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Thema: Video rein - Alltag raus

  1. #21
    Regisseur Avatar von TheUsualSuspect
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    Re: Video rein - Alltag raus

    Ocean's Eleven
    (2001)




    Auch beim wiederholten Ansehen von Ocean's Eleven hält sich bei mir der gute Eindruck. Der Film ist einfach angenehm zu kucken, er hat Stil, Easyness und Flow. Er ist unterhaltend, amüsant, stilvoll und elegant, und das Starensemble funktioniert wie geschmiert in dieser Heist-Komödie.


    Lieblingsszene:
    Die stilvolle Abschiedsszene vor dem Bellagio.

    Vermutlich gibt es bessere Filme, aber das hier ist super Unterhaltung:

    +++
    "Sometimes, when you bring the thunder, you get lost in the storm."

  2. #22
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    Re: Video rein - Alltag raus

    Die Brut des Bösen (Roots of Evil)
    (1979)




    Einfach ein Wahnsinnsfilm! Ganz nebenbei hat Christian Anders mit Die Brut des Bösen Deutschlands ersten Karatefilm geschaffen.

    Immer noch:

    +++

    ++ ALL TIME FAVOURITE ++


    1st Review
    "Sometimes, when you bring the thunder, you get lost in the storm."

  3. #23
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    Re: Video rein - Alltag raus

    Evil Dead II: Dead by Dawn
    (1987)




    It's splattertime!!! Wenn ein Film in dieses Genre passt, dann dieser. Man könnte auch sagen, Evil Dead 2 ist das Genre. Das bedeutet Low-Budget, Bad Taste, aber Spaß ohne Ende. Mit den Raimis, Bruce Campbell und ihrem Team waren hier echte Fans am Werke und das merkt man. Was ihnen an Budget fehlt machen sie mit Kreativität und Leidenschaft um Längen wett. Ich erwähne bloß die wahnsinnige tieffliegende Kamera wenn das Böse naht, oder die genialen Masken. Die guten alten handgemachten Spezialeffekte verströmen dabei einen Reiz, dem ich mich nur schwer entziehen kann. Ich steh selbst auf die antiquierten Stop-Motion Effekte. Handmade-FX over CGI, sag ich nur.

    Das allein hätte ED II schon viel gebracht, aber den entscheidenden Boost verleiht dem Film Bruce Campbell. Als Ash zementiert Bruce Campbell den Eckpfeiler für seinen legendären Ruf unter Freunden des Genres. In irgendeinem Kommentar hab ich gehört wie Sam Raimi über Filmdrehs mit seinem Bruder und deren Kumpel Bruce zu Collegezeiten redete. Bruce Campbell habe dabei immer die Hauptrolle übernommen, weil er derjenige war, der bei Frauen gut ankam. Warum, das kann man sich denken. Dieser (auch noch) gut aussehende Kerl besitzt dermaßen Witz und Coolness, dass man neidisch werden könnte. Vielleicht war es Sam Raimis Rache, dass Bruce beim Filmdreh einiges einstecken musste. Er wird durch Autoscheiben gezogen, sein Kopf wird unter Wasser gesteckt und manch andere Torturen muß er über sich ergehen lassen. Bruce Campbell geht voll auf in seiner Rolle. So ein Slapstick-Talent hat man seit Stummfilmzeiten nicht mehr gesehen. Das erstreckt sich von seinem mimischen Spiel in der Spiegelszene bis zu vollstem körperlichem Einsatz wie in der Handszene in der Küche. "Who's laughing now?"

    Evil Dead II ist die perfekte Mischung aus Horror und Komödie. Sicher nichts für zarte Gemüter denn das Blut spritzt mal rot, mal schwarz, mal grün, mal blau aber immer hektoliterweise. Doch dabei erreicht er ein Timing an Situations- und Aktionskomik das seinesgleichen sucht.


    Lieblingsszene:
    Ash kämpft mit seiner Hand, die vom Bösen besessen ist.

    Lieblingszitat:
    (Ash) "I'm fine... I'm fine..."
    (Mirror Ash) "I don't think so. We just cut up our girlfriend with a chainsaw. Does that sound "fine"?"

    Vermutlich der beste Vertreter seines Genres. Groovy!

