Den Jubel gleich vorweg: der Spielfilm-Nachklapp zur nach 14 Folgen eingestellten HBO-SF-Serie FIREFLY, die nach ihrem Ableben durch wütende Fan-Proteste wiederbelebt bzw. in besagtem Movie zu Ende erzählt wurde, entpuppt sich als erfrischend innovativer, dreckiger, action- und temporeicher SF-Western. Der darüber hinaus das Kunststück fertiggebracht hat, besser zu unterhalten als der dritte bzw. sechste Star Wars Aufguss vergangenes Jahr – und hier schreibt ein SW-Fan! Was den durchgestylten, mit hohem Budget perfekt getricksten Sternenkriegern in den letzten Auflagen nämlich abging, bietet der trotz gerade mal knapp 40 Millionen investierter Bucks eine Vielzahl bestaunenswerter Schauwerte präsentierende SERENITY: echte, kantige und liebenswerte Charaktere. Allen voran Captain Malcolm Reynolds, dargestellt vom vielversprechenden Newcomer Nathan Fillion, der tatsächlich wie ein Klon von Han Solo und Indiana Jones daherkommt (neidvoll wird hier mal das Feuilleton zitiert, das diesen absolut zutreffenden Verweis formuliert hat). Die lakonische, zynische und teilweise auch überraschend brutale Art des kriegsgeprägten Söldners kann auf den ersten Blick zwar abstoßend und fragwürdig wirken, lässt man sich allerdings auf das Setting des von Joss Whedon (wahrscheinlich entbehrlicher Hinweis: Schöpfer der TV-Serien BUFFY und ANGEL) hauptsächlich aus Versatzstücken einschlägiger Western kreierten Universums ein, merkt man erst, wie lebensecht und lebendiger dieser gebrochene Charakter im Vergleich zum glatten Helden vom Schlage eines Luke Skywalker ist. Und das gilt auch für die übrige Crew, die vorzustellen den Rahmen sprengen würde, die jedoch alle ausnahmslos von hochtalentierten Darstellern verkörpert werden, von denen man sich in Zukunft mehr zu sehen wünscht.

Noch ein Wort zur wohl dosierten, die Sinne im Gegensatz zum genannten Star Wars nicht erschlagenden Action: wie bereits erwähnt bekommt der Zuschauer eine Handvoll rasanter Verfolgungsjagden (besonders zu Beginn des Streifens die Wüstenhatz), eine Weltraumschlacht und beinharte Schlussfights zwischen Crew und Reavern (die Bad Guys), grandios parallel montiert zum äußerst martialischen Zweikampf des Captains mit seinem Verfolger. Für Abwechslung ist also durchaus gesorgt und nach den wie im Flug vergehenden knapp zwei Stunden wünscht man sich mehr zu sehen vom Söldnertrupp des Raumkreuzers der FIREFLY-Klasse. Wem es so geht wie mir, der legt sich ohne Reue die DVD-Box gleichen Namens zu und sieht sich die gesamte, ausgefeilte Storyline mit dem krönenden und logischen Abschluss SERENITY an.