültig scheint ihn seine Umwelt und das Schicksal der vielen Weisen zu sein. Da ist es äusserst fragwürdig, dass er im späteren Verlauf der Geschichte von einem Moment auf den anderen die Besinnung wechselt und plötzlich engagierter, selbstloser Beschützer der Kinder und später Konkurbinen Nankings wird. Die Japaner bekommen natürlich ordentlich ihr Fett weg, nur ein Offizier bekommt halbwegs menschliche, dreidimensionale Züge ab.

    Trotz all diesen eigentlich unverzeihlichen Manipulationen und Übertreibungen, es wirkte teilweise auf eine makabre Art und Weise schon fast lustig, wie sich die Japaner wie Wahnsinnige verhielten und als sie die ersten weiblichen Studentinnen sahen, sich gleich auf sie stürzen und vergewaltigen wollten, bietet der Film durch seine visuelle Pracht und der sehr guten Chemie zwischen dem ganzen Cast genug "Unterhaltung" um über die gut 2 1/2 Stunden den Zuschauer bei Laune zu halten. Durch die Sprachbarriere sieht man Christian Bale äusserst expressionistisch agieren, z.t. schon in Richtung over-acting gehend, aber durch sein enormes Charisma ist ihm das leicht zu verziehen. Sehr überzeugen konnte, die Anführerin der leichten Damen Ni Ni, die einzige Figur, die einiges an Hintergrund verliehen bekam.
    In der Plot-Entwicklung bietet der Film eigentlich keine wirklichen Überraschungen, aber das kann Yimou mit seiner fesselnden Bildsprache jederzeit wett machen.

    Insgeamt sicher kein guter Film, der von Kritikern wahrscheinlich zerstückelt werden wird, der aber ungemein unterhaltsam ist, manchmal auf eine trashige Art und Weise und ansonsten durch das Zusammenspiel der Darsteller und Yimou's unverkennbare visuelle Gabe.

    5.5 von 10
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  4. #154
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    158. OMFE Runde 3 (Wolfe): A Shock to the System

    Graham Marshall (Michael Caine) ist an einem Scheidepunkt seines Lebens angelangt. Seine Frau ist eine Nervensäge, die ihn in letzter Zeit nur noch wegen seines Erfolges zu schätzen weiss. Doch dieser Erfolg wird zum ersten Mal in seiner Karriere in Frage gestellt, als die fällige Beförderung an einen jüngeren Kollegen geht, der besser in die neue technologisierte Welt zu passen scheint. Völlig mit den Nerven am Ende wirft er versehentlich einen Penner, der ihn um Geld bat, auf die U-Bahn Schiene. Dieser wird vom heraneilenden Zug überrollt. Niemand scheint den Vorfall bemerkt zu haben und Marshall kriegt einen Energieboost, der allerdings nur kurz anhält. Und schon bald muss er wieder morden, um dieses Gefühl zurück zu erlangen.

    Michael Caine ist einer meiner Lieblingsdarsteller und so wäre ich früher oder später nicht an diesem Film vorbeigekommen. In A Shock to the System gibt er eine herausragende Leistung, die mit zu seinen Besten zählt, er ist es auch, der den Film von Massenware hervorhebt. Sein Charakter wirkt authentisch, seine Frustration kann man gut nachvollziehen, auch wenn sicher keine Klischees ausgelassen werden. Leider kann keiner der anderen Darsteller, mit Ausnahme von John McMartin auch nur annähernd eine ähnlich gute Leistung abliefern, besonders McGovern fiel negativ auf. Der Film funktioniert als Komödie nicht immer und hat besonders im letzten Akt seine Längen. Dafür ein sehr untypisches Ende für diese Art von Film, auch wenn ich spätestens ab dem Moment nicht mehr für Graham sympathisieren konnte, als er sich gegen McGovern wendet. Denn zuvor hatte jeder Charakter, den er um die Strecke bringt, eigentlich das bekommen, was er verdient hat.

    Insgesamt ein solider Film, den man als Fan von Caine gesehen haben sollte.

    6 von 10
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  5. #155
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    159. OMFE Runde 4 (Usual): Shoot to Kill/Deadly Pursuit

    Special Agent Andrew Stinton (Sidney Poitier) ist auf der Jagd nach einem skrupellosen, mörderischen Juwelendieb, der ihm in einer waghalsigen Eröffnungssequenz entkommen ist. Dieser will mit Hilfe eines Guides durch den nordamerikanischen Wald über die Grenze nach Kanada fliehen. Um durch die Wildnis zu kommen, benötigt der Stadtmensch Stinton ebenfalls die Hilfe eines kauzigen Trekkers (Tom Berenger). Der hat ein ganz persönliches Interesse, ist der Killer doch mit seiner Freundin, die ebenfalls Guide ist, unterwegs. Diese weiss von nichts, da der Mörder sich einer Gruppe Touristen angeschlossen hat, um nicht aufzufallen.

