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Thema: Video rein - Alltag raus

  1. #1051
    Regisseur Avatar von TheUsualSuspect
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    Filme im Februar

    Und das gab es im Februar:


    Blind Date - Verabredung mit einer Unbekannten (Blind Date)
    USA 1987 / R: Blake Edwards / D: Bruce Willis, Kim Basinger, John Larroquette




    Es fühlt sich so an, als ob der alte Komödienmeister Blake Edwards in Blind Date schon ziemlich routiniert zur Sache geht. Diverse kuriose Charakterideen, vielleicht ein paar nette Dialogzeilen und viel Slapstick von der Stange. Kann man mal am Sonntag Nachmittag mit der Frau auf der Couch sehen, wenn einen das Verlangen nach Film aus älteren Jahrzehnten überkommt. Die Ideenvielfalt schwächelt zwischendurch aber auch. Blind Date habe ich mir seinerzeit gezielt angekuckt, weil ich mal Bruce Willis vor seiner Stirb Langsam Zeit sehen wollte. Ich finde ihn und auch Kim Basinger hier nach wie vor ganz sympathisch. Pluspunkte für die Screwball-Klamotte.

    ***

    Rogue One: A Star Wars Story (Rogue One)
    USA 2016 / R: Gareth Edwards / D: Felicity Jones, Diego Luna, Alan Tudyk, Donnie Yen



    Hmmm, unschlüssig. Nicht restlos überzeugt. Bietet so einiges fürs Auge und spielt in einem interessanten Universum mit reichem Potential. Ich bin von diesem Prequel-Ansatz nicht so angetan. Den Kampf um den Todesstern hatten wir ja schon, aber jetzt wollen wir doch noch mal klären wie die Infos über den Schwachpunkt dieses Vernichtungskollosses an das Tageslicht der Rebellen kam. Es gäbe doch sicher interessantere Geschichten aus dem Jedi-Universum zu erzählen, zumal die Zusammenhänge hier recht banal verlaufen. Den Hauptcharakter Jyn Erso finde ich sehr ähnlich wie Rey von Star Wars VII, die Disney-Mädels zocken mich nicht so richtig. Mehr Gefallen finde ich an den Nebencharakteren. Den von Donnie Yen gespielten Mönch beispielsweise, oder den von Alan Tudyk gespielten Androiden. Forest Whitakers Charakter wirkt schon wieder trashy. Hmmm, mein Eindruck bleibt gemischt, ich plane aber mir den Film beizeiten noch mal etwas bewusster anzusehen. Im Kino hatte mich da die Mittagsmüdigkeit etwas eingeholt.

    ***

    Split
    USA 2016 / R: M. Night Shyamalan / D: James McAvoy, Anya Taylor-Joy, Betty Buckley, Haley Lu Richardson



    Mystery-Horror vom zweifelhaften Meister Shyamalan. Formell mal wieder ganz gut gelungen, der Kamerastil gefällt mir. Auch den Auftakt mit der Entführung halte ich durchaus für gelungen. Dann folgt so ein Tanz zwischen Thrill und Absurdität. Bei dem Abschluss mit seinem Supermenschen-Thema à la Unbreakable bin ich nicht überzeugt.
    "Sometimes, when you bring the thunder, you get lost in the storm."

  2. #1052
    Regisseur Avatar von TheUsualSuspect
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    The Times They Are a-Changin'



    Der Baader Meinhof Komplex





    Deutschland 2008
    Regie: Uli Edel
    Darsteller: Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu, Johanna Wokalek, Nadja Uhl





    Eine der letzten Produktionen vom verstorbenen Bernd Eichinger. Schade, dass dem deutschen Film da ein Mann verloren gegangen ist, der regelmäßig die ein oder andere Großproduktion stemmen konnte. Wenn haben wir da jetzt noch? Till Schweiger? Ach, neee!

    Zum Film: dass der Film in seiner begrenzten Spielzeit recht sprunghaft durch diverse Jahre bewegter deutscher politischer Geschichte springen muss, sollte nicht verwundern. Da bedarf es am besten an Vorwissen oder ein wenig Nacharbeit um die Lücken zu füllen oder es ins Gesamtbild zu setzen. Als Aufhänger taugt der Film aber allemal. Damit sind Ausschnitte der deutschen Historie sehr mitreissend in Szene gesetzt. Die Produktion ist gut, trägt allerdings das Manko, dass sich dem Zuschauer vor allem die Sensationsmomente anbieten und die Zusammenhänge schwerer erschliessbar sind.
    "Sometimes, when you bring the thunder, you get lost in the storm."

