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Thema: The Notebook

  1. #1
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    The Notebook

    Dienstag, 12. August 2008

    Johnny Guitar- Nicholas Ray, 1954



    Emma: I'm going to kill you.
    Vienna: I know. If I don't kill you first.
    Mein Vater ist ein eingefleischter John Wayne Fan und hat mich früh in die Welt der Western eingeführt. Seit meiner Kindheit habe ich jedoch wenige gesehen. In den letzten Monaten hat sich das geändert und ich wurde erneut vertraut mit dieser vor Testosteron strotzenden Welt, in der coole Sprüche, harte Fäuste und schnelle Treffsicherheit den Mann von der Memme unterscheiden. Frauen sind in dieser Welt zwar keine zarten Grazien, sondern durchaus hart im Nehmen, bleiben jedoch eher im Hintergrund, mal als moralische Stütze, mal als kesse Eroberung, oder als eine Mischung von beidem. Deshalb war ich bei meiner Erstsichtung von Nicholas Rays "Johnny Guitar" überrascht, dass der deutsche Titel "Wenn Frauen hassen" treffender auf die eigentlichen Hauptfiguren abzielt als der Originaltitel.
    Joan Crawford verkörpert die Casino-Besitzerin Vienna, die den Bau einer Stadt auf ihrem Grundstück plant, das bald – wie sollte es in einem ordentlichen Western auch anders sein – von der herannahenden Eisenbahnlinie in eine Goldmiene verwandelt wird. Die selbstständige Ex-Prostituierte, zu deren wechselnden Liebhabern auch Bandenchef Dancing Ted zählt, ist der Bevölkerung der nahegelegenen Kleinstadt jedoch ein Dorn im Auge. Ihre größte Gegnerin findet Vienna in Emma Small, einem Mannsweib mit großer Klappe, die ihre unerwiderte Liebe zu Dancing Ted in stetig wachsendem Hass auf Vienna erstickt. Schon zu Beginn taucht der mysteriöse Gitarrenspieler Johnny Guitar auf (ob er wohl Sergio Leones Inspiration für Harmonica war?), der sich schon bald als Viennas verloren geglaubte große Liebe entpuppt. Kein Wunder, dass Emma Small sich – ganz ihrem Namen nach – neben der schönen Konkurrentin immer kleiner fühlt, zieht doch jeder attraktive Mann im Umkreis die eigenwillige, "unmoralische" Ex-Prostituierte ihrer "rechtschaffenen", herrschsüchtigen Kleingeistigkeit vor. Bald schon vergiftet Emma die ganze Stadt mit ihrer Rachsucht und ein unfairer, gesetzloser Kampf entbrennt, bei dem sich schnell zeigt, dass ein "moralischer" Beruf nicht unbedingt auf einen ebenso gearteten Charakter schließen lässt. Hier liegen Stärke und Schwachpunkt des Films zugleich. Auf der einen Seite ist das Duell der Frauen, das in Worten den Film durchzieht und am Ende mit Waffen vollendet wird, sehr spannend und gut ausgespielt. Es ist eine seltsam nervkitzelnde Freude, Emma Smalls blindem Hass förmlich beim Wachsen zuzusehen, und der brennende Wunsch, jemand möge ihr doch endlich das Maul stopfen, zieht einen angespannt in den Bann des Films. Die Kehrseite der Medaille ist jedoch die haarsträubende Schwarz-Weiß-Malerei mit der Vienna bis zum Ende das Gute und Emma das giftsprühende Böse verkörpern. Sogar die Wahl der Kleider in einer Schlüsselszene, Emma ganz in Schwarz, Vienna ganz in Weiß, reflektiert dieses Manko unfreiwillig komisch. Dadurch wird dem Zuschauer jedes Mitleid mit Emma verwehrt und man findet sich in euphorischer Parteilichkeit auf Viennas Seite wieder. Dabei geht in der Opponentin eine wunderbare Figur verloren, deren innere Zerrissenheit zwischen Liebe zu Dancing Ted und gleichzeitigem Hass auf ihn und die Frau, die er ebenso unerwidert liebt wie Vienna ihn, von ihrer durchweg unsympathischen Darstellung verdrängt wird. Die eigentlich tragischste Figur im Film verliert so alle Anziehungskraft, die sie durch eine bessere Ausarbeitung ihrer Rolle hätte haben können, und eine Annerkennung vom Zuschauer, die ihr eigentlich zugestanden hätte. Trotz dem – und ein paar schrecklicher Liebesdialoge und der anfänglichen Sprücheklopfereien – ist der Film spannend und unterhaltsam, mit ein paar schönen Einstellungen. Eine starke Frau wie Vienna ist im Western interessant – vor allem wenn sie mit cooleren Sprüchen und härterer Fassade als der Titelheld Johnny Guitar aufwartet.

