Dieser schräge Streifen, mit Robert Downey Jr. und Val Kilmer glänzend besetzt, ist sehr schwer zu beschreiben. Am ehesten kann man ihn von Machart und aufgrund der staubtrockenen Dialoge mit "Last Boy Scout" vergleichen. Achtung, jetzt wird wieder mit unnützem Filmwissen angegeben: zufälligerweise ist "Kiss Kiss Bang Bang" auch das Regiedebüt von Shane Black, dem Autor der Lethal Weapon Serie und natürlich von besagtem (damals Anfang der 90er das bis dato teuerste Drehbuch aller Zeiten) "Last Boy Scout".
Die Erzählweise der eigentlich recht konventionellen Kriminalstory ist außerdem erfrischend innovativ und - allerdings erst beim zweiten Ansehen - clever, da diverse Hinweise auf die Auflösung gegeben werden. Abgesehen vom typischen Off-Kommentar Downey Jr.'s wird schon mal der Film angehalten, zurückgespult oder Hinweise neben Personen geschrieben. Klingt merkwürdig? Passt aber hervorragend, da sich der Film keine Sekunde lang bierernst nimmt, auch wenn es ein paar heftige Actionsequenzen (incl. Elektroschocks an Downey Jr.'s empfindlichster Stelle...) gibt. Dass der größte Lacher im hiesigen Kino die Szene war, wo einem Ganoven in den Kopf geschossen wird, zeugt von der perfekt gemeisterten Gratwanderung des Drehbuchautoren zwischen purem Slapstick und knallharter Action. Wer allerdings Bedenken beim hier gezeigten Umgang mit toten Körpern hat, sollte sich doch lieber für einen Disney-Film entscheiden... (die FSK-Freigabe ab 12 Jahren finde ich etwas bedenklich).
Auf jeden Fall überträgt sich der Heidenspaß, den der hoffentlich dauerhaft von seiner Drogensucht kurierte Robert sowie das Comeback des Jahres liefernde Val Kilmer als schwuler Privatdetektiv beim Dreh offensichtlich hatten, - insbesondere wegen der lakonischen Wortgefechte - auf den Zuschauer. Kostprobe gefällig: "Siehst Du die Blonde da drüben? Die hatte schon mehr Männer im Bett als Du warme Mahlzeiten..."
Eine Erwähnung wert ist auch Newcomerin Michelle Monaghan (stammt wohl aus einer Teenie-TV-Serie), die wie eine jüngere Ausgabe von Liv Tyler wirkt und für die Erotik zuständig ist - sofern man Gefallen an derartigen Hungerhaken findet.

Fazit: Wer mit ähnlich abseitigen und makaberen Werken wie "Pulp Fiction" oder etwa "Grosse Pointe Blank" etwas anzufangen wusste, sollte sich diesen kleinen, aber feinen Action-Happen nicht entgehen lassen.