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Thema: Laschis Filmtagebuch

  1. #1
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    Laschis Filmtagebuch

    Um sofort die Möglichkeit zu haben, ein paar mehr Filme ins Tagebuch aufzunehmen werd ich erstmal Filme der letzten paar Wochen hier reinposten, anschließend kommen dann nach und nach aktuell gesehene Filme dazu. Auch ich werde wie die Meisten eine Wertung von 1 (mies) bis 10 (genial) vergeben, damit der geneigte Leser besser meinen Filmgeschmack einschätzen und daraus seine persönliche Relevanz der Kritik ableiten kann. Dann leg ich mal los.

  2. #2
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    AW: Laschis Filmtagebuch

    Der Musterschüler (Apt Pupil)



    Bryan Singer hat sich hier an der Verfilmung von Stephen Kings gleichnamiger Kurzgeschichte versucht, dessen Grundidee eine sehr schöne ist. Ein an Nazideutschland sehr interessierter Junge entdeckt in seiner amerikanischen Vorstadt den ehemaligen KZ-Aufseher Kurt Dussander (grandios gespielt von Ian McKellen), der sich seit Jahrzehnten unter einen Pseudonym zurückgezogen vor der Auslieferung an Israel versteckt. Da er die grausamen Geschichten des 3.Reichs aus erster Hand erfahren will, zwingt er Dussander ihm alle Details haarklein zu erzählen...
    Leider merkt man dem Film allzusehr an, dass er eine bestimmte Brutalitätsstufe nicht überschreiten wollte. Wo die Vorlage noch mit aller Konsequenz den Rückfall von Dussander in alte Mechanismen und vor allem die sich stetig steigernde Gewaltbereitschaft des Jungen beschreibt, werden im Film viele Dinge nur angedeutet und nicht zu Ende gebracht. Um nicht falsch verstanden zu werden: ich hatte keinen Gore-Film erwartet, aber einige Grausamkeiten und das stimmige Finale im Buch machen dieses sehr lesenswert. Nicht jede Vorlage muss 1:1 umgesetzt werden, aber einfach eine ich-habe-keine-Eier-in-der-Hose-also-mach-ichs-halt-familienfreundlich Version zu drehen kann man sich auch wirklich sparen.
    So hat der Streifen keinerlei Wirkung und bleibt nur sehenswert, da McKellen eine gute Leistung abliefert und David Schwimmer einen amüsanten Schnauzbart trägt.

    Wertung: 4/10
    Geändert von Laschi (15.09.2010 um 11:05 Uhr)

  3. #3
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    (500) Days of Summer



    Ha, endlich mal ein Film, der aus der Sicht des Mannes erzählt wird. Die nicht-chronologische Erzählweise, die Musical-Einlage, Zooey,... ein grundsympathisches Werk. Ich fühlte mich unweigerlich an die Zeit erinnert, in der ich selbst noch auf der Suche war und regelmäßig Erwartungen auf derbste enttäuscht wurden. Erwartungen, die man sich ganz allein selbst zuzuschrieben hat, da man nur die Dinge hört und glaubt, die man gerne hören und glauben will. Man verrennt sich, und ganz plötzlich ist die Angebetete die Böse, obwohl sie rein gar nichts falsch gemacht hat, außer falsche Signale zu geben. Wie am Anfang bereits gesagt wird, es ist kein Liebesfilm. Es ist ein Film, den sich jeder Single-Mann anfang 20 einmal angesehen haben sollte, da hier das grundlegende Problem der entäuschten Erwartungshaltung einmal klar aufgezeigt wird.
    Auch sehenswert sind die Deleted Scenes auf der DVD (Musical 2.Teil, Zooeys im Bus), hätten meiner Meiunung nach nicht weichen dürfen.
    Innovativer, echter Film, der nur aufgrund kurzer Leerläufe in der 2. Hälfte nicht in meinen Filmolymp aufsteigen kann.