    7/10
    "When you record the moment, you record the death of the moment."

  2. #2
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    Mamma Mia!

    Dienstag, 12. August 2008

    Mamma Mia! - Phyllida Lloyd, 2008



    Komplexe äußere Umstände haben heute zu meiner zweiten Kinosichtung von Mamma Mia! geführt. Das erste Mal im Original, heute in Deutsch – kaum ein Unterschied, weil die Songs auch im Deutschen im Original sind. Die Story ist mir bereits vom Musical bekannt: griechische Insel, die junge Sophie will heiraten und lädt zur Hochzeit ihre drei potentiellen Väter Sam, Bill und Harry ein - natürlich ohne Wissen ihrer Mutter Donna! Amüsante Verwicklungen in türkis-hellblau-weißem Ambiente peppen neben laienhaft-gecoverten ABBA-Songs und spaßigen Tanzeinlagen die flache Story auf. Nach dem Musical war ich schwer enttäuscht (was auch mit daran lag, dass die ABBA-Songs ins Deutsche übersetzt wurden – autsch!), vom Film habe ich daher nicht viel erwartet. Doch sieh da: positive Überraschung dank einer hinreißenden, verrückten, jugendlich lebhaften Meryl Streep als Donna, die Filmtochter Amanda Seyfried komplett die Show stiehlt. Der Film nimmt sich selbst nicht Ernst und der offensichtliche Spaß, den die Darsteller beim Dreh hatten, macht sich beim Zuschauen auch im Publikum breit. Hier wird mit Superlativen aufgefahren: ein tiefblau dauer-glitzerndes Meer (sogar nachts!), übermäßig fröhliches Rumgehopse und –getanze, himmerhochjauchenzd gute Laune – das alles macht einfach Spaß. Außerdem sind die Ladies im Film auf Zack, neben Meryl Streep bringen auch Julie Walters und Christine Baranski die männlichen Figuren ins Schwitzen, und das nicht nur auf der Tanzfläche. Sentimental, radikal, der Lächerlichkeit preisgegeben, aber mit Spaß an der Sache, reflektiert sich hier eine ganze Generation, die ABBA noch live erlebt hat, selbst.
    Allein der Abspann macht den Film sehenswert: Meryl Streep, Julie Walters, Christine Baranski, Pierce Brosnan, Colin Firth und Stellan Skarsgård (sieht ohne dem Tintenfisch aus Pirates of the Caribbean im Gesicht übrigens gar nicht so schlecht aus) singen in glitzernden, hautengen 70er Jahre Kostümen, Plateau-Schuhen und trashigen Feuereffekten im Hintergrund "Waterloo". Allerdings muss man ehrlich sagen, dass der Film ohne Meryl Streep nicht halb soviel Spaß machen würde, stellenweise zu dick aufgetragen wird und die Handlung ziemlich einfallslos ist. Aber manchmal braucht man gerade das – und obwohl es den ganzen Tag geregnet hat, fühle ich mich jetzt sehr sommerlich

    7/10
    "When you record the moment, you record the death of the moment."

  3. #3
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    Brokeback Mountain

