Nachdem ich mir eine Woche lang nur amerikanischen Filmschrott anschauen musste, war es direkt eine filmische Wohltat eine europäische Produktion zu sehen. Genauer gesagt ein erfrischender Film aus Frankreich. Was verbirgt sich hinter diesem Titel?
Regisseurin Daniele Thomson erzählt gekonnt über Geschehenes in den Theatern, Konzertsälen, Hotels und Bistros in der Avenue Montaigne.

Die junge Jessica (Cecile de France – bekannt aus „Barcelona für ein Jahr“) kommt aus der Provinz nach Paris. Voller Optimismus aber ohne Job. Den findet sie aber dann in einem Bistro in der luxuriösen Avenue Montaigne. In der Nachbarschaft eines Theaters und eines Auktionshauses.

Dort lernt Jessica eine ganze Schar faszinierender Menschen kennen. Eine hysterische Schauspielerin (Valerie Lemercier), die von anspruchsvollen Rollen träumt. Einen Pianisten (Albert Dupontel), der den ganzen Klassikzirkus satt hat. Einen reichen Kunstsammler (Altstar Claude Brasseur), der seine Kunstschätze versteigern lässt. Hier in der Avenue Montaigne kreuzen sich die Wege von neurotischen Künstler und bodenständigen Normalen, die einander ihre verpatzten Beziehungen und Enttäuschungen offenbaren.

Und Claudie, eine patente Theater-Concierce, die kurz vor ihrer Pensionierung steht und die naive, unbekümmerte Provinzlerin Jessica unter ihre Fittiche nimmt. Zufällige Begegnungen, die nicht nur Jessicas Leben verändern werden, sondern auch das Leben der anderen.

Ein Film der in Frankreich die Massen ins Kino zog. Daniele Thomson versteht es unterhaltsame Filme für das große Publikum zu inszenieren. Mit hohem Niveau, einer großen Sensibilität, klugem Humor und jede Menge Emotionen. Eine vielschichtige, wunderschöne Komödie über das Theater des Lebens. Mit einer Bildersprache die haften bleibt und Bildern die man mit aus dem Kino auf den Nachhauseweg nimmt und nicht wie bei vielen amerikanischen Filmen schon vergessen hat bevor man aus dem Stuhl aufsteht. Mit Charakteren die einfach stimmig rüberkommen.

105 Minuten pralles Leben, brillant erzählt und deshalb nicht versäumen.