    +++

    und

    ++ ALL TIME FAVOURITE ++
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  4. #24
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    Re: Video rein - Alltag raus

    Nobody Knows (Dare mo shiranai)
    (2004)




    Tokio. Eine junge Mutter und ihr 12jähriger Sohn ziehen in ein neues Apartment. Um keine Schwierigkeiten mit den Vermietern zu bekommen werden noch drei weitere jüngere Kinder - alle von unterschiedlichen Vätern - in Koffern in die Wohnung geschmuggelt. Um auch in Zukunft nicht aufzufallen werden einige Regeln aufgestellt: keinen Krach machen, nicht nach draußen gehen - auch nicht auf den Balkon. Mit Ausnahme vom Ältesten Akira, der auch hinausgeht, um die Einkäufe zu machen. Während die Mutter arbeiten geht, ist es Akira, der die Verantwortung trägt. Obwohl keines der Kinder in die Schule geht und auch sonst keinen Bezug zur Außenwelt hat, machen sie das beste daraus. Sie halten zusammen und gestalten sich ihren Tag mit Essen machen, Wohnung einrichten, spielen, malen, lernen, auf Mutter warten.
    Eines Tages liegt morgens eine Nachricht auf dem Tisch: "Lieber Akira. Eure Mutter wird für eine Weile fort sein. Bitte pass auf Kyoko, Shigeru und Yuki auf." Dabei ist noch etwas Geld. Für einen Monat ist die Mutter verschwunden, währenddessen die Kinder ihrem gewohnten Tagesablauf folgen und Akira sich um Einkäufe und Rechnungen kümmert. Dann ist die Mutter wieder da, mit Geschenken und unbekümmert als wenn nichts gewesen wäre. Die Kinder sind froh, dass sie wieder zurück ist, doch sie bleibt nicht lange. Nach kurzer Zeit packt sie ihre Sachen und verschwindet wieder. Sie hinterlässt einige Andeutungen, dass sie einen neuen Mann kennengelernt hat und bald vieles besser werde. Sie verspricht bald wiederzukommen. Doch nach und nach müssen Akira und seine Geschwister erkennen, daß sie diesmal nicht zurückkehren wird.

    Nobody Knows ist ein sehr berührender Film, erzählt in ruhigen poetischen Bildern. Der Film stimmte mich tieftraurig, als ich die zunehmende Verwahrlosung der Kinder mitansehen musste, während sie doch nie aufgeben und versuchen zusammenzubleiben und das beste aus ihrer Situation zu machen. Dabei gibt es in dieser Traurigkeit auch so viele schöne Momente. Ich denke an den Tag, an dem die kleine Yuki Geburtstag hat und sie in ihren Quietscheschuhen zum ersten Mal von Akira mit nach draussen genommen wird. Oder als es Frühling wird und zum ersten Mal alle gemeinsam die Wohnung verlassen, wie sie dann Blütensamen sammeln und ihren Balkon bepflanzen. Es gibt so viel schönes und trauriges, nachdenkliches und berührendes in Nobody Knows zu entdecken. Über ein Jahr - Herbst, Winter, Frühling und Sommer - folgt die Geschichte dem Leben der alleingelassenen Kinder. Dabei fühlte ich mich so in die Hoffnungen, Sorgen, Konflikte und Freuden hineingezogen, daß ich auch nach dem Nachspann noch lange über die kleine Familie nachdenken musste.

    Lieblingsszene:
    Die kleine Yuki entdeckt an ihrem Geburtstag eine Welt mit vielen Eindrücken.

    Ein trauriger und schöner Film. Hinterlässt starke Eindrücke:

    +++
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  5. #25
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    Re: Video rein - Alltag raus

    Hot Fuzz
    (2007)




    Das Team von Shaun of the Dead meldet sich zurück. Diesmal mit Remineszenzen an das Actionkino. Im Mittelpunkt steht Toppolizist Nicholas Angel (Simon Pegg) der wegen zu großer Erfolge aus der Metropole London in das Kleinkaff Sandford versetzt wird. Nach einigen Anpassungsschwierigkeiten stolpern er und sein neuer Kollege Danny (Nick Frost) in die Ermittlung einiger sehr mysteriöser Unfälle, die einige dunkle Seiten des Vorzeigestädtchens ans Tageslicht bringen.

    Wie schon bei Shaun of the Dead verlassen sich die Macher von Hot Fuzz nicht bloß darauf einige bekannte Filme zu zitieren und durch den Kakao zu ziehen. Die Bezüge, die sie zu namhaften Actionfilmen nehmen, sind schon sehr deutlich, aber trotzdem steht Hot Fuzz auch auf eigenen Beinen sehr gut. Gelungen ist der ganze Einstieg, in dem zügig Polizist Angel eingeführt wird und schnell an die neue Dienststelle verfrachtet wird. Die ersten Begegnungen mit dem Landvolk kann man mit lockerem Vergnügen verfolgen. Im mittleren Teil, in dem sich die Hintergründe Sandfords langsam entwickeln kam mir der Film etwas in die Länge gezogen vor, was aber auch daran liegen kann, dass mich zu dem Zeitpunkt gestern die Nachmittagsmüdigkeit überkam. Am Ende zieht Hot Fuzz dann aber wieder deutlich an und der Showdown ist wieder ein knalliger Spaß. Ich werde mir Hot Fuzz wohl nochmal ansehen müssen, aber bis dahin kann ich ihn auf alle Fälle schon mal fürs Kino empfehlen.