    Ein perfekter Start in einen Thriller, ein nach 10 Jahren Leinwandpause hervorragend aufgelegter Sidney Poitier, die traumhafte Bergwelt Nordamerikas, unzählige Magic Moments - Poitier, der einem Bären das Fürchten lernt, die völlige Harmonie zwischen Berenger und Poitier, deren Charaktere unterschiedlicher nicht sein könnten, Shoot to Kill ist ohne Zweifel einer der besten Filme seines Genres. Er muss sich nicht vor der Lethal Weapon Reihe oder einem Midnight Run verstecken, ist grandios eingefangen worden von Michael Chapman und hat einen besonders in der Eröffnungssequenz, die wirklich phänomenal war, fabelhaft passenden Score.

    Leider ist der letzte Akt, sobald (für mich völig überraschend) der Film den Standort wechselt, nicht halbwegs so gelungen, wie die beiden davor. Wahrscheinlich wurde der Akt nur so erfunden, damit Poitier's Figur, die im Wald zwar äusserst mutig und stur daherkommt, aber Berenger gehörig einbremst, sich rehabilitieren kann. Seine ermittlerische Klasse zeigen kann. Ich fand das ganze arg antiklimaktisch und hätte mir ein Finale auf eisiger Höhe gewünscht. Muss doch die Nacht im Iglu irgend wie belohnt werden.
    Ein weiterer Verbesserungspunkt wäre die Besetzung von Kirstie Alley, der man ihre Figur zu keinem Zeitpunkt abkauft. Ihr Charakter sollte ähnlich funktionieren wie Meryl Streep's Charakter in Wild River, an die sie zu keinem Zeitpunkt herankommt, was zugegeben alles andere als einfach ist. Aber ein bisschen mehr hätte von ihr schon kommen dürfen, dabei hätte man auch die Beziehung zwischen ihr und dem Killer, aber auch zwischen ihr und ihrem Freund (Berenger), mit dem sie eigentlich nie eine Szene hat, ausbauen müssen.

    Dennoch funktionrt Shoot to Kill insgesamt prächtig und ist für mich bisher die gelungenste Empfehlung, da ich nicht mit einem so starken Film gerechnet habe.

    8 von 10
    Geändert von Jackie Flannery (23.11.2012 um 14:47 Uhr)
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  6. #156
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    160. OMFE Runde 5 (Laertes): Der Freie Wille

    Sehr harter Film, schonungslos, aber auf eine gewisse Weise auch schön. Sehr überraschend z.B. eine sehr romantische Idee von Theo mit dem Ave Maria in diesem Film zu sehen. Wenn der Film zu diesem Zeitpunkt enden würde, wäre er einer der hoffnungsvollsten, den ich in letzter Zeit gesehen habe, aber natürlich endet er nicht. Das Ende war äusserst hart, meiner Meinung nach hervorgerufen dadurch, dass er nicht mit ihr ehrlich war, als klar wurde, dass sie eine Beziehung haben und nicht dadurch, dass er nicht einfach anders kann, denn sie wäre ja bei ihm geblieben und zusammen hätten sie eine Lösung finden können, der Film geht natürlich von einer auswegslosen Situation aus.

    Das Schauspiel ist gross, allerdings empfand ich Timoteo noch um eine Klasse besser, vielleicht auch deswegen, weil ihr Charakter interessanter, weil facettenreicher und enigmatischer, als Theo ist, bei dem eigentlich keine Fragen offen bleiben.

    Ankreiden muss man dem Film die lächerliche Länge, 2h hätten genügt um die Geschichte zu erzählen, besonders nachdem sich Theo von ihr löst, hatte ich Probleme dem Film zu folgen und vielleicht auch der billige Look, der allerdigns für ein hohes Mass an Realität sorgt.

    Bisher der stärkste OMFE Film.

    8 von 10
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  7. #157
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    161. OMFE Runde 6 (Keyzer): Dear Zachary

    Sehr emotionale Achterbahnfahrt, zuweilen fand ich das zu manipulativ, vor allem wenn die Wahrheit über Zachary ans Licht kommt. Die Gestalten, die Zachary's Vater berührt hat, sind alle sehr sympathisch und man hat wirklich das Gefühl ein Bild von einem wunderbaren Menschen erhalten zu haben. Was das Gesetz hier seiner Mutter erlaubt hat, ist schon unglaublich, wenigstens ist durch den Einsatz seiner Grosseltern ein wenig Veränderung in das Ganze hineingeraten und so wurde zumindest auch der Psychiater belastet. Diesen hätte ich gerne gehört, was aber wohl aufgrund der emotionalen Beteiligung des Filmemachers unmöglich war.

