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Thema: Saturns Filmtagebuch

  1. #1
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    Saturns Filmtagebuch

    Nach langem Zögern möchte ich auch probeweise ein Filmtagebuch führen. Warum solange gezögert?
    a) weil so was Zeit kostet (deshalb auch probeweise)
    b) möglicherweise sieht man sich Filme nicht mehr unbekümmert an, sondern schon bei der Filmsichtung, denkt man daran, was man darüber schreibt…
    c) die Gefahr, daß die von mir angesehenen Filmen bzw. meine Meinung dazu niemanden interessiert. (naja, das werden wir noch sehen….deshalb auch probeweise).
    Ich versuche möglichst kurz meine Filmbesprechungen zu machen (ähnlich wie Argonaut? mal schauen). Zur Benotung: 1-4: „Schrottfilme“, 4-6: Durchschnittsfilme, 6-8: überdurchschnittliche Filme, 8,9,10: Pflichtfilme bzw. Meisterwerke. Die hier vorgestellten Filme sind von mir höchstens vor sieben Tagen angesehen.
    www.ws-avantgarde.de "Ich glaube inzwischen, dass mein Bauch nur Scheiße im Kopf hat"

  2. #2
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    Saturns Filmtagebuch

    Tödliche Versprechen - Eastern Promises
    Regie: David Cronenberg
    Darsteller: Naomi Watts, Viggo Mortensen, Vincent Cassel, Armin Mueller-Stahl.

    Es gibt Regisseure, die so genannten Lieblingsregisseure, von denen man viel erwartet, und man glaubt auf denen ist immer Verlass. Deren Filme sollten niemals enttäuschen. Daher ist die Enttäuschung über die Filme von diesen Lieblingsregisseuren besonders bitter. Für mich war z.B. der letzte Film von David Lynch, Inland Empire, ein gescheiterter Experimentalfilm….. David Cronenberg gehört auch zu meinen Lieblingsregisseuren. Seine Filme sind immer besondere Erlebnisse gewesen. Immer wieder etwas Originelles, Außergewöhnliches, Geniales drehte Herr Cronenberg. Gewesen? Drehte? Wie ist sein neuer Film? Hmm, was man dazu sagen kann: jedenfalls nicht etwas Außergewöhnliches. Alleine die Story und die Erzählweise sind sehr konventionell, nichts mehr von Genialität von "Crash" , "eXistenZ", "Naked Lunch" oder "Die Unzertrennlichen" zu entdecken. Vermutlich wollte Herr Cronenberg, nach dem finanziellen Misserfolg von "Spider" (kam soweit ich weiß gar nicht in den deutschen Kinos; "A History of Violence" habe ich noch nicht gesehen) einen Mainstream-Film drehen.
    Zum Filminhalt:
    Eine drogenabhängige, aus Ukraine stammende, Minderjährige stirbt bei der Entbindung in einem Krankenhaus in London. Die Krankenschwester Anna (Naomi Watts) aus der Entbindungsabteilung, will die Verwandten der verstorbenen Jungmutter finden, damit das Baby bei den Verwandten und nicht in einem Kinderheim aufwächst. Sie findet bei der Verstorbenen ein in russischer Sprache verfasstes Tagebuch und ein Werbekärtchen von einem russischen Restaurant, in dem angeblich die Verstorbene kurze Zeit gearbeitet hatte ....
    Ein Problem bei diesem Film aber auch bei anderen Filmen ist, daß die Inhaltsangaben in den diversen Kritiken viel zu weit gehen, so dass sämtliche Überraschungen eines Filmes schon vor der Sichtung bekannt und ihre Wirkung verpufft sind. Wer diesen Film sich noch ansehen möchte, sollte sich mit obiger Inhaltsangabe zufrieden geben und keine weitere Inhaltsangaben lesen!!
    Zur Bewertung:
    Meiner Meinung nach, ist dieser Film auf keinen Fall ein Thriller! Dafür bietet er einfach zu wenig Thrill! Nein, dieser Film ist ein Drama über die russische Mafia in London. Sämtliche Beteiligten in diesem Drama, egal ob die Mafiabosse oder die brutalen Täter oder die Opfer sind traurige, unglückliche Gestalten, die sich in tristen, dunklen, regnerischen London verloren fühlen. Diese Stadt bietet eine Kulisse, in der die Menschen zwanghaft ihre Funktionen zu erfüllen haben. Keiner kann seinem Schicksal entgehen. Der "missratene" Sohn des Mafiabosses ist genauso in London gefangen, wie der "Chauffeur" der Mafiafamilie, wie die Zwangsprostituierten. Selbst der russische Mafia-Pate ist trotz seiner Skrupellosigkeit, gegen die Tristheit dieser Stadt machtlos. Er ist ein unglücklicher Russe, ohne Heimat. Nein, London bietet niemandem eine Heimat. Eine Stadt ohne Sonne und ohne Hoffnung. Und in dieser Stadt erwartet die Krankenschwester Anna, die selbst eine Fehlgeburt hatte und noch bei ihrer Mutter wohnt, ein bißchen Mitleid für ein unschuldiges Baby. Vergeblich? Nicht ganz, denn der Chauffeur Nikolai (gespielt von Viggo Mortensen) versucht die Demütigungen mit Anstand zu ertragen und ein bißchen Würde zu bewahren…..
    Herr Cronenberg setzt nicht auf Spannung in dieser Tragödie (Ähnlich wie "Das Begräbnis" von Abel Ferrara), sondern hauptsächlich auf trostlose Atmosphäre der Stadt London und auf die Ausdrucksstärken der hervorragenden Besetzung. Selbst die blutigen, schonungslosen Gewaltszenen erzeugen bei den Zuschauern eher ein Gefühl des Mitleids und der Tristesse als ein Gefühl des Schreckens. Der Film lebt in erster Linie vom Gesicht der wunderschönen Naomi Watts und vom coolen Gesichtsausdruck von Viggo Mortensen. Weiterer Pluspunkt: die Hintergrundmusik ist unaufdringlich, minimalistisch und wohl dosiert.
    Fazit: eine gute Milieustudie bzw. ein überdurchschnittliches Kriminaldrama, aber kein Meisterwerk für die Ewigkeit.
    Note: 7/10.
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  3. #3
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    Re: Saturns Filmtagebuch