    Mittwoch, 13. August 2008

    Brokeback Mountain - Ang Lee, 2005



    Ich habe heute Mittag zum ersten Mal seit meinem Kinobesuch vor etwas mehr als zwei Jahren Brokeback Mountain gesehen. Als ich damals in einer zutiefst bewegten Stimmung das Kino verlassen habe, hätte ich nicht erwartet, dass so viel Zeit bis zu meiner Zweitsichtung vergehen würde. Aber schon nach den ersten Minuten des Films verschwand jede zeitliche Distanz – ich wurde wieder in den Bann gezogen, die gleiche Traurigkeit kam in mir hoch und mit meinem Vorwissen konnte ich die Figuren sogar noch intensiver verfolgen und endlich vollständig zu begreifen versuchen. Doch zu viele Emotionen und Motivationen liegen zwischen den Zeilen begraben, um sich jemals völlig ergründen zu lassen. Die Struktur des Films passt sich seiner Hauptfigur Ennis Del Mar an: unter einer wortkargen, ruhigen, verschlossenen Oberfläche verbergen sich unterdrückte Gefühle und unausgesprochene Gedanken, von deren Existenz und Ausmaß nur gelegentliche emotionale und gewalttätige Ausbrüche zeugen. Die Erzählung ist elliptisch und eine Zeitspanne von ungefähr zwanzig Jahren enthüllt sich dem Zuschauer nur bruchstückhaft in kleinen Episoden. Doch gerade weil der Schatten des Brokeback Mountain seine Figuren ins Halbdunkle taucht, wirken sie echt, ehrlich und intensiv.
    Ennis nimmt mich dabei am meisten mit. Er zerfleischt sich innerlich mit seiner Unfähigkeit, seine Homosexualität und Liebe öfter als bei gelegentlichen "Angelausflügen" mit Jack auszuleben. Seine Ehe mit Alma ist eine nicht aufrecht zu erhaltende Lüge, der Wunsch nach einem gemeinsamen Leben mit Jack ist für ihn eine unverwirklichbare Wahrheit. Aus den seltenen Versuchen, seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen, geht hervor, dass er nicht weiß, wie er dem Niemandsland entkommen soll, in das er sich manövriert hat. Und man merkt deutlich, dass Ennis mit seiner schlichten, einfachen Art, die Komplexität seines Gefühlsleben selbst nicht voll begreifen kann. Wenn dann eine Woge der Verzweiflung so hoch in ihm aufsteigt, dass er sie nicht länger ersticken kann und sie widerwillig, stockend in einer Mischung aus Weinen und Würgen herausbrechen lässt, verzeiht man ihm die vielen zerstörten Leben, die seinen Weg des geringsten Widerstands pflastern. Man sieht, dass er selbst das größte Opfer seines Versagens ist. Heath Ledger verkörpert diese beeindruckende Figur ungemein durchdringend und bis ins letzte Detail glaubhaft.
    Ennis Del Mar: [crying] Why don't you just let me be? It's because of you Jack, that I'm like this! I'm nothin'... I'm nowhere... Get the fuck off me! I can't stand being like this no more, Jack.
    Aber auch der restliche Film ist wunderbar. Der melancholische Score von Gustavo Santaolalla untermalt unvergesslich die weite Berglandschaft Wyomings und die langsame Erzählweise lässt den Figuren und den Beziehungen Zeit, sich zu entfalten. Ang Lee hat seine Schauspieler mit Feingefühl ausgewählt und bis in die letzte Nebenrolle kann man mimische Glanzleistungen entdecken, die dem Film seine Wortkargheit überhaupt erst ermöglichen. Besonders Michelle Williams findet in einigen Szenen bemerkenswerten Ausdruck für den Schock, die Fassungslosigkeit und verzweifelte Traurigkeit von Alma, als diese Ennis Homosexualität entdeckt. Brokeback Mountain ist ein Film, den man sich immer wieder ansehen kann und jedes mal ein wenig besser versteht. Aber es braucht wahrscheinlich die Erfahrung eines ganzen Lebens, um bis ins Letzte das Ausmaß von unwiderbringlichem Verlust, nie vergehendem Schmerz und unabänderbarem Versagen zu begreifen. Und manches wird auch dann noch ein Rätsel bleiben.

    9/10
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  4. #4
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    Lost in Translation

    Mittwoch, 13. August 2008

    Lost in Translation - Sofia Coppola, 2003



    Meine Erstsichtung – na ja fast. Ich zähle jetzt das eine Mal, als ich mittendrin eingeschlafen bin, nicht mit.

    Die junge Charlotte begleitet ihren Ehemann John auf seiner Geschäftsreise nach Japan, wo ihn seine Arbeit als Fotograf Tag und Nacht auf Trapp hält. Vernachlässigt und mit zuviel Zeit, um über ihre unglückliche Ehe nachzudenken, fristet sie ihren tristen Alltag im Hotel. Die einzige Abwechselung bieten gelegentliche Ausflüge in die seltsame Welt außerhalb, für die altertümliche Tempel ebenso charakteristisch zu sein scheinen wie moderne Spielhöhlen für Kids und Karaokebars. Im gleichen Hotel wohnt auch der abgehalfterte Schauspieler Bob, dem die Zeiten seines Erfolgs in den 1980ern ebenso fremd erscheinen wie sein japanisch synchronisiertes Ich, das ihn in alten Fernsehwiederholungen in seinem Hotelzimmer heimsucht. Seine unglückliche Ehe und den Tiefpunkt seine Karriere ertränkt er in dem Whiskey, den er für eine 2 Millionen Dollar Gage in Japan bewirbt. Bei einigen zufälligen Treffen in der Hotelbar oder im Swimming-Pool nähern sich die beiden einsamen Gäste langsam an. Charlotte bringt in Bob Erinnerungen an seine eigene Jugend zurück, und umgekehrt hofft die junge Frau darauf, in Bob einen weisen Mann zu finden, der ihr sagt, dass das Leben mit der Zeit leichter wird. Beide missen eine Bezugsperson, der sie ihr Herz ausschütten können und die ihnen dabei auch zuhört. So entwickelt sich eine ungewöhnliche, doch tiefe Freundschaft, die zum Dreh- und Angelpunkt des Films wird.