  3. #1053
    Regisseur Avatar von TheUsualSuspect
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    The Tin Star



    12 Uhr Mittags
    (High Noon)





    USA 1952
    Regie: Fred Zinnemann
    Darsteller: Gary Cooper, Thomas Mitchell, Lloyd Bridges, Katy Jurado, Grace Kelly






    Dieser anerkannte Westernklassiker stiess bei mir auf das Problem, dass er nach den Formeln seiner Zeit spielt. Das bedeutet in diesem Fall, dass ich schnell das Gefühl habe, die Schauspieler spielen hier Theater oder so. Dieses formhafte und sich statisch anfühlende hat dafür gesorgt, dass ich mich leider nicht umgarnt gefühlt habe von diesem Film. Dabei bilden sich die zentralen Motive von High Noon sehr gut ab. Strukturell folgt er ganz klar einer deutlichen Linie. Alles konzentriert sich auf die Hauptfigur dargestellt von Gary Cooper. Ein weiteres Novum für mich: ich sehe zum ersten Mal einen Film mit Gary Cooper, den ich bis dato nur seinem Ruf nach kannte. Mit schweigsamer Stärke scheint er der Richtige für eine Rolle zu sein, in der ein Mann eben tun muss, was ein Mann tun muss.

    Die gute formale Qualität schlägt sich auch auf die Filmkamera nieder, mit wiederkehrenden Themen (die allgegenwärtige Uhr) und guten Überblicken. Schon lächerlich repetetiv wirkt dagegen das musikalische Hauptthema. 'Do not forsake me oh my darling' tönt es ein ums andere Mal aus den Boxen, als hätte jemand den Regler bei der Maxi-CD auf Repeat gestellt. Es gibt die Anekdote, dass das Musikstück in einer frühen Fassung noch weitaus öfter zu hören war und sich das Publikum während der Filmdauer darüber immer mehr belustigte. Man reduzierte daraufhin die Häufigkeit, aber meiner Meinung nach wird das Stück immer noch penetrant oft gespielt.

    Überraschend wiederum fand ich die Wendungen des Films. Die Geschichte verläuft an und für sich sehr linear - was ich jetzt nicht als Kritik vermerken will - und dem Marshall Kane wird dabei ein ums andere Mal die Hilfe verweigert. In der Vergangenheit hatte ich bei High Noon immer mit einem ganz klassischen Western gerechnet und dann auch das typische Duell zwischen Held und Bösewicht auf der Hauptstrasse in der Mittagssonne erwartet. Interessanterweise versteckt sich da allerdings mehr in diesem Film als gedacht. Der Held ist nicht der gefragte Held auf den alle warten und der am Ende galant den Schurken niederstreckt und den Tag damit rettet. Eher wollen es ihm alle ausreden und der größte Kampf, den Kane erlebt, ist wohl der Kampf sich und seinen Prinzipien treu zu bleiben. Auch das von mir zu hundert Prozent eingeplante erwähnte Duell auf der Hauptstrasse findet so nicht statt. Kane ist sich im Angesicht schlechter Gewinnchancen im Schusswechsel zwischen einem gegen vier auch nicht zu Schade seinen Vorteil in Situationen zu suchen, wo er auch mal einen Gegner von hinten überraschen kann. Auch der letztliche Showdown zwischen übrig gebliebenem Schurken und ihm läuft hektischer und ein Stück dreckiger ab, als das vermeintliche zelebrierte Pistolenduell. Da lässt doch schon ein Hauch vom Italo-Western grüßen.
    "Sometimes, when you bring the thunder, you get lost in the storm."

  4. #1054
    Regisseur Avatar von TheUsualSuspect
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    "Shane. Shane! Come back! Bye, Shane."



    Mein großer Freund Shane
    Shane





    USA 1953
    Regie: George Stevens
    Darsteller: Alan Ladd, Jean Arthur, Van Heflin, Brandon De Wilde, Jack Palance






    Das ist ja ein ganz schön romantischer Auftakt. Das heisst, wenn man das amerikanische Siedlerleben mit Arbeit von frühmorgens bis spätabends und Belagerung von besitzergreifenden Großherdenbesitzern als romantisch empfindet. Die vermeintliche Westernromantik mündet dann aber doch recht schnell in ein ernsthaftes Siedlerdrama aus deren Perspektive. Shane - ein zufällig herbeigekommener Revolverheld, so wie es aussieht - wirkt auf mich wie ein Engel auf Erden. Seine Geschichte wird nie wirklich erklärt, es lassen sich lediglich einige begründete Vermutungen anstellen, aber er ist der richtige Mann zur richtigen Zeit, in der die geplagten Schwächeren Hilfe gegen diejenigen benötigen, die schamlos ihre Überlegenheit ausspielen. Ja, insofern wirkt der Film auch weiterhin recht romantisch, zumal sich viel aus der Perspektive des kleinen Joey, dem Sohn der Siedlerfamilie abspielt, bei der Shane jetzt wohnt. Thematisch finde ich den Film gar nicht uninteressant, dagegen erlebe ich wieder diesen Konflikt mit dem damals zeitgemäßen Over-acting. So empfinde ich das immer mal wieder bei Filmen früherer Dekaden.
    "Sometimes, when you bring the thunder, you get lost in the storm."

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