    8/10

  4. #4
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    Terminator - Die Erlösung



    Vorgestern gesehen, gestern bereits wieder vergessen. Terminator 2 war DAS Filmhighlight meiner Jugend, und ich finde ihn immer noch klasse. Dann kam T3 mit nem komischen, lächerlichen weiblichen Terminator der wenig furchteinflößend war, Autos so elektronisch bearbeiten konnte, dass diese das Gaspedal selbständig treten konnten (what the fuck?), aber immerhin hat er die Story leidlich vorangetrieben und mehr oder wenig stimmig ergänzt.
    Aber das hier? Verdammte Scheiße, wer hat denn dieses Drehbuch geschrieben? John Connor, DIE Figur der ersten drei Filme, die unbedingt leben muss, verkommt hier zum popligen Stichwortgeber, der nur minimal Relevanz für den Verlauf der Handlung hat. Sam ich-bin-so-cool-dass-es-mich-selbst-friert Worthington nimmt die Hauptrolle des Bad Boy mit gutem Herz (Vorsicht! Kalauer) ein, und Helena Bonham Carter erzählt als Skynet in schönster James Bond Manier einfach mal den Masterplan... Hätte man statt Terminator einfach Transformers hingeschrieben hätte es keiner gemerkt und mich auch nicht so gestört, aber so sitzt der Stachel einfach sehr tief, was aus den Helden meiner Jugend wurde. Vierte Teile sollten einfach verboten werden, ist noch nie was Gutes dabei rausgekommen.

    Subjektiv: 1/10, Objektiv 5/10
    Geändert von Laschi (19.09.2010 um 18:14 Uhr)

  5. #5
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    Zack and Miri make a porno



    Zack und Miri sind seit Kindertagen befreundet, chronisch blank und haben eine recht derbe Art mit ihrer Sexualität umzugehen. Um die Rechnungen bezahlen zu können, beschließen sie einen (very) Low-Budget Porno zu drehen.
    Eine vielversprechende Grundsituation, gut aufgelegte Schauspieler, ein paar zündende Gags und Kevin Smith als Regisseur - eigentlich alles da, was eine gute Komödie ausmacht. Nur wird leider allzuschnell klar, auf was die ganze Sache rausläuft, und auch zumindest ein Gag lag klar über meiner Fäkalhumor-Toleranzschwelle. Irgendwie wirkte der ganze Film nicht ganz konsequent zu Ende gedacht, und so kam eine für mich nur knapp überdurchschnittliche RomCom heraus. Hier wurde Potential verschenkt.

    6/10

  6. #6
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    Clerks



    Wo ich gerade bei Kevin Smith bin kurz meine Meinung zu seinem Erstlingswerk. Hatte schon im Vorfeld viel darüber gehört und neulich endlich zur 10th anniversary edition gegriffen und muss sagen: ich versteh nicht, warum der so ein Kultfilm geworden ist. Klar, skurille Charaktere und so, aber dermaßen unsympathisch waren mir schon lange keine Hauptdarsteller mehr. Ein paar wirklich sehr witzige Dialoge, allen voran die Diskussion um den 2. Todesstern, haben den Film für mich gerettet, trotzdem ist Clerks für mich der zweitschlechteste Smith.

    4/10

  7. #7
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    Mallrats



    Womit ich zum schlechtesten Smith komme: Mallrats. Einen gewissen Trashfaktor kann man dem Film nicht absprechen, und Silent Bob hat mit ein paar Mal zum Schmunzeln gebracht. Den Rest des Filmes hab ich mich aber gelangweilt und gehofft, dass bald der Abspann läuft. Ein absoluter Fehlkauf, den ich absolut nicht weiterempfehlen würde. Gut, dass sich Smith im Laufe der Jahre deutlich gesteigert hat.

