Mission: Impossible III
Wenn die Zündschnur brennt…



…dann wissen Action-Fans, was sie in den nächsten zwei Stunden erwarten wird, nämlich nonstop Action vom feinsten: Große Explosionen, halsbrecherische Stunts, Patronenverschleiß am laufenden Band und mittendrin Dauergrinser Tom Cruise aka Special Agent Ethan Hunt. 1996 begann alles mit dem ersten Teil der Reihe. Unter der Regie von Brain de Palma („Carrie“)entstand ein wendungsreicher Spionagethriller mit eingängiger Titelmelodie und der richtigen Dosis an Thrill und Action. Der Film, der wiederum auf einer amerikanischen Fernsehserie aus den 60ern bzw. 80ern Jahren beruhte, war an den Kinokassen so erfolgreich gewesen, dass eine Fortsetzung der neuen Franchise beschlossene Sache war. Drei Jahre später versuchte sich Zeitlupenvirtuose John Woo („Face/Off“) an einer Weiterführung der Abenteuer von Ethan Hunt. Heraus kam ein Film, der auf jegliche Anlehnungen an den Vorgänger und die Ur- Serie verzichtete und stattdessen Tom Cruise als Einmannarmee mit übermenschlichen Kräften ausgestattet durch die Reihen der Heerscharen von Gegnern pflügen ließ. Der Streifen wurde zum absoluten Überflieger in den weltweiten Lichtspielhäusern, obwohl sich vor allem Fans der Serie nicht mit der Reduzierung auf den reinen Kawumm-Faktor anfreunden konnten. Nun, ganze sechs Jahre (!) und zahlreiche Komplikationen später (die in zahlreichen Filmmagazinen eingehend durchgekaut wurden) erscheint endlich der dritte Teil des Kassenschlagers auf der großen Leinwand und, um es schon mal vorwegzunehmen, Regisseur J.J. Abrams ist ein richtiger Volltreffer gelungen.

Zur Story:
Super Agent Ethan Hunt (Cruise) hat sich ja eigentlich aus dem aktiven Dienst zurückgezogen und möchte einfach nur viel Zeit mit seiner Freundin (Michelle Monaghan) verbringen, als sich sein Vorgesetzter und Freund (Billy Crudup) bei ihm meldet und ihn bittet, eine letzte Mission zu erledigen. Zusammen mit einem dreiköpfigen Spezialistenteam (unter ihnen auch M:I-Veteran Ving Rhames) soll er eine junge Agentin (Keri Russell), die auch gleichzeitig eine ehemalige Schülerin von Hunt ist, aus den Fängen des skrupellosen Händlers Owen Davian (Oscar Preisträger Philip Seymour Hoffmann) befreien. Der Auftrag glückt zunächst, doch bevor die Agentin Ethan ein Geheimnis anvertrauen kann, stirbt sie in seinen Armen. Von Rache getrieben, beschließt sich Hunt dazu, seinen Ruhestand noch ein wenig nach hinten zu verschieben und Davian dingfest zu machen. Doch noch ahnt er nicht, dass dieses Vorhaben nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das seiner Freundin erheblich gefährden wird…

Kritik:
Mission: Impossible III ist ein richtig guter Actionfilm geworden. Der Streifen peitscht so rasant am Zuschauer vorbei, dass diesem kaum eine Sekunde zum Luftholen bleibt und auch die ein oder andere Ungereimtheit der Handlung sowie größere Logiklöcher nicht weiter auffallen. Die Stuntszenen (die Cruise größtenteils selbst gemacht haben soll) sind dermaßen großartig inszeniert, dass auch die unglaublichste Verrenkung glaubwürdig erscheint. Regisseur Abrams, der sich mit den Fernsehserien „Alias“ und „Lost“ einen Namen gemacht hatte, gelingt es, die besten Elemente der beiden Vorgänger (das Team-Konzept des ersten und die atemberaubende Action des zweiten Teils) miteinander zu verbinden, sodass quasi ein Best-Of des M:I-Universums entsteht. Nachdem Cruise in jüngster Vergangenheit vor allem durch sein Dauer-Getuchtel mit Katie Holmes und einem Scientologen Wahn nervte, kann er hier endlich mal wieder beweisen, was er wirklich kann: Prächtig unterhalten.

Fazit: Seit langem mal wieder ein Actionfilm, der einem Schweißperlen auf die Stirn treibt und trotz eines leicht konfusen Plots großartig unterhält.

Wertung: 4 von 5 Sternen


Mission: Impossible III, USA 2006
Genre: Action
Laufzeit: 130 Min.
Regie: J.J. Abrams
Darsteller: Tom Cruise, Philip Seymour Hoffmann, Ving Rhames, Michelle Monaghan, Keri Russell, Billy Crudup, Jonathan Rhys Meyers, Maggie Q, Laurence Fishburne[/img]