    Der Film schafft es, die fatalistische Situation seiner Figuren optimistisch zu erzählen und somit eine Hoffnung auszustrahlen, die mit den eigentlichen Fakten des Films kollidiert.
    Zwei Menschen haben die Orientierung im Leben verloren. Da der eine alt und die andere jung ist, wird nicht gerade das gute Gefühl vermittelt, dass man solche Probleme mit der Zeit in den Griff bekommt. Zwei unglückliche Ehe. Die eine jung, die andere alt – auch das lässt nicht unbedingt auf Besserung hoffen. Und trotzdem will man bei der Sichtung keine Überdosis Schlaftabletten schlucken, weil ein trauriges Schicksal sowieso unabwendbar ist, sondern genießt die sarkastischen Äußerungen, mit denen die Figuren ihrem Los entgegentreten, und findet Trost in Bobs trockener Lebensphilosophie:
    The more you know who you are, and what you want, the less you let things upset you.
    Die einseitige Darstellung Japans aus der Sicht zweier Amerikaner, die nicht wissen, was sie von dem Land und seinen Leuten halten sollen, fand ich allerdings zu angestrengt. Um amüsant zu sein, wird jedes befremdliche und/oder peinliche Japan-Klischee ausgegraben, was nach einer Weile nur noch nervig ist. Und auch wenn die Chemie zwischen Bill Murray und Scarlett Johannson stimmt, hat der Film seine Längen. Ich finde Lost in Translation überbewertet und glaube nicht, dass sich so viele Blicke auf den Film gerichtet hätten und er mit so vielen Auszeichnungen überhäuft worden wäre, wenn sich nicht Francis Ford Coppolas Tochter für Regie und Drehbuch verantwortlich gezeichnet hätte.
    Wenn meine Erwartungen von vielen guten Kritiken aufgeblasen wurden, muss schon etwas fesselnderes daherkommen. Der Film ist gut, aber nicht das super-tolle Meisterwerk, für das er gemeinhin gehalten wird. Aber ich liebe die Szene, in der Bill Murray der Lauftrainer durchgeht.

    6,7/10
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  5. #5
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    Videodrome

    Donnerstag, 14. August 2008

    Videodrome - David Cronenberg, 1983



    "???" Trifft es eigentlich ganz gut. Man muss den Film im Kontext seiner Zeit betrachten. Damals kam die Videokassette neu auf den Markt und plötzlich konnten auch Laien ganz einfach Filme aufzeichnen oder drehen und damit die Gegenwart konservieren. Die Kehrseite der Medaille: Medien können Menschen manipulieren und man muss aufpassen, in welchem Ausmaß man die virtuelle Welt rezipiert und erweitert. Heute ist Medienkritik Gang und Gebe, also ist diese Info nicht neu. Damals war es das wahrscheinlich noch. Aber bei diesem Film wird der Zeigefinger nicht erhoben, sondern durch den Fleischwolf gedreht, falsch zusammengesetzt und auf eine Collage geklebt. Man schlägt sich also nicht mit der Hand an die Stirn aufgrund plötzlicher Erleuchtung. Die "Handlung", soweit es das gibt, geht in etwa so: Max Renn leitet einen TV-Porno-Sender und ist stets auf der Suche nach dem neusten und krassesten perversen Kick für seine Zuschauer. Als sein Mitarbeiter Harlan eines Tages eine private Videoausstrahlung namens "Videodrome" dekodiert, verändert sich Max' Leben grundlegend. Das brutale Folter-Verstümmelungs-und-Mord-Programm verursacht im Gehirn des Zuschauers einen Gehirntumor, der schwere Halluzinationen und einen allmählichen Realitätsverlust zur Folge hat. Dies erfährt Max durch Brian O'Blivion, einem Medienprophet, der nur über Videosendungen nach außen hin kommuniziert und eigentlich schon seit ein paar Monaten tot ist – was aber niemand weiß, da seine Tochter weiter Videoaufzeichnungen von ihm zu Talkshows schickt. Diese klärt Max dann auch vollständig über den Kampf zwischen "Gut" und "Böse" auf: die Videodrome-Leute wollen ihre Sendungen weltweit ausstrahlen und durch die Halluzinationen die Menschheit kontrollieren und versklaven (oder so). Sie und ihre Mitarbeiter wollen den Menschen jedoch helfen, ihren alten, sterblichen Körper zu verlassen und zu "neuem Fleisch", sozusagen virtuellem Fleisch zu werden, um die Videodrome-Mitarbeiter zu bekämpfen. Oder so ähnlich, was weiß ich. Ab einem gewissen Punkt erleben wir die Welt wie Max: Halluzinationen, die teilweise recht unappetitlich sind, und Realität lassen sich nicht mehr unterscheiden und daher ist es schwierig, den Plot, falls es überhaupt einen richtigen gibt, zu verfolgen. Ich bin kein großer Freund von solchen Filmen. "Naked Lunch" von Cronenberg fand ich zugänglicher, auch wenn ich den noch weniger mag. Da versteckt sich hinter den Halluzinationen wenigstens keine Medien-Verschwörung. Der Film bringt ein paar wirklich gute Ideen und Gedanken auf, aber das alles ist so verwurschtelt dargestellt, dass schnell klar wird: hier geht es nicht um die Idee, sondern um die Umsetzung. Da der Film jedoch nicht so lange dauert, kann man sich das Ganze anschauen. 2 Stunden lang hätte ich dieses Bauch-auf-Kassette-rein-Spiel jedoch nicht ertragen. Irgendwie ist der Film spannend, weil man hofft, alles klärt sich auf. Aber am Ende war das einzige, das mir klar war: ich bin eher ein Freund des späten Cronenberg!

