Nachdem meine Erwartungen ohnehin etwas tiefer gelegt waren, überraschte mich das Endergebnis dieser Mischung aus „Kramer gegen Kramer" (ein anderes Beziehungsdrama fällt mir gerade nicht ein), „James Bond" und „Rosenkrieg" (wäre der passende Untertitel für diesen Streifen: „Rosenkrieg reloaded“) doch sehr. Mit vielversprechenden Ideen in guten Ansätzen gescheitert. Und dieses Urteil von jemandem, der sich ansonsten ziemlich schmerzfrei und oft unkritisch jedes Popcorn-Movie mit viel Bang fürs Geld ansieht...

Das Problem ist, dass die Story sich nicht entscheiden kann, ob sie nun einer Beziehungskomödie, einem knallharten Actionfilm oder purem Comic folgen soll. Weder Jolie noch Pitt bieten außerdem (sympathische) Identifikationsfiguren, zu abstrus und teilweise unlogisch bleibt ihr Handeln. So zerfällt der ganze Film in drei Akte: ziemlich zähes Intro des leidenschaftslos gewordenen Ehealltags nebst Sitzungen beim Eheberater, mäßig witzige Szenen einer Ehe. Dann eine Prise „True Lies", wenn John und Jane das Doppelleben des Partners entdecken. Das letzte Drittel versinkt schließlich in bombastischer Hochglanzaction, wobei mir nur zwei Sequenzen ein „Wow" entlockten, nämlich wenn Mrs. Smith und ihre Gesellinnen Bond-like ihr Hauptquartier verlassen, mittels Seilbahnenterhakenkanone quer über die New Yorker Häuserschluchten; und zweitens die obligatorische, nichtsdestotrotz sehr dynamische Autoverfolgungsjagd (Michael Bay hätte sie nicht krachender inszenieren können). Dafür fällt der Showdown mit einer öden Ballerorgie deutlich ab. Und der Schlussgag - dargeboten von Pitts Brett - hätte pubertärer nicht ausfallen können.

Den Grund für dieses misslungene Spektakel, das darüber hinaus noch von demselben Mann in Szene gesetzt wurde, der mit den Reißern „Bourne-Identität“ und „-Verschwörung“ um Längen bessere Unterhaltung abgeliefert hat, glaubte ich im Abspann zu entdecken: fünf Produzenten konnten sich wahrscheinlich nicht entscheiden, welchen Film sie sehen wollten und so hat jeder ein bisschen Recht bekommen, leider zu Lasten des armen Zuschauers. Hätten namenlosere Darsteller als Brad und Angelina das konfuse Drehbuch umgesetzt, wäre man sogar eines C-Movies anstelle eines auf A polierten B-Movies ansichtig geworden.