    7 von 10
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  8. #158
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    162. OMFE-Runde 7 (Kalervo): Hardcore

    2 junge Mädchen schlagen sich als Prostituierte in Griechenland durchs Leben.

    Yep, das ist eine ziemlich akkurate Beschreibung, allerdings erwartet den Zuschauer kein Film im Stile von Lilja-4-Ever, sondern eher ein verstörendes Märchen, dass mich bisweilen an Ted Demme's Blow erinnert hat. Von den beiden Protagonisten ist nur Martha bemerkenswert. Nandia, die von allen als etwas Besonderes angesehen wird, ist ein manipulatives Miststück mit Persönlichkeitsstörung, das wär ja nicht schlimm, aber ihr Charakter ist todlangweilig und die Schauspielerin nicht annähernd auf dem Niveau ihrer Partnerin. Martha ist es auch, weswegen ich den Film als nicht so schlecht einstufe wie sich das vielleicht anhört. Ihr Seelenschmerz und Lethargie ist herzergreifend, was an der hervorragenden Performance von Katerina Tsavalou liegt. Desweiteren überzeugt Illiadis ungewöhnliche, sehr stylisierte Regie, die den dunkles Märchen Aspekt verfestigt. Definitv ein beachtenswerter Regisseur, der einen der besten Horrorfilme der letzten Jahre mit dem Last House on the Left Remake zustande gebracht hat.

    Am meisten Mühe hatte ich damit, dass sich der Film nach der ersten Schiesserei nicht mehr fortbewegen wollte und das meiste Handeln der Charaktere für mich nicht mehr verständlich war. Martha verwandelt sich irgend wann in Rory von den Gilmore Girls, als diese ein Jahr lang nichts mehr machte und wird zum unsichtbaren Beobachter von Nandias neuem Leben.

    Es freut mich für sie, dass sie ein Happy End bekommt, aber die Polizei in Griechenland muss wirklich lausig sein und warum sie nicht einfach gehen konnte, ist mir auch nicht klar.

    5 von 10
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    163. OMFE-Runde 8 (Danwalker): Les Petits Mouchoirs

    Die Geschichte von einigen Freunden, die wiedereinmal die Ferien gemeinsam im vertrauten Heim eines Freundes verbringen, dass obwohl einer der ihren, schwer verletzt im Krankenhaus liegt. Im Verlaufe der Ferien werden einige Unwahrheitn aufgedeckt, mehrere neu kreiert und die Beziehugsverhältnisse verschieben sich.

    Ein ungewöhnlicher Film, der beinahe epochale Länge aufweist, was den Filmgenuss aber nicht trübt. Das liegt an zwei Faktoren, dem hervorragenden Drehbuch, dass ungewöhnlich viele Charaktere stark beleuchtet ohne dabei dem Zuschauer zu wenig Spielraum zu gewähren, wie die Figuren ticken und woher sie herkommen. Zum anderen an den phänomenalen Darstellern, die ihre Figuren leben und diese äusserst vielschichtig hergeben. Zu Beginn sind die meisten von ihnen äusserst unsympathisch, können sich aber während der Ferienzeit durch die äusserst komplexe Figurenzeichnung und z.T. irrsinnig komische Situationen, in die Herzen des Publikums spielen. Mein Highlight dabei ganz klar die Figur des Kontrollfreaks und eigentlich Konformisten, gespielt von François Cluzet, der so gar nicht in die Reihe passt, dabei aber immer dafür sorgt, dass die Bande zusammen bleibt, wahrscheinlich durch seinen Ordnungssinn.

    Ein Manko des Films ist, dass die weiblichen Charaktere, die auch zahlreich auftreten, mit Ausnahme von Cotillard's Marie immer nur dazu dienen, den männlichen Gegenpart weiterzubringen auf seiner Reise. Das ist schade und z.B. in dem meiner Meinung nach als Vorbild dienenden Kasdan Film "The Big Chill" anders und besser gelöt.

    Man könnte dem Film auch ankreiden, dass er wenig Überraschungen zuläst, da die einzelen Sequenzen aber so minutiös vorbereitet sind, stört mich das überhaupt nicht.

    Die Länge des Filmes ist ein grösseres Problem, so fühlt man sich bisweilen wie Cluzet und Magimel auf dem liegengebliebenen Boot, das ganze Durcheinander mit einem Fernglas beobachtend.

    Trotzdem bisher meine Nummer 1 in der OMFE.

    8 von 10
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