    5/10
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  6. #6
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    Woody Allen Tage

    15.08. - 22.08.2008

    Die Woody Allen Tage

    Letzte Woche habe ich mir eine Woody-Allen-Box im Sonderangebot gekauft. Dies war der Grundstein für eine drastische Steigerung meines Woody-Allen-Konsums: statt bisher (eher unabsichtlich) 1 Film pro Jahr habe ich nun 5 Filme in 8 Tagen gesehen. Und ich bin dem Genie mit der Hornbrille ins Netz gegangen. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, seine unterschiedlichen Seiten kennen zu lernen, und deshalb möchte ich meine neuen Sichtungen in einem Eintrag festhalten. Begonnen hat alles – wie es sich gehört – mit

    Annie Hall, 1977



    Der Film hat mich sehr an Manhattan erinnert, den ich vor zwei Jahren gesehen habe. Allen als neurotischer Intellektueller mittleren Alters in New York, der unverständlicherweise auf Frauen attraktiv wirkt – bis sie ihn besser kennen lernen und ihm verständlicherweise wieder davonlaufen. Auch dieser Film ist gespickt mit vielen humorvollen Anspielungen auf Film, Literatur, Fernsehen.... etc, und der love interest ist wieder Diane Keaton. Allerdings muss man dazusagen, dass Annie Hall vor Manhattan entstanden ist und daher den eigentlichen Anspruch auf Handlungsoriginalität hat. Trotzdem sind sich die beiden Filme so ähnlich, dass man automatisch den, den man zuerst gesehen hat, mehr mag. Annie Hall hat mit aber dennoch sehr gut gefallen. Besonders vergnüglich fand ich das ständige Springen zwischen den Zeitebenen und die häufige Kontradiktion zwischen Off-Erzählung und dem Gezeigtem. Um den Humor des Films völlig zu begreifen, wird nicht nur literarisches und filmisches Vorwissen gefordert, sondern manchmal einfach nur genaues Hinhören- und sehen. Ich mag Filme, die dem Zuschauer eine gewisse geistige Flexibilität und ununterbrochene Aufmerksamkeit abverlangen. Typisch für Woody Allen gibt es einige selbstreflexive Momente, wenn beispielweise Erinnerungen an vergangene Lieben gezeigt und dabei in persona daneben stehend kommentiert werden oder Wunschvorstellungen ausgespielt und erst nachträglich als solche entlarvt werden. Der Film ist lustig, die Charaktere liebenswert schrullig und man hat viel Spaß, wenn man Allens Humor mag.

    7/10

    Love and Death, 1975



    Ganz anders als seine darauffolgenden Großstadtkomödien spielt Love and Death in Russland zu Beginn des 19. Jahrhunderts, zwischen dem russisch-französisch-preußischen Krieg 1806/07 und Napoleons Feldzug gegen Russland 1812. Woody Allen verkörpert den tollpatschigen Russen Boris Grushenko, dem ein wohlgesinntes Schicksal mit einer Aneinanderreihung enormer Zufälle zu großen Erfolgen in Krieg und Liebe verhilft, bis ihn das Glück bei einem versuchten Attentat auf Napoleon verlässt und er aufgrund einer unglücklichen Verwechslung sein Leben lassen muss. Woody Allen setzt mit Boris Grushenko die Figur eines modernen, neurotischen Intellektuellen in den historischen Kontext einer Zeit, als man mit philosophischer Bildung und Ideen über Pazifismus oder Kriegdienstverweigerung aus Gewissensgründen im (Kriegs-)Alltag noch nicht weit kam. Allerhand Absurditäten und ironisch-wirre Wortduelle zwischen Boris und seiner großen Liebe Sonja sorgen stets für viel Gelächter. In diesem frühen Film finden sich bereits einige lustige Anspielungen auf Bergman, die einem in Allens späteren Werken noch öfter und teils auch ernsthafter begegnen. Eine bis zur letzten Minute sehr unterhaltsame Satire auf Russland, Frankreich, Krieg, Männlichkeitsbewusstsein, ländliche Kleingeistigkeit, Philosophie und was auch immer Allen sonst noch in den Sinn kam, als er das Drehbuch schrieb.

