Scary Movie 4
Gar nicht zum Fürchten


Eine kleines, dreckiges Kellergewölbe: Zwei sich völlig fremde Männer sitzen sich gegenüber, an Fußfesseln gekettet und ohne eine Ahnung davon zu haben, wo sie sich gerade befinden. In der Mitte des Raumes baumelt eine Säge. Plötzlich ertönt eine Stimme aus dem Off und spricht zu ihnen. Ein makaberes Spiel beginnt…Währenddessen hat der geschiedene Kranfahrer Tom Ryan alle Hände voll zu tun, seine beiden Kinder zu hüten. Während er also vollends damit beschäftigt ist, seine Vaterrolle auszuüben, verdunkelt sich plötzlich der Himmel über der Stadt und ein ungewöhnliches Gewitter verkündet von der Ankunft einer außerterrestrischen Gefahr für die gesamte Menschheit…Cindy, die im Nachbarshaus als Krankenpflegerin einer alten Frau angefangen hat, hat indessen mit einem ganz anderen Problem zu kämpfen, da der Geist eines Kindes das Gemäuer heimgesucht zu haben scheint…Weit weg von all diesen Geschehnissen lebt eine kleine Kommune friedlich und ihn Eintracht miteinander, doch dies alles wird sich schlagartig ändern, wenn das Böse aus dem dunklen Wald ringsherum sich dazu entschließen wird, den Bewohnern des Dorfes einen Besuch abzustatten…Ach ja und zwei gestandene Cowboys werden im Verlauf der Geschichte auch noch ihre Liebe zu einander entdecken…Leicht verwirrt? Kein Wunder, befinden wir uns doch in der wunderbar schwachsinnigen Welt von Scary Movie. Die Film-Verarsche, die im Jahr 2000 als reine Horrorfilmparodie startete und die seit dem dritten Teil, jetzt unter der Regie von Klamauk-Spezialist David Zucker („Die Nackte Kanone“) ihr Spektrum auf allgemeine Kinohits verbreiterte, lebt vom Erfolg und Bekanntheitsgrad der Streifen, die man durch den Kakao ziehen möchte und trifft damit anscheinend den Nerv des Publikums. Denn durch den Erfolg der drei Vorgänger wird so mal eben die magische Grenze der Trilogie durchbrochen und der Weg zu einer Endlosserie geebnet.

Zur Story:
Eine wirkliche Geschichte ist bei einem solchen Film natürlich nicht vorzufinden. Vielmehr verzwirbelt er die Plots von bekannten Kassenschlagern: So dienen die Filme „Krieg der Welten“, „The Grudge-Der Fluch“, „Saw“ und „The Village“ als Hauptgerüst für allerlei Zoten, Gags und Fäkal-Humor. Zu den weitern dankbaren Verwurstungsquellen gehören dabei neben weiteren Filmen wie „Brokeback Mountain“, „Million Dollar Baby“ und „Hustle & Flow“ auch Menschen des öffentlichen amerikanischen Lebens. So sieht man zum Beispiel wie der US-Präsident („Nackte Kanone“ - Veteran Leslie Nielson) lieber einer Gruppe Grundschulkindern beim Lesen lauscht als sich der akuten Gefahr eines Alienangriffes zu widmen, wie ein Michal Jackson Double versucht, kleine Kinder von der drohenden Gefahr zu „retten“ und wie Tom Cruise Plagiat Tom Ryan (Craig Bierko) lautstark seine Liebe für Cindy Campbell (Anna Faris) in die Welt hinausposaunt. Dabei ist an jeder Ecke ein bekanntes Gesicht zu erspähen: Bill Pullman spielt das Oberhaupt einer Amish-Sippe, Scary Movie- Opfer Carmen Electra ist als seine blinde Tochter mit Verdauungsschwierigkeiten zu sehen und Charlie Sheen hat einen denkwürdigen Auftritt mit potenter Manneskraft.

Kritik:
Scary Movie 4 ist so saublöd, dass es schon wieder lustig ist. Mit einem Bier in der Hand und ein paar Kumpels neben sich lacht man sich auch über den tausendsten „mit dem Kopf gegen ne Wand“ – Gag kaputt und kann anschließend mit seinen Freunden über die meist wenig treffsicheren Veralberungen philosophieren. Als reiner Party-Anheizer ist der Film also, genauso wie seine Vorgänger, hervorragend geeignet, doch sollten Filmfans mit subtilerem Humorverständnis doch lieber einen weiten Bogen um diesen Klamauk machen.

Fazit: Trotz vieler ausgelutschter Gags ein vergnüglicher Nonsens, bei dem man, wenn man seine Erwartungen herunterschraubt und seinen Verstand ausschaltet, eine Menge Spaß haben kann. Also: Gehirn aus und ablachen!

Wertung: 3 von 5 Sternen


Scary Movie 4, USA 2006
Genre: Komödie
Laufzeit: 83 Min.
Regie: David Zucker
Darsteller: Anna Faris, Craig Bierko, Regina Hall, Leslie Nielson, Bill Pullman, Carmen Electra, Charlie Sheen, Mike Tyson