    Das Schlafzimmerfenster (1986):
    Regie: Curtis Hanson
    Darsteller: Steve Guttenberg, Elizabeth McGovern, Isabelle Huppert


    Der Regisseur von „L.A. Confidential“ drehte 1986 diesen raffinierten, kurzweiligen Thriller. In diesem Film ist fast alles gelungen. Zwar kein Meisterwerk und das Filmgenre „Thriller“ wird auch nicht neu erfunden, aber absolut solide inszeniert.
    Zum Filminhalt:
    Terry (gespielt vom vergessenen 80er-Schauspieler Steve Guttenberg) hat ein Verhältnis mit der Frau seines Chefs (gespielt von franz. Schauspielerin Isabelle Huppert, die hier nackt zu sehen ist). Während einer gemeinsamen Liebesnacht, beobachtet sie einen Vergewaltigungsversuch. Am nächsten Tag erfährt Terry aus der Zeitung, daß in der Nacht eine Straße weiter, ein Mädchen vergewaltigt und ermordet wurde. Da Terry davon ausgeht, daß es sich um denselben Täter handelt, den seine Geliebte beobachtete, beschließt er zur Polizei zu gehen um anstelle seiner Geliebten eine Aussage zu machen. Da die Frau vom Chef die Affäre geheim halten möchte, erzählt sie Terry alles über ihre Beobachtung, nämlich, daß der Vergewaltiger weiße Haut und rote Haaren hatte. Terry tut bei der Polizei so, als ob er die „wirkliche Zeuge“ ist, als er aber bei einer Gegenüberstellung sich nicht festlegen kann, kommt er in Teufels Küche......
    Zur Bewertung:
    Dieser Film aus den 80er Jahren gibt auch die Stimmung (z.B. über die Musik) von damals wieder und nebenbei sorgt er aus heutiger Sicht für teilweise unfreiwillige Komik. Denn damals hatte nicht jeder Amerikaner ein Handy in der Tasche und die Polizei bzw. die Justiz wußte gar nicht vom „genetischen Fingerabdruck“. Der Film wartet mit einigen Wendungen auf und ist temporeich erzählt. Er fesselt von der ersten Sekunde bis zum Schluß. Zwar agieren manchmal die Akteuren ziemlich unlogisch aber wer kein Erbsenzähler ist, wird sehr gut von diesem Film unterhalten.
    Fazit: Intelligenter Thriller inspiriert von Hitchock's „Das Fenster zum Hof“, der keine Sekunde langweilt.
    Note: 7,5/10
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  4. #4
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    Re: Saturns Filmtagebuch