    7,5/10

    Everything You Always Wanted To Know About Sex *But Were Afraid To Ask, 1972



    Sieben mal mehr, mal weniger komische Episoden zu mehr oder minder essentiellen Fragen zum Thema Sex. Die Geschichten sind jedoch weniger als Antworten konzipiert, sondern eher Sketche, die vom jeweiligen Thema inspiriert sind. Für Kenner finden sich teilweise lustige Anspielungen auf Filmklassiker.
    1. Do aphrodisiacs work? – Ein Hoffnarr scheitert bei seinem fatalen Versuch, die Königin mit einem Aphrodisiakum zu verführen. Mäßig lustig. 5/10
    2. What is sodomy? – Ein Arzt verliebt sich bei der Therapie eines Patienten, der in ein Schaf verliebt ist, selbst in das Schaf und setzt damit seinen eigenen Absturz in Gang. Sehr witzig. 8/10
    3. Why do some women have troubles reaching orgasm? – Ein italienischer Ehemann versucht verzweifelt, die sexuellen Probleme mit seiner vermeintlich frigiden Frau zu lösen. Ist die Lösung erst einmal gefunden, baut die Geschichte jedoch deutlich ab. Lustig ist vor allem Woody Allen als "heißer" Südländer. 6,5/10
    4. Are transvestites homosexuals? – Beim Besuch der Schwiegereltern seiner Tochter kann ein Mann der Versuchung nicht widerstehen, heimlich in die Kleider der Gastgeberin zu schlüpfen. Die Situation eskaliert. Ziemlich lustig, vor allem am Ende die trockene, erzkonservative Reaktion der Ehefrau. 8/10
    5. What are sex perverts? Die "Was ist meine Perversion?" - Show als Satire auf die "Was bin ich?" - Sendung. Bis auf die Schlussszene nicht sonderlich witzig. Die ist dann aber geil. 6,5/10
    6. Are the findings of doctors and clinics who do sexual research and experiments accurate? – Ein Mann und eine Frau landen im Anwesen eines verrückten Arztes, der sexuelle Experimente an Menschen durchführt. Eine Verkettung unglücklicher Ereignisse führt dazu, dass eine Riesentitte freigesetzt wird, die durch das Land wabbelt und Leute zerdrückt. Es gilt, sie wieder einzufangen. Sehr skurril und nicht durchgehend lustig, mit anfänglicher Anspielung auf die Rocky Horror Picture Show. 6/10
    7. What happens during ejaculation? Mein persönliche Favorit. Der Zuschauer darf daran teilhaben, was im Körper eines Mannes beim Sex abläuft und wie ein Potenzproblem gelöst wird. Woody Allen als Spermium in einer Existenzkrise ist genial. 9/10

    Durchschnittlich war der Film sehr lustig, weil die witzigen und weniger witzigen Episoden sich gut abgewechselt haben. Auch wenn er im Schnitt nur eine 7 hat, gebe ich ihm daher eine

    7,5/10

    Another Woman, 1988



    Gena Rowlands spielt die erfolgreiche Philosophieprofessorin Marion Post, die sich nach ihrem 50. Geburtstag eine Auszeit genommen hat, um ein philosophisches Buch zu schreiben. In der zu diesem Zweck gemieteten Wohnung kann sie über einen Lüftungsschacht die Sitzungen eines benachbarten Psychiaters belauschen. Völlig gefangen wird sie von den Problemen der schwangeren Hope (Mia Farrow), deren offengelegtes Gefühlsleben ihr eigenes widerzuspiegeln scheint. Langsam bröckelt die kühle Fassade der erfolgsorientierten Frau und sie beginnt, den von ihr eingeschlagenen Lebensweg in Frage zu stellen. Die Inszenierung dieser Filmidee ist sehr faszinierend. Man hört aus dem Off Mia Farrows traurigen und verzweifelten Monologe, während sich in Gena Rowlands Gesicht die dazu passende Mimik abspielt. Eine rationale Frau, die ihre Emotionen stets dem hohen Ziel geistiger Perfektion untergeordnet und den Wunsch nach einem Kind dem Wunsch nach Erfolg geopfert hat, erkennt ihre verpassten Chancen auf ein womöglich erfüllenderes Leben. Doch der Film verfällt nicht einer reaktionären Moralpredigt, dass selbst die erfolgreichste Karriere niemals die gleiche Erfüllung wie eine Mutterschaft bringen kann, sondern beschäftigt sich mit einem anderen Gedanken. Allen stellt zwei Frauen gegenüber, die grundlegend verschiedene Lebenswege eingeschlagen haben und dennoch die gleiche Trauer und Sehnsucht spüren, wenn sie an ihre nicht gewählten Optionen denken. Damit spricht er eine Wahrheit an, die schon Johnny Cash in seinem Lied "One" besungen hat. Man hat nur ein Leben und jede getroffene Entscheidung bedeutet gleichzeitig das Aufgeben anderer Möglichkeiten. Marion erinnert sich zurück an eine Abtreibung in jungen Jahren, als der Zeitpunkt für ein Kind der falsche gewesen war, und erkennt, dass es in ihrem Leben nie einen richtigen gegeben hat. Sie wird sich vieler Lügen bewusst, die sie zur Stabilisierung ihres Lebens aufrechterhalten hat, und beschließt, dass es nicht zu spät ist, etwas daran zu ändern. Die Vergangenheit lässt sich zwar nicht mehr umgestalten, doch die Zukunft kann nach neuen Maßstäben geformt werden. So bringt Hope für Marion ganz ihrem Namen nach Hoffnung auf ein neues Leben. Und auch für die junge Frau bringt die Begegnung Erkenntnis: so einsam und leer wie Marion will sie nicht enden. Ob ihr eine ähnliche Lebenskrise erspart bleibt, steht jedoch in den Sternen. Ein einfühlsames Melodram, das an der Oberfläche eines jeden Lebens kratzt und Fragen aufwirft, die man sich ungern stellt.