    3/10

  8. #8
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    Inception



    Über keinen Film der letzten Jahre wurde wohl derart viel diskutiert, und es lässt sich auch trefflich über ihn streiten. Kein Film, den man beim ersten Mal vollständig verstehen kann oder soll, denn auch gerade das Sinnieren und in den Kopf rufen des eben Gesehenen lässt Inception noch Tage und Wochen im geistigen Kino weiterlaufen. Alleine schon dafür hat er schon eine herausragende Stellung in meinen persönlichen All-time Charts. Dazu kommen noch die gewaltigen Bilder und der gradiose Cast, angeführt von einem wie immer eindrücklichen diCaprio, der immer mehr zu einem meiner Lieblingsschauspieler wird. Genau so soll Kino sein. Traue mich noch nicht, dem Film die Höchstpunktzahl zu geben, da er erst der Zweitsichtung auf DVD standhalten muss, aber vorläufig mein Highlight der letzten Jahre.

    9,5/10

  9. #9
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    Oben (Up)



    Pixar haut seit Jahren einen Knaller nach dem anderem Raus, die für mich (mit Ausnahme von Cars) alle hervorragend funktioniert haben. Auch Oben weiß durch sein großartiges Grundgerüst zu überzeugen, aber diesmal werden die Ebenen, die in den vorhergehenden Machwerkne vorzüglich miteinander verwoben werden, für meinen Geschmack zu deutlich voneinander abgetrennt. Bisher hat es noch selten ein Animationsfilm geschafft derart großes Mitgefühl und Trauer in mir zu wecken, obwohl das Thema des Verlusts ja ein durchaus gängiges ist, gerade in der Disneywelt. Auch die Idee, mit abertausenden von Luftballons mitsamt seinem Haus einfach davon zu fliegen, ist in seiner kindlichen Naivität sehr gelungen, die aber viel zu schnell abgefrühstückt ist. Anschließend geht es direkt in einen sehr schematischen, durchschnittlichen Abenteuerfilm über, der mich sehr aus der Atmosphäre gerissen hat, die erst gegen Ende hin wieder aufgebaut wird.
    Irgendwie wirkte das gesamte Drehbuch nicht wie aus einem Guss, eher als Kompromiss um einen nicht zu traurig-melancholischen Film zu drehen, der so vermutlich auch die sehr junge Zielgruppe nicht erreicht hätte. Gelungen, aber kein Überfilm.

    7/10

  10. #10
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    So finster die Nacht (Låt den rätte komma in)



    Ich habe mich selbst verraten... Denn nach Twilight, Underworld und dem grauenhaften Van Helsing hab ich mir versprochen, vorerst keine Filme mehr anzusehen, in denen Vampire vorkommen. Wie das aber so ist mit den guten Vorsätzen erinnert man sich dann eben doch an die schönen Zeiten, die man mit seinen Lastern hatte. So habe ich mir Interview mit einem Vampir in Erinnerung gerufen und mir klar gemacht, dass eine Kategorisierung keinen Sinn hat und man keine ganze Monstergattung für ein paar miese Streifen diskreditieren sollte, die haben ja auch Gefühle.

    Gott (oder Satan?) sei Dank, muss ich im Nachhinein sagen, denn sonst wäre mir So finster die Nacht glatt entgangen. Der 12-jährige Oskar wohnt mit seiner Mutter in einem verschlafenen schwedischen Örtchen. Als Prügelknabe der Schule hegt er schon seit langem Gewaltfantasien gegenüber seinen Peinigern, ist aber körperlich und moralisch nicht in der Lage, diese in die Tat umzusetzen. Als in der Nachbarschaft grausame Morde verübt werden ist Oskar fasziniert, zudem findet er mit dem Nachbarsmädchen Eli endlich eine verwandte Seele, mit der sich austauschen kann.

    Die ruhige Erzählweise, schöne Landschaftsaufnahmen und die sorgsame Einführung der Figuren erschafft eine Atmosphäre, die immer wieder durch großartig in Szene gesetzte Gewaltakte pointiert wird und in einem einzigartigen, fantastischen Finale gipfelt. Toller Film!

    8,5/10

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