    Madame Tutli-Putli
    Animationsfilm, Kanada 2007, 17min
    Regie: Chris Lavis, Maciek Szczerbowski
    Musik: David Bryant, Jean-Frédéric Messier

    Das Medium Film kann vieles bei den Menschen auslösen, im Extremfall: lachen, weinen, erschrecken, zu Tode langweilen...... Aber es passiert äußerst selten, daß ein Film uns Zuschauer nicht nur zum Erstaunen bringt, sondern für ein paar Sekunden ein Gefühl der Seligkeit in uns erweckt. Es gibt viele Filme, die man bewundert, weil sie durch die Performance der Schauspieler, die Wahrhaftigkeit der Geschichte oder auch die technischen Mitteln uns faszinieren. Jedoch gibt es wenige Filme, die man liebt. Ja, man kann Filme lieben, denn man in alles was unbeschreiblich schön ist, sich verlieben kann. Die Ästhetik der Bilder, die Harmonie der warmen Farben, der Klang der Musik können die Menschen berauschen und sie für einige Momente glücklich machen. Und diese Momente der Magie begegnet man verdammt selten im Kino bzw. vor dem Fernsehen. Vor einiger Zeit habe ich rein zufällig mir einen Kurzfilm bei ARTE angesehen, der mich umgehauen hat. Als ob das Drehbuch von Kafka, die surrealen Bilder von Luis Buñuel, die Ästhetik und das Geheimnisvolle von David Lynch und die Musik von Jan Garbarek stammten. Nein, dieser bis zum kleinsten Detail liebevoll ausgestattete Animationsfilm stammt von den beiden Kanadiern Chris Lavis und Maciek Szczerbowski.

    Zum Filminhalt:
    ARTE: "Madame Tutli-Putli tritt eine mysteriöse Zugreise an, auf die sie alles mitnimmt, was sie besitzt - und das ist nicht wenig. In der Nacht erwacht das metallene Ungeheuer plötzlich und fängt an, ein Eigenleben zu führen. Der Zug rauscht durch künstliche Landschaften und hebt dabei Zeit und Raum auf."
    Ich gebe zu, daß ich die Geschichte nicht ganz verstanden habe, denn vor allem das Ende läßt verschiedene Interpretationen zu. Wer aber den Film "Die Mothman Prophezeiungen (The Mothman Prophecies)" kennt, weiß ungefähr wie das Ende zu deuten ist.

    Zur Bewertung:
    Obwohl ich diesen Film für einen Geniestreich halte, werde ich dem nicht die volle 10 Punkte geben, denn ich bin der Meinung, daß der Film mit 17min. und 20 Sekunden zu kurz geraten ist. Hätte man noch gute 10 Minuten an dieses Meisterwerk anhängen können, damit die Geschichte verständlicher und das Ende nicht ganz so offen ist. So hat man am Filmschluß den Eindruck, daß man brutal und abrupt aus einem wunderschönen (Alp-)Traum wachgerüttelt worden ist. Noch ein Zitat:
    "MADAME TUTLI PUTLI vom National Film Board of Canada bekommt von uns eine spezial mention für die herausragende Ästhetik und unglaubliche Animationsfertigkeit. Er ist surreal, kafkaesk und innovativ." INTERFILM, 23rd International Short Film Festival Berlin 6.-11.Nov.2007

    Fazit: Hypnotisierend! Ästhetik pur. Leider zu kurz, der schöne Traum.
    Note: 9,5/10
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  5. #5
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    Re: Saturns Filmtagebuch