    8/10

    Scoop, 2006



    Der Film war mehr oder minder ein Flop, als er 2006 herauskam. Sofort wurde er mit Match Point verglichen, da Scarlett Johansson mitspielt und es um einen Mörder in upper-class Kreisen geht. Und weil Match Point ernst ist und Scoop lustig, hat ersterer die Schlacht gewonnen – denn ernste Filme kriegen ja meistens die besseren Kritiken. Als ich den Film gesehen habe, tat mir das richtig weh. Denn er ist wirklich lustig. Woody Allen spielt herrlich, der Film ist seine ganze Laufzeit über gleich amüsant und es macht wirklich Spaß, ihn zu schauen. Schließlich sind es doch seine Komödien, die Allen zum Durchbruch verholfen haben. Er ist und bleibt ein Meister des subtilen Humors, auch wenn er sich hier ein wenig dem Slapstick hingibt. Scarlett Johansson spielt die Studentin Sondra Pransky, die für eine Universitäts-Käseblatt schreibt. Als sie bei einer Abendshow des Zauberers Splendini, aka Sid Waterman, in einem Zauberkasten verschwinden gelassen wird, erscheint ihr der Geist eines kürzlich verstorbenen Top-Journalisten, der durch eine Mitreisende bei der Fahrt über den Jordan auf eine echte Knüller-Story gestoßen ist: der adlige Peter Lyman (Hugh Jackman) ist der überall gesuchte Tarot-Karten-Mörder. Nun bleibt es an der jungen Studentin und ihrem Komplizen Splendini, in einer großangelegten Undercover-Aktion dem Serienkiller das Handwerk zu legen. Als Sondra jedoch Gefühle dazwischen funken, stellt sich die große Frage: ist Lyman der Killer oder ist er es nicht? Der Film zählt zwar nicht zu Allens Meisterwerken, aber den ganzen flachen Komödien á la Scary/Date/Fantasy/Super Hero Movie zeigt der Meisterregisseur einmal mehr, was eine *wirkliche* Satire ist. Der Film hat, typisch für Allen, herrlich skurrile Momente. Er ist leichtfüßig inszeniert und hat mir 90 schöne Minuten geboten.

    7/10
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  7. #7
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    Topaz