    Lieblingsszene:
    Die Supermarktschießerei mit Messer werfen, Ananas-Beschuß und Einkaufswagen-Rammbock.

    Nicht ganz so gut wie Shaun of the Dead aber unterhaltsam und spaßig. Könnte vielleicht etwas kürzer sein.

    ++
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  6. #26
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    Re: Video rein - Alltag raus

    The Riffs III - Die Ratten Von Manhattan
    aka Rats - Notte di terrore
    (1984)




    Der Titel ist eine Mogelpackung. Bei The Riffs I + II handelt es sich um eine italienische Endzeitsaga, die ich jedoch nie gesehen habe und die teilweise unter anderem Namen in Umlauf ist. Außer dem Namen und dem Setting in einer postapokalyptischen Welt hat Riffs III aber nicht viel mit den Vorgängern zu tun, hab ich mir von einem Freund, der auch die anderen kennt, sagen lassen. Die Coverbeschreibung schildert die Story so:
    "New York 2025: Die Stadt ist durch einen Atomkrieg verwüstet. Nur eine Handvoll Rocker hat die Katastrophe überlebt und streift durch die Stadt. Bei der Untersuchung eines geheimnisvollen Labors werden sie das Opfer bösartiger Ratten, die ihre Opfer regelrecht zerfleischen."

    Riffs III ist einer der letzten Schocker des italienischen Exploitationkinos und dementsprechend in allen Bereichen billig und schlecht. Manhattan nach der Atombombe besteht aus ein paar billigen Theaterwänden. Wohl mangels Geld für exotischere Schauplätze muß eine schäbbige Bar, die aussieht wie ein Westernsaloon, als Handlungsort herhalten. Weitere Schauplätze sind einige andere leere Räume und ein Keller mit einigen Pflanzen und einem billigen Computer, was als geheimes Labor herhalten muß. Die Endzeit-Rocker tragen schlecht zusammengewürfelte Klamotten, hauptsächlich aus Leder. Aber einer ist dabei, der sieht ein bischen aus wie Napoleon während noch ein anderer in buddhistenähnlicher Tracht herumläuft. Der hat auch ein Tattoo auf der Stirn, das aussieht wie mit Kuli gemalt und gibt einige Weisheiten von sich (oder sowas ähnliches). Die schauspielerische Leistung als solche zu bezeichnen wäre ein Hohn für alle Seifenopern-Darsteller, die im Vergleich zu den Leistungen in Riffs III wieder als Könner ihres Fachs angesehen werden müssen. Handlung gibt es nur wenig und besteht dann meistens aus Szenen, in denen die Rocker versuchen viel Hektik zu verbreiten während aufmerksame Zuschauer vergeblich einen Grund für die Panik suchen. Da wird die Gruppe von "Millionen von Ratten" verfolgt, zu sehen sind aber höchstens 50, die auch noch eher so aussehen als ob sie sich aneinanderkuscheln oder durch die Gegend trippeln und Futter suchen. Zwischendurch sieht man dann doch noch einige derbere Effekte, in denen von Kopf bis Fuß angenagte Opfer gezeigt werden, oder Ratten sich von innen nach außen durch den menschlichen Körper fressen. Heutzutage hat man da aber auch schon schlimmeres gesehen.


    Lieblingsszene:
    Anführer King und der Napoleontyp Taurus streiten sich. Dabei wurde diese Szene grottenschlecht nachsynchronisiert.

    Ein Beispiel billigsten italienischen Horrorschunds. Trashfans sollten aber trotzdem kein Problem haben daran Spaß zu haben.

    ++
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  7. #27
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    Re: Video rein - Alltag raus

    Die Klasse von 1984 (Class of 1984)
    (1982)




    Was waren das noch für Zeiten als die Pauker bloß in die Luft flogen weil Pepe Nietnagel und Konsorten ihnen Streiche spielten. Doch das hier ist nicht das Mommsen-Gymnasium und die Schüler sind auch nicht die Lümmel von der ersten Bank. Stattdessen kommt der neue Musiklehrer Andy Norris (Perry King) an eine neue Schule, die von einer Bande von Punkrockern besucht wird. Der Schulabschluß ist aber das entfernteste woran sie denken. Sie beklauen andere, verkaufen Drogen und drangsalieren ihre Mitschüler. Vor allem der intelligente aber abgebrühte Stagman (Timothy van Patten) und seine Gang sind es, mit denen Musiklehrer Norris immer wieder aneinandergerät.