    The Baby's Room
    Mysterythriller, Spanien 2006
    Regie: Álex de la Iglesia
    Darsteller: Javier Gutiérrez, Leonor Watling

    Bedauerlicherweise leben wir in einer Zeit, in der die Filmbranche hauptsächlich von Hollywood beherrscht wird. Dadurch verlieren viele Filmliebhaber den Blick auf die anderen Kinoländer, wie z.B. Spanien. Schon vor kurzem hat hier Kalervo behauptet, daß die Glanzzeit des spanischen Filmes schon längst vorbei ist und nach der Ära von Carlos Saura, nur noch Pedro Almodovar sehenswerte Filme macht. Ich bin da anderer Meinung, denn ich finde die Filme von Alejandro Amenábar absolut bemerkenswert und z.T. genial: wie z.B. Tesis – Faszination des Grauens, Virtual Nightmare – Öffne deine Augen(Abre los ojos), The Others, Das Meer in mir(Mar adentro). Zusätzlich betrachte ich Jaume Balagueró ("Darkness" mit Anna Paquin, Lena Olin) und Mateo Gil ("Bruderschaft des Todes") als die Hoffnungsträger des spanischen Kinos!!
    Aber auch der Regisseur Alex de la Iglesia macht seit einiger Zeit von sich reden. Sein Spezialgebiet ist Horrorfilm und der Film "The Baby's Room" kann durchaus überzeugen. Vor allem wenn man der Einfallsarmut der Hollywood-Filmemacher speziell bei dem Genre Horror müde ist (mir kommt es so vor, als ob in den letzten 10 Jahren regelmäßig monatlich einen Vampir- oder Zombiefilm auf den Markt geworfen wurde!!), dann ist ein innovativer Gruselfilm aus Spanien sehr willkommen!

    Zum Filminhalt:
    Juan und Sonia sind glückliches Elternpaar eines neugeborenes Babys. Nach dem sie ein altes aber günstiges Haus in Madrid kaufen, sind sie überglücklich. Sie hören nur nachts über das Babyfon komische Geräusche (fremde Stimmen?) aus dem Kinderzimmer! Erst glauben sie an Radiowellen. Damit sie sich aber keine Sorgen mehr machen müssen, kaufen sie zusätzlich zu dem Babyfon, eine Videoanlage, damit sie aus ihrem Schlafzimmer das Baby beobachten können. In der nächsten Nacht wacht Juan auf und sieht auf dem Videomonitor einen fremden Mann am Bett seines Säuglings!!! Als er aber in das Kinderzimmer hineineilt, ist keine Spur vom Fremden zu finden! War ein Einbrecher da? Oder gar ein Kindesentführer? Vielleicht sogar ein Geist? Dummerweise glaubt niemand Juan! Hat er das alles sich eingebildet?...........

    Zur Bewertung:
    Dieser Low-Budget-Film ist nicht optimal inszeniert. Ich konnte mir ihn noch spannender vorstellen, denn die Idee des Filmes ist sehr gut und hat das Potential für noch mehr grauenhafte Gänsehautmomente zu sorgen. Dennoch kann er ohne blutige Szenen und nur durch subtile Andeutungen bis zur Schlußszene fesseln. Die Schauspieler sind nicht gerade hervorragend, aber sie spielen ihre Rollen einigermaßen solide. Der Regisseur begeht Gott sei dank nicht den Fehler seiner US-Kollegen und versucht nicht den Film unnötig in die Länge zu ziehen! (Filmlänge 77min.). Ich meine, wenn nicht jeder Filmfan, zumindest jeder Horrorfan sollte diesen Film kennen.....
    Auch wenn der Film an sich nur 6 Punkte verdient hat, bewerte ich ihn wegen seiner erfrischenden Grundidee und unter Berücksichtigung seines geringen finanziellen Aufwandes mit 7 Punkten.
    Fazit: unblutiger, schräger, spannender Gruselfilm, der nicht alle seine Möglichkeiten ausschöpft.
    Note: 7/10
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  6. #6
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    Re: Saturns Filmtagebuch