    Samstag, 16. August

    Topaz - Alfred Hitchcock, 1969



    Klar – Hitchcock hat viele Meisterwerke geschaffen. Doch Topaz zählt da sicher nicht dazu.
    Die Handlung spielt zwischen der Invasion in der Schweinebucht und der Kubakrise Anfang der 1960er Jahre. Ein russischer Geheimagent tauscht in den USA kryptische Insiderinformationen gegen ein sorgenfreies Leben für sich und seine Familie. Dies bestätigt den amerikanischen Verdacht, dass die Russen in Kuba nukleare Sprengsätze installieren – aber die nötigen Fakten für einen Präventivschlag liefert der Russe leider nicht. Glücklicherweise hält sich ein hoher kubanischer Regierungsbeamte gerade in New York auf und hat einen Sekretär dabei, der gegen Geld Zugang zu geheimen Dokumenten verschaffen kann. Allerdings würde er aus einer semi-patriotischen Haltung heraus, niemals Informationen an Amerikaner verkaufen. Und selbst wenn die Amerikaner es schaffen würden, die nötigen Informationen zu erhalten, müssten sie vor den United Nations die Karten auf den Tisch legen, und damit riskieren, dass die schwererkämpften Beweise wegen eines Lecks in der französischen Regierung schwupsdiwups wieder bei den Russen auf dem Schreibtisch landen. Ein hoffnungsloser Fall – gäbe es nicht die Hauptfigur: ein französischer Regierungsbeamte, der den USA loyal gesinnt ist und eine Affäre mit einer kubanischen Doppelagentin hat. Der kann nicht nur helfen, Informationen über die militärische Entwicklung in Kuba zu beschaffen, sondern auch noch das Leck in der französischen Regierung ausfindig machen.
    In diesem Film gibt es so viele Probleme, dass jede Lösung eine kleine Episode mit eigener Dramaturgie darstellt. Das ergibt viele Mini-Höhepunkte und einen zähflüssigen Handlungsverlauf. Die Figuren sind mäßig interessant, da viel zu beschäftigt, einen bestimmten Zweck zu erfüllen. Ein Haufen technischer Kleinkram erinnert an James Bond, ebenso das ständige Herumgereise und die kubanische Affäre. Nur leider fehlen die spannenden Actionszenen und die charismatische Hauptfigur, um auch nur annährend die gleiche kurzweilige Unterhaltung zu bieten. Es gibt ca. zwei Trillionen Nebenfiguren, deren Namen man sich kaum behalten kann, und die Hauptfigur erfüllt dank Nationalität, Beruf, Sexualleben und politischer Gesinnung so viele Funktionen, dass er ein regelrechter Deus ex machina ist. Nach einer Weile hofft man, der Film möge wenigstens schnell vorbei sein. Doch auch dieses Gebet wird nicht erhört. Der Highlight des Films war für mich der Abspann.

    5/10
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  8. #8
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    Eternal Sunshine of the Spotless Mind

    Sonntag, 17. August 2008

    Eternal Sunshine of the Spotless Mind - Michel Gondry, 2004



    Den Film habe ich jetzt schon sooo oft mit irgendwelchen Freunden, die ihn nicht kannten, geschaut, dass ich erst einmal ein paar Jahre Pause brauche. Der Film ist wirklich großartig, aber ich kann ihn einfach nicht mehr sehen. Philosophische Idee, originelle Handlung, sehr gute Darsteller, tolle Botschaft und fantasievolle, angenehm fordernde (jedenfalls bis zu einem gewissen Häufigkeitsgrad der Sichtungen) Umsetzung. Kate Winslets ständig wechselnde Haarfarbe ist eine schöne Orientierungshilfe. Jim Carrey zeigt, dass er auch unsicher und ernst sein kann. Der Film ist optisch faszinierend. Was will man mehr? Michael Gondrys Arbeit hat diesen Höhepunkt seither nicht mehr erreicht.

    8,5/10
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  9. #9
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    Buckaroo Banzai

    Freitag, 22. August 2008

    The Adventures of Buckaroo Banzai Across the 8th Dimension, 1984



    Der schlechteste Film, den ich je gesehen habe. Die Handlung zeugt vom mentalen Dünnschiss der Macher, die Umsetzung ist katastrophal dämlich und das produzierende Studio ist für diesen Flop zu Recht pleite gegangen. Ich fand ihn so doof, dass ich hinterher deprimiert wegen der Zeitverschwendung war. Die paar ungewollten Lacher, die der Film bietet, sind das *wirklich* nicht wert.

    1/10
    "When you record the moment, you record the death of the moment."

  10. #10
    Zuschauer
    Registriert seit
    17.07.2007
    Ort
    Pleasantville
    Beiträge
    17

    Once

    Samstag, 23. August 2008

    Once- John Carney, 2006



    Ein irischer Songwriter verarbeitet in seiner Musik die Enttäuschung über seine gescheiterte Beziehung. Eine junge Tschechin lebt zusammen mit ihrer kleinen Tochter und ihrer Mutter in Irland und ist unschlüssig, ob sie ihrer zerbrochenen Ehe eine zweite Chance geben soll. Ein kaputter Staubsauger und die Liebe zur Musik führen die beiden Seelenverwandten für kurze Zeit zusammen. Doch haben sie den Mut, dem kurz aufblitzenden Licht einer neuen Zukunft entgegenzugehen, wenn sie dafür den Weg verlassen müssen, den sie für sich selbst gewählt haben?
    Die Liebesgeschichte dieses Films ist sehr unkonventionell. Nicht in Worten oder Liebesakten wird vermittelt, dass sich hier zwei Menschen gefunden haben, sondern allein durch die wunderbare Musik, die in ihrem Zusammenspiel entsteht. Der Soundtrack dient als Schlüssel zu Vergangenheit und Gefühlsleben der Figuren und nimmt daher große Passagen des Films in Anspruch. Die minimalistische Handlung lenkt die Aufmerksamkeit auf das Innenleben der Protagonisten und auf ihre tiefe Verbundenheit durch die gemeinsame Musik. Ein bewegender Film mit wunderschönem Soundtrack.

    8/10
    "When you record the moment, you record the death of the moment."

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