    Obwohl Tom Holland sehr einfach und direkt an das Thema geht, traf er schon 1982 mit seiner Vision von der Gewalt im Klassenzimmer die Wahrheit ziemlich gut. Er zeigt eine Schule, in denen Schüler mit Waffen zur Schule kommen und von Sicherheitskräften mit Metalldetektoren und Videokameras überwacht werden. Zum Zeitpunkt des Erscheinens von Die Klasse von 1984 war das selbst in Amerika noch die große Ausnahme, heutzutage ist das nichts ungewöhnliches mehr. Tom Holland muß eine prophetische Ader gehabt haben oder einfach ein guter Beobachter gewesen sein. Aus heutiger Sicht wirkt seine Geschichte fast schon wieder ein wenig naiv, denn mit Schulhofmassakern wie in Columbine oder Erfurt hat die Realität mittlerweile die Fiktion übertroffen.

    Die Klasse von 1984 mag vielleicht kein vielseitiger Film sein, auch eine differenzierte Herangehensweise, die das Thema verdient hätte, findet man nicht. Eher ist er simpel, direkt und gewalttätig. Aber trotzdem setzt Holland seine Mittel wirkungsvoll ein. Über die Aussage, die letztendlich impliziert wird, kann man natürlich streiten. Gewalt wird hier mit Gegengewalt bekämpft. Wo das System versagt, übt der einzelne Mann Gerechtigkeit durch Selbstjustiz aus. Dabei gibt es auch einige sehr brutale Szenen in der letzten Viertelstunde, die den Film in die Ecke des Schocker-Genres gerückt haben.


    Lieblingsszene:
    Unterricht mit vorgehaltener Waffe. Die neuen Pädagogikrichtlinien?

    Ein Klassiker unter den Genrefilmen, den man sich ruhig mal ansehen kann. B-Movie mit einigen starken Szenen.

    ++
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  8. #28
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    Re: Video rein - Alltag raus

    Flags of Our Fathers
    (2006)




    Oft sind es Symbole, an denen wir uns orientieren und die unsere Sichtweisen prägen. In Flags of Our Fathers handelt es sich dabei um ein Bild. Im zweiten Weltkrieg, beim Kampf um die pazifische Insel Iwo Jima zeigt das Foto einige amerikanische Soldaten, die in dynamischer Pose auf einem Berghügel die Flagge Amerikas aufrichten. Das Bild wird zum Symbol für das kriegsmüde Amerika, durch das bei den Daheimgebliebenen neue Moral geweckt wird. Das dieses Bild eigentlich nur eine Maske ist und sich dahinter noch viele unerwähnte Schicksale verbergen, davon handelt Clint Eastwoods Film.

    Das die Bilder nicht immer das erzählen, was sich wirklich abspielt und dass die Helden nicht immer diejenigen sind, für die sie gehalten werden, sollte einem eigentlich bekannt vorkommen. Die Flagge wurde nach fünf Tagen auf der Insel Iwo Jima gehisst, es folgten weitere 35 Tage Krieg, in denen viele Männer ihr Leben lassen mußten. Wie war das doch gleich beim Irakkrieg? War der nicht auch offiziell nach wenigen Monaten gewonnen? Manchmal verbirgt sich hinter einem Bild noch eine andere Wirklichkeit, aber was zählt sind Wirkung und Ergebnisse. Anderes muß zurückstehen, egal ob es das Leben des einzelnen Soldaten ist, sein Seelenfrieden oder eben die Wahrheit. Als ein Soldat vor der Landung auf der Insel ins Wasser fällt, stoppt keines der Schiffe um ihn aufzulesen, der Ansturm darf nicht aufgehalten werden. Dass die vermeintlichen Helden mit ihrem Seelenfrieden und Gewissen kämpfen müssen, weil sie nicht unbedingt die sind für die sie gehalten werden, müssen sie genauso mit sich selbst ausmachen. Der Erfolg kostet eben so manches.

    Clint Eastwood bekommt die Thematik gut in den Griff ohne sich zu stark in Platitüden oder Pathetik zu verzetteln. Auch die Sprünge zwischen der Heimatfront und dem Kriegsschauplatz passen zusammen. Die Kämpfe erinnern etwas an Saving Private Ryan, worüber man sich nicht wundern muß, da Steven Spielberg mitproduziert hat. Eastwood bekommt die komplexe Thematik ganz gut in den Griff, in die Spitze unter den Kriegsfilmen kommt Flags of Our Fathers bei mir aber doch nicht.