    Der unglaubliche Hulk
    Science-Fiction-Actionfilm, USA 2008
    Regie: Louis Leterrier
    Darsteller: Edward Norton, Tim Roth, Liv Tyler, William Hurt


    Nachdem ich von dem langweiligen Film „Hulk“ von Ang Lee sehr enttäuscht war, habe ich mit wenig Erwartung mir den Nachfolgefilm „The Incredible Hulk„ angesehen. Der französische Regisseur Louis Leterrier („Transporter“) ist jedoch ein Aktionsspezialist und im Gegensatz zu Ang Lee (Dramatiker) kennt er die Grundelemente des Genre. Der Stoff an sich ist eine Mischung zwischen "Dr. Jekyll and Mr. Hyde" und "King-Kong", mit kritischem Blick auf die (militärische) Forschung und thematisiert zugleich den inneren Kampf zwischen dem göttlichen Liebenden und dem hassenden Dämon in uns...

    Zum Filmnhalt: Der angestrahlte Wissenschaftler Bruce Banner trägt immer noch „das Ding“ in seinem Blut, welches ihn zu einem grünen Wesen verwandelt, wenn sein Puls über einen bestimmten Wert steigt. Er versteckt sich in Brasilien und arbeitet dort als ein Getränke-Fabrikarbeiter. Durch einen Zufall landet ein Tropfen von seinem Blut in eine Flasche und das verseuchte Getränk wird in USA von einem Mann getrunken, wodurch er krank und General Ross auf Bruce Banner/ „Hulk“ aufmerksam wird. Ross will unbedingt Hulk fangen und „das Ding“ in seinem Blut als eine tödliche militärische Waffe verwenden. Er wird von einem Elitesoldat unterstützt, der selbst ein unbesiegbares Wesen wie Hulk werden möchte...

    Zur Bewertung: Der Film läßt nicht lange auf die Actionszenenen warten, er ist temporeich erzählt und im Gegenteil zu „Hulk“ von Lee ist die Dramaturgie der Geschichte bzw. ihre Realisierung so gut, daß man auch zwischen den Actionszenenen sich nicht langweilt. Die Actionszenenen sind zwar suboptimal inszeniert (z.B.: um Geld zu sparen geschehen wieder die Kämpfe zwischen Hulk und seinen Verfolgern meist in der dunklen Nacht bzw. in den dunklen Orten) aber Dank der Erzählgeschwindigkeit haben die Zuschauer nicht viel Zeit sich über die Schwächen des Filmes zu ärgern. Meiner Meinung nach bietet der Film alles was man von einer kurzweiligen aktionsreichen Comicverfilmung erwartet, ohne mit irgendwelchen originellen Ideen bzw. technischen Innovationen zu glänzen. Die obligatorischen Romantikeinlagen bzw. Gefühlsduseleien sind auch hier, wie sonst bei den Hollywood-Blockbustern üblich, feste Bestandteile des Films und werden wahrscheinlich wieder von den jungen Hollywood-Fans als Anspruch, Charakteranalyse oder sonstige für mich nicht nachvollziehbare künstlerische Ambitionen gedeutet. Außer Liv Tyler, die in ein Paar Szenen für eine „liebende“ Erwachsene ziemlich übertrieben naiv agiert, liefern alle anderen Darsteller solide Leistungen. Als Huldigung an die 80er-Serie Hulk kann man die Gastauftritte von dem „wahren“ Dr. David Banner, der verstorbene Bill Bixby in einer TV-Sendung bzw. von jung gebliebenem Lou Ferrigno (Bodybuilder, der damals in der Serie Hulk spielte) verstehen. Der überraschende Cameo-Auftritt von dem „Iron Man“ Tony Stark (Robert Downey Jr. ) am Ende des Filmes, läßt vermuten, daß das nächste Projekt mit den beiden Comic-Figuren in einem gemeinsamen Film in der Planung ist!
    Fazit: unterhaltsamer Hollywood-Blockbuster mit den gewöhnten, üblichen klischeehaften Story-Skizzen und Dialogen, der jedoch deutlich spannender als die Konkurrenz „Iron Man“ ist.
    Note: 6/10

    PS: Seit Jahren wollen Hollywood-Filme uns weiß machen, daß man als Pizza-Bote jede Sicherheitskontrolle umgehen kann! Hat schon jemand versucht als Pizza-Bote unkontrolliert, einfach so, in die oberen Etagen des Innen-Ministeriums in Berlin zu gelangen? Und klappt das auch mit chinesischem Fastfood?
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  7. #7
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    Re: Saturns Filmtagebuch

    All the Boys Love Mandy Lane
    Teenie-Horror, USA 2006
    Regie: Jonathan Levine
    Darsteller: Amber Heard, Anson Mount, Whitney Able, Michael Welch


    Zum Filminhalt:
    Die 17 jährige Mandy Lane (gespielt von Amber Heard, zur Drehzeit 20 Jahre alt) ist sexy, schön und wundersamerweise noch Jungfrau. In der Highschool versuchen alle Jungs bei ihr zu landen, aber sie läßt sie alle abblitzen. Sie hat nur einen guten Freund namens Emmet. Auf einer Party wird Einer von diesem Macho-Jungs provoziert durch Emmet, bei einer Mutprobe (Springen aus dem Dach in den Pool) tödlich verunglückt, danach bricht Mandy jeden Kontakt mit Emmet ab und nach ein paar Monaten fährt sie mit fünf Mitschüler in ein abgelegenes Farmhaus...

    Zur Bewertung:
    Normalerweise versteht man unter dem Begriff „Teenager-Horror“, ein Horrorfilm dessen Protagonisten Jugendliche zwischen 13 und 23 sind, der aber auch älteres Publikum unterhalten will. Nun aber der Regisseur Jonathan Levine ist nicht nur ein Anfänger (dies ist sein 3.Film), sondern er hat auch leider wenig Talent um eine konventionelle Killer-tötet-Teens-Geschichte mit einigen Schockszenen zu inszenieren. Gerade solche Filme wie All the Boys Love Mandy Lane zeigen, daß das Inszenieren von Horrorfilme nicht nur ein einfaches Handwerk ist, das man schnell lernt, sondern man braucht dazu ein Gespür für die passenden Schockzeitpunkte und die Erzeugung der bedrohlich wirkenden Räumlichkeiten. Leider setzt Herr Levine ausschließlich auf die sexy Ausstrahlung von Fräulein Heard! Das ist auf Dauer einer Filmlänge aber wenig unterhaltsam! Das Gesicht und der Popo von Frau Heard werden ständig in Nahaufnahmen gezeigt. Ihr Schauspiel beschränkt sich auf niedliches Lächeln und mit dem Po wackeln. Die anderen Akteure können noch schlechter schauspielern. Der Regisseur vermag nicht die Abgelegenheit des Ferienhauses und die Dunkelheit der Nacht für die Erzeugung einer unbehaglichen Atmosphäre zu nutzen! Der Schnitt ist bei manchem Szenenwechsel auffällig unbeholfen. Die „Kill“-Szenen sind mit Ausnahme einer Szene allesamt gähnend langweilig. Nur bei einer Szene zuckt man vor Schreck zusammen („Schußszene beim Küssen auf dem Feldweg“) , interessanterweise ist die Szene am wenigsten provozierend und ekelhaft. Also es kommt nicht darauf an, wie viel Liter Blut fließt oder wie viele „Tabus“ gebrochen werden, sondern wie oben erwähnt nur auf das Timing kommt es an! Auch die „Überraschung“ am Filmende kann nicht den Film aufwerten, denn die Motivation des Täters bleibt weiterhin ungeklärt. Daß man den Film trotz allen Schwächen bis zum Ende guckt, liegt an der soliden Arbeit des Kameramanns Darren Genet, der seine Aufgabe befriedigend erledigt. (teilweise wirklich schön fotografierte Landschaftsaufnahmen) und Frau Amber Heard ist zweifellos hübsch.

    Fazit: Eine einzige gelungene Schockszene + Amber Heards Schönheit, sonst herrscht hier die Langweile!
    Note: 3,5/10
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