    Lieblingszitat:
    "Every jackass thinks he knows what war is. Especially those who have never been in one. We like things nice and simple: good and evil, heroes and villains. There's always plenty of both. Most of the time, they are not who we think they are."

    Für Thematik-Interessierte sicher ganz interessant. Aber es gibt andere Kriegsfilme, die ich packender finde:

    +
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  9. #29
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    Re: Video rein - Alltag raus

    Shrek der Dritte (Shrek the Third)
    (2007)




    Mit Shrek ist es wie mit Filterkaffee. Nach der ersten Tasse wird jeder Aufguß dünner. Der erste Shrek überzeugte mit vielen wunderbaren Einfällen bei Charakteren und Witzen. Im Zweiten versuchte man zu punkten, indem die Anzahl der Charaktere erweitert wurde. Im Dritten erschöpft sich die Originalität vollends. Shrek der Dritte ist gepflegte Langeweile. Den bekannten Charakteren wird nichts neues mehr abgewonnen. Shrek grummelt sich durch die Gegend, Esel quasselt in einer Tour daher, wobei es ihnen aber an dem Esprit mangelt, den sie mal besaßen. Auch der neu eingeführte Thronfolger Artie konnte mich nicht überzeugen. Das lag vor allem daran, dass seine Charakterentwicklung vom Collegeaußenseiter zum selbstbewußten Thronfolger etwas erzwungen wirkt und nicht nachvollziehbar vonstatten geht. Zwischendrin gibt es doch noch ein paar amüsante Szenen, die Dreamworks neues Animationsabenteuer aber auch nicht mehr aus dem Sumpf ziehen können.


    Lieblingsszene:
    -

    Weit weit weg von einem gelungenen Film. Mit Wohlwollen gibt es noch:

    +
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  10. #30
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    Re: Video rein - Alltag raus

    Hard Candy
    (2005)




    Im Internet lernen sich die 14-jährige Haley (Ellen Page) und der 32-jährige Fotograf Jeff (Patrick Wilson) kennen. Nachdem es zu einem Treffen in einer Bar kommt, nimmt der Fotograf sie schließlich noch mit zu sich nach Hause. Sie reden, mixen ein paar Drinks und Haley erklärt sich bereit für ihn vor der Kamera zu posieren. Während sie halbnackt vor ihm steht, wird ihm plötzlich schwarz vor Augen. Als er wieder zu Bewußtsein kommt, findet er sich gefesselt auf einem Stuhl vor...

    Regisseur David Slade und Drehbuchautor Brian Nelson nehmen sich mit Hard Candy eines Themas an, bei dem man viel falsch machen kann. Wenn es um Themen wie Pädophilie und Selbstjustiz geht, besteht die Gefahr zu suggestive Aussagen zu machen oder das Thema zu verwässern. Den Hard Candy - Machern gelingt es gut, sich nicht davon irritieren zu lassen und den Film auf ihre Weise durchzuziehen. Dabei hatte ich den Eindruck, dass es ihnen weniger darum geht eine allgemeingültige Aussage über diese Themen zu treffen. Vielmehr provozieren sie Gedankengänge, die sich aus dem Psychoduell zwischen vermeintlichem Opfer und (fraglichem) Täter entwickeln. Wo liegt die Grenze zur Pädophilie? Wie sieht eine gerechte Strafe aus? Kann man Haley zustimmen? Kann man mit Jeff sympathisieren?

    Dankbar bin ich, dass Hard Candy es vermeidet mit billigen Tricks zu arbeiten. Es braucht keine suggestiven Bilder von bedauernswerten Opfern, um Wirkung zu erzielen. Seine Kraft bezieht der Film fast ausschließlich aus dem Dialog zwischen Haley und Jeff. Obwohl fast nur Ellen Page und Patrick Wilson den Film bestreiten, der auch noch größtenteils nur in dem einen Haus spielt, wird Hard Candy nicht langweilig. Ganz großen Verdienst haben dabei auch die beiden Hauptdarsteller. Gerade Ellen Page, die zu dem Zeitpunkt gerade mal 17 war, entfaltet in ihrer Rolle eine beeindruckende Energie.


    Lieblingszitat:
    "Just because a girl knows how to imitate a woman does not mean she's ready to do what a woman does."

    Ein Psychothriller, der mit wenig Mitteln eine hohe Intensität entwickelt. Kann ich weiterempfehlen:

    ++
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